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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zulöa- und Haunetal-Zul-aer Kreisblatt

Kebaktton und Sephästssteve: Mühleastraß« 1 Zerasprech-flnschlaß Nr. 989

Nachdruck ter mit * versehen»« sirükrl nur mit <vK»«»mmM»be.Zoldaer ^ngeiger'gtputttt.

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Nr. 1361926

Fulda, Freitag, 18. Juni

3. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser

* Reichspräsident von Hindenburg empfing eine Abordnung der zu Studienzwecken in Berlin eingetroffenen nordamerika- ruschen Ärzte.

* In einer Unterredung betonte Reichskanzler Marx die Notwendigkeit neuer langfristiger Kredite für die Landwirt­schaft.

* Nach längeren Verhandlungen scheint jetzt die Tatsache sestzustehen, daß das Reichsehrenmal für die Gefallenen im Weltkriege entweder im Walde von Berka bei Weimar oder in der Gegend von Goslar in Form eines Ehrenhains er­richtet wird.

Deutschland und Schweden.

Wenn in der nächsten Woche die Reichstagsmitglieder wieder in Berlin zusammenkommen, werden sie auf ihren Pulten den Gesetzentwurf über den deutsch-schwe­dischen Handels- und S ch i f s a h r t s v e r t r a g vorsinden, von deni die wichtigsten Punkte bereits der Öffentlichkeit bekanntgeworden sind. Unser Handelsver­kehr mit Schweden ist recht beträchtlich und wenn man sich die Handelsbilanz ansieht, so hat man eine rechte Freude: unsere 91 usfu h r nach Schweden ist nicht bloß größer als die Warenmenge, die wir von dort be­ziehen, sondern der Wert der bei uns eingeführten schwe­dischen Rohstoffe und Halbfabrikate ist geringer als der Wert der von uns nach Schweden ausgeführten Fertig­waren; derartige Waren fuhren wir aber von Schweden in ganz geringer Höhe ein. So bietet die Handelsbilanz für 1925 mit einer Einfuhr aus Schweden mit 294 Millio­nen Mark und einer Ausfuhr nach Schweden mit 343 Mil­lionen Mark ein für uns wirklich erfreuliches Bild.

Den weitans größten Einfuhrposten stellen nun die schwedischen Eisenerze dar, von denen wir im Jahre 1925 für nicht weniger als 155 Millionen Mark bezogen. Einigermaßen beträchtlich ist noch die Einfuhr schwedischen Holzes und schwedischer Britter, während wir vor allem .Éü^ Maschinen jeder Art, Textilien, elektrotechnische Erzeugnisse und Steinkohlen exportier­ten, nicht zum mindesten natürlich auch Farben kurz: unsere Ausfuhr nach Schweden ist hauptsächlich in- dustrieller Art, während uns Schweden in der Hauptsache Rohstoffe verkauft. Seit den letzten 15 Jahren ab­gesehen natürlich von der Kriegszeit ist unsere Handels­bilanz mit Schweden immer aktiv gewesen.

Seit 1921 bestand nun zwischen uns und Schweden handelspolitisch ein vertragloser Zustand, trotzdem aber zollpolitisch gegenseitige Meistbegünstigung, ein Grund­satz, der auch im neuen Vertrage vorgesehen ist, und zwar in so weitgehendem Maße, daß irgendeine Sonderstellung der Deutschen als Ausländer in Schweden nicht erfolgt, diese also grundsätzlich wie Inländer behandelt werden, in gleicher Weise wie umgekehrt die Schweden in DeutschlaGd.

Wir bewilligen nun den Schweden Zollfreiheit für gewisse Einfuhrwaren, so Preißelbeeren, die meisten Fisch­sorten und Steine jeder Art, andererseits erhebt Schweden keinen Einfuhrzoll auf deutsche Kartoffeln, gewisse Fell- sorten, Bücher und Glaslinsen, Masten und Schwellen, und Schweden läßt seine gesamte Eisenerzausfuhr zollfrei nach Deutschland heraus. Dagegen müssen deutsche Alko­hol-, Stärke- und Tabakerzeugnisse infolge der betreffen­den schwedischen Monopole höhere Jnlandsabgaben tra­gen als die entsprechenden schwedischen Erzeugnisse.

