Zul-aer Anzeiger
JuWa y Hiatt 2
51^208 Fulda, 10. September 1926
Kongresse und Versammlungen.
k. Der Deutsche Gastwirtetan über das Schankstättengesetz. Nu Kassel wurde vom Deutschen Gastwirlelag das Schank- stättengcsetz behaudeli^ An das Referat des Präsidenten Köster, der zu dem Entwurf eines Schanlstättcngeseycs Stellung nahm, schloß sich eine lebhasle Aussprache an Die Verhandlungen sanden ihren Niederschlag in einer Entschließung, die einstimmig angenommen wurde. Es heißt darin: „Das deutsche Gast- und Schanfwirlsgewcrbe ist bereit, am Schankstättengesetz mitzuarbeiten. Die Abstinenzsanatiker werden jedoch nach wie vor mit Trockcnlegnugs- und Abstincnzbestrcbungen versuchen, das Schank- und Gastwirtsgewerbe und die mit ihm verwandten Berufe durch ungeeignete gesetzliche Maßnahmen zu beunruhigen, ihre Existenz zu gefährden und sie langsam aber sicher dem Ruin cnlgcgenzusiihren. In Erkenntnis dieser Tatsache beauftragt die Hauptversammlung des 51. Deutschen Gast- wirtevcrbandstages in Kassel den geschäflssührendcn Ausschuß des Deutschen Gastwirteverbandes, unverzüglich mit allen in Frage kommendcn Erwerbsgruppci», aber auch mit den in ihrer persönlichen Freiheit bedrohten Konsumenten einen geeigneten Zusammenschluß herbcizusühren."
Reichs-Gastwirlsmeffe in Berlin.
Im Zeichen der Einigung des Gastwirtsgewerbes.
Zum ersten Male haben sich der Deutsche Gastwirteverband und der Verband der Gast- und Schankwirte für Berlin zusammengetan, um gemeinsam eine Messe zu veranstalten. Im Namen des Deutschen Gastwirteverbandes sprach bei der Eröffnung Präsident Litfin. Er würdigte die Bedeutung des Gesamtgewerbes für das Wirtschaftsleben Deutschlands. An siebenter Stelle aller Industrien stehe das Gast- und Schankwirtsgewerbe, es sei viermal so stark wie die gesamte Lederindustrie und erhalte nur 57 000 Menschen weniger als die gesamte im deutschen Berg- und Salinenbau beschäftigte Arbeiterschaft betrage. Der Umsatz im Gast- und Schankwirtsgewerbe sei größer als der des gesamten Bergbaues Deutschlands. Nach dem offiziellen Akt wurde der erste Rundgang durch die Ausstellung angetreten, die auch für den Laien eine Fülle Sehenswertens umfaßt. Die Messe dauert bis zum 13. September.
Äo^ und Fern.
, O Ein neuer Spritschmuggel aufgedeckt. Die Beamten des S Wittemünder Hauptzollamtes sind einem neuen, umfangreichen Spritschmuggel auf die Spur gekommen. In emer der letzten Nächte gelang cs, zwei Motorboote und em anderes Fahrzeug in dem Augenblick festzuhalten, als "°” den Booten Sprit in einen Kahn verladen werden sollle.. Die Boote und mehrere Hundert-Liter-Kannen mit insgesamt 4500 Litern Sprit wurden beschlagnahmt. Während der eine Täter festgenommen werden konnte, sind mehrere andere Beteiligte in der Dunkelheit ent-
Eine Hochzeitsgesellschaft durch die Decke gestürzt. Bei der Hochzeitsfeier des Gntsarbeiters Beilke in Wus- sow im pommerschen Kreise Naugard brach plötzlich der Fußboden ein und die ganze Hochzeitsgesellschaft stürzte mitsamt der Wohnungseinrichtung in den Keller. Durch eine »nitgestürzte Lampe brach Feuer aus. Sieben Hoch- zeitsgäste erlitten schwere Brandwunden.
