Einzelbild herunterladen
 

Professor Lessing.

Die Beilegung des FalisK Lessing.

Ein Vergleichsabschlutz.

Der Hochschulkonflikt um Professor Lessing ist durch das Eingreifen des Rektors der Technischen Hochschule Berlin, der Universität Halle, des Vorstandes des Ver­bandes Deutscher Hochschulen sowie anderer akademischer Persönlichkeiten beige­legt worden. Es wurde ein Vergleich abge­schlossen, nach dem Pro­fessor Lessing seine Vorlesungen am Schluß des Sommerhalbjahres einstellt. Er soll der Technischen Hochschule Hannover auch weiter­hin als außerordent­licher Professor ange­hören und wird außer­dem an Stelle seines bis­herigen Lehrauftrages einen dauernden For­schungsauftrag erhal­ten.

Seitens der Studen­ten ist bei den Bespre­chungen mit dem Pro­fessorenansschuß zuge­geben worden, daß die an der Hochschule zu Hannover vorgekom­menen Störungen und

Unregelmäßigkeiten dem Recht und der akademischen Ord­nung widersprechen, und daß darum zur Wahrung der akademischen und staatlichen Autorität die Durchführung -der Disziplinarverfahren unvermeidlich ist. Auch die Lei­ter der Bewegung haben sich persönlich bereit erklärt, sich zur Übernahme der vollen Verantwortlichkeit den akade­mischen Behörden zur Verfügung zu stellen. Die Ver­treter der Studentenschaft haben sich gegenüber den Unter­zeichneten verbindlich gemacht, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß fernerhin jede Art von gewaltsamer Störung der Vorlesungen des Professors Lessing oder von Streik unterbleibt. Minister Dr. Becker hat diesem Vergleichs­vorschlag seine Zustimmung erteilt.

Asch lein Friede in Sannsder.

Hannover. Die Zustimmung zu dun abgeschlossenen Vergleich in der Lessmgwche ist in der Studcnienschasi noch nicht allgemein. Es haben sich zwei Parteien gebildet. Die gemäßigte Gruppe erkennt die Berliner Abmachungen als bindend an, während die anderen sich dagegen aussprechen. Es ist noch nicht abzusehen, welche Gruppe üüèrhand ge­winnen wird. Von den Widersprechenden ist für Montag wie­der Streik angesagt. Der Rektor der Universität wurde aber­mals nach Berlin berufen.

Sie Aoi her Landdirtschast.

Die Konferenz der Ernährungsminister.

Bei der Beratung der Ernährungsminister in Mün­chen wurde über die Kreditgewährung für die Bewegung der kommenden Ernte eine längere Aussprache gepflogen. Dabei wurde zunächst von Statsrat Dr. Heidecker und an­deren Rednern die Besorgnis geäußert, es könnte schließ­lich aus der Getreidehandelsgesellschaft ein Getreide­monopol h e r an s w achs en. Es wurden deshalb Sicherungen gegen diese Gefahren gewünscht. Reichser- nährungsminister Dr. Haslinde gab wegen der Befürch­tung eines Getreidehandelsmonopols die Versicherung ab, daß weder in der Getreidehandelsgesellschaft noch tm Ressort des Reichsernährungsministeriums Bestrebungen beständen, aus der Getreidehandelsgesellschaft ein Ge­treidemonopol werden zu lassen. Ausschlaggebend sei bei der ganzen Aktion, daß der Preis des Getreides, vor allem der Roggenpreis, tunlichst stabil gehalten werden könne. Einer der Referenten teilte mit, daß die Ver­schuldung der Landwirtschaft effektiv geringer als die Vorkriegsverschuldung, jedoch die heutige Be­lastung durch Zinsen und Steuern höher als im Jahre 1914 sei.

Großes Aufsehen machte die Mitteilung, daß von den 250 Millionen, die als Kredite für die Landwirtschaft

WHeeeeHHaiösaBa68aMBes^MKSBsss5e®ÄKseM^5ise«taesESSB^sa®et

oan'eER -RECHTSSCHUTZ DURCH VERLAG OSKAR MEISTER WERDAU

(30. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)

: „Rein," sagte sie ruhig. „Wenn Liebe auibört zu hoffen und zu kämpfen — dann ist's erbärmlich. Einmal habe ich Die ungeheure Lual durchgekoftet. Ich sage Ihnen — in meiner Todesstunde werde ich der Qual gedenken. Haben Lis denn schon einmal geliebt?"

