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fu«m wv8$H gelinget Minoerwerilgren ytr ictne .yanoiunge« Weise nicht in vollem Umfange verantwortlich zu machen sei. Die weitere Verhandlung wurde aus kommenden Sonnabend vertagt. Es soll dann Major 111 h vom Reichswehrministerium als Zeuge über die Verwendung der an General Müller qc- liehenen 10 AM Mark vernommen werden.

§ Gefälschtes Mineralwasser. Vor dem Großen Schöfsen- gericht in G ö p ping c n hatten sich der Direktor der weit­bekannten Mineralquellen Überlingen und neun Vorarbeiter unter der Anklage der Nahrnngsmittclfülschung und des Be­truges zu verantworten. Sie hatten statt der Zufuhr aus der Mineralquelle viele tausend Liter Lcitungswaffcr für das Badebassin und die Flaschensüllung verwendet. Das Gericht verhängte hohe Geldstrafen, da es den Betrug und die Nah­rungsmittelfälschung für erwiesen erachtete.

§ Verurteilungen durch ein französisches Pvlizcigericht. Das französische Polizeigericht in Düren verurteilte mehrere Vcr- cinsvorfitzende wegen Milführens von Trommlern und Pfeifern bei Umzügen, darunter den Branddirektor Bucklers zu 100 Mark und den Kommunistensührer Meuser, der trotz des ablehnenden Bescheides des Platzkommandauten beim Roten Frontkämpfertag Trommler und Pfeifer im Umzüge mitführte, zu 50 Mark Geldstrafe. Weitere Angeklagte er­hielten Strafen von 25, 50 bezw. 75 Mark.

Börse und HanSel.

Frankfurter Börse vom 29. Juli. Montan- und Bankwerte hatten auch heute in der Börse bei lebhaften Umsätzen weitaus die Führung. Das Ausland, vielfach aber auch rheinische In­teressenten traten als Käufer für westliche Montanwerte auf. Mitbestimmend für diese starke Aufwärtsbewegung find. wohl auch die Meldungen von einer bevorstehenden erneuten Herab­setzung des 'Rc ichsban l b iskontsatzes. Auf dem Montanmarkt eröffneten westliche Werte mit einem Durchschnittsgewinn von 5 Proz. Auch Oberschlesier lagen fest. Kaliwerte schlossen sich der Aufwärlsbewegung in geringem Ausmaße» an. Sehr freundlich verkehrten Chemie'wcrte. Farbe nj-J.-G. sind sehr seit und gefragt. Die Metallbankgruppe holte gut auf. Elek- trowerte lagen fest, halten aber anfangs nur geringe Umsätze. Später setzte jedoch auch hier eine bessere Nachfrage ein. Ma- schincnwerte gingen bei gesteigerten Kursen in größeren Posten um Autowerte holten kräftig auf. Für Zuckerwerte lag et­was größeres Interesse vor. Schiffahrtsanteile waren ver­nachlässigt. Der Bankaktienmarkt verbuchte gute Gewinne. Deutsche Renten hatten sehr stilles Geschäft. Oelwerte sind wieder lebhaft gefragt. Ebenso ^igt der Kassamarkt, beson­ders in kleineren, bisher vernachlässigten Werten, bemerkens­wert rege Ecchäfte. Im weiteren Verlauf setzte namentlich für Zuckerwerte eine kräftige Erholung ein. Die Nachbörse brachte verschiedentlich Glattstellungen, blieb in ihrem Grund­ton jedoch durchaus fest und schloß angeregt. — In der Abend- börse machte sich ein gewisser Stillstand in der scharfen Auf­wärtsbewegung der letzten Tage bemerkbar, wenn auch die Hal­tung durchweg noch recht fest war. Auf dem Bankaktienmarkt sind Diskontogesellschaft gefragt, die übrigen Werte lagen un­verändert. Farbenwerte standen in lebhafter "Nachfrage. Rüt­gers gewannen 4 Proz. Auf dem Montanmarkt bröckelten west­liche Werte überwiegend leicht ab. Von Maschinenwerten hol­ten Pokorny u. Wittekind weiter auf. Sehr fest lagen Zucker- werte. Es wurden genannt: Commerz- u. Privatbank 137, Diskontogesellschaft 155.875, Farbenindustrie 255.75, Rütgers 108. A. E. E. 142.75, Gelsenkirchen 169.75, Harpener 154.5, Mannesmann 129.75, Phönix 118.5, Pokorny u. Wittekind 76.75, Zuckerfabrik Waghäusel 79.5, Heilbronn 81.

