Einzelbild herunterladen
 

„ Frciheitsfanatikern gepriesen wird, ist ja meist !rknwnlosks Elend und größte Verzweiflung. Verständ- A und L^ große, tiefe Liebe, ist mit Gottes Hülfe die Rettung. Das erfassen die Eltern, es dringt in die u raenden Herzen und treibt sie, ihre Pflichten mit neuem Gin st zu erfüllen, in der Kirche, in der Familie und im Naterlande. Die deutsch-evangelische Frau will als Ee- biilfin des Mannes mitarbeiten, mithelfen, im Denken, Handeln und im Leben für Gott, Familie und Heimat, in der festen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Frau Blad wußte von neuem im Liede den schönen Ausklang solcher Worte zu bringen:

' Nun muß sich alles, alles wenden"!

"Ja, gebe Gott, daß sich alles wendet!" griff Fräulein von Holleben das Wort auf —, „das alles, was noch für unsere Arbeit zu wünschen übrig bleibt, sich wendet zum Segen, zur Freude und zum Besten des deutsch-evangeli­schen Wirkens."

Mit dem Liede:,, Eo nimm denn meine Hände und führe mich" haben bewegten Herzens die Versammelten den Vorsatz erneuert, mitzuarbeiten mit dem Bundesvor­stände, mit den kirchlichen Vorständen, mit jedem Deut­schen für Gott, Familie, Vaterland, nach den Lehren des Evangeliums. Hi.

2. Abend.

Einen schönen und würdigen Abschluß fand am Sonn­abend, den 15. Mai, abends 8 Uhr im ev. Gemeindehaus die 10. Jubiläumsfeier der in schwerster Notzeit des deutschen Volkes 1916 gegründeten Ortsgruppe des Deutsch-Ev. Frauenbundes. Wie am Vor­abend, so hatten auch an diesem die zahlreich erschienenen Mitglieder die hohe Freude, die gewandte Rednerin und äußerst rührige Vcrbandsvorsitzcnde Frl. Erotefend aus Marburg in ihrer Mitte zu sehen. Mit einer geist­vollen Begrüßungsansprache eröffnete dieselbe den Abend, indem sie darauf hinwies, wie die gesteigerte Not auch gesteigerte Anforderungen an die Frauenbünde stelle und damit höheres Interesse beanspruche, ja daß diese Not unserer Mitschwestern auch die beste Werberin für den Frauenbund sein könne und es darum auch mehr und mehr werden müsse. Sie richtete einen warmen Appell an die Anwesenden, den Gedanken an das große Ganze nicht bloß zu pflegen, sondern auch die Pflicht der Weitereroberung mit den Waffen der Liebe, der Treue und des Gottver­trauens als dringendste Aufgabe der Gegenwart sich dau­ernd gegenwärtig zu halten.

Nach einem mit viel Hingabe und Wärme vorgctragcnen Mendelsohn'schen Duett der Damen Fr. Ruppert und Fr. Dr. Blad folgten der Generalbericht über das abge­laufene Depennium von Fr. S e l l n e r , der Kassenbe­richt von Fr. Prof. E u t h e i l und der Jugendgruppen- bericht von Frl. Rübsam. Dem Eener albericht der 1. Schriftführerin lag als Leitgedanke die Ueberzeu­gung zu Grunde, daß ein überzeitliches Gute sich trotz aller Hemmungen des Daseins, trotz aller Nöte und Irrungen des diesseitigen Lebens mit unwiderstehlicher Kraft durch­setzt. Die Berichterstatterin wies dies Allwalten der gött­lichen Liebe nach an der äußeren (bis jetzt zählt die O.- Er. nahezu 300 Mitglieder) und inneren Entwicklung det Ortsgruppe Fulda seit dem Jahre 1916. Nach einer kurzen programmatischen Darlegung der Ziele des Deutsch- Ev. Frauenbundes im allgemeinen, verbreitete sich die Referentin ausführlich über die Leistungen der Ortsgruppe während des ersten Depenniums im besonderen. Aus der Fülle dessen, was die Ortsgruppe gewirkt hatte, sei hier nur einiges angeführt, wie: die Uebernahme des Kinder­hortes, die Einrichtung von Flick- und Nähstuben und ei­ner Schuhfürsorgestelle, die Veranstaltung von Brocken­sammlungen, die Begründung eines evangel. Arbeite­rinnenvereins, die Vermittlung von Arbeiten im Häckeln und Stricken und von Mittagstischen, die Unterstützung der Rentnerinnen und des ev. Liebeswerkes in den An­stalten der inneren Mission, Hephata, Bethesda u. a., durch Geldbeträge, die Verteilung von Lebcnsmittelpake- ten und bei gl. Eharitative Bestrebungen und Hilfeleistun­gen mehr. Der Vorstand der Ortsgruppe ließ es sich aber daneben besonders angelegen sein, für eine geistige Ver­tiefung der Grundgedanken des Deutsch-Ev. Frauenbun­des bei seinen Mitgliedern durch Vorträge aller Art die notwendige Vorbedingung für ein gedeihliches praktisches Wirken zu schaffen, wobei er von der Grundüberzeugung ausging, daß die Wohlfahrtspflege, so notwendig sie auch ist, doch immer nu die Frucht dessen bilden darf, was durch die konzentrierende geistige Arbeit zu einem festen Funda­ment, zu einer inneren, unverrückbaren Ueberzeugung geworden ist, soll einer Verflachung und Veräußerlichung und einem Sichverlieren in Einzelheiten von vornherein der Boden entzogen werden.

