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Scharfe P a r i s e r Presseäuße r u n § c n.
Die französische Presse lehnt den Gedanken einer vor- zeitigen Räumung des Rheinlandes an jedem Tag ent- sediedener ab. Dabei wird unverkennbar der Ton von Tag zu Tag schärfer und kategorischer. Der „Jntran- sigcanr" schreibtt „Auf die Gefahr hin, Herrn Bernstorff zu enttäuschen, müssen wir ihm sagen, daß er sich auf einem falschen Wege befindet. Briand ist nicht nach Thoiry gegangen, um zu prüfen, „wann und wie die französischen Truppen herausgezogen werden könnten". Abgesehen davon, daß diese Möglichkeit nicht in den Absichten des Quai d'Orsay liegt, entspricht sic ferner weder den Plänen der Regierung noch den tiefen, vernünftigen und sicheren Gefühlen der öffentlichen Meinung, und, um alles zu sagen — und wir weisen Herrn Bernstorff, Herrn Dr. Bell, Herrn Stresemann und alle ihre Freunde darauf hin —, Frankreich ist niemals weiter als heute von dem Gedanken entfernt gewesen, eine vorzeitige Räumung des Rheinlandco ins Auge zu fassen.
Die Drohung, daß die Haltung der Botschafterkon- ferenz eine Neuorientierung der deutschen Außenpolitik zur Folge haben könnte, will der „Temps" nicht ernst nehmen, und fügt scheinheilig hinzu, man begreife übrigens nicht, wieso die Stellungnahme der Botschafterkonferenz eine solche Erregung in Berlin hervorrufe. Alle noch strittigen Fragen (Oberkommando der deutschen Reichswehr, Befestigungen von Königsberg, Geheimorganisationen usw.) könnten leicht geregelt werden, wenn die deutschen Behörden nur guten Willen beweisen und „den Geist der Schikanen" aufgeben würden.
Besserung der Beziehungen mit Polen.
Feststellungen des polnischen Außenministers.
In Warschau fand beim Außenminister Zaleski eine Pressekonferenz statt, wobei der Minister ausführlich über die polnische Außenpolitik sprach. Über die deutsch-polnischen Verhältnisse erklärte der Minister: „Ich kann zu meiner Zufriedenheit feststellen, daß auf deutscher Seite in der letzten Zeit viel mehr Objektivität und Verständnis uns gegenüber vorhanden ist. Langsam kommt man in Deutschland zu der Überzeugung, daß ein negatives Verhalten uns gegenüber der beiderseitigen Sache keine guten Dienste leisten kann. Infolgedessen ist eine Änderung der bisherigen deutschen Taktik zu verzeichnen. Wir stellen das mit Freude fest und hoffen, daß, wenn dieser Standpunkt sich in Deutschland noch weiter ansgewirkt bat, ein Weg zur Zusammenarbeit zu finden fein wird. Als Voraussetzung gilt es aber, jede gegnerische Propaganda einzustellen/ denn eine solche wird jedem Land, aus dem sie kommt, nur Schaden bringen. Die polnische Regierung ist zurzeit eifrig bemüht, in den Wirtschaftsverhandlungen mit Deutschland eine günstige Entscheidung zu erzielen. Auch in der Chorzow-Frage hegt Polen den Gedanken, einen Ausgleich in dieser Frage auf dem Wege des direkten Übereinkommens zu erreichen."
General Heyes Abschied von Königsberg.
Dank an General von Seeck t.
Zu Ehren des Chefs der Heeresleitung, Generalleutnants Heye, fand in der Königshalle in Königsberg ein Abschiedsabend statt, an dem Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden Ostpreußens, der Stadt Königsberg, der Universität, der ostpreußischen Wirtschaft und der Presse teilnahmen. Oberpräsident Siehr dankte dem Chef der Heeresleitung für das, was er in den vergangenen drei Jahren als Kommandeur der ersten Division für die Provinz Ostpreußen geleistet habe. Der Rektor der Universität dankte General Heye für das Wohlwollen, das er stets der Universität entgegengebracht habe.
