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WeltwirWasts- und Mriistungskonserenz

Die Beratungen in Genf.

Die Völkerbundvcrsammlung hielt eine Sitzung ab, in welcher insbesondere die Frage der WcltwirtschaftS- konscrenz besprochen wurde. Der französische Delegierte Loucheur wies auf die große Bedeutung der Konferenz hin und erklärte, daß die Vorbcrcitungsarbeiten so eifrig gefördert werden müßten, daß die Konferenz möglichst bald zusammentreten könne. Der deutsche Delegierte von Rheinbaben unterstützte die Aus­führungen Loucheurs und betonte, daß nur auf einer in­ternationalen Grundlage die Sanierung der ungesunden wirtschaftlichen Verhältnisse in zahlreichen europäischen Ländern angebahnt werden könne. Die Völkerbundver- sammlung stimmte den von Loucheur vorgetragenen Aus­führungen in einer Resolution zu.

Die dritte Kommission für Abrüstungsfragen beschloß die Abrüstungskonferenz, wenn nicht materielle Schwierig­keiten eintreten, bis zum September 1927 einzuberufen. An dieser Konferenz wird auch Spanien teilnehmen, obwohl es erst kürzlich sein Desinteressement am Völker- bund ausgesprochen hat. Spanien weist in diesem Zu. sammenhang auf Amerika hin, das gleichfalls an dieser Konferenz teilnehmen will, obwohl es nicht Mitglied des Völkerbundes ist.

Oie Sendung des denischen Volkes.

Deutsche Buchhändler in Österreich.

Bundespräsident Hainisch empfing im Prunksaal der Nationallublioihck die Teilnehmer an dem in Wien siattfinden- den Deutschen Buchhändlertag. Bundespräsident Hainisch be­tonte hierbei, daß der deutsche Buchhandel sich seiner großen kulturellen Aufgabe voll bewußt sei. Auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Österreich hinweisend, führte der Bundespräsident ans, daß Deutschland und Österreich, wenn auch politisch getrennt, doch kulturellunircnnbarvcr- bunden seien.

Als nächster Redner knüpfte der deutsche Gesandte Graf L e r ch e n f c l d an die Worte an, die Bundespräsident Dr. Hainisch anläßlich der Überreichung seines Beglaubigungs­schreibens an ihn gerichtet hatte:Wir alle arbeiten an der Zukunft des deutschen Volke8." Das ist das Leit­motiv, sagte Gras Lcrchcnseld, das die Angehörigen unseres Volkes erfüllen mutz. Wir glauben an die Sendung des Deutschen Volkes; wir hoffen auf den Erfolg deutscher Arbeit und deutscher Lebensform. Die Verwirklichung aller Dieser Wünsche und Hoffnungen aber erfordert zähe und opfâ- volle Arbeit auf allen Gebieten des materiellen wie des geisti­gen Lebens.

Der deutsche Buchhandel hat hierin stets vorbildlich ge­arbeitet, da er das ganze Gewerbe, Verlag wie Handel, in einer großen Organisation vereinigte. Unterrichtsminister Dr. Rintelen würdigte die hohe Bedeutung des Buches und des Buchhandels. Er stelle, so schloß der Redner, mit Befriedigung fest, daß sich der deutsche und der österreichische Buchhandel Dieser Verantwortung im höchsten Maße bewußt gewesen seien.

politische Rundschau.

Deutsches Mick.

