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Motorschlepper für Industrie und LandVirischast.

Berlin. Der Reichsvcrkchrsminister und der RcichSminiftcr für Ernährung und Landwirtschaft hatten Vertreter der Bc- Hörden, der Industrie, der Landwirtschaft und der Wissenschaft zu einem Vorträge des Prof. G. Becker in der Berliner Tech­nischen Hochschule eingeladen. Prof. Becker erstattete Bericht über die Ergebnisse der von ihm im Auftrage der beiden Reichsminister ausgeführten Untersuchungen an inländischen und ausländischen Schleppern. Er kennzeichnete an Hand des sehr umfangreichen Materials aus über 100 Schlcppcrmttcr- fuchungcn die baulichen Grundlagen für Radschlepper und Raupenschlepper, u. a. die Rutzungskräste in Abhängigkeit vom Gewicht, die Arbeitsleistungen, richtige und abwegige Bauarbeiten bei Radschleppern und Raupenschleppern, den Einfluß der Reifenart auf die Straßenbeanspruchung, die Eigcnverlusic in den Schleppern, insbesondere in der Fahrt auf dem Acker, bauliche Richtlinien für das Getriebe und die Ver­wendbarkeit der Vergaser-, Glühkopf- und Dieselmotoren und ihre Betriebskosten. Am Schlüsse des Vortrages wurde auf die Bedeutung höherer Arbeitsgeschwindigkeiten für die M o - torisierung der Landwirtschaft besonders hingc- wicscn und die Erforschung einer Geschwindigkcitssteigerung der Ackergeräte angeregt. Die wertvollen Ergebnisse dieser von den genannten Reichsministcricu angeregten wissenschaft­lichen Forderungen werden zur Förderung der Motorisierung der deutschen Landwirtschaft in hohem Maße beitragen.

potiiische Rundschau.

Deutsches iHeteb.

Die Ferien des Reichskanzlers.

Reichskanzler Dr. Marx wird voraussichtlich Ende dieser Woche einen mehrwöchigen Erholungsurlaub an­treten. Vorher soll noch die Frage der Bestätigung bei Generaldirektors der Reichsbahngesellschaft er­ledigt werden. Die anderen schwebenden Personal- fragen dürften aber auf jeden Fall bis n a ch dem Urlaub des Reichskanzlers vertagt werden. Das gilt besonders von den Posten des Staatssekretärs der Reichskanzlei und des Pressechefs der Reichsregierung. Die Inhaber dieser beiden Ämter befinden sich gegenwärtig in Urlaub.

Hilfsmaßnahmen für Ostpreußen geplant.

In M a r i e n w c r d e r, wo die Ostpreußenreise der Reichsratsmitglieder ihren Abschluß fand, hielt der säch­sische Gesandte Dr. G r a d n a u e r eine Rede, in der er u. a. sagte: Ostpreußen habe ein Anrecht darauf, in be­sonderer Weise behandelt zu werden. Bei den Landes­regierungen würden die Rcichsratsmitglicder sich be­mühen, außerordentliche Hilfsmaßnahmen für die bedrängte Provinz zu erwirken. In kurzer Zeit werde hoffentlich manches geschaffen werden, das einen Aus­gleich gibt für die Schäden, die der Ostmark durch Krieg und Grenzziehung zugefügt wurden. Freiherr von Gahl, der das Schlußwort sprach, erklärte: „Wir aus allen Teilen des Reiches haben uns gesunden in der Er­kenntnis, dieses Ostpreußen ist aufgebaut von Deutschen aller Stämme und soll durch Deutsche aller Stämme er­halten bleiben. Wir wollen feierlich geloben: Dies Land bleibt deutsch!"

Griechenland.

