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Die Bettwäsche hat viele Blutspuren getragen, und es würbe gesagt, an der Wand beim Fenster seien Blutspuren vorhanden. Das Haus ist jedoch gesperrt worden bis zum Eintreffen der Mordkommission, sodaß über den Tatort weiter nichts in Erfahrung zu bringen war. Die beiden Leichen brachte man in das alte Schulhaus, wo sie zur Untersuchung liegen. Das Feuer nahm trotz tatkräftiger Hilfe immer größere Dimensionen an, und als die Sonne GUI Himmel heraufzog, da lagen das Wohnhaus und die Scheune des Landwirts Sackreuther, die Scheune der um- qebrachten Karl Schreiner Witwe, die der Landwirte Löber, Georg Jmmelt und Christian Jmmelt, also ein Wohnhaus und fünf Scheunen, in Schutt und Asche. Das Wohnhaus der Schreiner Witwe ist wie ein anderes Nach­barhaus stark angebrannt, steht aber noch. Heute früh hing ein Ortsnetzstünder frei schwebend in der Luft, da das Gebäude unter ihm herausgebrannt war. Furchtbar rauchen und schwelen noch die Trümmer, welche von be­stürzten und jammernden Menschen umschlichen werden. Die ganze Umgegend ist aufs tiefste erschüttert von der Fürchterlichkeit dieses Ereignisses, sind doch die Gemüter unserer braven Dorfleute an derartige Schrecknisse nicht gewöhnt. Alle Märchen von Verhaftungen stimmen bis dato nicht, man tappt mit Vermutungen ganz im Dunkeln und muß der Kriminalpolizei das Weitere überlassen. Die Umgekommenen sind hier als ehrwürdige Leute bekannt, denen man nichts nachsagen kann. Da die Dreschmaschine noch nicht hier war, sind die Scheunen mit vollen Getreide­böden niedergebrannt, was einen gewaltigen Schaden be­deutet. Möge es weiteren Erforschungen vergönnt sein, tiefer in das Dunkel dieser Schreckenstat Einblick zu er­halten. Denn fast mutet sie an, als sei es das Tun eines Wahnsinnigen gewesen. Die von der Gießener Staats­anwaltschaft. vorgenommene Sektion der beiden Leichen ergab keinen Anhaltspunkt dafür, daß fremde Personen ihre Hand bei dem grausigen Drama im Spiel gehabt haben. Man nimmt vielmehr an, daß der Sohn aus Gründen, die wohl ein ewiges Geheimnis bleiben werden, zuerst seine Mutter erschlug, dann die Scheune, vielleicht auch zuerst die des Nachbarn, ansteckte, und dann sich selber die Kehle mit einem Rasiermesser durchschnitt. Besondere Beweggründe für die schaurige Tat dürften kaum für den jungen Mann vorgelegen haben, da sich die Familie in guter wirtschaftlicher Lage befand.

Aus Heffen-Raffau und Aachbargehieèeil.

Merkblatt für den 22. September.

, Sonnenaufgang 5 II Mondaufgang d°' 6 N Sonnenuntergang 6° Monduntergang 63 V' 1914 Kapitänleittnam Weddigen vernichtet mit U. 9 drei ^englische Kreuzer bei Hoek van Holland.

Was heute nicht geschieht, ist morgen nicht getan, und keinen Tag soll man vergessen. Goethe.

Wetterbericht.

Im Bereiche des hohen Luftdrucks über Mitteleuropa liegt eine langsam ostwärts ziehende Tiefdruckstörung über dem östlichen Frankreich. Sie wird sich noch weiter ost­wärts verlagern und dabei vorübergehend zu Gewitter­neigung und geringer Abkühlung führen. Im allgemei­nen aber bleibt die Hochdruckwetterlage bestehen. Vorher­sage bis Dienstag abend: Leichte Bewölkungszunahme mit Gewitterneigung nur wenig kühler, westliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Nach vorübergehender Bewöl- kungszunahme wieder heiter, trocken, tagsüber warm,

Fulda, den 21. September 1926.