Die Stabilisierung der deutschen Währung. ^ *

In Anwesenheit des Bundespräsidenten Hainisch, des deutschen Gesandten Grafen Lerchenfeld und anderer nam­hafter Persönlichkeiten hielt Reichsbankpräsident Dr. Schacht im Rahmen der internationalen Hochschulkurse im Festsaal der Universität Wien einen Vortrag über die Ge­schichte der Stabilisierung der deutschen Währung. Als die Not am höchsten gestiegen war, bolschewistische Aus­schreitungen in Berlin und anderen Teilen Deutschlands drohten, der Dollar in Berlin bis 4,2 Billionen Mark, in Amsterdam schon mit 11,7 Billionen bezahlt wurde, schritt die damalige Koalitionsregierung zur Verwirklichung des Helsferichschen Rentenmarkprojektes, das mit allerdings beträchtlichen Änderungen durchgeführt wurde, trotzdem sich die deutschen Banken gegen eine auf Grund und Boden basierte Anleihe entschieden gewehrt hatten. Bei Erwäh- nung der zahlreichen technischen Schwierigkeiten bei der Stabilisierung der deutschen Währung war von besonde­rem Interesse die von Dr. Schacht erwähnte Tatsache, daß bei Ausgabe der ersten Rentenmarkscheine nur acht Mil­lionen Rentenmark vorhanden waren. Da aber die Aus­gabe der Rentenmark nicht länger verzögert werden durfte, hatte man mit dieser geringen Summe den Anfang ge­macht.

Ausweisung Deutscher aus Dänemark.

Im Preußischen Landtag ist folgende Kleine Anfrage der Deutschen Vvlkspartei eingegangen: In der letzten Zeit sind wiederholt deutsche Staatsangehörige aus Däne­mark ausgewiesen worden, weil sie nicht über die angeb­lich vom dänischen Fremdengesetz geforderten Mittel ver­fügten, während dänische Staatsangehörige ungehindert, nur mit Paßausweis versehen, in Deutschland reisen kön­nen. Die Bestimmungen jenes Gesetzes werden neuer­dings augenscheinlich willkürlich und mit beson­derer Härte gegen deutsche Staatsangehörige ange­wendet. Was gedenkt das Staatsministerium in Ver­bindung mit der Reichsregierung zu tun, um den Deut­schen in Dänemark dasselbe Recht des Verkehrs zu er­wirken, wie die Dänen es in Deutschland genießen?"

Lettische Journalisten in Deutschland.

Eine Anzahl lettischer Journalisten, die auf Ein­ladung des Reichsverbandes der Deutschen Presse eine Reise durch Deutschland machen, ist in Berlin eingetroffen, wo sie von Vertretern des Reichsverbandes, der Presse- abteilung der Reichsregierung und der Berliner lettischen Gesandtschaft empfangen wurden. Nach viertägigem Auf­enthalt in der Reichshauptstadt werden sich die Gäste aus Lettland nach Hamburg und von dort aus weiter nach Düsseldorf und Essen begeben. Auf einem Begrüßungs­abend betonte ein lettischer Redner, wieviel Lettland gerade dem großen deutschen Kulturvolk ver­danke, das so viel für die Vertretung der Kulturideen und Menschheitsideale getan habe.

Spanien

X Alarmzustand in Spanien. Der Alarmzustand in Spanien dauert fort und man befürchtet, daß er über kurz oder lang zu einer heftigen erplosiven Entladung führen muß. Die Offiziersverbindungen sollen an den König ein Ultimatum gerichtet haben, sämt­lichen Artillerieoffizieren Straflosigkeit zu gewähren. Wie die »Chicago Tribune" aus Biarritz meldet, sind die Be­ziehungen zwischen Primo de Rivera und bim König von Spanien dadurch verschlechtert worden, daß der König die versprochene Amnestie für die Artillerieoffiziere durch­führen wolle, während Primo auf eine strenge Be - st r a f u n g dränge. Primo lege den Gnadenakt als eine Desavouierung seiner Politik aus. Primo habe zwei weitere Offiziere verhaften lassen, die er eines Mordan­schlages gegen ihn beschuldigte. DieHaltungderJn- sanierte bleibe weiter unklar. Gewisse Jnfanterie- xegimenter würdey in Madrid alarmbereit gehalten.

Nus In* und Ausland-

München. Die Polizeidirektion München hat den Münche­ner Neuesten Nachrichten zufolge die Wochenzeitschrift »Armi- nius" sowie die Halbmonatsschrift »Der Frontkämpfer" auf Grund des R e p u b l i k s ch u tz g e s e tz e s wegen eines Arti­kels, in welchem eine Verherrlichung derRathenau- Mörder erblickt wird, für einen Monat verboten.

