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zwischen General Primo de Rivera und den Artillerie­offizieren datierten zurück bis zum Beginn des neuen Re­giments, aber man glaube, daß sie jetzt in ein neues und ernstes Stadium eingetreten seien, dessen Folgen man un­möglich voraussehen könne.

potiiische Rundschau

Deutsches Reich.

Baiikrrditc für Reichsbeamte.

Durch Gesetz vom 1. Juli ist daS ursprüngliche Gesetz über die Bereitstellung des Baukredstes dahin abgeändert worden, daß die Zwischenkiedite auf erste Hypothek für Kleinwohnungen nicht auf die Dauer von 12 bzw. 9 Mona­ten beschrankt sind, sondern daß die Kredite allgemein bis zur Dauer von drei Jahren gewährt werden, wobei sogar ein Teilbetrag bis zur Dauer von 15 Jahren gewährt werden kann. Demnächst wird auch die Verordnung über die Verwendung der für Reichsbeainte und -bedienstete vorbebaltcnen zehn Millionen erscheinen. Die Verwaltung und Vergebung dieses Betrages soll der Wohnstättenbank übertragen werden, die auch die Siedlungskredite für ab- gebaute Beamte verwaltet.

Das Ausführungsgesetz zum Artikel 48.

Wie mitgeteilt wird, hat der Reichsinnenminister nun­mehr die Ausführungsbestimmungcn zu Artikel 48 der Reichsverfaffung fertig ausgearbeitet. Sie gehen in diesen Tagen den zuständigen Resiorts, deni Justizministerium und dem Reichswehrministerium, sowie den Länderregie­rungen zu. Nach Hindenburgs Rückkehr wird Rcichsinncn- minister Dr. Külz ebenfalls dem Reichspräsidenten über das Ausführungsgesetz Vortrag halten. Sodann wird das Reichskabinett darüber zu entscheiden haben, wann das Gesetz den parlamentarischen Körperschaften zugeleitet wird.

Die Groß-Hamburger Frage.

Im preußischen Ministerium des Innern fanden an Dienstag Verhandlungen über die Zukunft Wilhelms­burgs statt. Dabei gab Minister Severing die bestimmte Erklärung ab, daß Hamburg Wilhelmsburg nicht erhal­ten werde. ES wurde den Teilnehmern aus Wilhelms­burg und Harburg anheimgestellt, Verhandlungen über die Vereinigung von Wilhelmsburg mit Harburg ein­zuleiten.

Vom Prager Studcntenkongrcß.

Auf dem Kongreß der Internationalen Studenten- konföderation in Prag wies am Mittwoch bei der Aus­sprache über die deutsche Frage der englische Delegierte Landfordt auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit den Deutschen hin. Der französische Delegierte Antebi war der gleichen Ansicht wie Landfordt. Er er­hob keinen Einwand gegen das Deutsche als Verständi­gungssprache in der Konföderation, machte aber darauf aufmerksam, daß in dem Augenblick, in dem Rußland und Lateinamerika einträten, sic berechtigterweise die gleiche Forderung stellen würden. Bonkowski-Polen sprach sich gleichfalls für die Zusammenarbeit mit Deutschland aus.

Griechenland.

X Konduriotis Präsident. General Kondylis und sämt­liche Parteiführer, die sich unter dem Vorsitz des Admirals Konduriotis versammelten, erkannten einstimmig Kondu­riotis als Präsidenten der Republik an. Infolge dieser Anerkennung veröffentlichte das Amtsblatt folgende Bot­schaft des Präsidenten an das Volk:Nach der Beseitigung der Diktatur übernehme ich von heute an wieder die Präsi­dentschaft, zu der mich die vierte hellenische Nationalver­sammlung berief."

Aus Zn- und Ausland.

Berlin. Der Präsident des Preußischen Landtages hat den Landtag zum 28. September cinberuftn.

Düpcldörf. Prälat Mostert, der Generalpräsident des Verbandes katholischer Jünglings- und Jungmännervereine, ist am Mittwoch in Lausanne an einem Halsleiden gestorben.

Paris. Wie aus Fez gemeldet wird, haben die Franzosen am 25. d. M. eine neue militärische Operation zur vollen Be­setzung des Rifgebietes begonnen. Aus einer Front von 50 Kilometer Länge und 20 Kilometer Breite sollen insgesamt 600 Quadratkilometer besetzt werden. Man rechnet besonders im Gebiet der Djeballa und Gheza mit erheblichem Wider­stand.

