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Zum Anschlag auf den ll-Zug Berlin - Köln.

Der „Montag" meldet aus Hannover: Die Kriminalpo­lizei verfolgt seit Sonntag Nacht gemeinsam mit der Ueber- wachungsstelle der Reichsbahndirektion Hannover eine ganz bestimmte Spur, die große Aussicht auf Erfolg biete. Diese Spur, auf die die Üeberwachungsstelle unabhängig von der Kriminalpolizei gekommen sei, führe nach Hillerse hei Meinersen, sowie nach Gifhorn. Sollten die ange­stellten Ermittelungen den vermuteten Erfolg haben, so könnte man damit rechnen, daß der Täter spätestens in 24 Stunden verhaftet sein werde. Abgesehen von dieser aussichtsreichen Spur werden noch andere Spuren verfolgt. Am Sonnabend und Sonntag wurden zahlreiche Verdäch­tige verhaftet, die meisten wurden aber bereits wieder ent­lassen, da sie ihre Unschuld nachweisen konnten. Andere befinden sich noch in Polizeigewahrsam, bis ihre Angaben nachgeprüft sind.

Aus Seffen-Aaffau m- Äa-bargebieten.

Merkblatt für den 24. August.

Sonnenaufgang 4™ H Mondansgang 8’ R.

Sonnenuntergang 75 ; Mondunlcrgang 5" B. 1572 BartholonÄlsnachl, Ricdcrmetzelung zahlreichbr Hugenotten. — 1759 Der Dichter Ewald v. Meist in Frank­furt a. d. O. gest. — 1921 Friedensschluß zwischen Österreich und Amerika.

Wer Gutes tun und dabei nicht in die Brüche geraten will, mutz cs so weit bringen, datz er sich nie anders den» als einen Diener des andern empfindet, dem eine glück­lichere Fügung gestattet, Schuld abzutragen. — Er mutz, fern davon, von dem andern Dank zu erwarten, vielmehr das Gefühl der Dankbarkeit gegen diesen andern ent­wickeln, weil er ihm Gelegenheit gibt, ihm zu helfen, gleich­viel, wie solche Hilfe nachträglich „gelohnt" wird.

Christian Morgen st ern.

2 . / J Ji ■ ~

i Wetterbericht.

Die Zyklone hat sich weiter ostwärts bewegt, sodaß wir auf ihrer Rückseite kältere Luft hercinbekommeu haben. Diese Luft ist nur in ihren unteren, Schichten bis etwa 1500 m. hoch un­stabil, sodaß sich stärkere Bewölkung herausbilden kann, die aber nur gelegentlich noch zu einzelnen Niederschlagsschauern führt. Die Luft wird sich weiter stabilisieren, wobei der Druck ansteigt, fodatz mit Nachlassen der Niederschläge und Aufklären zu rech­nen ist. Beständige Witterung tritt jedoch zunächst noch nicht ein. — Vorhersage bis Montag abend: Wolkig, vorwiegend trocken, Whl, westliche Winde. — Aussichten für Dienstag: Vor­übergehend weitere Besserung.

Neue Eisenbahnbauten im Frankfurter Bezirk.

