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NZbtjcndëk? "bie TMvëLen^cn WafferstrMMagèn',' DIS Möc'sichkcitcn rationeller Bodenverbesserungen, Kultivie­rungen und Flußregulierungen zur Verhütung von Hoch­wasserschäden durchberaten. Die beteiligten Ressorts ^miiS^vminifierimii, Landwirtschaftsministerium und ^^--i*1.^ werden in gemeinsamer Arbeit mit lXnn Finanzminnwr in Kürze detaillierte preußische Bo-schlage âs den genannten Arbeitsgebieten zusammen- stellcn, die der Reichsregierung zur Berücksichtigung bei der Aue-süsirnng ihres ArbeitsbeschasfungsprvgMmms Vorgeirgt ivordon sollen.

5(^5 In» unS AttSkanS.

_ . Berlin. Reichsminister Dr. Stresemann hat sich zur -rei'.nähme an dem Parteitag der Deutschen Volkspariei in ^.elu, der eine interne Veranstaltung der Partei irr Rüdesheinr vorangeht, nach dem Rheinland begeben unb wird von dort nächsten Montag znrückerwartct.

Berlin. Der Reichsverkebrsminlster bat die Geltungs- L aucr dcc- R o t t a r i f s s ii r d i c R e i ch s w a s s e r st r a ß c n vom Oktober 1925 bis zum 31. Dezember 1926 einschließlich verlängert.

Berlin. Die Pressestelle der hiesigen Königlichen Gesandt- schasi teilt mit, daß es sich bei dem letzthin bei dem König von Rnmanltn erfolgten chirurgischen Eingriff um eine leulnc y a m o r r t) o. i b c u o p c r n t i o u gehandelt habe. Der König ist jetzt Wieder vollkommen hergestellt.

FsmeausschMß des Asichsiags.

Tagungen in München.

Der Feineansschuß des Reichstages beschloß, zur Unter­suchung der Fälle der Münchener Einwohnerwehr am 5. Oftober seine Verhandlungen in München zu beginnen. Dr. Levy be­richtete sodann über den Fall des Dienstmädchens Sandmair. Die Leiche der Sandmair Wurde am 6. Oktober 1920 im For- ftenrieber Park gefunden. Um den Hals trug die Tote einen Strick, an ihrem Haupt steckte ein Plakat:

Du Schandweib hast verraten dein Vaterland, dich hat gemordet die schwarze Hand." Der Berichterstatter zitierte Aussagen einzelner Zeugen, meist Studenten und ehe- malige Offiziere, die alle den Namen des Leutnants Scbweikarl verschwiegen, der als Täter vermuret wurde. Schweikart sei nach Österreich entkommen. Er habe von der Münchener Bolizei durch Vermittlung des Polizeibeamten Glaser einen Paß erhalten. Weiter verlas Dr. Levy aus den Gerichtsakten Einzelheiten über die Ermordung eines gewissen H ö r n l e, in Wahrheit Heinz von Langeuheim, in der Nähe von Leoben Das Motiv der Ermordung sei auch hier sogenannter Verrat gewesen. Schweikart habe, nachdem er von Österreich ausae- liefert worden sei, eine Reihe unrichtiger Angaben über die Gründe seiner Flucht gemacht.. In den Akten sei von Inter­ventionen zugunsten mehrerer in der Sache Verhafteten die Rede. Der als Zeuge vernommene General von Eck habe sich it. a. dahin geäußert, daß die Morde an Waffenverrätern nach der Meinung vaterlandliebender Kreise zu billigen ge- iuefen seien. Schweikart sei dann auf einem Gul des Herzogs Ludwig von Bayern untergebracht worden. Am 1. März 1925 sei dann Anklage gegen Schweikart und Genossen erboben, gleich darauf sei aber Schweikart durch Gerichtsbeschluß außer Verfolgung gesetzt worden. Nach Auffassung der Polizei und des Staatsanwalts sei die Sandmair am 5. Oktober 1921 unter der Vorspiegelung, man habe das von ihr angegebene Wasfen- lagcr nicht finden können,

in ein Automobil gelockt worden. Einem früheren Rcichswehrsoldatcn Dobner sei es anläßlich des Falles Prascher beinahe ähnlich ergangen wie der Sandmair. Dobner sollte ebenfalls im Auto stranguliert werden: er hätte Merkmale davon am Hals. Vom Schöffen­gericht Freising wurden zwei Teilnehmer der Fahrt, darunter ein gewisser Schuster, wegen Körperverletzung und Bedrohung zu 15 Tagen Gefängnis und zu einer geringen Geldstrafe ver­urteilt.

