«Fabier streifte aber das Auto und flog kopfüber zu Baden. Schwerverletzt mußte er dem Landkrunkenhaus zugeführt
Kleine Strafkammersitzung.
Gegen ein Urteil des Amtsgerichts Weyhers, das den "liährigen Kaufmann A. W. in Dalherda wegen Ver- Ubweigèns seines richtigen Umsatzes sowie des vollen Ginkommens im Jahre 1924 beim Finanzamt Fulda zu r 450 U' Geldstrafe verurteilt, hatte W. Berufung einge- n>at Zn der 2. Instanz wurde das Urteil dahin abge- indèrt^ daß die Bestrafung wegen nicht richtiger Angabe . vollen Einkommens aufgehoben wurde und nur eine Bestrafung wegen zu niedriger Angabe des Umsatzes in (924 zu 175 Ji erfolgte. — Der Maurer K. von Rothe- war vom Amtsgericht Fulda wegen Diebstahls einer Fahrradlaterne auf dem Sybillenhof zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Mit seiner Berufung erzielte er Freisprechung. Es konnte ihm in der 2. Instanz sticht nachgewiesen werden, datz er die Laterne gestohlen hatte. — Der 21jährige Maurergehilfe O. K. von Wüsten- iachsen war wegen Diebstahls zweier Säcke Mehl aus einem Eisenbahnwagen auf Bahnhof Wüstensachsen vom Amtsgericht Hilders zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Kleine Strafkammer Fulda als Berufungsinstanz verurteilte ihn, mit Rücksicht darauf, datz er noch nicht vorbestraft ist, nur zu einem Monat Gefängnis. — In der Privatklage der Landwirts-Ehefrau I. Sch. zu Dippach gegen die Landwirts-Ehefrau E. L. dortselbst, wegen Beleidigungen beiderseits, erkannte das Amtsgericht Hilders auf Freisprechung der Angeklagten. Die hiergegen von der Privatklägerin eingelegte Berufung wurde von der Kleinen Strafkammer Fulda auf Kosten der E. L. verworfen. — In einer anderen Beleidigungsklage kam in 2. Instanz ein Vergleich zustande. — Weil die Ehefrau M. E. von Neuenberg gegen die 17jährige R. H. daselbst beleidigende Steuerungen im Dorfe verbreitet hatte, war sie von? Amtsgericht Fulda im Juni d. Zs. zu 20 Ji Geldstrafe verurteilt worden. Mit ihrer gegen dieses Urteil eingebrachten Berufung hatte sie kein Glück. Die Berufung wurde aus ihre Ksten verworfen.
Großer „Flugtag" in Fulda.
Am gestrigen Sonntag von 8 bis 9% Uhr vormittags spielte sich an dem hiesigen Eilgutschuppen ein grotzer Flugtag ab. Um 8 Uhr wurden zirka 1200 Brieftauben (1926er Tiere) aus 16 Körben der Reise-Brieftauben Vereinigung Wiesbaden zum Wettflug aufgelassen. Diesen Tieren folgten um 9 Uhr 70 Tauben der Reisevereinigung Hofgeismar und um 9.25 Uhr aus 50 Körben der Reisevereinigung Hamm (Wests.) zirka 2000 Tiere. Der Aufflug dieser Tiere bot jedesmal einen prächtigen Anblick.
Gebrauchssuche des Allgemeinen Deutschen, Jagdschutzvereins.
Die diesjährige Eebrauchssuche des Allgemeinen Deut- Deutschen Jagdschutzvereins, Bezirk Fulda wird am 2. und
3. Oktober d. Zs. stattfinden. Wasser- und Feldarbeit werden am 2. Oktober, in den Revieren Fulda, Domäne Maberzell und Rodges, die Waldarbeit am Earloser Häuschen am 3. Oktober erledigt werden. Die diesjährige Suche verspricht nach den Erfahrungen der Jugendsuche sehr gut beschickt zu werden. Vor allem wird die Anwesenheit namhaftester Richter dazu beitragen, datz diese Suche ein Ereignis für die Gebrauchshundsache unserer engeren Heimat wird. Unter anderen haben seine Durchlaucht Prinz Alfons von Isenburg-Langenselbold, der Landesvorsitzende des All- I gemeinen Deutschen Jagdschutzvereins, Landesverein Kurhessen, und der als Förderer der Gebrauchshundezucht in ganz Deutschland bekannte Herr Forstmeister a. D. Graf MsP«stoE ihre Mitwirkung als Preisrichter zugesagt.
