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Merkblatt für den 81. Mai.
Konnenamaang " 4‘ Mondausgang 12» N. Sonnenuntergang 7^ || Monduntergang 2’ V.
â Sieg der Österreicher über Napoleon bei Aspern. — 1M Auslösung der Deutschen Nationalversammlung.
Heden produktiv machende Kräfte in der Ruhe und im n- liegen aber auch in der Bewegung. Es liegen diese s im Wasser und ganz besonders in der 'Atmosphäre. Die Luit der freien Felder ist der eigentliche Ort, wo wir hin- Äsren Es ist, als ob der Geist Gottes den Menschen unmit- jelbar âuwehe und eine göttliche Kraft ihren Einfluß ausüble. ‘ Goethe.
Wetterbericht.
-rpr Westen liegt ein ausgedehntes, aber flaches Tiefdruck- ât linier' Bezirk liegt auf seiner Vorderseite, sodaß bei eN'nden aus meist südlichen Richtungen und zeitweiliger Sort- üencinstrahluug die Temperaturen langsam weiter ansteigen. Niederschläge treten höchst vereinzelt und nur in leichter Form â- — Vorhersage bis Donnerstag abend: Zeitweise aufhei- terird, doch vorwieqeM bewölkt, nur vereinzelt leichte Regen- sälle bei vorherrschend südlichen Winden Temperaturen lang- sain weiter ansteigend. — Aussichten bis Freitag abend: Im mesentlichen Fortdauer der bestehenden Witterung.
* Fulda, 19. Mai. (Personennachricht.) Herr Regierungs- Laurat Oertels, Vorstand der Eifenbahn-Bauabteilung, Hers- M wozu auch das Eisenbahn-Baubüro Fulda gehört, ist ppm 15; Mai ab zur Rcichsbahndirektion Frankfurt a. M. dct= jitjf worden. Unter seiner Leitung sind die großen Umbauten auf dem Personenbahnhof Fulda in Angriff genommen und fast vollendet worden. Als Nachfolger wurde Herr Regierungsbau- Ict Heinzmann von der Bauabteilung Dillenburg nach Hersfeld versetzt.
Fulda, 19. Mai. (Rückkehr der Reichswehr.) Gestern Nacht trafen der Stab der 1. Abteilung, die 2. und 3. Batterie des 5. Artillerie-Regiments nach einer 4 wöchigen Uebungszeit in Münsingen (Württemberg) wieder in Fulda ein. Während der Schießübung, die durch schlechtes Wetter, das sich bei der großen Höhenlage der Rauhen Alb recht unangenehm bemerkbar machte, sehr zu leiden hatte, wurden die beiden Batterien besichtigt. Eine Reihe Schul- und gefechtsmäßiger Schießen, ferner einige Nachtübungen, hatten stattgefunden.
Fulda, 19. Mai. (Bezirkstag der Friseure.) Am 30. u. 31. Mai findet in den Räumen des Evangelischen Gemeindehauses zu Fulda der 40. Bezirkstag der Friseure des Bezirks Hessen-Waldeck statt. Mit dieser Tagung wird eine Ausstellung von Lehrlings- und Gehilfen-Haararbeiten verbunden werden, deren Besichtigung am Sonntag, den 30. Mai, von nachmittags 1 Uhr an bei freiem Eintritt gestattet ist. Zu Ehren der auswärtigen Gäste findet am 30. Mai abends 7,30 Uhr eine besondere Feier statt.
Fulda, 20. Mai. (Ueherfahre n,) Auf der Frank- furtersttaße wurde heute vormittag gegen % 10 Uhr ein Oberrealschüler von einem Kraftwagen überfahren. Der Führer des Kraftwagens nahm sich des Verletzten an und brachte ihn in das Landkrankcnhaus. Wodurch der Unfall entstand, werden die angestellten Ermittlungen ergeben, über die wir weiter berichten werden.