Die Bedeutung der Landwirtschaft-

-Eine Rede des Reichsmini sters a. D. Schiele.

In der in München stattgesundenen Hauptversammlung des Landwirtschaftlichen Vereines in Bayern hielt Reichs­minister a. D. Schiele einen Vortrag über das Thema:Die Bedeutung der Landwirtschaft im Rahmen des gesamten deut­schen Wirtschaftslebens." Der Redner gab zunächst einen überblick über die Gesamtlage der deutschen Wirtschaft. Die Hauptsignatur sei eine chronische Jndustriekrise, die durch die Reparationsleistungen, Auslandskredite und den englischen Streik verschleiert, durch die Rationalisierungsmaßnahmen ver­schärft werde. Das wirtschaftspolitische Ziel Deutschlands müffe die Ausgeglichenheit der Wirtschaft im eigenen Lande /sein. Das deutsche Wirtschaftsgebäude könne nur durch

Verstärkung der landwirtschaftlichen Eigenproduktion neue Festigung gewinnen. Durch landwirtschaftsfeindliche

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Der Honig, eine Quelle der Gesundheit.

Von Ida Wegner.

Immer mehr bricht sich die Ueberzeugung Bahn, daß wir in den Pflanzen jene Nährmittel besitzen, die unserem Körper am besten bekommen, ja die er unbedingt zu seiner Erhaltung benötigt. Zu diesen Nährmitteln gehört in er­ster Linie auch der Honig, der unmittelbar aus dem wert­vollsten Teil der Pflanze, der Blüte, gewonnen wird.

Der von den Bienen eingesammelte Blumennektar geht im sogenannten Honigmagen der Bienen eine bestimmte Veränderung ein und wird schließlich in die Zellen der Waben gebracht. Der Honig besteht zum größten Teil aus Zucker, und zwar enthält er 79 Prozent desselben. Davon sind 42 Prozent Traubenzucker, 35 Prozent Fruchtzucker und nur 2 Prozent Rohrzucker. Der hohe Gehalt an Trau­ben- und Fruchtzucker ist es, der dem Honig einen so hohen Wert als Nahrungs- und Genußmittel verleiht.

Der Frühling also die Zeit der Blüte ist die Zeit höchsten Schaffens in der Natur; welche verhaltenen Kräfte liegen in der Blüte, aus welcher die Biene den Nektar schöpft! Nur der kummervolle Mensch steht abseits von dieser Kraft und dem Glänzen des Frühlings; er begnügt sich mit einem raffinierten Zucker, der aller Mineralien beraubt ist, anstatt sich der unverfälschten Gottesgabe, des Honigs, zu bedienen.

Ter ehrliche Wissenschaftler weiß, daß sich raffinierter rund konzentrierter Zucker im menschlichen Körper anders als der reine Bienenhonig verhält. Es ist ein Irrtum, wenn man meint, einem Körper etwas Gutes anzutun, wenn man ihm viel Zucker zuführt. Das Gegenteil ist der Fall! Zucker braucht zu feiner Ausscheidung Kalk, und die­sen nimmt er, wenn er nicht in genügenden Mengen in der täglichen Nahrung enthalten ist, aus dem menschlichen Körper, den Knochen, daher die schlechten Zähne bei vie­len Süßmäulern. Nicht von außen greift der Zucker die Zähne an, sondern durch Entziehung ihrer Substanz. Außerdem steht es wissenschaftlich fest, daß das zirkulierende Blut für die Verbrennungsvorgänge im menschlichen Kör- Per nicht mehr als ein zehntel Prozent der Gesamtblut- menge befördert. Ehe mehr als diese beschränkte Menge Zucker in die Blutzirkulation gelangen kann, müssen erst lebenswichtige Organs niedsrbrechen. Zucker in der Form, wie ihn die Natur bereitet, ist ein unentbehrliches Nah- xungsmittel; er ist gut löslich und wird vom Blut leicht

