0 Die üOetftijtoemmuttgöu an ser Wolga.
Nach den letzten Meldungen ans Nishnij Nowgorod steigt das Wasser täglich. Fast alle Fabriken in der Umgebung der Stadt stehen unter Wasser. Die Überschwemmung, von der bisher hauptsächlich der Oberlauf der Wolga betroffen war, dehnt sich auch auf den unteren Teil der Wolga aus. In der Republik der Wolgadeutschen werden alle Vorbereitungen zum Schutze gegen die Überschwemmung getroffen; aus den in der Nähe des übcr- schwemmungsgebiètes liegenden Gegenden wird die Bevölkerung sowie das gesamte Inventar evakuiert.
0 Die Ankunft der „Baden-Baden" in Newyork. Das Rotorschiff „Baden-Baden^ legte in Newyork in dem städtischen Dock in der Newyork Batterie an. Flcttner Hatte beim Verlassen der Quarantünestation die Rotoren anstellen lassen, so daß die Einfahrt ausschließlich mit ihrer Benutzung erfolgte. Sie gestaltete sich zu einem Triumphzug. Zur Begrüßung ließen die Dampfer und Fährboote im Hafen die Sirenen ertönen, kleinere Fahrzeuge mit Neugierigen umfuhren das Schiff, das bei allen Fachleuten größtes Staunen erregte. Die „Baden- Baden" legte insgesamt 6000 Meilen zurück, davon 70 % mit Rotorbenutzung.
Vermischten -
Helleres Brot ohne Weizen. Der deutsche Roggen soll bei der Brotversorgung bekanntlich an Stelle des teueren Weizens treten, der zum größten Teil eingeführt werden muß. Reines Roggenbrot ist auch für Gesunde im allgemeinen zuträglicher. Auch bei der Schutzpolizei sollen die Dienststellen wie die Beamten dieses Bestreben fördern, wenn der Minister des Innern auch nicht allgemein anordnen will, Laß den Beamten, die aus einer gemeinsamen Polizeiküche veiPflegt werden, nur Roggenbrot verabreicht werden darf. Dem Verlangen nach einem helleren Brot kann aber durch Rogzenmehl entsprochen werden, da statt zu 85 Proz. zu 65^70 Proz. ausgemahlen ist. Man erzielt so ein reines Roggenbrot, das ebenso hell aussieht, wie wenn 20 Proz. Weizen mitverbacken sind. Brötchen, Semmeln usw. sollen nur noch etwa an 2 Tagen der Woche verabfolgt werden.
— Die Bienen prophezeien einen kalten Sommer. Zu den Tieren, denen man weiterprophetische Gaben zuschreibt, gehören vor allem die Bienen. Wenn es dem Bienenstaat schlecht geht, viel Kinder und keine Nah- runasmittel da sind, dann werfen die Bienen die Larven einfach aus dem Stock hinaus und lassen sie draußen ver- bungern und erfrieren. So ist wenigstens den erwachsenen'Arbeiterinnen durch Beseitigung untätiger Mitfresser geholfen. Ist die Not am größten und besteht keine Aussicht aus Besserung, dann werden auch erwachsene Tiere binausgeworfen, und zwar — da der Bienenstaat ein Weiberstaat ist — ausschließlich die Männchen, die Drohnen. Eine Drohnentötung im Frühjahr ist immer Ausnahme, Zeichen bitterster Not und schlechten Wetters. Eine solche vorzeitige Drohnentötung soll auch in diesen Tagen stattgefunden haben. Die Bienen sollen die Drohnen in ihren Stöcken noch vor Beginn der Schwarmzeit vernichtet haben. Offenbar — so sagt man — verfolgten sie damit den Zweck, eine Vermehrung ihrer Zahl wegen der kommenden schlechten Zeit soweit als möglich einzuschränken. An diese Meldungen wird der Schluß geknüpft, daß der Sommer 1926 recht kalt und verregnet sein werde. Von anderer Seite behauptet man jedoch, cs handele sich nur um Trugschlüsse.
— Apparat zur Verhütung von Eisenbahnzusammen- sjößrn. Ein Italiener Namens Francesco Sabbate hat einen elektrischen Apparat, der Eisenbahnzusammenftötze verhüten soll, erfunden. Der Apparat, der bereits patentiert ist und demnächst den italienischen Eisenbahnbehör- dcn vorgeführt werden soll, kann bei Lokomotiven jeder Art, bei^elektrisch und bei durch Dampf betriebenen, an- gelvandt werden und tritt im Gefahrsfalle nicht nur bei in voller Fahrt befindlichen, sondern auch bei haltenden Zügen in Tätigkeit. Er wirkt automatisch auf die Zug- bremsen, sobald zwei Züge auf demselben Gleis fahren,
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Stimmungsbilder.