* Fulda, 19. Mai. (Betriebsrätewahle n.) Am heutigen Mittwoch wurden in der Betriebswerkstätte Fulda (B.W.) bei starker Beteiligung die Betriebsrätewahl vorgenommen. Es entfielen auf die Liste des A. E. V. (Allgemeiner Eisenbahner-Verband) 4 Sitze und auf dfe, Liste des D. E. V. (Einheitsverband) nur 2 Sitze. (Erliegen uns ferner Resultate aus einigen Bahnmeiste- reinen* unserer Nähe vor. Danach sind gewählt in Bahnmeisterei Hünfeld 4 A. E. V., 2 D. E. V.; Bahnmeisterei Burghaun 3 A. E. V. 2 D. E. V.; Bahnmeisterei Sterbfritz alle A. E. V.
* Fulda, 19. Mai. Die Aussichten auf eine günstige Obsternte im Fulda- und Werratal haben sich infolge des anhaltenden kalten Wetters wesentlich verschlechtert. Von den Kirsth- bäumen fallen die Früchte in großen Mengen ab. Ebenso verhält es' sich mit den Aepfeln. Auch der Apfelstecher ist stark ausgetreten, sodaß zahlreiche Bäume mit kranken gebräunten Blüten übersät sind. Der Fruchtansatz der Zwetschen ist mäßig. Vielfach wird die Spanne bemerkt. — Auch mit einer schlechten Honigernte ist zu rechnen. Die kalte Witterung gestattet den Völkern nicht das Ausfliegen. Infolgedessen sind zahlreiche Völker dem Verhungern nahe.
Wad Salzschlirf, 19. Mai. („Wie gefällt Ihnen unser Kurort?") Wenn die Kurgäste in ihrer Sommerfrische einmal gar nichts mehr zu erzählen wissen, dann setzen sie sich gewöhnlich hin und unterziehen den ganzen Kurort und seine Einrichtungen eingehenden kritischen Betrachtungen. Mag dabei vielleicht auch mancherlei unnötig kritisiert werden, so ist andererseits doch nicht zu verkennen, daß dabei manche wertvolle Anregung und mancher gescheite Fingerzeig für Verbesserungen zum Vorschein kommen, die leider den maßgebenden Instanzen nicht bekannt werden. Fruchbare Kritik kann aber nur fördern. Aus diesem Gedanken heraus will jetzt ein bekannter Badeort daran gehen, die Kritik seiner Gäste zu Nutzen der Allgemeinheit auszuwerten. Der Bürgerverein des Bades Henkenhagen hat bei der Badverwaltung angeregt, daß im kommenden Jahre versuchsweise Wunschzettel an die Kurgäste verabreicht werden sollen. Auf diesem Wunschzettel sollen die Gäste unverbindlich eintragen, was ihnen in Henkenhagen gefällt und was nicht. Zutage tretende Mängel sollen dann nach Möglichkeit abgestellt werden. Die Nachahmung dieser originellen Methode wäre für Bad Salzschlirf zu empfehlen, denn sie ist geeignet, den oft fehlenden Kontakt zwischen Kurpublikum und Kurverwaltung im erwünschten Maße herzustellen.
