— Königin Wilhelmine zahlt Geld zurück. Die Königin Wilhelmine bekommt von ihren Holländern ein ganz anständiges Gehalt, aber übermäßig hoch ist cs nicht. Trotzdem kommt die .Königin mit ihrem Einkommen ans, denn sic ist eine sparsame Hausmutter, die in der Wirtschaft nicht zuviel verbraucht und für die alten Tage etwas zurücklegen könnte. Nun ist cs aber in Holland so, daß Apanageüberfchüsse wieder der Staatskasse anheimfallen, also zurückgezahlt werden. Im letzten Jahre hat nun die Königin Wilhelmine nach einer Mitteilung des holländischen Finanzministers das ihr zustehende Jahreseinkommen nicht aufgebraucht: sie hat 1643 Gulden und noch eine Kleinigkeit darüber gespart, und die Staatskasse stellt ihr öffentlich das Zeugnis einer vortrefflichen Hausfrau aus. Sie hat offenbar immer sehr billig eingekauft.
— Ein Hausapparat für Fernsehen. Wie man jetzt seinen Fernsprech- und seinen Radioapparat auf dem Schreibtisch stehen hat, wird man sich in längstens sechs Monaten auch einen Hausapparat für Fernsehen zulegen können. Der Engländer Baird, einer der Pioniere des Fernsehens, hat das in einem Vortrage, den er dieser Lage vor einer Korona von Journalisten in London gehalten hat, als fest und sicher versprochen. Man wird demnach zu Hause von seinem Klubsessel aus in aller Ruhe und Gemütlichkeit einer vielleicht Hunderte von Kilometern entfernten Theateraufführung beiwohnen können: wie im Kino wird die ganze Vorstellung sich vor unseren sehenden Augen abspielen, und gleichzeitig werden wir, dank einer geschickten Kombination von Radiotelephonie und Fernsehen, auch die Stimmen der Darsteller hören können. Baird ist mit seinem Experimentieren noch nicht ganz fertig und es ist noch alles ein bißchen durcheinander, tote cs einst bei den ersten Filmaufführungen der Fall war; aber in sechs Monaten soll es trotzdem losgehen.
— San Marino wird Großstaat. Trotz Mussolini existiert mitten im Herzen von Italien, auf der zackigen Felfenhöhe des Monte Titano gelegen, bis zum heutigen Tage noch die Republik San Marino mit 12 000 bis 15 000 Einwohnern. Die Unabhängigkeit dieses Staates ist von allen italienischen Regierungen respektiert worden. Der große Diktator in Rom könnte San Marino mit einer einzigen seiner berühmten klassischen Händbewegungen von der Landkarte wegwischen, aber er, der mit Löwen spielt, läßt den Freistaat auf den Bergen großmütig am Leben, und das hat die von San Marino so stolz gemacht, daß sie sich jetzt durch einen eigenen Diplomaten beim Vatikan vertreten lassen wollen. San Marino hat in der Person des eingeborenen Grafen Manassei di Collestatte einen „bevollmächtigten Gesandten" ernannt, diese Ernennung bis jetzt aber für sich bewahrt, so daß der große italienische Bruder erst dieser Tage aus der Zeitung erfahren hat, daß die Bergrepublik große Politik zu treiben und in dem Konzert der Mächte mitzuspielen gedenkt. Wie wäre es mit einem Ratsitz im Völkerbund?