Frankfurter Getreidebörse vom 23. Juli. Es wurden be- zahlt für je 100 Kilo: Weizen 32 nom., Roggen 22—22.25, Gerste —.—, Hafer (inl.) —.—, Hafer (ausl.) 21.25—23, Mais 18.25—18.5, Weizenmehl 42.75—43.5, Roggenmahl 31—31.5, Weizenkleie 9.25, Roggenkleie 11. Tendenz: stetig.

Frankfurter Schlachiviehmarkt vom 29. Juli. Dem heutigen Nebenmarkt waren zugetrieben: 3 Färsen und Kühe, 1005 Kälber, 182 Schafe, 979 Schweine. Es wurden bezahlt für je einen Zcnrner Lebendgewicht: Kälber: feinste Mastkälber 70—75, mitil. Mast 60^-69, gering. Mast 54—59, gering. Saug­kälber 48—53, Schafe: Mastlämmer und Masthammel 43— 50, gering. Masthammel 40—44, Schweine: vollst, von 80— 100 Kilo 80—82, vollst, unter 80 Kilo 75—79, vollst, von 100 bis 150 Kilo 78—81, Fettschwcinc über 150 Kilo 74—80. Flcischgrotzhandclspreisc: Ochsen- u. Rindfleisch I. 95—105, II. 85—95, Bullen 90—95, Kuhfleisch I. 75—85, Kuh- fleisch II. 60—70, Kuhfleisch III. 40—55, Kalbfleisch (ganze Kälber in der Haut) —.—, Kalbfleisch (ohne Haut) 75—90, Hammel 90, Schweine 95—100, Marktverl aus : Klein­vieh und Schafe bei lebhaftem Handel ausverkauft, Schweine bei mäßig regem Geschäft geringer Ueberstand. Beste Kälber über Notiz. ,

Amtliche Berliner Notierungen vom 29. Juli.

* Börsenbericht. Die Auswärtsbewegung der letzten Tage setzte sich zunächst weiter fort; wiederum standen Montan- und Bankaktien im Vordergrund. Gegen Schluß der Börse ließ die haussierende Bewegung etwas nach. Am Anleihemarkt Ivar es ziemlich still. Die Lage des Geldmarktes hat sich nicht ver­ändert. tägliches Geld 4—5% %, monatliches Geld 534—6% %.

* Devisenbörse. Dollar 4,19—4,21; cngl. Pfund 20,39—20,44; holl. Gulden 168,59—169,01; Dan z. 81,60 bis 81,80; franz. Frank 9,91—9,96; bclg. 10,33—10,37; s ch w e i Z. 81,14—81,34; Italien 13,56—13,60; s ch w e d. Krone 112,26—112,54; dän. 111,21—111,49; norweg. 91,88 bis 92,12; Ische ch. 12,41—12,45; östcrr. Schilling 59,31 bis 59,45; pol n. Zloty (nichtamtlich) 45,78—46,02.

* Produktenbörse. Mühlen zeigten für alte Ware mehr Nachfrage und was an promptem Auslandsweizen und hei­mischem alten Roggen am Markt ivar, fand zum Teil zu etwa zwei Mark höheren Preisen Unterkommen. Lieferung stellte sich auf der ganzen Linie für Weizen wie für Roggen im Preise teurer. Gerste bleibt in guten Qualitäten gefragt. Für Hafer ist das Geschäft still, nur feinere Sorten sind nuterzu- bringen. Die Jnlandsforderungen lauten fest. Im Mehl- gcschäft ist Weizenmehl auf sofortige Lieferung etwas mehr begehrt, per Herbstlieferung vereinzelt auch mehr beachtet. Roggenmehl in schnell lieferbarem Material etwas mehr gefragt.