* Rückers, 11. Sept. (Einbrüche in ein Bahnwarte r h a u s.) In das bei Rückers, nahe Marlnach, gelegene Bahnwärterhaus wurde in Abwesenheit des Beamten eingebrochen. Die Fensterscheiben schlug man ein und erbrach dann die Schränke. Mehrere Kleidungsstücke und andere Gegenstände nahm der Spitzbube mit.
Uffhausen, 12. Sept. (T r a g i s ch e r T o d.) An der gefährlichen Wegkurve am Eingang von Uffhausen stürzte der 63jährige, auf Besuch in Uffhausen weilende Postschaffner Clemens Dietrich aus Frankfurt. Er erlitt einen doppelten Schädelbruch und verstarb, ohne das Be- wußtsein wieder erlangt zu haben, am anderen Morgen.
Gersfeld, 13. Sept. Herr Pfarrer Fuchs von der Neustädter Gemeinde in Hofgeismar ist durch den Landespfarrer des Südsprengels mit der Versehung der evangelischen Pfarrei Gersfeld für die Zeit vom 6. September bis 20. Oktober d. Js. beauftragt.
Homberg (Efze), 12. Sept. (Vom Vierwagen g e st ü r z t.) Beim Ueberfahren einer Stratzenrinne erhielt ein Bierwagen eine starke Erschütterung. Dadurch fiel ein auf dem Wagen sitzender Junge herunter und brach das Genick. Der Tod trat nach wenigen Augenblicken ein.
Kassel. (Attentat eines entlassenen Angestellten.) Der wegen Unregelmäßigkeiten zur Entlassung gekommene 48jährige Reisende Karl Wenzel verlangte von seinem Chef, dem Mehltzrotzhändler Richard Mentel, ein Zeugnis, was dieser verweigerte. Der Reisende zog darauf seinen Revolver und schoß auf den Chef und eine im Zimmer sitzende Kontoristin. Die Kugel streifte die Gurgel des Geschäftsinhabers und blieb in der Nähe der Schlagader stecken; das Fräulein wurde nicht getroffen, aber bei dem Versuch, den Täter zu überwältigen, von diesem in den rechten Arm gÄissen. Mentel mutzte sich im Krankenhaus einer Operation unterziehen, Wobei die Kugel entfernt wurde. Der Täter wurde verhaftet.
Frankfurt a. M., 10. Sept. (A u f d r e i P f a r r st e l - len gewählt.) Der große Mangel an evangelischen Theologen wird durch folgende Tatsache eindringlich gekennzeichnet: Der aus Frankfurt stammende Hilfspfarrer Albert Troch ist im Verlauf der letzten vierzehn Tage zum evangelischen Pfarrer in Wehrhcim i. Ts., in Idstein und E Weilburg gewühlt worden. Pfarrer Troch hat sich für Neuburg entschieden.
Siegelt, io. Sept. Eine Explosion beim Ben- ^ stieß einem Motorradfahrer in dem Städt- ^"berg zu. Einer der Zuschauer warf ein bren- Sigarettenenbe weg, sodaß der B'eüzinbehälter Ein kleiner Knabe erlitt schwere Brandwunden uu oen Beinen.
R 10- Sept. Das hiesige Bataillon vom AmbwehrregimeNt Nr. 15 rückte heute abend Die Fahrt geht von Gießen über Fulda 7 ^.rS- 2n dieser Gegend werden dsc Negimen- 1- « r 7 Division ihre Divisionsmanövèr' vom 13. bis September abhalten.
^,^en, 11. Sept. (In den Sielen gestorben.) L gestorben, ist gestern nachmittag, während Vurostunben der Finanzpraktikant und Ministerial-
oberrevisor a. D. Breuning aus Darmstadt, der in der hiesigen Universitätskasse Dienst tat. Der 29 Jahre alte Mann sank plötzlich, anscheinend von einem Herzschlag betroffen, tot an seinem Arbeitsplätze zusammen.
