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Garung in Spanien.

PWW AeyslMsWhHLWg?

V o r ü i n d it ii g m it de in A u § I a n d g e ft ö r t

Seit einigen Tagen scheinen sich in Spanien politische Vorgänge adzuspielen, in die das Ausland nur geringen Eruolit! gewinnen kann, da die telegrapyische und telc- phonftche Verbindung nach außen anscheinend absichtlich unterbrochen ist. Das griechische Vorbild, der Sturz des Diktatorgenerals Pangalos durch einen anderen Ge­neral, der die Kixdere.inMrung des.Parlamentarismus ans ieinc Ta in re aeichrieven bat. sind auf die Stimmung in dem ebenfalls diktatorisch regierten Spanien nicht ohne Einfluß geblieben. Wie schon berichtet, hat sich besonders in Spanien der Widerstand gegen das herrschende Regime in letzter Zeit sehr vermehrt,

Nach übereinstimmenden Mitteilungen sind in Spa­nien ernste Unruhen auSgebrocheu, über deren Tragweite man völlig im unklaren ist, weil nach Meldungen aus Gibraltar der gesamte Telegraphen- und Telephouverkehr mit Spanien unterbrochen ist. Es laufen sogar Gerüchte von blutigen Zusammenstößen um, die wegen der fehlen­den Verbindungen bisher noch nicht nachgeprüft werden konnten.

Englische Zeitungen bringen aufsehenerregende Einzelheiten. ZivilwaÄeu schühten die Bahnen von Bo­

Am Sonntag zogen die einzelnen Gruppen ihrem Aufsiellungsplag zu, um sich zum Festzug zu formieren. In den Straßen, durch die sich der Zug bewegte, sah man viele Fahnen. Pünktlich um elf Uhr traf die Spitze des Zuges auf dem Hauptmarktplatz ein, wo Vertreter des alten Heeres und der Marine vor einer Tribüne Auf­stellung genommen hatten, um den Vorbeimarsch der Kameraden abzunehmen. Tausende von Menschen um­säumten die Straßen. Unter dem Klange der alten Armcemärsche entwickelte sich nun ein farbenprächtiges Bild. Kaum ein Truppenteil, der im Zuge nicht vertreten war. Oft sah man auch die alten traditionellen Unifor­men, die aus der Zeit vor dem Kriege in Erinnerung ge­blieben sind. Drei Stunden dauerte der Vorbeimarsch, mit dem dann die Veranstaltung ihr Ende erreichte.

Dis Eröffnung ösr Leipziger Messe.

Rückgang der A u s st e l l e r z a h l.

Die Leipziger Herbstmesse ist am Sonntag offiziell eröffnet worden. Ein großer Teil der ständigen Aussteller auf der technischen Messe hat es vorgezogen, diesmal zu Hause zu bleiben. Die Meffeleitung wird somit vor die Frage gestellt, ob sie nicht von sich aus die Anregung geben soll, diejenigen Teile des Geländes der technischen Messe, die lediglich der Technik gewidmet sind, nur einmal im Jahre zu öffnen.

Auch die Textilmesse hat, nachdem man die Reife- und Vertreterorganisation wieder aufgebaut hat, für das Jnlands- geschäst an Bedeutung verloren. Es schält sich immer mehr das Bestreben heraus, den ausländischen Einkäufer durch die Aus­stellung von Neuheiten heranzuziehen. Darüber hinaus ist man jetzt auch in Leipzig bestrebt, besondere Attraktionen zu schaffen. War es im Frühjahr die Kunstseidennusstellung, so ist es jetzt dieWelt in Weiß", mit der man beabsichtigt, die Veranstalter von Weißen Wochen auf die Messe zu locken, wo­bei noch die Nebenabsicht, Vorbildliches auf dem Gebiete der Dekoration zu leisten, gut gelungen ist.

Die Meffeleitung führt den Rückgang in der Ausstcllerzahl im wesentlichen auf den großen Neinigungsprozeß der letzten eineinhalb Jahre zurück. Sie betont, daß nicht weniger als 8N9 frühere Aussteller den Verhältnissen zum Opfer gefallen sind. Der tatsächliche Rückgang in der Russtellerzahl beträgt aber etwa 3800 gegenüber dem vorigen Herbst. Waren es da­mals rund 12 000, so sind cs jetzt nur noch 8200. Ausfällig stark scheint auf feiten der Eittkäufer wieder das Ausland vertreten zu sein. Der Verkehr in den Messehäusern ist jedoch einstweilen noch recht ruhig.

Sparer gegen Regierung.

Einheitsfront der Sparer- und Aufwertungsverbände.