Provinzialstädtetag für Hessen-Nassau und Waldeck.

Wiesbaden, 18. Sept. Der zweite Tag der Hauptver­sammlung des Provinzialstüdtetages für Hessen-Nassau und Waldeck wurde von dem Vorsitzenden mit der Erörte­rung der Diskussion über die beiden gestrigen Referate eröffnet. Nach einigen Erläuterungen und Klarstellungen seitens der Referenten erstattete Stadtrat Dr. Sperling- Wiesbaden fein ReferatKritisches zur Lage der Für­sorge". Der Redner schilderte das Anwachsen der Mas­sennot, die sich nicht allein in den größeren Städten, son­dern auch in den kleineren Gemeinden ausbreite und deren Ende vorläufig noch nicht abzusehen sei. Er rügte u. a. das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregie­rung, das absolut unzureichend sei. Der Redner wünschte, daß seitens der gesetzgeberischen Behörden in Reich und Ländern bei der Wohlfahrtsfürsorge mehr Rücksicht auf die Not der Kominunen genommen werden sollte. Die Ver­sammlung nahm hierauf folgende Entschließung an:

Erhaltung und weiterer Ausbau der Kommunen­selbstverwaltung ist dringend erforderlich nicht nur für die Entwicklung der Städte, sondern auch für die Zu­kunft von Reich und Ländern. Der Provinzialstädte­tag für Hessen-Nassau und Waldeck fordert die deut­schen Städte und vor allem ihre Spitzenvertretungen auf, ihren Kampf für die Selbstverwaltung mit Ent­schiedenheit und Tatkraft fortzusetzen und zu vollem Er­folge durchzuführen."

Jm^ zweiten Teil der Versammlung erstattete Bürger­meister Dr. Krüsmann-Limburg Bericht überStaat und Zukunft der Beamtenseminare des Provinzialstädtetages. Als Ort der nächsten Hauptversammlung wurde Esch- wege bestimmt.

Die Typhusfälle im Kreise Fulda.

Amtlich wird uns mitgeteilt: Die Zahl der Para­typhusfälle im Kreise Fulda beträgt insgesamt 48 Fälle. Davon entfallen auf die Stadt Fulda 11. Die übrigen Fälle verteilen sich auf die Dörfer, insbesondere auf die östlich gelegenen Dörfer. Durch strenge Sperrmaßnahmen für Lebensmitteleinfuhr ist Gefahr für die Stadt nicht zu befürchten. Es wird noch einmal darauf hingewiesen, daß die Uebertragung lediglich durch die Nahrungsmittel geschieht und daß durch Sauberkeit dieser Gefahr wirksam ^igegengetretcn werden kann. Obst und Milch abkochen. futter nicht aus unbekannter Quelle kaufen. Ein Todes- hjg je^t noch nicht zu verzeichnen.

Eisenbahner- Versammlung.

,^^ öffentliche Versammlung für alle Reichsbahn-Ve- m r » ""d Anwärter findet am Mittwoch abend im kath. ^ejellenhaus statt. Das Mitglied des Bezirks-Beamten- ats Herr techn. Eisenb.-Znsp. Fritz Elas spricht über die uun9 der Veamtenrätewahlen und über das Ve- pudungsprobleni. Näheres s. Anzeigenteil.

Aufhebung von Zollämtern.

Die Zollämter Hünfeld und Steinau b. Schlüchtern im -öestrfe des Hauptzollamtes Hanau werden am 30. Sept. Q aufgehoben. Der Hebebezirk Hünfeld wird an die vW^ Fulda und Hersfeld aufgeteilt und der Hebebe- 11 u Steinau dem des Zollamtes Gelnhausen angegliedert,

