Hm cme^DNMMgun,! auMproâicn habe, c? komme ihm darauf an, wer ihn mißbillige. Der Abg. Mittelmann (D. Vp.) sprang hierauf in größter Erregung von seinem Sitz auf und schrie General Epp zu: In welcher Schuhe haben Sie ciocin- lich gelernt, sich so flegelhaft zu benehmen? 'Nur mit Mühe konnte der Vorsitzende wieder Ruhe in die Verhandlungen bringen.
Der Zeuge General von Epp sagt sodann auS, daß nach seinen KenuinWjt eine Feme nicht bestanden habe. Wenn zwei öder btei Letzte die Beseitigung eines anderen beschließen, so sei dies feine Feme. Nachdem gegen den Waffenverrat nichts geschehen sei, hatten einige Leute
zur Selbsthilfe gegriffen. *
Der General erklärte weiter, daß man in nationalen Kreisen einen gewöhnlichen Mord oder eine Justifizierung aus vaterländischen und patriotischen Bestrebungen als ganz verschiedene Dinge auf ehe. Wenn man sich eines solchen Mannes an- nimmt, so ist das nicht damit zu vergleichen, als wenn Uran einen gewöhnlichen Mörder versteckt, man hat vielmehr die Pflicht, ihn zu unterstützen. Zu einem
neuen Zwischenfall
kommt cs. bei der Vernehmung des. Zeugen, Hauptmann Röhm, der sich Mißest, Fragen des Abg. Levi (Söz.> zu: beantwortet. Der Zeügè wird Dafür in eine Ordnungsstrafe von 300 Mark oder zehn Tagen Haft genommen. Von weiterem Untere sie ist dann die
Vernehmung des Leutnants Schweickhardt, der sich wiederholt wegen der Mordsülle an der Sandmair, an Hartung und an Gareis in Untersuchungshaft befand. Der Vorsitzende verliest aus dem Untersuchungsverfahren die Schweickhardt belastenden und entlastenden Momente. Der Zeuge erklärt, er könne nichts anderes sagen, als was er schon vor dem Untersuchungsrichter angegeben habe: er sei niemals in Odelshausen, deut Heimatort der ermordeten Sandmair, gewesen. Auf die Frage des Vorsitzenden, wo er in der Nacht, in der die Sandmair erdrosselt wurde, gewesen sei, bleibt Schweickhardt bei seiner schon früher gemachten Aussage, daß er an einem Herrenabend bei einem gewißen Schneider tcil- gcnommen habe, eine Angabe, die in dem Untersuchungsver- fahren von einer Reihe von Zeugen bestritten wurde. Weitere Fragen des Vorsitzenden drehen sich um die Flucht des Schweick- Hardt und um die Beschaffung eines Passes. Aus dem weiteren Verhör des Zeugen ist zu ersehen, daß in dem ungarischen Paß, den er von Berchtold erhalten hatte, so ziemlich alles, was darin stand, einschließlich der Stempel, gefälscht war. Über den Grund feiner
jahrelangen Irrfahrten
durch fast ganz Deutschland und Österreich und die dabei etwa notwendig gewordenen Paßfälschungen gibt Zeuge Schiveick- Hardt an, daß für diesen Vorgang ausschließlich seine Zusammenhänge mit der Wafsensicherung und mit der Einwohnerwehr Veranlassung waren.
Der verfaffungsireue AichierverZm.
Richtertagung in Kassel.
In Kassel wurde die fünfte Tagung des Preußischen Richtervereins unter Vorsitz des Landgerichtsrats Dr. Pracht- Berlin eröffnet. Etwa 300 Richter und Staatsanwälte aus ganz Preußen, Vertreter der Regierung, des deutschen Richtertums in Österreich, der Tschechoslowakei, im Saargebiet und in Danzig waren zugegen. Die Eröffnungsrede des Vorsitzenden gipfelte in einem Bekenntnis zum Volksstaate und der treuen Hingabe der Richter an den Staat und seine Verfassung. Die Versammlung nahm folgende Entschließung an:
„Die im Preußischen Richterverein vereinigten Richter und Staatsanwälte erblicken in der Verfassung die Grundlage des Rechtes und die Gewähr für den Bestand des Vaterlandes. Sie bekunden ihre unerschütterliche Verfassungstreue. Dir Richter sind Diener des im Gesetz niedergelegten Willens des deutschen Volkes, nicht Diener irgendeiner Partei. Sie erachten es daher als ihre Pflicht, die Verfassung der Republik als oberstes Gesetz des deutschen Volksstaates zu stärken."