Wie der Deutsche Sparerbund mitteilt, haben die Aufwertungsorganisationen Deutschlands am Sonntag in Erfurt getagt, um zu der Zurückweisung des Volksbegeh­rens durch den Reichsinnenminister Stellung zu nehmen. Sie sind zu folgender einmütiger Entschließung gekommen:

Die rechtsfeindliche Stellungnahme von Regierung und Reichstag, besonders in der Aufwertungsfrage, hat Veranlagung dazu gegeben, daß alle Verbände, die für die Wiederherstellung des Rechtes und den Wieder­aufbau einer gesunden Wirtschaft eintreten, sich aus einer Tagung in Ersurt am 29. August 1926 zu einer ein­heitlichen politischen Kampffront zusam- mengeschlossen haben."

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Die Rose vom Haff

Ein Hofroman von Emile Erhard (Baronin v. Warburg).

96) (Nachdruck verboten.)

Ihre Toilette wurde von Hunderten von Augen im Laufe des Abends geprüft.

Sie trug ihr Hochzeitskleid, weißen, schweren Atlas, dem die Jahre es waren deren dreißig einen leisen, gelblichen Schimmer gegeben hatten. Der Schnitt war veraltet, wie ihre ganze Erscheinung, und doch schadete dies der Eesamtwirkung nicht im mindesten. In einer morder- nen Robe würde Tante Euphrosyne lächerlich erschienen sein, in diesen Rahmen hingegen paßte sie hinein.

Dieses Kleid, das der zweiundzwanzigjährigen Braut bestimmt gewesen, umschloß nun die zweiundfünfzigjährige alte Jungfer. Sie trug es mit ruhigem Stolz. Nur eine Veränderung hatte sie ihm gestattet, an Stelle der Myr­ten und des Schleiers garnierten es kostbare alte Spitzen.

Man meldete dem Prinzen, daß der Großherzog und die Großherzogin vorgefahren feien.

Dieseallerhöchsten Herrschaften" wurden bereits un­ten an der Treppe von dem prinzlichen Hofstaat und dem Prinzen Joachim, oben an derselben von der Prinzessin empfangen. Im Gefolge schritten die Gräfin Keil und die beiden Hofdamen hinter der Großherzogin in den Saal. Gräfin Lory war ganz Flamme. Sie wählte mit Vorliebe und Kühnheit rote Farben zu ihren roten Locken; heute umwogte sie eine leichte, feuerfarbige Gaze, aus der die wundervollen Arme und der blendende Nacken tief dekol­letiert und berückend schön, wie aus Flammen entstiegen.

Das Fest nahm seinen Verlauf.

Es wurde getanzt. Rose beteiligte sich nicht daran, Gräfin Lory aber war unermüdlich, sie hatte nicht den Dienst und gab sich mit voller Luft dem Vergnügen des Tanzes hin.

Auch Rolf hielt sich vom Tanze fern, er hatte mit Rose nur wenige Worte gewechselt, sie wich ihm aus und ver­mied es auch, feinem ernsten, vorwurfsvollen Blick zu be-

badilla an.Westminster Gazette" iviU auf der spanischen Botschaft erfahren haben, daß infolge der ernsten Lage eine Zensur für Nachrichten aus Spanien möglich sei. Demselben Blatt zufolge berichtet die Gibraktarstatio i der Easteru Telegraph CompaH, daß die Verbindungen mit den südspanischen Stationen unterbrochen seien.Daily Mail" zufolge sind während der letzten 24 Stunden keine direkten Nachrichten mehr von irgendeinem spanischen Ort eingetroffen.

Einberufung der Corieö.

Daily Expreß" berichtet aus Hendayc an der fran­zösisch-spanischen Grenze, die spanischen Cortes seien,früher als erwartet wurde e i n b c r u f e ir worden, angeblich wegen des Gesundheitszustandes des 19 Jahre alten Thronfolgers, des Prinzen von Asturien. Es wür­den Befürchtungen für sein Leben gehegt.

Der zweite Sohn des spanischen Königs, Don Jaime, ist bekanntlich taubstumm! Es laufen Gerüchte um, daß General Primo de Rivera regicrungsmüde sei. Es ist unmöglich, festzustellen, was Wahres daran ist.

Die Begründung zur Einberufung der Cortes, der gesetzgebenden Versammlung, wegen des Gesundheitszu­standes des Thronfolgers ist offenbar eine Verschleierung der wirklichen Tatsachen, von denen zurzeit kein ..ares Bild zu gewinnen ist.

BslsiöigLmgÄproZeß Dr. Schacht.

U in b t e A II f w e r tu Ii g der alte n T a IIseIIder.