X Attentatspläne gegen Pangalos. General Pan­galos hat eine Proklamation an das Volk veröffent­licht, in der er seinen politischen Gegnern vorwirft, sie härten versucht, ihn zu ermorden. Es sind schon verschiedene Verhaftungen erfolgt. Unter den Verhafteten befinden sich drei ehemalige Premierminister und eine An­zahl früherer Kabinettsmitglieder. General Pangalos er­wähnt in seiner Proklamation einen Brief des ausgewie­senen Generals Plastiras, in dem dieser seinen Partei­gängern rät, Pangalos noch vor der Bildung des vorge­schlagenen neuen griechischen Kabinetts zu ermorden. Die verhafteten Personen sollen nach einer Insel im Ägäischen Meer verbannt werden.

Aus Zn- und Ausland.

Stockholm. Der Zustand der Königin von Schwe­den hat sich verschlimmert.

Paris. Wie man aus Lissabon meldet, beabsichtigt der portugiesische Handelsministcr das gesamte portugiesische Eisenbahnnetz an Privatunternehmer zu verpachten.

Madrid. Die spanische Regierung hat beschlossen, General W e y l e r wegen seiner Teilnahme an der jüngsten Verschwö­rung gegen Primo de Rivera in Anklagczustand zu versetzen.

Angora. Das Unabhängigkeitsgericht kam in Angora an, um hier die zweite Phase des Smyrnaer Attentats gegen Ke­mal Pascha zu verhandeln. Man hofft, daß der neue Prozeß die geheime Tätigkeit der Unionisten während und nach dem großen Kriege aufklären wird.

Prag. Die tschechische sozialistische Presse behauptet, daß innerhalb der tschechischen bürgerlichen Parteien bereits Sev- Handlungen über den Eintritt der Deutschen in die Regierung im Herbst gepflogen wurden. Die „Nova Doba" meint, es käme entweder die Beteiligung eines deutschen Landsmann- ministers oder eines deutschen Beamtenministers in Betracht.

Ein neuer Kalender.

In der Geschäftswelt und in den Kreisen, die von der Schule abhängig sind, wird es immer wieder als Uebel- stand empfunden, daß der Ostertermin sich zwischen dem 22. März und dem 25. April verschieben kann. Wenn auch romantische Gemüter darin einen besonderen Reiz erblicken, daß man nie genau weiß, wann Ostern ist, daß das Som­mer-Vierteljahr bisweilen unglaublich kurz wird, biswei­len der Oster-Versetzungstermin von Weihnachten nicht allzuweit entfernt ist, so ist doch für die meisten Kreise die Unbequemlichkeit, die mit dieser Unregelmäßigkeit ver­bunden ist, sehr empfindlich. Aus diesem Grunde treten immer wieder Kalenderreformvorschläge auf. Auf einen dieser Pläne möchten wir heute Hinweisen, der darum aus­sichtsreicher als seine Vorgänger erscheint, weil an ihm auch die katholichen Kreise mitarbeiten.

Dr. Rudolf V l o ch m a n n, ein Kieler Ingenieur, hat einen Vorschlag ausgearbeitet, der allen Wünschen mög­lichst entgegen kommt. Er ging von der Berechnung aus, daß das Mittel aller Ostertermine im 20. Jahrhundert der 8. April ist, daß der 8. April auch genau in der Mitts zwischen den möglichen Osterterminen liegt und durch seine Entfernung vom Quartalersten allerlei Vorteile bietet.

Im Einzelnen sieht sein Plan so aus:

1. Das gemeine Jahr enthält 364 Tage mit Wochen­tagscharakter und einen (zwischen Juni und Juli einge­schobenen Tag) ohne Wochentagscharakter (Mittsommer­tag).

2. Der alle 4 Jahre (jedoch nicht in den mit zwei Nul­len nach einer durch 4 nicht teilbaren Zahl endenden Jah­ren) einzuschiebende Schalttag fällt an das Ende des Schaltjahrs und trägt auch keinen Wochentagscharakter.

3. Die einzelnen Monate haben folgende Längen:

31 Tage: Januar, April, Juli, Oktober

30 Tage: Februar, Mai, August, November

30 Tage: März, Juni, September, DezembZx,

KnegsbeMädistentaasna in Hamburg.

