SiMeihmg der Zvgeodburg Svhnstem.
(P an unse rem beso nd e r an M i t4 r b.e tur.)
Hohnstein, 26. April.
„Mr sind jung und das ist schön!" so klang es aus tausend sseisten junger Menschen durch die 8! acht, während unbezahlte Fackeln gen Fimmel loderten, während Feuerwerk ans allen Fenstern der JügenbbVg Hohnstein ins Tal sprüht und 5000 Kerzen die gewaltige Burg beleuchteten. Die Worte des Volksliedes waren der frohe Ausbruck der Stimmung, die Ungezählte beseelte.
Ein großes Werk ist es, das unter Beteiligung von 250 Ehrengästen (Vertreter der Behörden, Städte und der -Presse) und mehr als 500 Jugendlichen eingeweiht worden ist. Am 4. September 1921 aus einer Gesaugcncnaustalt in eine Jugendherberge verwandelt, ist diese Burg Hohn- sicin in der Sächsischen Schweiz heute ein Mittelpunkt der deutschen Jugendbewegung. Wie groß das Bedürfnis der Jugend für eine solche Tagungsherberge ist, beweist die Tatsache, daß bereits vor der Einweihung im Jahre 1925 nicht weniger als 30 000 Jugendliche in der Burg Aufenthalt nahmen. Von hier aus wird in steigendem Maße die deuffche Jugend neue Kraft und Gesundheit gewinnen, singend und lachend durchs Land ziehen.
Die Hauptveranstaltungen der Wciheseier waren außer der Abendfeier die Begrüßung der Ehrengäste — Oberlehrer Richter, der erste Vorsitzende der Zweig- abtcilung Dawson vom Verband für Deutsche Jugendherbergen, und der sächsische Arbeits- und Wohlfahrtsminister Elsner sprachen —, das Festmahl der Ehrengäste, Fackelzüge, Festgottesdienst, ein Weihefestspiel von Bruno Schönlanr-Berlin in Anwesenheit des Dichters (bas Werden der Burg Hohnstein zur Jugeudburg behandelnd) und das große Landesjugendfest der gesamten sächsischen Jugend.
Die Jugendburg und der Tag ihrer Einweihung sind ein Markstein in der Wiedergesuudung, im Wiederaufbau des deutschen Volkes. Mögen die Jugendherbergen im ganzen Deutschen Reich sich in gleicher Weise entfalten zum Segen unseres Volkes, zum Segen des Vaterlandes, w H u t ü.
Mm Keys Lâ
Die berühmte schwedische Schriftstellerin Ellen KcU, die seit längerer Zeit schwer krank daniederlag, ist in Strand (am Wcttcrsec) gestorben.
Dreier Nordlandsfrauen Namen haben seit Jahren Wert über den engen Bereich ihrer Heimat hinaus hellsten Solang und Weltgeltung: Selma L a g e r l ö f, die „Gösta Berling^-D'ichterin und Nobelpreisträgerin, klarin Michaelis, die streitbare Dänin, und die jetzt Heimgegangene Ellen Key, die feinsinnige, tief schürfende schwedische Schriftstellerin und Pädagogin, die Vorkämpferin für Erweiterung der graue Kredite innerhalb der Grenzen der Weiblichkeit.
Karin Michaelis und Ellen Kev, deren Leben reich war an Mühen und Arbeit, aber auch reich an Erfolgen und Anerkennung, sümpften in demselben Lager, stritten beide für die Emanzipation, für die Entjochung ihrer Gefchlcchtsgenossinncn, aber mit wie verschiedenen Waffen! Während die Michaelis dem Manne als dem angeblichen Unterdrücker aller Frauensreiheit angrisss- lustig den Fehdehandschuh hinwirft — sie hat das noch jüngst erst in einem in Berlin gehaltenen Vorträge über Liebe, Ehe und Ehescheidung gezeigt — behandelte Ellen Ke y die Frauenemanzipation und andere soziale Fragen in schlichter, fast stiller Weise und überall sich gegen extreme Forderungen wendend. Nicht die „Vermäun- lichung" der Frau erstrebte sie — die Verschiedenheit der Geschlechter, die körperliche und psychische, betonend, trat sie immer nur dafür ein, daß die Frauen ihre besonderen Anlagen ausbilden, daß sie auch im Kampfe um ihre Rechte Frauen bleiben mögen. Hausfrauentum und Mutterschaft, das feien vornehmlich die Gebiete, auf denen die Frauen durch den Kampf ums Recht, den Kampf Am größere Rechte zum endlichen Siege gelangen müßten.