Nach mehrjähriger Pause, in der aus finanziellen Gründen im Bereich des Reichsbahnbezirkes Frankfurt a. M. nur die al- kerdringendsten Erneuerungen auf Bahnhöfen, Brücken und den einzelnen Strecken vorgenommen! werden konnten, läßt die Ver­waltung eine Reihe bedeutender Neu- bzw. Umbautest vorneh­men, die teilweise noch in diesem Jahre begonnen werden. Die Bad § cm Burger Eisenbahn, die bisher vom Bahnhof West zu- - gleich mit der Kasseler Linie gemeinsame Gleise benutzte, wird vom Bahnhof Rödelheim in weitem Bogen um den Flugplatz herum als selbständige Bahn in den Hauptbahnhof eingeführt. Ferner werden die Erweiterungsbauten des Frankfurter Haupt­bahnhofes fortgesetzt, ebenso wird die Erweiterung des Bahn- Hofs Fulda in Angriff genommen. Von ganz besonderer Be- âutung wiâZer Umbau des Berschiebebwhnhofes Bebra fein, oèr einen großen Umfang annimmt. Die endgültige Form die­ses Bahnhofes steht indessen noch nicht fest. Auch- am Haupt- bahnhof Offenbach nehmen die Erweiterungsbauten ihren Fort­gang. — Die Einführung der schweren Schnellzugslokomotiven erfordert den Umbau fast sämtlicher Brücken und Eisenbahn- übergänge. Auf der Bebraer-Fr anEfurter Linie wurden zwi­schen Fulda und Hanau die Brücken größtenteils bereits einem Umbau unterzogen, sodaß hier bereits die neuen Lokomotiven fahren können. In diesem Jahr wird nun auch die Haune­brücke bei Marbach neugebaut. Dann aber wird die große un­mittelbar vor dem Frankfurter Hauptbahnhof über den Main führende Eisenbahnbrücke, über die die Bebraer und Darm­städter Strecke geleitet werden, bis Ende 1927 völlig umgebaut. Schließlich werden die Ueberbauten der Bebraer Strecke über Forfthausstraße, der Main-Neckarb ahn über die Fovsthausstraße und der Kasseler Linie über die Mainzer Landstraße erneuert und ganz wesentlich verbreitert. Die Stadt Frankfurt leistet zu diesen letzten drei Bauten einen Zuschuß von 157 000 R.-â Sodann wird die von Wiesbaden cinmündende Bahn, die so­genannte Taunusbahn, unmittelbar vor dem Hauptbahnhof von der Kasseler Strecke durch eine neue Brücke überschnitten, eine für die Verkchrsverhältnisse auf dem Hauptbahnhof wesentliche Verbesserung. Ein großer Teil dieser bedeutsamen Bauten wird in aller kürzester Zeit in Angriff genommen. Ende 1927 sollen alle Bauten beendet sein.

Fulda, den 23. August 1926

Die Lage des Arbeitsmarktes.

^Zirk des Arbeitsnachweises Fulda scheint die Wirtschaftskrise ihren Tiefstand erreicht zu haben. Wenn einer fühlbaren Besserung des Wirtschaftslebens noch nicht die Rede sein kann, so haben doch in der In­dustrie teilweise wieder Neueinstellungen vorgenommen werden können, durch die die Entlassungen aufgewogen scheint, als ob jetzt etwas Stetigkeit im Wirtschaftsleben eingetreten sei. Die Zahl der Erwerbs­losen hat in der Zeit vom 1. August bis 15. August im gesamten Bezirk um 43 abgenommen. In der Stadt Fulda ist allerdings eine Zunahme von 23 zu verzeichnen, Die auf Entlassungen in der Textilindustrie, bei der Eisen- und auf Fertigstellung von Notstandsarbeiten zu- riickzufuhren ist. Die Zahl der Erwerbslosen betrug im Bezirke des Arbeitsnachweises Fulda am 1. August 3248 und am 15. August 3205. Hiervon entfallen auf die Stadt Fulda 576, auf Fulda-Land: 1590, Gersfeld: 557 und auf Hünfeld: 482. Die von der Stadt Fulda zwecks Er­weiterung des Wasserwerks in Angriff genommenen Ar­beiten werden eine Entlastung des Arbeitsmarktes zur Folge haben.

Von den Veranstaltungen des gestrigen Sonntags.

Wenn wir in unserer Sanistagbesprechung allen gest- ngcn Veranstaltungen gutes Wetter wünschten, so schien vt Petrus unserer Bitte „sein gnädig Ohr" gelieren zu Wen und bescherte besseres Wetter, als wir es am Sams­tag abend noch zu hoffen wagten. Trotz südlicher und west­licher Winde am Vormittag, war es, wenn auch noch etwas bewölkt, doch immerhin schon ganz erträglich, und um die Mittagsstunde zeigte Frau Sonne ihre strahlende Pracht. Sie verhieß allen Festveranstaltern einen Nachmittag, wie ste ihn sich wünschten. Jupiter Pluvius, von seiner am Samstag geleisteten Arbeit wähl etwas müde, hatte sich in sein Rögenkämmerlein zurückgezogen unlb überließ der bonne das Feld. Zahlreiche frohgestimmte Men- cutt über benutzten nun den schönen Tag zu näheren und weiteren Spaziergängen und beteiligten sich an den

von den verschiedensten Vereinen vorbereiteten Festen. — Die Grillenburg hatte der