Tie Angriffe in der Öffentlichkeit gegen das Rickter- tum wies Dr. Pracht nachhaltig zurück. Zu einem Vor- tra g von Landgerichtsdirektor Dr. Heilig- Potsdam über „Psychologie der Rechtspflege" forderte eine weitere Entschließung, daß künftig alles getan wird, um ben juristischen Nachwuchs auch in der Kunst der Tatsachenfeststellung zu schulen. Professor Erich Jung- Marburg sprach über „Rechtsphilosophische Fragen im praktischen Rechtsleben" und Professor Swoboda- Graz über Österreichisches Gerichtswesen". Die Bcrusung des Senats- Präsidenten Dr. Großmann gegen feinen Ausschluß aus dem Preußischen Richterverein war von der Tagesordnung abgesetzt worden.
politische IllmöfchalL.
Deutsches Keich.
Empfänge beim Reichspräsidenten. - - >
Ter neue preußische Innenminister Grzesinski stattete dem Reichspräsidenten v. Hindenburg seinen Antrittsbesuch ab. Auch der zurzeit in Berlin weilende Gesandte in Lissabon, Dr. Voretzsch, ist vom Reichspräsidenten empfangen worden.
Reichsminister Dr. Bell bei der hessischen Regierung.
Der Reichsminister für die besetzten Gebiete, Dr. Bell, ist zum Besuch der hessischen Staatsregierung in Darmstadt eingetroffen. Er besuchte den Staatspräsidenten und nahm an einer Sitzung des hessischen Staatsministeriums teil. Bei einer Ansprache, die er hierbei hielt, unterstrich er, daß der Zweck seiner Reise der sei, mit den weitesten Kreisen der Bevölkerung der besetzten Gebiete Fühlung zu nehmen und über ihr Schicksal sich persönlich zu informieren. Aus diesem Grunde habe er auch jede Teilnahme an irgendwelchen Festlichkeiten abgelehnt, die übrigens auch dem Ernste der Zeit nicht ent- fbrechen würden. Unter Berufung auf die vertraulichen Verhandlungen int Auswärtigen Ausschuß vom vergange- nen Freitag, in denen der Fall Germersheim mit den anderen tief bedauerlichen Zwischenfällen erörtert wurde, war es dem Minister von Wichtigkeit, fest- znstrüen, daß er den größten Wert darauf lege, sich per- sönlich zu informieren über die Vorgänge, um an deren restloser Aufklärung auch seinerseits mitzuwirken. In den Verhandlungen mit der hessischen Regierung wurde die s ch w i e r i g e f i n a n z i e! l e L a g e des Landes Hessen, das durch die Besatzung besonders stark in Anspruch genommen ist, hervorgehoben. Die Aussprache wandte sich sodann dem jüngsten Zwischenfall in Mainz zu. Alle Beteiligten waren darüber einig, daß mit größter Beschleunigung die deutschen Behörden gemeinsam mit den französischen Behörden auf lückenlose Aufklärung des Vorfalls dringen müssen.
Preußische Provinzen und Lrastfahrzeugfieucr.