Der Reichsverbaud beulscher Kriegsbcschädigicr und Kriegshinterbliebener eröffnete am Soumag in Hamburg feilten Verbandstag unter starker Beteiligung ans allen deut­schen Gauen. Nach der Wahl der Ausschüsse behandelte Herr Riemer-Berlin, der erste Verbandsschriftsübrer, in einem aus- führlichen Referat die Stellung des Rcichsvcrbandes zur so­zialpolitischen Gesetzgebung. Die Kriegsopfer, so sühne er aus, batten einen Rechtsanspruch aus Versorgung. Das Rcnchs- versorgungsgesetz fei ein ausgesprochenes FürsorgHesetz; cs trage jedoch seinen Titel mit Unrecht Wer angenommen hatte, daß sich bei der zeitlich» Entfernung vom Kriegsge­schehen die Versorgungsfrage nun endlich regeln würde, habe sich grundsätzlich getäuscht. ES sei endlich an der Zeit, daß die Gesetze in einfachere Formen gebracht würden, so daß sie sur jeden verständlich seien. Die Schlingen und Fußangeln, die so manches Kriegsopfer um sein gutes Rechi brächten, mußten verschwinden. Hier müsse die Verwaltungsrejorm entsetzen.

hundertprozentige Versorgung müsse das Existenzminimum darstellen: Zusatzreulen seien abzulehnen, sie gehörten mit zur Rente und müßten in die ordnungsmäßige Versorgung mit cingeschlossen werden. Auch bei den Hinterbliebenen müßte die Klassifizierung verschwinden. Das Bcdürsligkeilsprinzip sei nicht maßgebend, sondern das rechtliche Prinzip. Es sei ver­kehrt. die Witwen mit ins Erwerbsleben hineinzuziehen. Den Kindern der Kriegsopfer müßte eine angemessene gute Be- russausbildung gesichert werden, sie müßten in der sozialen Schicht gehalten werden, in der der gefallene Vater gelebt habe. Kriegsopfersache fei Volkssachc, so schloß der Redner. Die Rcichsvcrbaiidsgründung fei ein Gebot der Selbsthilfe ge­wesen im Dienste der Menschenliebe. Danach sprach Direktor Becker von der Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfe- organisationen Deutschlands über Darlchcnsgcwährung ar^ Kriegsbeschädigte.

Sir Ronard Lindsay,

bisher englischer Botschafter in Konstantinopel, wurde als Nachfolger Lord d'Abcrnons zum Botschafter in Berlin ernannt.

Dritter Ierbandslag des Zenttalverbandes der Landarbeiter.

Der Zentralverband der Landarbeiter hielt in Berlin seinen dritten Verbandstag ab. Schriftleiter Heinrich B ö h nt hielt einen Vortrag über „Vorschläge zur Lösung der Landarbeiters rage". Er führte u. a. aus: In den Agrargebieten ist die Wohnungsfrage von größter Bedeutung. Es müssen nicht nur räumlich ge­nügend große Wohnlmgeu gebu 1, sondern auch die bestellen­den, teils sehr schlechten, Wohnungen verbessert werden. Die ungünstigen Wohnungsvcrhültnisse auf dem Lande in Ver­bindung mit dem von uns als überholt bekämpften Hof­gängersystem schließen große sittliche Gefahren in sich. Die rechtliche Stellung he» Hofgängers muß insofern verbessert werden, als feine Arbeitsverpslichtung fein Bestandteil des Deputgnwuvertrages sein darf. Die " Lohnarbeit der ver­heirateten Frau lehnen wir grundsätzlich ab. Unbedingt not­wendig ist eine systematische Berufsausbildung der landwirt­schaftlichen Arbeiter und Die Schaffung von Aufstiegsmöglich­keiten.

