. 1 Ma! sEvansteli tcher Volks, ver- macken auch an dieser Stelle nodimgls auf el«.) ,jip.,,ausflug des Evangelischen Volks- ^n d^ni Zägerhtzvp-Brosinzest aufmerksam, zu ^m'AqnÄs die erwachsene evangelische Jugend Fuldas ^..-'lickit einqeladen ist-
^ - ,' n s Mai. (Orthopädischer Sprechtag.) Ä &ns mitgeteilt, daß der für Samstag, den 12. 6. m Herz-Jesu-Heim zu Fulda eingesetzte orthopädische Lâg nicht an diesem Tage, sondern am 5. ö. 1926 12 Uhr im Herz-Zesu-Heim stattfindst.
r Vulba. Die Altersgrenze der Regie- „unsre ferendg re.) Bei Ablegung der großen ^ont^vrüfvug ist, in Abänderung des Runderlasses des ■ '^Welten Ministers des Innern und des Finanzmini- vom 15. November 11)23 die Altersgrenze der Re- ! ünungsreferendare auf das 28. Lebensjahr erhöht wor-
-'Ktlda, 1. Mai. (Ausstellung v o n Lehr- r■ «anarbeiten.) Lom Handwerksamt Fulda wird geschrieben: Die Beteiligung an der diesjährigen Ausstellung von Lehrlingsarbeiten, die am Palmsonn- ma' im Etadtsaal stattfand, übertraf alle Erwartungen. ^er großen Zahl der Aussteller konnten daher auch Mi prämiiert werden. Es gelangten zur Verteilung: 1"''Auszeichnungen der Regierung, 44 des Kreises Fulda, ;; CrI stabt Fulda, 23 der Handwerkskammer und 49 der ^nunpen und Vereinigungen. Als Preise konnten dank ^"' Entgegenkommens der Behörden, des Gerperbevereins und der Innungen verteilt werden: 5 Reißzeuge, 145 Bü- tlier 64 Sparkassenbücher und 160 künstlerisch ausgoführte. Djpllome. Ferner standen noch einige praktische Wsrk-
von hiesigen Firmen gestiftet, zur Verfügung. Mm' man nun das Ergebnis der Ausstellung überschaut, so kann man mit Befriedigung feststellen-, daß die aufge- wsndeten Mühen und Opfern nicht umsonst waren. Mr in die strahlenden Augen der mit Preisen ausgezeichneten ochrlinge bei Ueberreichnng der Gegenstände sehen foy tu fc der las den festen Vorsatz darin, daß es nächstes. Jahr noch bester werden soll und muß. Qualitätsardviter zu erziehen und chedanzubilden, das muß das Ziel sein, denn nur durch die Leistung von Qualitätsarbeit werden wir an dem leider verlorenen Weltmarkt wieder Anteil haben. Und um dieses Ziel zu erreichen, dazu sollen die Ausstel- limgcn von Lehrlingsarbeiten mithelfen. Sie sollen an- spornen sich möglichst pollkommeu im Beruf auszubilden. Ein Teil der Preise ist in verschiedenen Innungsoersamm- lungen mit einer schlichten Feier an die Lehrlinge bereits ausgeteilt worden. Die noch nicht abgeholten Preise kön- ‘ re/Samstag den 1. Mai und MMtag den 3. Mai von g bis 12 Wr vormittags gegen Vorzeigung des Lehrver- ■ träges im Handwerksamt am Steinweg abgeholt werden.
; Fulda, 30. April. (V e r d i n g u u g s e r g e b n i s.) Das hiesige Stadtbauamt hatte die Anstreicherarbeiten im Heil. Geist-Hospital und Waisenhaus öffentlich zur Vergebung ausgeschrieben. Im Eröffnungstermin lagen 17 Angebote von hiesigen Meistern vor. Die höchste Forderung betrug 1 380 <4. und die billigste nur 912 JL
fpd. Fulda, 30. April. (Seltener Beju ch.) Eine prächtiae Auerhenne' überflog Donnerstag mittag die Stadt und stieß dabei gegen ein Gebäude mit solcher Wucht, daß sie betäubt auf den Boden stürzte. Der seltene East würbe dem Jagdschutzverein übergeben.