Hindenburg- und Stagerrakfilm

(letzterer mit Vortrag) werden hier zum erstenmal am Mittwoch, den 22. Sept. imN euen Theatc r" l'âu- fen (siehe Anzeigenteil). Den hochinteressanten Ekager- rakfilm erläutert Kapitünleutnant a. D. Mumm. Das Filmmanuskript hat die Weltgeschichte geschrieben, und zwar mit einer Wucht der Geschehnisse, wie man sie an­schaulicher und eindrucksvoller in keinem Buche findet. Der Hindenburgfilm zeigt, wie das deutsche Volk seinen großen Sohn ehrt, der ihm in ärgster Kriegsnot als Be­freier uno Retter erstanden war, zeigt die Jahrfeier der Schlacht bei Tannenberg, des größten deutschen Sieges im Weltkriege. Eine ruhmvolle Vergangenheit lebt in den Bildern der Seeschlacht am Skagerrak, die uns mit Stau­nen zu dem überragenden Geist und dem eisernen Tat­willen deutscher Führer wie Scheer und Hipper aufblicken lassen, lebt in den markanten Führernaturen eines Hin­denburg und Mackensen. Nützen wir die Vergangenheit, möge sie uns ein Antrieb zu einer besseren Zukunft sein.

Aus der Rhön, 19. Sept. (Tödlicher Unfall.) Beim Basalttransport in Silberhof bei Brückenau geriet der Arbeiter Joseph Kleinhcnz unter einen Rollwagen. Er wurde derart schwer verletzt, daß er bald darauf ver­starb.

* Angersbach, 20. Sept. (V r a n d.) Heute nacht ge­gen 12 Uhr wurden die Bewohner unseres Dorfes durch Feueralarm geweckt. Die Lagerhalle des Zimmermeisters Walter, in der auch das Lager der Raiffeisengenossen­schaft untergebracht war, stand in hellen Flammen. Das Feuer, das an den aufgestapelten Holz-und Strohvorräten reichliche Nahrung fand, äscherte die Halle trotz tatkräfti­gen Eingreifens der hiesigen Feuerwehr ein. Die Ent­stehungsursache ist noch nicht bekannt.

- Schlitz. Am Samstag gingen die Pferde des Eisen- und Kohlenhändlers Christian Noll mit dem Fuhrwerk durch, warfen in der Nähe der Turnhalle den Schlosser­meister W. Haak zu Boden, über den dann auch der, glück­licherweise unbeladene Wagen hinwegfuhr. Der Verletzte konnte sich zwar noch in seine Wohnung begeben, doch mußte ärztliche Hilfe in Anspruch genmmen werden. Die durchgegangcnen Pferde konnten vom Fuhrmann schließ­lich im Hofe der Hohmühle wieder zum Stehen gebracht werden. Bei der am Samstag stattgefundenen Verstei­gerung des städtischen Obstes wurden recht gute Preise er­zielt. Im Ganzen konnten über 600 M für die Stadtkasse eingenommen werden.

* Queck. Am vergangenen Sonntag weilte Herr Pfar­rer Hickel, der Leiter des Diakonissenmutterhauses Elisa- bethenstist zu Darmstadt in unserer Gemeinde. Er pre­digte in den Gottesdiensten zu Queck und Ober-Wegfurth über Grund und Wesen der weiblichen Diakonie. In einer Versammlung der Kirchenvorsteher und Eemeinden- vertreter der 5 Kirchspielsdörfer in der Schule zu Queck wurde eingehend über die im Kirchspiel zu errichtende Schwesternstation beraten. Pfarrer Bohn berichtete, daß durch die freiwilligen Beiträge der Gemeinden nunmehr eine Summe von 1200 Ji vorhanden sei. Seine Worte gaben dem Wunsche Ausdruck, daß die Gemeinden auch weiterhin, wie bisher einmütig zur Errichtung der segens­reichen Einrichtung zusammenstehen möchten. Pfarrer Hickel gab Hinweise zur Verwirklichung des Planes. Er konnte der Versammlung versprechen, daß die nächste neue Arbeit, welche das Diakonissenhaus im kommenden Jahr übernehmen wird, die Besetzung unserer Station mit einer ausgebildeten Schwester sein wird. Es wird die erste Schwester des Mutterhauses sein, welche zur Aus­übung ihres Berufes in den einzelnen Dörfern ein Fahr­rad benutzt. Möchte das Werk, das schon lange ein Wunsch der hiesigen Gemeinden ist, einen guten Fortgang nehmen und zum baldigen Ziele führen.