Paris. Nach Meldungen aus Tunis berichten Einge­borene, die aus dem Süden des Landes kommen, daß ein heftiger Kampf in Tripolis zwischen italienischen Kolon­nen und Aufständischen stattgefunden habe. Die Italiener seien nach heftigem Kampfe gezwungen worden, sich zurück- zuzichen.

Aufsehenerregende Enthüllungen eines ange­sehenen russischen Kommunisten.

In der Berliner ruffischen ZeitungRul" veröffentlicht ein Mitglied der russischen kommunistischen Partei Jakob Badjan Enthüllungen, die zugleich eine Beichte und ein Protest gegen die Tätigkeit der Kommunistischen Partei, der Inhaberin der Regierungsgewalt in Rußland sind.

J. Badjan, der 1917 zum Kommunismus übergegangen war und verantwortliche Stellungen in der Sowjetre- gierung bekleidet hat, hat eine Reife nach Berlin benutzt, um sich öffentlich von der Kommunistischen Partei loszu­sagen.

Seit 1925", schreibt er,habe ich mich zu der Ueber­zeugung durchgerungen, daß die staatlichen Einrichtungen, die in Rußland bestehen, für die ganze Menschheit ver­derblich sind, daß es noch niemals solche staatliche Machi­nationen gegeben hat, wie diejenigen, die die heutigen Lenker Rußlands anwenden. Niemals hat es noch einen Betrug gegeben, wie den, der heute die russischen Arbeiter und Bauern umspinnt." Und in einer Erklärung, die Vadjan an den Berliner Sowjetbotfchafter Krestinski ge­richtet hat, sagt er:Ich war drei Monate in diesem Winter auf dem Lande und habe die ländlichen Sowjets so organisiert, wie sie Stalin haben wollte. Ich habe mich davon überzeugt, daß der russische Bauer unter Bedin­gungen zu leben hat, wie sicher kein anderes Volk auf der Welt. Ich sehe, daß Rußland dank seiner Regierung vor dem Untergang steht. Und ebenso habe ich in Industrie- bezirken, wo ich Hunderte von Arbeitern zu lenken hatte, die Ueberzeugung gewonnen, daß ich eine so schmutzige Auf­gabe nicht länger durchführen kann: eine Aufgabe, die Lüge und Betrug an den Arbeitern ist, während andere Menschen in verantwortungsvollen Stellungen den Rest des rusiischen Reichtums verschleudern."

Badjan schreibt weiter, wie gelogen und betrogen wird, wenn es gilt, ausländischen Arbeiterdelegationen die Ver­hältnisse in Rußland zu zeigen, wie jeder Versuch, die Wahrheit ins Ausland dringen zu lassen, unnachsichtlich bestraft wird, wiedank unserer diktatorischen Regierung über 1000 der besten Männer in den Gefängnissen schmachten" und schließt mit den Worten:Mein Ziel ist jetzt, der ganzen Menschheit die Augenüber die Gefähr­

lichkeit der Sowjetdiktatür für die zivilisierte Welt zu öffnen."

J. Vadjan hält zur Zeit in Berlin eine Reihe von öffentlichen VorträgenHinter den Kulissen der Sowjet­regierung". Alle seine Enthüllungen und Angriffe teilt er dem Sowjetbotschafter in Berlin, Krestinski mit, wie auch seine Absicht, nach Ablauf seines offiziellen Urlaubs wieder nach Rußland zurückzukehren und die volle Ver­antwortung für feine Handlungsweise zu tragen.

Der Paratyphus in Offenbach.

