Einzelbild herunterladen
 

r Auch in anderer Beziehung ist Hannover in der letzten Veit in Verbindung mit traurigen Ereignissen genannt worden. Da war das folgenschwere Eisenbahnattentat bei Leiferde. Man darf wohl sagen, daß es wie ein Alp auf der Menschheit lag, als die Verhaftung der unbekanu- len Täter sich immer mehr verzögerte, und daß die Men­schen wieder ausalmeten, als endlich nach langem Schwei­gen ein Wanderbursche und der Bruder Les Weber der Polizei direkte Spuren gaben. Nicht minder froh war man in Hannover, als es endlich gelang, die Mörder bom Deister zu fassen. Der Hannoveraner fühlt sich jetzt wieder sicher im Deister, seinem hauptsächlichsten Aus- slugsziel.

Im übrigen ist man hier au der Leine eifrig bemüht, den alten Stadtteilen ein neues Gesicht zu geben. Die An­streicher wandern mit ihren Gerüsten und Farbtöpfen durch die Straßen, klettern an den alten Fachwerk- und Renaissancebauten in die Höhe und wenn sie wieder »veiterztehen, sehen wir statt des grauen, mißgestimmten Gesichtes ein freudiges, junges. Die Hannoversche Alt­stadt wird wieder jung und die Stadtverwaltung hilft nicht nur mit gutem Rat, sondern auch mit klingender Tat. Man verliert sich bei der Schaffung des neuen Kleides weder in eine allzu große Buntheit noch sucht man die Wirkung in kontrastreichem, aber für jedes Haus einheit­lichem Anstrich. Rèan hebt hier die Konstruktion des Holz- sachwerkes und die durchweg einfache Ornamentik der Massiven Renaissancebauten durch Farbe hervor. Die ver­bleibenden Flächen werden dann ebenfalls mit satten Farben gefüllt, wodurch bei aller Vielfarbigkeit ein ruhiges Bild entsteht. Am weitesten ist der Anstrich am Hohen Ufer, dem ältesten Teil der Stadt, von dem sie ihren Namen bekommen hat, vorgeschritten. Hier steigen die Häuser direkt aus der Leine heraus, und die älteren Han­noveraner, die gern nach schwungvollen Bezeichnungen suchten, nannten diese Häuserzeile mit ihren reizenden Dachgärten gernKlein-Venedig". Fraglos ist diese Stelle der alten Stadt, wo zwei Arme der Leine unter alten Brücken hindurch tief unter den Füßen der Spaziergänger zusammenfließen, ungemein malerisch. Leider hat diese Romantik auch viel Schatten, haben wir es doch hier mit der Gegend zu tun, wo Haarmann einst seine grausen Taten vollbrachte und wo polizeiliche Streifen immer er* solareich sind, - ~ ~ L.

Kriegsgerrchisurierle in Spanien.

Die Volksabstiinmung für die Diktatur.

Das Kriegsgericht in Segovia verurteilte den Leiter der dortigen Artillcriekadcttcnschule, einen Obersten, wegen der letzthin gemeldeten Gehorsamsverweigerungen zum Tode. Das Urteil wurde vom kommandierende» General des Armeekorps bestätigt, dann jedoch vom König und auch auf Vorschlag der Regierung in lebenslängliche Festung umgewandelt. Außerdem verhängte das Gericht über 45 weitere Artillerieoffiziere lebenslängliche Haft.

Nach einer Meldung desJournal" aus Madrid Diber den Verlauf der Volksabstimmung hat die Vahl der Unterschriften für das Regime Primo de Riveras 'bereits fünf Millionen erreicht. Aus einer Anzahl [von Distrikten stehen die Ergebnisse noch aus; man rechnet [mit sechs Millionen Ja-Stimmen als Gesamtergebnis. Die Mitglieder der Regierung gaben im Ministerium des Mußern ein Essen zu Ehren Primo de Riveras aus Anlatz, fdes dritten Jahrestages seines Amtsantritts,

Tagore spricht in Berlin.

Empfang bei Hindenburg. ^.-.-^

A.H. Berlin, 14. September.'

Freunde!" ruft Rabindranath Tagore den Tausenden yn, die die festlich erleuchtete Philharmonie füllen und seinen Worten lauschen, ergriffen von Ler Schönheit dieses Künders des geistigen Ostens. Und Tagore fühlt: er spricht zu Freunden, Menschen, die ihn lieben und verstehen. Eine Brücke führt von indifcher Denkart zu deutschem Geistesleben, tiefe Freundschaft verbindet Tagore mit deutschen Erkenntnissuchern. Wir verstehen beim Erleben

dieses Dichterphilosophen, denn er ist, wie viele Führer des Orients, Wilosoph und Dichter zugleich daß die Inder diesen Eeistessürsten wie einen Heiligen verehren.

