1926 in Kraft. Die Erhebung von Beiträgen für Kraftfahrzeuge im Sinne des § 13 Abs. 1, Satz 5 des Finanzausgleichsgesetzes für die Zeit vom 1. April 1926 ab ist unzulässig. Das Gesetz tritt mit dem 31. Dezember 1927 außer Kraft.
* Fulda, 14. Mai. (Bereinigung ehemaliger 143er.) Die letzte Versammlung der Ortsgruppe Fulda ehemal. 143er war recht gut besucht. Nach kurzen Begrüßungsworten des 1. Vor- siUenden wurde die diesjährige Wiedersehensfeier sämtlicher 113er Bereinigungen am 5. und 6. Juni in Kassel eingehend besprochen. Die Bruderoeiniaung dorr will ihren alten Kameraden aus Nord und Süd, West und Ost ein paar genußreiche Stunden bieten. Der Brgrüßungskommers am 5. Juni weist eine reichhaltige Fest folge auf. Die geschäftliche Tagung wird mehrere Stunden in Anspruch, nehmen, da verschiedene sehr wichtige Punkte zur Beratung stehen. Am Hauptsesttag (Sonntag) findet Feldgottesdienst statt. Nachmittags werden die Kameraden nach Wilhelmshöhe gefahren, woselbst Besichtigung der Wasserkünste, des Herkules, der LLwenburg und des Schlosses stattsindet. 30 Kameraden der Fuldaer Ortsgruppe haben ihre Beteiligung bereits zugesagt. Abfahrt in Fulda am 5. Juni 11.20 Uhr vormittags, Ankunft in Kassel um 2.48 Uhr nachmittags. — Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde eine Einlaounr des Marinevereins Fulda bekannt gegeben, der die Ortsgruppe ehemal. 143er bittet, sich recht zahlreich an der am 30. Mai vormittags auf dem Militär-Ehrenfiicdhof hier stattfindenden Totenehrung und abends an dem im Stadt- kal nattsindenden Vortrag zu beteiligen. — Nach Erledigung des geschäftlichen Teils blieben die Kameraden noch einige Zeit beim Austausch alter Soldatenerinnerungen gemütlich zusammen.
Fulda, 15. Mai. (R. I. R. 221.) Die Versammlung ehemaliger Kameraden des Regiments hatte sich eines recht guten Besuches zu erfreuen. Allen nicht Erschienenen sei hierdurch mit- oeteilt, daß die gemeinschaftliche Abfahrt zur Einweihung des Denkmals der gefallenen treuen Kameraden am 1. Pfingstfest- tag morgens 4.43 Uhr nach Offenbach a. M. stattfindet. Es wird empfohlen. Sonntagsfahrkarte 4. Kl. Frankfurt a. M. zu lösen. Weitere Auskunft wird im Gasthaus „zum Loewen" erteilt.
Fulda, 15. Mai. (N a t u r h e i l v e r e i n.) Die Mitglieder . werden unter Hinweis auf die heutige Zeitungsanzeige darauf aufmerksam gemacht, daß Montag in der Stadtschule eine außerordentliche Hauptversammlung stattfindet, die vor allem der Erledigung von Lichtluftbadangelegenheiten gilt. — Der Atmungs-Hebungs abend fällt der Versammlung wegen aus.
Fulda, 14. Mai. (K ammcrIichtfpi e,l e.) Friedrich Kayßler als Großindustrieller und „Lebenskünstler" bildet den Mittelpunkt eines durch auffallend saubere Bildarbeit hervorragenden National-Films „Ein Lebenskünstler", der ab gestern in'den Kammerlichtspielen läuft. Erna Morena, Olaf Fjord und Grete Mosheim bilden neben Frida Richard und Paul Bildt 1 die Gegenspieler Kayßlers. Die Regie Holger-Madsens wußte den tollen Wirbel großstädtischen Nachtlebens mit dem stillen Zauber märkischer Seen und selbstsüchtigen Lebensgenuß mit der stillen Liebe junger Herzen wirksam zu kontrastieren.- — Der Film läuft nur noch bis Montag abend. Da derselbe z. Zt. allenthalben verlangt wird, konnte eine Verlängerung leider nicht erreicht werden. Die Deulig-Woche aus aller Welt, mit aktuellen Bildern und eine Groteske „Gemütliche Nachbarn" vervollständigen das sehenswerte Programm.