- Fulda, 30. April. (D i e K r a n k 0 u k a s s c betröge n.) Am 5. Dezember v. I. wurde der 2!ljährige Arbeiter L. M. voir WÄstenfachsen wegen Vetriebsemstestung hier entlassen. Am 6 Dezember schon meldete sich M. bei dem damaligen Arzt sn M. krank. Die Diaonose lautetex Grippe und Rheumatis- Mtz. Die Allgemeine Ortskrankenkasse Fulda Stadt forderte DL auf, sich zur Nachuntcrfuchuna in Fulda einzufinden. Hieraus antwortete der Arzt, daß M. nicht reifefähig sei und zu Bett lieae. Am 19. Dezember fuhr nun unser Patient in eigener Person nach Fulda und begab sich zur Abholung des Krankengelde--, (32 Ji) zur Allgemeinen Ortskrankenkasse Fulda Stadt. Er legte den Krankenschein vor. Auf die Frage nach seinem Namen antwortet er, er heiße „Schmitt!" Auf die Frage, „wo ist der Moritz?" erfolgte prompt die Antwort: „Der Moritz is noch krank und liegt im Bett!" Ueber den Empfang dès Krankengeldes quittierte er mit Karl Schmitt. Andern "Tags fuhr der" Geschäftsführer dor Allgemeinen Orts- krankentaiie Fulda Stadt selbst nach Wüstensachsen um sich von der Krankheit des Patienten M. selbst zu überzeugen. Der Beamte stellte fest, daß es mit der Krankheit nicht, gar so schlimnc sei und M. wiederholt im Ort berumgegangen war; ja nochmehr, der tagszuvor bei der Kasse in Fulda vorgefprochene Kar! Schmitt war der leibhaftige Moritz selbst gewesen. Nun war cs natürlich mit dem, weiteren Bezug von Krankengeld vorbei: statt dessen solche als Rückschlag eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Am Freitag stand M. vor dem grötzen Schöffengericht Fulda wegen versuchten Betrugs und schwerer Urkundenfälschung. Das Urteil lautete aus 1 Woche Gefängnis bei »jährigem Strafaufschub. Der betr. Arzt konnte nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden, da er inzwischen Lurch knien Unfall verstorben" ist.
* Fulda, 30. April. (S ch offen z erichtssi t; u n a.) Wer 28jährige Drahtseilkünstler Peter Emil Breuer gebürtig ‘uon Rheydt ist schon mehrfach vorbestraft und bat einen schwe- ; ren Kampf um seine Existenz zu führen. Hm Februar ds. Zs. ; wurde er als Naturmensch, mit langherabwallendem Kops- thaarc und äußerst dürftig bekleidet von einem1 Oberlandjäger t wegen Bettelns ausgegriffen, und in Untersuchungshaft genommen. Inzwischen ergab sich, daß B. Weihnachten v. Js. Leina Familie in Wüstenfüchsen ein Paar Damenhalbschuhe und peinige andere Kleinigkeiten entwendet hatte. Wegen Diebstahls in strafschärfendem Rückfalle erhielt B. 3 Monate Gefängnis und wegen Bettelns eine Woche " • "L tlnterfuchungs- Haft wird angerechnet. — Wegen Betrugs erhielt der Reisende ; E. H aus Mainz gebürtig, der früher für eine hiesige inzwischen in Konkurs geratene. Firma tätig war, 75 Mk. Geldstrafe.