(Skizzen aus dem Felde 1914—18.) Von Otto Ulbrich, Fulda.
(Fortsetzung.)
29. August 1915.
I.
Weit und blau dehnt sich der sonnige Himmel NorLstank- reichs über mir, Aeroplane durchziehen schwirrend und sausend die klare Luft, — sie gehen zur Front oder sie kommen zurück. Mitunter treffen sich die feindlichen Flugzeuge in der Höhe und scharfes Geknatter ruft uns heraus, ein Kranz kleiner weißer, rundgeballter Wölkchen umgibt sie bald, bis sich die kreisenden Riesenvögel entfernen. Unsere neuen Kampfflugzeuge sind oanz hervorragende Waffen, die feindlichen Aeroplane weichen diesen gern aus, da ein Kampf meist ernste Folgen für sie bringt. — Wir sitzen am sumpfigen Bache und sonnen uns nach dem reinigenden Bade unter Obstbäumen in paradiesischer Nacktheit; in näherer oder weiterer Entfernung von uns arbeiten die braungebrannten Evastöchter Frankreichs, Scherzworte fliegen hin und her, und ungeniert, wie die Frauen hier nun einmal sind, finden sie nichts dabei, recht nahe an unsere Dolo- rado heranzukommen und uns mit Fallobst zu bewerfen. Am Paradies-Bild fehlte nur die Schlange! — Eine riesige Kornkammer bilden hier die Felder, reich und hoch steht Weizen und Korn, schwer und ertragreich sind die gebundenen Garben, die wogenden Felder umkränzen tausende von weißen Margueriten, blauen Kornblumen und rotem Klatschmohn, die stolzen Ratio- nalsarben Frankreichs. O, stolze Marianne, worauf gründet sich eigentlich dein Stolz! Deutsche Truppen halten deine fo wertvollen Provinzen besetzt, sie besäen und ernten deine Felder, auch dieses ist dem Vaterland gedient. Die welschen Frauen, schwarzhaarig mit dunklem Teint, weiße Kopftücher umnebunben, Feueraugen im Kopfe, sie arbeiten für uns, die Wulf es meist mit hochroten oder kornblumenblauen Leibbinden angetan, sie dienen unseren Zwecken, eure großen Schafherden sie weiden für uns, eure Kühe und Rinder liefern Milch, Butter und Fleisch. In großen Farmen sind sie zusammengetrieben und Tag und Nacht weiden sie in den riesigen Pferchen. Die Schlösser, Gutshäuser und Höfe umgeben wunderbare Gärten, deren Blumen schmücken die Tafeln unserer Offiziere, das vorzügliche Obst dient als Nachtisch, auch wir lieben den Nach- 11)13 und alltäglich holen wir das erforderliche Obst wo es uns oejallt. Deutsche neue Maschinen dreschen tüchtig darauflos, um unsere Ernährung sicherzustellen, und froh bringen unsere Fahrer, Kanoniere und Trainsoldaten auf hochbeladenen Wa- cren die Ernte heim in die großen Scheuern, das erdroschene Korn zum Speicher oder zur Bahn. Braun und hager werden sie alle, die braven deutschen Landwehr- und Landsturmleute, alle verloren das überflüssige Fett. Während sie zu Hause ihre Ernte den Frauen überlassen müssen, arbeiten sie hier im Schweiße des Angesichts für das allgemeine Wohl des Vaterlandes! In einigen Gemeinden arbeiten russische Gefangene tüchtig mit auf dem Felde, es sind kräftige, fleißige Leute, die sich in der deutschen Sauberkeit und Gründlichkeit, mit der sie entlaust werden, im allgemeinen wohl fühlen. Aber immer miede» versuchen zwei oder drei Halunken auszukneifen, diese täppischen Kerls, ob es nun große Patrioten ober Faulenzer sind werden dann binnen wenigen- Tagen wieder eingefangen, um entsprechend für die Dummheit bestraft zu werden. Von Roye her dröhnt der Donner der schweren Geschütze, unsere Siege in Rußland wecken hier an der Front ein lebhastesEcho,
so daß sie beide gefährde! imb, UND zwar beginnt er zu funktionieren, wenn der Zug etwa 1500 Meter von dem Hindernis entfernt ist. Zu gleicher Zeit wird der Zugführer durch selbsttätige optische und akustische Signale auf die Gefahr und auf die Ursache des plötzlichen Haltens des Zuges aufmerksam gemacht. Der Apparat soll ferner auch verhüten können, daß der Zug auf eine zertrümmerte oder schwerbeschädigte Brücke losfährt: in solchem Falle bleibt die Lokomotive, wie behauptet wird, automatisch in einer Entfernung von 750 Metern vor der Gefahrzone stehen.
