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Eheberatung.

Gin Teil der R c i ch s g c s u n d h c i t s p fl c g e

Lon Friedrich Bettkau.

Die Beseitigung der KriegsWaden Deutschlands darf sich nicht allein auf die Materielle in Handel und Wandel beschränken, sondern es muß auch für einen Ausgleich der Menschenverluste, die ja viel größer als die Anzahl der Gefallenen sind, ja noch aus Jahre hinaus durch Abgang infolge erlittener Kriegsbeschädigung fortbestehen, ge­sorgt werden. Aber auch der im letzten Jahrzehnt ein- getretene sittliche Verfall und die Zunahme der Volks­seuchen zwingen den Staat, mehr als bisher sich um das gesundheitliche Wohlergehen der Bevölkerung zu kiinl- mern und sich die Erzielung eines gesunden Nachwuchses zur Aufgabe zu setzen.

Die Grundlage der Bevölkerungspolitik ist die E h e. Sie mit staatlicher Fürsorge zu umgeben, die sich nicht nur auf materielle Sicherstellung der Familie und der Kinder er­streckt, sondern auch vor der Eheschließung die Möglich­keit gibt, die Ehekandidaten einer gesundheitlichen Prü- sung zu unterwerfen, ist der neue Gedanke, den man mit der Einrichtung von E h e b c r actu n g sstellen verfolgt, für die ein Muster auch aus der augenblicklichen Hygienemesse in Berlin iin Rahmcn der Reichsgesundheitswoche zu sehen ist.

Es handelt sich eigentlich nur um ein ärztliches Sprechzimmer, denn der Leiter der Ehebcratungsstelle ist ein amtlich augestellt er Arzt. Seine Tätig­keit besteht auch nur in der Untersuchung der Heirats­lustigen und der A u s st e l l u n g e i n e s Z e u g n i s s e s darüber, ob der untersuchte Mensch vom gesundheitlichen Standpunkt aus mit gutem Gewissen eine Ehe eingehen darf. Die Zeugnisse enthalten keinerlei Begründung des Ur­teils, die Schweigepflicht des Arztes besteht hier selbst­verständlich wie auch sollst, eine Behandlung findet Nicht statt. Die Untersuchung umfaßt die P r ü f u n g aus Ehetau glich leit, eine Beratung und Aufklärung über Eheschwierigkeiten und Ehescheidung treten ihr zur Seite.

Wie nötig derartiges ist, geht aus einigen Beispielen über Vor e r b u n g von Mißbildungen oder Krankheiten hervor. So gingen aus der Ehe eines gesunden Mannes mit einer scheinbar gesunden Frau vier Kinder mit Hasenscharte, jener entstellenden Spal­tung der Oberlippe, hervor, die aus Vererbung durch den Großvater mütterlicherseits zurückzusühren waren. Bei Der Vererbung tritt auch häufig der Typ derAus- spaltung" aus, d.h.es werden teils gesunde, teils kranke Kinder geboren. So waren im Falle erblicher zuneh­mender Schwerhörigkeit, also eines für das Fortkommen im Leben mindestens sehr störenden Fehlers, unter sieben K in d e r n der betreffenden Eheleute n u r d r e i davon frei, während vier das Übel geerbt hatten. Welche Verheerungen die erbliche Lüngenschwind- s u ch t und die Geschlechtskrankheiten anrichten, ist nur zu bekannt.

Es wird also jeder verantwortungsbewußte Mensch sich der Zweckmäßigkeit, ja Notwendigkeit einer solchen Einrichtung ebensowenig verschließen können, wie er die Berücksichtigung der materiellen Lage vor der Eheschlie­ßung ins Auge faßt. Oft kann schon ein gewisser Auf­schub der Eheschließung bis zum Eintritt gesundheitlicher Besserung aus Grund ärztlicher Behandlung nach Ein- tzolung des Ehezeugnisses die Gefahren kranker Nach­kommenschaft abwehren. Wer trotz Abmahnung auf eigene Beantwortung die Ehe eingeht, darf dann bei bösen ZiLgen nur sich selbst die Schuld zur Last legen.