In Sundsholm in Smaland am 11. November 1849 geboren, war Ellen Key zwanzig Jahre lang, von 1878 bis 1898, Lehrerin zu Stockholm und zugleich auch Vorleserin des Arbeiterinstituts daselbst. In dieser Zeit schon veröffentlichte sie ihre ersten literarischen und sozialen Schriften; sie sind reich an köstlichen Gedanken und ihr Stil ist vornehm und edel. Fast alles, was sie schrieb, wurde ins Deutsche und in alle Kultursprachen übersetzt und fand weiteste Verbreitung. Am berühmtesten wurden: „Das Jahrhundert des Kftides", „über Liebe und Ehe", „Der Lebensglaube" und „Individualismus und Sozialismus". Auf rein literarischem Gebiet erwarb sich Ellen Key ein großes Verdienst durch ihre Ehrenrettung des vom Schicksal wunderlich umhcrgewor- fenen schwedischen Dichters Almqulsi, des Vorbildes von Selma Lagerlöfs „Gösta Berling". M. S.
Der deutsche Gesandte in Stockholm, Dr. Rosenberg, ist beauftragt worden, namens des Reichskanzlers Dr. Luther und des Außenministers Dr. Stresemann der schwedischen Regierung zum Tode Ellen Keys das Beileid auszusprechen.
Woher???
„Tante, wo kommen die Kinder her? Aus dem Teich, wo die Frösche quaken? Im Teiche, da wohnen Kröten und Schlangen Und der Wassermann mit dem Haken." — ..Liebling, ich weiß nicht. Ich hatte noch keins. Mit dem Teich das ist wohl nur Fabel. Es holt sie von blühender Himmelswiese Hans Klapperbcin mit dem Schnabel."
„Tante, versprich mir! Wenn Du eins hast, So weißt Du. wie sich's gefügt. Du erzählst mir alles, wie es gewesen. Eine Postkarte genügt."
E. R h e n i u s.
Zwei Mäuschen auf einmal.
Als ich noch ein kleines Mädchen war, merkten wir einmal, daß in der Speisekammer Mäuse genascht hatten. Am Speck waren sie gewesen und am Brot. Da stellten wir eine Falle. Es war keine Wasserfalle, auch feine, wo sie gleich tot gequetscht werden, es war eine, in der Mäuschen, wenn's gefangen ist, ganz heil und lebendig bleibt. Ein Türchen ist dran, das
Lu?KèN/ GpsrS LL^K Spiel.
Gesundheit, Kraft und Langes Leben sind die Früchte des Turnens.
(Aus dem soeben erschienenen empfehlenswerten Ecsundheits- wert des Minerva-Verlages in Leipzig.)
„Jede Turnanstalt", sagt Iahn in seiner Deutschen. Turnkunst von 1816, „ist ein Tummelplatz leiblicher Kraft, eine Er- werbschule männlicher Ringfertigkeit, ein Wettplan der Ritterlichkeit, Erziehungsnachhilfe, Gejundheitspflege und öffentliche Wohltat."
Kraft, leibliche Kraft, nennt der Begründer des ersten Turnplatzes in der Hasenheide bei Berlin an erster Stelle, da sie ihm damals bei der Wehrbarmachung deutscher Jugend zum vaterländischen Befreiungskämpfe wohl das wichtigste Ziel zu fein schien. Die Volksmeinunz gibt ihm noch heute recht, denn sie sieht in jedem Turner einen Kraftmeier, einen Muskelmen- fchen, der vielleicht sogar etwas eingebildet auf seine rohe Kraft ist. Das mag für eine Zeit zutreffen, die weit hinter uns liegt, denn jetzt stellen wir der Kraft Lie Gewandtheit zur Seite ohne auf eine Stärkung der Muskulatur zu verzichten. Einseitige Kraftübungen, wie das Heben schwerer Hanteln und Gewichte, bat der Turner längst den Schwerathleten überlassen, und auch die früher beliebten Kraftübungen an Reck und Barren sind in ihrem Uebermaß längst als gesundheitswidrig erkannt worden.
Gesund aber muß bas" Turnen als Volkssache in erster Linie sein. Frei von schädlichen Uebertreibungen soll es die Volksgesundheit fördern, die Deutschlands Zukunft verbürgt. Das haben Lie Aerzte seit in ehr als hundert Jahren unzählige- mal durch Wort und Schrift anerkannt, und als höchsten Vor-- zug deutscher Keibcstunft gerühmt.