Unter geradezu ungebeueiUcbem Andrange des Publikums nahm eine neue Verhandlung wegen Beleidigung des Reichs- düMpräsidcntcn Dr. Schacht int Moabiter Krumnacherichl ihren Anfang. Wiederum handelte cs sich um den von dem Verband der sogenannten Rcichèbankglänbiger gcjnhricn Kamps um die Auswertung der alten ReMsbanknoteu. Nicht weniger als vierzig solcher Prozesse laufen gegenwärtig. Im Gerichls- gcbändc taiu cs zu beispiellosen Tmnültszcncn.

Die Anträge wegen Beleidigung richteten sich diesmal gegen den Metallwarensabrikame» und Berbandsvorsitzenden Roll. Reichsbankpräsident Dr. Schacht wurde zunächst als Senge danach befragt, wie lange er die Leitung der Reichsbank habe. Daraus äußerte er sich über den Inhalt der Rede, die von ihm in der bekannten Generalversammlung der Reichs- bankaktionäre gehalten wurde und nach feiner Angabe ben An­geklagten gereizt habe. Mach der Erklärung des Dr. Schacht sollte sie dem Unfug steuern, armen Leuten, die leider in der Inflation ihr Geld verloren haben, das Geld weiter durch falsche Vorspiegelungen aus der Tasche zu ziehen. Der Staats­anwalt hielt daraufhin sein Plädoyer und beantragte einen Monat Gefängnis. Ds Urteil lautete auf 750 Mark Geldstrafe. Der Angeklagte möge ans einem gewissen guten Willen und Idealismus heraus gehandelt haben. In der Form jedoch fei er zu weil gegangen.

Die tägliche EimBahmmfäKe.

In Deutschland, Polen und Fraukreich.

Bei der Fahrt eines Zuges in der Nähe der Station Berchtesgaden wurde eine Weiche zertrümmert, so daß der Zug nahe vor einer Entgleisung stand. Die Fahr­gäste, die heftig durcheinandergeschüttelt wurden, legten den Rest des Weges zur Station zu Fuß zurück. Wie weiter berichtet wird, soll auch der Motor einer elek- irischen Maschine.zerstört worden sein.

Auf dem Bahnhof Bamberg war ein von Erfurt kommender Güterzug mit fünf Wagen entgleist, so daß zunächst die Strecke BanibergLichteufels gesperrt war. Infolgedessen mußten in beiden Richtungen Umleitungen vorgenommen werden.

Noch rechtzeitig verhütet.

Ein Vorfall, der leicht ein schweres Unglück hätte zur Folge haben können, spielte sich auf der Eisenbahustrecke StilmpsdorfNiemberg (Bezirk Halle) ab. An dem Eil­zug 3038 WarnemündeLeipzig lockerte sich zwischen die­sen Stationen der Radreifen an dem vorletzten Wagen, Es hätte ein unabsehbares Unheil entstehen können, wenn nicht Reisende die Notbremse gezogen hätten. Der Wagen fing plötzlich an zu tanzen, die Fenster fielen von selbst herunter und die Fahrgäste wurden schwer durcheinander­geschüttelt. In ihrer Angst zogen sie die Notbremse und brachten den Zug zum Stehen. Der Radreifen wurde repariert und die Fahrgäste mußten in den anderen Teil des Zuges umsteigen. Der Zug hatte einen Aufenthalt von 30 Minuten.

Von der Reichsbahndirektion Stuttgart wird mitgeteilt: Am Sonntag hat ein 18jähriger Bäckergchilfe aus Freudenstadt bei der Station Alpirsbach an der Strecke der Bahnlinie FreudenstadtSchiltach freventlich

gegnen. Er stand in der Tür des Salons, während die Paare sich zu einem Galopp zusammenfanden.

Herr von Lemming," rief ihn eine Helle Stimme an, ich habe mit unerhörter Tapferkeit diesen Galopp aus der Schar der Kämpfer für Sie gerettet, kommen Sie aber nicht schnell, so entführt mich zuletzt noch Graf Ostral, der mich durchaus für eine Pause gewinnen möchte."

Rolf hätte sich zwar diesen Galopp niemals erbeten, konnte sich dieser ihm aufgedrungenen Gnade indes auch nicht entziehen und trat mit der Gräfin in die Reihen der Tanzenden.

Mit Schmerz und Staunen sah Rose beide an sich vor- überfliegen.

Satanella, die eine neues Opfer gefunden hat," flüsterte ihr der alte Zeremonienmeister zu,die Flammen haben ihn erfaßt, sehen Sie dies triumphierende Strahlen unsrer schönen Zauberin, wer weiß, was wir erleben Herr von Lemming ist eine Partie!"

