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„ „Änpn — Vorhersage b,s Mittwoch abend: Ver- meist bewölkte nur zeitweise leichter Regen, 5^ramren langsam ansteigend, schwache, wechselnde Winde. ^®ST1Ä Keine wesentliche Aenderung.

n Das Mio fSx Ofkngstksrtèft. Ohrtè Umschlag pcr- QebrHcüe MugDärten kosten im Ortsbereich, auch nE? sie mit beliebigen handschriftlichen Zusätzen üer? and 3 Pf. Sollen sie im Fernverkehr gegen die Mbühr für VüLdrucksachdn (3 Pf.) befördert ivcrdci!, so außer den sogenannten Abfenderangaben (Absen- mmastag, Name, Stand und Wohnort nebst Wohnung ^ Absenders usw.) noch weitere fünf Worte, die abec i-.jt dein gedruckten Wortlaut in leicht erkennbarem sach- l'jchen Zusammenhang stehen müssen, handschriftlich hiu- -„aZügt werden. Die im offenen Umschlag versandten Wngfnärtèri kosten sowohl im Ortsbereich des Aufgabe- oüs uoiè nach außerhalb nur dann 3 Pf., wenn auf der Karte außer den Abscuderangaben (siehe oben) nichts weiter geschrieben ist. Ist jedoch ein vorhandener Wort- ausdruck, ivie „Beste Psingstgrüße" und dergleichen, Hand- schriftlich durch gestattete Nachtragungen bis zu fünf Worten ergänzt, so ist die Gebühr für Teildrucksachen, also 5 Pf-- âit eirtrichten.

□ Der Pfingstverkehr auf der Reichsbahn. Die Reichs- h.rhn macht nochmals darauf aufmerksam, daß die Er­mäßigungen von 33% % auf Sonntagsrückfahrkarten und von 50 % für Schulausflüge, Fahrten von Studierenden „ich Schülern zu wissenschaftlichen und belehrenden Zwecken und für Jugendpflegefahrten unverändert auch m Pfingsten gewährt werden. Die Transporte von SiâdtkiÜdègus die zur Erholung aufs Land geschickt wcr- dcn, müssen während der Pfingsttage infolge Wagen- mangels unterbleiben. Laut allgemein geltender Tarif- bestimmung können ferner die Gesellschaftsfahrten von 30 Personen und darüber mit Ermäßigung zu Pfingsten nicht zugelassen werden. Infolge Wagenmangels können auch Bestellungen Privater auf Gesellschaftssonderzügc in der Zeit vom 22. Mai morgens ins zum 24. Mai ein­schließlich nicht entgegengenommen werden. Die von dec Perwaltung selbst zu Pfingsten eingelegten Sonderzüge werden — genügende Besetzung vorausgesetzt — mit der bekanntgegebenen Ermäßigung gefahren (im allgemeinen 33% %, itit Bè'rMjr mit Ostpreußen 50 %).

sZ Bindungen bei dèb Hèrtzaüè von Hauszinssteuerhypo­theken. In einem Erlaß des preußischen Ministers für Zolkswohlfahrt wird darauf hingewiesen, daß einige Ge­meinden und Gemeindeverbände an die Hergabe von Häzirrssteuerhypocheken die Bedingung knüpfen, daß sämtliche für die Bauausführungen erforderlichen Bau­stoffe ausfchließlich von Lieferanten, die in der betreffen­den Gemeinde ansässig sind, keineswegs aber von außer­halb bezogen werden dürfen. Wie der Amtliche Preu­ßische Pressedienst dem Erlaß entnimmt, widerspricht eine solche Forderung den vom Minister für die Verwendung des für die Neubautätigkeit bestimmten Anteils am Haus- zinssteueraufkommen herausgegebenen Richtlinien. Hier­nach sollen in erster Linie solche Bauten gefördert wer­den. bei deren Ausführung unangemessen hohe Baukosten ir. a. auch durch Heranziehung auswärtiger Unternehmer vermieden werden. Um aus den zur Verfügung stehen­den . öffentlichen Mitteln den Wohnungsbau nachdrück­lichst und weitestgehend zu fördern, kann auf diesen preis- regulierenden und volkswirtschaftlich wichtigen Waren­austausch nicht' verzichtet werden. Der Minister ersucht daher die Nachgeordneten Behörden, in geeigneter Weise dahin zu wirken, daß derartige Bindungen bei Hergabe von Sausrünssteuerhypothän künftig unterbleiben.