Evangelische Volksverein und der Hofmann'sche Mannerchor

zur Abhaltung ihres gemeinsamen Sommerfestes gewählt. Die Mitglieder dieser beiden Vereine hatten sich am Ge­meindehaus versammelt, und unter fldtt gespielten Marsch­weisen der Bioneck'schen Kapelle zog man zum Festlokal. Der für derartige Zwecke gut geeignete, schöne geräumige Garten der Grillenburg war bald dicht besetzt und es enl- wickelte sich eine recht frohe, gemütvolle Feststimmung. Be­sonders die Jugend kam voll auf ihre Kosten. Allerlei Geschenke erfreuten die Kleinen umb Kleinsten schon bei ihrem Eintritt in den Garten. Dann gab es verschiedene Preise zu holen, z. B. beim Sacklaufen und beim Würstel­kletterbaum, wo den Siegern der Lohn für ihre Anstren­gungen in Gestalt von „Knobelinen" winkte. Es gab da­bei ergötzliche Bilder, wenn so ein Dreikäsehoch seine Hand sehr oft vergeblich nach dem sich ihm immer wieder entzieh­enden Würstelrranz ausstreckte, bis ihm endlich der kühne Griff gelang. Eine eigens für diesen Nachmittag angelegte Drahtseilbahn wurde von den Mädchen und Buben fleißig benutzt, u. die die Aufsicht führenden Personen hatten dabei wirklich wörtlich genommen alle Hände voll zu tun, um die kleinen Fahrgäste, die alle eine „Fahrt durch die Luft" — wie so ein kleiner Knirps die Seilbahn nannte — un­ternähmen wollten, zu befördern. Die „reifere" und teil­weise auch die „reife Jugend" machte von der gebotenen Tanzgelegenheit recht regen Gebrauch, während die „älte­ren Semester" vergnügt dem munteren Leben und Treiben zusahen, sich an den vom Hofmann'schen Männerchor gut vorgetragenen Liedern erfreuten und bei all dem Trubel um sie herum sich wohl ihrer eigenen Jugend erinnerten, wo sie als Kinder vielleicht schon in demselben Gartenlokal gespielt oder etwas später dort das erste Tänzchen riskiert hatten. Mit der zunehmenden Kühle am Abend leerte sich der Garten nach und nach, denn, müde von all dem Ge­schauten und Erlebten, verlangte so mancher der kleinen Läufer und Kletterer nach dem Bettzipfel, und im Traum werden die Bilder des für ihn so ereignisreichen Tages noch einmal vorübergezogen sein. Nur die tanzlustige Jugend hielt aus, bis auch für sie — natürlich leider viel zu früh — die Scheidestunde schlug. — Kurz zusammenge­faßt kann man sagen, es war ein echtes, rechtes Familien­fest, bei welchem durch gute Organisation alles vorzüglich „klappte". — Auf feinem neu angelegten Platze im Irr­garten hielt der

Tennis-Klub „Grün-Weiß"

fein erstes Tennisturnier ab. Obwohl es sich in diesem Falle nur um ein internes Turnier innerhalb des Vereins handelte, sah man guten, teilweise recht guten Sport. Je­denfalls verfügt der Verein über Kräfte, deren Spiel weit über den Durchschnitt hinausgeht. Am 11. und 12. Sep­tember veranstaltet der TennisKlub „Grün-Weiß" ein of­fenes Turnier, zu welchem erstklassige auswärtige Spieler ihr Erscheinen bereits zugesagt haben. Nach dem gestern gezeigten Spiel darf man annehmen, daß der Verein seine Farben gut zu vertreten wissen wird. Hoffentlich macht die Bürgerschaft von der dann an sie ergehenden Einladung recht regen Gebrauch, denn auch der Tennissport verdient es, mehr und mehr bekannt und ausgeübt zu werden. Nachstehend die Ergebnisse des, gestrigen Tages:

Damen-Einzel-Spiel 1. Klasse: 1. Frau Geisler, 2. Frau Dr. Weymar.

Herren-Einzcl-Spiel 1. Klasse: 1. Herr H. I. Grenz, 2. Herr Scholz,

Hcrren-Doppel-Spiel: 1. Herren Cremer und Scholz, 2. Herren Hermann Knips und Franz Knips.

Gemischtes Doppel-Spiel: 1. Frau Geisler — Herr Cremer, 2. Frl. Heuser — Herr Hans Schwarz.