* Hersseld, 20. Mai. In einer bis in die mitternächtige Stunde dauernden Sitzung genehmigten die Stadtverordneten den Voranschlag für 1926/27, der mit 1193 500 M abschließt. Von den Positionen des außerordentlichen Teiles find helvorzu- heben die Pflasterung der August Gottliebstraße, die 19 200 Ji erfordert, die Errichtung von drei Doppelhäusern mit 12 Wohnungen für 36 000 Ji und die Kanalisation des Friedhofes, die mit 4800 Ji veranschlagt ist. Außerdem soll im Kurpark ein Musikpavillon errichtet werden. Die Realsteuern wurden aup 400 Prozent Zuschläge zur Grundvermögenssteuer, 600 Prozent Mr Gewerbeertragssteuer und 400 Prozent zur Gewerbckapi- lÄssteuer festgesetzt. Da die Feucrsirene bei Gewittern infolge Stromausbleibens im Falle eines Feuers nicht in Tätigkeit K^etzt werden kann, wurde die alte Alarmglocke wieder instand Wetzt. Der Bürgermeister wies insbesondere auf die immer noch in Hersfeld "bestehende große Wohnungsnot hin Wenn auch verhältnismäßig viel gebaut worben1 sei, so habe Hers- Kd doch ein großes Teil alter, nahezu baufälliger Hauser. Außerdem ist die Bevölkerung um 10 Prozent, gewachsen. Sin Antrag aus der Versammlung gibt dem Magistrat anheim, der 7ocrkoppelung näher zu treten und der Stadtverordnetenver- iammlung eine Vorlage zu machen. — In einer Versammlung ®°n ehemaligen Schülerinnen des Lyzeums wurde die Gründung eines Vereins ehemaliger Luifenschülerinnen beschlossen, dem bereits 60 ehemalige Schülerinnen beitraten.
* Bebra, 20. Mai. Auf dem Hasclfeldstoklen bei Süß cr- ^gnetè sich ein schweres Bergwerksunglück. Zwei Bergstute wurden von einstürzenden (Erbmassen getötet, vier sind zum Aeil schwer verletzt.
^jüro. 191 Mu». WuhrlhällL unb sämtliche NNlkfchaftM gebäude des Landwirts August Müller in Röthenbach brannten völlig nieder. Der Vater des Müller mpßte aus dem Stenneiibm Hause gerettet und sofort in ärztliche Behandlung gegeben werden.
Schlüchtern, 19. Mai. (Zu Tode geschleift. Auf der Land- itraße Stei nau—Gö tzenHof scheuten die Pjerde eines Fuhrwerkes vom Sängeshof vor einem voruberfahrenden Güterzuge und gingen durch. Dabei wurde der Führer mehrere hundert Meier mitgeschleift und derart schwer verletzt, daß er kurz nach der Einlieferung in das Fuldaer Landkrankenhaus verstarb.
Gelnhausen, 19. Mai. (Großfeuer.) In dem benachbarten Lichenroth brannte das Anwesen des Gastwirts HcrGenröder volsständig nieder. Die Gastwirtschaft war Dor einigen Jahren schon einmal ein Raub der Flammen geworden.^
Hanau, 19. Mai. In der Philipp-Ludwigs-Anlage wurde gestern abend ein Auto, das dort Herren- und führerlos stand, von der Polizei beschlagnahmt. Es hat sich nun herausgeftellt, daß der Wagen in Frankfurt gestohlen worden war und wahrscheinlich haben die Diebe; nachdem sie eine Vergnügungsfahrt gemacht hatten unb ihnen die Sache zu brenzlich wurde, den Wagen- einfach in Hanau stehen lassen.
Frankfurt a. M., 19. Mai. (Autounglück.) Ein Frankfurter Kraftwagen stürzte in der Nähe von Meerholz, als er auf schmalem Wege um biegen wollte, den steilen Abhang hinab. Die Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Der Führer mutzte sich allerdings in ärztliche Behandlung begeben.
F rankfurt a. M., 19. Mai. (St. Bürokratius auf der Eisenbahn.) Eicke Sturiirböe fügte neulich einem „bahnamtlichen" Schornstein in irgend einem Orte einen Riß zu. Die zuständige Bahnmeisterei wandte sich deswegen an die zuständige Direktion. Daraufhin erschienen aus der zuständigen Reichsbahnver- waltung drei Oberregierungsräte und ein Regierungsrat an Ort und Stelle und nahmen den Schornstein gründlich in Singen» fifiein. Nach vierzehn Tagen traf die Genehmigung Mr Reparatur des Schornsteins in dem betreffenden und nicht ganz unbekannten Ort ein. — Wer hier größer war, der unverwüstliche St. Bürokratius oder die sonst seit einiger Zeit so gerühmte Ee- schäftstüchtigkeit der Reichsbähnverwaltung, möge der geneigte Leser entscheiden.
