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Die E-chl-n M.de» Ermchwert- ,md Gewerbe-Ausichüiien des Steifes Fulda.

Dar Kreistag des Kreises Fulda behandelte in seiner ritia am 12. Mai als 4. Punkt der Tagesordnung die Wahl ber Mitglieder und Stellvertreter in den Grund- und Gewerbe-Ausschuß, sowie Benennung MN Gemeinde-Beamten in diese Ausschüsse.

Nnch der Verordnung vom 11. März 1926 soll bei je«

Finavzamte ein Grundwert-Ausschuß und ein Ge­werbe-Ausschuß gebildet werden. Diesen Ausschüssen gé= hören neben einem Beamten des Finanzamtes, einem von L x Landesregierung benannten Beamten und Mitglie- die von dem Präsidenten des Landesfinanzamtes L.^, der Regierung ernannt werden, eine Anzahl Ge- meinde-Venmte und eine Anzahl Mitglieder an, welche ron dem Kreistag gewählt bezw. benannt werden sollen, 'die Zahl der vom Kreistage zu wählenden Mitglieder 7c,m. Stellvertreter beträgt für die 5 Bezirke der Land- aemeinden des Kreises Fulda je 10, das heißt für je ei- nen Abteilungsbezirk 2 Mitglieder und 2 Stellvertreter, 'tüt die Bildung des Eewerbeausschufses ist der Kreis in 2 Bezirke geteilt, in denen je 2 Mitglieder und 2 Stell­vertreter zu wählen sind. Ferner ist für jeden Bezirk so-

des Grundwert- als auch des Gewerbe-Ausschusses noch ein Gemeinde-Beamter und ein Stellvertreter zu be­nennen. Der Gemeindebeamte soll ein Bürgermeister sein. Die Listen sind nach Fühlungnahme mit den Berufsver- Fetungen vom Kreisausschuß aufgestellt worden.

Auf Grund der vom Kreisausschuß vorgeschlagenen Liste wurden gewählt: Für den Bezirk 2 (dazu gehören die Gemeinden: Besges, Eichenau, Eiesel, Eiesel-Eutsbez., tzroßenlüder-Eutsbez., Haimbach, Harmerz, Johannes- berg, Istergiesel, Lütterz, Maberzell, Malkes, Mittelrode, Mus, Neuenberg, Niederrode, Oberbimbach, Oberrode, Reinhards, Rodges, Bad-Salzschlirf, Sickels, Uffhausen, Zell, Ziegel, Zirkenbach), als vom Kreistag zu wählende Mitglieder: Gutsbesitzer Vispink-Trützhof, Bürgermeister Schüler-Oberbimbach; als Stellvertreter Amtsrat Kloster- mann-Johttnnesberg und Bürgermeister Schütz-Harmerz. Als vom Kreistag zu benennender Eemeindebeamter wird ernannt: Bürgermeister Reinhard-Müs, als Stellvertreter Bürgermeister Wehner-Istergiesel.

Mr bett Bezirk 3 (dazu gehören die Gemeinden: Almen- dorf, Bernhards, Allmus, Vieberstein-Eutsböz., Dieters- han, Elters, Elcherzell, Hofbieber, Horas, Kämmerzell, Langenbieber, Lehnerz, Lüdermünd, Marbach, Nieder­bieber, Riesig, Petersberg, Rödergrund-Egelmes, Steens, Steinau, Steinhaus, Stöckels, Thiergarten-Eutsbez., Trais­bach, Weihershof-Eutsbez., Wittges, Ziehers-Gutsbez.) werden vom Kreistag gewählt: Bürgermeister Vieth-Lan­genbieber und Bürgermeister Abel-Marbach (Stellvertre­ter Bürgermeister Uebelacker-Almendorf und Bürgermeister Bott-Steinhaus.) Als vom Kreistag zu benennender Ge­meindebeamte wird ernannt: Bürgermeister Reinhard- Lehnerz, als Stellvertreter Bürgermeister Dimmerling- Lüdermünd.