Tagore spricht von der Befreiung vom egoistischen Selbst, von der Versenkung in die Erkenntnis der Wahr­heit. Ziel des gläubigen Hindus ist die mystische Eins- werdung mit dem Unendlichen, das Abstreifen aller selb­stischen Begierden, die Veredelung des Lebens. Wir ver­nehmen von der Durchdringung des täglichen Lebens mit diesen Ideen durch fahrende Sänger, die durch die Dörfer ziehen und philosophische, religiöse Gesänge dem Volke bringen. Er selbst, Tagore, will nichts anderes als solch ein Sänger sein. Auch seine Philosophie ist Dichtung. Philosophie ist in Indien nicht nur Gut einer kleinen Ge­lehrtenkaste, sondern Besitz des ganzen Volkes. Sie adelt Las Leben, läutert die Beziehung von Mensch zu Mensch.

Spürte man in seinem Vortrag den Ernst und das heilige Feuer des tief religiösen Menschen, so fühlte man in seinen Versen, die er in der Ursprache, bengalisch, sprach (unb die die Tagore-Verkünderin, Frau Freud-Marlè, deutsch wiedergab) den gütigen, liebenden Menschen.

Man glaubt die Worte auch in der fremden Sprache zu verstehen, wenn Rabindranath Tagore sie mit schönem Klang, fast singend, mit unendlich plastischen Gebärden Ifeiidit Bald sind seine Perle wie ein Kampfruf, bâjpie

die süße Zartheit zweier "Liebètid en^bald tote daZ'Dpielcn" der Kinder.

Als er geendet, umbranste ihn dankbarer Beifall, häuf­ten sich Rosen aus dem kleinen Vortragstisch, fühlte er die Verehrung feiner Freunde. Und gleiches wird er empfun- deu haben, als er heute beim Kultusminister Dr. Becker gefeiert wurde unb wenn ihn Mittwoch Reichspräsi­dent v. Hindenburg empfangen hat.

Neuere Meldungen.

Die Partklailsschußsitzung des SemrumS in Erfurt.

Berlin. Die Germania mclbct, daß die Sitzung deS Neicysparlciansfchusses des Zciurnms am 31. Chober tn Ersun statt finde!. Am 30. Oktober werde ebenfalls in Erfurt eine Sitzung des ReichSpaneivorsianvcS abgehalicir.

Donnerstag Prozcßbcgiiiii Schröder.

Magdeburg. Am Donnerstag wird vor dem Magdeburger Schwurgericiu unter dem Vorsitz des Lnndgcriclnsdiretwrs Löwenthal der Mordprozeß Schröder beginnen, dessen Bar- gcschiciue die ÖfscntliLkeil so lebhaft Durch den bekannten Konilikl zwischen Unlcrsucknmgsnchler und Berliner Krimtmil» Polizei beschäftigt Hai. Schröder wird des Raubmordes, der Scheckfälschung und der Verleitung zum Meineid angeklagt. Dem Angeklagten Schröder ist Ncchisanwali Häver als Cfh- zialvcrteidigcr gestellt worden, nachdem sein früherer Verteidi­ger. KoriilM, Die Verteidigung niedergelegt hat.

Geldmittel für den Bau des Dresdener HygicncanuscmnS.

Dresden. Wie Die Dresdener Nachrichten erfahren, hat das Rcichssinanzministerliim Die Einstellung von zwei Mil­lionen Marl als Beilrag für Den Bau des Hugieuemuseums beschlossen. Somit kann vorbehaltlich Der Zustimmung des Reichstages Der Bau Dc8 Museums als gesichert gelten. Be- kanntlich habe Der Sächsische Landrag kürzlich 500 000 Mark als ersten Teilbetrag von zwei Millionen Mark bewilligt, während die Stadt eine Million Mark und Den Bauplatz zur Verfügung stellte.

600 Schafe verbrannt

Natzcbiirg. Infolge von Blitzschlag brach in einem zum Vorwerk Amalienruh gehörenden ©ebafftaU Feuer aus, wobei etwa 600 Schafe in Den Flammen umkamen.

MffenverMlMgm in Wtorg.