Butzbach. (D i e b e s f r e ch h e i t.) Einem hiesigen Arzt wurde vor sechs Jahren sein Fahrrad gestohlen. Dieser Tage fand der Geschädigte sein Rad an derselben Stelle wieder, wo es vor Jahren abhanden gekommen war. Allerdings befindet sich das stählerne Roß in recht abgefahrenem Zustande, so daß von den beiden Möglichkeiten, Ehrlichkeit oder Frechheit die letztere wohl die wahrscheinlichere ist.
Frankfurt a. M., 10. Sept. (Für 2 0 Millionen R^tt Bauten bewilligt.) Der Hauptausschuß der Stadtverordnetenversammlung genehmigte die Magistratsvorlagen, die einmal den Bau einer Großmarkthalle im Osthafengebiet vorsehen und sodann die Umstellung des Elektrizitätswerks vom Gleichstrom auf Drehstrom. Für den Bau der Markthalle sollen dreizehn, für das Elektrizitätswerk sechs Millionen R-R bereit gestellt werden. Die Bausummen sollen im Wege einer Anleihe beschafft werden. — Der Ausschuß sprach sodann seine Zustimmung zu einem Wasserlieserungsvertrag mit der Stadt Höchst a. M. aus. Danach erhält die Stadt Höchst jetzt ihr Wasser aus den Frankfurter Wasserwerken bei Hattersheim und bezahlt für das Kubikmeter 12,8 Pfennig.
Frankfurt a. M., 10. Sept. (Der Fall Tester.) Hier eingegangenen Nachrichten zufolge soll der Riesenschwindler Arthur Tester in Paris wieder auf freien Fuß gesetzt worden sein. Die von anderer Seite gebrachte Meldung, daß Tester seinen Gläubigern bereits erhebliche Teile seiner Verpflichtung zurückgegeben habe, wird außerordentlich stark in Interessentenkreisen bezweifelt. Hier ist wenigstens kein Fall bekannt, daß bis jetzt jemand Geld zurück erhalten hat. Der Schwindler hat lediglich an seine hiesigen Gläubiger vor etwa drei Wochen ein Anschreiben gerichtet, nach dem er sich zu einem Vergleich bereit erklärt, und zwar dahin, daß er im November 20 Prozent der Schulden und innerhalb zwei Jahren den Rest begleichen wolle. Weiter ist die Sache noch nicht gediehen. Daß die Frankfurter Staatsanwaltschaft den guten Herrn Tester ob seiner Bereitwilligkeit, die Schulden zu bezahlen nunmehr außer Strafverfolgung setzt, ist wohl nur ein frommer Wunsch gewisser Interessenten.
Frankfurt a. M., 10. Sept. (Die Mordsache Pötzsch.) In der Mordsache Pötzsch konnte der Täter noch nicht ermittelt werden. Donnerstag nachmittag machte ein Herr bei der Polizei die Anzeige, daß er wahrscheinlich mit dem Mörder in einem städtische:: Omnibus zusammen gefahren sei. Sein Verdacht sei umso begründeter, als dieser Mann auf verschiedene Fragen sehr ausweichend geantwortet habe. Die Mordkommission entsandte sofort eine Anzahl Beamte nach der angegebenen Stelle, traf aber nur einen bekannten Mitbürger, der erklärte, daß er sich vor den zudringlichen Fragen des neugierigen Herrn gar nicht mehr retten konnte und deshalb geschwiegen habe. So wurde der Mann zum mutmaßlichen Mörder.