Hierauf sprach Generalleutnant Heye den beiden Rednern für die anerkennenden Worte seinen Dank aus. In ehrenden Worten gedachte er dann der Tätigkeit des Generalobersten von Seeckt, dessen Abgang ihn mit aufrichtiger Trauer erfülle. Die Reichswehr werde seinem 'SchöpserdieTreue halten. Ostpreußen sei ihm zur zweiten Heimat geworden. Er werde sich auch in seinem neuen Amte dafür einsetzen, daß der besonderen Lage Ostpreußens Rechnung getragen werde. Der Redner schloß mit einem Hoch auf die Provinz Ostpreußen.
Löbe über den Anschluß Oesterreichs.
„Österreichs Anschluß unser nationales Recht."
Auf einem von der Reichszentrale für Heimatdienst veranstalteten Vortragsabend sprach in Essen Reichs- tagspräsident Löbe. Nachdem er die Aclttvirtfchafts- lage und die wirtschaftlichen Verhältnisse Europas besprochen hatte, ging er auf die Anschlußfrage ein und führte u. a. aus: Das Selbstbestimmungsrecht ist jetzt in Europa ziemlich allen Nationen eingeräumt worden, nur seit Deutschen hat man es verweigert. Was kleinen Völkern gewährt worden ist, kann auf die Dquer dem großen deutschen Volk nicht vorenthalten werden. Man sieht in unseren Ansprüchen auf Vereinigung eine Wiederkehr des alten Imperialismus und übersteht den Unterschied zwischen gryßdeutschen Forderungen und AlldentschtstM- Daß die sechs Millionen Deutscher in Österreich, sobald sie ihr Schicksal selbst bestimmen dürfen, den Weg zum Reich einschlagen, kann im Inland und im Ausland keinem Zweifel unterliegen. Am 24. April 1921 sprach sich in einer Volksabstimmung Tirol mit 98,6 % Mehrheit für den Anschluß an Deutschland aus. Am 30. Mai geschah dasselbe im Freistaat Salzburg mit 99 %. Auch Steiermark wollte abstimmen, wurde aber durch den Finanzdruck der Entente daran gehindert. Das Resultat wäre hier wie in Wien und Niederösterreich kein anderes gewesen. Österreich und Deutschland sind eine natürliche Einheit des Blutes und des Bodens, eine seelische Einheit von Sitte und Sprache, eine geistige Einheit von Kultur und Schicksal. Die deutsche Kultur ist in dem schmalen Landstreifen heute aufs äußerste bedroht. Der künstlich geschaffene Staat Österreich fristet in einem furchtbaren VerarmungsprozeH sein Dasein. Deutschlands Wiederaufstieg ist die einzige Hoffnung des Landes, Österreichs Anschluß aber ist unser nationales Recht.
Die Ziele der Demskraien.
Eine Entschließung der Demokratischen Tagung.
Zum Schluß der in Berlin abgehaltenen Demokratischen Tagung wurde einstimmig eine von den Relchstagsabgeord- neten Dr. Fischer-Köln und Oskar Meyer Angebrachte Entschließung angenommen, in der cs u. a. heißt: „Die Deutsche Demokratische Partei hat seit ihrer Begründung zwei beherrschende Ziele verfolgt: in der Außenpolitik eine die nationale Würde wahrende Verständigung mit den Gegnern im Kriege und die Schaffung eines internationalen Rechtes zwischen allen Völkern der Welt, unter dessen Schutz unserem Volke Gleichberechtigung und Freiheit und der ganzen Welt der Frieden gesichert werden: in der Jnneuyolitik die vom Willen des Volkes geschaffene republikanische Verfassung zu festigen und im sozialen Sinne auszubauen:
In der Außenpolitik sind Locarno, Genf und Thoiry Meilensteine auf dem Wege, den Walter Rathenau gewiesen pat, und de gen lailrasnge Fortsetzung durch den Netchsaußen- minister Dr. Stresemann die D. D. P. dankbar anerkennt. Die völlige Befreiung Deutschlands von fremder Besatzung und eine der Leistungsfähigkeit angepaßte Regelung unserer Reparationsverpflichtungen müssen als nächste Zu- kunftsaufgabcn mit stärkstem Nachdruck verfolgt werden.