Die Kraftfahrzeugsteuer hat durch Aeichsgesetz eine wesentliche Erhöhung erfahren. Die preußische Staatsregierung hat dem Landtage jetzt einen Gesetzentwurf vor« gelegt, der sich mit der VerteilungdieserSteuer auf die WrgeunterhaltungspflichLkgen besaßt. Nach diesem sollen die Provinzen %, die Stadt- und Landkreise % der Lteuer erhalten. Diese Verteiluna beruht auf einer Ver«
embarung Kt hauptjüchlcch WegeuâlhâungW
Verbände. Der Verband der preußischen Provinzen äußert in einer Eingabe Bedenken gegen diese Art der Verteilung. Eine einigermaßen befriedigende Verteilung sei erst dann möglich, wenn die Straßen nicht mehr nach den ZufälliMiten der historischen Entwicklung, sondern nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten cingcteilt sind. Es wäre verfehlt, den jetzigen unvollkommenen Schlüssel vor dem endgültigen Finanzansgleich und der Einteilung der Straßen durch einen Wenfalls unvollkommenen ersetzen zu Hellen'. Der Verband bittet deshalb, den bisherigen Schlussel vorläufig noch beizubehalten, und wird später zum endgültigen Finanzausgleich neue Vorschläge machen.
Belgien.
X Sieg der Katholilep bei den Gemeindcwahlci:. Die Gemeindewählen gingen am ganzen Laude in vollkom- mener Ruhe vor sich. Nach den bis jetzt vorliegenden Er- gèbnissen haben die Katholiken im Wahlkampf entschiedene Vorteile erlangt, während die Sozialisten, namentlich in den grossenIndustriezentren, wicSoignies, Charleroi, Lattich und Antwerpen, beträchtliche Verluste erlitten. Die Kommunisten, die sich zum erstenmal an Gernciuoewahlcu beteiligten und die Sozialisten scharf bekämpften, werden in eine ganze Anzahl von Gemeindevertretungen cin- ziehen. In einzelnen Orten nahm der Wahlkampf rein lokalen Charakter an, indem der Steuerzahler die am Ruder befindliche Partei seine Unzufriedenheit fühlenzulassen suchte.
Aus Zn- und Ausland.
Berlin, (Besser n n g au f d c m Arbcitsmark t.) Die Besserung auf dem Arbeilsmarkt hat sich, durch die ver« hältnismäßig ante Witterung begünstigt, in mäßigen Grenzen fortgesetzt, so daß ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 5600 Personen eingetreten ist. Hieran sind die Metall- und die Holzindustrie nicht unwesentlich beteiligt. In her Hauptsache dürfte jedoch der Bedarf an ■ Kräften für das Gewerbe, die Landwirtschaft und nicht zuletzt für Notstanbs- arbeiten zur Entlastung bei getragen haben. Bemerkenswert ist ein stärkerer Zugang zum Quarlalscrsten von kaufmüimi- schcn und Bnreanangestclltcu, darunter auch ein grosser Teil praktischer Anfängerinnen, die soeben ihre theoretische Ausbildung beendet haben.
Berlin. Der bisherige britische Botschafter in Berlin, Lord d'Aberilyn, hat die Reichshauptstadt nunmehr verlassen. Zum Abschied hatten sich außer allen Mitgliedern der englischen Botschaft und Dr. Stresemann zahlreiche in- und ausländische Diplomaten eingefunden.
Paris. „Chicago Tribune" veröffentlicht eine Zeituugs- meldung ans Bukarest, wonach 6000 Rekruten des 2. rumänischen Armeekorps ben Dien st verweigert haben sollen. Havas zufolge sollen sie wegen Ungehorsams zur Rechenschaft gezogen werden.
Neuers Meldungen.
Beileid des Reichspräsidenten.
Berlin. Reichspräsident von Hindenburg hat an die Witim des entschlafenen Generals v. Hèeringen in einem herzlich gehaltenen Schreiben seine Teilnahme ausgesprochen.
OHweOe KoaMMshespreHMgen in M*.
Berlin. Der Abgeordnete Dr. Porsch, der Vorsitzende der Zentrumssraktion des Preußischen Landtages, hat im offiziellen Auftrag der Zentrumssraktion den Vorsitzenden dcr Deutschen Bolkspartci im Preußischen Landtag, Dr. v. Campe, zu einer Besprechung der Frage der Regierungsumbildung in Preußen aufgeforbert.
H Zwischenfälle in Potsdam.
und Kommunisten in Potsdam anläßlich des Raiionalsozia- Hftifdjen Freihcitstages sind insgesamt 20 Nationalsozialisten festgenommen und zum Teil über Vladjt in Polizeigewahrsam behalten worden. Nach Feststellung ihrer Personalien wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt, doch wird gegen sie ein Verfahren wegen Landsriedensbruchs eingeleitet.