5 Denn die Freiheit der Entschließung wird durch Einrichtung von Eheberatungsstellen nicht be­einträchtigt. Vorläufig besteht auch kein Zwang zu ihrem Besuch, doch wird eine gesetzliche Regelung erstrebt. Bisher beschränkt sich die versuchsweise Einführung aus Empfehlung durch das Wohlfahrtsmirnfterium und den Landesgesundheitsrat. Das Reichsgesundhcitsamt hat ein Merkblatt über die Eheberatung herausgegeben und der Wohlfahrtsminister hat die Regierungspräsidenten um

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Die Rose vom Haff.

Ein Hofroman von Emile Erhard (Baronin v. Warburg).

11) (Nachdruck verboten.)

Die nächsten Tage mit ihrer traurigen Geschäftigkeit gingen vorüber, Rosens trübe Augen hingen oft so fragend an dem .Freunde, daß ihm das Herz fast brechen wollte, doch ihre Lippen blieben stumm, und er durfte nicht sprechen. Hätte e; nur eine der Waisen nahestehende Verwandte, ein Haus gekannt, dem er das schwergetroffcne, aus allen Himmeln glänzender Hoffnungen gestürzte Kind hätte ver­trauensvoll übergeben können er würde als Vormund das Recht und die Macht gehabt haben, sie wenigstens für die nächsten Wochen und Monate von hier zu ent- feryon und dann weiter wagte er allerdings jetzt noch nicht zu denken es wäre später Rat geworden.

Eine große Beruhigung wurde ihm allerdings zuteil, als er kurz vor feiner Heimkehr eine von ihm nachgesuchte Audienz bei dem Prinzen Joachim erhielt. Der Prinz emp­fing ihn herzlich und voll tiefer Empfindung für den Trauerfall. Es war aber nicht nur dies, es lag ein tieferes und feineres Verständnis in der Begegnung mit dem Prillzen Joachim. Rolf war zu wenig Beobachter, um den Berührungspunkt finden zu können; doch fühlte er sich dankbar bewegt und erbat sich wie es seine Absicht war den besonderen Schutz des Prinzen für das vaterlose Kind, als dessen Vormund er sich vorstellte. Prinz Joachiin war fast ein Vierziger; die ernste Zusicherung und sein wohlwollendes Eingehen auf die Verhältnisse hatten etwas Ritterliches und Väterliches zugleich, wodurch Rolf sich wesentlich' erleichtert fühlte.

Dann machte er noch einen Besuch bei Gräfin Lory. Er erinnerte sie an ihr Versprechen. Sie sah ihn prüfend in die Augen und schüttelte den Kopf.

Törichte Menschen! Mein Wort werde ich halten ob ich aber ihr oder Ihnen etwas nützen kann wer weiß dâs! Ich wollte, Sie gestatteten mir einen klaren Blick'in die Verhältnisse."

Rolf erzählte ihr von der Audienz bei dem Prinzen Joachim und dem tröstlichen Eindruck, den er erhalten.

Gräfin Lory blickte ihn aufmerksam an und unterwarf dann ihre rosigen Fingerspitzen einer näheren Betrachtung, ehe sie antwortete:

Sie meinen es treu mit dem Wohl der Kleinen; ich möchte' aber wohl wissen, was die Welt dazu sagen würde, wenn sie erführe, daß Sie den Prinzen Joachim und mich su Hütern Ihrer Rose' bestellt haben! Nun, mir sollen Sie. Jht'Verträll "nicht umsonst geschenkt'haben, wenn es auch

versuchsweise Einrichtung solcher Stellen unter Mitwir­kung der Kreisärzte ersucht. Beim Ministerium ist eine Zentrale geplant, an die zum 1. April 1927 über die ge- machten Erfahrungen berichtet werden soll.