Getreide und Olsaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilo«

gramm tn

Reichsmark:

29. 7.

28. 7.

29. 7.

1 28. 7.

Wetz„ märt.

—

—

Weizkl.f.Brl.

10.5-10,7 10.5-10,7

pommersch.

—

Nogkl. s.Brl.

11.4-11 5

11.4-11 5

Rogg., märt.

187-192

185-190

Raps

355-560

355 360

pommersch.

—

Leinsaat

— ■

, —

westpreutz.

—

—

Vtki -Erbsen

34-38

34 39

Braugerste

190-205

190-205

tl.gpeifeerbf.

28-32

28-32

guttergerfte

160-170

160-168

guttererbfen

21-25

21-26

Hafer, märt.

197-207

196-206

Peluschken Ackerbohnen

27.0-28,5

27.0-28.5

pommersch.

—>

23-26,0

23-26

weftpreuß.

Wicken

32-35.0

33-35.0

Weizenmehl

Lupin., blaue

15.5-17 5

15-17

p. 100 kg fr.

Lupln., gelbe

20-21,5

20-21.5

Bln.br.inkl.

SeraDesta

—

—

Sack (feinst.

Rapskuchen

14,5-14 7

14.515,0

Mrk.ü.Nol.

38,0-40,0

38,0-40.0

Leinkuchen

19,1-19 4

19,1-19,4

Roggenmehl

■

Trockenschyl.

10.8-11.1

10,8-11.1

p. 100 kg fr.

Sona-Schrot

20.4-20,9

20.3-20,8

Berlin br.

Dorfml.30/70

-

—

in kl. Sack

27-28.5 1

26,7-28,2

Nanosjclslck. 22 8-23.2

20.8-23,2

Rundfunk Frankfurt (Welke 470), Cassel (Welle 273,5)

Wochentags: 11.45 u. 12: Nychr., Wirtschaft. 0 1255: Nauener Zeit. 0 2.50, 3 u. 3.25: Wirtschaft. 0 4: Wetter. O 4.10: Nachr. der 2nd.. u. Handelskammer (Dienstag u. itreitag). 0 4.25, 6, 6.10 u. 7.15: Wirtschaft. D Anschl. an Die Abendoeranslaltung Nachr., Wetter. Sport.

Sonntag, 1. Auglift. 8: Morgenfeier, oeranft. v. Wartburg- vcrciii. Mitw.: Pomuncnchor. Pfarrer Engel von der Ararkusgem. Mädch-nchor der Bockenheimer Eem. Frau Käthe Grosse. 0 12: Hausorch. „Franz Liszt" (gest. 31. Juli 1886). Ung. Rhapsodie („Pesther Carneval"). — Polonaise. — „Orpheus", sinfonische Dichtung. — „Der Tanz in Der Dorfschenke" (Erster Mephisto- walzers. 0 3: Märchentante. Nordische Volksmärchen: Der Ee- sundhcitsbaum. Die drei guten Ratschläge (für Kinder vom 4. Jahre ab). 0 ,4: Uebertr. Griesheim: Zither-Konzert. Zitoerkiub „Alpengruß". Schanno: Konzert-Ouv. — Wormsbachsr: Triumph- Marsch. — Haustein: „Lebenslust", Ouv. „Erinnerung an Straß- burg". — Klosie: „Zochzeitsständchen". — Wormsbacher: „Empire- Marsch". — Suppe: Ouv. „Dichter und Bauer". — Strauß: Donauwellen. — Pugh: „Andante in F-dM". — Kollmaneck: Konzert in B-dur (Duette, grsy. o. Schuster und Frl. Raab. —• Divertissement a. „Freischütz". — Dries: Rheinwellen. Konzert­walzer. — Zeller: Potp. „Vogelhändler". — Bose: Almröschen (Künstlertrio Hofier, Seeger u. Westler). — Biolin-Soli: Schubert „Am Meer". — Wieuiawsky: „Kusaviak" (Konzertm. Ernst. Flügel: Drömann). — Haustein: Quartett in E-dur, Zug der Walküren. — Fant. a. „Freischütz". — Schmidt: Nirenreigen, Walzorinter- mezzo. —■ Hosier: Erinnerung an Solothurn. — Nesvadba-Schulz: Paraphrase über „Loreleu". 0 6: „Porste des Sommers", von Geh. Rat Prof. Dr. Biese. 0 7: Uebertr. Zovpot. Richard Wagner-Fesvpiele der Zoppoter Waldoper: „Lohengrin". Oper von Rich. Wagner. — Anschl. bis 12: Tanzmusik von Berlin. .