' Schon 1817 hat der preußische Ober-Medizinalrat Dr. v. Könen im Auftrage ber preußischen Regierung in einem amtlichen Bericht den hohen gesundheitlichen und erzieherischen Wert bet Jahuschen Turnübungen nach eingehender Prüfung- aller Vorwürfe und Verdächtigungen einwandfrei dargelegt. Erneute Angriffe veranlaßten etwa 50 Jahre später eine Untersuchung des Einflusses ber Geräteübungen im allgemeinen -und der Varrennbungen im besonderen durch die Königliche wissenschaftliche Deputation für bas Medizinalwesen unter -Lem bekannten Professor Virchow. Sie stellt fest, Latz die „regelrecht vorgenommLNen Uebungen ihrem Wesen nach keine Gefahren für die Gesundheit der Ach enden bedingen und einen günstigen Einfluß auf die Gesundheit ausüben durch Ertüchtigung des Muskel- und Nervensystems, durch Erweiterung ber Brust und durch Belebung der Respiration und des Blutkreislauss". Virchow selbst und ber berühmte Physiologe Lu Bois-ReymonL gehörten Berliner Turnvereinen an, zwei volkstümliche Aerzte Moritz Schreoer und Professor Bock haben bas Turnen in Leipzig begründet, und der bekannte Münchener Hygieniker Stepo- mut von Nußbaum schrieb 1889 in ber Festzeitung für das Münchener Turnfest: „Das Turnen ist wirksamer als die Heilmittel einer Apotheke oder eines Bade s.“ Heute wirb die „tägliche Turnstunde an allen Tunstunden und das Pflichtturnen an den Hochschulen von feiner Seite dringlicher gefordert als von den Aerzten.
Und schließlich erinnern wir uns auch hier des alten Spruches, daß nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnen kann. Ist Loch sogar eine Gesundung bei gewissen Krankheiten nur dann möglich, wenn ber Genesende dauernd, in heiterer Gemütsverfassung erhalten wird. Heiterkeit des Gemütes ist aber eine der schönsten Wirkungen maßvoller, in fröhlicher Gesellschaft betriebener Turnübungen. Die offen sichtbare Zpnahme unserer Kraft und Gewandtheit, die harmlose Freude über .das schließlich ganz mühelose Gelingen anfangs schwieriger Schwünge und Sprünge erzeugt jene Frische und Fröhlichkeit, die ber Turner in seinem Wa^lspruch „frisch, fromm, ftohlich, frei“ öffentlich bekundet.
Nannte doch I. E. Lion, Deutschlands größter Turnmeister,- mit Recht Lie Turnkunst die Poesie des Leibes. „So wie durch die Dichtkunst die poetischen Gemüter über alle Not und Kleinheit des irdischen Daseins weit hinaufgehoben wer- pen, ja entrückt uns auch das Turnen aus dem Gebiete trüber Sorge in ein helles heiteres Reich der Freude. Ich habe in trüben Stunben, wo mir Groll und Angst und Not in bitteren Wogen ans Herz stiegen, Latz es f-chier war, als wollten mir Kopf und Brust zerspringen, Lie Sorgen mir fortgeturnt und Vergessenheit errungen, die nicht mit Gold 'zu bezahlen war. So gelingt es der Turnkunst die kranken Leiber zu stärken und zum neuen Vollgefühl einer trefflichen Gesundheit zu erheben. Allgemein aber zeugt sie in uns einen hohen Lebensmut und eine gewisse Freudigkeit am Dasein, mit welchen nichts zu vergleichen ist." ,
Ist so das deutsche Turnen eine Quelle körperlicher Kraft und geistiger Gesundheit, bann kann es nicht Wunder nehmen, daß so viele bekannte Turner, nicht nur ein hohes Alter erreichen, sondern bis in bas höchste Greifenalter hinein rüstig weitertnrnen und glänzende Proben geistiger und leiblicher Frische ablegen. Bei den Meisterschaftskämpfen der Deutschen Turnerschaft in Frankfurt a. M. im Mai 1925 errang im Zehn- fampf an den Geräten ein 54jä§riger Schulrat aus Breslau unter mehr als 200 der besten Turner ganz Deutschlands noch den 9. Kranz, ebenso zeigten gleichaltrige Wetturner beim Münchener Turnfest noch Leistungen im SteimioBen, Hochspringen und Schnelläufen, die weit über