Paris. »Journal" meldet aus Madrid, daß die Zahl der aus Marokko heimzubefördernden Truppen 14 772 Mann be­trage. Der Abtransport erfolge bis zum 26. September.

" Paris. Nach einer Blättcrmcldung aus Peking ist das Kabinett zurückgetreten. Man erwartet, daß Tschangtsolin das neue Kabinett bilden tvcride.

Stockholm. Amtlich wird mitgeteilt, daß die Ver­lobung zwischen dem Kronprinzen Leopold von Belgien und der Prinzessin Astrid von Schweden, Tochter. des Prinzen Karl, pattgefunden hat.

Neuere Meldungen.

Scharlachcpidemic in Leobschütz.

Beuchen (Oberschlesien). Die Ostdeutsche Morgenpost meldet aus Leobschütz: In den letzten Tagen sind hier zahl­reiche Erkrankungen, hauptsächlich an Scharlach, ausgetreten. Ein fünfzehnjähriger Schüler ist bereits der Erkrankung zum Opser gefallen. Die Schulen sind aus vierzehn Tage ge« schlossen.

Folgenschwere Explosion von Sprengmunition in Grünwald.

Allenstcin. Eine folgenschwere Explosion ereignete sich bei einem Straßcnneubau in der Nähe von Grünwald. Ein Vor­arbeiter öffnete zwei Kisten mit Sprengmunition, die zum Stubbenrodcn gcbrnnchr werden sollte. Dabei explodierten die beiden Kisten. Der Vorarbeiter wurde sofort getötet, ein Arbeiter schwer und sechs andere leicht verletzt.

Ter amerikanische KreuzerMemphis" im Kieler Hafen.

Kiel. Der amerikanische Kreuzer »Memphis" ist zu zehn­tägigem Aufenthalt aus der Ostsee kommend in den hiesigen Häfen eingelaufén. Nach dem üblichen Salutwechsel erfolgte der Austausch von Besuchen zwischen dem Kommandanten des Kreuzers und den hiesigen höheren Marinestellen. Zu Ehren der Gäste findet ein Frühstück beim Chef der Marine­stalion der Ostsee statt. Für die folgenden Tage sind Besuche der landschaftlichen Schönheiten Schleswig-Holsteins sowie sportliche und sonstige sestliche Veranstaltungen geplant.

Rezeptdiebstahl.

Elberfeld. Aus einem hiesigen Werke wurde in den letzten Tagen das Rezept eines hochwertrgen medizinischen Präparates entwendet, das durch einen Apotheker als Hehler zum Preise von 300 000 Mark an einen Ausländer weiterveräußert werden sollte. Die Täter wurden in dem Augenblick von der Kriminal­polizei sestgenommen, als sie das Geschäft zum Abschluß bringen wollten.

Mandatsnicdrrlcgung Professor Radbruchs.

Heidelberg. Wie verlautet, wird Professor Radbruch, der frühere Reichsjustizminister, bei Antritt seines Lehramtes für Strafrecht an der Universität Heidelberg fein Mandat als sozialdemokratischer Rcichstagsabgeordneler niederlegen, da die Ausführung der Dozenteutätigkeil ihm wenig Zeit für größere politische Arbeiten übriglassen würde.

Aus Heffen-Aassau und Aachbargebleten.

Merkblatt für den 23. September.

Sonnenaufgang 5 II Mondausgang 7" N.

Sonnenuntergang 553 Monduntergang T23 83.

1791 Theodor Körner geb. 1885 Der Maler Karl Spitz- Weg gest.

Das ist das Schlimmste von allen Uebeln: An Ver­gangenen herumzugrübeln. Was geschehen ist, ist ge- scheh'n: Nicht rückwärts jammern, vorwärts seh'n!

Sprichwort.