RréWfflWfaWetfn^^^ MWHUnz^Nk-fösiälSN Lasten usw. fei die Landwirtschaft schwer geschädigt worden. Die überflüssige Einfuhr von Nahrungswer - t e n, die ebensogut im Innern erzeugt werden könnten, be­trage eine Milliarde Mark mehr als in der Zeit vor dein Kriege. Es gäbe nur einen kategorischen Imperativ:Äußerste Steigerung der landwirtschaftlichen Prodnktion!" Dadurch könne auch zugleich

die chronische ArbeitSkrise überwunden werden. Die überflüssige Nahrnngsniittelcinfnbr bedeute eine riesenhafte Aussperrung deutscher Arbeitskraft. Eine dauernde Beschäftigung der Arbeitslosen sei nur möglich, wenn die Wirtschaftspolitik sich auf die Vermehrung der bei» mischen Produktion einstelle. Siedlungen, Landarbeiterheim­stätten, planmäßiger Wegebau auf dem Lande, das seien die Methoden, um die noch geeigneten Arbeitskräfte wieder auf das Land zu ziehen und bodenständig zu machen.

VörmeSrier Bau von LaWarhettemolmmMn.

Berlin. Die Rcichöregiernng hat im Rahmen des Ar- beitsbeschaffmrgSprogramms und im Einvernehmen mit der preußischen Siaarsregierung beschlossen, die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Ausländer' erheblich etnzu- f ck r ä u t e n. Das Genehmigungsverfahren für die Zulassung ausländischer Landarbeiter wird für das Jahr 1927 deshalb bereits jetzt in Angriff genommen. Da es in vielen Fällen für die von der KontingentierÄngsverkürzuitg betroffenen Arbeitgeber finanziell nicht tragbar sein dürfte, den Ausfall der ausländischen Arbeitskräfte durch Bau von Werkwohnnn- gen für neu anzusetzende Deputantenfainilten auszugleichen, hat sich das preußische WohlsahNsminifterium, wie der Amt­liche Preußische Pressedienst-mitteilt, zu einer Sonder m a tz- nahme entschlossen. Auch im Rahmen dieser SondeMaß- iiahme wird jedoch dem Bau von Landarbeiter- h e i m e n unter Errichtung von Heimstätten ans genossen­schaftlicher Grundlage besondere Aufmerksamkeit zu widmen sein. Hierbei erklärt sich der Wohl fahrtsmjnisicr bereit, den Bau von Werkwohnungen für d-e einzustellenden deutschstäm­migen Landarbeitcrsamilicn durch Bewilligung von Zusatz- darlehen über den höchstzulässigen Fèderungsbelrag hinaus zu erleichtern. Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß in jedem Einzelfall durch die Herstellung der im Rahmen der Sondcr- maßnahme verstärkt geförderten Werkwohnung nachweislich eine entsprechende Anzahl ausländischer Landarbeiter zugunsten deutscher Landarbeiter abgelöst wird. Die Höhe des Zusatz- darlehens wird ans 10 Reichsmark je Quadratmeter Wohn­fläche und 5 Reichsmark je Quadratmeter Stallfläche festgesetzt. Um die sofortige Einstellung deutschstämmlger Ersatzkräfte zu erleichtern, ist der Wohlfährtsminister ferner bereit, auch für die Einrichtung von Behelfswohnungen zur vorläufigen Unterbringung solcher Landarbcitcrfamilien eine Förderung aus Mitteln der Sondermaßnahme zu gewähren.

Kirche und Schule.

Eine Entschließung des Reichselterubundes.

Auf der Führerkonferenz des Evangelischen Reichs- elternbundes in Berlin wurde zu der bevorstehenden Neu­regelung der Beziehungen zwischen Kirche und Schule eine Entschließung angenommen, in der die Führerschaft der Elternbewegung gemäß den einmütigen Beschlüssen des Stuttgarter Kirchentages vom Jahre 1921 erneut soweit dies bisher nicht geschehen ist die Bildung von .Organe n fordert unter gebührender Berücksichti­gung der religiösen Lehrerschaft, die den Zusammenhang zwischen Kirche und Schule wahren, in' sonderheit hinsichtlich her Übereinstimmung des Reli­gionsunterrichts mit den Grundsätzen der Religionsge­meinschaft (Artikel 149 der Reichsverfassung). Die Kon­ferenz gibt der Überzeugung Ausdruck, daß weiteste Kreise der evangelischen Lehrerschaft bei einer solchen Regelung wie bisher freudig ihre besten Kräfte für den Religions­unterricht einsetzen werden.

