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EröffnLMg öer Kölrre» Me^e.

Ncde des Reichsjustizministers Dr. Bell.

Bei der Eröffnungsfeier der Kölner Messe begrüßte Oberbürgermeister Dr. A d e n a u e r die Anwesenden und führte n.' a. eins: Die Kölner Liesse sei bedeutend kleiner, dafür aber auch besser und güalitatsfahiger geworden. Trotzdem bleibt gerade der Kölner Messe die schöne Aus­gabe, den intensiven Warenaustausch mit den westlichen Industrieländern zu fördern. Generaldirektor Esch vom Kölner Messeamt skizzierte kurz die Einzelheiten dieser Aufgabe. Geheifprat Dr. Sil v e rber g als Vertreter der Industrie hielt eine längere Rede, in der er zunächst betonte, die Industrie habe nach dem Kriege alles getan, um wieder auf die Höhe zu kommen. Sie sei im Kriege technisch in jeder Art und Weise nicht mit dem Auslande mitgekommen, so daß es nötig war, im Ausland neue Bei­spiele zu suchen. Eine nationale Ausgabe sei eS, die über­flüssigen Arbeitskräfte unterzubringen. Trotz aller Be­mühungen der Industrie bleibe immer wieder der Absatz eine der Hauptgrundlagen der ProLukjion. Der Redner dankte im Namen der Industrie für die Arbeit, welche die westliche Industrie vom Standpunkt der Messe aus ge­leistet habe. Zum Schluß sprach noch der Vorsitzende des Rcichsverbandes der Teutschen Industrie, Geheimrat Dr. Duisberg.

Während des Pressebanketts erschien Reichsjustiz­minister Dr. Bell im Saal und ergriff das Wort zu einer Rede, in der er in temperamentvollen und oft von Beifall unterbrochenen Worten sich vor allem mit der

außenpolitischen Lage

beschäftigte. Alle, die heute für die Verständigung und gegenseitige Befriedung eintreten, kamen mehr und mehr zu der Überzeugung, daß ein Wiederaufbau Europas ohne die tätige Mitwirkung des Herzens Europas, Deutsch­lands, nicht möglich sei. Aber eines dürfe dabei nicht aus den Augen gelassen werden: der Geist von Gens sei un­vereinbar mit dem Geist von Versailles. Um unserer schönen Augen willen tue weder einer unserer früheren Gegner noch auch kaum ein Neutraler etwas für uns, aber sie beide seien zu der Überzeugung gekommen, daß ein gesundes Wirtschaftsleben und eine Wiederherstellung der zertrümmerten Finanzen Europas ohne die tätige Mit­wirkung Deutschlands unmöglich fei, und über das Wirt­schaftliche hinaus zeigten sich auch schon wieder alte kultu­relle und ideale Zusammenhänge.

politische Kundscharr.

Deutsches Reick

Hindenburg Ehrenbürger von Dietramszell und Schöncgg.

Die vereinigten Gemeinden Dietramszell und Schönegg ernannten den Reichspräsidenten von Hinden­burg in feierlicher Weise zum Ehrenbürger. Die Bürger­meister sowie Mitglieder des Gemeinderates überbrachten dem Reichspräsidenten die Ehrenbürgerrechtsurkunde, zu­gleich mit einem Gemälde des Schlosses Dietramszell. Der Reichspräsident erklärte in herzlicher Weise, wie sehr ihm der Aufenthalt in Dietramszell gefallen habe. Er habe den Wunsch, im nächsten Jahre wiederkommen zu können.

Um die Große Koalition im Reich.

Aus der Dresdener Tagung des Rcichsverbandes der Deutschen Industrie hatte der rheinische Großindustrielle Dr. Silverberg an die Sozialdemokratie die Aufforderung gerichtet, sich an den Regierungsgeschäften wieder aktiv zu beteiligen. Während bisher die sozialdemokratische Parteileitung eine klare Antwort auf diese Aufforderung nicht gegeben hat, hat jetzt der Vorsitzende des Allgemeinen deutschen Gewerkschastsbnndes, Leipart, erklärt, daß die verantwortlichen Führer der Gewerkschaften in ihrer über­großen Mehrheit für die praktische Mitarbeit in der Re­gierung sind. Allerdings muß, so erklärte Leipart, die Entscheidung über die Große Koalition der Sozialdemo­kratischen Partei überlassen beiden.