Bebra. (Blinder Passagier.) Ein jugcnd- 'licher Bursche namens Dahlmann, der als blinder Passa­gier sich in den O-Zug Hamburg-München eingeschlichcn hatte und sich dann im Brcmserhäuschcn versteckte, wurde hier von der Bahnpolizei festgenommen und in das Amts­gerichtsgefängnis eingeliefert. Der Verhaftete hat seinem Dienstherrn, bei dem er als Kellnerlehrling angestellt war, Waren und Geld unterschlagen.

Kassel. (Auch eineF r e i h e i ts f e i e r".) Die Polizei nahm in der Altstadt einen sinnlos betrunkenen Mann fest und brachte ihn zur Ernüchterung zum Für­sorgeheim. Bei der Feststellung seiner Personalien stellte sich heraus, daß der Mann erst am Vormittag nach Ver­büßung einer dreijährigen Zuchthausstrafe aus dem Zucht­haus entlassen worden war und seine ganzen Ersparnisse auf diese Weisewertbeständig" angelegt hatte.

Kassel, 18. Sept. (S ch a u m w a f f e l n mit Tisch- l e r l e i m.) Vor dem großen Schöffengericht hatte sich ein hiesiger Konditor wegen Nahrungsmittelfälschung zu verantworten. Er hatte Schaumwaffeln hergestellt und unter den Schaumteig statt des sonst üblichen Eiweißzu­satzes Tischlerleims!) gemischt. Nach den Feststellungen des Sachverständigen hat der Angeklagte in einem Monat 10 Kilogr. Tischlerleim dem Waffelteig beigemischt und dieses Fabrikat unter die Leute gebracht. Mit Rücksicht auf das gesundheitlich außerordentlich schädigende Vor­gehen des Angeklagten verurteilte das Gericht ihn zu 6 Monaten Gefängnis und Publikation des Urteils.

* Alsfeld, 18. Sept. Bubenhände haben zum z w ei­te n m a l e in diesem Jahre das W a l d h a u s des Grafen Eberhard von Bernstorff bei Angenrod erbrochen und in schändlicher Weise beschädigt und verunreinigt. Alles, was sie brauchen konnten, nahmen die Diebe mit.

Marburg, 17. Sept. (Hessen in Amerika.) Im Hinblick auf das im nächsten Jahr zu begehende 400- jährige Jubiläum der hessischen Landesuniversität in Marburg, bittet der Aniversitütsbund Marburg, alle Angehörige von Hessen in Amerika um Mitteilung der amerikanischen Adressen an die Geschäftsstelle des Univer­sitätsbundes Marburg e. V., Marburg/Lahn, Landgrafen­haus.

Gieße», 19. Sept. (Ein oberhessischer Hand­werkertag.) Unter sehr starker Beteiligung des Hand­werks aus ganz Oberhessen (anwesend waren etwa 1000 Handwerksmeister) fand heute hier ein oberhessischer Handwerkertag statt. Begrüßungsansprachen hielten namens der Provinzialdirektion Oberhessen und des Kreisamts Dr. Krüger, namens der Stadtverwaltung Gießen Beigeordneter Dr. Frey, der hessischen Handwerks­kammer Bauunternehmer Becker-Gießen. Außerdem spra­chen Ehrenobermeister Schmuck-Worms sowie im Auftrage des Gießener Ortsgewerbevereins Dr. Krausmüller. Hierauf hielten Reichstagabg. Malermeister Havemann- Hildesheim und der hessische Landtagsabg. Lautenbach- Dieburg Vorträge über die aktuellen wirtschaftspolitischen Handwerkerfragen, in Reich und Staat. Anschließend sprach noch u. a. der Direktor der hessischen Handwerker­kammer Schüttler-Darmstadt. Gelegentlich der Tagung wurden über 200 Jungmeister und Jungmeisterinnen, die

ihre Meisterprüfung erfolgreich bestanden haben, durch Ueberreichung des Meisterbriefes geehrt. Der Verlauf der Tagung war eine starke Kundgebung des oberhef- fischen Handwerks für seine handwerkliche, wirtschafts­politische und kultureller, Geltung in Reich und Staat.