Für den Bezirk 4 (dazu gehören die Gemeinden: Adolfs- cck-Gutsbez., Armenhof, Böckels, Dassen, Dietershau­sen, Dipperz, Dirlos, Dörmbach, Edelzell, Engel­helms, Finkenheim, Friesenhausen, Keulos, Kohl­grund, Kohlhaus, Künzell, Margretenhaun, Melz­dorf, Pilgerzell, Rex, Wiesen Wissels, Wisselsrod, Wolferts) werden gewühlt: Bürgermeister Bott- Margretenhaun und Bürgermeister Bormann-Böckels. (Stellv. Bürgermeister Zengerle-Dipperz und Bürgerin. Hartung-Wolferts). Als vom Kreistag zu benennender Gemeinüebeanrter wird ernannt: Bürgermeister Jonas- Rex, als Stellvertreter Bürgermeister Reinhard-Dörmbach.

Für den Bezirk 5 (dazu gehören die Gemeinden: Bronn­zell, Büchenberg, Döllbach, Dorfborn, Eichenried, Eichen­zell, Ellers, Hattenhof, Kerzell, Löschenrod, Melters, Mit­telkalbach, Neustadt, Niedcrkalbach, Opperz, Rönshausen, Rothemann, Tiefengruben, Veitsteinbach, Welkers, Zill- bach) werden vom Kreistag gewählt: Bürgermeister Bern- Hard-Eichenzell und Mmeinderechner v. Keitz-Büchenberg. (Stellv.: Bürgermeister Mnllcr-Welkers und Bürgermei­ster Goldbach-Rothemann). Als vom Kreistag zu benen­nender Eemeindebeamter wird ernannt: Bürgermeister Balz-Neustadt, als Stellvertreter Bürgermeister Weß- Niederkalbach.

Für den Bezirk 6 (dazu gehören die Gemeinden: Blan­kenau, Vrandlos, Buchenrod, Flieden, Eersrod, Hainzell, Hauswurz, Höf und Haid, Hosenfeld, Jossa, Kauppen, Kleinlüder, Magdlos, Pfaffenrod, Poppenrod, Rommerz, Rückers, Schletzenhausen, Schweben, Stork, Weidenau) werden vom Kreistag gewählt: Bürgermeister Schäfer- Kleinlüder und Bürgermeister Hartung-Hosenfeld. (Skell- vertr. Bürgermeister Kreß-Rückers und Bürgermeister Sauer-Schweben). Als vom Kreistag zu benennenden Ee­meindebeamter wird ernannt: Bürgermeister Heil-Rom- merz, als Stellvertreter Bürgermeister Leinweber-Hainzell.

Für den Eewerbeausschuß werden für den Be­zirk 2 als Mitglieder Gastwirt Wilhelm Otterbein-Bad Salzschlirf und Schlosser John-Großenlüder gewählt (Stellvertreter Schmied Heil-Marbach und Müller Tra­bert-Langenbieber). Als vom Kreistag zu benennender Gemeindebeamter wird ernannt: Bürgermeister Klüh- Maberzell (Stellvertreter Schreiner und Bürgermeister Goldbach-Hofbieber). Für den Bezirk 3 werden gewählt: Schneider Wilhelm Rothmann-Dirlos und Bürgermeister Emil Möller-Ellers (Stellvertreter Schneider Magnus Goldbach-Dipperz und Maurer Adolf Helfrich-Wiesen). Als Eemeindebeamter benannt: Zimmermann und Bür­germeister Trabert-Finkenhain (Stellvertreter: Vaumate- rialienhändler und Bürgermeister Sauer-Schweben).

Aus Kchen-Mffa» «lb Aachdarsebittev.

Merkblatt für den 19. Mai.

Sonnenaufgang 41 II Mondaufgang 1038 V.

Sonnenuntergang 7™ Monduntergang l20 V.

1762 Der Philosoph Johann Gottlieb Fichte geb. — 1918 Der Forschungsreisende Ernst von Hcssc-Wartcgg in Luzern gestorben.