Fr. Prof. Guth eil, der 1. Schatzmeisterin, wurde nach Erstattung des Kassenberichtes mit Dank für ihre treue und gewissenhafter Kassenführung Entlastung er­teilt. Aus dem Bericht von Frl. Rübsamen über die Tätigkeit der Jugendgruppe ging hervor, wie auch die jungen Mädchen getreu dem Vorbilde ihres Muttervereins die Ideen des Dcutsch-Ev. Frauenbundes in die Tat um­zusetzen bestrebt gewesen sind, so im Kriege durch Verwun­detenpflege, Verköstigung der Soldaten bei den Trup­pentransporten, durch ihre Tätigkeit im Kinderhort, die Uebernahme von Patenschaften u. a. m.

Eine dankbar, frohbewegte und gehobene Stimmung herrschte bei den Anwesenden ob des über die erfreuliche Entwicklung der Ortsgruppe und ihre segensreiche Tätig­keit Gehörten. Und als dann noch im nun folgenden ge­mütlichen Teil bei Kaffee und Kuchen Vorträge aller Art Lieder von Brahms und Schumann von den oben genann­ten Damen gesungen, heitere und ernste Dichtungen von Frl. Scheffer zu Gehör gebracht und Aufführungen der Jugendgruppe die Mitglieder und Gäste erfreuten und unterhielten, verschwanden die Stunden nur allzu­rasch. Noch einmal ergriff dann zum Schluß, als man sich trennen mußte Frl. Erotefend das Wort, um in ihrer gewinnenden Art zu danken, aber auch zu weiterem Fest­halten an den Idealen des Deutsch-Ev. Frauenbundes zu ermuntern, Worte, die vor allem der Jugendgruppe und den Müttern der jungen Mädchen zu Herzen gesprochen waren, die aber auch bei allen anderen Mitgliedern wärm- iten Widerhall und freudige, hoffnungsfrohe und verheiß- ungsfrohe Zustimmung fanden.

Fulda, 15. Mai. Vom Landratsamt wird uns geschrieben: "Rach der Polizeiverordnung des Herrn Regierungs-Präsiden­ten vom 22. April 1924 darf nach dem 15. Mai jeden Jahres Ungeschlagenes Nodelderbnutzholz einschl. Gruben- und Papier­holz und Nadelscheitholz im Bereiche des Regierungsbezirkes nicht länger als 2 Tage nach dem Fällen unentrindet belassen werden. Anlaß zu dieser Polizeiverordnung hat die Tatsache gegeben, daß manche schädliche Forstinsekten, besonders der so­genannte Kieferwaldgärtner, sich sehr vermehrt haben und der volkswirtschaftliche Schaden ungeheuer groß wird, wenn nicht energisch vorgegangen wird. Der Waldgärtner legt seine Eier 'n vie dickborkigen Teile der Radelholzwände ab; dort entwik- ^lt sich der Käfer, der dann im Mai/Juni ausfliegt, um in den -uesernkronen seinen verheerenden Fraß zu beginnen. Er bohrt

?"ngen Triebe an. die dann zu Boden fallen. Durch den Verlust der jungen Triebe verliert der Baum einen großen

Teil der zur Ernährung unbedingt erforderlichen Organe, der Nadeln. Die Folge ist natürlich, daß in gleichem Maße der Zuwachs sich vermindert und die Bäume vorzeitig eingehen. Der Waldgärtner ist nur wirksam im Entwicklungszusta'nd zu bekämpfen, also solange er sich noch in der Rinde aufhält. Des­halb ist das Schälen des Nadelholzes vorgefchriebcn und unter Strafe gestellt."