Montag, 2. August. 4.30: Hausorch. „Alt-Wien". Strauß (Vater): Radetzky-Marsch. ■— Gruber: „Mei Muttern war a Weanerin". — Lanner: „Abendsterne". Walzer. — Komzak: Wiener Volksmusik, Potp. — Joh. Strauß: „Jugendliebe", Walzer. — Hornig: „Bvgerl, fliegst in d Welt hinaus". — Joh. Strauß: „An der (chönen blauen Donau". — Ertl: Hoch- und Deutschmeister- Marsch. Mitw.: A. Nesui, Tenor. 0 5.45: Lssestuude: „Mogens" von I. P. Jacobsen. Sprecher: Siudtmanu. © 6.15: „Marathon- Lauf", Sportskizze von Dr. Laven. 0 6.45: „Der soziale Gedanke in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts", von Prof. Dr. Schultz. 0 7.15: „Zur internationalen Ausstellung für Binnenschiffahrt und Wasserkraftnutzung in Basel", von Dr. Köbncr. 0 8.15: Neuere Kammermusik. H. Kauder: Trio für Klavier, Oboe und Viola. — Lord Berners: 3 Lieder auf deutsche Art. — Skrjabin: Sonate für Klavier. Ausf. Frau Schlotterbeâ-Tertor (Mezzosopran-. Dr. Merten (Flügel), Hoensch (Oboe), Alekotte (Vioiae 0 9.15: Wagner-Abend. Rom-Erzählung a. „Tannhäuser". Tannhäusers 'Pilgerfahrt. Loges Erzählung a. „Rheingold". Einzug der Götter in Walhall. Schmiedelieder a. „Siegfried". „Wald­weben" a. „Siegfried". Ausf.: Heinrich Hensel (Tenor).

Dienstag, 3. August. 4.30: Hausorch. „Alla Turca". Mozart: Ouv. „Entführung a. d. Serail". Rondo alla turca a. d. Klavier-

jonare. Ywnon — Ouv. „Avu vapan". — ^eeinanm. Türkischer Marsch a. „'Die Ruinen von Athen". — Bj-xp „Djamiich". Rondo turgue in A-moll für Klavier. — Njm^n Aorfatoff: „Scheherazade". — Mussorgsky: Türkischer Marick O 5.45: Lesestunde. A. d. Roman „Pitt und For" von Fr. Hych' D 6.15: Uebertr. Cassel: „Sender- und Empfangsstörungen", Postinsp., Herdt. 0 6.45: „Beobachtungen bet den Deutidn« Kampfspielen", von Medizinalrat Dr. Hagen. 0 7.15: Stalieni d 0 7.45: Schachkurs f. Anfänger u. Fortgeschrittene: Prof. Dr. ') if' Mannheimer („Das Mannheimer Turnier"). © 8.15: Uebertr g. d. Lukaskirche: Orgelkonzert. Burtèhude: Choralvorwiel „Wie schon leuchtet uns der Morgenstern". — Bach: Choralvorspiel „Liebster Jesus". Adagio in A-moll a. d. C-dur-Toccata. Toccata und ycuge in D-moll. — Wagner: „Karfreitagszäubcr" a. „Par- ftfal '. — Rheinberger: „Abendfriede". — Reger: Ave Maria. — Händel: Konzert in E-moll. Ausf. Organist Sonntag. © 9.15- Uebertr. Castel: Heiterer Abend, ueranitaltU von Gustav Jacoby' Vortragsmcistcr vom Rhein.