Er dachte an Hanna, aber er schwieg.

Die schöne Frau fuhr fort: „Herr Michael, vielleicht sehe ich Sie nie wieder, und — vielleicht ist mir Werner doch geileren. Ich will Ihnen von mir erzählen. Dars ich von meinem armseligen Leben reden?"

Sie wartete die Bestätigung nicht ab, sondern fuhr fort:

„Meine Mutter ist tot. Heute erst erfuhr ich, daß sie bei meiner Geburt starb, oder kurz darauf. Mein Vater ging übers Meer und ließ das zwei Jahre alte 5lind zurück bei Leuten, die gewerbsmäßig Kinder annehmen. Mit Hunger und Schlägen hat man versucht, mir die Seele auszutreiben. Bis ich neunzehn Jahre alt war. Da lief ich fort. Mit zu- iammengebiffenen Zähnen trotzte ich dem Leben, bis ich fast müde war — und da fand ich einen Menschen. Ich habe Herrn von Syrtinghall geliebt wie einen Vater. Er war damais sechzig Jahre alt und ich zweiundzwanzig. Nach zwei Jahren starb er und hinterließ mir sein bescheidenes Vermögen. Und — dann bin ich geworden, io wie Sie mich kennen lernten. War ich schlecht? Ich weiß es nicht. Nur das eine sann ick Ihnen sagen: ich war lebenshungrig. Mit fünfundzwanzig Jahren stand ich allein. Wollte leben, nach­hole». was ick versäumt hatte. und — ich habe dem Leben ins Auge gesehen. • Es ist vorbei. Und jo wurde ich zu der Frau, die Sie und Werner kennen lernten. Die — Welt­dame, die zum Leben nickt taugt. Bis ich sie beide sah. Herr Michael! Von dem Tage an fühlte ich, daß sich alles wandelte. Mein armseliges, erbärmliches Leben kam mir zum Bewußlsein — und ich wurde ein anderer Mensch. Ich habe Ihren Bruder lieben gelernt, maßlos. Gut wurde ich durch ihn, und ich wollte nichts, als ihm gehören. Gott weiß, wie es kam, daß mich die Feigheit packte, daß ich den Reden eines Teufels glaubte, der mir sagte, daß ich un­glücklich mit Werner würde — und den unglückseligen <5^11 tat. — Ich wollte es zu seinem Besten tun. Er

von der GolLdMüNtbank bereltkEstelft worden st»T las heute nur etwa 120 Millionen abgenommen und in die Hände der kreditsuchenden und kreditbedürstigen Landwirte gelangt sind. Über die Gründe dieses Versagens der Kreditgebung teilte Reichsernährttngsminister Dr. Has- lindc mit, tatsächlich lügen die 250 Millionen seit Monaten in Berlin bereit, aber es sei nicht möglich gewesen, sie bis an die kreditsuchenden Landwirte heranzubringen. Es ständen auch bereits weitere Mittel zur Kreditgewährung zur Verfügung. Die Schuld daran, daß das Geld nicht schnell genug an die Landwirte hcrankomme, liege aber nicht an der Zentrale. Wenn einzelne Institute noch zu ä n g st l i ch und zu c u g h e r z i g in der Bewilligung der Kreditanträge seien, so entspreche das durchaus nicht den Intentionen des ReichsernährungsministerjumS. Dieses habe den Willen, alles zu tun, damit das Geld möglichst schnell an die kreditsuchenden Landwirte abfließc. Wenn cS aber vorkomme, daß man z. B. einem Kreditinstitut für Kredite 6 Millionen Überwies, davon aber in bett ganzen Monaten bis jetzt erst 2-10 000 Reichsmark Kredite abge­geben und nur sechs Anträge bearbeitet worden seien, so sei das unerträglich. Die Länder sollten hgrum überall nachprüsen, wieviel Mittel ihnen zur Verfügung gestellt und wieviel davon als Kredite bereits ansgegeben worden seien. Wenn es nicht anders werde, dann sei das Reichs- cruâhrungsministcrimn genötigt, die Kredite dahin ab- zugcbcn, wo man mit der Kreditaktion am schnellsten ar­beite. Es gebe keine andere Möglichkeit, als mit der Gold- diskoutbauk die Kreditaktion weiterzuführen. Die Ver­wirklichung einer großen Anleihe auf dem inneren Markt erscheine nicht durchführbar.