Duisburg. Infolge Genusses vervorbemer Fleischwaren sind hier 37 Personen erkrankt. Acht von ihnen mussten dem Krankenhaus zugeführl werden. Die Metzgerin, aus Der die verdorbene» Fleischwaren stammten, wurde von der Polizei ge­schlossen, nachdem durch Die bakteriologische Untersuchung bei einigen Erkrankten Paratyphus icftgcftelh worden war.

Zwei Arbeiter ertrunken.

Eisleben. Wie erst jetzt besannt wird. ertranken in einem Teich bei Eisleben zwei Ziegelotarbeuel, die sich in dem Teich von einem Floß aus waschen wollten. Plötzlich schlug das Floß um und Die Drei auf Dem Floß befindlichen Arbeiter stürzten ins Wasser, wobei zwei ertranken. Der Dritte konnte gerettet werden. . ,.

BolkswohlfahrtSminister Hirt fieser in Wien.

Wien. Der preußische Wohlsahnsminister Dr. Hirtstefer, Staatssekretär Scheidt, Ministerialrat Leymann, Oberregie- rungsral Behrendt sowie Ministerialrat Dr. Wölz vom Reichs- arbeilsministcrium sind zur Teilnahme an Dem Julernatio- nalen Wobnungs- und Siädiebaukongrcß hier cingetrossen.

Aus Keffen-Aaffau und Aachbargebieten.

Merkblatt für den 16. September.

Sonnenaufgang 5 II Moirdaufgamg " 3" N.

Sonnenuntergang 6" I* Monduntevgang 1119 N.

1809 Erschießung der Schillschen Offiziere in Wefel., 1834 Der Dichter Julius Wolff geb.

Die Einsamkeit, verbunden mit dem ruhigen Anschaucn der Natur, mit einem Harem, heiteren Bewußtsein seines Glaubens über Schöpfung und Schöpfer und verbunden mit einigen Widerwärtigkeiten von außen, ist die einzige wahre Schule für einen Geist von edle» Anlagen; und wer nicht seine schönsten Träume in der Einsamkeit träumt, wer nicht so weit gekommen ist, daß er jede menschliche Gesellschaft, alle Zerstreunngen und allen Umgang der faden Welt, ja sogar den Umgang mit grossen Seelen und wirklich guten Gemütern entbehren kann, wer sich nicht selbst genug, wer nicht die erste beste Unterhaltung in sich selbst, in der Tiefe seines eignen Ichs findet, der schiebe seine Ansprüche auf Geistesgröße beschcidcntlich in die Tasche zu den übrigen Brotkrumen und Bettelmünzen, die dort befindlich sind, und schleiche sich fort aus dem Gesichte der heiligen Natur, der er doch nicht amgehört.

Gottfried Keller,

Wetterbericht.

Im Bereiche eines Zwischenhochs, das den ostwärts an­ziehenden Randstörungen von Westen her nachgefolgt ist, hat die Bewölkung wesentlich abgenommen. Die Regensällc haben aufgehört. Es ist jedoch zu erwarten, daß bald wieder Bewöl­kungszunahme eintritt, da über Südengland und Irland ein neues Regengebiet liegt, das langsam ostwärts vordringt. Vorhersage bis Mittwoch abend: Bei westlichen Winden wie­der Neigung zu Niederschlägen. Aussichten für Donnerstag: Fortdauer der unbeständigen Witterung, jedoch nicht ausge­sprochen regnerisch.

Hinterbliebenenrenten. Am 31. Dezember b. I. läuft für diejenigen Hinterbliebenen von Angestellten, die in der Angestelltenversicherung versichert waren, aber noch nicht die Wartezeit von 120 Beitragsmonaten erfüllt hatten, die Frist ab, in der sie noch nachträglich einen Antrag aus Be- willigung von Witwen- und Waisenrenten stellen können. Anträge müssen deshalb schnellstens eingereicht werden. Die Anträge können gestellt werden bei der Geschäftsstelle des Ortsausschusses der Vertrauensmänner für die An- gestelltenversichcrung.

Fulda, den 15. September 1926.

Typhus in Fulda!

Wie uns soeben amtlich mitgeteilt wird, sind auch in Fulda und Umgebung einige Fälle von Typhus fcstgc- itcHt worden. Es handelt sich in allen Fällen um die leichtere Form des Paratyphus. Sämtliche Kranke sind bis auf einen Fall, bei dem Verbreitungsgefahr nicht vor- liegt, im hiesigen Landkrankerhaus untergebracht. Da cs sich bei Typhus um eine Erkrankung des Magens und Darmes handelt, ist das beste Vorbcugungsmittcl die Sauberkeit in Bezug auf Nahrungsmittel und deren Zu­bereitung. Da die Verbreitung auch hauptsächlich durch die Ausleerung der Kranken geschieht, ist auch hier große Vorsicht nötig. Es empfiehlt sich in jedem Verdachtsfalle ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Anfrage und Anträge an den Magistrat.