Mittwoch, 4. August. 12: Uebertr. des Promenadenkonzertes am Lachhannes. O 3.30: Aus dem Buche der Sage und Ge­schichte. Rektor Wehrhan: Die Flucht vor den Sachsen und Frank- furts Gründung (für Kinder von, 10. Jahre ab). 0 4.30: Haus­orch. Alte Operetten. Offenbach: Handkuß-Intermezzo a. „Blau- bart . — Sullivan: Walzer a. „Der Mikado". ■— Hervey: Potp. »/Vtamfelle Nitouche". — Offenbach: Einleitung z. 5. Akt „Pariser Leben'. — Lecocg: Ballettmusik a. „Eirofle-Girosia". — Ivnes: Potp. a. „Die Geisha", 0 6.05: Bücherstunde. O 6.45: „Sprachen itnö Literaturen Der Malayen und Polynesier". Don Dr. Schütz. O 7.15: „Berufs- und Sondersprachen", von Prof. Dr. Jinumann. 0 Frankfurter Bereinigung für Heimatkunde. 0 8: Uebertr. ?-. ,o- Mannheimor BMirechungsraum: „Die Heidelberger Fest- wlclaufsührung des Sonimernachtstraüms". Don Intendant Hartung. O 0.30: Uebertr. vom Heidelberger Schloßhof: „Ein Sommer- 1 nachtstraum", Komödie von Shalesprarr. Schauplatz: Athen — Ein nah gelegener Wald. *

Donnerstag. 5. August. 4.30: Hausorch. 9icue Tanzmusik. Rennert: Das lila Boudoir, Shimmy. — Pickard: Juweien- Vostou, — Dolpatti: Los Banüerillos, Onestep. — Sommer: .^eonore, Shimmy. — Raymond: „Das schöne Fräulein Helen Wil nicht mehr baden", Fortrot. — Oscheit: Akazienblüte, Walzer. ^,^^rhig-ü.ur>n: Spaghetti, Shimmy. — May: Schad ums Geld, Fortrot. 0 5.45: Lcsestunde: Aus dem Leben Friedrichs des Großen. Don Thomas Carlyle. 0 6.15: Uebertr. Cassel: „Praktische Naturliebhabcrei im Heim", von Lehrer Eeidics. (Anläßl. b. Aquarien- und Terrarien-Äusstellung im Casseler Naturalien- Aiuseum. 0 6.45: ^üdwestdsutscher Radioclub. 0 7.15: 3. D. Ungerer-Wiesbaden liest aus eig. Werken lnachaeholt). 0 8.15: Münchner Eitarre-Kammertrio. F. Sor: Sonate in Es-duc. — Giuliani: Rondo. — Bach: Allegro a. d. Brandenburg. Konzert. — Gluck: Eavotte. — Diabelii: Menuett. — Schubert: Moment mufical. — Albeniz: Granada. Ausf.: Fr. Wörschung (Terz- Guitarre), Kammermusiker Ritter (Prim-Gitarre), Jos. titele (Quint« baß-Gitarre). 0 9.15: Uebertr. Cassel: Casseler Solo-Gejaugs- quartett. Hoffmann: „Hessenland, liebes Land, sei mit gegrüßt". — Jüngst: „Pilgers Abendlied". — Lewaiter: „Ich weiß ein teuer wertes Land". — Heinrichs: „Abmarsch". — Schiebold: „Das Lieblingsfaß im Keller". — Wslliuann: „Das Dorfgeheim ins'ID — Lewaiter: „Am Lindenplatz". —• Kunze: „Nur nicht ängstlich") — Wolf: „Deutsche Sänger", — Waldmeister: „Heute laßt uns lustig fein". Ausf. Mitgl. d. Staatsti). Cassel. — Anschl. Tanzmusik von Berlin.