In der Innenpolitik hat die wachsende Erkenntnis von der Notwendigkeit der Beteiligung aller Volkskreise an der Verantwortung die Richtigkeit der Politik der D. D. P. bestätigt. In wirtschaftlicher Beziehung ist unter demokratischer Führung eine wesentliche Erleichterung des auf dem Volke lastenden Druckes angebahnt worden."
Schweres Erdbeben in Armenien.
Mehrere huüdert Tote.
Nach einem beim Generalsekretär des amerikanischen Hilfskomitees für den Nahen Osten in N e w y o r k eingegangenen Telegramm wurde das Gebiet von Russisch- Armenien von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Das Erdbeben dauerte in Eriwan 20 Sekunden und verursachte große Schäden. In Alerandropol dauerten die Erdstöße 23 Sekunden. Man hat noch keinen überblick über die genaue Zahl der Toten, doch dürften sich diese auf mehrere hundert und die Zahl der Verletzten auf mehrere tausend belaufen. Da die Häuser sowohl in Eriwan als in Alerandropol meistens zerstört oder beschädigt sind, sind Tausende von Einwohnern obdachlos. Die Gebäude der Organisation des amerikanischen Hilfskomitees in Alexandropol sind schwer beschädigt. Das Hilfskomitee hat die Entsendung von Unterstützungen und Lebensmitteln an die heimgesuchte Bevölkerung in die Wege geleitet.
Die Unwetterkatastrophe in Amerika.
A u s b r u ch eine r T y p h u s c p i d e m i e.
Der letzten Wirbclsturmkatastrophe auf Kuba sielen 800 Personen zum Opfer. Die Zahl der Verwundeten ist auf 7000 gestiegen. Nach Meldungen ans Havanna ist dort der Typhus ausgebrochen. Es sind alle Maßnahmen getroffen, um ein weiteres Umsichgreifen der Epidemie zu verhindern.
Drei heftige Erdstöße setzten die Bewohner der kalifornischen Küste in Schrecken. Der Schaden war jedoch gering. Das Zentrum des Erdbebens befindet sich zwischen San Franzisko und Monterey. In San Franzisko zerbrach eine sehr große Anzahl Fensterscheiben. Die Bevölkerung verließ panikartig die Häuser, um die Parks aufzusuchen. Die hohen Gebäude bewegten sich hin und her. Außerdem werden Erdstöße in Oakland und auf San Josè gemeldet. Bis 250 Meilen von San Franzisko entfernt wurden Erdstöße verspürt. Es verbreiteten sich bald die wildesten Gerüchte, die Panik legte sich jedoch,, als festgestcllt wurde, daß Unglückssällc nirgends zu vcp zeichnen waren.
politische Rundschau.
Deutsches Reich. ,,
Erkrankung Dr. Stresemanns.
Die Sitzung des Auswärtigen Ausschusses, die auf Dienstag einberufen war und in der die Aussprache über Thoiry fortgesetzt werden sollte, ist verschoben worden, und zwar infolge einer starken Erkältung des Außenministers Dr. Stresemann, der schon seit acht Tagen nicht mehr im Amte erscheinen konnte und gezwungen ist, noch einige Lage das Bett zu hüten. Die Sitzung soll am 2. November stattfindcn.
Deutsch-italienisch? Tarifeinignng.
Die Verhandlungen, die in Hamburg zwischen den Vertretern der Reichsbahn und denen der Bahnverwaltungen von Italien, Ungarn, Jugoslawien, Österreich und der Tschechoslowakei geführt wurden, um zu einem Einvernehmen über die Gütertarife zu kommen, haben in diesen Tagen zu einem günstige n A u s g a n g geführt. In diesen Verhandlungen wurde die gesamte heikle Frage der Konkurrenz zwischen den italienischen Häfen an der Adria, Triest und Fiume, und den deutschen Häfen Hamburg und Bremen im mitteleuropäische!! Durchgangshandel und besonders für die tschechoslowakische Ausfuhr erschöpfend geprüft und erörtert. Nach Beseitigung der größten Schwierigkeiten wurde ein „W a s f e n st i l l st a n d" zwischen Italien und DentsH- land abgeschlossen, der sich auf den Konkurrenzkampf zwischen den Häfen Hamburg und Bremen auf der einen Seite und Triest und Fiume auf der anderen Seite bezicht. Aus Grund dieses Waffenstillstandes werden beibt Länder für das Jahr 1927 die bisher im Konkurrenzkampf gültigen Vorzugstarife wieder aufhebcn.
