, " 0K Mai n n 5) Bei dem Bau Set neuen Ver- die von dem Leonhardsturm nad> der Hcrsfel- r die ehetnälige Stadtmauer hinzieht, wurden derstraSe Karten unmittelbar am inneren Rande der
'" in verhältnismäßig geringer -ttew zwei menschliche S'°d^ "d Kn Dolch gefunden. Allem Anschein nach handelt Lkclè,und ^M^r? im Hesienkriege 1646 bei der Mr- r* iK,"' Ls benachbarten Juldertores ihr Leben lassen ,MßUriS
^ « Kiedenl 22 Mat. (N a ü b v o ge l p t ä m i en.) Die . " «rieftaubenzüchter setzen im 33erein mit dem Verbände ^^r BrieftaubenlieHabei für den Abschuß schädlicher initciel l'Wanderfalke, Hühnerhabicht, Sperderweibchen), die HÄ lvertvollen Brieftaubenbeständen auf die Dauer recht Rä?erweisen, Prämien aus. D4r Verband zahlt 3, die noESrZ Ä pro Stück, so daß dem Schützen eines der genannten SS.» 5' M aewährt werden. Zur Erreichung der Ab- < inrämie ist Einsendung beider Fänge an den Eeneraljetrc- Mrhaydès W. Dördelmann in Hannover-Linden erfor- Die Läufe müssen kurz übet dem ersten Gelenk abge- MN sein, sodaß ein kleiner Fsderkran^ stehen bleibt. Auch hi» -Ränae, vor der Aibsendung gut gedörrt sein. — Eine staube' die sich gelegentlich des letzten Fluges von Rcgens- a d' Donau verirrt hatte, wurde ihrem hiesigen Besitzer E dem Grafen Alexander zu Erbach-Erbach in sportlicher mniie gemeldet. Wegen allzugrotzer Ermattung hatte sich das "T ier Hand einfaNgen lassen. Beim letzten Flug er« ~ieL,. 75 Proz. der Tauben die Heimat. Die schnellsten Flie- f batten die etwa 300 km. lange Strecke (Luftlinie) in 4 SXn zurückgelegt, entsprechend den damals herrschenden, besonders günstigen Witterungsverhältnissen eine gute eâä Oft tomint es vor, daß Brieftauben bei längeren p rote tt" unb ungünstiger- Witterung sich! verirren und in frem- ‘ Schlägen einkehrcn. Jeder Taubcnjbcsitzer sollte in einem 2bN Falle cs als seine Ehrenpflicht- betrachten, unter Auxabe r'Rinanummer der verirrten- Taube dem obengenannten Ee- «-kaljekretär durch Postkarte Mitteilung zu machen, damit der ^«Mäßige Eigentümer- des Tieres ausfindig gemacht werden Ä Widerrechtliches Zurückhalten- Mgeflogeirer Tauben ist M-bar, ebenso der Abschuß von Brieftau/ben. — (Silberne -Ja) Spenglermeister und Installateur Jean Lerch fe!-
Pfingstfeiertage mit seiner Ehefrau Marie, geb. Hart- „;i!lln das Fest der Silbernen Hochzeit.
Aus Oberhesseir. (Spare in der Zeit . . . ) Die n; e n nlgspar lassen kommen in den L a n d s ch u - fett immer mehr auf, sei es in Form der Sparbücher oder ^er verschlossenen Sparbüchsen, die nur ein Beauftragter der Sparkasse öffnen kann. In vielen Gemeinden bringen sie Kinder am Ende der Woche ihr Eparbüchlein mit klei- nett Einlagen dem Vertrauensmann, der die gesammelten Beträge monatlich abführt. Wenn die meisten Sparpfenni- ee auch wirklich nicht sehr groß find, so ist doch schon verschiedentlich die Feststellung gemacht worden, daß der Verbrauch von Süßigkeiten und Schleckereien aller Art mit der Einführung des Schulsparens abflante. Wenn das wirklich eine notwendige und dauernde Begleiterscheinung des Sparens bleibt, so wird den Kindern außer der wöchentlichen Vermehrung des Geldbesitzes ein noch, viel wertvollerer Vorteil beschert. Sie entrinnen einem nicht zu unterschätzenden Feinde ihrer Gesundheit; außerdem wird einer von den vielen ungünstigen Einflüssen auf die Eharakterentwickelung des Kindes erheblich abgeschwächt.