Schreckenstat eines Geisteskranken.
München. Der geisteskranke 20 Jahre alte Schlosser Joseph Hoffmann von Tittmoning (Oberbayern) erlitt bei seiner Überführung in die dortige Krankenanstalt einen Tovsuchts- a n f a l l. Er warf sich auf eine alte Frau und schlug diese zu Boden. Ein 79 Jahre alter Invalid eilte der Frau zu Hilfe. Darauf packte Hoffmann den alten Mann und warf ihn über das Gelände des Steges in einen 7 Meter tiefen Graben, so daß der Rentner an den erlittenen Verletzungen starb. Der Tobsüchtige konnte schließlich überwältigt und nach München gebracht werden.
Familiendrama.
Essen-Ruhr. Dcr von seiner Ehefrau getrennt lebende Maschinist Johann Rojowski kam zu feiner in der Harkort- straße im Vierten Stockwerk wohnenden Frau und verlangte die Herausgabe des etwa zweijährigen Kindes. Ais ihm dies verweigert wurde, ergriff er das Kind und stürzte sich mit ihm durch das Fenster auf die Straße, wo beide mit schweren Verletzungen licgenblicben. Im Krankenhaus sind sie kurz daraus gestorben.
Untergang eines dänischen Schisses.
Rotterdam. Auf dcr Maas wurde das Schleppschiff „Denemarken" von dem aus Amsterdam fommenben „Larenberg" gerammt. Die „Denemarken" sank sofort. Der Kapitän und drei Leute der Besatzung fanden den Tod in den Wellen.
Die englische Arbeiterpartei gegen die Kommunisten.
London. Zu Beginn der Parlcikoiiscrenz der Arbeftcr- partei wurde der Versuch unternommen, die Frage einer Zusammenarbeit der Kommunistischen Partei mit der Arbeiterpartei erneut aufzuwerfen. Der Versuch wurde in namentlicher Abstimmung mit 2 706 000 gegen 349 000 Stimmen endgültig zurückgewiesen.
Aus Heffen-Vaffau und RachSargekieteu.
Merkblatt für den 13. Oktober.
Sonnenaufgang G" ■ Mond aufgang l’ N.
Sonnenuntergang 513 ( Mondliiltecgaug 9° N.
1821 Dcr Mediziner Rudolf Virchow geb — 1914 Die Deutschen besetzen Lille und Gent. — 1919 Der Dichter Karl Gjellerup gest.
Jede Arbeit, mag sie noch so niedrig, beliebt oder unbeliebt sein, mag sie Kopf oder Hand in Anspruch nehmen, ist als sittliche Pflicht und Vorbedingung wahren L e b e n s 8 l ück auszufassen und in Ehren zu halten.
V. Böhmert.
Wetterbericht.
Ein neuer, von England hcranzichcnder Ticfdruckwirbel wird auch unserem Gebiet erneute Verschlechterung der Witterung bringen. Bei sich verstärkender Luftbewegung werden wiederholte Regenfälle niedcrgehen. Die Temperaturen steigen vorübergehend an. — Vorhersage bis Dienstag abend: Wolkig bis bedeckt, Regenfälle, etwas mildere südwestliche Winde. — Witterungsaussichtcn bis Mittwoch: Wolkig bis bedeckt, noch einzelne Regenfüllc, etwas kühlere westliche Winde.
Fulda, den 12. Oktober 1926.
Vom hessischen Resormationsjubiläum.
In den Tagen, an denen w 400 Jahren die Synode zu Homberg staitfand. durch die Hessen evangelisch wurde, vom 20—22. Oktober begeht dort die evangelische Landeskirche in Hessen-Kassel das Gedächtnis ihrer Reformation. In eindrucks- eollcr Feier will sie sich dabei als Volksküche im eigentlichen Sinne darstcllcn. Schon die Auswahl der etwa 200 Ehrengäste bezeugt diesen Sinn bet Veranstaltung. Sie gestattet eine Heerschau von seltener Vollständigkeit. Von den höchsten kirchlichen und staatlichen Behörden bis zu dörflichen Vertretern aus den versteckten Tälern des hessischen Verglandes jam- . titelt sich das evangelische Kirchenvolk an der historischen Stätte. $5 fehlen nicht die Landesuniversitäten Marburg und Gießen, andere Vertreter der Wissenschaft, der Kunst und des Bil- dungsrpesens. Aber auch wirtschaftliche Verbände wie Raiffeisen sind zur Stelle.