Ried, 19. Mai. (Eine Wohnungsbauanleihe). Die Gemeindeverwaltung hat soeben zwei Anleihen im Gesamtbeträge von 250 000 Ji abgeschlossen. Der Ertrag der Anleihe soll hauptsächlich zur Herstellung neuer Wohnungen Verwendung finden.
Niedcrlahnstein, 19. Mai. (A u f r ö m i s ch e n S p u - ren an Lahn unb Rhein.) Unter der Leitung des Archäologen Dr. Kutsch-Wiesbaden werden augenblicklich von der Stadt Niederlahnstein an der Mündung der Lahn in den Rhein die Reste gewaltiger römischer tftib mittelalterlicher Besestigungswerke freigelegt. Bisher sonnten ausgedehnte Mauer- und Erabcusysteme aufgedeckt werden. Die Mauern sind drei Meter dick. Die Stirnwände bestehen aus Tuffstein, der aus dem Brothal stammt. Die römischen Bauwerke waren im Mittelalter noch so gut erhalten, daß sie auch dann noch als Besestigungswerke benutzt werden konnten. Die Mauern stammen vermutlich âus der Mitte des vierten Jahrhunderts, da sich in ihren Resten eine gut erhaltene Silbermünze des Kaisers Valentinian befand. Die an den Werken freigelegte Erdwand konnte auf ihre Entstehung hin einwandfrei noch nicht gebeutet werden. Das ist Sache der Geologen. Die Ausgrabungen, die fortgesetzt werden, locken täglich zahlreiche Fachleute uub Altertâmsfreunde an:
Marburg, 19. Mai. (Das alte Mütterchen.) Ein altes Mütterchen aus der Umgebung, wohl an bie 70 Jahre alt, hatte in ber Stadt Einkäufe gemacht und befand sich wieder auf dem Heimwege. Gerade, als sie die letzten Häuser Marburgs hinter sich hat, überholt sie ein langsam sahrendes Personenauto. Die Insassen haben Mitleid mit dem altep, Miitterchen, das so gebückt dahin 'schleicht, unb laden cs ein, eine Strecke mitzufahren. Ihr freundliches Angebot wird aber mit Entsetzen zurückgewiesen. „Nee, nce!", so tönt es den Autofahrern aus zahnlosem Munde entgegen, „mitfahren tu ich nicht! Ich hab schon soviel von Mädchenhändlern gehört und gelöst! Nee! Nee! Ich fahr nicht mit!"
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Letzte Nachrichten.
Die Berliner Presse zur Regierungserklärung.
Die deutsch-nationalen Zeitungen nennen in ihren Kommentaren die -gestrige von Reichskanzler Dr. Marx abgegebene Regierungserklärung dürftig und inhaltslos.
Die „Deutsche Tageszeitung" sagt über die künftige Haltung der Deutsch-Nationalen M dem Kabinett, dessen Uebergangs» charakter von dem Blatt nochmals betont wird: Die politische Rechte wird nicht nur auf der Wacht, sie wird auch auf dem Sprung stehen müssen. Sie hat die absolut klare und eindeutige Aufgabe, all Lie' Tendenzen zu unterstützen und ihrerseits zu verstärken, die dem Abmarsch nach links widerstreben. Die taktische Durchführung dieser Aufgabe wird von Fall zu Fall entschieden werden müssen.
Die „Tägliche Rundschau", die es begrüßt, daß in der Regierungserklärung noch einmal die Aufrechterhaltung und Durch- führunß der Flaggenverordnung betont wird, rechtfertigt die Haltung der Deutschen Volkspartci, die die Beilegung der Regierungskrise ermöglichte, mit folgcnt^n Worten: Die Deutsche Volkspartei konnte nicht anders handeln, wenn überhaupt eine Regierung zustande kommen sollte. Sie ist dabei, wie so oft schon, mit dem .Reichspräsidenten Hand in Hand gegangen und hat sich der Stufgabe nicht versagt, durch ein Zusammengehen mit dem Zentrum, die zurzeit einzig inögliche Grundlage einer Regierungsbildung zu erhalten. Sie wird sicher aller tun, was sie kann, um der Sozialdemokratie einen Einfluß auf die Regierungsgeschäfte streitig zu machen.