Anekdote vom „alten Fritz". Friedrich hatte eine besondere Achtung für alles was den Ackerbau betraf, und tat alles, um diesen zu heben. Die jährlichen Musterungen gaben oft Gelegenheit, daß hier und da ein Acker- stück verwüstet wurde; der Schaden wurde aber jedesmal ersetzt. Oft liest der König mitten im Marschieren die Züge abbrechen oder sich rechts und links ziehen, wenn ein besätes Ackerstück im Wege lag. Bei einem Manöver in Potsdam kam ein Bataillon so weit rechts nach Born- ftDt vor, daß es über ein Erbsenfeld marschieren mußte. Der Amtsschreiber stellte sich dem Bataillon entgegen und schrie aus allen Kräften: „Hier darf nicht marschiert werden! Hier stehen Erbsen!" Die Soldaten lachten, und folgten dem Kommando. In dem Augenblick kam der König und fragte: „Was gibts?" Der Amtsschreiber sagte dem Monarchen: „Man will über meine Erbsenbreite marschieren, und das gebe ich schlechterdings nicht zu!" — „Nun, nun, sie werden Ihm ja seine Erbsen nicht verderben! 9ßas schadet's denn, wenn das Bataillon darüber marschiert?" — „Erlauben Ew. Majestät" erwiderte der Schreiber voll Eifer; „das schadet wohl, und es geht gar nicht an!" — Da der König diesen Menschen so in Eifer sah, fragte er ihn: „Wer ist er denn eigentlich, mein Freund?" — „Ich bin der Amtsschreiber aus Bornstedt." Der Monarch lächelte, nahm den Hut ab, und sagte ganz ernsthaft: „Sehr wohl, Herr Amtsschreiber, ich werde mich künftig danach richten!" — Dann ließ er wirklich die Zügeabbrechen und ritt fort.
Verfehltes Mittel. Der Amtsrichter R. in O. war weit und breit als Sonderling bekannt. Er hatte in seiner Amtsstube einen Ofen von riesigen Dimensionen stehen. Wenn er nun einen Fall zu verhandeln hatte, der sich über Gebühr in die Länge zog, so ließ er die Parteien auf einer Bank unmittelbar vor dem Ofen Platz nehmen und derart einheizen, daß die böswilligen Widersacher bald zum Ein- lenken gebracht wurden. Einst verfing bei einem dicken Herrn dies Mittel aber nicht, trotz anhaltendem Nachschü- ren. Plötzlich begann der dicke Herr mit freundlichem Grinsen: „Das hilft bei mir nicht, Herr Rat — ich bin nämlich Bäcker."
Schwierigkeiten. „Was fällt dir ein, so ungekämmt in die Schule zu kommen? Kannst du dich nicht zu Hause ordentlich frisieren?" — „Keen Kamm, Frollein." — „Dann kannst du doch deines Vaters Kamm nehmen." — „Keene Haare, Frollein."
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Rundfunk Frankfurt (Welle 470), Cassel (Welle 273,5) Wochentags: 0 12: Nachrichten, Wirtschaft. O 12.55: Nauener Zeitzeichen. 0 3: Wirtschaft. 0 4. Wetter, Wirtschaft. O 4.10: Nachrichten- der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M., Hanau (Dienstag u. Freitag). 0 4.10, 6.10, 7.15: Wirtschaft. 0 Anschi, an die Abendveranstaltung: Zeit, Nachr., Wetter, Sport.