Arbeitstage — Voll rüstiger Plage — Sind die besten — allen Feste». FridaSchanz.

Wetterbericht.

Ueber Mitteleuropa liegt eine Tiefdruckfurche, die sich in nordwestlicher Richtung erstreckt. Auf ihrer Ostseite besitzen M.Temperaturen sommerlichen Charakter, während auf ihrer Wfette, also auch in unserem Bezirk, tiefere Temperaturen herrschen. Die Ticfdruchfurche rückt zwar ostwärts weiter, doch Eiben wir im Bereiche der kalten Nordströmung, sodaß be- ua,,dla trockene Witterung noch nicht wahrscheinlich ist. Die -Temperaturen erfahren trotz zeitweiliger Sonneneinstrahlung ewen leichten Anstieg gegen seither. — Vorhersage bis ^lenstag abend: Wolkig bis zeitweise aufheiternd. Höchstens leichte Niederschlagsschauer. bei westlichen bis Üblichen Winden noch kühl. — Aussichten für Mittwoch: Aend weitere Erwärmung, sonst keine wesentlichen

^ulda, 18. Mai. (Platzkonzert.)' Das Trom­peterkorps des 5. Art. Rgts. veranstaltet morgen Abend 'von 6.30—7.30 Uhr ein Platzkvnzerr am Hirtsrain.

Fulda, 15. Mai. Der Ortsausschuß der Reichggesnndhoitswoche in Fulda ist unter dem Vorsitz des Herrn Oberbürgermeister Dr.Antoni noch einmal zu einer Aussprache zusammen getreten, um die Maßnahmen zu beraten, die zu einer weiteren Aufklärung und fortgesetzten Förderung der öffentlichen Gesundheits­pflege geeignet sind. Im Hinblick auf die große Besucher­zahl, welche die einzelnen Veranstaltungen der Reichs- gesundheitswoche, insbesondere die Gesundheitsausstellung zu verzeichnen hatte, wurde einmüitg der Wunsch zum Ausdruck gebracht, die Aufklärung und Belehrung über gefundHeitliche Fragen auch in der Zukunft fortzusetzen. Es wurde zunächst b-sch,offen, den allgemeinen Turn- and Sporttag der Schulen, der seiner Zeit der ungünstigen Wit­terung zum Opfer gefallen war, demnächst unter der Lei­tung des Herrn Schulrat Dr. Hamacher, durchzuführen. Der Naturheilverein wird sodann den Lichtbildervortrag „Allmutker Natur" der damals an technischen Schwierig­keiten scheiterte, erneut abhalten. Die Geschäftsstelle des Ortsausschusses (Stüdt. Wohlfahrtsamt) wird es sich be­sonders angelegen sein lassen, durch Anregungen tatkräf­tige Unterstützung die Arbeiten im Dienste der Gesund­heitspflege in den einzelnen Vereinen zu fördern. Es wäre sehr zu begrüßen wenn die Vereine von der ihnen gebotenen Möglichkeit, einen Projektionsapparat mit Lichtbildstreifcn zur Veranstaltung eines Vortragsabends leihweise zu erhalten, reichlich Gebrauch machen würden. Der Ortsausschuß wird bemüht sein, die Mitwirkung der ortsansässigen Vereine zu solchen Veranstaltungen in klei­nem Kreise zu erzielen. In der Aussprache wurde auf die besondere Bedeutung hingewiesen, welche der Belehrung und Aussprache über gesundheitliche Fragen in den Eltern­versammlungen zukommt. Der katholische Frauenbund wird durch einige besondere Veranstaltungen die Bestre­bungen der öffentlichen Gesundheitspflege unterstützen. Für den Spätsommer hat er die Abhaltung eines Saug- lingspflegekursus, eines Lehrgangs über Haushaltungs- fragcn sowie einer Vortragsreihe über „erste Hilfe" vorge­sehen. Im Verlauf der Aussprache teilte Herr Oberbür- germ. Dr. Antoni auf eine Anfrage des Herrn Steinbeck mit, daß die Frage der Beschaffung einer Volksbadeeim richtung (Wanne und Brausebäder) demnächst die Körper­schaften mit einer bestimmten Vorlage beschäftigen werde. Zur Frage des Fortbestandes des Ortsausschusses, der sich anläßlich der Reichsgesundheitswoche zusammen gefunden hatte, wurde grundsätzlich beschlossen, daß diese Organi­sation als Mittelpunkt der Bestrebungen, die sich mit der Förderung der Volksgesundheit befassen, beibehalten werden solle, bis eine andere Form eines ständigen Aus­schusses für Gesundheitspflege gefunden sei. Die Versamm­lung nahm schließlich mit Genugtuung davon Kenntnis, daß die baren Kosten der Reichsgesundheitswoche den Be­trag von 700 RM kaum übersteigen, wobei jedoch die freie Ueberlaffung des Stadtsaales und anderer städtischen Ein­richtungen, sowie der gewährte Steuernachlatz unberück­sichtigt bleiben.