das Durchjchnittsmatz hinausgingen. Altersriegen mit einem Durchschnittsalter von 50 bis 60‘ Jahren sind im Vereinsturnen, bei Wanderungen und Turnfesten feine Seltenheit, und Deutschlands ältester Vorturner, Oswald Faber in Leipzig, turnte noch mit 80 Jahren am Barren vor und leitete die Uebungen einer Fechtabteilung mit jugendlicher Frische. Der 80jährige Wetturner Hermann Bau- knecht aus Heilbronn hat sich für fein Alter eine besondere Auswahl von Freiübungen zujammengestellt, denen er täglich vor und nach dem Aufstehen eine Viertelstunde widmet. Das schönste Vorbild turnerischer Rüstigkeit bleibt aber für alle Zeiten Dr. Ferdinand Goetz, der Gründer der Deutschen Tur- nerMast. Er leitete sie neben angestrengter ärztlicher und an- greifender volitischer Tätigkeit bis an fein Lebensende, länger als 50 Jahre. Seine eiserne. Gesundheit ertrug es, daß ihm noch im 87. Jahre wegen einer Blutvergiftung der rechte Arm
schnappt einfach hinter dem Mäuschen zu, wenn’s drin sitzt und am Speck fressen will. Eine solche Falle stellten wir also hin und taten ein Stückchen angebraienen Speck hinein. Da kamen zwei Mäuschen zusammen aus einem Loch. Sie waren Brüderchen und Schwesterchen, und noch jung und klein. UeberaH gingen sie zusammen hin, und was das eine tat, das tat das andere auch. Die beiden schnuppern mit dem Näschen und jagen: „Hm, hier riecht's nach Speck. Wir wollen mal sehen, wo er ist und wollen ein wenig davon naschen".
Sie kamen an die Falle. Da sagt das eine: „Och, bloß so ein bißchen! Da wird ja nicht mal eins alleine von satt!"
Da sagte das andere: „Aber gut ist's doch! Komm, wir teilen's uns! Eins frißt von der einen Seite, eins von der anderen, bis es alle ist, und bann suchen wir nach etwas anderem". Sic huschten also zusammen in die Falle hinein, und — krach! fällt die Tür hinrer ihnen zu. Die Mäuschen sind arg erschrocken. Als sie aber merken, daß ne beide noch ganz Heil sind, denken sie: „Es wird weiter nichts gewesen jein!1' und fressen ruhig weiter. Als aber der Speck alle ist und sie auf die Suche nach etwas anderem gehen, merken sie, daß sie einge- fperrt sind, Sie laufen hin und her, aber nirgends ist ein Ausweg zu finden. Sie kriegen's mit der Angst. Aber schließlich, wie sie sehen, daß da gar nichts bei zu tun ist, setzen sie sich still in eine Ecke und warten, was nun werden wird. Da geht die Gpciiefammcrtiir auf, und meine Mutter kommt herein, und ich hinter ihr her.
„Ich will mal sehen, ob eine Maus in der Falle ist", sage ich.
„So schnell geht das nicht!" sagt meine Mutter. „Wir haben die Falle ja vorhin erst aufgestellt, da mußt du big morgen warten“. Und sie lacht mich aus, weil ich so ungeduldig bin.
Ich gucke aber doch und schreie laut: „Mutter, zwei Mäuse! zwei ganz kleine! guck nur, wie niedlich!"
Meine Mutter kommt, sieht auch die beiden Mäuschen und freut sich, daß sie jo geschwind in by Falle gegangen sind. Wir nehmen die Falle mit in die Küche, stellen sic auf den Tisch, und'ich betrachte mir die Tierchen ganz genau. Weil ich denke,
abgenommen wurde. „Alt werden und jung bleiben" schrieb et ' über eine Sammlung von Sprüchen der Weisheit, die er am Lebenswege gesammelt hatte, und unter den Mitteln zürn Jung- bleiben nennt er neben der Mäßigkeit und der Abhärtung ein frisches, fröhliches Herz, das durch tägliches Turnen gesund erhalten werden mutz.
Himmel! Was ist das Turnen gesund!
Besseres hat nicht das Erdenrund!
Doktor, Professor, Bad, Heilanstalt
Reparieren dich nicht so bald
Als .ein. richtiger Turnverein. Darum, o Menschenkind, geh' da hinein, Nerven und Lunge, Herz, Leber und Milz Kommen in Ordnung, du glücklicher Pilz.
Das deutsche Turn- und Sportabzeichen.