Frankfurt^ a. M., 10. Sept. (Kirchweihschlägerei.) Während sich in der Nacht Kirchweihgäste in Seckbach blutig prügelten, fingen junge Leute aus Preungesheim in einer Seckbacher Wirtschaft mit dem Wirtssohne Hndel an und verunreinigten Eßwaren auf nicht wiederzugebende Weise. Der Sohn erhielt einen Schlag über den Kopf, als er die Täter zur Rede stellen wollte und fiel bewußtlos zu Boden. Mit Hilfe besonnener Leute wurden die Radaubrüder festgenommen. — Ferner kam es Donnerstag abend auf dem Messeplatz zwischen Besuchern und Schaubudenbesitzern zu schweren Auseinandersetzungen, bei denen auch Blut floß. Die Polizei mußte die Rädelsführer mit Gewalt auseinanderreißen. — In einer der letzten Rächte wurde ein junger Landwirt von zwei Burschen, während er im Ostpark mit einem jungen Mädchen ein Schäferstündchen abhielt, überfallen und seiner Barschaft von 1000 R.-^l beraubt. Jetzt stellt es sich heraus, daß das Mädchen gemeinsam mit den beiden Räubern arbeitete und den jungen Menschen in die Falle lockte. Die drei Räuber wurden verhaftet. — In der Hanauer Landstraße wurde ein junger Mann von einem Auto überfahren und lebensgefährlich verletzt. Auch in der Mendelssohnstraße geriet ein junger Bursche unter einen Kraftwagen und trug dabei erhebliche Verletzungen davon. — Der 18jährige Schüler Ludwig Blau, Sohn eines Baugewerkschulprofessors aus Frankfurt, ließ sich heute mittag kurz vor 2 Uhr zwischen den Bahnhöfen Berkersheim und Bonames von einem Zuge überfahren und wurde auf der Stelle getötet. Der Grund zu der Tat ist bisher nicht bekannt geworden. — Der Hauptausschuß der Stadtverordnetenversammlung hat sich für die Aufhebung der städtischen Eetränkesteuer mit Wirkung vom 1. April 1927 ab erklärt und ersucht den Magistrat, diesem Beschlusse bei- zutrèten.
Frankfurt a. M., 10. Sept. (Eine neue schwere Bluttat in Frankfurt.) Der 40 Jahre alte Arbeiter Karl Sommer, der als arbeitsscheu gilt, verletzte heute vormittag nach einem vorangegangenen Streit seine mit ihm in Scheidung lebende Ehefrau durch einen Revolverschuß am Unterarm schwer. Der Täter richtete dann die Waffe gegen sich selbst und brachte sich eine schwere Kopfverletzung bei.
Frankfurt a. M., 12. Sept. (Eine Fünfzig- M i l l i o n e n a n l e i h e.) Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung eine Reihe von Vorlagen unterbreitet, die die Ausführung dringender Bauten fordern, so für Kanalbauten 1.5 Mill. RM, für Erundstücksan- käufe 9.5 Mill., für Tiefbauten 1.9 Mill., für eine Eroß- markthalle 13.9 Mill., für den Umbau des Elektrizitätswerkes 13.5 Mill., für Hafenbaubetriebe 2 Mill., und für Wohnungs- und Siedlungsbauten 20 Mill. RM. Da aus laufenden Mitteln in absehbarer Zeit die vorgenannten Summen nicht aufgebracht werden können, beantragt der Magistrat bei der Stadtverordnetenversammlung die Genehmigung zur Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 50 Millionen Reichsmark. — In einer Wirtschaft in der Hanauerlandstraße entstand in einer der letzten Nächte eine Schlägerei. Einer der Raufbolde ergriff dabei eine Selterswasserflasche und schlug sie seinem Gegner derart auf den Kopf, daß er bewußtlos zusammenbrach. Er wurde ins Krankenhaus verbracht, wo er während der sofort vorgenommenen Operation verstarb.