Nun hat bei fast sämtlichen Handelsvertragsverhand­lungen zwischen Deutschland einerseits, Spanien, Italien, England, Dänemark usw. andererseits die deutsche Land­wirtschaft immer die heftigsten und meist nicht unbe­rechtigten Klagen darüber erhoben, daß unsere Vertreter bei den Verhandlungen ein zollpolitisches Entgegenkom- men der Gegenseite auf dem Gebiete der Einfuhr deutscher Jndustriewaren erkauften durch eine starke Nachgiebigkeit auf dem Gebiete der deutschen landwirtschaftlichen Inter­essen, also durch Zollermäßigung, hohe Einfuhrkontingente usw. für landwirtschaftliche Waren. Es trägt aber unser Warenaustausch mit Schweden in der Hauptsache indu­striellen Charakter -- abgesehen von Hölzern, so daß z. B. wir 1925 an Lebensmitteln und Getränken aus Schweden nur für 27 Millionen Mark bezogen, darunter allein Butter mit 15 Millionen Mark, aber auch für 18 Mil- Honen Mark ausführten, wovon über ein Drittel in Zucker bestand. Dazu kommt eine Einfuhr von lebenden Tieren in Höhe von nur 2,5 Millionen, der eine nennenswerte Ausfuhr nicht gegenübersteht; es sind das ja zur Hälfte Rindvieh und Pferde. Gewisse Bedenken erregt die Frage der Gersteneinfuhr aus Schweden. Der Entwurf sieht hier den üblichen Zoll von 5 Mark pro Doppelzentner vor; G e r st e ist ungefähr die einzige Getreideart, die wir aus Schweden beziehen.

Oie schwedische Gersteneinfuhr.

Reichskanzler Dr. Marx und Reichsernährungsmi- Nister Dr. H a s l i n d e hatten eine Besprechung mit den Vertretern der Regierungsparteien über die Zollfragen, die beim Abschluß des deutsch-schwedischen Handelsver­trages zu berücksichtigen sind. Von den Regierungsp"^' teien wird besonderer Wert darauf gelegt, daß eine Diffe­renzierung zwischen Braugerste und Futter, g e r st e eintritt in der Weise, daß die Zollsätze für Futter- gerste wesentlich niedriger gehalten werden als die für Braugerste. Die Besprechungen führten noch nicht zu einem endgültigen Abschluß und sollen fortgesetzt werden, nachdem der deutsch-schwedische Handelsvertrag in der Meichstagssitzung die erste Lesung passiert hat.

Neue Ernte-Kredite.

Hilfe für die LandiviUschast.

Erklärungen des Reichskanzlers Dr. Marx.

In einer Unterredung mit einem Pressevertreter be­tonte Reichskanzler Dr. Marx, daß die Ungunst der wirt­schaftlichen Verhältnisse auf der deutschen Landwirtschaft besonders schwer laste. Der Reichskanzler fuhr fort:

Die Überführung der schwebenden Schuld in länger befristeten Realkredit hat seit der letzten Ernte zuneh­mende Fortschritte gemacht, doch bleibt noch die schwe­bende, in den Monaten nach der Ernte fällige Schuld der deutschen Landwirtschaft eine außerordentlich große. Es darf nicht dahin kommen, daß unter dem Druck dieser schwebenden Schuld der Landwirt, wie es im Vorjahre leider häufig der Fall war, zu einem vorzeitigen Aus-den - Markt-werfen seiner Ernteerzeugnisse zu Schleuderpreisen gebracht wird. Die neu er­richtete und mit beträchtlichen Geldmitteln ausgestattete Getreidehandelsgesellschast wird durch ihre Getreideankäufe hier regulierend eingreifen. Ferner ist durch Verhandlung mit der Reichsbank und der Preu­ßischen Zentralgenossenschaftskasse Vorkehrnng getroffen, daß der Landwirt auf Grund seines in sicherem Gewahr­sam eingelagerten Getreides Kredit erhält, ohne daß zunächst ein vorzeitiges Ruf den Markt-bringen dieser Ge­treidemengen erforderlich ist.