Die „Germania" schreibt: Das Vertrauen, das sich infolge der Vorgänge der letzten Woche zwischen Reichstag und Regierung bedenklich gelockert hatte, ist wieder hergestellt, und so ist wenigstens wieder eine neue Grundlage zur Weiterarbeit und zur Weiterentwickelung geschaffen worben.
Das „Berliner Tageblatt" unterstreicht die Worte der Regierungserklärung, daß „nur im engsten verständnisvollen Zusammenarbeiten mit der Volksvertretung" die Regierung die von ihr erstrebten Ziele erreichen wolle und sagt: Man kann dem dritten Kabinett Marx keinen besseren Wunsch mit auf den Weg Heben, als den, daß cs ihm gelingt, dieses Zusammenarbeiten auf allen Gebieten zu verwirklichen.
Dcr „Vorwärts" sagt über die Haltung der Sozialdemokratie zu dem Kabinett Marx: Die sozialdemokratische Fraktion hat gestern mit zu den Parteien gehört, die durch Zurkenntnis- nahme der Regierungserklärung und Uebergang zur Tagesordnung über bie Mißtrauensauträge dem Kabinett Marx die Erundiagen der verfassungsmäßigen Existenz boten. Doch zeigt schon die mit Rücksicht auf die gewählte Form, daß ihre Stellung zum Kabinett durchaus als eine abwartende betrachtet werden muß. Das Blatt schreibt dann weiter: Vieles spricht dafür, daß die Mehrheit für eine künftige Regierung nicht durch Verhandlungen, sondern erst in schweren Kämpfen gewonnen werden wird. Als der erste dieser Kämpfe wird ber um den Volksentscheid in Erscheinung treten. Zeigt er, daß im Volk eine Verschiebung der Kräfte eingetreten ist, so kann auch der Kampf nm einen neuen Reichstag nicht mehr fern fein.
TutNèN/ Epöâ und EpLeL
Borussia alte Herrenmannschaft gegen Fußballmannschaft Ler „Utopia" 7 : 1 (1 : 1) Ecken 13 : 2.
Einen wider Erwarten guten Spott bot bie mit Einhaltung des - akademischen Viertels von Herrn Max Roth angepsiffene Begegnung obiger Gegner, die auch mitunter der erwarteten Komik nicht entbehrte. Leider war die Zeil des Beginnes für viele Interessenten, die beruflich noch verhindert waren, verfrüht, weshalb ber Besuch etwas zu wünschen übrigen ließ. Immerhin konnten die Erschienenen das Bewußtsein mit nach Hause nehmen, interessante 90 Minuten verlebt zu haben: während der Spieldauer wurden die Lochmuskeln ständig beschäftigt und alle Augenblicke dröhnte der Beifall der Zuschauer über den von der goldenen Abendsonne beschienenen Rasen.
Die Utopianer als Gäste der Borusien betraten als erste in schmuckem grünem Dieß und in weißer Hose den Platz und kurz bat nach folgten die Gastgeber in weißem Dreß und schwarzer Hose. Auf beiden Seiten waren Vertreter des Schwergewichtes zu bemerken, denen die Betätigung auf dem grünen Rasen saunt nachteilig gewesen sein dürste. — Nach der üblichen Begrüßung und Auslosung durch bie Spielführer überreichte Zimmer von Utopia einen feudalen Lorbeerkranz mit Schleife nebst einem neuen Fußball, ber dem Spiel als Dehandlungsobjckl diente. In ber ersten halben Stunde war der echte und rechte Freund- schastskampf noch ziemlich ausgeglichen, da Borussia^ Mannen an der verkehrten Aufstellung laborierten und erst warm werden mußten. Es gelang Utopia, in der 40 Minute, durch Kind in Führung zu gehen, bereit sie sich nur 3 Minuten lang erfreuen konnten. Enders schaffte den Ausgleich und so trat man mit 1 :1 in die Pause ein.