— Der kleine Napoleon. Der in Brüssel verstorbene Prinz Victor Jerome Napoleon war ein Bonaparte in kleinem Format: Thronprätendent zwar, aber ein Unter- durchschnittsprinz. Enkelsohn des „Königs Lustik" von Westfalen und «ohn jenes Jerome Napoleon, den der Volkswitz mit dem Namen „Plon-Plon" bezeichnete, hatte er sich in Brüssel heimisch gemacht. Louis Napoleon, berühmt unter dem Ramen „Lulu", der von den Zulukafsern mit Assagaien niedergestochene Sohn Napoleons III., hatte ihn in seinem Testament für den nächsten Erben der Napoleonischen Thronansprüche erklärt und die Kaiserin Eugenie hatte ihn daraufhin reichlich mit Geldmitteln unterstützt. Nach der Annahme des französischen Prinzen- ausweisungsgesetzes pilgerte Prinz Victor nach Belgien. Der Prinz heiratete die dritte Tochter des Belgierkönigs Leopold, die Prinzessin Klementine, Schwester der Luise von Koburg und der ehemaligen österreichischen Kronprinzessin Stephanie. Durch seine Mutter war Victor Napoleon der Enkelsohn Victor Emanuels II. von Italien. Als neuer Thronanwärter der Bonapartisten gilt der 12- jährige Sohn des Verstorbenen.
— Bei einem Wirte wuudermild . . . Um sich von ihm unbcqeum gewordenen Mietern zu befreien, hatte ein Hauswirt in Turin recht sonderbare und nicht ganz ein- wandfreie Mittel angewandt. Er hatte im Dezember vorigen Jahres gegen einige Bewohner seines Hauses die Räumungsklage angestrengt, aber das Gericht hatte entschieden, daß die Mieter noch bis zum 15. Juni dieses Jahres wohyenbleiben dürften. Da dies dem Hauswirt gegen den Strich ging, begann er, um die Mieter früher loszuwerden, einen Teil des Daches abdecken zu lassen, auf daß die Wohnungen dem Regen und Wind preisge- geben wären, die Geländer von Balkönen und Treppen zu entfernen, die Wasserleitungen zu durchschneiden und von gewissen stillen Kämmerchen, die sich in etwas primitiver Weise auf den Treppenfluren befanden, die Türen und die — Sitze zu entfernen. Die Mieter haben natürlich sofort Klage und Beschwerde erhoben und die Behörden haben ebenso sofort die mit Recht so beliebte Untersuchung cingeleitet.
— Merstrcngstc Ohnntagsruhr. Norwegische Politiker, die einer streng orthodoxen kirchlichen Richtung ange- hören, verlangen in einem Gesetzentwurf, den sie dem Parlament vorlegen wollen, eine Sonntagsruhe, wie sie selbst in den puritanischsten Ländern nicht üblich ist. Die Sonntagsruhe soll schon Samstag abend beginnen und erst Montag morgen enden. Es darf in dieser Zeit keinerlei Arbeit getan werden: ausgenommen sind nur ärztliche Hilfe und jene Arbeiten, die für die Ernährung von Menschen und Tieren erforderlich sind. Untersagt ist jeder Lärm in der Nähe von Kirchen und sonstigen Gotteshäusern. Post, Eisenbahn, Straßenbahn, Autoverkehr sollen ruhen. Keinerlei Sportfeste dürfen abgehalten werden. Alle Theatervorstellungen und Konzerte sollen unterbleiben. Man darf auch nicht in seiner eigenen Wohnung Musik machen, und wer das doch tut, hat strengste Bestrafung zu gewärtigen. — Es ist nicht daran zu denken, daß der Gesehesvorschlag wirklich Gesetz wird.__________
Ilihreifende.
Entfernungen spielen keine Rolle mehr.
Dieser Tage traten ein paar Amerikaner eine Reise an, die sie mit Hilfe der modernsten Verkehrsmittel in 25 Tagen u m d i e Erde führen soll. Sie wollen damit den bisherigen Weltreiserekord schlagen und das ist auch der einzige Zweck dieser Reise, denn daß sie im übrigen viel von den Ländern, die sie durcheilen, wirklich kennenlernen, ist kaum anzunehmen.