Sonntag, 16. Mai. 8: Morgenfeier. 0 11.30: Große Erzieher. 0 12: Dackenheimer Zitherkranz: Strauß: Auslvvl Nacht. — Mayer: Wiener Herzen, Walzer. — Hoenss: „Chiemseebilder, Fant. — Lindl: Treu der Zither, Marsch. — Ludung: Zigeunertraum. — Pichler: Jsâr-Bilder, Walzer. 0 1.30: Märchentante: Der kleine Hamelmann. Das Abenteuer im Walde. Vom Bübleiu, das überall bat mitgenommen sein wollen. Zwergwanderschaft. 0 3: llebertr. des Fußball-Meisterschaftsspieles. 0 5: Hausorch. Wagner: „Tannhäuser", Einzug der Sänger auf der Wartburg. — Puccini: „Die Boheme", Walzer der Musette. — Verdi: „Othello", Gebet der Desdcmona. — Strauß: Tanz der Salome. — Verdi: „Amelia", Eanznne des Paaen. — Mozart: ftiaaros Hochzeit. Dun. Nicolai:
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überall rührt man sich, überall werden Vorstöße und Ueberfälle oder Durchbruchsversuche gemacht. — Vergeblich rennt man gegen die deutschen Befestigungen an, immer mehr und größer und stärker werden dieselben ausgebaut. Die Straße Ham— Chauny wird ganz der einen Hälfte der herrlichen Pappeln beraubt, deutsche Soldaten füllen sie, öde und kahl zieht sie sich dahin,,— wir brauchen das Holz für bombensichere Unterstände, und die Sägemühlen arbeiten Tag und Nacht, um die Hölzer fertigzustellen, Trains und Eisenbahner führen die zugeschnit- tenen Hölzer bann zum Einbauen in die Stellungen. Die an= wohnenden armen Franzosenfamilien reißen sich um die Abfallhölzer, sie besorgen das Ausputzen der Stämme von selbst und erhalten auf diese Weise selten billiges Winterholz. Um die Linien unserer Front zu verstärken, werden aus den rückwärtigen Kolonnen, Formationen und Trains jetzt geeignete Leute herausgezogen und Infanterie-kompagnien gebiidet, um im Bedarfsfälle sofort mit großen Autos an gefährdete Stellen geworfen werden zu können. Eine ständige Rührigkeit, eine unauffällige und unaufhörliche Weiterrüstung und Vorsorge für alle denkbaren Fälle und Möglichkeiten, die sich bis ins kleinste erstreckt, dies ist Lie Tätigkeit der Stäbe. Fernher von den Kirchtürmen Hams hallen die Glocken, Siegesglocken, freudig und jauchzend, auch die Glocken der Kirche von Sancourt fallen ein, und wie in den deutschen Landen klingt die Kunde von Mund zu Mund von unserem siegreichen Vordringen in Rußland. Fahnen und Wimpel kommen heraus, deutsche, bayerische, hessische Farben wehen von allen Türmen und Häusern, von mit Prussiens belegten Häusern. Die Siege in Rußland wecken in uns die Hoffnung auf ein baldiges Vorwärtsdrinpen hier, ober auf einen sieghaften Frieden! Denn Sehnsucht ist cs,. Lie uns alle beseelt. Sehnsucht ist es, Lie die deutschen Soldaten am Abend, wenn die Sonne sinkt, sich zusammenfinden läßt, die sie heimatliche, wehmuterfUllte Lieder singen läßt, und in Sehnsucht schlafen sie ein, ihre Träume gelten den fernen Lieben und der „Deutschen Heimat!"
II.