* Fulda, 15. Mai. (Verdingungs-Ergebnis.) Die zum Neu­bau der Schule in Lehnerz erforderlichen Arbeiten und Liefe­rungen und zwar: Maurerarbeiten (nur Arbeitslohn); Zim­merarbeiten (einschl. Materiallieferung) und Lieferung der nö­tigen Ziegelsteinen waren öffentlich zur Vergebung ausge­schrieben worden. Am Samstag Vormittag erfolgte die Ocff- nung der eingegangenen Angebote im Büro des bauleitenden Architekten Johs. Walter, Fulda. Es forderten für die Mau­rerarbeiten (nur Arbeitslohn): A Mihm-Hofbieber 3505,15 „ü, A. Helfrich und Franz Halsch-Wiesen zuf. 4371,20 Ji, Jos. Schäfer-Hosenfeld 4513,50 Ji, H. Arlt-Steinau 4 569,35 -st, Pe­ter Bleuel-Steinau 4594,75 Ji, Gebr. Latsch-Fulda 5086,20 M, St. Grosch-Fulda 5180,20 Ji, Fr. Grünkorn-Zirkenbach 5440 Ji, Magn. Becker-Petersberg 5744,45 Ji, L. Rausch-Marbach 5999,05 Mk., H. Weber-Fulda 6007,15 Ji, Jos. Gehring-Fulda 6213,6 5 Mk., Jean Stein-Fulda 6463,65 Ji, Axt-Petersberg 6733,90 Ji, Jos. Gärtner-Großenlüder 6785,10 Ji, Liebeck-Michelsrombach 7010,75 Ji, W. Rützel-Fulda 7101,85 Ji und Jgn. Hillenbrand- Fulda 7152,40 Ji. Wer mag sich hier verrechnet haben? Der Preisunterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Ange­bot beträgt nur — 3647,25 Ji. Für die Zimmerarbeiten (ein­schließlich Materiallieferung) verlangten Hartung-Kämmer­zell 2825,70 Ji, Jonas-Sickels 3134,90 Ji, Flügel-Hofbieber 3180,55 Ji, L. Feuerstein-Dipperz 3219,35 Ji, Leitsch-Armenhof 3255,55 Ji, Flügel-Niederbieber 3321,85 Ji, Schwendtner- Sickels 3372,50 Ji, E. Weß-Löschenrod 3496,50 Ji, Kreß-Großen­lüder 3825,50 Jt, Wehner-Mackenzell 3939,50 Ji, Seifcrt-Neu- enberg 3993.90 Ji und Schneemann-Fulda 4075,20 Ji. Für die benötigten Ziegelsteine lagen folgende Angebote vor: Ziegelei- werk Fulda, Vuttlarstratzè 3318 Ji, Clemens Hendler-Fulda 3476 Ji, Joh. Schmitt-Fulda 3476 Ji, St. Grosch-Fulda 3634 Ji und Fuldaer Ziegelei Gesellschaft 3713 Ji.

Fulda, 17. Mai. (Einbrecher a n der Arbeit.) Nachdem vor einiger Zeit in ein Strickereigeschäft in der Löherstraße 'sterselbst eingebrochen und eine Menge Strick- waren gestohlen worden waren, wurde vor etwa io Tagen in eine Pfarrerwohnung in der Heinrichstraße eingebro­chen und ein Geldbetrag in Höhe von etwa 60 Mark ge­stohlen. In beiden Fällen konnten die Täter nicht ermit­telt werden. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde wiederum ein Einbruchsdiebstahl und zwar in die Geschäftsräume der Germania-Drogerie in der Heinrich­straße verübt. Hier fielen den Tätern außer einem ge­ringen Geldbetrag etwa 10 Pfund gebrannter Kaffee, ca. 2000 Stück Zigaretten Marke „Delta-Privat", Marke „Oberst" u. Marke „Torwart", 5 Flaschen Eau de Cologne sowie Zigarren, einige Flaschen Schnaps und diverse Ee- brauchsgegenstände in die Hände. Der Geschädigte für den letzten Einbruchsdiebstah! hat für Angaben, die zur Ermittlung der Verbrecher führen werden, eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt. Entsprechende Mitteilungen, die an einen der hiesigen Kriminal-Beamten zu richten sind, werden streng vertraulich behandelt werden.