Damen-Einzel-Spiel 2. Klaffe: 1. Frl. E. Rauscher, 2. Frl. T. Müller.

Junioren Damen-Einzel: 1. Frl. M. Klesper.

Junioren Herren-Einzel: 1. Herr Franz Knips, 2. Herr H. H. Wahler.

Auch zu dem

Sommerfest des Krieger-Vereins Fulda hatten sich die Mitglieder in stattlicher Zahl im Martin- schen Garten zu Horas eingefunden. Auch Mitglieder der Kriegerkameradschaft und anderer militärischer Vereine waren erschienen. Recht bald kam die echte alte deutsche Gemütlichkeit und die nötige Stimmung in die Gäste. An Kinderbelustigungen, Kinder-Polonaise etc. fehlte es nicht, auch erhielten die Kleinen mancherlei Geschenke. Der mu­sikalische Teil lag in den Händen -des wackeren Vorstands­mitgliedes Althaus, unter dessen Leitung der 21 Mann starke Horaser Musikverein besonders die alten preußischen Militärmärsche schneidig zum Vortrag brachte. Besonders großen Beifall erntete die Kapelle durch das herrliche Potpourri „Rheinischer Sang", das wiederholt werden mußte. Kurz nach 6 Uhr wurde es den meisten Besuchern in dem schönen schattigen Garten doch zu kühl, und man begab sich zu einem gemütlichen Tanz in den Saal. Noch manche Stunde amüsierte mân sich hier recht gut.

Der Nieseil-Circiis Gleich kommt nach Fulda.

Einer der größten europäischen Circuse, der 4 Masten- 3 Manegen- 1 Rennbahn- Riesen-Circus Gleich be­ginnt am Freitag, den 27. d. Mts. fein kurzes Gastspiel in unseren Mauern. Um sich eine Vorstellung von der Größe des in seiner Art einzig dastehenden Unternehmens zu machen, sei folgendes bekannt gegeben. 3 Sonderzüge sind notwendig um die ca. 120 eigenen Transportwagen, ca. 1000 Angestellte und ca. 600 Tiere von einer Stadt nach der anderen zu befördern. — Kaum sind die Sonderzüge im Ellterbahnhof eingelaufen, so beginnt auch schon ihre Entladung durch die eigene Circus-Spedition, bestehend aus: 6 Raupenschleppern, 3 Lokomobilen, Lastautos, in­dischen Arbeits-Elefanten und den schweren Circuspferden. — Die gesamten Zeltanlagen fassen 35 000 Personen, während das große Vorstellungszeit ca. 9000 Personen Raum bietet. — In 3 Manegen, 1 Rennbahn und in der Luft wird dem Publikum in einer Vorstellung ein Pro­gramm von ca. 100 erstklapigen Nummern gezeigt, dar- unter in der großen Rennbahn Pferde-Rcnnen, römische Wagen-Rennen und ein grandioser Akt aus dem Texas- leben mit Büffelreitern, Bockersreitern. Lassowerfern, Mes­serwerfern und Kunstschützen. — Eine besondere Sehens­würdigkeit ist der Riesen-Tierpark in welchem folgende Tiere zu sehen sind: Elefantenherden, Löwengruppen, Nil­pferde, Eis- und Braunbären, Seelöwen, Kamele. Drome­dare, Zehras, indische Büffel, der einzig in der Welt dres­sierte Bison „Peter", Känguruhs, Wölfe, Hyänen, Rüssel- bären, Affen aller Arten, Schlangen usw. — Eine Zierde des Riesen-Circus Gleich ist der MarstaU. welcher ca. 150 Pfèrdè aller Raffen enthält, darunter den berühmten Lier- Zug des Freiberrlich von Lang'schen Gestüts Burg Zie- veich. — Täglich von 10—12 vorm., 4—6 nachm. und 7-^-8 Uhr abends' konzertiert vor dem Circus eine der Circus­kapellen. — Aus all diesen Angaben ist ersichtlich, daß ein derart riesiges Unternehmen noch nie in unserer Stadt

gewesen ist. Wo der Riesen-Circus Gleich bis jetzt gastierte, erzielte er stets ausverkaufte Häuser und war das Tagesgespräch wegen seiner aufsehenerregenden Auf­machung und der Reichhaltigkeit seines Programms. Um unseren Lesern Gelegenheit zn geben, die hochinteressante Ausladung zu besichtigen, werden wir die Ankunft der Sonderzüge rechtzeitig in unserer Zeitung bekannt geben.