Es wäre im Interesse der Volksgesundheit sehr zu wünschen, daß diese staatlichen Bemühungen rechtes Ver­ständnis in allen Kreisen der Bevölkerung fanden, damit sich auch für die deutsche Familie der Wahrspruch der ReichsgcsundheitSwoche erfülle:Gesundheit ist Lebens- glÜck.."' ~

Von unseren Zähnen.

Statistische Untersuchungen in Schulen und Kasernen haben ergeben, daß 7595 Prozent der Bevölkerung an Zahnfäule leiden. Der Schaden dieser Volkskrankheit be­schränkt sich nicht auf den Verlust einzelner Zähne, sondern wirkt.sich unter verschiedenen Formen bedrohlich an der Ge­sundheit des ganzen Körpers aus. Magen- und Verdau­ungsbeschwerden mit ihrer Neigung zu chronischen Zustän­den, schlechte Ernährung und Vlutbildung, bei Kindern ge­hemmtes Wachstum und schwächliche Entwicklung der Kno­chen und Muskeln, find offensichtlich die Folge eines schlech­ten Gebisses. << ! * -^

Daß so viele Leute, besonders aus dem Lande, noch so gleichgültig zusehen, wie ihre Zähne erkranken, ihr Gebiß voller Schäden und Lücken wird, beweist, wie wenig die Wichtigkeit eines gesunden Gebisses bedacht und gewertet wird. Obwohl doch simple Volksweisheit schon zu dem Schlüsse kam, daß schlecht gekaut auch schlecht verdaut sei.

Man denke sich einen jungen Baum mit geschädigtem Wurzelstock, er muß selbst in fruchtbarstem Erdreich siechen und küminern, statt laubige, blühende Zweige zu bilden, er wird im Wachstum zurückbleiben. Unwetter, Schädlinge und Krankheiten werden ihn vollends unterfliegen.

Auf unseren Körper übertragen heißt das, daß es nicht genügt, Nahrung reichlich und richtig zusammengesetzt zuzu­führen: Ein gesundes Gebiß muß die Aufnahme der Nah­rung in einer Form ermöglichen, wie sie der Magen zur Weiterverarbeitung verlangt, wenn der Körper sich gesund und stark entwickeln soll, wenn er dem Daseinskämpfe ge­wachsen sein soll.

Es verlohnt sich, die kleine Maschinenhalle, die am Ein­gang zur chemischen Fabrik unseres Körpers eingebaut ist, genauer zu betrachten. Das Werk arbeitet nach Art einer Scheere, einer Mühle und einer Presse und mit ganz er­staunlichen Kräften: 4080 kg. beträgt der Kaudruck bei voller Beanspruchung. Mit langer Wurzel ist der Zahn tiefgründig im Knochenfach verzapft, das Dentin, der eigent­liche Zahnkörper mit dem stahlharten, schützenden Schmelz gepanzert, gleich wie unsre Werkzeuge, Meisel und Beile, mit Stahlschneiden versehen sind. And wirklich wie Meisel und Beile bearbeiten die Schneidezähne die zu zerkleinernde Nahrung, die Backenzähne vollenden das Werk durch zer­rende und reibende Bewegungen. Diese Kaubewegung wird von 4 symmetrisch angelegten Muskelpaaren ausge­führt und ist in ihren Einzelheiten so kompliziert, daß es Forschung und Feinmechanik nochnicht gelungen ist, sie bis ins kleinste richtig wiederzugeben.

