soll bei Löhnen bis zu 45 Schilling wöchentlich keine Herabsetzung stattfinden. Bekanntlich hatten sich die Verarbeiter unter Führung Cooks jeder beabsichtigten Lohnherabsetzung entgegengestellt, was schließlich, da die Berg- werksbeitzer dieser Forderung nicht nachgeben wollten, zum Streik der Bergarbeiter und weiterhin zum Generalstreik führte.
In einem großen Teil des Landes ist die Arbeit mit Ausnahme der Eisenbahnbetriebe fast in vollem Umfange wieder ausgenommen worden. Abgesehen von einigen unbedeutenden Zwischenfällen ist es zu keinen Störungen der Ordnung gekommen.
Deutsche ErMurig mdrrRatsstM. Eine Rede des Botschafters von Hoesch. - Vor dem Prüfungsausschuß in Genf gab Botschafter von Hoesch eine Erklärung über den Standpunkt der deutschen Delegation zu den Vorschlägen von Lord Robert Cecil ab. Er wies kurz auf die Ereignisse vorn Mürz und die damit wegen der Frage der Erweiterrmg der ständigen Ratsche entstandenen Ratkrise hin, die den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, zu dem es ausgefordert war, verhinderte, und erklärte, man werde begreifen, daß er anaeückts dieser Krise au der Franc der ständigen Rat- sitze nicht Stellung nehmen wolle und die Stellungnahme vielmehr dem Ausschuß überlasse. Die beiden wesentlichen Ideen des Vorschlags von Cecil, nämlich die Einführung eines Turnus und die Einschränkung der Wiederwählbarkeit, scheinen ihm aus guter Grundlage zu stehen, da die Bölkerbundversammluug sich wiederholt für die Einführung des Turnus ausgesprochen hat. Der zweite Gedanke sei insofern begründet, als er nichtständigen Ratmitgliedern in besonderen Fällen ausnahmsweise ermögliche, nach Ablauf ihrer Mandats ihre Arbeit im Rat durch Wiederwahl fortzusetzen. Das Recht der Bestimmung solcher Ausnahmefälle habe die Versammlung.
Botschafter von Hoesch gab dann seine grundsätzliche Zustimmung zu den Vorschlägen Cecils, fügte aber hinzu, daß die Versammlung bei der ausnahmsweisen sofortigen Wiederwahl in keiner Weise behindert werden dürfe und ihre volle Entschließungsfreiheit behalten müsse. Er bat Lord Robert Cecil, ihm diese Auffassung zu bestätigen.
Hinsichtlich der n i ch t st ä n d i g e n R a t s i tz e erklärte der deutsche Vertreter, daß die Argumente, die zur Erhöhung der Zahl der nichtständigen Ratsttze auf neun geltend gemacht würden, nicht ganz überzeugen könnten, und stimmte im wesentlichen den Argumenten zu, die in meisterhafter Weise von dem Vertreter Italiens vorgebracht worden seien, in denen eine m ö g l t ch st weitgehende Einschränkung bei der Vermehrung der nichtständigen Ratsitze vertreten würde. Angesichts der starken Strömung für die Vennehrung der nichtständigen Ratmitglieder richte er daher an den Ausschuß das Ersuchen, die Vermehrung möglichst niedrigzuhalten.
Deutscher Reichstag.
(202. Sitzung.) CB. Berlin, 15. Mai.
Ter Gesetzentwurf über das deutsch-spanische Handelsabkommen wurde an den Auswärtigen Ausschuß überwiesen. In dritter Beratung wurde der Gesetzentwurf über Abänderung der Reichsverordnungen über die Fü rso r g ep flicht endgültig verabschiedet. Zur zweiten Beratung stand dann ein Gesetzentwurf über Abänderung des zweiten Buches der Rcichsversicherungsordnuna- (Zuschlag zu den Beiträgen der Arbeitgeber bei ungebührlich verzögerter Zahlung, Regelung von Streitigkeiten zwischen Ärzten und Krankenkassen durch ein Schiedsgericht, Ausgleich in den Wochensürsorgelasten usw.).