Tie Lasten des besetzten Gebiets.

In einer Besprechung der Stadtverwaltung Koblenz mit dem Reichsminister für die besetzten Gebiete, Dr. Bell, wies Oberbürgermeister Dr. Russell darauf hin, daß Koblenz als diejenige Stadt bezeichnet werden müsse, die besonders st a r k unter den Besatzung s- lasten zu leiden habe. In Koblenz habe seit den Be­sprechungen in Locarno die Zahl der Besatzungstruppen nicht abgenommen, sondern sei immer noch wesentlich ge­steigert worden. Koblenz habe im Frieden 'eine Garni­son von 5000 Mann gehabt und müsse jetzt 10 000 Mann Besatzung beherbergen. Trier zählte im Frieden eine Garnisonstärke von 7500 Mann und habe heute 8300 Mann Besatzung. Die Garnison Mainz betrug im Frie­den 10 000 Mann, während beute 16 000 Mann Be­satzungssoldaten Mainz besetzt hielten. Aus diesen Zif­fern ergebe sich, daß die prozentuale Belastung in Koblenz am stärksten sei, dazu komme noch, daß die Wohnungsan­forderungen durch die interalliierten Ausschüsse vermehrt würden.

Aus Zu- und Ausland.

Berlin. ReiSssinanzministcr Dr. Reinhold tritt im Anschluß an seinen Aufenthalt in Darmstadt eine Urlaubs­reise H a cb Spanien an. Die Arbeiten Der Reichsverwal- tunasrcjorm werden durch die Reise des Ministers keine Ver­zögerung ersahren.

Karlsruhe. Der Vcrtreteriag des Hilssbundes für die E l s a h - L o l h r : n g e r im Reich nahm zur Enlsckädigungs- frage eine Einschließung an, tn der die Reichsregierung aus- geforderl wird, mit den Interessenvertretungen nunmehr in EMschädignngsverhandlungen einzutreten und die Pflicht des Teutschen Reiches den Geschädigten gegenüber zu erfüllen.

München. Reichspräsident von Hindenburg empfing aus dem Holzkirchener Bahnhof in München in seinem Salonwagen eine Abordnung der 19011903 von ihm geführten 28. Brigade. Bei der Ein- und Abfahrt des Zuges wurde der Reichspräsident dlirch lebhafte Hochrufe geehrt.

Paris. WieChicago Tribune" aus Bukarest meldet, ist zwischen König Ferdinand und dem ehemaligen ru­mänischen Kronprinzen Karo! eine völlige Aus­löhnung erfolgt. Dieser sei aufgeforDert morden, nach Ru- inänieii zurüäzukehrcn, und werde Anfang nächsten Monats in Bukarest erwartet.

Quebec. Ter Führer der Deutschen TemokzaNschen Partei, Koch, ist zu einer privaten Studienreise hier eingeirossen. Er will prüfen, welche Möglichkeiten sich in Kanada für deutsche Auswanderer bieten.

Reuere Meldungen.

Der Reichspräsident in Berlin.

Berlin. Reichspräsident von Hindenburg traf mit dem fahrplanmäßigen Fern-D-Zug aus München in Berlin ein. Der Reichspräsident wird sich nur kurze Zeit in Berlin auf* halten und sich am Freitag, den 17. d. Mis., nach Baa Mergencheim zu den in der dortigen Gegend staujindenoen Manövern begebe».

Verhaftung eines Mörders.

Weimar. Am 10. September wurde im Walde bei Molbitz die 21 jährige Luise Koch aus Neustadt a. d. Orla ermordet ausgesunden. Aus Grund zurückgelasscuer Beweismittel wurde der 19 jährige Knecht Alois Markl, der mit der Koch ein Ver­hältnis hatte, am 11. September in Regensburg verhaftet und Dem dortigen Amtsgericht zugcsühn. Markl hat Die Tal eiugestandeu.

Verhaftung von Falschmünzern.