Es ist klar, daß es für den richtigen Gang der Maschine unseres Gebisses nicht gleichgiltig sein kann, ob einzelne Teile geschädigt sind oder gänzlich, fehlen. Es ist hier, von größeren Lücken abgesehen, weniger der Ausfall an Ar­beitsleistung bedeutsam als die Gefahr, daß der Schaden größeren Umfang annimmt. Eine Lücke schon setzt gleich­zeitig den Eegcnzahn außer Betrieb und unter dem schäd­lichen Einfluß derArbeitslosigkeit" wird er sich verlän­gern, in der Wurzel lockern und der Zahnfäule verfallen. Stellen sich nun Schmerzen ein, so wird oft das Kauen auf der ganzen Seite ängstlich gemieden und ein Aebergreifen der Schädigung auf die gesunden Nachbarzähne ist regel­mäßig die Folge. Anfetzender Zahnstein schädigt Zahn­fleisch und Wurzel, in absehbarer Zeit werden erweichte und hohlgewordcne Stellen, mißfarbene Beläge, übler Mundgeruch und mahnende Schmerzen den kranken Zu­stand des Gebisses verraten. Ohne zahnärztliche Abhilfe

nur ein halbes ist; das arme Kind kann bei der leichther­zigen Lory wenigstens auf Sympathie und ehrlichen Rat rechnen. Darauf meins Hand, Varon Lemming!"

Es war ein warmer, offener Blick, der ihn traf, und Rolf drückte unwillkürlich die kleine Hand an seine Lippen.

Nun wird man Sie wohl öfter einmal hier sehen?" fragte sie beim Abschiede.

So ost mein Amt als Vormund es erfordert, im üb­rigen halte ich es für besser, persönlich fernzubleiben, wenn ich keine Veranlassung habe, hilfreich eintreten zu müssen."

Fünftes Kapitel.

Wochen waren vergangen! Das Leben Rosens war in eine neue Phase getreten. Der Tod des Vaters hatte sie schwer und nachhaltig getroffen. Durch diesen neuen Ver­lust bekamen die früheren, die sie fast unbewußt erlitten, gewissermaßen erst Bedeutung für sie. Zum ersten Male fühlte sie sich verlassen und heimatlos; das Leben lag wie entzaubert vor ihr, sie begriff nicht einmal, welcher Art die Illusionen gewesen, mit denen ihre erwartungsvolle Seele es geschmückt. Goldene Schleier schienen ihr ein strahlendes Glück verhüllt zu haben, dem sie jubelnd ent­gegengelebt, und nun war der Tod in seiner grausamsten Gestalt daraus hervorgetreten. Dieselbe kalte Hand hatte schon zum drittenmal zerstörend in ihr Leben gegriffen! Wie war es möglich, daß sie die Mahnung bisher nicht ver­standen, von Glanz und Glück träumen konnte, sie, an deren Fersen sich der Tod so hartnäckig heftete? Es waren fremde, neue Stimmen, die sie vernahm, als sie in ihr junges, kurzes Leben zurückblickte; es dämmerten ihr plötz­lich mitleidige Blicke, die sie nicht verstanden, Worte beleb­ten sich, die bedeutungslos verrauscht waren. Armes Kind! Und sie hatte es nie gewußt, nie geahnt, daß sie vom Unglück gekennzeichnet gewesen, sie hatte jubelnd die Hei­mat verlassen, an die sie doch Gräber fesselten! Nun war sie losgerissen von allem, fremd mit ihrem Schmerz unter Fremden! Was würde noch kommen? Sie fühlte mit einer Art von Genugtuung, daß das Schicksal nun nur sie allein noch treffen konnte, denn sie hatte niemand mehr zu verlieren. Niemand mehr? Hatte sie keine Heimat?

Was fhr Auge unbewußt von Rolf gefordert in der schweren Zeit, die sie am Totenbett des Vaters mit ihm verlebt, die Frage der Sehnsucht, die in ihrem Herzen ge­schlummert:Warum nimmst du mich nicht mit dir, fort von hier, wo mich niemand kennt und liebt, in die Heimat, in unsre Heimat?" die Frage wandte sie hin und her, bis sie irre geworden an ihm, an sich selbst zweifelte und sich müde in den Schlaf weinte.

Gräfin Lory hielt ihr Versprechen! Liebevoll und teil­nehmend suchte sie ihre junge Kollegin öfter auf und ließ sich von ihr erzählen, was die schöne Gräfin bisher nicht

wird das Zerstörungswerk nach Jahren das bekannte Bild zeitigen: Häßliche, zackige Wurzeln, Fisteln und Abszesse, schwammiges, leicht blutendes Zahnfleisch, oft nochdickè Backe" und Schmerzen.