* Offenbach a. M., Pfingsten 1926. (Großer Regiments aippel l der 168 en und D en kmchks we i he.) In stiller Waldabgcfchiedenheit, fern von dem Getriebe der SroBitabt, ist das Ehrenmal der Gefallenen des -Jnfanterie- flegiments 168 und seiner Kriegsformationen erstanden, dessen Veihe am ersten Psingsttagc im Beisein tausender von Kiiegs- ieilnehmern und alten- -Soldaten -aus ollen, Teilen Hessens, besonders auch- aus Ober-Hessen-, statt-fand. Auch aus Gießen, Sriebberg Butzbach, Alsfeld und Lauterbach waren die
Kameraden, f-zw Sie Regimen tsverÄnigu azen Herberge eilt. Die Begrüßungsfeier,wurde am Samstag abend im überfüllten großenöSaäl- des ètadtgarten^ ak-gehalten. Die Kapeüö der ehemaligen 16&r unter Leitung des - Kapellmeisters Moritz und der Andre'fchc MannerâMr wirkten in heroorrorender Weise bei der Feier mit. Kamerad Phil. Hotz von der Ortsgruppe Offenbach 188 begrüßte die GWe, die Festrede hielt Oberst a. D. Wetzergang. Ein feierlicher Augenblick war es, als die drei Regimèntsfahuen - von jungen Reichswehrfoldaten cingebrncht wutden. — Der erste Pfingsttag- würde als Hauptfestlag mit einer E-edächinisfeier auf dem Ehrenfriedhof und am Kriegerdenkmal von 1870/71 eröffnet. Auf dem Wilhelmsplatz stellte sich alsdann der Festzug auf, der Mi durch die Stadt zum "Sie- bererberA in Bewegung setzte, Ein Feldgottesdicnst eröffnete die Feier, Oberkirchenral Zentgraf, ehemaliger Feldgeistlicher der 25. Reserve-Division, war Festpredigcr. Der Vorsitzende des Verbandes ehemaliger 188er sprach, den ehemaligen Garnison- städten des Regiments 168 Friedberg, Butzbach und Offenbach, dem Künstler Professor Eberhardt-Offenbach, dem Vorsitzenden des Denkmals-Ausschusses Kaufmann Stadtmüller-Offenbach Dank aus, die Hülle fiel vom Ehrendenkmal, die Regimentssahnen und zahlreiche Vcreinsfahnen fcnklâ jid), di« Regi- mentskapelle spielte „Ich hatt' einen Kameraden . . .“ Der ehemalige Führer des Regimenës während des Weltkrieges, Generalmajor a. D. von Pfeil hielt die Wciherrde. Bürgermeister Wsil-Offenbaâr übernahm das Denkinal in Schutz und. Obhut der Stadt, dinier der großen Anzahl von Kranzspenden seien besonders erwähnt: Stabt Friedberg, Stadt- Butzbach, R-cgimentsyer-ände 115, 116er Verband (durch Kamerad Bill aus Metzen)-, Offiziersverbände 115er, 116er, Franijurter Offiziers Mn-d, Deutscher Offiziersbund, Kriegervevein 1874 aus Darmstadt, ehemaliger 168er Limburg und Lahntal. Danach bewegte sich der riesige- Festzug zu dem Stadtgarten zurück, woselbst die große Wiederseheusfeier abgehalten wurde. Oberst a. D. Soldan sprach herzliche Worte der Begrüßung naMens des Verbandes 168. Ein Offiziersappcll im großen Kolleg war der großen Wiedersehensfeier vorausgegangen. — Der 2. Pfingsttag vereinigte die Kameraden, im neuen Schietzhaus am Bie- bererberg in der Nähe des Denkmals. Den Abschluß fand der wohlgelungene Regimentstag der 168er durch einen Fackelzug zum Denknral. Hier wurden mehrere Ansprachen gehalten und der Große Zapfenstreich gespielt. Eine große Menschenmenge wohnte dieser erhebenden- Abendseier bei. — Das Denkmal selbst hat einen überaus würdigen Platz auf der Waldwiest am Biebererberg, flankiert von dem dichtgeschlassenen Waldpark, in stiller Waldabgeschiedenheit. Der Künstler Professor Eberhardt- Offenbach! gab ihm die Gestalt eines acht Pfeiler aufweisenden-, oben- offenen Rinubaues im Sinn altdeutscher Eeri-chtsstätten. Eine Freitreppe führt zu dem auf rustikalem Sockel erhöhten Innenraum, der einen- Altarstein mit großer Opserschale aus- nimmt. Als Baumaterial wählte man wetterfesten- Muschelkalk. Die Vorderseite des Denkmals zeigt einen aus dem <5e= sims heraustrctèuden- Kvièaerkopf mit Stahlhelm. Rings um das Gesims steht der Spruch: „Und wer den Tod im Heil' gen Kampfe fand, ruht auch in fremder Erde im Vaterland." Tier Altarstein trägt das hessische Wappen und die Wappen der chc- maligen-^ Garnisonstädte Offenbach, Butzbach, und Friedberg; die beiden Seiten tragen die Inschrift: In Verteidigung des Vaterlandes fielen 1914—18 vom Infanterie-Regiment- 168 und seinen Formationen 9769 Helden in Frankreich, Belgien, Rußland, Karpathen, Galizien, Serbien und Rumänien.