Freitag, 6. August. 3.30: Stunde der Jugend. Erzählungen unserer großen Meister. Lehrer Otto Metzker. „Um die Mittags- stunde", Novelle von Liliencron (vom 12. Jahre ab). 0 4.30: Hausfraucn-Ükachmittag. „Hausfrau und Marktsiniauf" von Frau Heer-Maynollo, 0 5.45: Lssestunde: Aus den Briefen der Eün- dcrode. 0 6.15: „Schillers Spruchweisheit" von Pfarrer Taesler. 0 6.45: Kolonialvortrag. Ref.: Polizeioberleutnant Götzinger. O 7.15: Stenogr. 0 7.45: 20 Minuten Umschau für die Fort­schritte in Wissenschaft und Technik. Die europäische Wirtschaftszj krise und das Problem der Auswanderung. Das Wohnhaus in Babylon. Don Ing. Randewig. 0 8.05: Film-Wochenschau. 0 8.15: Operetten-Eastspiel der Direktion Sander-Graes: „Die Czardas- sürstin", Operette in drei Akten von Kalman. Anschl.: 8leite Schallplatten.

Samstag, 7. August. 3.30: Stunde der Jugend. Liedervor­träge Frankfurter Schulen. Silcher: „Es geht bei gedämpfter Trommel Klang". „Zu Straßburg auf der Schanz". — Dockmar: „Am Rheine ist Leben". — A. Methfessel: „Stimmt an mit hellem hohem Klang" (Matth. Claudius). — H. E. Nägeln „Es klingt ein heller Klang" (M. v. Schenkendorf). — Irische Volksweise: „Wenn weit in den Landen" (Robert Burns). — „Ich bin ein deutscher Knabe". — Franziskus Nagler: „Mädel, flink auf den Kranz". 0 4.30: Hausorch. Wunschnachmittag (Forts, vom 24. Juli) Schäffer: „Die Post im Walde", — Nesvadba: Paraphrase über „Die Loreley". — Hildach: „Der Lenz". — Loewe: „Die Uhr". — Mojzkowsky: Serenade. — Jppolitow-Jwanow: Kaukasische Suite. ----George: z.Mèsn *nahetal") — (Largo). — Joh. Strauß: Annenpokka. — Meyerdeer: Krönüngs- marsch a. „Der Prophet". — Raymond: „Ich hab mein Herz int Heidelberg verloren", Lied. — Mitw.: Elly Schäfer (Mezzosopran). 0 5.45: Lesestunde (für die reifere Jugend): „Regulatoren in Arkansas" von Friedr. Gsrstäcker. 0 6.30: „Rolf, der Geiger, Idyll nach Ludwig Richters Gemälden und Zeichnungen", von Hans Philipp Weitz. 0 7.15: Briefkasten. 0 7.45: „Kultur- krisis und Masse", von Dr. Erau. 0 8.15: Vortragsabend Robert Koppel. Loewe: Die Heinzelmännchen. Hinkende Iamben. —, Rothstein: Orchester. An Pepita. Hum Fauler Lenz. Der Schäfer. — Spencer: „Mädel, wo sind deine Zöpfchen". — Orchester. — Ruch: Die Prinzessin. — Raymond: „Grüß mir die stolzen Burgen am Rhein". — Stolz: „Komm in Öen Park von Sanssouci". — David: „Wenn über die Taurntzien". — Walter Mendelssohn: „Warum soll er nicht mit ihr". — Oskar Strauß: Donnerwetter. — Orchester. — Rezitation. — Fritz Müller: In Taglohn. —■ E. Hesch-Krapp: Der Kragenknopf. — Orchester. — Gerlach: 3it letzter totunbe. — Thoma: Simon Lackner.

Die Rose vom Haff.

Ein Hosroman von Emile Erhard (Baronin v. Warburg).

'') (Nachdruck verboten.)