Fulda, 18. Mai. (L a n L e s b i b l i o t h e f.) In der Woche nach Pfingsten ist die Anstalt wegen der jährlichen Revision ge­schlossen. Wir leihen Zuletzt am Sonnabend den 22. Vormittags aus.

Fulda, 19. Mai. (Film „A l l m u t t e r Natu r".) Für die am kommenden Freitag stattfindende Film-Vorführung hatte die Stadtverwaltung entgegenkommend den großen Stadifaal kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Naturheilverein muß nun leider für diese Veranstaltung auf den Stadtsaal verzichten, weil bewährte Kino-Fachleute bei verschiedenen örtlichen Versuchen feststellten, daß dort infolge der Eigenart des Wechsel- stroms flimmerfreie und in jeder Hinsicht tadellose, an allen Plätzen gut sichtbare Bilder nicht zu erzielen sind. Die Raum­verhältnisse und technische Schwierigkeiten erzwingen diesen Verzicht, der natürlich dem Verein erhebliche Geldopfer aufer­legt. Der Naturheilverein hofft, daß die Stadtverwaltung, ihn durch Entgegenkommen bei einer späteren Veranstaltung ent­schädigen wird. Die Film-Vorführung wird nun, wie auch aus den noch erscheinenden Anzeigen ersichtlich ist, bestimmt Freitag im Eieselschen Saale stattfinden. Damit wird die Ge­währ geschaffen, daß alle Besucher durch eine wirklich einwand­freie Vorführung des künstlerisch und sittlich außerordentlich wertvollen Films vollkommen befriedigt werden. Vor allem haben die Besucher die Sicherheit, daß ihnen auf allen Plätzen auch durch die übrigen Darbietungen gesanglicher und musika­lischer Art ein voller, ungetrübter Genuß geboten wird. — Es finden vorläufig drei Veranstaltungen statt: eine von 5.30 Uhr ab für Kinder und zwei für Erwachsene von 7 und 8.45 Uhr ab. Eintrittsgeld wird, weil die Veranstaltungen noch einen Test der „Reichsgesundheitswoche" bilden, nicht erhoben.

* Fulda, 19. Mai. Wir werden gebeten darauf hinzu- wersen, daß die hiesigen Banken und Sparkassen am Pfinstsamstag, den 22. Mai, ihre Kassen und Bü­ros für jeden Verkehr geschlossen halten. (Siehe auch heutige Anzeige.)

- Fulda, 18. Mai. (V e t r,ie b sr a t sw a h l.) Am heutigen Dienstag fand unter sehr starker Beteiligung im Ausbesserungswerk Fulda die Betriebsrats- Wahl statt. Ueber 90 Prozent der Belegschaft beteiligten sich an der Wahl. Auf die Liste des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands entfielen 286 Stimmen; auf die Liste des Allgemeinen Deutschen Eisenbahner-Verban­des entfielen 175 Stimmen. Es sind somit von der erst­genannten Liste 5, von der letztgenannten Liste 3 Kandi­daten gewählt.

Fulda, 19. Mai. (Fahr preis ermäßig für E e - sellschaftsfahrten.) Wie wir erfahren, hat die Ständige Tarifkommission bei der Deutschen Reichsbahn beschlossen, die folgenden Tarifmaßnahmen zur Durch­führung zu empfehlen: Die Mindest-Teilnehmerzahl für Eesellschaftsfahrten, denen eine Fahrpreisermäßigung von 25 Proz. gewährt wird, soll von bisher 30 Personen (30 Fahrkarten) und einer Mindestentsernung von 50 Tarif- llloinetern auf 20 Personen (20 Fahrkarten) und 30 Tarif­kilometer) herabgesetzt werden. Ferner soll die jetzige Tarifbestimmung, die eine Fahrpreisermäßigung zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten ausschließt, dahin ge­ändert werden, daß die Vergünstigung während dieser joeit nicht grundsätzlich ausgeschlossen wird, sondern nach dem Ermessender Eisenbahn eingeschränkt werden kann. Es durfte damit zu rechnen sein, daß gegen die von der Stän­digen Tarifkommission empfohlenen Maßnahmen ein Wi­derspruch seitens der einzelnen Verwaltungen nicht er? wen wird, und daß dann damit die Vergünstigungen in ^raft treten. Der Zeitpunkt der Inkraftsetzung der ge- dunnten Vergünstigungen wird von der Reichsbahnver- waltung der Oesfentlichkeit vütgeteilt werden.