Abg. Frau Arendsee (Komm.) beschwerte sich darüber, daß die Arbeitgeber rücksichtslos die Beiträge zurückhielten, um damit Geschäfte zu machen.
Abg. Jücker (Soz.) wies auf die Notlage der Krankenkaffen hin. Die Amtsgerichte verhängten gegen die säumigen Arbeitgeber lächerlich geringe Geldstrafen.
Abg. Andre (Ztr.) führte aus, daß in der Inflationszeit sehr hohe Verzugszinsen eingeführt seien, die nach heutigem Verhältnis bis zu 500 % betragen würden. Das habe sich nach der ^Stabilisierung nicht mehr aufrechterhalten lassen.
Der Gesetzentwurf wurde in zweiter und dritter Lesung nach den Ausschutzvorschlägen angenommen.
Ter Fall Jürgens.
Die kommunistische Fraktion hat in einem Gesetzentwurf die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen die Urteile des Staatsgerichtshofes beantragt, besonders in allen den Fällen, wo an dem Verfahren der Untersuchungsrichter Jürgens aus Stargard mitgewirkt hat. Der Rechtsausschuh beantragte Ablehnung.
Abg. Dr. Rosenberg (Komm.) erklärte, im Rechtsausschuß hätten mehrere Parteien in dem Jürgens-Falle noch nichts unternehmen wollen, weil das Verfahren gegen Jürgens noch schwebe. Der Preußische Landtag habe bereits einen anderen Standpunkt eingenommen.
Abg. Tr. Rosenfeld (Soz.) meinte, daß, da sich der Untersuchungsrichter Jürgens durch ehrenrührige Handlungen als nicht einwandfrei erwiesen habe, mindestens die Möglichkeit vorliege, daß er in seinem Amte gleichfalls sich Verfehlungen habe zuschulden kommen lassen, und deshalb müßten eigentlich sämtliche Urteile der Verfahren, wobei er mitwirkte, aufgehoben werden. Aber seine Partei wolle nicht so weit gehen, beantrage aber, daß sämtliche Fälle nachgeprüft würden.
Abg. Dr. Wunderlich (D. Vp.) lehnte es ab, eine Ausnahme für die Staatsgerichtshofurteile von dem übrigen Recht zu machen. In dem Falle Jürgens enthalte er sich jetzt jeder Stellungnahme. Die Abstimmung über den Ausschutzantrag auf Ablehnung blieb zweifelhaft. Die Auszählung ergab 138 Stimmen für und 104 Stimmen gegen den Ausschußantrag. Es fehlten also vier Stimmen an der Beschlußfähigkeit.
Die Sitzung wurde abgebrochen und der Reichstag auf Montag nachmittag vertagt.
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Keine Llnierbrechung des Reichstags.
Der Ältestenrat des Reichstags beschloß, die Pleuar- sitzungen des Reichstages wegen der Regierungskrise nicht abzubrechen, sondern nach dem bereits fertigen Plan das Hans auch noch in dieser Woche tagen zu lassen. Unter den zu erledigenden Gegenständen befinden sich der spanische und der portugiesische Handelsvertrag und außer einigen Anträgen über die Erwerbslosenfürsorge ein Nachtragsetat des Jahres 1925. Auch mit der Beratung des Knappschaftsgesetzes soll begonnen werden. Man erwartet die Regierungserklärung, falls bis dahin ein Kabinett gebildet ist, für Mittwoch oder Donnerstag.
Preußischer Landtag.
(171. Sitzung.) tt. Berlin, 15. Mai.