Mit einem Kirchenkonzert unter Leitung des Seminarober« lchrcrs Gg. Heinrichs wird am 20. Okt. abends der Auftakt gegeben. Es bietet mit gut besetztem Orchester die Vach'sche Rc- formationskantate „Gott der Herr ist Sonn’ und Schild", sowie an Hand von Beispielen aus vier Jahrhunderten einen Gang durch die Geschichte der Evangelischen Kirchenmusik un« Pr besonderer Berücksichtigung der hessischen Tonlünstlcr. Am Donnerstag, den 21. läuten morgens zur Stunde der ersten Versammlung der historischen Synode die neuen Glocken das Fest ein, darunter die Hessische Reformationsglocke, eine Stiftung des ganzen Landes. Die vereinigten Hessischer, Posaunen- chöre grüßen unter Leitung Lehrer Sieberts aus Hephata den festlichen Morgen. Der feierliche Zug der Gäste wird zur Hochragenden Reformationskirche geleitet, wo um 10 Uhr der Fest- gottesdienst beginnt. An ihn schließt sich auf dem dazu außerordentlich geeigneten Marktplatz der Festakt an mit Grußwor- fen der Ehrengäste, Gesang und feierlicher Handlung. Nachmittags um %4 Uhr hält in der Kirche Prof. D- Dr. Herme- link den Festvortrag über die Hamberger Synode von 1526 und Prälat D. Dr. Diehl-Darmstadt spricht von ihrer Bedeutung für die Gegenwart. Am Abend um %8 Uhr wird das von Pfarrer Stolzenbach gedichtete Festspiel „Dem Evangelium Bahn" aufgeführt. Und am nächsten Morgen ist um 10 Uhr ein festlicher Jugcndgottesdienst, woran sich ein Konzert der "Vereinigten Hessischen Posaunenchore anschließt. Dieser zweite Tag bietet außerdem Führungen und Besichtigungen der mancherlei wertvollen Sehenswürdigkeiten Hombergs, die einen Eindruck von den verborgenen Schätzen der Heimat geben mögen. Die idyllische Abgelegenheit der Kreisstadt, die zu den schönsten Plätzen des Hessenlandes gehört, sortiert die Einrichtung zahlreicher Bahn- und AutovÄbiudungen, die den Gästen, sofern sie nicht am Orte selbst zu übernachten wünschen, eine bequeme Heimfahrt an jedem Abend ermöglichen werden. Freilich ist eine möglichst frühzeitige Anmeldung durch Postkarte an den Festausschuß Homberg (Bez. Kassel) nötig, damit schon vor Eintreffen alles geregelt fein kann. So verspricht die Veranstaltung, ohne den Charakter der landläufigen Stadtfeste nachzuahmen, eine imposante Kundgebung der Hessischen Evangelischen Kirche und ihrer Glieder im besten' volkstümlichen Sinne zu werden. My.
Eins neue Vsrkehrâordnung für Heffen-Masfau.