Rose wandte sich ab, sie konnte nicht weiter hören, und der gute alte Herr sah ihr verwundert nach.

Es gab jemand, der dies alles beobachtet hatte, und das war Wulbradt. Er näherte sich Rose, gab ihr Zeit, sich zu fassen, und erzählte ihr, ohne sie anzusehen, im leichten Konversationston von diesem und jenem, schließ­lich auch von einem Briefe Scherikoffs und von seiner eig­nen, nahe bevorstehenden Abreise. Sie antwortete zer­streut und teilnahmlos, und er bemerkte wohl, wohin die Gedanken wider ihren Willen abirrten.

Kurz vor dem Söuper versammelte sich die Jugend in dem besonnten Salon mit der Blumenwand, hinter der vor einem halben Jahr Fräulein von Eltzinger eine so niederschmetternde Erfahrung gemacht hatte. Vom Tanz animiert, gediehen hier die Beziehungen zwischen Tänzer und Tänzerin wie die Pflanzen im Treibhaus. Glanz und Dust, Lächeln, Kokettieren und Pulsieren, Girren und Schwirren erfüllten den kleinen Raum. Inmitten dieses Zaubers, kühl und fremd und unberührt davon, stand Rose vor Rolf, weiß und unnahbar wie ein Geist aus andrer Welt. Er sprach ihr von dem Tanz, es klang fast wie eine Entschuldigung, sie sah ihn fremd an, und er

Eisenbahnbaumaterial auf die Schienen gelegt. Ter Täter, ber angetrunken war, wurde bei der Ausführung der Tat beobachtet und konnte alsbald sestgenommcu werden. Züge sind nicht gefährdet.

13 Waggons^ zertrümmert.

In Polen sprang aus der Strecke Alexandrowo-« Thorn ein Güterzug aus bisher unaufgeklärter Ursache aus den Schienen. Die Lokomotive und 13 Waggons wur­den zertrümmert. Durch einen glücklichen Zufall erlitt nur der Lokomotivführer leichte Verletzungen.

Wie Havas aus Dijon meldet, ist zwischen den Bahii- Höfen Vernarson und La Tour de Äkillevoy der um diese Zeit aus Saint Etienne kommende Persouenzug entgleist. Der Führer eines Güterzuges hatte wegen eines Hinder­nisses auf der Strecke stark gebremst und es war ein Stapel Bretter auf die Gleise Mfallen;'wodurch von dem nachfolgenden Persouenzug die Lokomottve; ein Gepäck- und vier Personenwagen zur Entgleisung kamen. Loko­motivführer und Heizer wurden durch Dampf schwer ver­brüht, zehn Reisende kamen mit leichteren Verletzungen davon. Der Verkehr auf der Strecke ist gesperrt.

Aus Hessen-Nassau und Nachbargebielen.

Merkblatt für den 1. September.

Sonnenaufgang 5 II Mondaufgang ' '' Sonnenuntergang 6 || Monduittcrgaiig 353 R.

1776 Der Lyriker Ludwig Hölly gest. 1870 Schlacht bei Sedan. 1914 Sieg der Deutschen bei Reims und Berdum

Unser Jahrhundert ist ein Vesuv voll Lava und voll Christiträncir. Steigt Ihr an ihm heran, so steht nur nie auf seiner Asche still, wollt Ihr nicht rückwärts gleiten, sondern arbeitet Euch unausgesetzt höher. Jean Pau 1.

Wetterbericht.

Das Hochdruckgebiet rückt ostwärts weiter, während von West­europa sich eine flache Tiesdrncksurche naht. Sie bringt auch unserem Bezirk vorübergehend stärkere Bewölkung, aber nur stellenweise auch Gewitterregen. Vorhersage bis Dienstag abend: Langsam zunehmende Bewölkung, Gewitterneigung,.zu­nächst noch warm, später bei nach Westen drehenden Winden leichte Abkühlung. WitteriMgsaussichten bis Mittwoch abend: Wolkig bis aufheiie.rnd, meist trocken, mäßig warm.

Fulda, den 31. August 1926.

Waudelkonzert.

Morgen nachmittag von 6.307.30 veranstaltet die J Kapelle des Art.-Regts 3 im Schloßgarten ein Wandel- konzert.

Rhönklub-Fuldaer Haus.