Fulda, 18. Mai. (N a t u r h e i l v e r e i n.) Die gest­rige Hauptversammlung befaßte sich mit der nachträgli­chen Bewilligung einer Kosten-Ueberschreitung im Haus­haltsplan für 1926, Luftbadarbeiten betreffend. Der Mehrbetrag wurde nach dem Antrag des Vorstands ein­stimmig bewilligt. — Im Oberstadtbad findet nach Be­schluß der Versammlung künftig der Wechsel in der Be­nutzung durch Damen und Herren um 2 Uhr nachmittags statt. Verschiedene Anregungen bezüglich des Badebetriebs in der Oberstadt wurden einem 6gliebrigen Ausschuß zur Beratung übertragen. Ein Kostenanschlag des Aeber- landwerks wurde besprochen und die Anlage elektrischer Beleuchtung im Luftbad, Badegarten beschloßen. Die At- mungs-Uebungen finden wie bisher Montag und Don­nerstag, außerdem auch Montag im Oberstadtbad statt. Die Veranstaltung des Frühlingsfestes wurde auf den 13. Juni verschoben. Der Film „Allmutter Natur" wird bestimmt Freitag im großen Stadtsaal rollen. Zu dieser Vorführung hat jedermann kostenfreien Zutritt. Die Hauptprobe findet Donnerstag abend 8 Uhr im Stadt­saal statt.

Fulda, 18. Mai. (Fahrrad-Dieb st ähle.) In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurde aus dem Vorraum des hiesigen Bahnhofes 1 Fahrrad Marke „Dür­kop-Diana" entwendet, desgleichen am Samstag Nachmit­tag aus dem Hausflur eines Geschäftshauses in der Mit­telstraße ein noch gut erhaltenes markenloses Fahrrad. Die Täter konnten unerkannt entkommen. — Es ist also bei Unterstellen von Fahrrädern größte Vorsicht geboten.

Fulda, 15. Mai. (Universitätsstudium ohne Reifezeug­nis.) Bekanntlich hatte der preußische Kultusminister vor einigen Jahren besondere Bestimmungen über die Zulassung hervorragend begabter Personen zum Univer­sitätsstudium ohne Reifezeugnis ergehen lassen. Diese Bestimmungen find nunmehr durch Erlaß des preußischen Handelsministers und des preußischen Landwirtschafts- ministers auf die landwirtschaftlichen, tierärztlichen, forst­lichen und Handelshochschulen ausgedehnt worden. Die Anträge sind an die Prüfungsstelle für die Zulassung zum Studium ohne Reifezeugnis, Berlin W. 8, Unter den Lin­den 4, zu richten.

Fulda, 15. Mai. (Versicherung von Reisegepäck.) Vom 15. Mai 1926 ab wird.für die Versicherung von Reisege­päck innerhalb Deutschlands eine neue Police mit einer Geltungsdauer von 30 Tagen eingeführt. Die Versicher- ungsgcbiihr beträgt 6 RM für 1000 RM Versicherungs­summe. Der Umfang der Versicherung ist der gleiche wie bei den bestehenden Policen, bei denen sich die Versicher­ung auf ganz Europa erstreckt.