Hier fand er alles in Aufruhr. Sein Diener, die beiden Kammerdiener der Herrschaften und endlich Petow in eigner Perfon kamen ihm entgegen. Wulbradts Herz klopfte zum Zerspringen. Man fragte ihn gar nicht nach seinen Nachrichten, man brachte ihm Unerhörtes ent­gegen! — Herr von Lemming war dagewesen, und wie war er ausgetreten! Mit wahrhaft verblüffender Einfach­heit war er in feinem Zorn gegen Petow und den Prin­zen vorgegangen, so daß noch jetzt, nach mehreren Stunden, der ganze Hof wankte. Petow war darüber vollkommen. aus der Fassung gekommen, man sah ihm den Sturm an, der über ihn hingebraust. Er erzählte, dieser entsetzliche Unmensch habe ihm die furchtbarsten Dinge in das Gesicht geschleudert, habe sich durch den Kammerdiener nicht ab- weisen lassen, sondern fei mit Pelz und Mütze bis zum Prinzen vorgedrungen. Da habe es eine entsetzliche Szene gegeben.

„Der Prinz hat mir nicht alles gesagt, aber die Leute im Vorzimmer erzählen sich davon," fuhr Petow fort, „es übersteigt alles bisher Dagewesene! Können Sie es fassen, daß der Hirnverbrannte die Kühnheit hatte, Seine Hoheit den Prinzen Joachim zu fordern — einfach vor die Klinge zu fordern?"

Wulbradt nickte stumm. Petow war so alteriert, daß er ganz^ vergaß, mit wem er sprach, und daß er es mit einem Gegner zu tun hatte. Er fuhr, am ganzen Leibe bebend, fort:

„Dann hat er gedroht, die ganze Angelegenheit Seiner Bkajeftät dem König vorzulegen. Denken Sie, dem König! Als preußischer Untertan und Vormund eines vornehmen preußischen Edelfräuleins, deren Vater ein verdienter Offizier in der Armee Seiner Majestät gewesen, sagte er, werde er vor den Stufen des Trones Rechenfchaft fordern über das Verschwinden seines Mündels. Auf Befehl des Prinzen hatte ich diesem Wüterich bereits alle Eventuali­täten mitgeteilt, die sich aus dem Betragen des Fräulein vom Haff ergeben hatten, wie zum Beispiel die Unhaltbar­keit ihrer Stellung hier, das Duell und so weiter; aber ich versichere iFhnen, es fehlte wenig, so würde mich dieser un-

zivikisierte Mensch mit der Faust niedergeschlagen haben."

Wulbradt nickte wieder und fragte nur:

„Wo ist er?"

„Wo?" schrie Petow außer sich. „Auf der Straße, auf der Treppe, im Schloßhof, überall, jede Stunde führt ihn her, seit Sie fort sind. Man war keine Sekunde vor ihm sicher! Die Prinzessin kam hinzu, als er beim Prinzen war, und — sonderbarerweise — ist es ihr gelungen, den Wilden zu bändigen; sie hat ihm wenigstens das Versprechen abgenommen, Ihre Rückkehr abzuwarten, ehe er die Sache dem König vorträgt. Diese Drohung bringt den Prinzen außer sich. Sie wissen, wie ängstlich er alles meidet, was am Berliner Hof Anstoß erregen könnte, und nun eine so unglaubliche, unerhörte Anklage, freilich aus der Luft ge­griffen, aber was kann das für Aufsehen machen, wieviel Staub aufrühren!"

Petow war wie ausgewechselt, der feine Hofmann nicht wiederzuerkennen.

„Wollen Sie nicht zum Prinzen kommen? Was bringen Sie denn eigentlich für Nachricht?" Damit schloß er seinen bebenden Bericht.

Wulbradt antwortete gemessen: „Meine Nachfor­schungen hatten keinen Erfolg, und ich werde hier in mei­nem Zimmer zuerst den Freiherrn abwarten."

Für seine ungeduldige Spannung dauerte es übrigens ziemlich lange, bis der Feriherr gemeldet wurde.