Ter Landtag überweist einen deutsch-volksparteilichen Antrag über die Groß-Hamburger Frage an einen neu zu errichtenden Ausschuß. Annahme findet tu allen Lesungen ein ffrantraci der Reaienmasvarteirn. der die Borloae einet Ge
setzes verlangt, durch das 120 Millionen als Zwischcnkrcditc für die
Förderung des Wohnungsbaues, und zwar insbesondere für erste Hypotheken, zur Verfügung gestcll! werden. Ein volkspartcilicher Antrag, der mit Rücksicht aus die Not der Ruhrgemeiuden eine neue verminderte Festsetzung der den Gemeinden des besetzten Gebietes während des .Puhrkampfcs gezahlten Staatsvorschiissc verlangt, geht zur weiteren Beratung an den Ausschuß für die besetzten Gebiete. .
Das Haus setzt dann die zweite Beratung des Forst- tz a u s h a l t s fort. Dabei hebt
Abg. Held (D. Vp.) hervor, daß durch den Eulenfratz Schäden verursacht wurden, die eine Aufforstung von mindestens 15 000 Hektar nötig machten.
Landwirtschaftsministcr Dr. Steiger macht auf das Wachsen der Vcrwaltungskostcn aufmerksam und betont, die Einnahmen könnten höchstens durch Vergrößerung des Einschlages erhöht werden. Tas würde aber wieder zur über« fütterung des Marktes beitragen. Bedenklich sei das Wachsen der Einfuhr aus Polen. Sollte kein Vertrag- mit Polen zustande kommen, dann müßten wir zu einem Einfuhrverbot schreiten.
Es werden dann zahlreiche Wünsche in bezug auf die Forstverwaltung laut, die von Rednern aus verschiedenen Parteien vorgebracht werden. Die Abstimmungen zum Forsthaushalt sollen am Dienstag, den 18. Mai, staitfinden.
Darauf vertagt sich der Landtag.
politische Rundschau.
Deutsches Reick.
Tagung des ReichsparLeivorstandrs des Zentrums.
Die neue Sitzung des Reichsparteivorstandes der Zentrumspartei findet am Mittwoch, den 19. Mai in Berlin statt. In dieser Sitzung soll Stellung genommen werden zur Frage der Fürstenabfindung, insbesondere zu dem bevorstehenden Volksentscheid. Außerdem soll in dieser Sitzung die Bildung eines geschäftsführenden Vorstandes der Reichspartei erfolgen. — Sofern es notwendig sein sollte, wird Ende Mai oder Anfang Juni-eiue Sitzung des Reichsparteiausschusses einberufen werden.
Heraufsetzung des Wahlalters in Bayern.
Der Verfassungsausschuß des Bayerischen Landtages nahm in der fortgesetzten Beratung des Regierungsent- wurfs zur Abänderung der bayerischen Verfassung mit den Stimmen der Koalitionsparteien und des Völkischen Blocks den Artikel 2 an, der das Wahlrecht bei den Gemeinde- und Kreiswahlen von der Vollendung des 25. Lebensjahres abhängig macht. Minister des Innern, Stützel, hatte im Laufe der Aussprache betont, daß vom Standpunkt der Reichsverfassung aus keinerlei Bedenken gegen die rechtliche Zulässigkeit der in Aussicht genommenen Regelung erhoben werden könnten. In der Gesamtabstimmung über den Regierungsentwutf fand dieser gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der Kom- munisten und der Nationalsozialisten Annahme.
Ms Zn- und Msrand.
Berlin. Im N e i ch s r a t wurde der Gesetzentwurf der Regierung über die Fürstenabfindung mit 42 gegen vier Stimmen bei mehreren Stimmenthaltungen angenommen.
Dresden. Der frühere sozialdemokratische Ministerpräsident und jetzige KreiAhauptmann von Dresden, Wilhelm Buck, hat seinen Äu stritt aus der Sozialdemokratischen Partei erklärt.
Wien. Nach einer hierhergelangten, für zuverlässig erklärten Meldung ans Tirana sind Banden mit Motorbooten von der italienischen Küste, insbesondere aus Brindisi, gut bewaffnet und ausgerüstet, nach Albanien gekommen und über Tirana ins Gebirge vorgestoßen, wo mit albanischen Regier ungstruppen bereits mehrfache Z usamincn- stoße stattgefunden haben. Die albanische Regierung hält alle Meldungen zurück.