Mit Wirkung vom 15. Oktober ab tritt für die Provinz Hessen-Nassau eine neue Polizeiverordnung über den allgemeinen Verkehr auf öffentlichen Straßen in Kraft, die sich in ihren Grundlagen der Reichsverkehrsordnung anlehnt und eine ganze Anzahl neuer scharfer Bestimmungen enthält, besonders für Fuhrwerke, deren Bespannung und Ladung. Als Dunkelheit gilt in den Monaten April bis September die Zeit von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang, in den übrigen Monaten die Zeit von einer halben Stunde nach Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang. Sehr scharf sind die Bestimmungen über den Fährverkehr, die Kennzeichnung b,ersehen und die Beleuchtung der Fahrzeuge. Sin bertä ^bréf ‘ W&e^ Forderungen gestellt. Es darf kein Jugendlicher unter vierzehn Jahren, keine zur Trunkenheit neigende oder mit einem körperlichen und geistigen Mangel behaftete Person als Führer Verwendung finden. In Stäbten dürfen Jugendliche unter sechzehn Jahren unter keinen Umständen ein Fuhrwerk führen. Verstöße gegen diese Bestimmungen führen zur Entziehung der Fahrterlaubnis. Für Radfahrer wurden besonders einschneidende Bestimmungen erlassen. So muß die Laterne vorne mit einer Scheibe mit farblosem ober gelblichem Licht versehen sein. Auf Rädern dürfen nur Kinder unter sechs Jahren mit« geführt werden, aber nur wenn eine Sitzgelegenheit vorhanden ist. Die Hände dürfen nicht gleichzeitig von der Lenkstange genommen werden. Ebenso ist das Anhängen an Fahrzeuge streng verboten. Scheuen Tieren gegenüber hat der Fahrzeugführer größte Vorsicht zu beobachten. Das Mettfahren auf öffentlichen Straßen ist verboten. Auch für den Fußgängerverkehr sieht die neue Verordnung zahlreiche wichtige Bestimmungen vor. Die Verordnung überläßt es den örtlichen Behörden, einzelne Bestimmungen zu verschärfen. Sämtliche seitherige Bestimmungen über den Fahr-, Reit- und Fußgängerverkehr treten am 15. Oktober, wenn die neue Verordnung gilt, außer Kraft.
Beamten-Nachrichten.
Hebert ragen wurde dem Förster Sage in Rommers O. F. Neuhof die Försterstellc Wolferode O F. Mcngsbcrg. — In den Ruhestand versetzt wurde der Forstmeister Derichsweiler in Fulda O. F. Giesel.
Schulbeginn.
Nun sind auch sie herum, die Herbstferien!
Morgen, Mittwoch, öffnen sich wieder die Schultore und der Unterricht nimmt feinen Anfang. Jetzt beginnt ein sehr ernstes Halpjahr für den Pennäler. Es heißt sich feste zusammcnraf- fen und tüchtig „büffeln", damit er zu Ostern versetzt wird und der Herr Vater das teure Schulgeld nicht vergebens aufgebracht hat.' Mit jeder ablausenden Woche kommt auch das Fest der reinsten Freude, Weihnachten, imMer näher. Dann kommen abermals ein paar Wochen Serien.
Stadtverortzneten-Versammlung.
Tagesordnung für die am Donnerstag, den 14. Oktober d. Js., nachmittags 5 Uhr stattfindende Sitzung der Stadt- verordneten-Versammlung: 1. Ergebnis der Feststellung auf die Anfrage Enders (19. 8. 1926), Qualität des Gases betr. B. E. Herr Enders. — 2. Bescheid des Vorsitzenden des Bezirksausschusses, Ordnung betr. Erhebung einer Vergnügungssteuer betr. B. E. Herr Dr. Weymar. — 3. Nachstandserklärung, Freigabeurkunde betr. B. E. Herr Enders. — 4. Freihändige Verauherung eines Srunbftücfs am Kalvarienberg. B. E. Herr Fuchs. — 5. Aufnahme eines Darlehns. B. E. Herr E. Schmitt. — 6. Festsetzung des Ruhegeldes des Friedhofswärters Hosenfeld. V. E. Herr Frank-
Volkshochschule Fulda.
In der gestrigen Anzeige der Volkshochschule Fulda sind einige Fehler enthalten, auf die wir hiermit berichtigend hinweisen. — Der 1. Vortragsabend der Bortrags- rèihe „Einführung in die Volkswirtschaft" von Herrn Dr. rer. pol. W. Ensgraber findet nicht am Montag, den 18. Oktober in der Aufbauschule, sondern Mittwoch, den 20. Oktober in der Oberrealschule statt, — Weiter spricht Herr Studienassessor Dr. Maus über „Industrie und Technik in der deutschen Dichtung" nicht am 20., sondern schon am 19.