* Fulda, oQ. April. Z u m dritten Male vertagt , werden mußte Freitag die HauptveHandlÜng. gegen den frühc- ; ren ZigarrenreifenÄen Karl Schäfer, gebürtig von Hanau, in ! Fülda wohnhaft, der z. Zt. eine längere Zuchthausstrafe^ vermißt. Er sollte sich wegen Ueberfalls auf einige Loheländer,
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„zamen^vor dem großen Schöffengericht verantworten. Zum^
Ersten Termin konnten g Zt. 2 Häupibelastungszeuginnen nicht «erreicht werden, zum weiten Termin hatte der Angeklagte das -Werte gesucht und konnte erst nach langen steckbrieflichen Fahn- ßvuiigen festgenommen werden. Die dritte Vertonung war da- ^vurch verursacht, daß sich eine Hauptzeugin z. Zt. in Italien auf« WM und nicht zum Termin erscheinen kann.
L " ^ulda, 1. Mai. (K a m m e r l i ch t s p i e l c.) In den - mmm erlichtspielen läuft zur Zeit der exotische Abenteuerfilm 4’ .A weiße Panther". Die Geschichte spielt an der Grenze zwlsthcn Indien und Afghanistan und behandelt den Raub einer Wwn GoWerneurstochter durch einen eingeborenen Scheich und ihre schließliche Befreiung durch den „weißen Panther", §^en englischem Ofizier, der unter diesem Namen der Schrek- M der räuberischen Eingeborenen ist. Die Handlung des Mms ist geschickt aufgemacht und hält den Zuschauer bis zum in Spannung. Jm! Beiprogramm unterhalten Jimmy Morey und Larry Semon in 2 tollen 'Grotesken durch ge- Müezii halsbrecherische Akrobatenkunststückchen aufs Beste. Dir [»W' -erranon-Wochenschau zeigt interessante Bilder zur Rcichsgesundhcltswoche.
Fuldaer Mochenmarkt vom 1. Mai. Auf dem E c m ü s c- b'â vormittag Hochbetrieb. Zahlreiche Vcr- menklÄ^wL^ ^pi!"iat, Spinat. Spargel, Meerrettich, Blu- " B- Rhabarber, Bananen, Apfelsinen und dergl. m. boten
ihre Waren feil. Neu erschienen waren erstmalig frische Oberkohlrabi. Die Auswahl an Blumen war groß. Das Geschäft ging durchweg flott. Auf dem B u t t e r m a r k l war Maüen- ângebot in Landbutter und Eier. In Landbuiter ging das Geschäft weniger flott, es verblieb Uebersiand. Eier wurden itaif gefragt. An Gestünel blieb viel Uebersiand. — Auf dem Sch weinemarkt waren ungefähren: 228 Herkel. Bei starker Nachfrage gestaltete sich der Handel flott. Kleinere Ferkel kosteten 30 X mittlere 40 Ji und größere 50 Ji bas Stück. Läufer fehlten. Das Angebot in Ferkel wurde restlos umgesetzt.
Heesfeld. (U n g l ü ck s f a l l.) Das fünfjährige Söhnchen der Familie L. geriet in der Hombergerftraße unter ein mit Langholz beladenes Fuhrwerk. Das Kind zog sich schwere Ber- lebune.cn zu und mußte bem hiesigen Londkrantenhause über« miesen werden.
Kassel, 30. April. (T 0 d e s f a l l.) Der Seniorchef der sehr guten Ruf genießenden Pianofortefabrik C. H. Scheel, Carl Scheel, ist nach kurzem, schwerem Leiden gestorben.
Elm, 29. April. (Eisenbahnunfall.) Am Miit-- woch ereignete sich auf der Strecke Elm-Vollmerz ein schwerer Eisenbahnunfall. Durch die offen stehende Tür eines auf der Strecke haltenden Arbeitszuges wurde ein Fenster eines vorüberfahrenden Personenzugs zertrümmert und die 15 jährige Schülerin Hilde Blendin aus Sterbfritz sehr schwer verletzt, sodaß, sie in hoffnungslosem Zustand in die elterliche Wohnung gebracht werden mußte. (Mittlerweile ist das schwerverletzte Mädchen im Land- krankenhaus Fulda ihren Verletzungen erlegen. Red.)