* Schotten, 20. Sept. Das Blockhaus der Schutzpolizei bei Rudingshain,Horst" genannt, wird diese Woche großen Be­such erhalten, da mehrere Schupoabteilugen in dem Gelände zwischen Rudingshain und Hoherodskopf ihr Scharfschießen ab­halten werden.

* Bad-Nauheim, 18. Sept. Der rekonstruierte Römer­turm auf dem Gaulskopf, einer Vorhöhe des Wintersteins, wurde heute in feierlicher Weise eingeweiht. Dadurch ist der nördliche Taunus wieder um ein stattliches Bauwekk reicher geworden. Von dem Turm aus bietet sich eine einzigartige, wunderbare Aussicht über den Taunus und die Wetterau bis hin zum Vogelsberg.

Vilbel, 17. Sept. In großen Schrecken versetzt wurde ein Mädchen aus Heldenbcrgcn, das mit dem Bügeln der Wäsche beschäftigt war und dazu ein elektrisches Bügeleisen be­nutzte. Während der Arbeit ging sie in die Kirche, ohne das Bügeleisen auszuschalten. Als sie nach einer halben Stunde von dem Gottesdienst zurückkam, schlugen ihr aus dem Zimmer die Flammen entgegen. Tisch und Schrank brannten lichterloh. Der Zimmerbrand konnte zum Glück durch rasches Eingreifen der Nachbarn gelöscht werden.

Frankfurt a. M., 19. Sept. (D i e M i n d e st l e h r - zeit im Handwerk.) Mit Genehmigung des Regie­rungspräsidenten hat die Vollversammlung der Hand­werkskammer auf Antrag die Mindestlehrzeit für Schlosser, Schmiede, Schuhmacher, Sattler, Tapezierer, Küfer und Wagner von 3 auf 3% Jahre erhöht. Die Erhöhung tritt am 1. September 1926 in Kraft.

Darmstadt. In den Ruhestand versetzt wurden der evangcl. Pfarrer Karl Strack zu Echzell unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste.

Mainz, 19. Sept. Bei den Wiederherstellungsarbeitcn im Mainzer Dom mußte das Grab des Bischofs Keteler geöffnet werden, weil der Grabverschluß tiefer gelegt wer­den mußte. Hierbei wurde eine eindrucksvolle Gedächt­nisfeier gehalten und vor der Schließung der Gruft eine Urkunde über den Vorgang eingelegt.

Kreuznach, 17. Sept. (Se lite n e Tr ad iti ons-- treue.) Auf ein 30jähriges Geschäftsjubiläum und gleichzeitige 30. Wiederkehr des Hochzeitstages konnte der Obermeister der Kreuznacher Metzgerinnung, Metzger- meister Louis Hartmann zurückblicken. Der Metz­gerberuf geht in seiner Familie nunmehr schon durch die 6. Generation. Im Jahre 1744, also vor 182 Jahren, gründete der Ururgroßvater J. A. Hartmann das Ge­schäft und schon seit 112 Jahren befindet es sich in ein und demselben Hause. Jetzt hat sich der jüngste Sohn, der einen anderen Beruf ergriffen und schon ausgelernt hatte, entschlossen, bei seinem Vater in die Lehre zu gehen, um später das Geschäft zu übernehmen.

Turnen, Sport und Spiel.