Aber bevor dieser neue 25 tägige Weltreiserekord überhaupt aufgestellt worden ist, hören wir schon von einem Flugtechniker, der darüber geringschätzend die Achseln zuckt, denn ihm schwebt ein erheblich weiter gestecktes Ziel vor. Er will nichts Geringeres, als ein Flugzeug konstruieren, mit dem man in zwei oder drei Tagen, ja vielleicht sogar in 24 Stunden um die Erde sausen kann. Er geht dabei von der theoretischen Erwägung aus, daß es in den dünneren höheren Luftschichten ohne weiteres für ein Flugzeug möglich sein müßte, eine Stundengeschwindigkeit von 600 und mehr Kilometer zu entwickeln. Das würde bedeuten, daß die Reise von Berlin bis Newyork in etwa 10 bis 12 Stunden zu bewältigen wäre. Dieses Rekordflugzeug müßte dazu freilich in einer Höhe von über 10 Ö00 Meter fliegen und die Fluggäste müßten jedenfalls den nötigen Sauerstoff zum Atmen in Stahlslafchen mitnehmen; außerdem müßte durch eine besondere Vorrichtung die Luft unter den Tragflächen des Flugzeugs (etwa durch entsprechende Ver- ' Wendung der Auspuffgase des Motors) derart komprimiert werden, daß sie tragfähig wäre.
Das mag ja zunächst alles noch ein wenig phantastisch klingen, aber wenn man sich das genauer überlegt, sind wir von dein Problem der eintägigen Weltreise eigentlich gar nicht mehr so furchtbar weit entfernt. Es muß ja nicht gerade das eben erwähnte Höhenluftslugzeug fein. Über 200 Kilometer in der Stunde sind ja auch ohnehin schon mit ganz gewöhnlichen Flugzeugen erreicht worden.
Es würde sich also im Wesentlichen nur noch deln, ein Flugzeug zu konstruieren, das vier- bis so schnell fliegt und das ferner wesentlich läna» jetzigen Flugzengtypen ohne Zwischenlandung • Luft zu bleiben vermag. Es ist nicht èinzuseln» dieser technische Fortschritt nicht in einigen reicht werden sollte.
Sobald dann die eintägige Weltreise Tajs^ worden wäre, hätten wir damit erreicht, daß M fernungen für uns schon beinahe keine Rolle spj^ den. Früher oder später wird es dann jedenfalls? koinmen, daß jeder leidlich gut situierte Zeitacn»n jener herkömmlichen Selbstverständlichkeit seine Ä macht, wie etwa vor dem Kriege eine Hochzeitsreil- Italien. Dann stünde ja auch dem nichts im 1 man sich als Aufenthaltsort für seinen Erholunqâ, — und hätte man auch nur zwei Wochen zur Verbi — jeden beliebigen Ort der Erde aussuchen könnte ! Frühling würde man dann jedenfalls in einem Tage nach Japan reisen, denn nirgends auf de^ soll der Frühling so schön sein wie dort. Der so.? liehen Hitze würde man wahrscheinlich durch einen? leicht sechsstündigen Flug nach Spitzbergen ober » Grönland ausweichen, dort könnten dann Kurorte5 stehen, wo Leute mit der nötigen Zeit den ganze» J mer die Möglichkeit hätten, Wintersport zu treibend winterlichen Kälte könnte man selbstverständlich ' Wunsch ebenso leicht ausweichen durch einen nach der Halbinsel Florida, die dem an ihrer Küste n beifließendcil Golfstrom einen ununterbrochen mer verdankt. Man sieht, es eröffnen sich da , geahnte Möglichkeiten.
Es ist ja eine uns allen längst bekannte daß die Welt sozusagen immer kleiner wird. g findung der Eisenbahn war beispielsweise eine te & Berlin nach München für den gewöhnlichen^, lichen beinahe unerreichbar, nur sehr reiche Leute die Kosten für die Pferdcpost erschwingen, im übrig kamen höchstens wandernde Handwerksburschen so in Deutschland herum. Heute kann man bequem in litt frühstücken und dann nach einem kurzen ginge München Mittag essen, unb diese Fahrt ist noch ni^lt so teuer wie ehedem die Postkutsche.
Turnen, Gporè und Spiel.