0 18 Gebäude eingeäschert. Im Badeort K o l b e r g e r Deep bei Kolberg wurden durch ein Großfeuer sieben Gehöfte mit sämtlichen Stallungen und Scheunen eingc- äschert. Das Feuer entstand nachts in der Scheune des Bauernhofbesitzers Zastrow und griff infolge des Westwindes mit wahnsinniger Geschwindigkeit um sich. Die Spritzen konnten des Brandes nicht Herr werden und mußten sich auf den Schutz gefährdeter Gehöfte beschränken. Man Vermutet fahrlässige Brandstiftung. Mitverbrannt sind auch sämtliche Sachen von Badegästen, die bei dem Bauer Zastrow wohnten. Insgesamt sind 13 Gebäude niedergebrannt.
O Infolge Kberkochens des Wassers zu Tode gekommen. In Chemnitz wurde eine 75 jährige Frau unter seltsamen Umständen das Opfer einer Gasvergiftung. Sie hatte auf einem Kocher Wasser aufgesetzt und schlief kurz danach in der Küche ein. Das Wasser lief über, löschte die Flamme und das ausströmende Gas tötete die Frau.
O Schwerer Unfall in einem Bergwerk. Ein schwerer Unfall, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen, hat sich aus dem Clothildeschacht bei Eisleben ereignet. Infolge eines Strebenzusammeubrnches gingen dort größere Gesteinsmassen nieder und stürzten auf mehrere dort arbeitende Bergleute. Zwei von diesen wurden getötet, einer wurde schwer und einer leicht verletzt.
O Tödlicher MotorradunfaU bei Bremen. Ein Motorradunfall mit tödlichen» Ausgang ereignete sich auf der Bremer Chaussee bei Huchting. Eil» von Bremen kommender Motorradfahrer erblickte infolge des unübersichtliche»» Geländes erst im letzten Augenblick einen herau- kommenden Kleinbahnzug. Es gelang ihm nicht mehr, zu bremsen, so daß er vom Zuge ersaßt »vurde. Rad und Fahrer gerieten unter Von Zug und wurde»» ein Stück mitgcschlcift. Der Fabrer wurde bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Seine Personalien sind noch nicht festgestellt.
das Lied des Lebens. Alles Sehnen und Soffen der menschlichen Seele, Freude und Schmerz, Lachen und Weinen, klingt im Sange der Saiten, wenn Elemer Radanyi, der Geigerkönig spielt.
Unser neuer Roman
Jie Liebe des Geigerbömgs Radanyi
Roman von I. Schneider- Foerstl
wird allen Lesern die Bekanntschaft Elemer Radanyis vermitteln und allen genußreiche Stunden verschaffen.
Wir beginnen morgen mit dem Abdruck!
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O Autounglück bei Croppenstedt. Bei Croppenstedt er« eignete sich ein schwerer Autounfall. Ein mit zwei Personen besetzter Wage»» stürzte infolge eines Reifenschadens eine Böschung hinab. Der Wagen »vurde vollständig zertrümmert. Während der eine der Insassen, Rechtsantvalt Dr. Sauf mann, verstarb, wurde der andere schwer verletzt. An feinem Aufkommen wird gezweifelt.
O Heldentat einer Frau. Einen seltsamen Heldenmut hat eine Dürener Dame bewiesen, die zur Kur in dem belgischen Seebad H e y st weilt. Dort war ein Badender durch den hohen Wellengang den Blicken der am Strande wartenden Menge entzogen worden. Ein mit zwei Fischern ausgesetztes Rettungsboot kenterte. Dei» Fischern gelang es jedoch, den Herr»» über Wasser zu halten. Eine Frau Forster aus Düren sprang beherzt in das Wasser und schwamm in die See hinaus. Nach langem Kainpf gelang es ihr, die drei Männer von dem Tode des Ertrinkens zu retten. Der tapferen Frau »vurde vom Bürgermeister von Hey st der Dank der Stadt ausgesprochen. Die belgische Regierung schickte ihr ebenfalls ein Dankschreiben.