Aus In- und BusLand.
Berlin. Der Reichspräsident empfing den neuernannte» Polizeiprästdcnten von Berlin, Zörgiebel, sowie Den Generaldirektor der Deutschen ReichsbahngcscllMast. Dr Dorpmüller,
Berlin. An Stelle des verstorbenen Relchstaasobacord- ncten Grafen von Merveldt (deutschnativnal), der auf Reichs, - wahlvorschlaa gewählt worden war, wird der Gewcrtschafts- sckrctär Ewald S a n c r ans Dillenburg in ben Reichstag ein treten.:
Leipzig. Zur Frage des Rcicbscbrenmais bahLll Mb M .*.. Teuffdre Sângèrschnfpäind dir Verband alter uiinm Stellung genommen und sich in einer gemeinsamen Eingab, 1 an den Reichsminister des Innern für die A it s f ü h r it n < j des Reich schrc n m ales in Weimar-Berta ausgesprochen.
Berlin. Die neue F r i d e r i k u s m a r k e, gegen die vor bayerischer und republikanischer Seite Bedenken erhoben wurden, wird am 1. November zur Ausgabe gelangen. Auch von i der Reichsregierung und von der preußischen Slaatsrcgierunc. sollen Einwendungen gegen die Marke erhoben worden sein
Hannover. Professor L e s s i n g wird im Wintersemester M keine Vorlesungen mehr an der Technischen Hochschule halten Detmold. Die zur Weimarer Koalition gehörenden Por seien der Detmolder Stadtverordnetenversammlung haben der MagistratsmitgliederN, mit Ausnahme der demokratischer. , und sozialdemokratischen, wegen der Verleihung des Armen- ) r cd; t e s an den F ü r st o it zu Stöbe ihr Mißtrauet ausgesprochen. Vom Magistrat wurde erklärt, daß er sich bd seiner Stellungnahme durch itichts habe beeinflussen taffen. *
Friedrich Augsburger
Roman von Wolfgang Marken Urheberrechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau
1.
v Der grobe Schmied.
®5 war im Jahre 1729.
Die Landstraße, die nach Jlsleben führte, war staubig. Heftig brannte die Sonne. So war es verwunderlich, daß weit und breit kein Mensch, kein Wagen zu sehen war.
Am Eingang der kleinen Stadt lag das Haus des ehr- famen Schmiedemeisters Franz Retzow.
Die dröhnenden Schläge der Hämmer und das Klirren des Stahls verrieten emsiges Schaffen.
Die Uhr des Stadthauses schlug die zwölfte Stunde. Der Meister sah auf seinen Gesellen, unter dessen nerviger Faust der Hammer auf das glühende Metall dröhnte. Wohlgefallen zeigte der Blick des Meisters.
„Laß gut sein, Friedrich. Komm' zum Essen. Weißt, die Meist'rin kann's nicht leiden, wenn mir nicht Glock' -zwölf am Tisch sitzen."
Der Angeredere nickte stumm, dann legte er Hammer und Eilen beiseite und folgte dem Meister.
Seiner Gewohnheit gemäß blieb der Schmied mit seinem Gesellen einen Augenblick vor dem Hause stehen. Sie scheuten aus die staubige Landstraße,
„Eine sträfliche Hitze heut'. Friedrich. Geb's Gott, daß bald Regen kommt. Das ganze Getreid' verdorrt uns aus ben Feldern."
Ein Punkt auf der Landstraße, der sich näher bewegte, erweckte die Aufmerksamkeit des Meisters.
„Schau', Friedrich. Was ist das? Kommt mir recht verdächtig vor."