Schlüchtern, 29. April. (Autounglück.) Auf der Fuldaer Landstraße geriet der Personenwagen der Fuldaer Lebensmit- teIhandIung"Eottlieb, weil anscheinend die Bremse versagte, in schnelle Fahrt und sauste gegen einen Baum. Der Baum wurde iveigrasiert, der Wagen schwer beschädigt. Die vier Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon.
Gelnhausen, 3U April. Die Stadtverwaltung Gelnhausen beabsichtigt, das im Jahre 1902 erbaute Soolsprudelbad zu einem Kur- und Badeort auszubauen. In unmittelbarer Nähe des Solsprudelbadehauses konnte in jüngster Zeit eine neue Solspiudelguelle erfaßt werden, die einen außerordentlich reichen Kohlenfäuregahlt auf weist und sehr ergiebig ist. Am Doyperstag fand im Quellengebiet des Badehaufes anläßlich der Inbetriebnahme der neuerfaßten Quelle eine Feier statt, zu der Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden erschie- neu waren. Beabsichtigt ist der Umbau der großen Villa im Schöffental (dem jetzigen Sladtgarten) zu einem Kurhaus mit Hotelbetrieb. Auch fallen noch andere Quellen nach dem Kurhaus geleitet werden, um einen einheitlichen Kurbetrieb durchführen ja können.
Hanpu, 30. April. Der Rhönklub, Zweigverein Hanau, veranstaltete zum Bau einer ^lnterkuuftshütte und einer Jugendherberge in der Rhön eine Lotterie. Wie jetzt feststeht hat die Veranstaltung einen Reinertrag von 26 000 Mark ergeben.
Frankfurt a. M„ 30. April. (Der „blinde Johann" verhaftet?) Vor einiger Zeit haben wir über das Auftauchcn einer polnischen Mordbrennerbande im Regierungsbezirk Kassel berichtet. Als Haupt der Bande war ein einäugiger Pols bezeichnet, der „blinder Johann" genannt wird und ein lange gesuchter mehrfacher Raubmörder ist. Der große Schrecken, der nr Gestalt des „blinden Johann" die Harz- und kurhessische Gegend beunruhigte, scheint nunmehr sein Ende gefunden zu haben. Wie uns aus Nordhausen berichtet wird, hat die Polizei in Alsleben an der Saale auf die Mitteilung zweier Handwerksburschen hin, daß ein Mann, dessen Beschreibung genau auf die des "blinden Johann" paßte, sich an der Alslebener Brücke herumtreibe, Nachforschungen angestellt. Die Gegend wurde daraufhin sofort von der dortigen Polizei und Schupo abpatrouilliert, wobei man mit Hilfe eines Polizeihundes in einer Feldscheune den Mann verhaften konnte, auf den bas Signalement des „blinden Johann" paßte. Der Mann hat ein blindes Auge und trägt die Schrotnarben auf der Stirn, ebenso die angegebenen Tätowierungen. Der Verhaftete wurde von der Polizei nach Bernburg eingeliefert. Es bleibt abzuwarten, ob die Untersuchung die Identität mit dem „blinden Johann" festsiellen wird.
Frankfurt a. M„ 28: April. (Massenandrang zur französischen Fremdenlegion.) Noch niemals war der Zudrang zur französischen Fremdenlegion so stark wie in den letzten Monaten. Aus allen Teilen Deutschlands strömen, wie wir von zuständiger Stelle erfahren, junge Leute nach den französischen Grenzstationen im besetzten Gebiet und melden sich hier zur Ausnahme. Zunächst werden die Leute angenommen, in einem Truppenlager, hauptsächlich in Griesheim bei Darmstadt, einer außergewöhnlich gründlichen Untersuchung unterzogen, aus der nur recht wenige als wirklich felddienstfähig hervorgehen. Die Untauglichen werden wieder entlassen. Unter den jungen Leuten befinden sich in bet Hauptsache solche, die aus wirtschaftlichen Gründen (Erwerbslose) die Fremdenlegion aufiuchen, dann solche, die aus strafrechtlichen Gründen die Heimat verlassen und schließlich, die Minderheit, solche, die noch immer von Abenteurerluft beseelt sind. Ein ungewöhnlich großer Bruchteil der in Marokko kämpfenden Trupven sind junge Deutsche. Aber auch die syrische Armee besteht größtenteils aus — Deutschen. Nur wenige dieser Leute kehren heil und gesund zurück. Es wird in den Stellen, die beruflich viel mit den jungen Leuten zu tun haben, lebhaft bedauert, daß die maßgebenden Jnsianzen, vor allem die Berliner zentralen Stellen, neuerdings mit ihren Warnungen vor der Fremdenlegion so außerordentlich zurückhaltend geworden sind und sür den Schutz dieser _ar= men jungen Leute gar keine warnenden Worte in der breitesten Oefsentlichkeit mehr sinden.