Für die zweite Spielhälfte hatte Borussia vorteilhaft umge- [tellt, fodaß jetzt der Sturm bei guter Kombination, die mitunter der Liga als Vorbild dienen konnte, fast durchweg die Silu- ation beherrschte und die Hintermannschaft von Utopia, in der Köhler der Turm in der Schlacht war, vor eine harte Aufgabe stellte. Die Ueberlegenheit wurde immer drückender und Lie vorbildliche Kombination speziell der rechten Sturmfeite führte dann durch Lange in der 55. und 66. zum 2. und 3. Erfolg für die fchwarz-weißen Farben. Ein 4. Tor wurde wegen abseits nicht anerkannt unb ein wegen Handspiel von Köhler diktierter Elfmeter von Torwart Thiele in glänzender Manier gehalten. Dann reihte Lange in bet 77 und 80. Minute den 4. unb 5., Erfolg an und Hüttenmüller und Naß beschlossen den reichen Dorfegen. Der Schiedsrichter war seiner Aufgabe vollkommen gewachsen und fand mit seinen Entscheidungen das Einverständnis von Spieler und Publikum, das kaum aus dem Lachen herauskam, aber auch manche feine Leistung durch ehrlichen Beifall dankbar quittierte. — Das Spiel hinterließ den besten Eindruck, und hoffentlich bietet sich dem Sportfreunde recht bald wieder Gelegenheit in der Betrachtung eines solchen Spieles; vielleicht sind die Leute aus bet „Gemeinde Sulzbach" der nächste Gegner für die tüchtigen alten Herren von Borussia. -pp-
N . Der westdeutsche Meister von NNW Berlin geschlagen. In Köln sand am Montag abend das noch ausstehende Spiel zwischen dem westdeutschen Meister VfR. Köln und dem zweiten Berliner Vertreter Norden Nord- West statt. Eâ endete mit einer riesengroßen Überraschung insofern, als es den Berlinern gelang, sich durch einen 2 :1-Sieg die weitere Teilnahme an der deutschen Meisterschaft zu sichern.
N. Welimeisterschaftsrevanche. Am 13. Jmri findet in Berlin ein hochinteressantes Tennisspiel zwischen Najuch und Weltmeister A. Burke-England statt. Najuch schlug erst kürzlich in einem Revanchekampf den Europameister Kozeluh-Prag und es wäre nicht zu verwundern, wenn es ihm bei seiner augenblicklich glänzenden Form gelänge, Revanche an seinem Bezwinger im Kampfe um die Weltmeisterschaft zu nehmen.
Börse und Handel.
Frankfurter Börse vom 19. Mai. Mit Ausnahme bes Schifffahrtsmarktes, der abgeschwächt eröffnete, später aber gut auf» holte, verkehrte bie Börse weiterhin in fester Grundstimmung. Die Führung haben wiederum Chemie- und Elcktrowerte, für die das Ausland als starker Käufer auftritt. Vor allem" sind es belgische und französische Kreise, bie ihre „Flucht aus dem Franken" in dieser Weise praktisch betätigen und ummünzen. Montanwcrte eröffneten sehr gut befestigt. Von Chemiiwerteir erreichten Farbenindustrie 170. Die Umsätze in Elektrdwerten waren heute sehr bedeutend. Der Automarkt verkehrte Hst, doch still. Zuckerwerte zeigten eine leichte Erholung, hatten aber belangloses Geschäft. Bankwerte lagen still und unverändert. Von Spezialwerten sind Bauaktien besonders gefragt und fest. Auf dem deutschen. Rentenmarkt bröckelten KriegsanleiheM leicht ab. Von ausländischen Renten sind Mexikaner und Bagdad gesucht. Die Nachbörse unterlag zeitweise starken Schwankungen: mit überwiegender Neigung zu Abgaben. Westliche Montanwerte und Farbenindustrie verloren bis zu zwei Prozent. Die Börse schloß nicht einheitlich, jedoch mit festem Unterton. — Bei durchweg gehaltenen Kursen zeigte die Abendbörse ruhige Haltung. Montanwerte standen in Nachfrage. Auf dem Ehemiemarkt brodelten Farbenindustrie leicht ab, "dagegen waren Metallbankwerte gering befestigt. Der Elektromarkt verkehrte etwas weniger lebhaft als sonst, lag aber unvermindert fest. Autowerte sind behauptet. Schiffâhrtsanteile verlorcu wieder. Deutsche Renten verkehrten ruhig. Es wurden genannt: Hamburger Paket 130, Commerz- tu Privatbank 105, Dresdner Bank 110, Farbenindustrie 169.5, Holzverkohlung 61.625, Scheideanstalt 113, A.E.G. 115, Bergmann 115.75, Schuckert 103, Mannesmann 94, Adlerwerke Kleyer 64.5, Daimler 65.5.