Was die Zinssätze aulauge, so sei nach seiner Auf­fassung festzustellen, daß leider die Zwischenhand, vieler­orts gerade auch die landwirtschaftlichen Genossenschaften, sie in zu großer Höhe ansetzten.

potèiischs Almöschâ

Deutsches Reich.

Ständchen für den Reichspräsidenten.

Der zurzeit auf einer Vortragsreise durch Deutsch­land besindliche „Schwedische Sängerverband" brachte im Garten des Reichspräsidenten unter Leitung seines Diri­genten, des Musikdirektors der Universität Upsala, Herrn Dr. Alfoèn, und in Gegenwart des schwedischen Gesandten, Herrn of Wirsèn, dem Herrn Reichspräsidenten ein Ständ­chen dar, wobei die deutsche Nationalhymne und ein schwedisches Nationallied zum Vor­trag gebracht wurden. Der Reichspräsident sprach den Sängern mit herzlichen Worten seinen Dank für die ihm erwiesene Aufmerksamkeit aus.

Senatswahl in Lübeck. M

In der Bürgerschaftssitzung wurde nach Ausscheiden Dr. Neumanns $um Hauptamtlichen Senator der Demo­krat E ck h o l t mit 36 Stimmen der Sozialdemokraten, Demokraten und der Fraktion der Haus- und Grund­besitzer gewählt. Auf Staatsrat Dr. Lange entfielen 34 Stimmen der bürgerlichen Parteien. Zum Neben­amtlichen Senator wurde der bisherige Fraktionsvor- sitzende der Fraktion der Haus- und Grundbesitzer, Rechts­anwalt Dr. Geister, mit 35 Stimmen der Sozialdemokraten und Demokraten und seiner Fraktion gewählt. Von bür­gerlicher Seite war Eschenburg vorgeschlagen worden, auf den 34 Stimmen fielen. Die Kommunisten gaben bei bei­den Abstimmungen weiße Stimmzettel ab. ____,

Aus Zn- und Ausland.

Berlin. In Berlin wnrdv unter dem Vorsitz von Dr^ Räuber eine neue M i t 1 e l st a nd s p ar t e i unter dem Nacken „National - R c p u b l l k a u i s ch e Partei Deutschland s" gegründet. Die neue Partei tritt für die alten Farben S ch w a rz-Wertz-R o t ein, stellt sich aber auf streng republikanischen Boden.

Rom. Die frühere Königin Olga von Griechen­land ist g e st o r b e n. Sie war die Gemahlin des Königs Georg 1. von Griechenland und eine geborene Großfürstin von Rußland. Sie hat ein Alter von 75 Jahren erreicht.

London. Zum erstenmal seit dem Beginn des Streiks konnte der Bergarbeiterverband von Lancashire die Streik­unterstützung an seine 80 000 Mitglieder nicht mehr zahlen.

Konstantinopel. In Smyrna wurde eine gegen den Staats­präsidenten Mustafa Kemal Pascha gerichtete Verschwö­rung entdeckt. Es wurden verschiedene Verhaftungen vorge- nommen.

sollte frei und unbeengt sein Leben meistern, ich mochte ihm nicht eine Kette fein."

Ihre Züge wurden zu Stein, wie eine Statue lehnte sie am Fenster^

„Gehen eie jetzt, Herr Michael. Erzählen Sie Werner alles, was ich Ihnen sagte. Alles. — Und daß ich ihn lieb habe. Lieb über Himmel und Hölle. Und wenn ich noch so schlecht gewesen wäre, so könnte ich nicht aufhören, zu hoffen und — auf ihn zu warten. — Ich verlasse die Stadt, in der mein Elend und mein höchstes Glück geboren wurden. In die Einsamkeit gehe ich, zu meinem Vater — und nur eins will ich tun: auf Werner warten —."

Klaus faßte ihre eiskalte Hand, er war tief erschüttert.