* Fulda, 19. Ma! (K am m e r l! ch t sp ! e l e) In den Kammerlichtspielen läuft seit gestern der neue Deweslifilm „Dio Frau von vierzig Jahren". Der bekannte Regisseur Richard Oswald Hai in diesem Film werk in meisterlicher Form das Schicksal einer Frau gestattet, die es nicht wahr haben will, daß die Jahre sie von der Jugend zu trennen beginnen. Mit einem feinen, wehmütigen Humor ist diese Tragödie jedes Frauenschicksals wiedereeaeben worden. Die Hauptrolle liegt in den Händen von Diana Karenne, welche sich ihrer schwierigen Aufgabe mit gutem Können zufriedenstellend entledigt. Die wenig dankbare Rölle des alternden. Gatten spielt Paul Otto, als- jugendlicher Bewerber, der aber schließlich bei der Wahl zwischen Mutter und Tochter sich für die Jugend entscheidet, wirkt der schöne Wladimir Gaidarow. Im Beiprogramm ist eine ulkige Affenkomödie „Schnucki auf Reisen" und die neueste Trianon-Äuslandswochenschau zu sehen.

* Gersfeld 18. Mai. (Silberne Hochzeit.) Freitag, den 21. Mai haben Herr Lehrer Haßenpflug und seine Frau Käthe, geb. Fasold ihren silbernen Hochzeitstag. — Durch die schwere Er­krankung des allseitig geachteten Lehrers, welcher sich jetzt erst auf dem Wege der Besserung kesindet, wird die Familie in aller Stille ihr 25jähriges Ehejubiläum begehen.

* Gersfeld, 18. Mai. (Von den Schulsparkassen.) Um den Sparsinn bei der Jugend zu wecken und zu pflegen, richtete die hiesige Kreissparkasse vor ungefähr einem Jahr sogenannte Schulsparkassen ein, die von den Kindern der Schulen des enge­ren Bezirkes Gersfeld eifrig benutzt wurden. Die Schulspar­kassen werden behördlicherseits warm befürwortet und nehmen nicht nur in der Erziehung unsrer Jugend zum Sparen einen ausschlaggebenden Faktor ein, sondern sind auch vom wirtschaft­lichen Standpunkte aus betrachtet notwendig. — Voller Freude und mit berechtigtem Stolz bringen die Kleinen ihre volle Sparkarte zur Kasse und sind stolz darauf, ein Sparkassenbuch ihr eigen nennen zu dürfen. Leider wird von dieser Einrich­tung noch nicht von allen Eltern, die Kinder in der Schule ha­ben, Gebrauch gemacht, weil sie einmal zu ängstlich sind, das Gesparte könnte wieder entwertet werden, und zum andern, weil sie nicht die Bedeutung des Sparens überschauen. „Ob mein Kind eigen Groschen spart oder nicht, es wird doch kein reicher Mann". Richtig! Doch, Eltern! denkt daran, daß viele Tropfen einen Bach bilden, der Mühlen treibt und fernerhin einschneidende Bedeutung .in wirtschaftlicher Hinsicht zeitigt! Euer Kind besucht acht Jahre die Schule, und wenn es in jeder Woche nur 10 Pfg. spart, so sind das in 8 Schuljahren rund 40 Mark ohne Zinsen u. Zinseszinsen! Wie schon ist es dann, wenn Ihr das Konfirmationskleid, bzw. den Konfirmationsanzug, da­von kaufen oder eine sonstige Anschaffung machen könnt. — In dem Geschäftsjahr 1925 wurden seit Bestehen der Schulspar­kassen im engeren Bezirk Gersfeld bei der Kreissparkasse dort­selbst 1350 di gespart.