Frankfurt a. M., 24. Mai. (Verloren, wieder- gefunden und durchgebrannt. Samstag nachmittag fiel beim Rudern einem Herrn die goldene Uhr in den Main. Zahlreiche Personen suchten durch Tauchen die Selle ab, und ein junger Mann hatte nach einiger Zeit das Glück, die Uhr wieder zu finden. Der Herr erhielt sein wertvolles Eigentum und versuchte nun, ohne ein Wort des Dankes, eiligen Laufes zu entkommen. Eine große Schar Menschen jagte hinterher uno zwang den „schwerhörigen" Zeitgenossen zur Herausgabe des gesetzlichen Finderlohnes an den jungen Mann.
Goßenhtlm, 24. Mai. (D I e Eingemeindung genehmigt.). Die Gemeindevertretung genehmigte mit siebzehn gegen eine Stimme den Eingemeindüngsver- 1 rag zwischen Frankfurt und Sotzenheim.
* Roßdoef, 25. Mai. Im Roßborfcr Walde wurde heute nadfmittag durch Spaziergänger in dichtem Gebüsch die Leiche einer älteren PcrsönUchlcst gefunden. Man nimmt an, daß es der seit mehreren' Wochen vetschwutzdenc Sozialrentner SchmidtNrann ist;-doch'muß b« Leichenschau die Richtigkeit ergeben. glau ben eigenen Angaben, des Vermißten, hat er s. Zt. erklärt, daß er sich das Leben nehmen wolle.
* Dieburg, 25. Mai. Verschmähte Liebe hat einen hiesigen 21 Jahre allen Menschen dahier dazu getrieben, sich eine Kugel in den Kopf zu schießen. In sehr bedenklichem Zustande kam er in das Krankenhaus.
* Erlangen. (U n i v c r s i t ä 1 sn a chr i ch t.) Der evg.- luih. Pfarrer Georg Neunvbel aus Nieder-Moos, Oberhessen, wurde auf Grund seiner „von großer fachwissenschaftlicher Belesenheit unb guter ftzstemanscher Begabung" zeugenden Disser- iationsschrist: „Die luth. Cinzelbeichle als Postulas evg. Ge- genwartsfeelsorge", die erstmalig die Gedanken der Hochkirche auf bein Gebiet der Primenetik in Anwendung bringt, und auf Grund seines am 21. 5. abgelegten mündlichen Examens durch den Dekan der evg.-luth. theol. Fakultät Proseflor D. Dr. Preuß mit der Gesamtnote „Sehr gut" am Ligeniiaten der evg. Theologie (pro licentia bâcenbjj befördert.
Alzey, 24. Mai. (Raubmord.) Der bei Flomborn gemachte Fund einer Mannesleiche hat sich jetzt dahin aufgeklärt, daß es sich tatsächlich um einen Raubmord handelt. Die Kleider des Toten, der etwa 30—35 Jahre alt zu sein scheint, sind vollständig zerrissen, die Leiche selbst soll Spuren gewaltsamer Tötung aufweifen. Man vermutet in dem Ermordeten einen Handwerksburjchen, der vor einer Woche mit zwei anderen Kameraden streitend durch Alzey zog und von den Mitreisenden bedroht wurde.
Aus dem Gerichissaal.
§ Zum Streitfall zwischen Reichsbahn und NeichSregiernng. In bém bekannten-'Streit zwischen der Tculschcir ilkeichsbahu- gefcKfcbäft und der MichsregierNNg wegen Zuläsftgkeit der Verbindlickkeitscrklärullg von ZchiedèfprÄchèu hat der Vorsitzende des - Reichsbahngerichts Termin- zur Beratung und Eutfchcidnng auf den d. Juni d. I. auberaumt.