Fulda, 15. Mai. (Bewerbung zur Marineoffiziers­laufbahn.) Abweichend von den bisherigen Bestimmun­gen hat die Marineleitung für die Zukunft festgesetzt, daß die Bewerbungsgesuche von Schülern, die die Marine­offizierslaufbahn einzuschlagen beabsichtigen, in der Zeit vom 1. August bis 15. November des dem Einstellungs­zeitpunkt vorausgehenden Jahres bei der Inspektion des Bildungswefens der Marine in Kiel einzureichen sind. Die Marineleitung entspricht damit einem vielfach geäu­ßerten Wunsche. Die Bewerber werden in Zukunft be­reits Anfang Januar die Entscheidung über ihr Gesuch erfahren.

Fulda, 15. Mai. (Keine D-Zugbenutzung mit Sonn­tagskarten.) Vom 15. Mai ab wird die Freigabe der D- Züge zur Benutzung mit Sonntagsrückfahrkarten wieder aufgehoben. Von diesem Tage ab gelten die Sonntags­rückfahrkarten 2. und 3. Klasse für Eil- und Personenzüge, Sonntagsrückfahrkarten 4. Klasse für Züge, die 4. Klasse führen. Die Eisenbahnverwaltung kann einzelne Züge ausschlietzen. Der Uebcrgang in Schnellzüge ist ausge­schlossen.

Fulda, 15. Mai. (Gegen den Schleichhandel mit Fleisch.) Wie die „Kasseler Post mitteilt, wurde auf der Bezirksver­sammlung „Beide Hessen und Nassau" der Fleischerinnungen

in der Provinz giepen-Napau, He^en-Tarmsiadt und Rhein- hesfen, zu denen 62 Innungen mit 3466 Mitgliedern zahlen, un* Ncr Vorsitz des' Elrrenobermeisters Carl Schnell-Kassel eine Eni- sthließung gegen den Strafen- und Schleichhandel mit Fleisch angenommen unter Hiuweis darauf, daß der von Nichtsachleu- ten betriebene Schkeichharidel mit dem Frischfleisch für die Ver­braucher die grützien Gefahren in sich berge. Wencerhin ver- irtürtte sich das Flelschergewerbe gegen die immer häufiger auf- traren den landwinschasttichen Hausschlaâuungen. die über das zulässige Dbrsz der Hausschlachlüngen hinausgehen und als, ge- rverbliche Schlachtungen e.naejprochen werden müssten. Weiter­hin wurde in einer Entschließung der Verbandsvorstand ersucht, mit allen Mitteln gegen den Preisschilderzwang, das Preis- treibereigtjetz und die Preispiüsungsstellen vorstellig zu wer­den und die Beseitigung dieser Verordnungen zu erwirken. Da der Entwurf des Gesetzes zur Förderung des Preisabbaues im= ntei noch nicht vollkommen zurückgezogen ist, erhebt der Bezirks­tag nochmals energisch Protest gegen dieses Ausnahmegesetz. Tas Flcischergewerbe erwartet von der Staatsregierung und vom Reichstage, daß dieser Entwurf keine Gesetzeskraft erlange. EhreNobermeister Carl Schnell-Kassel, der dem Verbände seit 25 Jahren als Vorstandsmitglied angehört und seit zehn Jah­ren den Verband als erster Vorsitzender leitet, wurde einstim­mig zum Vorsitzenden wiedercewählt; neu in den Vorstand wur­den berufen: Obermeister Andr. Jos. Kramer-Fulda, Ober­meister Aug. Mayer-Tarmstadt und Obermeister Louis Schu- mcn n-Herborn.