Neuere Nachrichten.
Wochenbericht über die Arüeitsinarkèlagc.
Berlin. Die Verschlcchtcrungserscheinungeu auf beut Ar- beitsmarkt sind auch in der Bcrichtswochc vorherrschend geblieben. Betriebsstillegungen und Einführung von Kurzarbeit dauern in den maßgebenden Industrien noch an. Aufnahmefähig ist immer noch die Landwirtschaft. Geringe Anzeichen einer Besserung lassen sich im Baugewerbe und im Vervielfältigungsgewerbe erkennen. Nach wie vor ungünstig ist die Lage noch immer für Angestellte. Es waren 244 652 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 244 942 der Vorwoche. Darunter befanden sich 161667 (162 876) männliche und 82 98^ (82 066) weibliche Personen. Unterstützung bezogen 130 281 (130 205) männliche und 57 719 (57 072) weibliche, insgesamt 188 000 (187 277) Personen. Außerdem waren bet Notstandsarbeiten beschäftigt 4161 (4021) Personen. Die Zahl der zu gemeinnützigen Pflichtarbeiten Überwiesenen betrug 74 gegen 63 der Vorwoche.
Eröffnung der Hamburger Kolonialschau.
Hainburg. In den Ausstellungshallen des Hamburger Zoologischen Gartens wurde die Hamburgische Kolonialschau und Exportmustermessc 1926 feierlich eröffnet.
Der Vergleich im Münchmeycr-Prozest abgelehnt.
Borkum. Der tm Borkumer Beleidigungsprozeß getroffene Vergleich zwischen dem Landeskirchenamt Hannover und Pastor Münchmeyer einerseits und Dr. Völklein, Dr. Charwig und Lazarus Feld anderseits ist vom Landcskirchenamt Hannover abgelehnt worden. Die Gerichtsverhandlung geht vor dem Großen Schöffengericht in Emden weiter. Das Urteil ist am Dienstag zu erwarten.
Eröffnung des Kölner Flughafens.
Köln. Der Flughafen der Stadt Köln-Butzweilerhos wurde in Gegenwart zahlreicher geladener Gäste eröffnet. Bei der Eröffnungsfeierlichkeit teilte der zuständige Beigeordnete der Stadt Köln Haas mit, daß außer den schon bekannten über Köln führenden Fluglinien in den nächsten Tagen die Linien Paris—Köln—Berlin und Kopenhagen—Hamburg—Köln eröffnet werden.
Schluß öds Christlichen BergarSciterkongresses.
Saarbrücken. Hier wurde die 18. Generalversammlung des Gewerkvereins Christlicher Bergarbeiter beendet. Abg. Jmbusch wurde einstimmig auf zwei Jahre zum Ersten Vorsitzenden wicdcrgewählt. Es kam eine Reihe von Entschließungen zur Annahme, in denen insbesondere die Einführung des Rcichsknappschaftsgesetzes int Saargcbiet, der zeitgemäße Ausbau der Sozialfürsorge und eine wertbeständige Lohnzahlung gefordert werden.
Spanischer Vormarsch in Marokko.
Paris. In einem offiziellen spanischen Komnumiguü wird mitgeteilt, daß tm Frontabschnitt Adjdir die spanischen Truppen ihren Vormarsch fortgesetzt und einige wichtige Stellungen nördlich von Udia-Tamasint besetzt haben. Die Rislcutc hätten nur schwachen Widerstand geleistet. Das nächste Ziel dieser Vormarschbcwcgung fei die Herstellung der Verbindung mit den französischen Abteilungen, um das Gebiet der Bcni Tust einzuschließen. .........
Mitarbeiter braucht die Zeitung7 Mitarbeiter sollen auty Sie fein/
Die „Norge" m Alaska.
Bei Nome glücklich g c l a n b c t.