Der Geselle folgte dem Blick des Meisters.
„Meister," sagte er, „ich müßt mich schwer täuschen, wenn dort nicht ein paar Rösser durchgegangen sind."
„Hast recht, Friedrich. Hast recht," meinte der Meister ganz aufgeregt.
Das Gespann — jetzt sah man, daß es ein eleganter Reisewagen war — kam näher und näher. Die Zügel schleiften im Sande. Der Kutschersitz war leer.
Aus dem Innern streckte eine männliche Person den Kopf heraus und schrie: „Man dieu, mon dieu, helft, Ihr guten Leute!"
Der junge Schmiedegeselle stand bereit. Jede Muskel war gespannt und als die rasenden Braunen vielleicht noch hundert Schritt entfernt waren, sprang er ihnen entgegen. Die Pferde drängten scharf nach rechts dem Graben zu.
Da faßte Friedrich zu. Er riß die Tiere zur Seite. Der Ruck war von so ungeheurer Kraft, daß das linke Pferd stürzte, während das rechte fast augenblicklich stand und unter wildem Wiehern hochging.
In dem Kampf zwischen Pferd und Mensch, der jetzt entstand, wurde der Reisewagen hin und hergcschleudert, so daß laute Angstschreie aus dem Innern ertönten.
Als das gestürzte Pferd sich erhoben hatte und beide Tiere standen, sah der junge Schmied scharf auf die zitternden Pferde.
„Was seid ihr für verdammte Mucker!"
Friedrich faßte sie in die Mähnen und grgulte sie einen Augenblick.
Das beruhigte die Tiere. Das rechte Wagenpferd schob den Kopf an die Schulter oes jungen Schmieds.
Der Meister, der, klopfenden Herzens seinem Gesellen zugesehen hatte, war inzwischen an den Schlag getreten und öffnete ihn.
Mit verängstigtem Gesicht stieg ein einzelner Mann aus. Er war noch schwer benommen, der Schreck lag noch aus seinen Zügen. Häßlich war der kaum mittelgroße Mann, der das Hofgewand trug.
Es war der französische Philosoph Voltaire. Er befand sich auf der Fahrt nach Schloß Rheinsberg, zur Taselrundt des jungen Fritz.
Als Voltaire sich endlich, beruhigt hatte, überschüttete ci den Meister und seinen Gesellen mit einer Flut von Dankesworten, mischte deutsche- und französische Worte untereinander, so daß ein schauderhaftes Kauderwelsch entstand.
„Meinem Gesellen müßt Ihr danken," sagte der Meiste! und wies stolz auf den Jungen.
Da sah Boltaire zum ersten Male den jungen, kühner Schmied richtig an und blieb einen Augenblick sprachlos.
Der Geselle war durch eine seltene Schönheit ausgezeichnet, von wahrhaft königlichem Wuchs und Haltung. Ein Paar selten schöne, dunkle Augen zierten das mit einen Schnurrbart geschmückte edle Gesicht. Das dunkelbraun« Haar war weich und lockig.
Voltaire, der von ausgesuchter Häßlichkeit war, stand begeistert von des jungen Mannes Schönheit. Dann faßte ei die Hand des Gesellen und drückte sie herzlich.
„Haben Sie Dank, Monsieur, tausend Dank. Sie mit haben gerettet das Leben."
Der junge Schmied lachte leise und meinte dann gutmütig: „So schlimm war's wohl nicht, mein Herr. Höchstens einen tüchtigen Brummschädel habe ich Euch erspart."
Es dauerte eine Weile, bis der Franzose den deutsche» „Brummschädel" begriffen hatte.
Dann sah er sich nach dem Kutscher um. Der Schmid deutete auf eine heranhumpelnde Gestalt.
„Ihr sucht Euren Kutscher, Monsieur? Dort kommt er angewackelt. Ist anscheinend auch für ihn glimpflich abgelaufen."
„Schlechter Kerl. War so betrunken, hat gemacht Pferde wild. Ich fahren nicht weiter mit diesem Mann. Hoben Sie keine andere Kuticber hier?"
(Fortsetztm-g folgt.) -i