Die Siedlung darf sich nicht dahin auswirken, daß länd­liche Arbeiter verdrängt werden. Bei der Unterstützung durch den Staat zur Förderung von Siedluugsbestrebungen müssen die landwirtschaftlichen Arbeiter in erster Linie berücksichtigt werden. Redner richtete an die Öffentlichkeit, den Staat und die Arbeitgcberschaft die Mahnung, daß sie sich endlich abge- wöhuen müßten, die Landarbcitcrschaft dauernd als Aschen­brödel des deutschen Volkes anzusehcn.

Es wurden bann einstimmig Entschließungen an­genommen, in denen cs u. a. heißt:

„Die christlich-nationale Lairdarbciterschaft Deutschlands erwartet, daß seitens der Regierungen des Reiches und der

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4. Jedes Monatsdatum fällt mit einem bestimmten Wochentage zusammen. Das Jahr fängt mit einem Sonn­tag an.

5. Das Osterfest wird stets am Sonntag, den 8. April gefeiert; dementsprechend die andern vom Osterfeste ab­hängigen Festtage auch an bestimmten Tagen z. B. Pfing­sten stets am 26. Mai.

. Auf diese Weise könnte es erreicht werden, daß das Osterjahr, alo die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgen­den Festen stets 52 Wochen zählt. Alle mit dem Osterfest in Zusammenhang stehenden Festtage werden festgelegt, und. auch der 24. Dezember, der Weihnachtsabend, fällt künftig stets auf einen Sonntag. Alle Monate hätten dann gleichviel, nämlich 26 Arbeittage. Auch für die Heiligen­tage der katholischen Kirche würde sich eine Verbesserung ergeben und zwar insofern als alle 52 Sonntage frei von Offizien bleiben könnten, und auch ein Zusammenfallen bestehender Heiligenfeste mit Ostern oder einem von die- abhängigen Tage kann vermieden werden.

Für die Einführung des 8. April als Ostertermin spricht außer der oben mitgeteilten Berechnung auch noch eine lleberlegung, wie sie das Preußische Landes-Oekonomie- Kollegium 1910 ausgesprochen hat. „Wenn das Osterfest stets zu Anfang April gefeiert wird, so wird es möglich

i ^™ Quartal abschließenden Arbeiten unge- 3u beendigen und etwa notwendig Wechsel hinsichtlich Wohnung, Personal usw. noch vor dem Fest vorzunehmen, die Festruhe nach diesem Abschluß wird aber bei allen Beteiligten eine willkommene Gelegenheit bieten, sich mit Muße in deck neuen Verhältnissen zurecht- zuflnden und das Fest der Auferstehung in Ruhe und Sammlung zu feiern!

. Dr. B l o ch m a n n hat für seinen Plan einen so gro- »en Kreis gewonnen, daß dieser sich zu einer Förderungs- gesellschaft zusammengeschlossen hat, deren Vorsitzender Oberlandesgerichtrat Dr. Dr. B o v e n s i e p e n in Kiel ist. Die Gesellschaft, deren Geschäftsstelle sich in Kiel, Lorn- senstraße 24 befindet, erstrebt die möglichst baldige Ein- juhrung des geschildert^ Reformkalenders.

Stauber und leitens Der aussuyrenoen Beyoracu oer wottage' her Landwirtschaft wcitgehendst Rechnung getragen wird. Insbesondere ist zu fordern, daß bei Einziehung von Stenern mehr Rücksicht auf die Existenz der Betriebe Und der in Diesen beschäftigten Arbeitnehmer genommen wird, als das bisher geschehen ist. Die christlich-nat'onalc Landarbeiterschaft er­wartet weiterhin, daß bei Verwendung der zur Milderiing der Hochwasser- und Nnwcttcrschäden zur Verfügung steheiidcii öffentlichen Mittel in erster Linie diejenigen Schäden reguliert werden, welche die ländlichen Arbeiter in ihren Eigcniviri.-- schastcu erlitten haben."