Die „Norge", Amundsens Luftschiff, laut am 15. von Norden aus um 7 Uhr morgens Alaska-Zeit, 6 Uhr abends westeuropäische Zeit, in Nome in Tick! nachdem sie vorher über Teller, 100 Kilometer tiorbtoeff- lich von Rome, mit der Außenwelt wieder Verbindung ausgenommen hatte, und landete glatt. Tie Bevölkerung die tagelang das Luftschiff erwartete, bereitete den Luft- schiffern einen stürmischen Empfang. Ellsworth teilte dem Präsidenten Coolidge telegraphisch den glückliüwn Reiseabschlusi mit. Das Luftschiff hat die Radioanrufe während des ganzen Fluges empfangen, aber nicht erwidern können, da die Luftspannungen ungünstig waren
Begeisterung in Rom über den Erfolg der „Norge".
Die Nachricht von der Ankunft der „Norge" in Alaska hat unter der römischen Bevölkerung größte Freude und Begeisterung hervorgerufen. Die Straßen und offene liehen Gebäude wurden sofort beflaggt. Die Glocke des Kapitols läutete. Vor der Wohnung der Familie Nobile sammelte sich eine freudig erregte Menge. In der Abgeordnetenkammer teilte der Unterstaatssekretär für das Luftfahrtwesen, General Bozani, die Ankunft der „Norge" mit, die von allen Abgeordneten mit einer begeisterten Beifallskundgebung ausgenommen wurde.
Aus
und Aachbargedieten.
Merkblatt für den 18. Mai.
Sonnenaufgang 45 8 Mondaufgang 9M V.
Sonnenuntergang 7“ || Monduntcrgang 12M V.
1848 Eröffnung der ersten Deutschen Nationalversammlung — 1869 Der ehemalige Kronprinz Rupprecht von Bayern in München geb. — 1899 Erste Friedenskonferenz im Haag.
Blumen, im alten Jahre verweht. Lasse das neue reicher dir blühen!
Doch Hoffstt du, Freund, auf ein üppiges Beet,
So mußt du auch selbst dich im Garten bemühen.
Wolrad Eigenbrodt.
Pcrsonaloeränderungen im Bezirk der Oberpostdirektion in Kassel. Uebertragen: Eine Postdirektorstelle in Essen dem Postassessor Dr. Fenge in Kassel, eine Oberpostmeisterstelle dem Postmeister Waßmuth in Carlshasen, Oberpoftinspektorstellen den Postinspektoren Eckhardt, Kühn, Martin, Gustav Müller und Schöneberg. Jnspektorstelleft den Telegrapheninspektoren Peter und Zeuch in Kassel, Postinspektorstellen den Oberpostsekretären Balz, Butte, Griesel, Köhler, Nörx, Pompluhn und Schwenn in Kassel, TelegrapheninspMorstellen den Telegro- phenoberLauführeru May in Dörbach und Ottens in Marburg (Lahn). Planmäßig 'eingestellt: als Telegraphensekretär der Telegraphenpraktikant Scheideler in Fulda. Planmäßig wie- derangestcllt: als Postsekretär der Steuersekretär a. W. Morgner und der Regierungssekretär a. W. Pierson in Kassel. Versetzt: Der Telegraphendirektor Walckhoff von Hanau nach Frankfurt (Oder) und Postassistent Luise Elsaßer von Stcrbfritz nach Kassel unter Ernennung zum Telegraphenassistenten. Ja den Ruhestand getreten: Der Telegraphènobcrbauführer a. N Koch' in Hersfeld und die Telegraphenasftstenitcn Friedericke Paetow und Paula Vennewitz in Kassel. Gestorben: Oberpostsekretär a. D. Seemann und 'Tclegraphenassistent Marie Göbel in Kassel.
iS.ZMüMsoersmmlMg desDeutsch-Ev.NaueMM Ortsgruppe Fulda.