Kanonendonner ringsum, die Franzosen sind nervös geworden, sie vergeuden Munition in Massen und am Abend lesen wir am Haupttelegraphenamt in Ham in lakonischer Kürze: „Nach heftiger Beschießung der Bahnhofsanlagen in Cr. wurde ein feindlicher Handgranatenangriff blutig abgewiesen." Ich habe Kommandanturdienst, sitze im Nebenraum,"— im eleganten Speisezimmer eines vermögenden Franzosen, der Salon bildet das Büro der Kommandantur am Marktplatz, inmitten der Stadt gelegen. Das vor dem Rathaus stehende Denkmal des Generals Foy kehrt uns den Rücken — er zeigt mit der erhobenen rechten Hand: „Vorwärts, nach Deutschland!" Du bronzener Held! Wärest du heute nicht aus Erz und könntest deine Dienste dem arg bedrängten Vaterlands anbieten, dein geniales Können würde vielleicht bessere Erfolge erzielen wie Joffre, der zur Untätigkeit verdammt ist, festgèhalten von einem eisernen Ring und von verhältnismäßig schwachen deutschen Linien. — Was nützen euch die Flieger'ausflüge selbst in großen Schwärmen, sie erzielen geringe Erfolge und kommen uns vor, wie sie letzten kräpfhaften Zuckungen eines ins Herz getroffenen sterbenden Aars! Schon vor dem großen Völkerringen wurde uns Grausen gemacht mit dem Ausschwärmen ganzer FlugzeugeschwaLer, — heute erwarten wir sie mit Ruhe, einige bleiben immer bei uns, und die besten Kräfte gingen euch auf diese Weise schon verloren. England glaubt uns durch Bewerfung der Dillinger Panzorplattenwerke zur See wehrlos machen zu können, dieser fromme Wunsch schadet unserem Schiffsbau nichts, findet aber ganz gewiß in Bälde eine kräftige
lustigen Meiller von Mlndssc". — U: '
Mainsichen Verb, für Volksbildung. 0 7: „Norderney und bir traft der Nordsee". 0 7.30: Büchcrsiunde. 0 8.30: Die Söhne Zweiter Abend: Wilhelm Friedemann Bach. Trio D-di,r. baute cantabile Es-dur. — Sonate G-dur. — Solvstück für — Sins. D-inoll. Auch.: Konzer.tnl. Kraus urid.Meinel, Lange, Cello: Naumann und Siebrecht, Flöte: Dr. Merten S Kohlhöfer, Klav. 0 9.30: „Der Schlager von seiner Geburt heute". Auch.: A. Resni, Tenor: Flügel: E. Kohlhöfer. Hou-orch
Montag,. 17. Mai. 4.30: Aus alten Dueretten. ■ Millös». „Die schöne Polin". — Joh. Straub: „Das Spihentuch. Königin". — Zeller: „Der Vogelhündlsr". — Offenbach: lub-Jntermezzo". - Zeller: „Latz dir Zeit", Lied. - Joh. „Frühlingslust". — Offenbach: „Die Großherzogin von Gerolstein" 0 5.45: Lesestunde: „Der Schutz von der Kanzel" von K. F. Men»/ 0 6.15: „Musik des deutschen Volkes: Laute, Gitarre, Mandolm» Zither, Balalaika, Hawaiische Gitarre usw.", mit Demoustr. Dr. Heinitz. O 7.15: „Die Maibowle", Bortr. von Herm. Gutzeit' 0 7.30: Engl. Llteraturvroben, von Studienrat Olbrich. © 7«: 0 7.45: Englisch. 0 8.15: Lustspiel-Abend. „Erster Klasse" und „Die Medaille" o. Thoma.
Dienstag, 18. Mai. .4.30: Hausorch. 10 Lieder vom Nlum und Wein. Mitw.: Holl, Batz. 0 5.45: Lesestunde. 0 615- Ucbertr. von Cassel. 0 6.45: Prof. Behrmann: Erinnerungen' an die Südsee. 0 7.15: „Musik des deutschen Volkes: Dudelsgz Harmonika und Orgel", Vortr. von Dr. Heinitz. 0 8.15: Castspisi Direktion Sander - Graef : „Der Zigeunerbaron". Operette drei Akten von Joh. Strauß. Hauptpers.: Graf Peter Somonan- F. Kugler. Tonte Sarnero: Th. Kaiser. Sandor Barynkai: H Steinbrecher. Kalman Zsupan, ' Schweinezüchter: R. o. Schenk Arsena, t Tochter: Else Simon. Mirabella, Erzieherin: Maria Palit. Ottokar, ihr Sohn: P. Westermeier u. a. Handlung: 1 Akt: Im Teineser Bauate. 2. Akt: In einem Zigeunerdorf. 3. Alt' Wien. Mitte des 18. Jahrh.