Die Reichsregierung wird zusammen mit der Reichs­bank bemüht sein, die von den Zentralkreditinstituten durchgeführte Herabsetzung deS Zinssatzes in immer zu­nehmendem Umfange auch bei den örtlichen Kreditstellen zur Auswirkung zu bringen. Daneben bleibt es eine

Geheimrat Dr. Krohne

Präsident des Preußischen LandesgefundheitsrateS, war bis zu seiner soeben erfolgten Ernennung für dieses Amt der Leiter der Medizinalabteilung im preußischen

Volkswohlfahrtsministerium. Die Ernennung zum Prä­sidenten des Landesgesundheitsrates erfolgte einstweilen auf die Dauer von fünf Jahren.

Bei Weimar oder Goslar.

Unter Vorsitz des Reichsministers des Innern Dr. Külz fand eine Besprechung der Frontkämpferverbände in Sachen des Reichsehrenmals statt. Nachdem vor mehreren Wochen die Vertreter der vier größten Frontkümpferver- bände vom Reichspräsidenten von Hindenburg in Gegenwart des Reichsministers des Innern empfangen worden waren, um ihren übereinstimmenden Standpunkt in dieser Sache darzulegen, waren inzwischen vom Reichs­kunstwart Dr. R e d s l o b eingehende Vorarbeiten hinsichtlich der Frage des Ortes des Reichsehrenmals ge­leistet worden. Eine große Anzahl der vorgeschlagenen oder sonst in Betracht kommenden Orte innren sowohl vom Reichskunstwart wie von den Vertretern der Ver­bände besichtigt worden. Völlige Übereinstimmung herrschte von vornherein darüber, daß lediglich eine Ge- gend in Betracht kommen könnte, wo die Ehrung der Ge­fallenen in die Form e-nes Eh re nh arns gekleidet werden könnte, ohne dabei den Gedanken der Helden- ehrung in denkmalsmäßiger Form, wenn auch in schlich­tester Weise, auszuschließen. An der Besprechung waren vertreten: der .Stahlhelm', das Reichsbanner .Schwarz- Rot-Gold', der Deutsche Reichskriegerbund »Kyffhäuser, der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, die Arbetts- aemeinschaft der Vereinigungen ehemaliger Krieg^gefan- gener Deutschlands, der Tannenberg-Bund, der Dentiche Offiziersbund, die Reichsvereimgung ehemaliger Kriegs­gefangener, der Nationalverband Deutscher Offiziere, der Bund Deutscher Marinevereine, der Marme-Ofnziersver- band und der Reichsoffizierbund.

Hauptsorge, dem Landwirt eine ständige Sicherheit dafür zu verschaffen, daß er die Früchte seiner Arbeit zu Preisen absetzen kann, die seine Unkosten decken und seine Mühe und Arbeit lohnen. Es muß wieder dazu kommen, daß zwischen den Kosten für die Bedarfsgüter der Landwirt­schaft und den Preisen ihrer Erzeugnisse ein angemessenes Verhältnis besteht. Dafür muß vor allem eine Voraus­setzung geschaffen werden, das ist die S t ä r k u n g des inneren Marktes. Diese herbei znführen, ist neben der Notwendigkeit, den deutschen Export nach allen Kräften zu fördern, eine der wichtigsten Aufgaben der Reichsregierung. Unter diesen Gesichtspunkten muß und wird die Zoll- und Handelsvertragspolitik zu führen sein.

*

Konferenz der Ernchrungsminister.

E r n t e f i n a n z i e r u n g und M i l ch v e r s o r g u n g

In München treten am Freitag die Ernährungs- minister der Länder zusammen, um mit dem Reichsernäh­rungsminister vor allem die Finanzierung und Bewegung der diesjährigen Ernte zu besprechen. Auch die He­bung der Milchproduktion wird zur Debatte stehen. Beim Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist ein Reichsmilchausschuß ge. gründet worden, der die Probleme der Milcherzeugung, der Milchverarbeitung und des Milchabsatzes studieri.