„Leben Sie wohl, Frau Maya." Noch tausenderlei hätte er ihr sagen mögen, doch er fühlte, daß jedes weitere Wort nur neue Qual heraufbeschwören konnte.

Er ging. Und als die Tür ins Schloß gefallen war, trat Thea ins Wohnzimmer.

„Frau Maya," bat sie.

Die raffte sich müde auf und sah ihre Dienerin traurig an. „Was ist denn, Liebe? — Sorg' dich nicht. Es ist so, wie es fein muß. Er kommt nie wieder."

„Liebs — liebe Frau Maya!"

„Er kommt nie wieder, nie wieder, Thea!" Leidenschaft- lick schrie es aus ihr. „Nie! So unbarmherzig kann Gott nicht fein!“

Tränenlos mar ihr Schmerz.

10.

Josias Tewel Segelbusch ließ sich Herrn Kommerzienrat Michael melden.

Als dem der alte Bürodiener Friedrich die Karte über­reichte, stieg ihm das Blut in den Kopf. Er schlug mit der Faust auf den Tisch.

„Also wieder! — Ist mein Sohn da?"

»Sehr wohl, Herr Kommerzienrat."

„Sofort zu mir!"

Der Alte verbeugte sich und teilte Erich Michael den Wunsch seines Vaters mit.

Erich zuckte zusammen. Sein fahles Gesicht wurde noch bleicher.

„Ist gut, alter Herr. Komme sogleich."

Er ahnte, um was es sich handelte, und ihm wurde noch erbärmlicher zumute.

Als er ins Zimmer trat, wußte er, was die Glocke ge­schlagen hatte, denn der alte würdevolle Halsabschneider Sofias Tewel Sogelbusch saß feinem Vater gegenüber.

Der Kommerzienrat erhob sich und schloß das Zimmer ab.

Das SandebttmlrtfeeSsot „TruWiE

(10. Wiederkehr des Tages, an dein es seine Aus- reise auüat.)

Der 22. J u N i 1916 war für Deutschland' einer Sex stolzesten Tage in der Geschichte des Weltkrieges:. H ■ dwsem Tage trat von einem deutschen Hasen ans das Handelsünterseeboot „Deutschland" seine berühmt ge­wordene Ausreise nach Amerika an. In aller Stille war es von deutscheir Ingenieuren gebaut lüpfen, p, aller Heimlichkeit ging es auf die gefährliche Führt, Dsutschlands Küsten waren in weitem Umkreise blockierk Da drang eines Tages zum Stauneu dèr Feindsiaäick,' die Kunde durch die Welt, daß Deutschland es feRstM, bracht.habe, durch ein neugebautes Unterseeboot, das Gegensatz zu so vielen seiner Geschwister nur WeM^H Zwecken dienen sollte, die Haudelsbeziebungen wenigstens zu Amerika, wenn auch nur in beschränktem Maße, wieder- aufzunehmen. Als Sensation allerersten Ranges der „Deutschland" Ankunft im Dollärlaude. Die „Teutsch­land" brachte außer Handelsware eine große Briespost aus dem bedrängten Deutschland. WS aber der fried­lichen Unterseebootfahrt in rascher Folge kriegerische Unterseeboottaten, die auch Amerika in Mitleidenschaft zogen, folgten, war die schöne Ära, die die „Deutsch- lmw"-Fahrt eingeleitet zu haben schien, rasch wieder vergessen und Amerika traf Vorbereitungen für den Ein­tritt in den Krieg. Über das spätere Schicksal der „Deutschland" ist dies und das erzählt worden. gg braucht das alles hier nicht von neuem erörtert zu wer­den: für uns jedenfalls steht fest, daß wU des Tages, an dem die „Deutschland" aussuhr, als eines unserer ruhmreichsten Tage gedenken können.

Aus Seffen-Raffau und Aachbargedieten.

Merkblatt für den 22. Juni. .....

Sonnenaufgang 3" II Moudaufgang 418 N.

Sonnenuntergang 8M || Monduntergang l47 K. .