O Zwei Werber für die Fremdenlegion verhaftet. Vor einigen Tagen wurden in Hockenheim zwei Personen unter dem Verdacht der Werbung für die Fremdenlegion festgenommen. Wie weiter gemeldet wird, wurde»» zwi- schen den Ortschaften Hockenheim und Reilingei» zlvei junge Burschen aus Reilingen auf dem freien Felde von drei Insassen eines unbekannte»» Autos, das beim Vor
beifahren plötzlich anhielt, überfallen. Beide flüchteten' rechtzeitig, wobei der eine von ihnen von den Tätern einen Schlag auf den Kopf erhielt. Auf laute Hilferufe hin verschwanden die Automobilisten wieder und fuhren mit dem Auto schnell davon. Man vermutet, daß es sich um Werber für die französische Fremdenlegion handelt.
O Zusammenstoß zwischen U-Boot und Kreuzer. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Während der Übungen der dänischen Flotte stieß das Unterseeboot „Rota" mit dem Kreuzer „Heimdall" zusammen und wurde beschädigt, so daß es in den Hafen von Kopenhagen geschleppt werden mußte. Das U-Boot ging im Kurs des Kreuzers an die Wasseroberfläche auf, so daß ein Zilsamnrenstoß nicht zu verhindern war. Glücklicherweise hatte der Kreuzer seine Geschwindigkeit stark vermindert, sonst wäre der Untergang des U-Bootes unvermeidlich gewesen.
O Der Schnellzug Rom—Mailand entgleist. Vom Schnellzuge Rom—Mailand sind in der Nähe von Florenz die drei letzten Wagen entgleist. Dein Lokomotivführer gelang es, den Zug rechtzeitig zum Stehen zi» bringen, so daß die entgleisten Wagen vor dem Umstürzen bewahrt blieben. Die Panik in den Wagen, die die Reisenden erster und zweiter Klasse führten, war unbeschreiblich. Mehrere Personen sprangen aus dem noch fahrenden Zuge ab. Es ist aber wunderbarerweise kein Unglücksfall entstanden, so daß der Zug nach VA Stunden seine Reise fortsetzcn konnte.
Lunte Tageschronil.
Prag. Das Kriegsministerium hat dieser Tage durch einen besonderen Erlaß die Verpflichtung zum Mitnehmen von Fallschirmen für alle Militärflugzeuge angeordnet. Bisher war die Anwendung von Fallschirme»» nur fakultativ, aber infolge der letzten Fliegerunfälle steht sich das Kriegsministe- tium zu dem strengen Erlaß genötigt.
Batavia. An der Ostküste von Sumatra, vor allem bei Kabondiab. wurden zwei heftige E r d st ö ß e wahrgenommen.
tiniergang eines lettischen Dampfers - 40 Tote.
Riga. Der Küstendampfer „Neibade" ist während eines Sturmes im Rigaer Meerbusen, kaum drei Seemeilen von dem nördlich von Riga gelegenen Ort Wezahki gesunken. Die durch Notsignale alarmierten Bewohner waren Augenzeugen des Unterganges des Schiffes; sie konnten wegen des hohen Wellenganges mit Fischerbooten nicht Hilfe leisten. Zehn See- leute sowie etwa 30 Passagiere sind ertrunken, Über die Ursache des Unglücks ist nichts bekannt; man hält es für möglich, dass der Dampfer auf eine Mine aufaelaufen ist.
Aus dem Genchtesaal.
§ Der Prozeß gegen den Magdeburger Mörder Schröder. Die verschiedentlich aufgetauchte Vermutung, Schröders Fluchtversuch und sein raffinierter überfall auf den Obcrwacbtmcister Blanke würden gleichzeitig mit dein Raubmordvcrsahren gegen ihn verhandelt werden, trifft nicht zu. Am 16. September wird sich Schröder lediglich wegen des Raubmordes an Helling zu verantworten haben, und zwar wird er allein aus der Anklagebank sitzen. Seine Braut, Hildegard Götze, ist nicht angeklagt, sondern wird als Zeugin vernommen werden. Es ist wahrscheinlich, daß die Verhängung von 28 Tagen schweren Kerkers gegen Schröder wegen des Überfalls aus den Oberwacbnucister Blanke bis nach dem Mordprozetz verschoben wird. Erst dann wird auch gegen Schröder wegen des Überfalls verhandelt werden.