Obcrnhaufen, 18. Mai. (Vom Schulhaus-Neubarr.) Mit dem Bau unseres neuen Schulhauses scheint man nun endgültig Ernst zu machen, zum Leidwesen der hohen Ortsbehördè und der geheimen Baukommission. Die Erd- und Maurerarbeiten sind vom Hochbauamt Fulda öffentlich ausgeschrieben worden und sollen in einem Lose vergeben werden. Die Angebote müssen bis zum 22. 5. 26 beim Preuß. Hochbauamt Fulda eingesandt fein.

"Bad Salzschlirf. Der Frankfurter Postgesangverein veranstaltet am 2. Pfingstfeiertag im großen Saal zur Krone ein Konzert. Ein reichhaltiges Programm unter Mitwirkung guter Solisten bringt allen Besuchern einige genußreiche Stunden.

Hünfeld, 15. Mai. Am 24., 25. und 26. Mai begeht die Städtische Lateinschule die Feier ihres Mjährigen Be­stehens. Aus kleinsten Anfängen, allen Widerständen zum Trotz, hat sie sich dank der zielbewußten Leitung des Rek­tors Sondergeld, der ebenfalls auf 25 Jahre treuer Pflicht­erfüllung zurückschauen kann, zu einer blühenden Anstalt entwickelt. Fast 800 Schüler haben auf dieser Schule die Grundlagen ihrer Bildung empfangen, 50 ihrer besten Schüler haben ihr junges Leben für ihr Vaterland geop­fert. Die Jubiläumsfeier soll im Zusammenschluß aller ehemaligen Schüler den Geist treuer Kameradschaft ver­künden. Um diesen Gedanken zu verwirklichen, ergeht an alle ehemaligen Schüler die Einladung, Anschriften von Mitschülern samt der eigenen an Konrektor Möllers- Hünfeld gelangen zu lassen. Die offizielle Einladung mit Festfolge wird ihnen dann zugehen. Nur bei möglichst vollzähliger Beteiligung kann das Fest seiner Bedeutung würdig werden. (Kass. Post.)

Kassel, 19. Mai. (Deutscher Ea st wirtetag 19 26.) Die Vorbereitungen zu dem vom 5. bis 10. Sep­tember 1926 in Kassel stattfindenden Eastwirtetag sind in vollem Gange. Vom Presieausschuß wurde in einer be­sonderen Sitzung am Dienstag Nachmittag über den Stand der Vorarbeiten berichtet. Allmählich scheint man sich nun auch in der seit Wochen strittigen Plakatfrage eini­gen zu wollen; bis Mitte dieser Woche würde ein neuer Entwurf, der auf dem ersten Vorschlag basiert, fertigge­stellt sein. Längere Zeit unterhielt man sich über die zu entfaltende Propagandatätigkeit und die Form der Fest­schrift. Die mit der Tagung verbundene Ausstellung im Orangerieschloß begegnet lebhaftem Interesse. Sie kann auch für die Kasseler Industrie von Bedeutung werden. Jedenfalls setzt die Leitung alles daran, um Kassel im bestmöglichen Lichte erscheinen zu lassen. Die Zusammen- arbUt mit dem Verkehrsamt ist erfreulich eng, sodaß eine gute Organisation der bedeutungsvollen Tagung gesichert ist. Es wird Gelegenheit sein, noch auf Einzelheiten zu- rückzukommen. (Kass. Post.)

Heidhausen, 18. Mai. Auf einer Weièe in Heidhausen wurde ein 18jähriger junger Mann von einer wildgcwordenen Kuh angefallen;, mit den Hörnern aufgespicßt und schwer ver­letzt. Der Verletzte hatte das Tier geneckt und war auf der Flucht an einem Stacheldraht hängen geblieben.

Gießen, 18. Mai. Gestern nachmittag verunglückte der 41 Jahre alte Kraftwagenführer Wilhelm Weinandt aus Großen- Linden dadurch tötlich, daß er in dem Dorfe Nieder-Klein im Kreise Kirchhain beim Einbringen eines Fasses in den Keller eines dortigen Gastwirts mit der anscheinend schlecht isolierten 220 Volt starken elektrischen Leitung in Berührung kam und da­bei einen tötlichen elektrischen Schlag erlitt. Der Getötete hin­terläßt eine Frau und 5 Kinder.