Frankfurt a. M., 29. April. Nachdem die ständige Tarif- kommission die Wiederherstellung der OOproyntigen Fahrpreisermäßigung für Jugendfahrten beschlossen hat. tritt diese Ermäßigung mit Wirkung vom 1. Mai ds. Js. für den gesamten Bereich der Deutschen Eisenbahngefellschaft in Kraft.
Frankfurt a. M., 29. April. (Eine Siedlungsanlage für 500 Familien.) Aus dem Siedlungsaolände im äußersten Nordosten des Stadtteils Bornheim läßt die Aktiengesellschaft für Kleinwohnungen gegenwärtig mehrere Baublocks errichten, die Raum für nahezu 500 Familien bieten sollen. Ein Teil der Anlage, für 120 Familien ausreichend, ist im Rohbau bereits errichtet und wird in wenigen Wochen bezugsfertig. Inmitten des orotzartr^LN Baublocks dehnt sich der künftige Pestalozzi- plgtz aus, bet in seinen Tiefen die großartigen Zentialheiz- ungsanlagen für die gesamte Siedlung bergen soll. Ueber den Heizanlaaen erlebtet man eine neuzeitliche Bad- und Schwimmanstalt. Än den umfangreichen Bauten sind fast alle führenden Baufirmen der Stadt beteiligt.
Frankfurt a. M, 29. April. (Die amerikanischen Hoteliers.) Aus ihrer Rundfahrt durch Westeuropa treffen am 6. Mai mehr als 300 amerikanische Hoteliers in Frankfurt ein und sind an dem Abend dieses Tages Gäste der Stadt Frankfurt. Der Magistrat veranstaltet in den Röwcrhalleu, dem Ratskeller und anderen geeigneten Sälen einen Deutschen Bierabend, zu dem èr zahlreiche Einladungen an die Vertreter von Industrie, Handel, Kunst, Wissenschaft, Preise und Verkehr ergehen ließ.
Frankfurt a. M., 30. April, (11 nver ä n dort u n - günstige A r b e i t s m ar kt l a g e.) Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nach wie vor unverändert ungünstig. Zu Beginn der Berichtswoche stauben noch 24 221 Arbeitsuchende zur Verfügung; dazu haben sich 1643 Leute neu arbeitslos gemeldet, sodaß die Gesamtzahl der Arbeitslosen 25 864 betrug. Nach Beendigung der^Vctmitt- lungstätigkeit standen hiervon am Ende der Woche noch 24 254 Arbeitsuchende zur Verfügung.
Aschasienbury, 29. April. (Ein Aprilscherz, der sich verwirklichte.) Am 1. April wurde als Aprilscherz von Hösbach ein Bergrutsch gemeldet. Jetzt ist der Scherz zur Wirklichkeit ge
worden. Der betresseudè Berg ist iasolge eines starken ß>ewH* ierregens ins Rutschen geraten und hat bereits erheblichen Schaden angerichtey. Eine starke Aknuer und eine Brücke wurden unterspült und teilweise schon zerstört.
Darmstadr. Reichskanzler Dr. Luther hat, wenn es seine Dlcnstgcschäftc zulassen, die Absicht, an den in der nächsten Woche hier stattsindenden Beratungen des Teutschen Landwirt- schafrsrales teilzunehmen, um ähnlich wie aus dem deutschen Industrie- und Handelstage über die Zusammenhänge der allgemeinen Wirtschaft mit der Landwirtschaft zu sprechen.