§ Beginn der Zeugenvernehmung im Daugherty-Prozeß Die Zeugenvernehmung im Daugherty-Prozeß Wegen der Unterschlagungen bei der Verwaltung des deutschen Eigentums in Amerika begann, nachdem der Staatsanivalt die bekannten Vorgänge, die zur Erhebung der Anklage führten, dargelegt hatte. 75 Zeugen sind für den Prozeß geladen worden. Man rechnet mit einer wahrscheinlichen Prozeßdauer von fünf Wochen.__________________________________________________
Eurnen, (Sport und Spiel.
Sp. Die Eröffnung der diesjährigen Hallcnschwimmsai- fon bildet das Jubiläumsschwimmfest des 1. Lüdenscheider Schwimmvereins am Sonntag, das fast die gesamte deutsche Meisterklasse — darunter E. und I. Rademacher, Heitmann, Berges, Handschuhmacher — am Start sieht.
Sp. Die Meisterschaften der Deutschen Radfahrerunion über ein und zehn Kilometer werde»» am 19. September auf der Rütt-Arena in Berlii» ausgetragen. Die Stcher- und die Fliegermeisterschaft von Breslau kommt am 19. September zur Entscheidung.
Sp. Die Frage der Radwrltmeisterschaflen 1927, die in Deutschland durchgesührt werden sollen, ist auf der Erfurter Tagung des Verbandes Deutscher Radrennbahnen und des Verbandes Deutscher Amateurbahnei» noch zu keiner endgültige»» Klärung gefommen. Zur Einigungs- fraae selbst beschloß der VDR.. der sich jetzt Verein Deut-
MVMerMktiael
BOMAN ™jW.0^ G M ARK EH
DURCH VERLAG OSKAR MEISTER WERD Aki
(88. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)
Behutsam wird Klaus yeraufgetragen und umgebettet. Ser Arzt gibt Verhaltungsmaßregeln.
„Gottes Wege find wunderbar."
Herr Efchler-Hochheim küßt ob der Worte feiner Frau Ne Hand. '
Klaus MWret fchflef.
Das vom Arzt befürchtete Nervenfieber war nicht eingetreten.
Hanna saß glückselig an seinem Lager und betreute ihn m»t rührender Sorgfalt. Die wenigen Stunden hatten sie von Grund auf verändert. Alles Schwere, Drückende war von ihr abgefallen, heiter, froh, wie früher sah sie in die Welt.
Ab und zu verließ sie einmal das Krankenzimmer, aber nur auf Augenblicke, um die Sonne zu sehen.
So ging der Sonntag dahin. Klaus schlief tief und fest ganze Nacht.
Ferner war froh, daß es Klaus so gut ging, und er st arte sich bereit, am nächsten Tage über die Mittelstrecken "ützustarten.
Seine Freunde belegten ihn mit Beschlag, und den gan- L" Sonntag mußte er den Ansturm der Reporter aller ^rren Länder über sich ergehen lassen.
- ??° ^x1 Maha! Sie war zu ihrem Vater nach Haute «ewyreN' den eine Fußverletzung ferngehalten hatte, und ^artete.
®je schmückte die Wohnung mit Blumen und wartete, ^„^^'"agsstunden vergingen, und abends sieben« w^-" st? immer noch allein.
blieb Werner?
m?n^0 -cè kurz nach sieben Uhr klingelte es. Als Frau
oUnele, stand lachend der geliebte Werner vor ihr. faßle m^ kommst du, endlich," sagte sie ticsatmend und ihn an beiden Händen.
Als sie im Zimmer standen, iahen sie sich an. L.c> in Oie Augen blickten sie einander.
„Hast du auf mich gewartet, Mayo?"
„Jo, Liebster. Doch nun ist alles gut. Wenn du nur bei mir bist. — Komm' jetzt zu Vater."
Engumschlungen traten die beiden schonen Menschen ins Nebenzimmer, wo der alte Oticnsee mit oeriennenem Gesicht am offenen Fenster saß und dem Sange des Finken lauschte.
„Vater!"
Er wandte sich W um.
„Ihr beide! Herzlich willkoimnen! Jetzt müßte Ihr Vater mit uns zusammen sein, Werner."