Gern. Tie Kriminalpolizei bat hier mehrere Metall­arbeiter verhaftet, Die aus ihren Arbeitsstätten Messing stahlen und daraus falsche FinckzigpfennMücke herstelftcn. Die Tages­produktion sollte etwa fünf bis zehnA(ark Falschgeld betragen.

Tragischer Abschluß einer KirmeSscier.

Sangerhausen. Einen tragischen Abschluß sand eine KirmeSscier in Bretleben an Der Bahn SangerhausenErsun. Als der 29 jährige nuverhoiratele Ingenieur Vollrath srüh- morgcus von Bretleben nach Dem Babuhos Bretleben zurück- gmg, geriet er mit Dein Bahnwärter Müller wegen einer gering­fügigen Ursache in Streit. Beide waren angeheitert. Im Ver­lauf des Wortwechsels zog Müller einen Trommelrevolver und gab drei Schüsse aus den Ingenieur ab. Die ihn auf Der Stelle töteten.

Bierköltcr unternimmt einen neuen Kanalschwilumversuch.

Köln. Bei einem Festabend, Den bet Kölner Schwimm- Hub Poseidon zu Ehren PierkötlerS veranstaltete, wurde mit- geteilt, daß Vierköttèr sofort mit seinem Trainer Barenschee wieder nach Calais fährt, um bei einem erneuten überqüeruugs- Versuch Den Weltrekord zurückzucrobern.

Preußische Anleihe für die rheinischen Bäder.

Koblenz. Den preußischen Bädern des besetzten Gebietes ist von Der Regierung eine Anleihe von fünf Millionen Mark zur Verfügung gestellt worden. Das Geld ist nach Drei Jahren bei 5 bis 6 % Zinsen zurückzuzahlen. Die Anleihe soll dazu Dienen, notwendige Erneuerungsarbeilcn in den Badeorten vorzunehmen.

Großfeuer in Schlesien.

Breslau. Die Breslauer Neuesten Nachrichten melden aus Oppeln: In Dem so oft von Bränden heimgesuelUen Dorf Friedrichsgräy kam im Bodenraum eines Hauses bei Dem Anlieger August Bredel Feuer aus, das aus die Wirtschaften von Paul Strelitz und Der Witwe Kraiczn übersprang. Die beide ein Raub Der Flammen wurden. Es wird Braudsns- tung angenommen. Der Bevölkerung hat sich wegen Der wiederholten Brände große Unruhe bemächtigt.

Deutscher Schach sieg in Spa.

Brüssel. Beim Internationalen Schachturnier in Spa teilten sich Samisch (Deutschland) und Thomas (England) punktgleich in den ersten Preis.

Eingeborenen Massaker in China.

London. In Hanyang und Hankau kam es zu schweren Revolten in den Eingeborencuvierlcln. In Hankau wurden zwölf Kulis massakriert.

Zwischenfälle in den Wandclgângen Der Italienischen Kammer.

Rom.Tevere" meldet, daß Der Führer Der Katholischen Volkspartei. Gronchi, sowie mehrere fommmuftifebe Abge­ordnete durch faschistische Abgeordnete ans den Wandelgängen der Kammer b i tt a u s g e w o r i e n wurden.

GiaöieMhÜäen.

Borken und Ratingen.

In vielen Sonderzügen trafen Tausende von Teil­nehmern in der a!iebrwürdigen Stadt Borken i. W. ein, um das Fest der M-Fahr-Feier zu begehen. Die Feier wurde eingeleitet mit einem Fnckelzng durch die festlich geschmückten Straßen Borlens, die irr den Abendstunden illuminiert waren. Nach Dem Festgot 1 esdienst in allen Kirchen Borkens erfolgte die Einweihung des Krieger­denkmals im Stadtgarten. Hierbei gedachte Generaileiit- nant Freiherr von Lede o nr der uMeskmewku krieges. Am Nachnkittag zeigte ein historischer Festzug zahlreiche Geschehnisse aus Der Geschichte Borkens.