KORgreffe uns SersamMlungsn.

k. Berbandstag der Preußischen Polizcibeämten. Der vierte ordentliche Berbandstag des Verbandes Preußischer Polizei- bcamteu nahm am 27. September in Berlin seinen Anfang. Als Vertreter des preußischen Innenministeriums war Regie­rungsrat Dr. Kopp erschienen. An der Tagung nahmen zahl­reiche Delegierte aus allen Teilen Deutschlands und aus dem Auslande teil.

k. Tagung des Allgemeinen Evangelischen Protestantischen Missionsvereins. In Speyer wurde unter zahlreicher Be­teiligung die Jahresversammlung des Allgemeinen Evange­lischen Protestantischen Missionsvereins (Ostasienmission) er­öffnet. Zu der Tagung waren zahlreiche Gäste aus der Schweiz, aus dem Elsaß und Deutschösterreich eingetroffen.

in die Gewebe getragen, die ihn benötigen. Der raffiniete Zucker ist aber kein natürliches, sondern ein künstliches Pro­dukt, das erst umgewandelt oderinvertiert" werden muß.

Am Rotenturnrpah nor 10 Jahren.

Von einem Alpenkorpsjäger.

Schwere Tage, nein Monate lagen hinter uns! Verdun! Das sagt jedem, der dort dabei war, genug. Dagegen wars nachher in den Argonnen die reinste Sommerfrische. Und als dann plötzlich auch Rumänien auf die Seite unsrer Feinde trat, erfuhren wir eines Tages durch den Franzmann, daß wir auch dabei" fein würden. Sie hatten einen Zettel an eine Hand­granate gebunden und wünschten uns daraufViel Vergnü­gen in Rumänien". Gewiß meinten sie, dort gäbs Arbeit fürs Alpenkorps.

Sie hatten richtig geahnt. Was schon lange gerüchtweise ! von Mund zu Mund lief, wurde uns zur Gewißheit, als wir eines Morgens in Wien erwachten. Durch Ungarn wurde die Fahrt immer langsamer, in der Nähe von Arad lagen wir stundenlang, denn die Bahnhöfe waren vollgepfropft mit Flüchtlingszügen. Endlich nach sechstägiger Fahrt im Vieh­wagen sind wir in Siebenbürgen, unsrem Ziel. Die paar Ruhetage benutzen wir zu Sprachstudien. Vorläufig brauchen wir die rumänischen Brocken noch nicht, denn wir sind ja wäh­rend der ersten Marschtage bei Deutschen.

Sonderbar mutet es uns an, wenn so fern der Heimat uns die siebenbürger Bauern deutsch ansprechen. Es wird einem ganz heimelig zu Mute in diesen Dörfern. Und wie freut sich der Junge, dem ich meine sämtlichen Reclambändchen überlasse! Als wir schon auf dem Vormarsch nach dem Kampfgebiet sind, kommen wir noch einmal durch ein rein deutsches Dorf. Stür­misch begrüßen uns dort die Leute, überschütten uns mit Lie­besgaben, weil sie jetzt, wie sie sagen, vor den Rumänen sicher sind. Hier wirds uns einmal so recht klar, um welchen Preis wir kämpfen.---

Wieder ein Marschtag und noch immer keine Front, fragen wir uns erstaunt. Schließlich merken wir, daß wir gar nicht nach der hartbedrüngten Hermannstadt, sondern nach Süden zu, ins ©ebirg hinein, marschieren. Als uns dies zum Bewußtsein kommt, ist das letzte Dorf mit lauter waschechten Rumänen (wenn man so sagen bars) bereits einige Kilometer hinter uns.

Im ersten Biwak wird uns 1200 m. über dem Meer klarer Wein eingeschenkt: Das Alpenkorps soll im großen Bo­gen hinter die rumänische Front marschieren und den Rumä­nen den Rückzug durch den Rotentiirmpaß abschneiden! Nie­mand darf zurückbleiben, denn es eben keinerlei rückwärtige Verbindungen, dagegen große N ->, ::'heinlichkeit, daß Banden jeden Versprengten ermorden und ausplündern. Also: Fuß­kranke, Abdauer usw. darf es im ganzen Korps nicht geben,

Aus HeffèMaffau mit» MHöüWbiM.

Merkblatt für den 30. September.

Sonnenaufgang 5 ß Mondaufgang 11 R.