„Er ist's immer. Ich fühl's, Herr Ottenfee. Und er hört gewiß, wenn ich Ihnen setzt sage, daß Mana meine Frau wird, â Ich bitte Sie nicht um Mai^gs Hand, ich nehme sie gleich."
Herzlich lachte der alte Farmer.'
„Werner! Ich nenn’ dich setzt so, ohne erst zu fragen Wenn du Maya nimmst, dann mußt du auch ben Michaels-
mitnehmen. Und mich alten Kerl dazu. Braucke nur n bißchen Luft und Sonne und ein Stübchen. Will in meine»» alten Tagen an eurem Glücke noch ein wenig Freude ycwen.
„Den Michaelshof — den wollte Ich zurückkauscn."
„Nichts da! Der gehört Moya, und wenn du sie nimmst, dann kommst du nicht darum."
Da lachten sie alle herzlich.
„Was macht Klaus?"
„Er schläft sich gesund. Die Erschöpfung wird in wenigen Tagen bchobei» sein."
„Gottlob, daß es so kam. Früher ober später wäre la doch der Wolmsin»» Ihres Stiefbruders zum Ausbruch gekommen. Er muß euch maßlos gehaßt haben."
„Bis zur letzten Minute."
„Ist er —?"
„Tot! Einem Gchirnscklaa auf dem Transport erlegen."
„Wissen Sie, wer der Mörder ist?"
„Nock nicht. Aber das Taoebuch der unpfsicklicken An- ; nette soll es uns sagen. Ich habe es mit, Maria. Wir mellen es ^rammen lesen."
Sie beugten sich über das kleine Büchlein und lasen. 1
Sie mußten tue Zayue zujammerweißeu, um ruchr uu^- schreien vor Weh.
Qualvoll waren die kurzen Tagebuchzeilen, die Kunde gaben von dem unsäglichen Weh, welches das arme Geschöpf durchkämpsle.
Alle Sehnsucht nach dem Schönen, nach dem Guten und Gerechten sprach aus den Zeilen.
Dann kamen die qualvollen Seiten, die von der Liebedes armseligen Wesens zu Klaus erzählten.
Wie unendlich zart war diese Liebe, ohne Begehren, diese Liebe, die das Heiligtum eines Mädchenherzens bedeutete, die Annettes Leben Inhalt gab.
Tieferschüttert lasen die beiden von dem schmerzvollen Ringen der jungen Seele, die sich im eignen Feuer verzehrte.
Als sie die letzte Tagebuchseite ausschlugen, fuhren sie beide zusammen.
Gleich oben stand mit ruhiger Hand geschrieben:
„Ich habe meinen Bruder getötet!“
Werners Hände sanken nieder. Er sah die Geliebte fassungslos an.
„Annette selbst! Annette war die Mörderin?"
Dann lasen sie:
„Ich habe meinen Bruder getötet.
Ich schreibe diese Zeilen ganz ruhig, denn auch ich muß ein Ende machen. Wenn du biete Zeilen liest, hebe» B m-r. dann fluche mir nicht. Ich mußte es tun. Erich nur schlecht, spottschlecht. und wollte deinen Bruder Klaus ner« derben. Er hat ihn nach Treptow gebeten, und er hat li tt Schufte gedungen, die Klaus atisiahlen sollten. Ick we st nicht wie, aber ich war halb wahnsinnig, als mir Erich alles erzählt hatte. Ich habe ihn so gebeten, Vater, und er hat nur gelacht. Dann bin ich aufgeftanben. Ich mar allein, du warst ja bei deinen Freunden, und die Jungfer hatte ich fortgeschickt. Ich war allein. Donn bin ich ihm nach- gegangen. Ich habe ihn im Treptower Park getrosten. Ich habe noch einmal gebettelt, Vater. Warum war Erich so schlecht? Donn hat er mich verspott er und bot gesagt: Jammere nicht. Annette, wenn du deinen Liebling in acht Tagen wirdersiehst. bann ist leine Scköubrtt zum Teufel. Freue dich doch, Täubchen, bann ist er jo häßlich — w e du.
Da habe ich ihn nicdcrgeschossen, SM-r.
(Fortsetzung folaM