Endlich trat er ein — hastig, den Pelz geöffnet, die Brust von tiefen Atemzügen gehoben und einen unaus­sprechlichen Ausdruck — weder an Zorn noch an Verzweif­lung erinnernd, sondern eher etwas Weiches, ein Nach­lassen der Anspannung, ein Atemschöpfen nach letzter An­strengung in dem biederen Gesicht. So streckte er Wul­bradt die Hand entgegen und sagte einfach:

„Geben Sie mir das Tuch, ich komme von Scherikoff — ich weiß alles."

, Wulbradt sah ihn überrascht an — er war darauf nicht gefaßt gewesen — und reichte ihm stumm das Tuch.

Lemming tat, wie Wulbradt früher getan — er be­trachtete das Tuch prüfend. Dann saük seine Hand, und Herr von Lemming sagte mit fester Stimme:

„Dies Tuch weist aus den Weg — es ist nicht Rosens Eigentum!"

E i n ust d z w a n z i g st e s Kapitel.

Die Unglücksbotschaft von Rosens Verschwinden hatte Herrn von Lemming unvorbereitet getroffen; zwar nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, denn sein Horizont

war bewölkt, er erwartete keinen Sonnenschein für sich, aber er glaubte seinen Liebling wohl aufgehoben, in heiterer Umgebung und reicher Abwechselung inmitten eines ihm fremden Lebens. Er hatte sein Verlangen, sie wiederzu­sehen, immer wieder bezwungen, denn er wollte durch sein Erscheinen das Heilen der Wunde nicht erschweren. Rose hatte ihrem besten Freunde ebenfalls aus zarter Scheu die allmähliche Wandlung verschwiegen, die ihr Leben er­fahren, und so fand er keinerlei Erklärung für die Un­glücksnachricht. Dazu kam die bittere Reue über das eigne Verhalten. Warum hatte er sich nicht durch den Augen­schein überzeugt, wie Rose unter den fremden Menschen lebte! Nach der zweiten Depesche machte Lemming sich auf den Weg nach X. Obgleich er es für nutzlos hielt, durch­forschte er auch auf diesem Wege jed§ Station nach der Ver­schwundenen.

In T. begab er sich zuerst nach dem Palais des Prinzen Joachim. Der Haushofmeister berichtete, was er wußte, legte die mit dem Grafen Petow gewechselten Depeschen vor und antwortete, als der Freiherr die Jungfer Rosens zu sprechen verlangte, daß dieselbe eben in das grotzher-^ zogliche Schloß zur Gräfin Lory gerufen worden sei. Um keine Zeit zu verlieren, begab sich Herr.von Lemming dort­hin. Fräulein Lina war soeben von der Hofdame entlassen und fühlte sich noch ganz verwirrt von den Kreuz- und Querfragen derselben. Ihre Impertinenz hatte ihr bei dem Verhör wenig geholfen. Die schöne Gräfin durch­schaute sie, noch ehe sie sprach, und wußte die Wahrheit aus dem Beiwerk zu lösen und von Fräulein Lina zu erfahren, was diese eigentlich nicht sagen wollte. Und nun kam Fräulein Lina aus dem Regen in die Traufe. Herr von Lemming sah so streng und drohend aus, als ob er sie allein für das Verschwinden! seines Mündels verantwort­lich machen wollte. Sie spielte daraufhin die Gekränkt« und wiederholte dann mit Genugtuung die Geschichte von ihrer Ausweisung aus dem Damenkupee durch den Fürsten Scherikoff und dessen eigenmächtiges Eindringen in das­selbe.

Aber Herr von Leniming erfuhr auch von Fräulein Lina, daß Rose seit Tagen krank gewesen, auf Befehl des Prinzen plötzlich das Bett habe verlassen und im Salon erscheinen müssen. Auch daß an demselben Abend irgend etwas Besonderes vorgefallen sein müsse, wonach der Prinz ihre Dame am nächsten Abend nach T. zurückgeschickt habe, deutete die gekränkte Jungfer an.

(Fortsetzung folgt.) , | ' 13