Die Stadt Ratingen beging das Jubiläum ihres 650jährigen Bestehens. Auf dem Biarktplatz fand die offizielle Festfeier statt . Bürgermeister Scheiff begrüßte die erschienenen Vertreter Der verschiedenen Behörden, von Industrie, Handel und Gewerbe usw. Sodann gab er einen Überblick über die geschichtliche Entnücklung Der Stadt Ratingen. Dann fand ein großer Festzug statt, in dem die geschichtlichen Ereignisse Ratingens in schönen Gruppen dargestellt wurden._____

Aus Seffkn-Raffau und Aach-argebieteu.

Merkblatt für den 15. September.

Sonnenaufgang ö^ II Mondausgang 2 R.

Sonnenuntergang 6 Monduntergang IIP N 1834 Der Geschichtschreiber Heinrich von Treitschke geb. 1869 Der Maler Fritz Overbeck geb. 1917 Revolution in Rußland, Absetzung des Zaren.

Kräfte lassen sich nicht mitteilen, sonder» nur wecken.

L. B ü ch ner.

Wetterbericht.

Die Westwindströmung beherrscht zur Zeit die Witteruug Europas. Die Randstörungen, die Bewölkung und leichte Nie­derschläge brachten, sind zwar im wesentlichen schon westwärts abgezogen. Da aber im Nordwesten sich neue Störungsgebiete ausbilden, so wird die eintretende Vewölkungsabnahine nur vor­übergehend bleiben. Die Temperaturen bleiben kühl. Vor­hersage bis Dienstag abend: Nach vorübergehender Bewölkungs­abnahme wieder zunehmende Bewölkung und später auch Nieder­schläge. Kühle westliche Winde. Witterungsaussichten für Mittwoch: Unbeständig, jedoch nicht ausgesprochen regnerisch, kühle westliche Winde. |

gu^ba, Den 14. Septemb er 1926

Postalisches von der Fuldaer Hütte.

Die von dem Rhönklub errichtete Fuldaer Hütte auf der Maulkuppe liegt im Landzustellbezirk der Postagentur in Poppenhausen.

Evangelischer Volks-Verein.

Es ist beabsichtigt für unsere Jugend eine Tanzstunde bei annehmbarem Preis einzurichten. Diejenigen jungen Mädchen und jungen Männer, die Interesse hierfür haben, wollen ihre Anschrift im Briefkasten desVolksvereins im Gemeindehaus bis Sonntag, den 19. ds. Mts. abgeben.

Der Ausflug nach dem Cybillenhof wird bei genügender Beteiligung mit Autos unternommen. Der Fahrpreis wird ca. 1.20 Mark betragen. Meldungen zur Beteiligung wolle man bitte bis Donnerstag abend ebenfalls im Briefkasten im Ge­meindehaus abgeben. Näheres wird durch Inserat bekannt­gegeben.

Landesverein für Innere Mission.

Mit der Inneren Missions-Tagung, die wie wir schon berichteten vom 25.-28. September b. Js. hier stattfin­det, sind mehrere Sonderveranstaltungen verbunden. Sonntag nachmittag findet unter Leitung des Landes­jugendpfarrers Lic. Dr. Neubauer-Kassel eine Jugend- feier für die Fuldaer Jugend und die evangelischen Jugendvereine des Kirchenkreises statt. Nach einer Feier in der Kirche um 2 Uhr wird man im Zug nach der schön

gelegenen Erillenburg ziehen Dort wird unter anderen Landesjugendpfarrer Horning aus Baden zur Jugend sprechen. Der 26. September verspricht somit ein rechter Festsonntag für Jung und Alt zu werden. Gleichzeitig vereint die Kurhèssische Fraüenhilfe von 3 Uhr ab im evangelischen Gemeindehaus ihre Mitglieder zur (Gene­ralversammlung. Bon Pfarrer Schützler-Wiesbaden, einem Vorkämpfer der evangelischen Frauenarbeit, wird ein Vortrag über evangelische Frauenfragen gehalten werden. Äjie dort von bet Jugend, wird hier von den evangelischen Frauen unserer Stadt erwartet, baff sie die Gelegenheit nicht vorüber gehen lassen, an dieser grossen Versammlung teilzunehmen. Gleichzeitig wieder­holen wir unsere Bitte um recht weitgehende Bereitstel­lung von Freiquartieren. Jeder der hierzu in der Lage ist und sich bisher noch nicht in die herumgehende Liste eingezeichnet hat, wolle dieses recht bald im Ev. Gemein­dehaus melden.