Frankfurter Getreidebörse vom 19. Mai. Die Geschäftstätigkeit ruht fast völlig. Es wurden bezahlt für je 100 Kilo: Weizen 29.50—29.75, Roggen 19—19.25, Sommergerste 22—24, Hafer 22—23.50, Mais 17.75, Weizenmehl 41.75—42.25, Rog- genmehl 28—28.25, Weizenkleie 9.50, Roggenkleie 11.
Amtliche Berliner Notierungen vom 19. Mai.
♦ Börsenbericht. Unter Führung einer Reibe Spezialwerte, insbesondere der Farbciündustric, nahm die Börse einen festen Verlauf bei lebhafter Geschäftstätigkeit. Stimulierend ivirkte auch der eben veröffentlichte Monatsbericht der Deutschen Bank, auch das Gerücht von einer bevorstehendeil weiteren Diskoiltermäßigung der Rcichsbpnk toirfte anregend. Unsicher war dagegen die Haltung am Markt der inländischen. Anleihen. Der Geldmarkt ist unverändert flüssig, tägliches Geld 4-6 %, monatliches Geld 5,50—6,50 %.
* Devisenbörse. Dollar 4,19—4,21; engl. Pf und 20,40—20,45; holl. Gulden 168,71—169,16; Danz. 80,90 bis 81,10; sran z. Frank 11,98—12,02; b c 1 g. 12,25—12,29;. schweiz. 81,14—81,34; Italien 16,18—16,22; sch Wed. Krone 112,26—112,54; bau. 110,21—110,49: norweg. 91,09 bis 91,31; tschech. 12,41—12,45; östcr r. Schilling 59,25 bis 59,39; P o 1 n. Z l o t u lnicht amtlich » 35.66—35.84.
♦ Produktenbörse. Nach den vorläufigen Abmachungen bezüglich des deutsch-schwedischen Sanbclsbertraqes soll, falls der Reichstac, die Genehmigung gibt, bet Zollsatz für Roggen und Hafer 6 M., für Weizen 6,50 M„ für Gerste 5 M. betragen. Bei dem bestehenden Prinzip der Meistbegünstigung wird cs von dcn Verhandlungen mit anderen Staaten abhängen, ob diesen gegenüber nicht ein etwas Niedrigerer Satz verabredet wird, tvas dann auch Schweden gegenüber den Zoll entsprecheild ändern würde. Fcdensalls ist au8 der Abmachung mit Schweden zu ersehen, daß die Zölle gegenüber den jetzigen ermäßigten Sätzen höher werden sollen, als von mancher Seite angenommen worden war, und das bat Kanf- und Deckungsbegèhr für Weizen wie Roggen, und zwar hauptsächlich" für spätere Lieferung, preisfteigernd in den Markt geführt. Hafer vom ^nlaubc hoch gehalten, doch sind die Forderungen schwer durchzujetzeit. Mehl blieb still.
Die heutige Rummer umfaht 6 Seiten.