Aufgehobene Geschäfts« ussicht.

Die Geschüstsaufsicht über das Vermögen des Max Hermann, Kaffee- und Gasthaus Felicitas auf der Waffer- kuppe ist aufgehoben worden, weil eine begründete Aus- ficht, daß in absehbarer Zeit die Zahlungsfähigkeit behoben wird, nicht besteht.

Die deutsche Schäferhundzucht im Ausland:

Von der Geschäftsstelle der Ortsgruppe Fulda des Vereins für deutsche Schäferhunde wird uns geschrieben:

Vom Umfang der deutschen Schäferhundzucht im Ausland macht sich die deutsche Öffentlichkeit kaum den rechten Begriff. Allein über 20 fremdsprachig« Zeitschriften widmen sich den * Zuchtfratzen dieses bevorzugten Hundetyps. Jetzt hat auch Fran­zösisch-Kanada seine eigene Zeitschrift „Revue Kanine“, Organ des Polizeihundvereins Mr Kanada. Daneben bestecht für den englischen VolkStèil Kanadas „Kennel and Bench", die Zeitschrift des Kanadischen Kennel-Klubs. Das erste Heft beschäftigt sich vornehmlich mit dem deutschen Schäferhund, hier zwar noch Elsässischer Schäferhund genannt, obwohl nachweisbar der Groß­teil von Schäfer-Gebrauchshunden, aus dem der heutige Hoch- zuchtschlag hervorging, in Oftelbien und Mitteldeutschland zu Hause ist, doch wird den Deutschen zugestanden. daß sie immer noch die besten Hunde besäßen und züchteten. Wenn man den kürzlich' abgeschlossenen Band' 23 des Zuchtbuchs des Vereins für deutsche Schäferhunde (SV), Sitz München, durchblättert, zeigt sich bei den 40 000 Eintragungen desselben, daß dank der Kö­rungen und der uneigennützigen Arbeit der Zuchtwarte gegen früher besser gezüchtet wird. :

Unterrichtsgebühren bei staatlichen Turn- und Sportlehrgängcn. *

Wie der Preußische Kultusminister in Beantwortung einer „Kleinen Anfrage" ausführt, ist die Erhebung von Unterrichtsgebühren bei den Staatlichen Lehrgängen zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrern (-Lehrerinnen) an den Universitäten und an den Hochschulen für Leibes­übungen in Spandau und dem Deutschen Stadion in Char­lottenburg mit Rücksicht auf die außerordentliche Zunahme der Teilnehmerzahl und die dadurch entstandene erhebliche Kostensteigerung notwendig geworden. Die Gebühr be­trägt für die gesamte Ausbildung 20 3tJi; die verhältnis­mäßig kleine Zahl von Teilnehmern, die außerdem die Ausbildung im Schwimmen oder Rudern durchmachen, hat noch einen weiteren Betrag von 10 RM zu zahlen. Einer größeren Anzahl von Studierenden, die mit beschränkten Mitteln zu rechnen haben, ist auf ihren Antrag Erlaß oder Ermäßigung der Gebühren zugestanden worden. Auch künftig wird auf derartige Fälle weitgehende Rück­sicht genommen werden müssen; eine grundsätzliche Auf­hebung der Gebührenvorschriften für die Berliner Lehr­gänge und die Lehrgänge an den übrigen Universitäten kommt nicht in Frage.

Gütige Förderung der Kinder bei Schulwanderungen.

Der prcußischc Minister für Wissenschaft, Kunst und Volks­bildung veröffentlicht eine Bekanntmachung, der wir folgendes entnehmen: Die heimatlichen Wanderungen, auf die die Richt­linien für die Volksschule nachdrücklich Hinweisen, verfehleni teilweise noch ihren Zweck, da sie vielfach noch ganz wähl- und ziellos lediglich im Dienste der körperlichen Erholung erfolgen, ohne für die geistige Förderung der Kinder in rechter Weise ausgenutzt zu werden. Es fehlt' ja fast überall an einem festen Play, d^r die WauLerungeu im Interesse des Unterrichts auf die einzelnen Schuljahre verteilt und eine wirklich systematische Durchwmiücrung der Umgebung des Heimatortes ermöglicht. Es wird daher angeordnet, daß jede Schule einen auf ein oder mehrere Jahre verteilten Wanderplan für geologisch-geogra­phische Heimatwanderungen, für naturkundliche Spaziergänge, Besuche denkwürdiger Stätten unb Bauten und landwirtschaft­licher und gewerblicher Anlagen aufstellt. Die Bestimmungent der oben genannten Richtlinien bezüglich der Wanderungen sollen sorgfältig beachtet werden; besonderer Wert wird auf die unterrichtliche Auswertung der Schulausslüge nach entsprechen­der gründlicher Vorbereitung gelegt. ,