Marburg, 18. Mai. Der Professor der Theologie an der hiesigen Universität, Dr. theol. und phil. Gustav Hölscher, wurde non der norwegischem Akademie der Wissenschaften in Oslo zum Mitgliède ihrer historisch-philosophischen Klasse ernannt.

Wetzlar, 16. Mai. (Im Streit erschlagen.) Bei einem Streit zwischen zwei Lehrlingen in einer hiesigen Schmiede- werkstättc wurde der Lehrling Knotz durch einen schWeren Hammerschlag getötet.

Limburg a. L., 16. Mak. (In der Jauchegrube ertrunken.) Das Töchterchen des Landwirts Jung in Burg-Schwalbach fiel in die offene Jauchegrube und ertrank, ehe ihm Hilfe gebracht werden kannte. Jetzt hat man die Grube, machdem das Un­glück geschehen, mit einem Deckel versehen.

Bätz Rauheim, 18. Mai. (Tagung hessischer Richter in Bad Nauheim.) Am Samstag fand im hiesigen Kurhause die Ver­treterversammlung der hessischen Richtervereinigung statt. An der Versammlung, der auch der hessische Innen- und Justizmi­nister von Brentano beiwohnte, beteiligten sich etwa 50 Ver­treter aus ganz Hessen.

Vilbel, 16. Mai. (Zcitungsjubiläum.) Der „Vilbeler An­zeiger" kann dieser Tage auf ein fünfundsiebzigjähriges Be­stehen zurückblicken. Er gab aus diesem Anlaß eine reich aus? gestattete Jubiläumsnummer heraus.

Frankfurt a. M„ 14. Mai. (Blutige Uebcrfälle der Roten Frontkämpfer.) Mehr als einhundert Mann des Roten Front- kämpferbundcs überfielen Sonntag vormittag im Stadtwald zwanzig junge Leute des Kyffhäuser-Jugendbundes. Dabei

g<iE k- ^eche Vorletzte, zw^t wutd-n. 5irart schwer verwundZ, daß sie dem Krankenhause zugesährt werden mußten. Die Po- lizei^griff auf Alarm ein und nahm mehrere Verhaftungen vor. — In der Riederwaldkülonie tarn es Sonntag abend zwischen Angehörigen des Roten Frontkämpferbundes und des Sucis? kriegerverbandes zu blutigen Auseinandersetzungen. Hierbei wurde dem Arbeiter Willi Meyer das linke Auge aus'cstochen.

Frankfurt a. M., 18. Mai. (Die Strafe angenommen.) Der wegen Mordes und geméin [d>aftlichen Raubversuchs vom Schwurgericht zu drei Jahren Gefängnis verurteilte minderjäh­rige Kellnerlehrling Eoriy hat die Strafe jetzt angenommen, die dem in Fürsorgeerziehung Weilenden bekanntlich bedingt erlassen wird.

Frankfurt a. M., 18. Mai. (Zusammenbruch einer Kleider- fabrik.) Die betaute Herrenkonfettionsfirma Fritz Vogel hat die Zahlungen eingestellt und die Eröffnung des Konkurses be­antragt. Es soll jedoch unter Vermeidung des Konkurses ein Vergleich zustande gebracht werden. Die Passiven betragen 885 000 R.-^t, davon entfallen rund 100 000 R.-,ll auf Liefe­ranten. Die Bankschulden betragen etwa 500 000 R.-â Ein erheblicher Teil der Schuld dürfte auf den bekannten Hochhaus­bau an der Feithalle zurückzuführen fein. Hauptaktionär ist eine Londoner Firma, die aus ihren Mitteln auch die Kosten des Hochhauses bestritt.