89 Kranke bisher.

Offenbach, 26. August. Die überaus strengen Vorbeu­gungsmaßnahmen der Polizei haben am Mittwoch be­wirkt, daß sich noch etwa fünfzig Personen als krank im Stadtkrankenhause anmeldeten.. Einige davon sind sehr schwer erkrankt und haben hohes Fieber. Im allgemeinen ist der Gesundheitszustand der Personen zufriedenstellend. Die meisten leiden noch an Milzanschwellungcu, einer Be­gleiterscheinung beim Paratyphus. Gegenstand ernster Besorgnisse sind nur noch sechs Personen. Unter den Er­krankten befinden sich auch mehrere Schulkinder. Heute früh fand durch Polizeibeamte eine eingehende Durch­suchung aller Häuser nach etwaigen Kranken statt. Die sehr strengen Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung der Seuche werden fortgesetzt, ihre Nichtbefolgung wird streng geahndet. Der Untersuchungsbefund hat bisher noch festgestellt, daß beide Eisarten Vanille- und Him­beereis mit starken Gruppen von Paratyphusbazillen behaftet waren. Eingehendere Mitteilungen über die Ur­sachen sind für Freitag nachmittag vorgesehen. Das Stadt­krankenhaus ist mehr als überfüllt. Die Aerzte und die Schwestern haben in den fünf Tagen feit Sonntag über­menschliche Arbeit geleistet. Ihrer aufopfernden Tätigkeit ist es vor allem zu danken, daß die Seuche bisher nicht mehr Menschenleben heischte.

Aus Seffen-Raffau und Aachbargebiefen.

Merkblatt für den 28. August.

Sonnenaufgang 5 Mondaufgang 9 N Sonnenuntergang 6'7 i Monduntergang ll18 V.

1749 Johann Wolfgang v. Goethe in Frankfurt a. M. geb. 1802 Der Dichter und Germanist Karl Simrock in Bonn geb. 1914 Hindenburgs Sieg bei Tannenberg.

Es gäbe keine soziale Frage, wenn die Neichen von jeher Menschenfreunde gewesen wären.

Wetterbericht.

Der nordöstliche Tiefdruckwirbcl hat sich verstärkt. Jnfolzc- dcssen ist von seiner Südseite her kältere Lust auf das Fest­land vorgedrungen und hat auch in unserem Bezirk vorüber­gehend zu etwas Bewölkung und strichweise auch zu Gewitter­regen geführt. Von Westen her drängt zunächst hoher Druck nach. Vorhersage bis Freitag abend: Wollig, aufheiternd, trocken, etwas wärmer, westliche Winde. Witterungsaus­sichten für Samstag: Noch etwas wärmer, schwache Gewitter­neigung, sonst keine wesentliche Aenberung.

Fulda, den 27. August 1926.

Aus der hessischen Landeskirche.

Zur Zeit sind sieben Pfarrstellen frei, für die die Mel­dungsfrist bis zum 15. Sept, läuft. Es sind die Gemeinden Gelnhausen 1, Kirchenkreis Gelnhausen, wo die Kirchen­gemeinde das Wahlrecht hat, Gersfeld, Kr. Fulda, mit Patronatswahl (Adr. Rittergutsbesitzer Dr. O. v. Waldt­hausen in Gersfeld (Rhön), Hohenkirchen, Kkr. Hofgeis­mar, Niederelsungen, Kkr. Wolfhagen, mit Patronats­wahl (Adr. Rittergutsbesitzer H. v. d. Malsburg zu Efche- berg, Post Zierenberg), Kerspenhausen, Kkr. Hersfeld, Weiterode, Kkr. Rotenburg, Schwabendorf, Kkr. Kirchhain. Neubesetzt sind die Pfarrstellen in Dalherda, Kkr. Hanau 1, Vöhl, Kkr. Frankenberg, und Weiterode, Kkr. Roten­burg, durch Ernennung der Pfarrer Kahl, Lizentiat Hoff­mann und Widmaier. In den Ruhestand traten die Pfarrer Dr. Trute in Gersfeld, Stippich, in Hohenkirchen, Metropolitan Römer in Niederrodenbach, Böhling in Dahlherda und Metropolitan Kienzler in Neuengronau. Gestorben sind Pfarrer a. D. Heisen in Wendershausen und Pfarrer Müller in Barchfeld.

Gedächtnis der Stockholmer Weltkirchen-Konferenz.