K Becurteilter Friedhofsschänder. Der 21 jährige Musikschüler Willi Fritz, der auf 'dem'jüdischen 'Friedhof in Kallies (PWAM) nuchrcrc-Grabdenkmäler zerstör! hatte, wurde vom Schöffengericht 'S t a r g a r d über bett aus zwei Monate lautenden Strafantrag des StaalSanwalls hinaus zu vier Monaten Gefängnis verurteilt.
§ Klage wegen Nachahmung einer Wciumarle. Die Winzer von Zell haben gegen die Reiter eine gerichtliche Klage angestrengt, daß ihnen die Reiter ihre Spezialität, die „Schwarze Katz", iiachgcmacht haben. Das Gericht hat die Klage unter Hinweis auf das Weingesetz angewiesen, das bestimmt, daß Krefzenzbezeichnungen Nur dann geschützt sind, wenn sie einem Katasternamen entsprechen, die Bezeichnung „Schwarze Katz" sei aber ein Phautasienamc.
§ Urteil im Kölner Maffageskandal. Der Massagcskaudal, bet vor einigen Wochen in Köln großes Aufsehen erregte, hat. jetzt vor dem Kölner Schöffengericht ein Rückspiel gefunden. Insgesamt stauben die Besitzer von achtzchn MassageinstitUten unter Anklage der schweren Kuppclci. Von ben Angeklagten wurde aber nur einer Wegen schwerer Kuppelei zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Bei beu übrigen wurde die Schuldsrage der schwcreu Kuppelei verneint unb ihnen einfache Kuppelei nachgewiesen. Hier kamen nur Gefängnisstrafen von wenigen Monaten in Frage. In einem Falle erfolgte, Freispruch.
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M nicht teil Humor vertieren!
Wir alle haben auch schon einmal diese Szene miterlebt: In der Straßenbahn, im Wartesaal, im Wirtshaus oder sonst irgendwo gibt es plötzlich einen Streit. Zwei Hitzköpfe sind in Meinungsverschiedenheit geraten. Wütend fahren sie aufeinander los. Die Umgebung nimmt teil. Es fehlt nicht viel, dann tobt ein allgemeiner Riesen- spellakel. Da, in all den Lärm hinein ruft jemand ein Scherzwort, vielleicht nur einen alleroberflächlichsten Witz. Einen Augenblick Atempause — dann ein allgemeines erlösendes Lachen. Aus ist der Zank, selbst die beiden wütenden Gegner sind ruhig, knurren vielleicht noch ein bißchen, fahren aber wenigstens nicht mehr mit Fäusten aufeinander ein.
Ein Scherzwort vermag viel. Ein bißchen HÜMsr hilft über die heikelsten Situationen fort und läßt alle UnännehmliGkerten des Lebens leichter tragen. Ein Mensch, der Humor hat, bringt Sonne in alle Lebeus- kreise, mit denen er in Berührung kommt. Warum haben wir Frauen eigentlich so wenig von diesem Cchnierz- und Sorgenbrecher? Warum wenden wir ihn so selten im? Das habe ich mich schon oft gefragt. Es gibt Frauen, d-e Humor besitzen, wie ein heimliches Beutèlchen mit ^olb tragen sie ihn mit sich und streuen seine,n Schatz aus, wenn cs nottut. Schier unergründlich scheint das Beutelchën zu sein, denn immer wieder können sie hineiu- laugen und daraus schöpfen. All der Kleinkranl des ftbens tut ihnen nichts, sie gehen mit einem Lachen darüber fort und, was das beste ist, sie-zaubern dies Lachen auch M den Mund der anderen, sie zaubern ein Lächeln Wfi auf ein von tiefstem Leid gezeichnetes Gesicht. Es 9* etwas Wundervolles um solche Frauen, sie machen sich selber und Mann und Kindern das schwere Leben herrsch leicht. Sie heljen alle Schwierigkeiten tragen und i^erwindelp. Allzuoft trifft man sie allerdings nicht, und "eun sie erscheinen, finden sie nicht selten unter den ande- ^n Frauen nicht nur kein Verstehen, sondern sehr strenge ss'sd scharfe Richterinnen. Leichtfertig schilt man sie. Man rü nichts von ihrer „laxen Lebensauffassung" wissen, von den: Übermut, mit dem sie ernste Lebensfragen und uuumshmlichkei'teitz fortlachen oder doch fbrtjulacheü ver- Vm. Der Frau im allgemeinen liegt der Humor nicht.