Frankfurt a. M„ 18. Mai. (Erwerbslosendemonstration.) Mehr als tausend Erwerbslose zogen heute nachmittag vor das Rathaus und forderten von der Stadtverwaltung höhere Er­werbslosenunterstützungssätze und weitere Vergünstigungen. Es kam zu erregten Auseinandersetzungen, als einer Abordnung der Zutritt zu dem Rathaus verweigert wurde. Ein starkes Polizeiaufgebot verhinderte weitere Ausschreitungen. Für Mittwoch vormittag stellten die Erwerbslosen eine noch größere Demonstration mit noch stärkeren Druckmitteln auf den Magist­rat in Aussicht.

Frankfurt a. M., 18. Mai. Wie uns aus Kassel berichtet wird, ist es der Kriminalpolizei gelungen, zwei berüchtigte und langgesuchte Einbrecher in Vacha an der Werra sestzunehmen, auf deren Konto zahllose Einbrüche und Diebstähle, die im Werratale verübt wurden, entfallen. Es handelt sich um sie beiden Arbeiter Otto Gens und Adolf Sowa. Otto Eens ist der Bruder des am 5. Mai vom Schwurgericht wegen Ermor­dung des Kriminalbeamten Sack verurteilten Anton Eens.

Höchst a. M. 17. Mai. (Im Kampf um das Leben.) Vor den Augen seiner Braut sprang in der vergangenen Nacht ein junger Schneider in den Main. Das Mädchen rief um Hilffe. Ein Passant holte den Burschen wieder aus dem Wasser, damit war dieser aber nicht einverstan­den. Es entspann sich zwischen beiden ein harter Kampf, der damit endete, daß der Lebensmüde abermals in den Strom sprang und diesmal feine Absicht erreichte, denn er ging sofort unter. Die Leiche konnte noch nicht gebor­gen werden.

Darmstadt, 18. Mar. Zum Fall M c o n wird aus Butzbach mitgeeilt, daß der zum Tode verurteilte Verbrecher bis zum Eintreffen des Bescheides über feine Revision beim Reichsgericht nnfchsincnd in Betätigung feines vorzüglichen Schaufpielerta- lentes große Frömmigkeit an den Tag legt. Dies kommt durch das Bedürfnis zur regen Teilnahme an dem Anstattsgottesdienst und durch fein Verlangen nach frommen Büchern zum Aus­druck. Es wäre auch sonderbar, wenn der kaltblütige Verbrecher jetzt nicht versuchen würde, die maßgebenden Stellen an feinere inneren Wandel glauben zu machen.