Fulda-Rhön-SLngerbund.

Das nächstjährige Buudesfest, das bekanntlich in Peters­berg bei Fulda abgehalten wird, findet am 1G Juni 1927 statt. Der GesangvereinConcordia", Petersberg, der heute zirka 70 aktive Sänger hat, wählte zum Vorsitzen­den des Festausschusses Herrn Sebastian Hohmann. Dem festgebenden Verein steht die prachtvolle Turnhalle, die vor kurzem im Rohbau fertiggestellt wurde, zur Verfü­gung. Der sestgebende Verein wird sich alle Mühe geben, das Fest zu einem wirklich schönen zu gestalten. Sânges- freunbe dürfte es auch interessieren, dâtz am 31. Oktober b. Js. im Stadtsaal das diesjährige Buudeskonzert statt­findet.

Von der Edeka-Ausftellung.

Die Ausstellung erfreute sich bisher eines recht regen Be­suches. Der Sonntag brachte einen Besuch von. ca. 1800 Perso­nen, auch der gestrige Montag bürste nicht viel weniger Be­sucher aufzuweisen gehabt haben. Während in den Vormittags­stunden sich der Verkehr in mäßiger Weise abspielte, war der Andrang nachmittags zeitweilig wieder so stark, daß derbe­rühmte Apfel" nicht zur Erde fallen konnte. Besonders stark war auch der Besuch der Landbewohner aus der näheren Um­gebung Fuldas. Diejenigen, die das Glück hatten, als jedes­maliger 100. Besucher eine nett ausgestattete Bonbonniere in Empfang zu nehmen, quittierten mit einem dankbaren Stimmt- zeln. Eine von Der Firma Zentral-Drogerie Carl Pauly gestif- tote Ernemann-Rollfirm-Camera wirb dem 5000. Besucher über- reicht werden.

Der Eintrittspreis ist durchweg auf 25 Pfennig festgesetzt worden. Es dürfte diese Herabsetzung nicht wenig zu einem weiteren Massenbesuch beitragen.

Gartenbau-Verein.

Nach zweimonatlichen Ferien hielt der Gartenbauverein am Montag abend wieder eine Monatsversammlung ab. Der Vor­sitzende des Vereins freute sich über den sehr guten Besuch. Es wurde darauf aufmerksam gemacht, daß nächsten Sonntag 11 Uhr vormittags die Prämiierung der in diesem Frühjahr an die Schulen ausgegebenen Blumenstöcke stattfindet. In recht aus­führlicher Weise berichteten die Herren: Kunstgärtner Ries und O. P. 6. a. D. Kreis über die diesjährige große Gartenbau- Ausstellung in Dresden mit ihrem mächtigen Umfang, ihrer entziickenden hochstämmigen und niedrigen Rosenschau mit zahl­reichen Neuheiten, den verschiedenen Gewächshäusern neuester Bauart, den zahlreichen Sonderausstellungen mancherlei Art, den Schulgärten, der Frühgemüse-, Kirschen- und reichhaltigen Beeren-Ausstellung. Selbst der ganze Werdegang der Gärt­nerei. die alten Lehr- und Meisterbriefe, ferner die Schädlinge des Obstbaues und deren Vertilgung, Düngungsversuche u. a. tn. konnte der Besucher beobachten. Herr Ober-Postschaffner a. D. Niedling berichtete über die recht schöne Bepflanzung der Fen­ster und Balköne in hiesiger Stadt, besonders anläßlich des goldenen RhönfludfndUänvrsi kejiWMM werden, daß die Einwotznerschaft dieses Jahr ein viel größeres VW Interesse für anheimelnden Blumenschmuck an den Häusern ge­zeigt habe als in den letzten Jahren. Da von einer Prämiie­rung dieser Ausschmücker leider in diesem Jahre abgesehen wer­den mußte, so wurde Allen, die zur Belebung der Häuserfronten beigetragen hatten, für ihre vortrefflichen Ausschmückungen lo­bende Anerkennung gezollt. Es wurde der Wunsch geäußert, im nächsten Jahre eine Prämiierung für Fenster- und Balkon'- sch.nuck vorzunehmen. Anfragen zur Behebung der sogen. Honigkrankheit der Myrrthenstöcke und Oleander wurden fach­männisch von den Herren Kunstgärtner Ries und Lehrer Agricola-Künzell beantwortet. Es folgte zum Schluffe die Verlosung von 50 Blumenstöcken. Die nächste Versammlung findet am 11. Oktober statt.