Wetterbericht.

Die Tiefdruckstörungen, die im Bereiche des mitteleuro­päischen Hochdruckgebietes liegen, erlangen nur geringen Einfluß auf Witterung unseres Bezirkes, sodaß nach vor­übergehender Bewölkungszunahme die vorwiegend heitere trockene und warme Witterung weiter andauert. Vorher­sage bis Mittwoch abend: Wolkig bis aufheiternd, trocken, nur vorübergehend wenig kühler, nördliche Winde. Aus­sichten für Donnerstag: Vorwiegend heiter, trocken, warm, schwache nördliche bis östliche Winde.

Fulda, en 22. September 1926-

Zur Frage der Gewerbesteuer.

An den Magistrat der Stadt Fulda.

Die unterfertigten Berufsvertretungen von Industrie, Handel und Gewerbe und die freien Vereinigungen dieser Erwerbsgruppen haben schon seit geraumer Zeit mit stei­gender Besorgnis die finanziellen Auswirkungen der be­schlossenen Eewerbesteuersätze für das Jahr 1925 und 1926 beobachtet und müssen nunmehr an Hand der herausge­sandten Eewerbesteuerabrechnungen für das Jahr 1925 die tatsächliche Feststellung machen, daß die gehegten Befürch­tungen noch weit übertroffen worden sind. Die geforder­ten Nachzahlungen bewegen sich in einer gänzlich untrag­baren Höhe. Es ist zwar zuzugeben, daß eine andere Grundlage zur Zeit der Beschlußfassung über die 750 Proz, Gemeindezuschlag für 1925 bestand, umsomehr muß aber heute Veranlassung vorliegen, sich auf die neue Sachlage einzustellen. Demzufolge erheben die unterfertigten Or­ganisationen die Forderung, daß nur in dem Umfange von der Nacherhebung Gebrauch gemacht wird, als sie durch das finanzielle Bedürfnis hinsichtlich der Balanzierung des Haushaltsplanes sich erforderlich macht. Vollinhaltlich können wir uns daher den Beschwerden anschließen, die in einer Versammlung von Gewerbetreibenden vom 16. Sept. 1926 in Fulda zum Ausdruck gekommen sind.

Wir verlangen gaher:

1. daß der Finanzkommission der Stadt Fulda ent­sprechend dem Beschluß der letzten Stadtverordnetenver­sammlung unverzüglich Gelegenheit gegeben wird, zu der Frage der Höhe der Nacherhebung Stellung zu nehmen.

2. daß in Form einer Bekanntmachung die Ungültig­keitserklärung der herausgesandten Steuerbescheide ausge­sprochen wird.

3. daß im Falle der Ablehnung des Punktes 2 die Zah­lungsfristen erst zu laufen beginnen mit dem Zeitpunkte, mit welchem die Angelegenheit endgültig geregelt ist.

4. daß im klebrigen bezügl. der endgültigen festgeleg­ten Nachzahlung weitgehende Ratenzahlung zugestanden wird.

5. daß die amtlichen Berufsvertretungen vor der end­gültigen Beschlußfassung über die tatsächlich zu erheben­den Nachzahlungen auf Grund ihres gesetzlichen Anhö­rungsrechtes nochmals Gelegenheit erhalten, Stellung zu nehmen. z

Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.- Hanau Geschäftsstelle Fulda: gez. Neitzert, Dr. Weymar.

Arbeitgeberverband für Fulda und Umgegend e,. V.: gez. Ludwig Bellinger.

Vereinigung Fuldaer Handelsgeschäfte: gez. Oskakj Schmitt.

Reichsbund des deutschen Textileinzelhandels e. V., Ortsgruppe Fulda: gez. Oskar Köhler.

Viehandelsverein Fulda e. V.: gez. Auscher Nußbaum. Gastwirte Verein Fulda: gez. Heinr. Romeis.

Handwerksamt Fulda: Fuchs, Dr. W. Eusgraber. Baugewerks-Jnnung Fulda: H. Hodes.