nimmt das Leden ernst und schwer und Kleinigkeiten M am allerschwerstcn. Alltagskram und Mtagssorgcn [ Mn sie oft genug verbittert und zermürbt. Sie ärgert ch-daran und ä^t. barunter und krrnn es nicht verstehen riv Verträgen, daß eine andere Frau, die Schwägerin '.Ecicht oder die Schsvicqertochter, mit einem Witz bar« ".hinwegkommen. Die eine ist todunglücklich und hoch- .«cujiet, wenn der Mann aus einer Gesellschaft verspätet , " dielleicht sogar ein bißchen sehr lustig nach Hause «vmnlt. Sie sieht ihn schon als Trinker enden und das N» zusammenbrechen. Sie macht Krach. Die andere er« y« mit einem Kichern: „Denkt euch, mein Mann hat er m <®^W$ gehabt," und erzählt dann wohl noch, was . " dent Schwipszustand angefangen hat, und lacht. Bei «„.euwu gibt es Zank und Streit und Szenen, bei der Ng,â Verstehen und Frieden und vielleicht sogar des «was 'ü^dimlichen Schwur: Noch einmal mache ich so
Fontäne schildert in seinen Jugenderinnerungen 'seine Eltern. Der Vater war entschieden ein Lebenskünstler, die Frau hatte keinen Funken Humor. Schwarz sollte schwarz und Böses böse sein, kein persönlicher Schimmer wurde barübergebreitet So ging die Ehe in die Brüche. Es gibt viele Frauen, die so handeln. Sie •mögen vom starren Rechtsstandpunkt aus auch recht haben. Scherben sind Scherben und Scherben bedeuten Verlust. Das stimmt. Von „Rechts wegen" darf und soll man also darüber zetern. Eine durchzechte Nacht ist ein Leichtsinn, eine verregnete Landpartie eine Unannehmlichkeit. Fritz- chens zerrissene Hose bedeutet eine unnötige Arbeit, vielleicht sogar einen Griff in den Geldbeutel, weil eine neue angeschäsft werden muß. Werden all diese Unannehmlicll- léiten aber irgendwie geändert oder gebessert dadurch, daß man sie sich selber und den anderen immer noch nnan- genehmer macht?
Humor ist eine Gottesgabe, man kann sie "sich aber auch erwerben, sich dazu durchringen, wenn man ernsthaft will. Wir Frauen sollten es wirklich tun. Des Lebens Ungemach mit Humor tragen, mit Humor überwinden, heißt nicht, leichtfertig darüber hingehen, es heißt nur, wissen, daß jedes Ding zwei Seiten bat, daß man auch jedes Ding zum Guten und zum Bösen drehen kann.
Do r o l h c c G o e b e l c r.
MiüumeiWvmèler als Reklamefiguttn.
An Gaunern großen Stils fehlt es in unseren Tagen durchaus nicht. Eine der „bedeutendsten" Hochstaplerinnen aus der Zeit um die Jahrhundertwende, Madame Humbert, hatte es, lange vor dem „Hauptmann von Köpenick", zur „Weltberühmtheit" gebracht. Sie war nicht nur in allen Wachsfigurenkabinetten der Welt im Glaskasten zu sehen, sie erhielt auch, ebenso wie Karl Vogt, der falsche Hauptmann, Vortragsangebote von vielen Seiten. Eines der originellsten Angebote erhielt die talentvolle Madame, in deren Haus die Minister und sonstigen Würdenträger Frankreichs ein- und ausgingen, ans Amerika. Noch während des Prozesses erhielten der Präsident des Pariser Schwurgerichts, Bonnet, sowie die Geschworenen nachstehendes Schreiben von einem Großunternehmer aus Newyork: „Ew. Wohlgeboren! Für den Fall, daß Sie dig Mitglieder der Familie Humbert zu einer Gefängnisstrafe verurteilen, beehre ich mich, Ihnen folgenden Vorschlag zu unterbreiten: Wollen Sie die Familie, anstatt sic in èin Gefangenenhaus zu sperren, mir anvertraucn. Ich werde sie in vergitterte Zellen- ivagen setzen und durch Amerika führen, wo ihre Schaustellung eine Anzahl Millionen eintragen wird, die genügen dürften, alle Gläubiger zu entschädigen und auch die Gerichtsspcsen zn decken. Für mich beanspruche ich nur 10 % der Gesamteinnahme. Ich beabsichtige, mehrere Detektive anzustellen, die etwaige Fluchtberfüche der Gefangenen im Keime ersticken würden. Andererseits werden die Wagen so bequem wie möglich sein und die Gefangenen gut behandelt werden." Die spekulative Nanlce- ibee kam nicht zur Ausführung, wie ein witziger Kopf behauptete, deshalb nicht, weil der Unternehmer — den Staatsanwalt, den Verteidiger und das Richterkollegium nicht mit engagieren konnte. Ä. I.