Letzte Nachrichten.
Der Negèerurrgsentwurf über die Fürftenabftndung.
Berlin, 30, April. Zu dem gestrigen Beschlug des Reichs- labinelts, einen Gcsetzenlwurs über die vermögensrechtliche Avsüinanderfetzung mit den ehemals regierenden Fürstenhäusern cinzubringrn, teilen die Stätte t noch mit, daß die neue Vorlage bereits Anfang nächster Woche dem Reichsrat zugelei- tet werden soll. Für den Rrichsrat soll bereits eine Zweidrittel- vrehrheic gesichert sein, da Preußen seine Stimmen für den Entwurf abgcben werde. Wenn der Entwurf bann an den Reichstag gelangt,so würde hinter ihm die Ncichsregierung, der Reichsrat, insbesondere di, preußische Regierung einschließlich ihrer sozialdemokratischen Minister stehen. Man erwartet, daß die Zweidrittelmehrheit mit den Stimmen der Sozialdemokraten dann erreicht werden wird.
Lnrnsn/ Gpori und Gpr'sl.
Der Sport des Sonntags. Die Hauptbaegnung im Fußball auf dem grünen Rasen am morgigen Sonntag wird den Freunden des runden Leders in der Johannisau geboten, woselbst um 4 Uhr uachm. „Union"-Niederrad's komplette Be- zirksligaelf gegen Borussia das Rückspiel zum Gesellschaftsspiel in Frankfurt a. M. bestreiten wird. Dir Eästemannschaft ist augenblicklich in großer Form und hat in letztex Zeit durch glänzende Resultate gegen erstklassige Gegner ihre Spielstark dargetan. In Bewertung Les gegenseitigen Kräfteverhältnisses kann der Ausgang des Vorspieles nicht bienen, da die Borussen mit nur 10 Mann und Ersatz in Frankfurt antraten. Die Tatsache. Laß Borussia in Privatspièkèn auf eigenem Plätze selbst erstklassige Gegner fast stets abzufertigen gewohnt ist, läßt den einheimischen Sportfreund not) der durch Verletzung bedingten Erfatzgestellung ein günstiges Abschneider erhoffen. In jedem Falle aber sieht den Besuchern Les Barussenpsatzes bei guten Bodenverhältnissen und unter einwanozreier Leitung des Freundschaftsspieles ein seltener Genuß bevor.
OLimmen aus dem Leserkreise.
(Für die Veröffentlichungen unter dieser Uebcrschrlfi übernimmt die Redaktion keinerlei Ver- ci'-füiorfung; für sie bleibt auf Grund bed § 21 Abs. 2 des preHegeseyes in vollern Umfange der Einsender verantwortlich.) — Einsendungen, die nicht verwendet werden, können nicht zurückgesandt, die Ablehnung nicht hegk-ündet werden.
An die Redaktion der „Fuldaer Zeitung".
Zufolge Ihres gestrigen Artikels sind wir gezwungen, sol- renbes zu erklären:
Der unterzeichnete Vorstand hat sich in seiner Sitzung ein« stimmig dahin ausgesprochen, daß der Artikel des Herrn Dechant Becker in Nr. 95 der „Fuldaer Zeitung" einige Stellen ent« hälr, die uns EvangUifchc schwer beleidigt. Wir erklären uns mit den beiden „EMgefanvi" im „Fuldaer Anzeiger" solidarisch unb hätten von Ihnen erwartet, daß Sie versucht hätten, den gemachten Fehler gutzumachen. Sie sollten zugeben, daß der Becker'sche Artikel von Ihnen gar nicht richtig geprüft worden ist. Wir sind der Meinung, daß Sie im anderen Falle die fraglichen Stellen gestrichen hätten.
Der Gcsamtvorstand des Evaug. Daltsvereins.