• Der deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen hat zur Ermunterung für alle Deutschen, sich recht rege in allen Arten der Turnerei zu üben, ein Turn- und Sportabzeichen geschaffen. Die Erwerbung dieses Abzeichens wird abhängig gemacht von einer Leistungsprüfung auf den verschiedensten Gebieten. Es wird in drei übereinandergebauten Klassen erworben werden tonnen und wird darum entweder in Bronze, Silber oder Gold verliehen. Der Bewerber mutz sich einer Prüfung in 5 Gruppen unterziehen. Es werden von ihm verlangt:
1) . Schwimmen über 800 m.
2) . Entweder: Hochsprung 1.35 m., oder Weitsprung 4.75 m., oder Grätsche über das langgestreckte Pferd 1.20 hoch, ohne Pruschen, ohne Sprungbrett.
3) . Entweder: Laufen 100 m. in 13,4 Sek., oder 400 m. in 1 Min. 8 Sek., oder 1500 m. in 5 Min. 20 Sek.
4) . Entweder Fechten, oder Diskuswerfen 25 m., oder Speerwerfen 30 in., oder Kugelstotzen 8 m., oder Reckturnen: (mit Ristgriff Schwungstemme in den freien Stütz, freie Febgeftiitz- kippe, Üntorsthwung), oder Barrenturnsn: (Sprung in den Stutz mit Borschwingen, Rückschwingen in den Handstand, Senken in den Oberarmstand, Rolle vorwärts in den Oberarmhang, Vorschwingen, Kippe, Wende), oder Schwimmen 100 m. in 1 Min. 40 Sek., oder Eisläufen 1500 m. in 3 Min. 10 Sek., oder Rudern, oder Lawn-Tennis, oder Steinstoßen mit % Zentner- links und rechts zusammen mindestens 8 m., oder Gewichts- Heben, oder Eishokey, oder Landhokey. oder Golf.
5) . Entweder: Laufen 10 km. in 50 Min., oder Schwimmen 4000 m. in 24 Min., oder Eislauf 10 km. in 24 Min., oder Skiläufen, oder Radfahren 20 km. Landstrecke in 45 Min., 20 km. Radrennbahn in 40 Min., oder Fußball, oder Rudern.
Jeder deutsche Staatsangehörige kann das bronzene Abzeichen erwerben, wenn er älter als 18 Jahre ist und innerhalb eines Jahres aus den Gruppen 1—5 je eine Leistung vollbracht hat. Das silberne Abzeichen verdient man sich im Alter von 18 bis 32 Jahren, wenn man 8mal das bronzene erworben hat, von 32 bis 40 Jahren bei- einmaliger Erfüllung der Bedingungen. Das goldene Abzeichen verlangt wiederum eine im Laufe von mindestens 8 Jahren 8mal zu wiederholende Leistungsprüfung in je einer Uebung der 5 Gruppen; oder der Prüfling mutz älter als 40 Jahre sein, dann genügt einmalige Prüfung. Das Abzeichen wird auf der linken Brust -getragen/
Wer sich der Prüfung unterziehen möchte, kann jederzeit beiden Sportbehörden die oben nicht genau genug angegebenen Bedingungen und Ort und Zeit der Prüfungen erfahren.
Waldlaufmeiftsrschaft der deutschen Turnerschast.