Stoppelfelder im August. '

Die eigenartigen Witterungsverhältnisse dieses Jahres haben es fertig gebracht, daß sich Heumahd und Getreide­schnitt zeitlich eng zusammendrängten. Dieser Umstaird hat nach so langen Regenwochen plötzlich eine intensive landwirtschaftliche Tätigkeit erweckt, die rasch und unver­mittelt vielerorts der Landschaft jetzt schon in den August­tagen einen verfrüht herbstlichen Charakter gibt. Das *5 geschnittene Gras wächst zwar nach und reift zur Ernte heran, aber das Stoppelfeld bleibt. Kahl mit gelben Bör- stenbüscheln liegt es da im Glanze der strahlenden August­sonne — soweit wir heuer von solchem Glanze reden können — und nicht ohne Wehmut denkt man an die.gold­gelbe wogenden Getreidefelder, die dem Bild der sommer- X , lichen Flur einen so eigenartigen, tiefen Reiz geben. Die stolzen Roggenhalme, die in den blauen Himmel hin­aufwachsen zu wollen scheinen, die sonnengebräunten, voll- körnigen, schweren Weizenähren, die zierlichen Kornbuschel des Hafers, sie sind dahingefunken unter dem schwingenden, blanken Stahl, und ihr Sterben zum Wohl der Menschheit kündet — das Menschenherz kann sich's nicht verhehlen — das große Sterben in der Natur an. Hungriges Federvolk huscht, Nachlese haltend, über die struppigen Stoppeln, unb schon beginnt auch die Jugend das leere Getreidefeld zpm Startplatz ihrer Drachen zu machen. Doppelt kühl, doppelt gefühllos und unbarmherzig scheint der sommerliche Abend- wind über das wunde Feld dahinzustreichen, er, der noch vor kurzem verliebt und zärtlich mit den flüsternden Hal­men zu spielen schien. Dann bricht die Scholle unterm Schnitt des blanken Pfluges. Warmes, duftendes Erd­reich wälzt sich über die kurzen Stoppeln und begräbt sie unter sich. Das Feld muß sich bereiten, die Wintersaat in seinen Schoß aufzunehmen.

Vom Sternenhimmel.

In den- sternenklaren Nächten, die wir eben haben, strahlt jetzt der Ricfenplanet Jupiter die -zaixze Sia^t hindurch in vol­lem Glanze am südwestlichen! Himmel. Mit einem guten Fern­glas, ja schon mit einem Opernglas kann man auf' bet rechten Seite des Jupiters vier feiner Monde deutlich erkennen. Zwei weitere Monde des Riesenplaneten sind jo winzig klein, daß sie nur durch Riesenteleskope erkennbar sind. Dadurch, daß man alle sechs Monde ben Jupiter eng umkreisen, gibt es da oben etwa 9000 Mond- und Sonnenfinsternisse.

Queck, 21. August. Das Dekanatsmissionsfest, das ab­wechselnd in den Gemeinden des Dekanates Lauterbach alljährlich gefeiert wird, wurde in diesem Jähr ynserec Gemeinde übertragen. Es soll am Sonntag, den 5. Sep- tmber, gefeiert werden. . .

Bebra, S1. Aug. (Vergebliche Arbeit.) Im Hinblick auf ein heranziehendes Gewitter wurde in Costa auf einem Felde der Witwe König mit allen Kräften gearbeitet, um das Getreide trocken in die Scheune zu bringen. Selbst mehrere Rachba,!» halfen- noch mit. Kaum war die letzte Garbe in der Scheune, als der Blitz in diese einschlug und das Gebäude mit der ge» samten! Etnte einäfcherte, _ _ . .Ji"