Sonnenuntergang 5 Ir Mondumergmig 3 N. 1 1818 Beginn Dc3 Aachener Kongresses 1857 Dichter Hermann Sudermann geb. 1922 Philosoph Paul Barth gest.

Du verklagst das Weib, sie schwanke von einem zum andern! Tadle sie nicht: sie sucht einen beständigen Mann.

G o e t h e.

Wetterbericht.

, Das Tief über der Nordsee hat sich weiter abgeflacht. Sein Einfluß auf unser Wetter ist im Abnehmen begriffen. Die auf seiner Rückseite heranstromenden Lufimasscn bringen uns tiefe Temperaturen und da sie instabil sind, auch noch einzelne Regen­schauer. Vorhersage bis Mittwoch abend: Wechselnde Be­wölkung, meist trocken, nordwestliche Winde. Aussichten für Donnerstag: Keine wesentliche Aenderung.

Fulda, den 29. September 1920.

Das Zahresfest der Inneren Mission.

Am Montag abend fand im Stadtsaal der 2. öffentliche Se» meindeabend statt, bei welchem der große Saal bis auf den letz­ten Platz gefüllt war. Herr Kirchenrat D- Merzyn, Kassel er» önnete die Veranstaltungen des Abends mit herzlichen Begrü- ßungswortcn, zugleich im Namen der Vertreter an der Tagung den herzlichsten Dank für die gewährte Gastfreundschaft "aus- sprechend. Von Mitgliedern der Kapelle des 5. Artillerie-Re­giments wurden einige Musikstücke von Mozart, Beethoven, Grieg und Wagner unter Leitung des Herrn Konzertmeisters Pfarrè mustergültig zum Vortrag gebracht. Gemeinschaftlich gesungene Lieder schufen weihevolle Stimmung. Sehr interes­sant war der gezeigte FilmVom unsichtbaren Königreich". Während der erste Teil dieses WerkesUnsere Schwestern" den Werdegang und die verschiedensten Tätigkeitsgebiete der evan­gelischen Schwestern zeigte, veranschaulichte der zweite Teil Evangelische Erziehungsarbeit" die Arbeit in den einzelnen Heimen, in denen Kranke, Hilflose, Sieche aller Art gepflegt unb, gewartet werden. Unermeßliche Arbeit wird in diesen Häusern, die zum Teil aus kleinsten Anfängen heraus sich zu ganz gewaltigen, vorbildlichen Pflegestätten entwickelt haben, geleistet. Diese Arbeitsleistung ist nur möglich dadurch, daß die Betreffenden, die als Leiter oder Mitarbeiter, die als Schwestern und Brüder in diesen Anstalten wirken, die Kraft hierzu aus dem unerschöpflichen Born ewiger Liebe schöpfen. Der dritte Teil des FilmwerkesBahnhofsmission und Aus­wandererfürsorge" zeigte die Gefahren, die alleinreisenden jungen Menschen sowie Auswanderungslustigen, besonders in den Großstädten, drohen und denen durch die Bahnhofsmissionen Schutz und Hilfe in jeder nur möglichen Weise gewährt wird. Der Film bot einen tiefen Einblick in das ungeheure Arbeits­gebiet der Inneren Mission, von welchem der Fernstehende sich nicht im Entferntesten ein Bild machen kann. Daß uns diese Kenntnis vermittelt wurde, daß auch mancher, der es mit sei­nen kirchlichen Pflichten wenig genau nahm, an sie erinnert wurde, ist das Werk der Inneren Mission und hierfür wird ihr die evangelische Gemeinde Fuldas Dank wissen. ©egen 11 Uhr abends fand die Feier mit einem Schlußwort des Herrn Pfarrer Fritsch-Kassel ihr Ende .

Der gestrige Dienstag vormittag brachte den Abschluß der Tagung durch eine interne Arbeitsbesprechung der Vertreter der Kreis-Jugend- und Wohlfahrtsdienste. Diese Abschluß­tagung fand in Langenbieber statt, um den auswärtigen Teil­nehmern Gelegenheit zu geben, den Nachmittag zu kleinen Ausflügen in die Rhön zu benutzen.

Möge die Fuldaer Tagung der Inneren Mission alle an sie gestellten Erwartungen erfüllen und die geleistete Arbeit reiche Frucht tragen zum Wohle bet gesamten Christenheit, nichtâ» letzt aber auch 'firm

Das walte Gott! Schn.