Frankfurt a. M., 12. Sept. (DiegeplanteAuto- mobilstraße Hamburg — Mailand.) Auf Anregung des Wirtschaftsamtes der Stadt Frankfurt a. M. fand am Samstag in der Geschlechterstube des Römers eine Besprechung über das Projekt des Baues einer Auto- mobilverkehrsstraße Hamburg—Frankfurt a. M.—Mailand statt. Vertreten waren die Stadtverwaltungen und Verkehrsverbände der von der beabsichtigten Straßenführung berührten Städte, ferner die Provinzialbehörden und Zn- teressentengruppen aus Industrie und Handel. Im Auftrage des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt a. M. begrüßte Stadtrat Dr. Schlotte die Versammlung und verwies auf die große Bedeutung, die dem Projekt in Verkehrs- und wirtschaftspolitischer Beziehung zukomint. Magistratsoberbaurat Uhlfelder widmete sodann dem Projekte einen längeren technischen Vortrag, an den sich eine mehrstündige Diskussion anschloß. Als Ergebnis dieser Aussprache, die eine geschlossene Einmütigkeit, in Bezug auf die Notwendigkeit der Ausführung des Projekts und
einen starten Willen für dessen schnelle Verwirklichung ergab, wurde die Gründung eines Vereins beschlossen, dessen Slufgabe es sein soll, den Plan weiter zu versol- gm. Die Geschäftsleitung hat ihren Sitz in Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M., 12. Sept. (D e r Fall Lippold aufgeklärt.) Der Artist Lippold wurde am Morgen des 4. August am Vutenbergdenkmal tot ausgesunde». Seine Begleiter, der Kriegsinvalide Bertram und der Maurer Reich bekundeten, daß Lippold von jungen Leuten verfolgt worden und dann am Denkmal überfallen und niedergeschlagen worden sei. Jetzt stellt es sich nach den polizeilichen Ermittlungen heraus, daß die beiden Begleiter —' ihren Aussagen zufolge — den Lippold auf Grund einer, Wette veranlaßt hatten, in angetrunkenem Zustande auf das Denkmal zu klettern. Dabei soll der Mann heruntergefallen sein und sich den tödlichen Schü- delbruch^zuge,zogen haben. Den sterbenden Lippold wollen die Freunde dann in das Gebüsch rings um das Denkmal gelegt haben. Später hätten sie sich um ein Auto zur Fortjchaffung des Lippold in ein Krankenhaus bemüht. Um nicht in den Verdacht etwaiger Täterschaft zu kommen, hätten sie sich dann verabredet, vor der Polizei auszusagen, Lippold sei überfallen worden. — Diese Geschichte klingt reichlich romantisch und unwahrscheinlich.
Frankfurt a. M., 12. Sept. Die taylorisierte K ü ch e. Im Vorort Kinnheim ersteht augenblicklich eine Siedlung von rund siebzig Einfamilienhäusern, wegen der wundervollen Aussicht auf die Taunuskette „Höhenblick" genannt. Weichen die Häuser schon an sich wegen ihrer eigenartigen Bauform ab, sie sind alle mit Dachgärten versehen, so sind die Küchen in ausgeklügelt feiner Weise mit einer eingebauten Einrichtung versehen, die das Milbringen von Küchenmöbeln überflüssig macht. Zudem ist jede dieser Küchen derart mustergültig ausgestattet, daß die Hausfrau kaum einen Schritt unnötig zu tun braucht, um ihr Ziel zu erreichen. Jedwede Arbeitserleichterung fand Beachtung. Da ist elektrisches Licht, Steckkontakt, Gasanschluß, Spülvorrichtung mit Warm- und Kaltwasserleitung, ein eingebauter Eeschirrschrank, eine Schiebelade- serie, die mehrere Dutzend Fächer für die vielen Lebensmittel auf Vorrat und sonstige Utensilien enthält usw. Selbst ein an die Wand anklappbares Bügelbrett und eine wegesparende Durchgabeverbindung in das Wohn- und Speisezimmer ist vorhanden. In den Küchen findet man kaum Möbel, alles befindet sich in den Wänden. Jeder Raum ist aufs peinlichste ausgenützt. Auch der Keller ist ein Wunder von praktischer Einrichtung. — Die Jahresmiete für ein solches Häuschen mit fünf Zimmern, je einem Badezimmer, einer Schrankkammer, einer Müd- chenkammer und weitausladendem Balkon, einem hundert Quadratmeter großen Garten und anderen Bequemlichkeiten kostet bei 4000 R^tt Baukostenzuschuß etwa 1500 R-R.
Frankfurt a. M., 12. Sept. (Zur Mordsache Pötzsch.) Der Heizer Otto Pötzsch, der am vergangenen Dienstag in seiner Wohnung seine achtzehnjährige Tochter erwürgte und dann flüchtig ging, wurde Samstag früh an der Offenbacher Schleuse als Leiche aus dem Main geländet.