Der Reichspräsident empfing im Beisein des Reichskanzler Marx den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Haslinde, zwecks Entgegennahme eines Vortrages über die Lage der Landwirt­schaft.

Noch eingehender Aussprache ergab sich, daß von den zahlreichen geprüften Orten von den Erschienenen lediglich der Wald von Berka bei Weimar und die Ge­gend von Goslar für geeignet gehalten wurden.Stahl- Helm",Reichsbanner",Kyffhäuserverband", Verband jüdischer Frontsoldaten, Arbeitsgemeinschaft der Kriegs­gefangenen und Reichövereinigung ehemaliger Kriegsge­fangener erklärten sich für die Gegend von Weimar, die anderen Verbände erklärten, daß sicGoslardenBvr- zug geben würden, aber auch einer Heldenehrung in der Gegend von Weimar ihre Mitwirkung nicht versagen würden. Wie wir hören, wird sich der zuständige Aus­schuß des Reichsrats gleichfalls in kürzester Frist mit der Angelegenheit befassen, so daß eine endgültige Entschei- dung wohl in Kürze beuor[te!)L

Reichsminister des Innern Dr. Külz gab die Zu- sicherung, daß er, soviel an ihm liege, die praktische Ver­wirklichung des Gedankens der Heldenehiung mit beson- herein Nachdruck betreiben werde.

Zrhr.v.Mchsn an die deutschen Bischöfe.

Sendboten der Nächstenliebe.

In einer Rede, die der deutsche Botschafter in Washington, Freiherr von Maltzan, an die deutschen Ver­treter auf dem Eucharistenkongreß in Chikago hielt, be­tonte er, daß in den letzten Jahren viele Vertreter Deutsch­lands die Vereinigten Staaten von Amerika besucht hätten mit dem Ziele, zerrissene Freundschaftsbande wieder anzu­knüpfen. Ganz besondere Bedeutung aber käme dem Be­such deutscher kirchlicher Würdenträger zu. Als Send­boten christlicher Nächstenliebe müßten sie mehr als andere verstehen, daß das deutsche Volksemp- sindcn besonders schwer unter dem haltlosen Vorwurf der A l l e i n s ch u l d am Kriege und unter hem Vor­wurf phantastischer Kriegsgreueltaten leide. Schon längst habe sich in Amerika das Bedürfnis gezeigt, der objektiven Wahrheit zum Ziele zu verhelfen.

Beweisen Sie, meine Herren, so führte Maltzan weiter aus, daß Sie als Deutsche gleichzeitig einer die Welt umfassenden historischen Religionsgemeinschaft an- gehören, deren Oberhaupt der Heilige Vater als Ver- körperung christlicher Milde und Versöhnung ist. Ich appelliere an Sie, damit Sie auch bei Ihren Freunden im Sinne gegenseitiger Aufklärung, internationaler Ver­söhnung und Verbrüderung wirken möchten. Ich ent- biete Ihnen den Willkommengrub im Namen der deut­schen Reichsregierung.

Der Betaarbeiterstreik in England.

NeueVorschlägederenglischenRegierung.

Die englische Regierung hat zur Beendigung des Bergarbeiterstreiks in England den Parteien neue Vor­schläge unterbreitet, die folgende Punkte umfassen:

1. Unter dem Achtstundentag sollen in ungefähr 50 % aller Gruben die gegenwärtigen Lohnsätze während der Monate Juli, August und September garantiert werden.

2. nach Ablauf dieser Zeit sollen neue Lohnsätze nach Maßgabe der erzielten Gewinne festgesetzt werden.

3. Bei 25 % aller Bergwerke wird eine Reduzierung der Minimallohnsätze um ungefähr 10 % ftattfinben.

Mit der Bekanntgabe der neuen Vorschläge der eng- lischen Regierung haben die Feindseligkeiten heute auf der ganzen Linie begonnen. Die führende« Persönlichkeiten im Lager der Arbeiterpartei meinen, daß eS in den nächsten Tagen und Wochen zu ganz erbitterten Kämp- fen kommen werde, die Bergarbeiter würden sich nicht ergeben.