Die Zahlung der Invaliden-, Unfall- pp. Renten.

für den Monat Oktober findet beim hiesigen Postamt am 1. und 2. Oktober statt. Um einen Andrang zu vermeiden, beginnt die Zahlung schon um 7 Uhr vormittags. Die Zahlstellen sind von 712 vorm. und von 2.305.30 nachm. geöffnet. Bei Empfangnahme des Geldes ist die Ausweis­nummerkarte vorzulegen.

Da viele Rentenempfänger die Quittungen nicht mit der nötigen Sorgfalt ausfüllen, was zu Unzuträglichkeiten führt, wird nochmals auf folgendes zur genauesten Beach­tung hingewiesen: Zu den Renienquittungen sind stets die vorgeschriebenen Vordrucke zu verwenden. Vor allen Din­gen muß die Nummer der Versicherungsanstalt bezw. die Nummer der Berufsgenossenschaft genau bezeichnet sein.

Wagen zum Mitnehmen haben wir keine, und die Tragtiere können keine Lasten mehr übernehmen. Ich frage mich heute noch, wie es möglich war, daß es unter soviel Menschen keine Kranken gab, aber es wurde tatsächlich gepackt nicht einer blieb zurück!

Die Anforderungen, die an uns gestellt werden, sind kaum zu beschreiben: Meist geht es steil bergan auf Wegen, die keine sind! Dabei ist der Dachs mit zwei Decken, doppelter eiserner Portion überiiormal schwer. Morgens um fünf Wecken, Kaffee kochen im Feldkessel, denn die Feldküche kann nicht bergkraxelrr. Dann gehts weiter im Gänsemarsch bis abends spät der Biwak­platz erreicht ist. Und wenn wir auch todmüde hinsinken nuör_ ten, zwingen wir uns doch noch, bauen unsre Zelte und todjeitOw auch um Mitternacht unsre Suppe. Tagsüber müssen wir ja f marschieren! Den 2244 m. hohen Steflesci überschreiten wir am 24. September. Von da ab bleiben wir etwas unterhalb des Gebirgskammes. Ein Glück, daß hier sanfte Matten sind, ein­größeres Glück noch, daß die Herden schon abgetrieben, denn sonst wären die Rumänen wohl nicht mehr so ahnungslos, wie- sie es jetzt noch zu sein scheinen. Wir sind bereits in ihrem Rücken!

Am 25. September trennen wir uns vom Haupttrupp und am 26. sehen wir die weite siebenbürgische Ebene tief unter uns liegen. Die Schlacht bei Hermannstadt ist im Gange. Dicht am Gebirge wimmelt es von Vieh, Pferden und tausenden von: Bagage- und Munitionswagen. Der Paß ist gesperrt'

Eisenbahnzüge, Artilleriekolonnen und Regimcntsbagagen nichts kann hindurch. Alle Angriffe zerschellen in dem Feuer der Maschinengewehre, die die Paßstraße von den steil auf­ragenden Bergen aus bestreichen. Verzweifelt versuchen die auseinander gerissenen Jnfanterieverbände, sich seitwärts des Passes durch die Berge zu schlagen. Aber die Jäger sind auf dem Posten. Drei Tage lang harren sie aus, Tag und Nacht fast ohne Ablösung. Die Kompagnien sind kilometerweit aus» einandergezogen. Dazu ist fast nichts mehr an Lebensrnitteln dm Ein paar verlaufene Schafe werden geschlachtet, halb roh wird das Fleijch verschlungen! Und immer wieder versuchen d-e Rumänen, die wohl im Schutze der Wälder von ihren Offi­zieren zu ammengera ft worden sind, uns diese oder jene Kuppe zu entreißen. Alle Angriffe werden abgeschlagen. Leicht war's nicht und mancher deutsche Jäger hat dort sein junges Leben lassen muffen.

®n£M) - am 30. September kommt Infanterie. Hes- 254 schließen den Ring! Daß ich darunter zum ersten Mal einen Landsmann traf, werde ich nie vergessen Am 1 Oktober rucken wir langsam talwärts vor. biwakieren nochein- mal bei strömendem Regen, und am nächsten Morgen beziehen mit Quartier M Roteiiturm, einem weitläuftiaen. burm ähnlichen Gebäude Die Schlacht ist geschlagen! Größer noch als die ansehnliche Beute war der moralische Erfolg Und wir vom Alpcnkorps waren und sind stolz darauf, unsere Aufgabe erfüllt zu haben.