N. Die Deutschen Kampfspiele 1926. In einer Sitz des Deutschen Reichsausschusses wurde das genaues öffnungsprogramm der Kampfspiele für den 4. JM Köln festgesetzt. Um 2,30 Uhr wird der offizielle 8 marsch der Vertreter der Sport- und Turnverbändej Kölner Stadion erfolgen. 3,30 Uhr folgen SreiüN und Geräteturnen, anschließend Vorführungen bet & deuten der deutschen Hochschulen. Um 5 Uhr beginnt im das Entscheidungsspiel um den Fußball-Kampsspiehü In der amtlichen Veröffentlichung werden Süddech land und Westdeutschland als Teilnehmer des Endssiâ genannt, obwohl beide Verbände sich erst am doch gehenden Tage die Teilnahme gegen Nord- bzw. SH deutschland erkämpfen müssen.
N. Nurmi startet in Deutschland. Seit drei Iah«! Paovo Nurmi der Welt phänomenalster Läufer * Zeiten. Dieses Läuferwunder wird jetzt nach Deutsch!«, kommen und schon an den beiden Pfingstfeiertag« i Berlin starten. Am Pfingstsonntag bestreitet Rimmtz große internationale Sportfest von „Bar Kochba", «i am folgenden zweiten Festtag bei dem eigens zu, W Nurmis vom S. C. Eharsoitenäurg geschaffenen M fest im Grunewaldstadion nochmals an den Start, gehen. Das Erscheinen Nurmis allein bedeutet schon m Sensation für den deutschen Sport. Aber man trabte Finnen auch ernste Gegnerschaft zu stellen versuchen, s er zwar nicht zu fürchten hat, die ihn aber zur Vergab seines ganzen Könnens zwingt. Unmittelbar m Pfingsten wird sich Nurmi nach Westdeutschland begebe und dort bei dem internationalen Sportfest in Düsfeld«' starten.
--Für Jeden etwas.
Der Mensch als RadiogerA.
Von C. I a c o b - -M a r g e l l a.
Die Rundfunkwellen, die im Äther herumschwirren, haben uns gezeigt, daß geheimnisvolle Kräfte wirken, die uns erst die fortgeschrittene Technik enthüllt hat, und wir wissen heute noch nicht, wie manches, was uns bisher rätselhaft erschien, doch noch seine natürliche Erklärung finden wird. Die Wellentheorie hat sich jedenfalls als die Grundlage für die Lösung vieler Lebensrätsel erwiesen. Licht- und Kraftwirkungen hängen aus das engste zusammen. Und möglicherweise mit diesen auch der menschliche Wille.
Es kann als einwandfreie Tatsache betrachtet werden, daß der einzelne Mensch gewissen Wellenwirkungeu unterworfen ist. Sein Willen ist nicht absolut, sondern wird mitbcstimmt durch Einslüsse anderer. Man nennt das allgemein Suggestion. Die hypnotische Beeinflussung ist eine solche Suggestion. Ist nichts anderes als eine Wirkung von Wellen, die ein anderer mit solcher Energie ansstrahlt, daß der Gctrofscne unter Umständen vollkommen zum Sklaven des Willens anderer wird.
Ist es da nicht naheliegend, daß der Mensch zur Aufnahme solcher Wellenwirkung in seinem Körper Organe hat, die die von anderer Seite kommende Energie so umformt, daß sie den Eigenwillen des Menschen in eine bestimmte Richtung zwingt? Und ist cs nicht ebenso naheliegend, hier Vergleiche zu ziehen mit dem Detektor der Radioempfangsgeräte? Es ist dabei ganz gleichgültig, ob man an den einfachen Kristalldetektor denkt oder an das wunderbare Instrument der Audionröhre. Durch beide werden hochfrequente SB eilen durch Gleichrichtung aus unhörbaren Schwingungen in sinnlich vernehmbare umgc- formt. Bei derAudionröhre weiß man, daß cs die Elektronen sind, die unter dem Einfluß des elektrischen Stromes vom Gitter auf dieAnode geschleudert und dabei so geordnet werden, daßdievon ihnen aus der Antenne entnommene Energie, die aus dem Sendemikrophon stammt und durch geeignete Einrichtungen aus unhörbaren Radiowellen durch den Äther geschleudert wurde — auf riesige Entfernungen —, wieder in Sprache und Musik umgesetzt wird.