Darmstadt. Die 58. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Ja g d s ch u st o e r e i n s wurde am Samstag, den 15. Mai mit verschiedenen Vorbesprechungen und mit einem Begrützungsabend im Saalbau, der auch der frühere Großher- zog mit Familie beiwohnte, eröffnet. Aus allen Gauen des Reiches waren die Vertreter Erschienen, darunter der Vor­sitzende des Gesamivereins Fürst zu Stolberg-Wcnigcrode, der Herzog von Ratibor-Schlesien, für Kurhessen Prinz Alfons zu Isenburg, für die 'Rheinprovinz Landgerichtsdirettor Mostert- DüsselLorf, für Danzig Oberregierungsrat Nikolei, für Ostpreu­ßen H. Berthold, für Pommern Graf Schwerin u. a. mehr. Der Vorsitzende des hiesigen Vereins Exz. van der Hoop hieß die Gäste herzlich willkommen und betonte die volkswirtschaftliche Bedeutung der Jagd, worauf der Vortrag des Kapitäns Den­nert über seine Expedition zu den Schneegipfeln Aftikas mit prachtvollen Filmvorführungen stattfand. Dabei kam das innige freundschaftliche Verhältnis und die große Anhänglichkeit der Eingebornen zu den Deutschen zum Ausdruck. Die Schilderun­gen waren besonders auch für den IagdfreunL von großem In­teresse, La die Naturaufnahmen über die dortige Tierwelt herr­liche Bilder brachten. Ein gemütliches Zusammensein schloß sich an. — Die eigentlichen Verhandlungen wurden heute Lurch den Präsidenten Fürst Stolberg-Wernigerode eröffnet, worauf Landforstmeister Hesse im Namen der Hess. Regierung dankte u. die hervorragende Mitarbeit des Jagdschutzvereins' für die Pflege der Jagd und bei gesetzgeberischen Maßnahmen hervor­hob. — Aus dem von dem Vorsitzenden^ erstatteten Jahresbe­richt ist die umfangreiche Tätigkeit der Jagdschutzvercine mit den 450 Arbeitsstellen im ganzen Reiche zu ersehen. Der Zu­wachs int Jahre 1925 betrug etwa 4100 Mitglieder, sowie zahl­reiche Körperschaften. Dem verstorbenen verdienstvollen Vor­sitzenden des Landesvereins Rheinprovinz Ing. Wetter wur­den herzliche Worte gewidmet und bann mitgeteilt, daß für Diplome, Ehrengeschenke, Medaillen und Geldprämien zusam­men etwa 18 000 M verausgabt wurden. Von Interesse ist wei­ter ein Beitrag zur Einführung Les Auerwildes in der Ober- försterei GöhLe und ein Beitrag zur Unterhaltung des Inva­lidenheims für Jäger und Schützen in Marburg. Namhafte Zuwendungen hat erhalten die Hohenloheftiftuna für wohl­tätige Zwecke. Die verschiedenen Wöhlsahrtsstellen wie die Waren- und Maschinenbeschaffung, Darlehensoermittelung Ve- zugsguelleirnachweis haben gut gearbeitet. Die Bildung von Hegeringcn, die einen Zufaimnenfchluß von Jagdbchtzern und Iagdpächtern mit dem Ziele der schonenden Behandlung der Jagd darstellen, sind im Forischreiten begriffen. Am weitesten sind diese Hegeringe in Verbindung mit dem neuen Jagdgesetz .in Thüringen entwickelt. Es wurde bann befdif-'rr^, bei" den ßänberregierungen und dem Reiche wegen schärferer Ahndung der Jagdvergehen vorstellig zu werden und dafür einzutreten, daß bei derartigen Gerichtsverhandlungen mehr Jagdsachver­ständige zuge,zogen werden. Es werden weiter einheitliche Be­stimmungen über die Bekämpfung wildernder Katzen und Hunde gefordert. Ueber Lie Ziele des Vereins berichtet Syn­dikus Dr. Schimmel und wird hier die Förderung Ler Zucht- leistung der Jagdhunde und Les einwandfreien Schießsportes heroorgchobcn. Der Beitrag an den Hauptverein wird auf jährlich 2 M pro Mitglied festgesetzt. Der Försterbeitrag kann ermäßigt werden. Die vorgeschlagenen Satzungsänderunaer» wurden genehmigt. General Rothardt sprach noch Wer die Bildung von Hegeringen in Thüringen, zu der gleichen Frage sprachen Exz. Baeseler in Sachsen und Oberförster Back-Nassäu, Fürst Slolberg-Roßla und Forstmeister Jappin-Thüringen — Ueber das Thema Wildererbekämpfung entstand eine 'längere Aussprache, wobei die Gewährung von Schuß- und Fanaael- bern nicht unter Tarif ncsteUt werden soll. Major Bachlia sprach über die Äleinfaliberfrage und wurden hier verschiedene Grundsätze festgelegt. Dann wurden die Differenzen zwischen Jagdkammer und Iagdschutzvercin besprochen und besciiiossen, dafür einzutreten, daß die Bezeichnung „Kammer" beseitigt wird. Es kamen noch verschiedene Anträge zur Erlediguna. woauf die Teilnehmer einer Einladuna des Giokherzogs' nach Jagdschloß Kranlchstein folgten. Für Montag ist ein Besuch bei den Grafen Erbach i. Odenw. vorgesehen.

Darmstadt, 18. Mai. Den Schluß der Darmstädter Tagung des Deutschen Iagdschutzvercins bildete ein Ausflug nach Er­bach zur Besichtigung der Erâfl. Sammlungen. Die Gäste wur­den mit Musik empfangen. Die bekannten Sammlungen er­regten das ungeteilte Erstaunen der aus allen Teilen Deutsch­lands , erschienenen Besucher. Die Teilnehmer besuchten am Nachmitta'g auf Einladung des Grafen Erbach mit Kraftwagen Schloß und Park Eulbarb mit seinen Sehenswürdigkeiten, wo­bei auch das dortige Gestüt die Bewunderung Ler Besucher erregte.