Bäcker-Innung Fulda: K. Mücke.

Elektro-Vereinigung Fulda: Ealloy.

Fahrrad- u. Mechaniker-Innung: J. Meckel. Fleischer-Innung Fulda: F. Kramer. Friseur-Innung Fulda: Richter.

Gewerbeverein Fulda: F. Herrmann. Klempner-Innung Fulda: I. Kalb. Maler-Jnnuug Fulda F. Gauler. Sattler-Innung Fulda: F. Kircher. Schlosser-Innung Fulda: R. Hausmann. Schmiede-Vereinigung Fulda: J. Auth. Schneider-Innung Fulda: W. Quast. Schreiner-Innung Fulda: J. Krisch.

Schuhmacher-Innung Fulda: E. Breuning.

Stukateur-Vereinigung Fulda: H. Nüchter.

Landesverein für innere Mission.

Die Versammlungen der Südwestdeutschen Konferenz für Innere Mission und des Landesvereins für Innere Mission in Hessen-Kassel, die in dem großen Saal des evangelischen Gemeindehauses stattfinden, werden öffent­lich sein. Sie handeln vom Volksbildungswesen und zwar wird Pastor Heyne-Bremen im allgemeinen über evange­lisches Volksbildungswesen sprechen, während Pastor Burckhardt-Barmen eine besonders wichtige Frage, die der evangelischen Volkshochschule, behandeln wird. Eine ge­schlossene Mitgliederversammlung des Landesverbandes für Innere Mission in Hessen-Kassel geht vorauf. Ebenso wird eine Eonderbesprechung der Vertreter der evange­lischen Kreis-Jugend- und Wohlfahrtsdienste am Diens­tag folgen. Die öffentliche Morgenversammlung am Mon­tag beginnt um 10 Uhr, die öffentliche Hauptversammlung der Südwestdeutschen Konferenz für Innere Mission um 4 Uhr nachm. Evangelische interessierte Männer und Frauen der Gemeinde sind willkommen.

Die Lage des Arbeitsmarktes.

Die Arbeitsmarktlage weift seit 1. September keine nennenswerte Veränderung auf. In der Textil- und Wachs-Industrie wurden einzelne abgebaute Arbeitskräfte wieder eingestellt. Eine hiesige Weberei konnte für vor­übergehend von der Kurzarbeit wieder zur Vollarbeit über­gehen. Dagegen hat ein Betrieb der Metallverarbei­tungsindustrie Kurzarbeit einführen müssen. Das Bauge­werbe, das sonst um diese Zeit noch aufnahmefähig war, oder doch wenigstens die vorhandenen Bauarbeiter über­wiegend beschäftigen konnte, hat vereinzelt Arbeitskräfte abstoßen müssen. Die Landwirtschaft hatte keinen Bedarf an unständigen Arbeitern, da die Getreideernte beendet ist und die Hackfruchternte noch nicht begonnen hat. Wenn auch der freie Arbeitsmarkt nicht aufnahmefähig war, so ist doch die Zahl der Erwerbslosenunterstützungsempfän­ger in der Zeit vom 1. bis 15. Sept, wesentlich zurück­gegangen. Der Rückgang ist in der Hauptsache darauf zu­rückzuführen, daß Erwerbslose mehr als wie bisher bei Notstandsarbeiten beschäftigt werden konnten und daß Unterstützungsempfänger wegen Ueberschreitung der Un­terstützungshöchstdauer oder aus andern Gründen aus der Erwerbslosenfürforge ausgeschieden sind. Am 15. Sept, wurden unterstützt: in der Stadt Fulda: Ml. in den Landgemeinden des Kreises Fulda: 1 75, im Kreise Gers­feld: 486 und im Kreise Hünfeld: 472, insgesamt: 2636 Erwerbslose.

Frankfurter Künstler-Theater.