Die Stockholmer Kirchenkonferenz, deren Fortsetzungs­ausschuß in der laufenden Woche in der Schweizerischen Bundeshauptstadt unter Beteiligung auch von sechs deut­schen Mitgliedern tagt, fiel in die gleiche Woche des Vor­jahres. Zur Erinnerung daran veröffentlicht dasKirch­liche Amtsblatt" unseres Bezirks den authentischen deut­schen Text der von der Weltkirchen-Konferenz an die Christenheit gerichteten Botschaft in einem Sonderdruck und veranlaßt die Pfarrämter, ihn den Kirchenvorständen oder auch der gesamten Gemeinde bekannt zu geben. Zum Gedächtnis der Stockholmer Konferenz und ihrer gegen­wärtigen Berner Ausschußtagung wird dies wohl durch­weg im Hauptgottesdienst des nächsten Sonntags geschehen.

Straßensperrung für Fuhrwerksverkehr an Markttagen.

Fuhrwerksbesitzer mögen die heutige amtliche Bekannt­machung beachten, wonach die Durchfahrt durch die Kanal­straße zwischen Karlstraße und Mühlenstraße, an allen Markttagen, also jeden Mittwoch und Samstag, ver­boten ist.

Viehmarkt und Eisenbahn.

Der gestrige Viehmarkt, war mit 100 Stück Vieh mehr befahren als der vorige Markt. Durch den Umstand, daß die Fuldaer Viehmärkte wieder zunehmen, fließen auch dem Stadtsäckel gesteigerte Einnahmen an Auftriebsgeldern usw. zu. Ganz besonders viel Arbeit hat aber der Bahn­hof Fulda durch das Ent- und Beladen der Viehwagen. Während am vorigen Markt nur 58 Wagen mit Vieh ent­laden und 100 Wagen nach Marktschlutz beladen wurden, mußten zu dem gestrigen Markt 66 Wagen entladen und 160 Wagen nach Marktschluß zur Beladung bereit gestellt werden. In den Mittagsstunden mußte je eine" Vieh­sonderzug in der Richtung Gießen, Frankfurt a. M. und Bebra abgelassen werden.

Verdingungs-Ergebnis.

Die Ausführung der Erd-, Fels-, Rodungs- und- schungsarbeiten von Hm. 120,430 bis Hm. 121,023 der Strecke Frankfurt a. M.Bebra bei der Haunebrücke bei Marbach (Kreis Fulda) waren von der Eeisenbahn-Vau- abteilung Hersfeld öffentlich zur Verdingung ausge­schrieben worden. In dem am Donnerstag, den 26. August stattgefundenen Oeffnungstermin der eingegan­genen Angebote lagen 36 Angebote von Unternehmern aus vielen Städten vor. Das höchste Angebot aus Duis­burg lautete auf 71 276 <4, während das billigste Ange­bot aus Werderode nur auf 14 916 M lautete.

Aus dem Gciichtssaal.

Der Handelsmann H. G. aus Fulda hatte sein Vieh-Kon- traltduch nicht ordnungsmäßig geführt. Diese Vernachlässigung muß er mit 30 Mark Geldstrafe büßen. Wegen Verstoßes ge­gen die polizeilichen Anordnungen über das Fahren der Autos wurde der Kraftwagenfiihrcr K' K. von hier, z. Zt. in Ludwigs­hafen, mit 25 Mark Gestraft bestraft. Wegen gefährlicher Körperverletzung stand die 32jährige Ehefrau P. aus Horas vor Gericht. In einem gereizten Zustande nahm die Angeklagte am 17. Juli einen Wassereimer und mißhandelte damit eine 36jährige Dienstmagd derart am Kopf, daß lt. ärztlichem Attest an der linken Stirnseite eine 4 cm. lange tiefe Wunde entstand, aus der Emaillesplitter verschiedener Größe entfernt werden mußten. 14 Tage war die Mißhandelte arbeitsunfähig, auch sind weitere Folgen dieser Mißhandlung noch nicht ausgeschlos­sen. Die resolute Ehefrau wurde zu 30 .4 Geldstrafe sowie zur Zahlung von 30 Mark Schmerzensgeld als Buße an die Miß­handelte verurteilt. Wegen Lärmens am 1. Pfingstfeiertag abends gegen 10.30 Uhr erhielt die Ehefrau Ä. W. hier, 5 Mark Geldstrafe. Der Landwirt I. W. zu Kerzell hatte gegen einen Strafbefehl über 30 Mark, den er erhielt, weil er die in seinem Stalle am 21. Mai ds. Js. ausgebrochene Maul- und Klauen­seuche nicht rechtzeitig angemeldet hatte, gerichtliche Entschei­dung beantragt. In der Hauptverhandlung konnte ihm nicht nachgewiesen werden, daß er vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hatte; demgemäß erfolgte seine Freisprechung. In zwei an­deren Fällen wegen lauten Schimpfens etc. erfolgte Frei­sprechung.