Die Vorfeier zur loten Jahresversammlung des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes, Ortsgruppe Fulda, fand int festlich geschmückten Saale des evangelischen Vereinshauses am Freitag, den 14. Mai, statt. Der Blumenschmuck war in den Bundesfarben grün und weiß gehalten, in der Fülle des Frühlings. Die erste Vorsitzende der Ortsgruppe, Etiftsdame Fräulein von Holleben, eröffnete die Versammlung mit einem kurzen Rückblick auf die Gründung der Fuldaer Gruppe durch die langjährige zweite Vorsitzende des Bundes, Gräfin Selma von der Eroeben. Die Arbeit wurde von Anfang an unter die Leitgedanken gestellt: „Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst" und „Ein Jeder trage des Anderen Last." Die Vorsitzende dankte dem Vorstände für seine unermüdliche treue Mitarbeit, begrüßte sodann die Vorsitzende des mitteldeutschen Verbandes, Fräulein Erotefend aus Marburg und andere Gäste, wie die frühere Schatzmeisterin Frau Bersch. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Gründerin des Deutsch-Evangelischen Frauenbundes gleichzeitig das fünfundzwanzigjährige Jubiläum als erste Vorsitzende des Bundes, der fast 200 000 Mitglieder zählt, feiert. Der Glückwunsch an Frau Paula Müller-Otfried war von Liebe und Dankbarkeit durchdrungen für die hingehende Arbeit im Bunde, er fand bei der Verlesung let- hafte Zustimmung in der Versammlung. Die Wünsche, welche alle Mitglieder in Fulda für die Zukunft für die Zusammenarbeit mit dein Vorstand in der Ortsgruppe haben, hatte Frau Pfarrer Weber in sinnigem Vorspruch zusammengefaßt, den ein Mitglied der Jugendgruppe vortrug. Herr Superintendent Ruhl ergriff anschließend das Wort zu einem Rückblick und Ausblick. Wie beim Kind mit dem zehnten Jahre der eigentliche Ernst der Arben beginne, io sei es auch im Bunde. Erfahrung lehrt auM vieles noch bester zu machen. Um aber gesegnete Arden zu leisten, brauche es mehr, brauche es der Kraft Gottes Wie Elias seines Schülers Elisa Bitte, ihm seinen Geist zu lassen, beim Scheiden erfüllte, „in Fülle und Hülle, als er ihm seinen Mantel hinterließ und ihn mit heiliger Kraft erfüllte, so gab Jesu Himmelfahrt allen Menschen „in Fülle und Hülle". Gottes Geist in Fülle, in Seinem Leben, Sterben und Auferstehen, und als Hülle des Geistes — die Kirche. Mit dem Segenswunsche, daß der Deutsch-Evangelische Frauenbund als Glied mitarbeite gegen den Weltgeist, für Gottes Geist, und dein innigen „Vater unser" schloß die Ansprache. Wunderbar ergriff das Lied „Herr, den ich tief im Herzen trage, bleibe bei mir", als Nachklang die Herzen der Zuhörer. Die ^er- bandsvorsitzcnde, Fräulein Erotefend, erfreute die Versammlung mit ihren reichen Erfahrungen als Rednerin auf dem Lande. Wie lebendig führte sie vor Augen, was unsere Zeit für neue, ernste Aufgaben bringt. Wir Frauen wurden unerwartet, unvorbereitet vor Rechte und Pflichten gestellt, die vielen ganz fern lagen und manchen, besonders auf dem Lande, geradezu ein Unrecht dünkten. Wie bedurfte es für eine Rednerin des Mutes, der Liebe, um an solche Menschen heranzukommen, sic aufzuwecken u- zu sammeln. Kirche, Familie u. Vaterland mußten behuter, verteidigt, gefestigt und geheiligt werden nach den Umwälzungen der letzten Jahre. Aber den Frauen, die an der Seite der Männer mühten, ward manch tiefer gegönnt in die Seelen des Volkes, der ländlichen Pewom ner, die noch einen Schatz an echtem Eefühl und gesuno Menschenverstand bergen. Besonders nahe kam man sim in den Elternversammlungen, wo all die Nöte der oeut gen Jugend und die Sorgen um die Kinder und ihre -d . tunst zur Aussprache kamen. D8s Ende des „Auslebens 4