Fulda, 18. Mai. (Goldregen ist giftig!) Zurzeit blüht der bei den Ausflüglern und Spaziergängern beliebte Goldregen, Es sei daran erinnert, daß die Blüten des Gold­regen sehr giftig sind und keinesfalls in den Mund genommen, auch nicht mit den Händen ungefaßt werden dürfen, an denen sich eine Wunde befindet. Kindern sollte man diese gefährliche Blume niemals in die Hand geben. Deshalb größte Vorsicht!

Fulda, 18. Mai. (Erweiterte Fahrpreisermä­ßigung.) Die Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugend­pflege ist nach einem Beschluß der Reichsbahn zum 1. Mai auf 50 Prozent heraufgesetzt worden. Es ist damit zu rechnen, daß in Kürze die Ermäßsguna schon bei einer Teilnehmerzahl von 20 (bisher 30) und auf mindestens 30 Tarijkilomelcr (bis­her 50) gewährt werden wird.

* Fulda, 18. Mai. (Von dem Kraftpo st verkehr in der Rhön.) Das Postamt Gersfeld teilt uns mit, daß entgegen der Mitteiluna in Nr. 113 der Fuldaer Zeitung die Kraftpost Gersfeld — Wüstensachsen — Seiferts — Fladungen in Gersfeld den Zug um 9.19 Uhr aus Richtung Fulda—Hilders- Tann kommend abwartet und zwar am Bahnhofsgebäude in Seiferts. Die Wcilerfahrt nach Frankenheim (Rhön) — Sofien- löhe—Fladungen findet 9.25 Uhr statt. In Fladungen ist An­schluß um 11.09 Uhr an den Zug nach Ostheim—Mellrichstadt- Meiningen.

Gersfeld, 16. Mai. (Schwimm ba d.) Unser Kreis- stâdtchen und Luftkurort erfreut sich wiederum einer Neuerung. Seit eingen Wochen wird der zur von Waldthausen'schen Guts­verwaltung gehörige und der Stadt zur Verfügung gestellte Teich „KälberrainerMleiher" ausgebaggert und zu einer Bade­anstalt eingerichtet. Es ist erfreulich, daß die hiesige Stadt­verwaltung mit ihrem rührigen Stadtobcrhaupte, Herrn Bür­germeister Seifert, einem jahrelangen Wunsche vieler Einhei­mischer und vieler hier zur Erholung weilender Fremder nach- lommt; denn bisher waren die Badegelegenheiten in offenem Wasser mangelhaft. — Für ein geringes Gelh — wie wir hören, 1 M pro Jahreskarte — kann jeder in dem diesjährigen Som­mer dort baden. — Bei dem am 19., 20. und 21. Juni in Gers­feld stattfindenden Gauturnfest ist auch ein Wett- und Preis- fchwimmLN vorgesehen, und zum erstenmal können wir dann in der Rhön ein Schwimmen in größerem Verbände schauen.

Obernhausen, 15. Mai. lAmtseinführung.) Der vor einigen Wochen bei der hier stattgefundenen Gemeindevertreter-Sitzung zum Bürgermeister gewählte bisherige Eemcindcoertretcr Kart Paul wurde heute in sein Amt eingeführt. — Der bisherige Bürgermeister, Herr Neumann, war freiwillig aus seinem Amte zuriickgetreten.

Michelsrombach, 13. 5. Schadenfeuer. Heute früh 4 Ahr wurde unser Dorf durch Feueralarm geweckt, es brannte die Scheune des Herrn Karl Rietmüller. Durch das energische und tatkräftige Eingreifen unserer Feuer­wehr unter der altbewährten Leitung des Herrn Orts­brandmeister Kreß gelang es, das Feuer aus seinen Herd zu beschränken und die angrenzenden sehr gefähdeten Ge­bäude zu schützen. Die Entstehungsursache ist noch in voll­kommenes Dunkel gehüllt. (Hünf. Krsbk.)