Eröffnungsvorstellung des Riesen-Zirkus Gleich.

Nachdem heute früh die Eonderzüge des Riesen-Zirkus Gleich in unserem Eüterbahnhof eingelaufen sind, wurde so­fort mit der Ausladung begonnen. Tanks, Lokomobile, Ar­beits-Elefanten, schwere Zirkuspferde schafften die schweren Speditions- und Transportwagen nach- der Johannisau, wo­selbst ca. ISO Arbeiter mit dein Einschlagen der Eisenpfähle und Aufstellung der 4 Riesen-Masten beschäftigt waren. Nach­dem das hunderte Zentner schwere Vorstellungszelt hochgezogen war, konnte man sehen, was dieses allein für einen großen Raum benötigt. Heute abend um 8 Uhr ist die Gala-Eroff- nungsoorstellung, in welcher in 3 Manegen, 1 Rennbahn und in der Luft gleichzeitig ein Programm von ca. 100 Sensations­nummern dem Publikum gezeigt wird. In jeder Vorstellung finden die großen Pferderennen und die römischen Wagenren­nen statt. In der heutigen Eröffnungsvorstellung zahlen Er­werbslose gegen Ausweis an den Zirkuskassen- und am Ein­gang nur halbe Preise. Es ist besonders zu empfehlen sich die Eintrittskarten im Vorverkauf, Zigarrenhaus Ruppel, Friedrichsmarkt 4, oder an einer der 10 Zirkuskassen, welche von 9 Uhr vorm. bis abends ununterbrochen! geöffnet sind, zu besorgen, um das unnötige Drängen an den Zirkuskafsen vor Beginn der Vorstellungen zu vermeiden. Morgen, Sonnabend, findet um 8 Uhr eine große Vorstellung statt mit dem voll­ständigen Programm der Gala-Eröffnungsvorstellung. Sonn­tag finden Zwei große Vorstellungen statt, um 5 Uhr und um 8.30 Uhr, wobei bemerkt sei, daß die Nachmittagsvorstellung genau mit dem reichhaltigen Programm wie Abends versehen ist. Der Riesen-Zoo ist täglich ab 9 Uhr vormittags den ganzen Tag , geöffnet. Von 1012 Uhr vorm. finden die in­teressanten Dressurproben statt, an welche sich die Raubtierfüt- terung anschlictzt. Vormitags um 1012 Uhr finden von mor­gen ab Freikönzerte statt, welche um 78 Uhr abends fortgesetzt werden. Auch sei noch hingcwiesen, daß geschlossene Schulen unter Führung einer Lehr-' oder Aussichtsperson, ermäßigte Preise bekommen. Da alle verfügbaren Plätze in Fulda zu klein gewesen, hat der Kurhesfischè Verein für Pferdezucht und Pferdesport einen großen Teil der Johannisau in liebens­würdiger Weise zur Verfügung gestellt. Hingcwiesen sei auf die täglich verkehrenden Sonderzuge. (Siehe Inserat.)

Vom Reit- und Fahr-Turnier.