8p. Samson-Körner gibt gegen Daniels auf. Den Hauptkampf des letzten diesjährigen Berliner Freiluft- boxkampftagcs auf der Radrennbahn Treptow bestritten die Schwergewichtsboxer Samson-Körner und Gipsy Daniels lEngland). Der Kampf nahm ein vorzeitiges Ende, da Samson-Körner sich zum Schluß der fünften Runde durch eine Plötzliche,.D pehM g eine WMkelzerrung an der linken Hüfte zuzog urrd daraufhin zur .Weiterführung des Kampfes nicht imstande war. Der belgische Welte r- geivichtsmeister Hohin schlug den deutschen Meister Grimm in der vierten Runde k. o. Der belgische Feder- gewichtsmeister Hebrons wurde von Noack-Berlin über­legen geschlagen.

N. Peltzer wieder siegreich. Der beste Mittelstreckler der Welt, Dr. Peltzer-Stettin, startete am Sonnabend und Sonntag in Stockholm auf der 400-Meter-Strecke. Am Sonnabend lief Peltzer in der Schwedenstasfel die 400 Meter gegen Engdahl in 48 Sekunden. Der Schwede be­nötigte 48,7. Am Sonntag startete der Stettiner dann noch einmal in einem 400-Mcter-Einzelrennen gegen beste schwedische Klasse und siegte überlegen in 49,4.

8p. Unglück bei einem Motorradrennen. Bei dem von der Bereinigung Vogtländischer Motorradfahrer veran­stalteten großen Rennen auf der Radrennbahn Plauen- Kauschwitz geriet in der Kurve der Fahrer Brückner ins Schleudern und stieß mit seinem Rad gegen die Schuy- planke, hinter der eine große Menschenmenge stand. Der Fahrer wurde in das Publikum geschleudert, wobei außer dem Fahrer 19 Personen mehr ober minder schwer ver­letzt wurden.

N. Nurmi in Wien siegreich. Der finnische Wunderläufer Nurmi startete am Sonntag in Wien vor 45 000 Zu­schauern und gewann einen 300 Meter-Vorgabelauf in 8 :27,6 vor bester österreichischer Klasse. Der Finne wird am Mittwoch in Wien einen Wcltrckordversuch über 5000 Meter unternehmen.

N. Berlin von Budapest geschlagen. In Budapest sand bey Städtekamps Berlin Budapest statt, den die Un­garn hoch mit 62 : 35 gewannen.

Sp. Zwei Siege Körnigs in Paris. Das Pariser Leicht- athletiksportfest führte zu einem glänzenden Sieg des Deutschen Körnig-Breslau über die Franzosen. Körnig siegte im 100 Metcr-Vorgabclauf in 10h» Sekunden und erreichte damit den olympischen Rekord. Im Prix du Stade über 183 Meter siegte Körnig in 19-/» Sekunden. Die Siege Körnigs wurden vom französischen Publikum mit begeisterten Ovationen ausgenommen.

N. Großer Preis von Deutschland für Straßenfahrcr. Aus der Avus wurde der Große Preis von Deutschland für Straßenfahrer ansgcfahren. Die große Industrie­prüfung, die über 275 Kilometer führte, wurde von dem Belgier Vermandel Handbreite vor Huschke und Nörenberg gewonnen. .< - <

bl. Fußball des Sonntags. Die Punktkämpfe im Reiche, die in vielen Spielen fortgesetzt wurden, brachten nur wenige Überraschungen. In Berlin befremdet lediglich die Niederlage NNW's gegen Union-Oberschöneweide mit 1 :4. Hertha-BSC. trug gegen Union-Altona ein Gesell­schaftsspiel aus, das torlos endete. Der Hamburger SV. erfreute seine Anhänger durch einen 12 :2-Sieg gegen Eimsbüttel! In Süddeutschland siegten alle Favoriten, wenn auch teilweise sehr knavv.

Börse und Handel.

Frankfurter Börse vom 20. Sept. Die Hoffnungen, die sich an die Aussprache zwischen Stresemann und Briand knüpfen, spiegelten sich heute in der ausgesprochen freund­lichen Haltung der Börse wieder. Bei lebhaften Kaufauf­trägen'verkehrten alle Werte sehr fest, wenn auch die Kurse keine übermäßigen Steigerungen erfuhren. Von Montanwerten gewannen westliche gut; OberWefie; Mi