Daß der Mensch aus die Radiowellcn reagiert, läßt sich ziemlich einwandfrei durch einen einfachen Versuch fcststellen. Bekanntlich werden die Radiowellcn von der Empsangsan- tenne dem Empfangsapparat zugeleitet. Schaltet man nun die Antenne einmal ganz ab und nimmt ein Stückchen Antcu- nenlitze, das durch einen sogenannten Bananenstecker mit der Antenneneingangsklemme des Radioapparates verbunden ist, in die Hand, so wird man bei entsprechender Regulierung der Abstimmung bemerken, daß die ankommenden Radiowellce. ebenfalls ausgenommen werden. Und man wird dabei bemerken, daß die aufgenommene Energie bei verschiedenen Personen verschieden stark ist. Das beweist, daß der Mensch tatsächlich die Radiowellen mit seinem Körprr aufnimmt und somit als Antenne zu betrachten ist.
Ein Wunder? Wie man es nimmt. An sich bedient man sich für die Antenne metallischer Leiter. Wenn also der Mensch in gleicher Weise wirkt, so müssen doch wohl in seinem Körper Organe vorhanden sein, die in gleicher Weise empfänglich sind. Sind es die Nerven oder das Blut oder die Körpersäfte, wer mag es wissens ^je Tatsache, daß der menschliche Körper dax»
aus reagiert, läßt sich jedenfalls nicht weglèugnen. Denn man darüber weiter nach, so kommt man dock wohl auf die Arr- nabmc, daß auch die suggestiven Einwirkungen auf den menschlichen Körper durch Organe möglich finb, die ähnlich wie der Röhren- und Kristalldetcktor die suggestiven Fcrnwelleu anderer zur Willensbeeinflüsfüng umformen. Diese Frage restlos zu lösen, sind wir heute noch nicht imstande. Lassen sich die Suggestivwirkungen, die Gedankenübertragung jedoch anders erklären? ,
Und gehen wir noch einen Schritt weiter. Bis nahe an das Gebiet des Okkultismus, Oder bis nahe an das Gebiet des Fatalismus. Man kann doch schließlich annehmen, daß das menschliche «eben an sich sinnlos wäre, wenn es nicht von einer höheren Gewalt gelenkt wurde, kann annehmen, daß alles im Lebest Bestimumng ist. Tut man das aber, dann ist cs nicht so unglaublich, daß das Geschick des Meuscheu die Sug- aestivauswirkung einer höheren Macht ist, die wir nicht kennen. Und die Tatsache, daß die Schicksalskurve ganzer Gruppen von Menschen gleichartig verläuft und daß zwischen den Schicksalen verschiedener M-nschengruppcn stärkere ober fchwachere Ao- WcicbuuQcii befielen, fön nie dns nur bestätigen. Man mußte Dann annehmen, baß durch den Weltenäther verschiedene Strah- lunqsqruppen gehen, auf die immer nur bestimmte Melischen- aruppeu reagieren, wie auch bei den fast irnglaüblich zahlreichc» Radiostrahlungeu, die heute schon ben Äther durchschwirren, stets eine gang bestimmte, Abstimmung der Empfangsgeräte nötig und möglich ist, um sie aufzunehmen.
Die Beschäftigung mit diezem Problem ist natürlich nicht leicht. Aber es ist doch immerhin ganz interessant, sich gedanklich damit zu beschäsliqeu. Des Lebcus Sinn und des Lebens Rätsel sind ja noch längst nicht geklärt. Auch bie besten impen- schastliwcu Theorien bringen uns bisher noch nicht zur vollen Erkenntnis. Und cs geschehen immer noch und vielleicht bu» in alle Ewigkeit Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen sich unsere Schulweisheit nichts träumen läßt.