Man schreibt uns:

Rastlose Energie, hoher idealer Sinn und große Opfer­bereitwilligkeit haben dazu geholfen, daß am 3. Oktober 1926 dasFuldaer Haus" auf bet' Maulkuppe feierlichst eröffnet werden kann. Wenn bisher in vorbildlichster Weise die Frage gelöst wurde, wie kann der Bau entstehen, so gilt es für die Zukunft daran zu arbeiten, daß das Werk, das vollendet, auch erhalten bleibt. In dankens­werter Weise hat sich das um den Hüttenbau gleichfalls hochverdiente Mitglied, Herr Leonhard Rottler, bereit erklärt, für die Folge das Amt eines Hüttenwarts zu übernehmen. Mit Unterstützung tatkräftiger und erfah­rener Mitglieder wird er in Zukunft berufen sein, die Hütte jedem einzelnen Mitglied zu einem liebenswerten und angenehmen Aufenthaltsort zu gestalten. Um dieses Ziel möglichst vollständi-g zu erreichen, ist an die Schaf­fung einer ständigen Hausvaterstelle gedacht. Der RhönMi klub sucht zu diesem Zweck eine ältere, gesetzte Persön­lichkeit vielleicht Altpensionür, die Liebe zur Natur hat und im Stande ist, dafür zu sorgen, daß in der Hütte stets Ordnung herrscht. Die Auswerfung eines festen Ge­haltes ist nicht in Aussicht genommen, doch dürfte die Stelle bei den mancherlei Bedürfnissen der Besucher zweifellos mit kleinen dauernden Nebeneinnahmen ver­bunden sein. Für Interessenten ist Herr Leonhard Rott­ler, Friedrichstraße 18 gern bereit, näheren Aufschluß zu geben.

25 Jahre D. H. V. in Fulda.

Vcn Gauvorsteher Hch. Auerbach, Frankfurt a. M.

Die Arbeit eines Menschenalters liegt hinter den Ful­daer Kaufmannsgehilfen, eine Arbeit, die vor 25 Jahren aus dem Nichts begonnen wurde und deren Ergebnis heute als eine blühende Ortsgruppe im Rahmen einer stolzen, achtung- und machtgebietenden Volks- und Stan­desbewegung vor uns liegt. Wer findet die rechten Worte für all die Leiden und Freuden, das Wirken und Schaf­fen, das Hoffen, Kämpfen und Siegen der Männer, die die Träger dieser herrlichen Bewegung waren und zum ....................»m . Z«»--"'-i«D schwieg. Da legte sich eine heiße Hand auf die schneeweiße Schulter Rosens. Gräfin Lory lachte sie mit ihren dia­bolischen Augen an.

Puh, wie kalt! Welch Gletschereis muß ihr Herz bergen, daß in dieser Luft der Schnee nicht taut.

Sie drängte das stille Paar auseinander, Rose ging ihr aus dem Wege, und die Gräfin hatte mit ihrer sprühenden Laune Rolf sehr bald in eine lebhafte Unter­haltung gezogen. Sie führte ihn abseits bis dicht an die ' Blumenwand, flüsterte und lachte noch einige Minuten auf ihn ein und ließ ihn dann plötzlich stehen.

Ich versprach Ihnen eine Neuigkeit," sagte sie laut und ging bis in die Mitte des Salons, auf die Hofdamen zu, die mit andern dort unter dem Kronleuchter standen, eine Ueberraschung für heute abend, und will mein Wort halten, obgleich meine Nachricht erst morgen offiziell er­scheinen wird. Wir sind aber hier im engen Freundes­kreise, und ich kann der Versuchung nicht widerstehen, die ersten Glückwünsche von den Herzen auf die Lippen steigen zu sehen."

Aller Blicke wandten sich ihr zu, nur Rose, die vor der Gräfin in der Nähe Wulbradts stand, sah an ihr vorbei auf Rolf. Dieser befand sich hinter der Gruppe an der Blumenestrade.

Nun, Fräulein von Eltzinger, haben Sie es nicht schon erraten? fragte sie strahlende Gräfin in neckendem Ueber- mut.

Natürlich, schon gestern, Sie haben sich verlobt," war die mit erzwungener Gleichgültigkeit gegebene Antwort.

Richtig! Erlauben Sie mir, Ihnen meinen Bräu­tigam sogleich vorzustellen."

Rose wurde so blaß, daß Wulbradt sie leise fragte, ob er sie hinausfiihren sollte. Sie schüttelte den Kopf» legte aber ungefordert die Hand in seinen Arni, als ob sie einen Halt suchte.

Die Gräfin hatte sich gewandt und ging mit ausge­streckter Hand auf Rolf zu. Er stand unbeweglich, hoch aufgerichtet, mit verschränkten Armen und blickte ihr drphend in die Augen.

(Fortsetzung folgt.) _ ,