Gründung einer Drogisteuschule.

Vor zirka 14 Tagen wurde hier die Gründung einer Drogistenschule vollzogen, zu deren Besuch jeder im Dro­gistengewerbe tätige Lehrling verpflichtet ist. Die Schule untersteht der Leitung eines Kuratoriums, das sich aus den Herren Pauly, Steyer und Müller zusammensetzt. Die Schulstunden finden jeden Mittwoch und Freitag abend in der Zeit von 710 Uhr im Chemie-Saale Der Oberrealschule statt. Als Fachlehrer sind die Herten^ Dr. Wilke und Herr Geschäftsführer Koch verpflichtet worden.

Meisterkapitel des Jungdeutschen Ordens.

In dem alten historischen Lahnstädtchen Wetzlar waren am Samstag und Sonntag die Balleien: Rhön, Waldeck und Hessen des Jungdeutichen Ordens versammelt. Recht zahl­reich waren die Bruderschaften aus diesen Balleien, teils mit den Zügen, teils mit Lastautos, bereits am Samstag abend in Wetz­lar eingetroffen. Es mögen wohl mehr als 3000 Brüder aus Nah und Fern gewesen sein, die Samstag abend 3 große Säle füllten, in denen der Wanderwart der Berliner Ordensleitung Exzellenz Generalleutnant von Solzenberg recht begeisterte An­sprachen hielt. Sonntag vormittag 7.30 Uhr war Antreten und Marsch nach der früheren Unteroffiziersschule, wo das Meister­kapitel zu seiner Tagung zusammentrat. Diese Beratungen dau­erten bis 12 Uhr. Es folgte Feldküchenverpflegung der Ordens­brüder. Um 1 Uhr setzte sich ein recht großer Festzug, in dem über 60 Banner vertreten waren, nach der Ochsenwiese in Be­wegung. Hier verbreitete sich Exzellenz Generalleutnant von Solzenberg in einer sehr bedeutungsvollen Rede über dieAll­gemeine Lage". Nach dem gemeinsamen Gesang des Deutsch­landliedes bewegte sich der Zug wieder nach der Stadt zurück. Zum Schlüsse erfolgte noch ein Vorbeimarsch an Exzellenz Gene­ralleutnant von Solzenberg und dem Komtur von Oberhessen. Hoch befriedigt traten gegen Abend die Balleien ihre Reisen nach der Heimat an. Lobend hervorgehoben muß werden, daß den Ordensbrüdern überall in Wetzlar ein recht herzlicher Empfang bereitet und sie reichlich mit Blumen geehrt wurden. Sämtliche Veranstaltungen an beiden Tagen verliefen recht harmonisch und ohne irgendwelchen Zwischenfall.

Ich habe nichts anzuziehenl"

Ueber dieses Thema spricht Grete Lutter-Hanka, Berlin, am Dienstag, den 21. September, nachmittags 3 Uhr und abends 8 Uhr imBürgerverein" im Rahmen eines von dem bekannten Francn- und Modenzeitschriften-Verlag W- Vobach u. Co., G. m. b. H., Berlin-Leipzig, veranstaltetenHeiteren Nachmit­tags und Abends" für die Hausfrauen Fuldas.

Anschließend an diesen Vortrag große Modenschau, bei welcher etwa 60 Modelle von Kleidern, Komplets, Kostümen und Mänteln, Herbst- und Wintermode 1926/27 vorgeführt werden, die nach den beliebten Vobach-Schnitten hergestellt sind. 1 1

Eine gute Vervollständigung erfährt diese Veranstaltung noch durch heitere Eesangsvortrüge erster Künstler, einige in-