* Fulda, 14. Mai. (N e u e s Theater.) Wer gestern gegen 1 Uhr über die Bahnhofstraße ging, wunderte sich über die für Fulda ungewohnten Menschenmassen, die zum Bahnhof hin- drüiigten, um den angekündigten Filmkomikcr „Charly" feierlichst zu cmpfanaen. Pünktlich um 1.14 Uhr kam der sehnsüchtig erwartete Herr an und wurde schon auf dem Bahnsteig durch Herrn Rauchschwalbe vom Neuen Theater unter Ueberreichung 'eines buftenben Fliederstraußes feierlichst begrüßt. Hurra- und Hochrufe brausten durch -bie Bahnhofshalle und über den
Bahnhofsplatz, als „Charly", fröhlich sein Hütchen schwenkend, in dem bereitgestellten Auto Platz nahm und zum Neuen Theater fuhr. Die Fuldaer werden Gelegenheit haben die Empfangsfeierlichkeiten bei der Ankunft „Charly's" demnächst int Film zu sehen, denn die Vorgänge aus dem Bahnhofsplatz wurden von einem Kurbelmann sorgfältig „gedreht . Die Fuldaer Schuljugend, aber auch manch erwachsener Mitbürger — und selbstverständlich auch viele liebe Mitbürgerinnen — „drängten dabei zum Film", d. h. in diesem Falle schoben und drückten sie sich vor den Kurbelkasten, um ja mit drauf zu kommen auf den Filmstreifen (sofern ein solcher in dem^Kasten war!) In der Heinrichstraße aber verhauten sich 2 Fuldaer Buben, weil sie auf andere Weise sich nicht darüber einig werden konnten, ob Mister Charly als Hütchen ein graues oder ein schwarzes „Hartmännchen" auf dem schwarzen Wuschelkopp getragen hatte.—Am Abend konnte man im Neuen Theater Mister Charly und seine Partner mit etwas mehr Muße beaugenscheinigen. In einem lustigen Sketsch tollte Charly über die Bühne und versetzte durch seine zwerchfellerschütternde Kvinik das Haus in stürmische Heiterkeit. Mag auch manches von dem Gebotenen etwas zu stark ausgetragen sein, so amüsierte man sich doch aufs beste über die drolligen Einfälle und grotesken Situationen und kommt aus dem Lachen nicht heraus. — Auch der Film „Die Kleine vom Bummel" ist sehenswert, zumal Filmkünstler wie Lilian Harvey, Hans Brausewetter, Dina Eialle, Fritz Junkermann u. a. mehr in dieser luftigen Filmgeschichte mitwirken und mithalfen, daß das liebe und auch brave Mädelchen auf dem Umweg über Bar und Tanzdiele sich schließlich doch noch von seinem adligen Liebsten heimführen lassen kann. Alles in allem verfügt das Neue Theater diesmal über ein Programm, das ihm immer ein vollbesetztes Haus verschaffen wird.
Darmstadt, 14. Mai. Der wegen Ermordung der Stütze Anna Gillmann vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurteilte Student Josef Meon hat durch seinen Verteidiger gegen das Urteil Revision einlegen lassen, sodaß sich jetzt das Reichsgericht mit der Angelegenheit zu befassen hat.
Letzte Nachrichten.
Fortdauer der Straßenkämpfe in Warschau.
Prag, 14. 5. Das Tschechoslowakische Preßbüro meldet aus Teschen: In Warschau dauerten heute in der Nähe des Belvedere und in der Vorstadt Ochoka die schweren Kämpfe an. Es sollen 200 Tote und 1000 Verwundete zu verzeichnen sein. Der Belvedere-Platz war bis Freitag mittag noch in den Händen der Regierung. In den Straßen Warschaus sind Barrikaden errichtet worden. Die sozialistische Partei hat heute in Warschau einen allgemeinen Streik proklamiert.
Turnen, Sport und Spiet.
„Borussia"-Fulda — „Eermania"-Bieber 0 : 2 (0 : 0).