Fulda, 17. Mai. (S i t t l i chk e i t s v e r b r e ch e r.) Am Samstag vormittag gegen 10 Uhr wurde auf der Ver- bindungsstraste zwischen Edelzellerweg und Wallweg in der Nähe der Freuds'schen Gärtnerei hierselbst an einem 6jährigen Schulmädchen ein Sittlichkeitsverbrechen ver­sucht. Der Täter, ein etwa LOjähriger Mensch, hat auf das Schreien des Kindes die Flucht ergriffen und konnte auf feinem Fahrrad unerkannt entkommen.

* Fulda, 14. Mai. (Kleine Strafkammer.) In ih­rer heutigen Sitzung beschäftigte sich die Kleine Strafkammer nur mit 3 Berusüngsfachen. In einem Falle hatte die Staats­anwaltschaft gegen ein fpreisprechendes Urteil des Amtsgerichts Fulda gegen einen hiesigen Fahrradhändler Berufung einge­legt. Die Berufung wurde jedoch von der kleinen Straftam- mer verworfen und die Kosten der Staatskasse auferlegt. — Wegen Uebertretung der Fcierabendstunde war die hochbejahrte Wirtin auf dem Sybille nihof vom Amtsgericht Weyhers im Februar ds. Js. zu 20 Ji Geldstrafe verurteilt worden. Ihre hiergegen eingelegte Berufung wurde verworfen. — In einer anderen Sache wären zwei von der Verteidigung nahmhaft ge­machten Zeugen nicht rechtzeitig geladen. Aus diesem Grunde mußte die Sache auf den 11. Juni vertagt werden.

Gersfeld, 16. Mai. Am Himmelfahrtstage veranstaltete der Gesangverein „Germania" aus Schlierbach bei Wächtersbach in dem Saale „Deutscher Kaiser" eine Abenduntcrhaltung. Die Sänger brachten der zahlreichen Zuhörerschaft gute Gesangs- darbietungen zu Gehör. — Für Gersfeld ist cs beschämend, daß nicht einmal ein Männer-Gesangverein dort zustande kommen kann. Die bisherigen Versuche der noch bestehenden „Lieder­tafel" scheiterten leider immer und immer wieder an der In- teressenlosigkeit der Mitglieder. Auch die der Bruderschaft des Iungdeutschen Ordens ängeMederte Gcjangsabteilung scheint ihrem Ende nahe zu sein. — Mögen diese Zeilen einige San- gesbrüder anregen, von neuem einen Versuch zu wagen, um der Bevölkerung durch Gesang öfters einige ver­gnügte Stunden zu bereiten, denn es wäre ein leichtes, in un­serem Krcisstädtchen einen Männerchor von 30—40 Mann zu­sammenstellen! zu können.

Obernhausen, 16. Mai. Ein Zusammenstoß zwischen einem von der Höhe herabsausenden Radfahrer und zwei Passanten erfolgte heute gegen 12 Uhr in der Kurve bei Obernhausen. Mit ziemlicher Gewalt rannte der Radfahrer einen Herrn und eine Dame an, daß beide zu Boden stürzten. Der Radler hatte sich ziemlich rasch von dem Sturze und dem Schrecken erholt, setzte sich auf sein Rad und fuhr weiter. Die beiben Passanten wurden von den Bewohnern des nächsten Hauses in ein Zimmer getragen und fanden freundliche Aufnahme. Hoffentlich haben sie keine erheblichen Verletzungen davon getragen. — Wen die Schuld trifft, weiß man nicht. Doch ergibt sich wiederum aus diesem Vorfall die Mahnung für Radfahrer, auf belebten Straßen vorsichtiger zu fahren, für Fußgänger ist erhöhte Aufmerksamkeit notwendig.

mWäMHWS»™«^»«^ WJMM—MHWW

Börse und Handel.