Hersfeld, 17. Mai. Der Kur- und Verkehrsverein wählte Studiendirektor Dr. Schoof zu seinem ersten Vorsitzenden. Bürgermeister a. D. Strauß, Rentier Heinrich G e s i ii g und Lehrer a. D. L o h r m a n n wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Bürgermeister a. D. Strauß, der eigentliche Schöpfer der Tageberganlagen, soll eine besondere Ehrung durch Anbringung einer Tafel erhalten. Weiter wurden Anregungen zur Verschönerung der Anlagen besprochen.

Marburg, 16. Mai. (Ein fetter Diebstahl.) Aus der Ge­nossenschaftsmolkerei Kufenthal stahlen Einbrecher in der letz­ten Nacht neben anderen Molkercierzeugnissen auch 160 Pfund frischer Süßrahmbutter.

Steinau, Kr. Schlüchtern, 13. Mai. Sonntag, den 30. Mai, findet hier das Verbandsfest des kurhesfischcn Ver­bandes evangelischer Jungmüdchenvereine statt. Man rechnet damit, daß etwa 600 Mädchen aus allen Teilen Kurhessens an diesem Fest teilnehmen werden.

Bad Orb, 13. Mai. Die Jahresversammlung des Ver­eins der Spessartfreunde findet am 13. Juni in Bad Orb statt.

Frankfurt a. M., 14. Mai. (Feindschaft mit der Schwieger­mutter.) In der Lenaustraße kam es Sonntag vormittag zwi­schen einem Monteur und dessen Schwiegermutter zu Ausein­andersetzungen. Als die Streitigkeiten gefährliche Formen an­zunehmen drohten, sprang die Tochter der alten Frau unter Feuer- und Hilferufen aus dem Fenster des ersten Stockwerks. Sie zog sich dabei einen schweren Schädelbruch zu, an dessen Folgen sie heute vormittag verstarb.

Darmstadt, 16. Mai. (Erklärung des Sparcrbundes.) Vor Vertretern der Reichs- und Landiagsfraktionen gab Landes- erziehungsrat i. R. Seiffert in Berlin folgende Erklärung ab: Der Sparerbund ist eine ausschließlich wirtschaftliche Organi­sation. die sich von jeder parteipolitischen Einstellung ferngehal- ten hat und fernhält, wie sich schon aus der Besetzung seines Ehrenpräsidiums ergibt. Die Aufwertung ist eine Angelegen­heit, an der Mitglieder aller Parteien interessiert sind,' demzu­folge auch im Sparerbund Mitglieder aller Parteien und Wirt- schaftskreije zusammengeschlossen sind. Der Sparerbund erwar­tet daher, daß auch sämtliche Parteien sich mit seinen Forderun­gen ebenso befassen, wie cs bereits eine getan hat, zumal alle Parteien ohne Unterschied von ihm wiederholt zur Stellung­nahme aufgefordert sind. Daher ist es auch eine tendenziöse Entstellung der Wahrheit zu durchsichtigen Zwecken, wenn be­hauptet wird., der Sparerbund habe aus irgendwelchen Grün­den parteipolitischer Art sich von der Reichsarbcitsgemeinschaft getrennt: übrigens haben dasselbe vor dem Sparerbund schon andere Verbände aus sachlichen Gründen ’etan. Für den Sparerbund ist hierbei maßgebend, daß das Programm der Reichsarbcitsgemeinschaft utopisch, wirtschaftlich untragbar und verfassungswidrig ist, während sich unser Gesetzentwurf auf das Aufwcrtungsprooramm beschränkt, auf dem Grundsatz der Ge­rechtigkeit und wirtschaftlichen Vernunft aufgebaut und in_ein= gehendem Benehmen und langer sachlicher Vorarbeit mit Sach­verständigen aus den verschiedenen Wirtschaftskreisen ausge- arbeitet ist.

Kreuznach, 17. Mai. (Fund eines Römergrabes.) Bei Feld­bestellungen in der Nähe von Hermeskeil deckte man ein Rö- mergrab auf, das eine Amphore aus Ton barg. In der Am­phore standen eine Urne, ein Becher, ein Lämpchen und einige Bronzestückchen. Das Grab stammt aus dem Ende des zweiten Jahrhunderts.