Im Spiel der Borussen gegen die Biederer Germanen waren auf Seite der Gäste 2 Mann Ersatz, der sich indes gut bei währte,- dahingegen war Borussia gezwungen, fünf Ersatzleute einzustellen, von betten drei als noch fast Jugendliche großen Eiser entwickelten, aber durch körperlichen Nachteil von' vornherein ins Hintertreffen kamen. Zudem hatte Bieber das fabelhafte Glück, durch 2 Eigentore der Borussen, denen das Pech auch im weiteren Spielverlaufe übel mitspielte, den Sieg und die Ehre des Tages für sich beanspruchen zu können. Natürlich soll damit das Können der Biederer in keiner Weise geschmälert werden, denn inbezug auf Schnelligkeit und Zusammenspiel waren sie dem Gegner zeitweise überlegen, während
Borussia in der Herausarbeitung von Torchancen bie s mangelnden schnellen Entschluß vor dem Tore unddurck versiebt wurden, unbedingt ein Plus zu verzeichnen hatte zur 65. Minute stand das Spiel noch 0.: 0 und in der Minute hatte eine Läufer ohne Veranlassung ein Gelbih -n' briziert, Eine Viertelstunde vor Schluß verhalf dann bCr°U"n= mann den Gästen zu dem zweiten billigen Erfolg. Der richter kannte im großen Ganzen seinen Ausgaben x werden. ' -'^A „Vorussia"-Fulda 1. Jgd. — Horas 1. Jgd. ('Diplomspielz , .
Für das Diplomspiel hatte unerklärlicher Weise die ein Mitglied von „Germania", deren 1. Jugenbmannidmit ■ Borussia s Jugend punktgleich stand, mit der Leitung i tragt. Diesem Umstande entsprechend fielen auch die düngen aus, da zwei Elfmeter für Borussia nicht wurden. “
Germania Fulda. Am Himmelfahrtstag hatte Gering Liga die Ligamannschast vom F. Sp. V. Aschasfenbura-'v^^ als Gast und konnte nach einwandfreiem flotten und fni, Spiele Aschaffenburg mit einer 3 : 2 Niederlage nach schicken. Germania füllte einige Plätze in der Mannschaft jüngere Leute aus, 'bie wie vorausgesagt sein dürfte, nach gen Spielen „Gutes“ leisten werden. Germania hat mit U 3 : 2 Siege gegen Aschaffenburg-Damm den Beweis erbroAt daß sie sich- mit der siidd. spielstarken Kreisliga gleichste» darf. Am morgigen Sonntag hat Germania wiederum Waldheim eine spielstarke Kreisligamannschaft, die Spiels einigung Langenselbold als Gast. Langenselbold, eine inJ' faire Mannschaft, behauptet sich in der Tabelle des bortfaen Kreises an guter Stelle. Auch konnte Langenselbold jm o? _ spiel die Germanen mit 4 : 2 Toren abseitigen. Die §ienQ werden alles daransetzen müssen, um diese Scharte gutjumafc Spielbeginn nachm. 3 Uhr. Vor diesem Spiel nachm. 2 nT spielt D. I. K. Horas 3. Mannschaft gegen Germania 3. JunJJ nachm. 4.30 Ahr D. J. K. Horas 1 Mannschaft gegen Sermon» 3. Mannschaft. ”
Auszug aus dem Standesamts-Register Fuld«.
Todesfälle vom 30. April bis 14. Mai.
30, 4. Rentner Wilh. Kircher, 78 J. 5 Mon. 1 Tag.
30. 4. Schülerin Mathilde Blendin aus Sterbfritz, 14 I. 8 ®on 7 Tage.
2. 5. Ehefrau Auguste Schmitt, geb. Höll, aus Hünfeld, 4g g 7 Mon. 7 Tage.
4. 5. Ehefrau Auguste Hartung, geb. Kümmel, 34 I. 2 Man
17 Tage.
0. 5. Rentenempfänger Witwer Adam Fuß, 77 J. 8 Mo» 15 Tage.
7. 5. Proiefsors-Witwe Maria Sander, geb. Regler, 66 g 2 Mon. 29 Tage.
9. 5. Rentenempfänger Witwer Karl Julius Schmidt, 76 1
2 Mon. 22 Tage.
9. 5. Witwer Sebastian Wahl, 83 J. 3 Mon. 21 Tage.
9. 5. Prälat, Dechant Dr. Wilhelm Jestädt, aus Fritzlar 60 I 9 Mon. 5 Tage.
9. 5. Waltraud Josephine Franziska Brehl, 4 Tage.
10. 5. Polizei-Betriebs-Afsistent Friedrich Powilleit, 42 T z Mon. 15 Tage.
10. 5. Rentenempfängerin Karoline Erb, geb. Schmelz, 711 11 Monate,1 Tag.
12. 5. Witwe Sophie Heil, geb. Mons, Künzell, 55 I. 5 M 18 Tage.
13. 5. Witwe Adelheid Schuchert, geb. Brähler, 75 I. 1 Mm, 9. Tage.
Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.
Verantwortlich für die Schriftleitung: Dr. rer. pol. Karl Klömme lbein -Fulda,
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