Frankfurter Börse vom 15. Mai. Das Hauptinteresse wandte sich heute dem Ehemiemarkt zu, wo Farbenwerte auf starke Auslandskäufe als Folge des Niedergangs der westlichen Währung hin gefragt und gesteigert sind (+ 5 ProzZ. Die Metallbänkgruppe lag fest, doch nahezu umsatzlos. Montan­werte eröffneten gut behauptet, teilweise leicht befestigt und hatten vereinzelt auch leichte Umsätze. Auf dem Elektromorkt war die Stimmung etwas ftcundlicher. Der Maschrnenmarkt hatten vereinzelt auch leichte Umsätze. Auf dem Elektromarkt zu Abgaben. Schiffahrtswcrtc. unverändert gut gefragt, ge­wannen weitere 2 Proz. Der Bankaktienmarkt hatte recht ge­ringen 'Umsatz und konnte aber seine Kurse behaupten. Von deutschen Renten lagen Kriegsanleihen in lebhafter Nachfrage (4- 15 Proz.). Pfandbriefe sind gleichfalls leicht gebessert. In ausländischen Renten lagen für Anatolier gute Aufträge vor. An der Nachbörfe verstärkte sich die Nachfrage für Farben- industrie. Auch westliche Montanwerte konnten sich weiterhin gering erholen. Schluß angeregt.

* Fuldaer Wochenmarkt vom 15. Mai. Auf dem Ec- müsemarkt war am Samstag vormittag ein Massenange­bot an Kopfsalat. Die Nachfrage hierin war aber nicht allzu groß. Reichlich vorhanden waren auch junge Karotten ferner Blumenkohl, Sd)langengurten- Rettiche, Rhabarber, Meerret­tich. Spinat, Bananen u. dergl. m. — Aus dem ^Butte r- markt war ebenfalls das Angebot in Butter großer als die Nachfrage. Eier waren rasch vergriffen. In Geflügel ver­blieb Ueberstand,

Fulda, 15. Mai. (Schweinemarkt.) Der Schweinemarkt zeigte starken Auftrieb. 301 Ferkel, die mit 30, 40 u. 50 Ji pro Stück gehandelt wurden. An Läufern waren 14 Stuck -rufgetri den, für die pro S. ück 60 bis 80 Mark gefordert wurden. Die Geldknappheit machte sich auch hier bewerb bar, denn der Handel ging schleppend und blieb viel Ueberstand.

Amtliche Berliner Notierungen vom 15. Mai.

* Börsenbericht. Die Börscntvoche schloß in fester Haltung, namentlich die Freigabcwcrtc konnten weiter profitieren aus Grund günstiger Nachrichten aus Amerika, insolgedcssen lag der Schifsahrtsmarkt besonders fest, auch chemische Aktien stan­den im Vordergrund. Der Markt der inländischen Anleihen dagegen war unsicher und teilweise etwas abgcschwächl. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert günstig, tägliches Geld 4—5,50 %, monatliches Geld 5,50—6,50 %.

* Devisenbörse. Dollar 4,19—4,21; e n g l. Psnnd 20.40—20,44; holl. Gulden 168,79—169,21; Ta N z. 80,93 vis 81,13; franz. Frank 12,65—12,69; belg. 12,68—12,72; Sch Wciz 81,11—81,31; Italien 14,79—14,83; schwed. H r o n c 112,21—112,49; b ä n. 110,16—110,41; norwcg. 90,77 bis 90,99; tsche ch. 12,41.-12,45; österr. Schilling 59,21 bis 5995

* Geschüstsaufsicht Schuster u. Co., G.m.b.H. und Möbelfabrik Fulda G.m.b.H. In diesen 2 Verfahren stand am Mittwoch vor dem Amtsgericht Fulda Vergleichstermin an. Durch Rund­schreiben waren den Gläubigern 30 Proz. im Wege des Ver­gleichs geboten. 10 Proz. wurden 3 Monate nach Rechtskraft des Pergleichs und die weiteren 2 mal 10 Proz. in vierteljähr­lichen späteren Raten ausbezahlt. Ferner steht den Gläu­bigern ein Bessernngsschein bis zu 6 Proz. in Aussicht. Unge­fähr 50 000 Ji sind durch Bürgschaften voll befriedigt. Die Ee- samtschulden der beiden Betriebe zusammen betragen 142 503,16 Mark. Bei der erfolgten Abstimmung ergab sich, daß weit über 75 Proz. der 'Gesamtschulden (89 565,11 Ji) für den Ver­gleichsvorschlag waren. Es wurde beschlossen, das gesamte Warenlager in Treuhand zu übergeben, der auch die später fcst- zusetzende endgültige Höhe des Besserungsscheincs überlassen wird. Das Gericht sah sich leider veranlaßt, die Bestätigung des Vergleichs bis zum 26. Mai auszusetzen, da vom Gläu­biger-Ausschuß niemand in obigem Termin anwesend war.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitischer Gottesdienst.