Mittwoch, 19. Mai. Uebertr. des Konzertes am Schweizer- bäuschen. 0 3.30: Rektor Wehrhan: „Krismhildens Rache" (füt Kinder vom 10. Jahre ab). 0 4.30: Neue Tanzmusik. Schwarz: „Kreuzworträtsel", Fortr. — Waldau: „Ich hab' geträumt", Balse boston. — Springefeld: „Dein Tanz hat mich entzückt", Fortr. — Häusler: „Hermosa Nina", Tango milonga. — Nicholls: „Araby", Fortr. — Leopoldi: „Momialona, Onestep. — Roland: „Goldrausch". Fortr. — Sonal): „Ls Raleo" (Neuer Tanz), — Palos: „Ti-ti-pu", Fortr. — Robrscht: „Carmencita", Fortr. 0 545: Stenogr. für Anf. und Fortgsschriitcns (Diktat von 80 Silben auf. wärts). O 6.15: „Gustav Mahler (gest. 18. Mai 1911)", Voitraq vou Kapellmeister todjerdjen. 0 6.45: Schach. 0 7.15: „Das gütende Steuersystem im Reich und in Preußen", von Dr. 'JleumM 0 8: llebertr. von Wiesbaden (Stäbt. Kurorch.). Meysrbeer: Krönungsmarsch aus „Der Prophet". — Weber: Ouv. „Euryanthe". Waaner: Ein!, zum 3. Akt „Die Meistersinger". — Grieg: Solveigs Lied. — Thomas: Duo. „Mignon". — Strauß: Rosen aus dem Silben. — Liszt: 1. ung .Rhapsodie F-dur.
Donnerstag, 20. Mai. 4.30: Hausorch. Franz von Suppe. Ouv. „Fatinitza". — Potp. „Die schöne Ealathee". — „Die Beichte", Lied. — Ouv. „Das Modell". — Reporterlied „Fatinitza". — Potp. „Boccaccio". — Teufelsmarsch. Mitw.: Rich. Riedel, Tenor. 0 5.45: Lesestunde. 0 6.15: llebertr. aus Cassel. 0 6.45: Das Haus der Jugend. Vortrag von Dr. Franke. 0 7.15: Italienisch. O 8.15: llebertr. aus Mannheim.. Beethoven. Sonate für Violine und Klavier G-dur. — Lieder. — Streichquartett E-dur. Ausf- Aenne Geyer, Sopran vom Nationaltheatsr, Kergl-Quartett. 0 9.15: Musik der deutschen Romcmtik. Schumann: Carneval. — Mols: Bilder. — Brahms: Trio. Ausf. Frl. Wiegand, Alt: Dr. Merten, Flügel: Englert, Klarinette: Lange, Cello. Anschi.: llebertr. von Berlin: Tanzmusik.
Frciiag, 21. Mai. 3.30: Lehrer Metzler: „Nachdenkliche Ce- schichten von Johann Peter Hebel (für Kinder vom 10. Jahre ab). 0 4.30: „Spiel und Beschäftigung des Kindes", von Lehrer Strider. — Hierauf: Wochenschau des Frankf. Hausfrauenv. 0 5.45: Aus den Briefen der Eünoerove. — Sprecher: Stadtmann. 0 6.15: Frankf. Bereinigung für Heimatkunde. 0 6.30: Stunde des Südivestd. Radioclubs. 0 7: „Ueber Hundezucht", von Dr. Stroh. 0 7.30: Uebertr. aus dem Stadtth. Castel: „Die Entführung aus dem Serail". Kom. Oper von Mozart. Pers.: Selim Bassa: Konstanza: Blonde, deren Mädchen: Belmonte: Pedrillo, Diener; Dsmin, Ausseher. Ort: Landgut des Basta. Mitte des 16. Jahrh.
Samstag, 22. Mai. 3.30: Stunde der Jugend. Fräulein Kleinschmidt singt kindliche Lieder: 0 4.30: Richard Wagner (geb. 22. Mai 1813). Hausorch. „Einzug der Götter m Walhall". - „Ritt der Walküren". — „Waldwsben". — „Gesang der Rhemtöch- ter". — Aus „Meistersinger von Nürnberg". 0 5.45: Lesestuiide (für die reifere Jugend): Aus dem Roman: „Die Regulatoren in Arkansas", von Gerstäcker. 0 6.15: Der Briefkasten. O 6.45: „Reiie Wegs der gegenm. Philosophie: Gsstaltthcorie. Bortr. von -Dr: Seinemann. 0 7.15: „Von der Romanliteratur Cowjetrußlands", Vortr. von Prof. Schulz. O 7.45: „Dichtung und Wunder", Vortr, von Stubienrat Herzfeld. 0 8.15: Heiterer Abend. Dichtungen, heitere Lieder und ein mufit. Scherz: „Beim Schiedsrichter", von Otto Bach. — Ausf. Renee Stobrawa vom E>chauspièlhaus P. Podehl, Batz: Erätzler, Trompete: Englert, Klarinette: Conference: Kner. Anschl.: von Berlin: Tanzmusik.