Frankfurt a. M., 12. Sept. (Der übliche Samstags-Tumult.) Am Samstag abend gegen 6 Uhr wollte ein Polizeibeamter einen schwer betrunkenen Mann zur Wache bringen. An der Ecke Schnurrgasse-Dom- straße wurde der Beamte vom Publikum belästigt und mußte schließlich von seinem Säbel Gebrauch machen. Dabei erlitt der Betrunkene Verletzungen. Zn wenigen Minuten hatten sich eine nach hunderten zählende Menschenmenge angesammelt und nahm gegen den Schutzmann drohende Haltung an. Schließlich erschien ein größeres Polizeiaufgebot und mußte mit Hilfe des Gummiknüppels die Menge auseinander treiben.
Offenbach, 10. Sept. (Ei n V e t e r a n d e r A r b e i t.) Der Werkmeister Peter Kettenbach begeht am 11. Sept. (in bester Gesundheit seinen 82. Geburtstag. Er ist bei der Feilenfabrik Karl Fuhr bereits über 68 Zähre in Stellung, davon über 40 Jahre als Werkmeister. Seine jetzige Wohnung hat der Jubilar schon über 46 Jahre inne.
Mainz, 8. Sept. In der hiesigen Stadthalle tagte gestern der ca. 80 000 Handwerker umfassende Hessische Handwerks- und Gewerbeverband unter Leitung des Vorsitzenden der Hessischen Handwerkskammer Nohl-Darmstadt. Im Namen des Bezirksausschusses Mainz-Bingen begrüßte dessen Vorsitzender, Bauunternehmer Mertes, die Versammlung. Das Andenken an den verstorbenen langjährigen Präsidenten des Reichsverbandes der deutschen Eewerbeoereine, Geheimrat Noack, wurde von der Versammlung geehrt. Buchbindermeister Schmuck-Worms wurde zum Chrenmeister des hessischen Handwerks ernannt. Direktor Schnettler-Darmstadt sprach über die Tätigkeit und wirtschaftliche Bedeutung des Hessischen Handwerks- und Ee- wcrbeverbandes und Dr. Lindemann-Darmstadt referierte über das Ergebnis, der Einkommensteuerveranlagung 1925. Zum Schluß fand folgende Entschließung Annahme:' „Der von ca. 1000 Handwerkern besuchte Hessische Handwerkertag zu Mainz muß die auf Handwerk und Gewerbe ruhende steuerliche Belastung als durchaus unerträglich und gewerbeoerheerend bezeichnen. Er erwartet von den Organen des Hessischen Handwerks- und Gewerbeoerbandes, daß sie mit Nachdruck die steuerlichen Verhältnisse der Mitglieder des Verbandes vertreten. Er erwartet, daß die in Frage kommenden Steuerbehörden den berechtigten Interessen der Gewerbetreibenden Rechnung tragen und insbesondere den einzelnen Einsprüchen, sofern einwandfreie Unterlagen beigebracht werden, stattgegeben wird. Der Hessische Handwerks- und Gewerbeverband muß nach wie vor bei allen sich bietenden Gelegenheiten gegen die Gewerbesteuer und gegen die Umsatzsteuer Einspruch erheben, da er irr diesen Steuern eine Sonderbèlastung der werktätigen Berufe erblickt."
Letzte Nachrichten.
Grohfeuer in Grog-Ostheim.
Hanau, 12. Sept. In der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr brach in Groß-Ostheim aus bisher unaufgeklärter Ursache Eroßseuer aus, dem vier Scheunen mit Anbauten uud ein Wohnhaus zum Opfer fielen. Mehrere auswärtige Feuerwehren mußten bei der Löschung des Brandes eingreifen. Um 5 Uhr morgens war das Feuer soweit niedergekämpft, daß keine Gefahr mehr für die Anlieger bestand. Die Abgebrannten befinden sich in Baunotver- sichcrung. Der Schaden wird auf etwa 30 000 J( geschätzt. Bei den vier Geschädigten ist die gesamte Ernte verbrannt. Das Vieh und die landwirtschaftlichen Geräte und Maschinen konnten noch gerettet werden. Die obdachlos gewordene Familie des Landwirts Kehrer wurde in einem Notquartier untergebracht.