Die Stadtverordneten Dr. Weymar, Ed. Schmidt und Enders haben folgende Anfrage und Anträge an den Magistrat gestellt:

Wie jetzt festgestellt wird, sind ca. 500 Eewerbesteuer- abrechnungsbescheide seitens des städtischen Steueramtes

am vergangenen Donnerstag zur Absendung gebracht worden. Wie verträgt sich diese Maßnahme mit der Er­klärung des Magistrats in der letzten Stadtverordneten­versammlung, daß vor Erteilung von Abrechnungsbeschei-, den über die Höhe der einzuziehenden Steuer die Finanz-- kommission und die Stadtverordnetenversammlung gehört werden soll?

Wir beantragen baldigste Einberufung der Finanz­kommission, in der zu der obengeftellten Frage Stellung ge­nommen und die in der vergangenen Stadtverordneten­versammlung gegebenen Anregung bezw. gestellten An­träge unter zu Grundelegung der herausgegebenen Ab, rechnungsbescheide behandelt werden sollen.

Gegen die städtische Gcwerbesteuerveranlaguiig.

Akit dem gleichen Gegenstand wie Die vorstehend mitgeteilte Anfrage an den Magistrat wird sich morgen abend eine Ver­sammlung der Kaufleute und Hairdwerker Fuldas im Gasthaus Zur Traube" beschäftigen. Dort sollen Entschlüsse der Gc- werbetreibenben gegen die Gewerbesteuernachzahlungen, durch Lie die gesamte Fuldaer Geschäftswelt in große Erregung ver­setzt worden ist, gefaßt werden. Die Protestvcrsammlung, auf Die mir alle Gewerbetreibenden, Kaufleute und Handwerker nachdrücklichst Hinweisen, will die auf Grund des Antrages Dr. Weymar-Ed. Schmitt demnächst zusammentretcnde Finnnzkonr- miffion mit den nötigen Unterlagen versehen und sie über die verzweifelte Stimmung innerhalb der Fuldaer Geschäftswelt aufklären.

Wichtig für Sozialrentner.

Am Freitag, Den 17. September vormittags 912 Uhr wird an Der städt. Wohlfahrtskasse Die Unterstützung für September 1926 an Die hilfsbedürftigen Sozialrentner der Stadt Fulda ausgezahlt. Die angegebene Zeit wolle genau eingehalten werden.

Selbe Ausweise stirb mitzubringen.

Ohne Ausweiskarte wird keine Unterstützung ausgezahlt.

Achtung! Wohnungssuchende!

Das Wohnungsamt erinnert nochmals daran, daß laut amtlicher Bekanntmachung des Magistrats alle Woh­nungssuchenden die in ihrem Besitz befindlichen Vormer- kungskarten regelmäßig alle 6 Monate beim städtischen Wohnungsamt vorzuzeigen haben. Wer also seine Woh­nungskarte schon längere Zeit nicht vorgezeigt hat, tut gut daran, Dies sofort nachzuholen, auch wenn schließlich noch nicht 6 Monate seit Der letzten Meldung verflossen! s sein sollten. Er setzt sich andernfalls der Gefahr aus, von der Liste der Wohnungssuchenden gestrichen und bei zu später Meldung als Neubewerber behandelt zu werden, was bei der großen Zahl der Wohnungssuchenden gewiß ein ganz gewaltiger Nachteil wäre. Der Termin für die Vorzeigung der Karten läuft mit dem 30. September ab.

Vom Landesverein für Znnnere Mission.