Beantwortung durch unsere mit vollem Recht in England gefürchteten Zeppelin-Luftschiffe, deren verheerende Zerstörung bei den letzten Besuchen Englands nach und nach bekannt wird. — Ein junger,Hanauer Klan steht vor der Tür der Kommandantur, als Posten, er hält gleichzeitig Ordnung unter den nä^ Einlaß sich drängenden Französinnen und Wuljes. Der Herr Kommandant, ein grauköpfiger jovialer Husarenmajor schmunzelt vergnügt, als keck und selbstbewußt ein schickes junges Dämchen hereinschwirrt, er ist überaus höflich, — der jüngere weiße Dragoner-Oberleutnant als Adjutant erhebt sich sogar, stellt sich, hinter den Rücken des Majors und liebäugelt mit der koketten Dame, bis der Aeitere merkt, daß er benachteiligt ist, der Passierschein -wird ausgefüllt und die Französin verschwindet. Ich stemple Passierscheine und darf natürlich nichts sehen, habe aber Langeweile und habe meinen Platz so gewählt am Tische, daß ich im großen Spiegel alles sehen kann, was kommt und geht. — Ein Bauer kommt, ehrerbietig die Mütze in der Hand, er war nachts im betrunkenem Zustand in einer offenen Scheune von einem die Posten reoibierenben Offizier gefunden worden. Er war eingesperrt und kommt jetzt, seinen ihm ab genommenen Paß holend, — er erhielt nach kurzem Verhör eine kräftige Stanbrebe gehalten, scharf und schneidend klang die Stimme des Herrn Majors, — anscheinend voll Neue und gedrückt zog der Bauer ab, im Wiederholungsfälle droht das Arbeitshaus. Die Frau eines Schiffers kommt, das 'Schisi bejf auf dem Kanal festgehalten bis geschleußt wird, sie bittet um. Brot und Geld für den Lebensunterhalt. Auch diese Arme wird erledigt. Einige Frauen und Männern haben Kognak einzüschmuggeln usw. versucht, im Kinderwagen versteckt usw. Die Getränke wurden von den Posten entdeckt, beschlagnahmt und die Gesellschaft je nach der Menge der eingefiihrten Getränke mit Geldstrafen belegt. So geht es ein und aus wie im Taubenschlag, da das Wandern immer mehr wird, muß das Ausstellen von Passierscheinen jetzt bezahlt werden, sofort ebbt es zurück. — MilitSrmusik erschallt, alles läuft und rennt an die Fenster, die Rekruten kehren vom Scharfschießen heim, in strammen Schritt paradieren sie am draußen stehenden Kom- manbantem vorbei. In der deutschen Buchhandlung dicht neben der Kommandantur gibt es die neuesten Zeitungen, Postkarten, Landkarten, Wörterbücher, und die schöne Deutsch-Elsässerin. welche als Verkäuferin dort tätig ist, hat gute Abnehmer. Auch die Feldpost und die Markctenderei an" der andern Marktseite sind stets gut besucht. — Es ist Mittag geworden, am Turm schlägt es 12 Ahr und wieder schallt es durch die Rue de la General Foy: Cintera, Eintcra, Bum, Bum „Jal bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben?" Die Wache zieht auf! Herrliche Landsturmleute, kräftige, bärtige Gestalten, es ist eine Lust, diese exerzieren zu sehen! Wie am Schnürchen klappt es und als der Präsentiermarsch. erklingt und alles still steht und grüßt, die Wachen, stehen sich wie lebende Bildsäulen mit präsentiertem Gewehr gegenüber, ba mag es wohl auch, den Franzmännern beklemmend ums Herz gewesen sein, sie sehen im kleinen ein Bild der deutschen Zucht und Ordnung, der Größe und Stärke des deutschen Vaterlandes! — Publikum sammelt sich' an, Soldaten und Offiziere vorherrschend, daneben einige elegante Französinnen älteren Datums, bann, auch eine Anzahl jener jüngeren Damen, welche durch ihre auffallende Kleidung ihre Wünsche ernennen lassen, sie alle promenieren um die konzertierende Kapelle. Der dienWabende Unteroffizier schließt die Äommanbantur, — ich fliehe das rauschende Leben und eile meinem Quartier zu, und Während ich der Stille zustrebe, spielt die Militärkapelle: ,$reut euch des Lebens ..."
(Fortsetzung folgt.)