Kongresse und Versammlungen.

k. Gnrdctag in Mülhetm-Rirhr. Die Stadt Mülheim sieht ans Anlaß Der Tagung der rheinisch-westfälischen Gardevereine in reichem Flaggenschinnck. 120 Vereine aus den Madsen des rlfcinisch-westfülischèn Jndnstriegebietes haben sich versammelt. In einem riesigen Festzelt sowie in sämtlichen RäuMen der Stadthalle versammelten sich die Gnrdevereine Rheinlands und Westfalens und die nationale Bürgerschaft Mülheims zu einem Festkommers. Nach einigen Begrüßungsreden und miisikalischen Darbietungen ergriff Prinz Ettel-Fried- r i ch das Wort. Er griff zurück auf die ruhmreiche Vergan­genheit des Heeres und besonders der Garde und wies dar- auf hin, daß die Militärzeit Die schönste Zeit im Leben vieler deutscher Männer, gleich welchen Standes, gewesen sei. Die Erziehungsarbeit an Der Jugend müßten heute Die dazu be­rufenen Vereine übernehmen. Die Gardevereine Mülheim überreichten dann dem Prinzen einen Pokal als Geschenk, aus beut der Prinz den Tausenden stehend zutrank. Nachdem der Prinz in Begleitung der Generäle in den Ruhranlagen die Front zahlreicher Vereine abgcfdirittcn hatte, formulierten sich die Teilnehmer zu einem Fcstzugc, der ein besonderes Gepräge durch die historische Gardekostümieriing einzelner Gruppen er-- hielt. Besonders lebhaft wurden die ans dem Saargebict er­schienenen Vereine geehrt. Nach Becndignna des Festzuges nahm Prinz Eitel-Friedrich, in dessen Gesellschaft sich auch der Großindustrielle Fritz Thyssen befand, in den Ruhranlagen die Parade ab. Den Höhepunkt erreichte das Fest mit dem Abbrcnnen eines großartigen Feuerwerkes an den Ruhrufern.

Aus Heffen-Aaffa« und Aachbargebieten.

Merkblatt für den 21. Juli.

Sonnenaufgang 47 II Moudaufgang 4” N. f Sonnenuntergang 8' || Moiiduntcrgaiig IB» B. j

177.3 Aushebung des Jesuitenordens durch Papst Kle­mens XIV. — 1816 Der Dichter Julius Sturm geb. — -

Der Maler Lovis Corinth geb.

Nehmt die gute Stimmung wahr, denn fte kommt so feiten! Goethe.

Wetterbericht.

Durch die Ausbildung eines Zyklons bei England ist mit dem Vordringeir kühler ozeanischer Luft auf das Festland zu rechnen. Infolgedessen ist auch in unserem Gebiet verbreitetes Auftreten von Gewittern mit nachfolgender Abkühlung zu- erwarten. — Vorhersage bis Dienstag abend : Vielerorts Gewitter ober Ge­witterregen mit Abkühlung. Vorherrschend- westliche Winde. — Aussichten bis Mittwoch: Noch unbeständig, einzelne Schauer, leichte weitere Abkühlung.

Insektenplage.

Nun ist die Zeit wieder da, wo man sich, am liebsten mit einem Moskitonetz verschen, vor all' den kleinen Plagegeistern zu schützen hat, die sich an heißen Tagen regelmäßig einzustellen pflegen. Es gibt deren eine große Anzahl, und wohl die Der» breitesten sind die kleinen Mücken und die weniger beachteten Stechfliegen: listigen Angriffe auf Kosten unserer in dieser Beziehung harm­losen Stubenfliegen ausführen. Sie ähneln diesen zwar, lassen sich aber bei geringer Aufmerksamkeit durch ihren langen spitzen Rüssel leicht unterscheiden. Die Stechfliege hat zwar ihren Haupt-aufenthalt im Freien, kömmt aber ebenso gern in die menschlichen Wohnungen, plagt Pferde und Kühe in den Stäl­len und nimmt nicht den geringsten Abstand, selbst kleine Kin­der empfindlich zu stechen und aus ihren süßen Träumen zu schrecken. Allgemein beobachtet hat man, daß sie am zudringlich­sten vor eintretènd-en Gewittern ist und somit recht gut als Wet­terprophet ungesehen werden kann. Auch hier wird die Stuben­fliege ungerechtfertigt verdächtigt.