Es war im Frühjahr 1864, als sich auf der Molkenkur überm Heidelberger Schloß ein kleiner Kreis von Män­nern aus Baden, Württemberg, Hessen und der Pfalz zu­sammenfanden, um über die Fragen und Anliegen der Inneren Mission zu beraten. Der Reiseprediger des Ber­liner Central-Ausschusses für Innere Mission, der spätere Eeneralsuperintendent D. Hesekiel, hatte sie zusammen- gebeten. Es galt, die da und dort vorhandenen Ansätze von Vereinen und Anstalten der Inneren Mission zusam­menzufassen zum Austausch ihrer Erfahrungen, zu gegen­seitiger Unterstützung und Förderung ihrer Bestrebungen. Diese Zusammenkunft führte zur Begründung derSüd­westdeutschen Konferenz für Innere Mission." Gleich im Herbst jenes Jahres fand in Bruchsal eine erste größere Versammlung statt, in welcher die Satzung beschlossen wurde. Auf dem Boden Ler Landeskirche sollte dnM' EW weckung der freien christlichen Liebestätigkeit, Bekämpfung der sittlichen Nöte und Schäden, Gewinnung der dem christlichen Leben Entfremdeten, Rettung der Verlorenen, Bewahrung der Gefährdeten gearbeitet werden. Die Konferenz sollte in keines der angeschlosscnen Gebiete maßgebend eingreifen, sondern nur den brüderlichen Dienst leisten, in dem jedes Glied dem anderen mit seinen be­sonderen Gaben hilft und eines das andere zu weiterem Wirken anregt.

Diesen Dienst hat die Konferenz nun 62 Jahre lang geleistet. Im Laufe der Jahre hatte sich das Elsaß ange­schlossen, das uns leider wieder verloren ging. Der Re­gierungsbezirk Wiesbaden mit Frankfurt a. M. und vor drei Jahren auch der Kasseler haben sich angegliedert, und die Jahresversammlungen haben nach einander in allen angeschlosscnen Gebieten stattgefunden. Zum ersten Male kehrt die Konferenz in ihrem nördlichen Gebiete in Fulda ein. Möchte ihr auch hier eine freundliche Auf­nahme und eine gesegnete Tagung beschert sein.

Schule Loheland.

Man schreibt uns:

Am Sonntag fand vor einem großen Kreis geladener Gäste (Fuldaer und Landleute) Die zweimalige Aufführung des MärchenspielesDas Feuerzeug" von Andersen statt. Ueber die ganz vortreffliche Darstellung läßt sich wenig sagen. Wollte man irgend eine Künstlerin nach Gebühr loben, so würde man andere, ebenso tüchtige Mitwirkende benachteiligen. Vor und nach Der Aufführung besichtigten die Gäste unter Führung von Loheländerinnen eine kleine Ausstellung sehr schöner^ Webe-, Flecht- und Drechslerarbeiten. Ferner wurde Der neue Franzis- kusbau, ein Muster an Gediegenheit, Einfachheit und Zweckmä­ßigkeit gezeigt und bewundert.

Zur Vollendung des Franziskusbaues und zur abermaligen Erweiterung des Wirkungskreises der Schule Loheland möchten wir die zielbewußte, tatkräftige Leitung wärmstens beglück­wünschen. Die Lohèländerinnen, denen man früher in unserer Gegend mit viel Mißtrauen und mit manchen Vorurteilen begegnete, genießen jetzt überall Achtung und Zuneigung. Man schätzt die künstlerischen, lebenserneuernden und erziehenden An­regungen, die Fuldaer und Rhöner ihnen verbauten. Man liebt und bewundert die Einfachheit, Natürlichkeit und Schlicht­heit ihrer Lebensführung. Möge Loheland auch künftig in allen seinen Zweigen gedeihen und erstarken!

Neues Theater.

Seine Söhne" mit dem UntertitelDie sich ihrer Eltern schämen", betitelt sich der seit gestern abend rol­lende Film. Der vom Vater verzogene und in jeder Be­ziehung bevorzugte Sohn, der durch Studium und Stre­bertum in eine andere Gesellschaftsklasse einbringen will, muß am Schlüsse einsehen, das nur wahre Herzensbildung, wie sie fein in einfachen Verhältnissen erzogener Bruder besitzt, aufwärts führt. Den Vater der beiden Söhne, der für Den einen Sohn die größten Persönlichen Opfer bringt, während er dem anderen in allen Sachen mit dem größten Mißtrauen begegnet, spielt Rudolf Schildkraut, der hier eine prächtige Leistung seines Könnens zeigt. Auch der zweite FilmWege des Schicksals" mit Grete Reinwald ist recht unterhaltend gedreht.

* Hünfeld, 15. Sept. In Der Gemarkung Molzbach wurden mehrere mit Knochenrestc gefüllte Bostattungsurnen gefunden. Außerdem wurden früher schon verschiedentlich Schcrbenrcste von Bestattungsurnen und Beigaben zu Bestattungen gefun­den. Die Annahme scheint berechtigt, daß man es hier mit einem vorgeschichtlichen Gräberfeld zu tun hat. Die Funde wurden dem Hünfelder Heimatmuseum überwiesen.