Ein Errehms Esrnsgiss.
Der amerikanischc Milliardär Carnegie, der Millionen für Wohlfahrtszwecke gab, kam eines Tages an einer armseligen Hütte vorbei, aus der Orgeltöne herausdrangen. Sie bewogen ihn, einzutreien. Da sah er, daß er sich bei einer Negerandacht befand. Er konnte es sich nicht versagen, Platz zu nehmen, und zwar in der letzten Reihe. Gegen Ende des Gottesdienstes wurde eine Sammlung veranstaltet. Carnegie legte auf das ihm vorgehaliene Tablett eine 100-Dvllar-Note. Das Tablett wurde sogleich dem Pastor überreicht, der sich, dem Herkommen gemäß, an die Gläubigen fvandte und sagte: „Brüder! Der Himmel hat uns gesegnet. Die Sammlung hat einen Dollar cingebracht; aber wenn der Geldschein, den der Alte dort mit bem grauen Barte gegeben hat, nicht falsch ist, so besitzen wir 101 Dollar. Auf die Knie, Brüder, und beten wir, daß der Schein echt ist!"
G. D,
Wie man Kinder irägi.
„Auf dem Arm," sagt im allgemeinen die ®* So einfach ist die Sache aber doch nicht. Auf dem Lam too die Mutter ihr Kind bei der Arbeit oder gar auf m ten Feld- und Gebirgswegen miischleppen muß, M man ganz andere Tragarten. Wenn in einigen uoM schen Gegenden eine Frau vom Dorf zur Stadt M»e setzt sie ihr Baby „huckepack" auf den Rücken. E«^ ecktuch wird darübergelegt, auf der Brust kreuzweise u einandergeschlagen und um die Taille herum im verknotet. In Thüringen trägt man das Baby ^ei in dem bekannten „Kindermantel". Im Harz M H grauen ihr Kleines in einem Korb mit sich tragen, sie auf dem Rücken tragen. Wenn die Schweizer Senn mit ihren Kühen und ihrem Kinde auf die Arm wieder zu Tal zieht, balanciert sie die Wiege w . Säugling sogar auf dem Kopfe. In der Uw , Wiens rollt die Bäuerin ihr Kind fest in em legt es quer über den Rücken und verknotet die v über der Brust. Noch seltsamere Tragarten stnbe in anderen Ländern. Die Serbin steckt ihr Kind m wollene Tasche und hängt sie über den Rücken. wegerin trägt es ebenso, nimmt aber statt der Tafrye Lederbeutel. Geht man zu den „Naturvölkern, $ die Tragarten noch eigenartiger, besonders der ve maden. Die Eskimofrau steckt ihr Kindchen in den Y „ pelzgefütterten Stiefel so, daß nur der Kopf a Schaft herausguckt. Die Lappländerin hangt dre ^ dem Renntier über den Rücken. Die afrikaürschev frauen tragen ihre Kleinen mehr ober weniger me. Rücken, too sie mit Matten und Riemen feftgeup werden. Vereinzelte Jndianerstämme trügen o-’ in einem Beutel, der an einem Stirnband.besenm» Die Chinesin bindet ihr Kind in einem bterecuge” * über den Rücken, zwei Zipfel werden über bn zwei über die Hüften verknotet.__________—'
Ein AchizègianssndmeilenDß. _
Der weit bekanntgcwordene italienische SÄ Major de Pinedo, der vor einigen Monaten den v Rom—Melbourne—Tokio—Rom durchgeführt. hm, > ein neues kühnes Flugunternehmen: er will uu ' mer mit einem Wasserflugzeug zu einer -ustre w ihn über alle Ozeane und zu allen Kontinenten . * soll, starten. Die Distanz, die er znrückzukegen A soll ungefähr 80 000 Meilen betragen, was der »t Strecke eines Fluges rund um die Welt würde.