Am Sonnabend vormittag beginnt das dies­jährige Turnier des Kurhessischen Vereins für Pferdezucht und Pferdesport, Fulda, mit dem Geländeritt einer Vielseitig­keitsprüfung. Die MelleitigkeitsprüfunHWWWe schwierigste Aufgabe des Turniers barifeilt, besteht aus einem Gelanv'etttt von etwa 25 Km. dabei sind unterwegs 15 Hindernisse zu springen aus einer Dressurprüfung und einem schweren Jagdspringen. Diese beiden Prüfungen finden am Sonntag statt. Entsprechend den hohen Anforderungen, die an Reiter und Pferde gestellt werden, winken auch den Siegern neben hohen Geldpreisen wertvolle Ehrenpreise. Der Geländeritt be­ginnt um 8 Uhr vormittags am Jägerhaus Bronnzell und führt an Johannisberg vorbei, über Pröbel, Exerzierplatz, Haimbach, Maberzell, Trätzhof durch die Fulda nach Kämmerzell, Riesiger Wald nach der' Kaserne, Fulda. Für Zuschauer empfiehlt es sich, entweder nach der Straße in der Nähe der Fuldabrücke, östlich Domäne Johannisberg, oder nach der Furt bei Kämmer­zell zu gehen. In der Nähe dieser Punkte sind Schiedsrichter, die den Zuschauern zweckmäßige Aufstellungsplätze anweisen. Am Sonntag selbst finden am Vormittag die Vorprüfungen- für einige Wettbewerbe auf dem Sportplatz Johannisau statt. Der Besuch dieser Vorprüfung kann nur dringend empfohlen werden, da der Wettbewerb ländlicher Reitervereine und die Prüfung der Arbeitspferde im Gespann besonders interessant und lehr­reich zu werden verspricht. Auch die Vorprüfung für die Kutschgefpanne und die Reitprüfung wird manchen Interessen­ten veranlagen, auch am Vormittag den Turnierplatz zu be­suchen. Die Veranstaltung des Nachmittags eröffnet ein fest­licher Einzug der Reitervereine auf den Sportplatz. Hierzu rei­ten die Vereine um 1.15 Uhr mittags unter Vorantritt einer Musikkapelle von der Kaserne ab. Um 2.15 Uhr nachmittags ist der Start zum stafetteniaufQuer durch Fulda" an der Kaserne und wird sich der vorjährige Sieger, der Turn- und Fechtklub Fulda, alle Mühe geben müssen, wenn er auch in die­sem Jahre den wertvollen Wanderpreis des Kurhefsifchen Ver­eins für Pferdezucht und Pferdesport wieder gewinnen will. Auf dem Turnierplatz werden sich bann jn buntem Wechsel Ma­terial- und Eignungsprüfungen mit Jagd- und Gehorsams­springen sowie Fahr- und Zugprüfungen vor den Zuschauern abrollen. Auch der Entscheidung in der 10 mal 100 Meter Sta­fette wird man mit Spannung entgegenschen. Bei diesem reichhaltigen Programm wird sicherlich der Sportsmann ebenso auf feine Kosten kommen wie der Pferdeliebhaber, und ist es dem Verein zu gönnen, daß der Veranstaltung durch einen Mas­senbesuch von allen Plätzen sind die TÜrnicrvorgängc gut zu verfolgen ein voller Erfolg beschieden! wird.

Kassel, 26. August. (Verlegung des Oberlandesgerichts Kassel noch Frankfurt?) Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, sind bei der preußischen Staatsregierung Er­wägungen im Gange, das Oberlandesgericht Kassel mit dem Oberlandesgericht Frankfurt zu vereinigen, um von diesen beiden wichtigen Behörden nur noch die letztere in Zukunft bestehen zu lassen.

* Vom Vogelsberg, 25. Aug. Das neue Jugendheim am Fuße der Herchenhainer Höhe'soll nicht nur Jugendherberge fein, sondern es soll zur Abhaltung von Unterrichtsküksen und Tagungen sowie Ferienaufentlhalt für Stadtkinder dienen. Eine Schulklasse aus Worms wird in den nächsten Tagen auf der Station Hartmannshain eintreffen und in dem Jugendheim für 14 Tage Quartier beziehen. Der Schulunterricht wird inner­halb des Heims und in den angrenzenden Waldungen fortge­setzt. Es ist das erstemal, daß in Hessen der Schulunterricht für einige Zeit in einem Landhause erteilt wird.

Frankfurt a. M 26. Aug. (Der Skandal bei der Zuteilung der Stahlvereinsaktien.) Nach den scharfen Rationierungen der letzten Tage bei der Zuteilung der Stahlvereinsaktien an der Berliner Börse wurden jetzt die Kaufaufträge voll zuge- teilt. Dieser Vorgang hat für tausende von Käufern sehr un­angenehme Folgen. Der amtliche Kurssatz wurde auf 146, ein sehr hoher Kurs, festgesetzt, während im Freiverkehr, wie z. B. in Frankfurt nur ein Briefküts vvsi 142 zustande kam. Dadurch sind die Käufer um sehr bedeutende Summen gekommen. Die Folge dieser gewaltigen Anspannung der Kaufkraft machte sich heute in schweren Angstverkäuftn bemerkbar. Der kleine Käu-