Der feinporige Dompfaff.
Dank dem feinen musikalischen Gehör eines Flötisten und eines — Dompfaffen wurde neulich in Paris ein alter Diebstahl aufgeklärt, der seinerzeit an einem Musiker in Paris begangen worden war. Vor langer Zeit kamen der Flötist Pinetti und sein Freund Florentino nach Paris wo sie eine gemeinschaftliche Wohnung bezogen. Eines von Pinettis kostbarsten Besitztümern war eine silberbs- schlagene Flöte, die er von seinem Vater geerbt hatte? Aber obwohl die Flöte einen hohen Geld- wie Affektions- loert hatte, so gebrauchte sie Pinetti doch nicht: denn cs war unmöglich, ein reines „G" auf ihr zu blasen. Eines Tages war die Flöte plötzlich verschwunden, ohne daß man eine Spur von dem Diebe entdecken konnte. Kurz nach dem Diebstahl zog Pinetti um, und zwar nach einer Wohnung, die er allein bewohnte. Neulich machte er nun seinem alten Freunde Florentino einen Besuch und bei dieser Gelegenheit hörte er einen zahmen Dompfaffen, der sehr schön fang, in dessen Tonskala aber immer das falsche
vorkam, das charakteristisch für die verschwundene Flöte war. Da begann Pinetti seinen Freund auszu- forschen und dieser gab schließlich zu, daß er die Flöta gestohlen und versetzt, nach Pinettis Wegzug aber wieder eingelöst und dazu benutzt hatte, den Vogel singen zu lehren. Das Tierchen hatte den falschen Slötenton so kor- reft wiebergegeben, daß Pinetti mit seinem feinen Ohr ihn augenblicklich wiedererkannt hatte. Ein gerichtliches Nachspiel wird die Sache nicht haben, denn Pinetti scheute sich, eine Klage gegen seinen Freund cinjureicbem G. D.
Die erste bezatzlie Zeii^ngsanzeige.
Sie erschien im Jahre 1652 im „Mercurius Polnicus", einem englischen Blatte, und lautete wie folgt: „Willkommensgruß, ein heroisches Gedicht zu Ehren d-cs heimac- kehrten Lordgenerals, das seine Siege in beredter Darstellung schildert. Zu kaufen bei John Holden, an der Neuen Börse, London, Druckerei New Cour. 1652." Diese Anzeige, die den Zweck hatte, einen Lobgesang auf Granu. Weil unter die Leute zu bringen, war von einem Buchhändler aufgegeben. Die Buchhändler waren also die Pioniere der „vierten Seite". — In einem anderen Matte aus dem Jahre 1659 finden wir auch noch eine Arbeit des großen Milt o n angezeigt: „Erwägungen über die beste Art, um die Kirche von den Pfründenjägern zu säubern. Vcrfasier John Milton." <i>r
Mmeritamsche Aufschneidereien.
Drei amerikanische Reisende komiten nickt genug Rühmens finden über die Höbe der Wolkeukratzcr ihrer Geburtsstadtc. Ta sagte der Bürger von San F ran- "â i s k o : „Wir waren gezwungen, Sanerstoffleituugcu für die obersten Stockwerke attzulegen, da die Lust dort oben so dünn ist." Hub dèr von Chika g o wußte folgendes zu berichten: „Unsere Dächer sind mit ewigem Schnee bedeckt." „Ach, das ist ja gar nichts," bemerkte beu. Sohn Ncwyorks, „bet uns müssen die Weihnachtsgeschenke schon im Gommer gekauft werden, denn bis sie mit dem Älufzug ins letzte Stocklverk gelangen, ist bereits Weihnachten.' Dr,