1476 Sieg der Eidgenossen über Karl den Kühnen bei Murten. — 1767 Staatsmann Wilhelm von Humboldt geb. — 1856 Germanist Friedrich Kluge geb. — 1861 Admiral Maximilian Graf von Spee geb. — 1915 Zurückcroöermig Lembergs durch die Österreicher. — 1910 Ausreise PcKHantzels- Unterseebootes „Deutschland" nach Amerika. — 1919 Mündung der Universität Köln.

Besänftigen ist eine rare Kunst; um sie zu üben, muß man das Herz, welches man besänftige» will, vollständig kennen und aller seiner Schwingungen Meister sein.

I e r. E o t t h e l f.

Wetterbericht.

Der Hochdruck über West Und Mitteleuropa hat zunächst eine weitere Verstärkung erfahren. Sein Kern wird sich' langsam ostwärts weiter bewegen^ -sodaß die von Westen nadjftrëmen6eni Tiefdrnckstörungen' erneut Einfluß auf die Witterung -unseres Gebietes erlangen werden. — Vorhersage bis Montag abend: Bewölkt bis. bedeckt, zunächst noch meist trocken, späterhin Reia- «w zu Niederschlägen. Temperaturen wenig geändert, südwest­liche Winde. — Aussichten für Dienstag: Weitere Verschlechte­rung, wieder Regey, Südw-estünnde.

□ Sommersonnenwende. Mit dem 22. Juni beginnt der Kalendersommer. Es ist der längste Tag des Jahres, denn er dauert fast ganze 17 Stunden lang. Von unseren Vorfahren wurde einst das Fest der Sommersonnenwende mit großer Feierlichkeit begangen. Man entfachte auf den Bergen lodernde Feuer, über die die jungen Paare in raschem Sprunge hinwegseHteu. Hâuchreâ- 4yen«*--—^ brände schleuderte man ins Tal, und brennende Räder ließ man dahinrollen. Die Erinnerung an dieses große Sommersoiltienfest unserer Ahnen ist verblaßt, nur hier und dort häuft man noch Holz auf zum nächtlichen Freu­denfeuer, und feiten noch gedenkt man der Sitten der Ahnen. In einzelnen deutschen Gegenden wird der Ein­zug des Sommers in anderer Weise gebührend gefeiert. So ziehen in einigen deutschen Bezirken die Kinder umher mit blumengeschmückten Tafeln, auf denen verkündet wird, daß der Sommer da fei. Die jugendliche Schar erscheint dann singend und scherzend vor den Türen der Bauer»' um Gaben einzusammeln.

Ernannt: MedAssess. Dr. Nobel zum MedR. unter Uebertragg. der MedRStelle der K r e i s e F u d a und Gersfeld mit dem Amtssitz in Fulda.

„So, jetzt sind mir ungestört. Bitte, was wünschen Sie wieder, Herr Segelbusch?"

Segelbusch nahm feinen Kneifer ab und begann mit feiner schleimigen Stimme: „Ich möchte Ihnen zwei Wechsel prä­sentieren." i

„Dort steht mein Sohn, bitte wenden Sie sich an ihn."

Ein trockenes Lächeln ging über das bartlose Gesicht des Geldverleihers.

„In dem Falle nicht, denn die Wechsel sind zwar^ von Ihrem Herrn Sohn — aber sie tragen Ihre Unterschrift."

Der Kommerzienrat zuckte zusammen, seine Fäuste ball­ten sich. Es war, als wolle er sich auf ihn stürzen. Aber er bezwang sich.

„Wollen Sie mir die Wechsel zeigen?" sagte er mit er­zwungener Ruhe.

Segelbusch reichte sie ihm, und der Kommerzienrat prüft6 sie. Beängstigend lange. Obwohl er eins sofort sah: Die Wechsel waren gefälscht, von feines Sohnes Hand. Er tbun« derte sich selbst, daß er so ruhig bleiben konnte, denn beide Wechsel lauteten über sechshunderttausend Mark.

„Wissen Sie, daß beide Wechsel — gefälscht sind?"

Der Geldverleiher tat erschrocken. „

„Gefälscht? Was sagen Sie? — Das ist ja unerhört! Der Kommerzienrat nickte ruhig.

„Allerdings. Gefälscht. — Haben Sie denn einen JMugen« blick geglaubt, daß die Wechsel in Ordnung gehen?"

»Selbstverständlich habe ich das," (ForlsetzunZ folgte.