Mittwoch und Donnerstag, den 19. und 29. Mai 1926, Pfingsten, 1. Tag: Vorabends 7.45 Uhr, morgens 7.30, nochm. 5, Sabbatausgang 9. 2. Tag: Morgens Predigt 7.30 Uhr, nachm. 5, abends 9.05. Freitag morgens 6.15 Uhr.

«jB«!^Mioq^ffl^^|!MaMft>i8n^^

Amtlicher Teil.

In unser Handelsregister B Nr. 86 ist heute bei der Firma: Fuldaer Wachswerke Eickenfchcidt, Aktiengesellschast in Fulda folgendes eingetragen worden:

„Die §§ '4 und 21 der Satzungen sind durch Beschluß des Aussichtsrates vom 7. Mai 1926 geändert."

F u ld a, den 8. Mai 1926.

Amtsgericht, Abteilung 5.

In unser Handelsregister B Nr. 154 ist heute bei der Firma Gustav Häsling, Gesellschaft mit beschräntter Haftung in Fulda folgendes eingetragen worden:

Die Gesellschaft ist aufgelöst.

Der bisherige Geschäftsführer Hohmann ist zum Liquidator bestellt.

Fulda, den 14. Mai 1926.

Amtsgericht, Abteilung 5.

Bekanntmachung.

Diejenigen Gewerbetreibenden, die noch mit der Abgabe der Steuererklärung für die Gewerbesteuer nach dem Eewrbc- ertrag für 1925 und 1926 im Rückstände sind (siehe amtliche Be­kanntmachungen in Nr. 73 und 83 der Fuldaer Zeitung) wer­den hierdurch mit 5 tägiger Frist an die Abgabe dieser Steuer­erklärung erinnert.

Fulda, den 10. Mai 1926.

Der Vorsitzende des Gewerbesteucr-Ausschusies für den Beranlagungsbezirk Des Kreises Fulda.

Frh. von Eagern.

Bekanntmachung.

Bctrifst: Kreishundesteucr.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorstehcr des Kreises, die mit der Einreichung

der Zusammenstellung über die Bcranlaquna der Kreis­hundesteuer für das 1. Rechnunqs-Halbjabr 1926/27 zufolge Rundschreiben vom 22. v. Mts. K. 1654 noch im Rück­stände sind, werden hieran mit Stägiger Frist erinnert.

Fulda, den 11. Mai 1926.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: I. A.: Scholz.

Bekanntmachung.

Der Kreisarzt Dr. Nobel ist vom 18.—23. ds. Mts beur­laubt. Die Vertretung erfolgt durch den Kreisarzt Mcdizinal- rat Prof. Dr. Kersten in Gelnhausen. (Tel Nr. 90). Sprech­tage werden in Fulda während der oben bezeichneten Zeit nicht abgehalten.

Fulda, den 17. Mai 1926.

Der Landrat: I. V.: Polster.

Bekanntmachung.

Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiicn an dem Landwege Mittelrode— Oberrode wird diese Wegesttecke für jeglichen Fuhrwerks- und Kraftwagenverkehr am

Dienstag, den 18. Mai 1926 gesperrt.

Die Umleitung des Verkehrs kann über Rodges—Besges erfolgen.

Uebertreiungen werden nach der Polizei-Verordnung vom 15. April 1909 (Amtsblatt Seite 97) mit 1—150 R.-Mk. bc= straft.

Fulda, den 17. Mai 1926.

Der Landrat: I. V. Polster.

Oeffentliche Steuermahnung.

Diejenigen Steuerpflichtigen, welche mit der Zahlung der folgenden Abgaben:

1.)"'Grundvermögcnsstcuer für Mai 1926,

2 .) Hauszinsstduer für Mai 1926,

3 .) EcwcrbrsteucrMorauszahlung für die Monate April, Mai und Juni 1926,

4 .) Handelskammerbeitraa-Vorauszahlung für die Monate April. Mai und Juni 1926.

noch rückständig sind, werden hiermit aufgefordert, den Rück­stand bis zum 25. Mai 1926 an die Stadtkasie einzu,zahlen.

Eine Behändigung von Mahnzetteln findet nicht statt.

Nach Ablauf der Frist beginnt die zwangsweise Einziehung der Rückstände.

Fulda, den 15. Mai 1926.

Stadtkasse: Herbert.

Die heutige Nummer umfaßt 6 Seiten

Verantwortlich für die Schriftleitung: Dr. rer. pol. Karl Krömmelbein-kN

Verantwortlich für den Anzeigenteil; CttP kchneidrr-Eulv»,