Unter überaus zahlreicher Teilnahme der Stuttgarter Bevölkerung brachte die Deutsche Turnerschaft am gestrigen Sonntag ihre diesjährige Waldlausmeisterschaft in Stuttgart zur Entscheidung. Tausende von Zuschauern waren auf der etwa 7H km. langen Strecke und auf dem Platz in Degerloch Zeugen der Kämpfe, die sich 130 der besten Langstreckler aus allen Kreisen der Deutschen Turnerschaft lieferten. Der Verlauf des Rennens zeitigte mancherlei Ueberrajchungen, denn viele der bisher fchoii bewährten Kräfte mutzten sich neuen Talenten beugen. Im ersten Teil der Strecke blieb das Feld noch ziemlich geschloffen beisammen. Nach dem 3. Kilometer machte sich dann aber eine etwa 25 Mann starke Spitzengruppe frei, Lie sich im weiteren Verlauf des Rennens harte Kämpfe lieferten. Als erste erreichten Kohlhaas-Düsseldorf, Eskuche-Altenbauna und Krake-Apolda den Platz, um in dieser Reihenfolge mit geringen Abständen Las Ziel passieren. Die Zeit des neuen D.-T.- Meisters Kohlhaas von 25 : 11,4 für Lie etwa 7% km. lange Strecke, Lie allerdings leichter war als allgemein erwartet wurde, muß als recht gut bezeichnet werben. Die weiterhin in ziemlich dichten Abständen, zum Teil sogar unmittelbar hintereinander cintommenben Läufer waren: 4. Reichert-Kronau in Baden, 5. Mack-Stuttgart, 6. Tietz-Berlin, 7. Huf-Jahn-Straubing, 8. Marks-Chemnitz, 9. Rosemann-Breslau, 10. Mäkelburg und
11. Bräsecke, beide Berlin-Schöneberg. Der Mannschaftslauf endete mit einem überlegenen Sieg des T.S.V. Schöneberg, der 48 Punkte erzielte, vor der Turngemeinde Sachsenhausen mit 58 Punkten, Lem Berliner T.S.V. Friesen mit 70 Punkten, dem Tv. Vorwärts-Breslau mit 75 Punkten und der Kasseler Turn- gemein.de. Mit der Mannschaft Tietz-Friesen, Mäkelburg und Bräsecke-Schöneberg errang der Kreis Brandenburg einen weiteren eindrucksvollen Sieg im Wettbewerb der Kreismannschaften vor dem Kreis Mittelrhein und dem Kreis Baden.
Bücherfchau.
»Hessenspiegel", Illustrierte Wo che nsch r i f t für Heimat,. Kunst und Dichtung. Monatl. Bezugspreis Rm. 1,20 durch die Post.— („Hesfenspieael"-Auslieferung Göttingen) oder durch jede Buchhandlung. — Louis Hofer, Verlag, Güttingen. — Der „Hessenspiegel", die maygebenbe Zeitschrift für hessische Heimatgesch-ichte und Heimatkultur, erscheint soeben im zweiten Jahrgange. Er ist dem ganzen Hessenvolke an Fulda und Werra, an Lahn und Diemel, an Main und Rhein ein Freund unb Berater geworden. — Bestellungen nimmt jeder Briefträger unter „Hesfenspiegel"-Auslicferung Göttingen oder jede Buchhandlung entgegen.
sie werden vielleicht Hunger haben, werfe ich ein paar Brotbröckchen hinein. Die Mäuschen haben gar keine Angst vor mir,, nehmen die Brotbröckchen' Zwischen ihre niedlichen Vor- derpfötchen und nagen mit ihren Zähnchen ganz vergnügt daran herum.
Ich habe die Mäuschen gern behalten und sie gross ziehen wollen. Da hat meine Mutter gesagt: „Ein paar Tage nur, aber dann müssen sie fort“.
So habe ich ein, paar Tage lang die Mäuschen gefüttert und hatte sehr meine Freude dran. Sie waren gar so niedlich und ganz zahm.
Da meinte meine Mutter: „Es sind ja wirklich sehr niedliche Dinger. Wenn sie nur nicht gar so viel Schaden anrichten wollten. Denk' dir. wenn sie groß sind und Junge kriegen! Wir konnten iie doch nicht alle füttern. Da ifts schon besser, wir tun sie gleich fort“.
„Aber nicht tot machen!" sagte ich und wollte schon ein bißchen weinen.
Da sagte meine Mutter: „Nimm die Falle und trag sic hinten, in den Wald. Dort öffnest du das Türchen und läßt sie lausen, wohin sie wollen. Dann mögen sie für sich allein sorgen".
Mir war's,rechst Ich trage also die Falle in den Wald. Ich morse aber nicht. daß gang leise unsere Katze hinter mir her gleicht. , And wie ich im Wald auf die Erde hocke und die Falle auf mache, merke ich auch nicht, daß die Katze hinter mir sitzt und lauert. Sic rührt sich nicht und sagt kein einziges Ma! miau. Ich jage die Mäuschen aus der Falle. Aber kaum sind sie draußen, da springt die Katze herzu und beißt erst das eine und dann das andere tot. Dann nimmt sie beide in's Maul und trägt sie fort. Das geht alles so geschwind, wie ich's gar nicht erzählen kann. Ich stehe ganz dumm La und weiß 3werft nicht, was ich dazu sagen und davon denken soll. Dann nehme ich die leere Falle und laufe damit zur Mutter und -erzähle ihr alles. Da sagt meine Mutter: „Laß nur! Das ist der Katze ihr Geschäft, und es ist ganz gut jo, nun können sie auch fernen Schaden mehr anrichten." F. N.