Das Frankfurter Künstlertheater für Rhein und Main beginnt seine Spielzeit am Mittwoch, den 29. Sept, mit dem Calderon'schen LustspielDame Kobold". Der Vor­verkauf zu dieser Vorstellung beginnt am Donnerstag, den 23. Sept, durch die Nehrkoru'sche Buchhandlung, Fried­richstraße. Die Preise sind volkstümlich gehalten, beson­dere Vorteile bieten sich den Mitgliedern der ncugegrün- deten Theatergemeinde, zu der Anmeldungen noch entge­gengenommen werden. Da das Frankfurter Künstler­theater über durchweg nur gute Kräfte verfügt, ist der Be­such dieser Veranstaltungen bestens empfohlen. Es wird hoffentlich allen Vorstellungen ein volles Haus beschieden sein.

Film-Vortrag über dieSeeschlacht am Skagerrak".

Ueber den hier heute imNeuen Thater" stattfinden­den FilmvortragDie Seeschlacht am Skagerrak" schreibt die "Bayer. Volkszeitung" in Nürnberg u. a.: Im Hotel Deutscher Hof" fand am Dienstag ein selten interessanter Filmvortrag statt. Kapitänleutnant Mumm erläuterte den DeuligfilmDie Skagerrakschlacht". Ungemein sym­pathisch berührte die schlichte Wärme des Vortragenden, der auf jede Effekthascherei verzichtend in sachlicher Klar­heit die Gegebenheiten, Voraussetzungen und den Verlauf der Seeschlacht schilderte. Prächtige Szenen, die Schlacht­linie der Eroßkampfflotte Admiral Scheers, die Kreuzer­linie des Hippergeschwaders! Grandios der schneidige An­griff der Torpedobootsflotillcn! Ein lehrreicher wie an­regender Abend, usw. Neben dem Ekägerrakfilm wird noch der Hindeuburgfilm gezeigt.

Vobachabcnd.

Die Einladung zumHeiteren Abend" des Vortrages von Vobachs Modezeitungen, vor allem aber die Ankündigung einer Großen Modenschau" haben auch in Fulda starke Anziehungs­kraft für die Frauen gehabt. Verschiedentlich lockte es sogar den Gatten zu den Vorführungen mitzukommen, wir wagen nicht zu entscheiden, welcher Gedanke ihn herbeigezogen hat. War es der Wunsch bei der Wahl der Winter- und Gesell­schaftskleidung seiner Frau mitzuraten, war es die Absicht, sich heldenmütig auf ein Opfer i. P. Geldbeutel! vorzubcrci- ten oder die Vorsicht, welche einen kleinen Dämpfer rechtzeitig auf die Begeisterung setzen wollte! Es bleibe dahingestellt, jedenfalls mußten auch sie mitbewundern, mitlachen und sich an den Darbietungen mitvergnügen. Nach einleitenden Be­grüßungsworten von Frau G. Lnttcr-Hanka, stellte der Dichter- Komponist den Kontaki mit den Zuschauern durch seinebe­scheidene sächsische Art" bald her. Herr Hans Kandler verstand es, mit witzigen Ansagen die Spannung und die Heiterkeit immer von neuem anzufachen, er trug zum Erfolge des Abends, trotz seiner großenSchüchternheit", erheblich bei.

_ Das ModeballettAlt Wien" nach Lanners Walzcrweisen löste großen Beifall aus.. Es war eine wunderlich anmutenbe Tracht, welche die Solotänzcrinncn trugen, wenn man sie mit der heutigen vergleicht. Aber, wie paßte sie zu den ein­schmeichelnden Lannerswcisen, wie trug sie die graziöses Tän­zerinnen, in Sonderheit Fräulein Henni Zeyn! Dies Wogen der Gewänder, verbunden mit dem Wiegen, Schleifen und Schweben des Tanzschrittes war entzückend. Die Puppen­stube von Blaauns, ein Ballett, welches Kindern wie ein Märchentraum erschienen wäre, zeigte, daß die zierlichen Tän­zerinnen sich auch in dramatischen Darstellungen sehen lassen konnten.