Zum gleichen Gegenstand geht uns von anderer Seite noch folgendes Eingesandt zu:
Die „Fuldaer Zeitung", Las amtliche Organ der Stadt Hulda, hat in ihrer letzten Erklärung besonders zum Ausdruck gebracht, daß sie sich auf den Boden bes Aufrufs von Herrn Dechanten Becker stellt und selbstverständlich auch die Veraniwor- iuna für die Aufnahme dieses Ausrufes trage. Nach alter Methode brebt die Fuldaer Zeitung ben Spieß noch herum und wirft dem „Fuldaer Anzeiger" vor, daß er hie Angelegenheit nur aus dem ®iunbe gebracht habe, um hierdurch die Zahl seiner Leser zu vergrößern. Anstatt also zu erklären, daß die ungeheuerliche Beleidigung der evangelischen Bevölkerung nicht in ihrem Willen gelegen habe und das geschehene Unrecht gut zu machen, greift die Fuldaer Zeitung den Fuldaer Anzeiger noch an, weil er in seinen Spalten dem Entrüsrunasschrci evangelischer Mitbürger Raum gewährt hat. Also zu einem Un^ recht noch ein anderes hinzu!
Es wird wohl keinen vernünftigen Menschen geben, der es der katholischen Kirche und ihren Seelsorgern verübelte, daß sie alles daran setzen ihre Anhänger im anerzogenen Glauben zu kräftigen und zu erhalten, denn das ist ihr gutes Recht. Aber ganz entschieden verbitten wird es sich die evangelische Bevölkerung, wenn ihr religiöses Empfinden dabei in den Dreck gezogen wird. Glauben die Herren, soweit sie sich aus den Boden des Ausrufs vom Dechanten Becker stellen, im Ernst, daß sie einen anderen Gott als die Evangelischen hätten usw., — ich glaube das nicht, ich halte im Gegenteil auch diese Herren für so gebildet, daß sie wissen. Laß vor Gott alle Menschen gleich sind. Ihre Stellungnahme tarnt also nur Mittel zum Zweck fein, .und nach dem Standpunkt „Der Zweck heiligt die Mittel" kommt es nicht darauf an, wenn durch diese Mittel Andersdenkende in ihrem religiösen Empfinden verletzt werden, traben die Herren sich nicht gefragt, welche Folgen derartige Behauptungen wie die des Dechanten Becker innerhalb der so zahlreichen Ehen zwischen Evangelischen und Katholiken nach sich ziehen sönnen; glauben denn Lie Herren dies in heutiger Zeit wirklich mit dem Standpunkt der Christen- und Nächstenliebe vereinbaren zu können?
Die Fuldaer Zeitung zählt zu ihren Lesern auch eine große Zahl evangelischer Mitbürger. Diese werden wohl die Lehre daraus zu ziehen wissen, wenn ihre Religion in dieser Zeitung verunglimpft wird. Der Magistrat her Stadt Fulda wird seine Bekanntmachungen auch im Fuldaer Anzeiger veröffentlichen müssen, weil er der evangelischen Bevölkerung nicht zumuten kann, sich aus einem „amtlichen Organ" zu unterrichten, in dem ihr religiöses Denken verletzt wird.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Wegen auszuftchrenden Wglzarberten an dem Landweg Heras— Kämmerzell in Stat. No. 4.5—5,5 wird diese Streite für den gesamten Fuhrwerks- und Krastwaaen-Vorkechr in der Zeit vom 3. bis einschließlich 13. Mai ds. Js. gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs kann über Maberzell—Lntcrbimbach— Lüdermünd erfolgen.
Uebertretungen werben nach der Polizei-Verordnung vom ß. August 1877 (Amtsblatt S. 137) mit 1—150 R.-Mk. bestraft.
Fulda, den 30. April 1920.
Der Landrat: J. V.: Schuster.
Die heutige Plummer umfaßt 10 Seiten.
Verantwortlich für die Schristleitung: Dr. rer. pol. Karl Krömmelbein -Fulda,
Verantwortlich für den Anzeigenteil:
Otto Schneider-Fuloo, ^ ;