Weit schlimmer aber ist das große Heer der Mücken. Die Mückenmännchen begnügen sich zwar damit, den Honigsaft aus den Blumen zu nippen, die Weibchen aber sind weit blutdürstiger und suchen alle freien Kürperstellen des Menschen auf. Ist auch die Wunde gering und unbedeutend, so kommt doch mit dem Stich der Mücke eine kräftig wirkende Menge Giftstoffes in das Blut, wodurch Eeschwülstc und das lästige Jucken hcroorgcrufcn werden. Hier lindert am schnellsten ein mehrmaliges Bestreichen mit Salmiakgeist, der übrigens auch bei Stichen von Fliegen-, Wespen, Bienen, Ameisen, ja selbst bei Schlangenbissen gute Dienste leistet. Im Notfälle verschafft schon das Waschen mit Wasser einige Linderung.

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Nun ist gerade im Jahre 1928 ein besonders günstiger Termin für eine Kalenderänderung, weil dann der 1. Januar auf einen Sonntag und nach dem Gregorianischen Kalender das Osterfest auf den 8. April fällt, sodaß sich ein llebergang reibungslos ergeben könnte.

Weibliche Filmstars über das Küssen.

Küssen ist immer gefährlich. Es können daraus die schwie­rigsten Folgen entstehen-. Unter Umständen sogar eine Heirat. Die Frage, ob Küssen gsfährlich ist, ist also eigentlich- über­flüssig. Dennoch ist sie von einer amerikanischen Filmzcitschrift gestellt worden. Der Zeitschrift war es in erster Linie darum zu tun, feststellen zu lassen, ob und inwieweit das Küssen gc= jundhcitsschädlich sei — wegen der Bakterien und dergleichen. Und so wandte sie sich an verschiedene weibliche Filmstars, in der Voraussetzung, daß diese in Bezug auf das Küssen über die größten praktischen Erfahrungen verfügen müßten. Das mag stimmen, denn aus den Antworten ging hervor, daß auch nicht eine der Fi lind amen aus gesund-heitlichen Gründen irgendwel­chen Anstoß am Küssen genommen hatte.

Sehr temperamentvoll antwortete Pkiscilla Dean: „Ob Küsse gefährlich sind vom hygienischen -Standpunkt aus? Das hängt ganz davon ab, wer küßt. Persönlich bin ich davon über­zeugt, daß ein wirklich glühender Kuß, ein Kuß mit dem rich­tigen „Avec", imstande sein müßte, alle Arten von Bakterien un­schädlich- zu machen, ausgenommen natürlich den Liebesbazillus, der an sich gefährlich genug sein kann."

Vorsichtig und schalkhaft meint Viola Dane: „Ich weiß nicht, ob Küssen für die Gesundheit gefährlich ist, — aber.....ich bin auch nicht neugierig!"

Am besten findet sich- Lilian Gish mit dem Problem ab. Sie sagt: „Offeng-estandcn, ich habe noch niemals über die viel­leicht gefährlichen Folgen eines Kusses nach gedacht. Aber, wäre das Küssen vom Hygienischen -Standpunkt aus noch so gefähr­lich, so glaube ich bodji, daß sich niemals zwei Menschenkinder davon abhalten werden lassen, einander zu küssen."

Lilian hat Recht. Man soll so delikaten Sachen-, mic das Küssen nun einmal ist, nicht mit wissenschaftlicher Gründlichkeit zu Leibe -gehen. Nie ist die Theorie so grau -gewesen, wie beirrt Küssen, wo alles nm auf dje Praxis anrommt, _, _. _ , J,