Schlecht gekaut ist aber schlecht verdaut und mit der Be­einträchtigung der Ernährung sinkt auch bald die Wider­standskraft des Körpers gegen die feindlichen Heere der Krankheitskeime. Der Mund ist ja die Haupteinfallsforte dieser Schädlinge, der Brückenkopf, nach dessen Einnahme die Ansteckung mit den verschiedensten Krankheiten, Kat- tarrhen, Grippen, Diphterie, Schwindsucht usw. auf den großen Heerstraßen des Atmungs- und Ernährungsweges eindringt. Gerade in den letzten Jahren wurde die Er­kenntnis von der Wichtigkeit gesunder Mundverhältnisse Gemeingut der Medizin und Hygiene. Amerikanische Aerzte fanden und es hat sich klinisch bestätigt, daß selbst Gelenkrheumatismus und andre chronische Leiden ursächlich mit schlechten Zahnwurzeln, Fisteln und Abszessen zusam- menhingèn und erst nach vorausgehender Behandlung die­ser Uebelstände ausgeheilt werden konnten. Auch die Tu­berkuloseheilanstalten nehmen in Würdigung dieser Zusam­menhänge Patientien erst nach gänzlicher Sanierung des Gebisses auf und sehen darin eine unerläßliche Bedingung für den Heilerfolg und einen wichtigen Schutz gegen die Neuerkrankung.

Eine Anze Vorbeugung, sagt der praktische Engländer in einem Sprichwort, ist besser als ein ganzes Pfund Heilung. Dies trifft ganz besonders von den Zähnen zu. Kein Ver­nünftiger wird abwartenbis es schmerzt", durchgelaufene Stiefel schmerzen auch nicht und doch ist hierin jedermann besorgt, rechtzeitig Abhilfe zu schaffen. Und doch einen alten Stiesel kann man wegwerfen und einen neuen kaufen mit einem guten, bleibenden Gebiß stattet die Natur den Menschen nur einmal aus, und wenn es verdirbt ja dann kann man auch neue Zähne kaufen, die bleiben aber immer nur ein Ersatz, ein notwendiges Uebel.

Da die Erhaltung eines guten Gebisses eine so wichtige Forderung für die Gesundheit und Lebenskraft des Ein­zelnen ist, spielt sie auch eine wichtige Rolle in den Fragen der Volksgesundheit und bekommt damit soziale Bedeutung. Welcher Weg zu wählen sei? Nur eine Unze Vorbeugung ist nötig, so lange es Zeit und die rechte Zeit darf nicht übersetzen werden. Diese Unze Vorbeugung besteht im täglichem, richtig ausgeführtem Bürsten und Spülen von Mund und Zähnen, und zwar am besten abends, damit nicht die Speisereste zu Brutstätten der Fäulniserreger werden. Diese regelmäßiges tägliche Zahnpflege muß vor allem der Jugend zur Gewohnheit, zur Selbstverständlich­keit werden. Es soll wahrlich keine Lanze für dies oder jenes Zahnpflegemittel gebrochen werden und dem Zweif­ler sei versichert, die Zahnpflege kostet weder Zeit noch Geld. Sie ist so rasch erledigt wie das Händewaschen, und wenn eines der bekannten Putzmittel, Schlemmkreide Biox, Odol, im Notfall geht es auch mit Wasser, am besten mit warmem, angewandt wird, so kommt das billiger als Zahn­ersatz, und erspart alle die gefürchteten Zahnübel und den vorzeitigen Verlust des Gebisses.

Unerläßlich ist eine Untersuchung des ganzen Gebisses, besonders der schwerzugänglichen Zwischenräume einmal im Jahre durch den Zahnarzt. Bei Kindern von 612 Jahren, in der Zeit des Zahnwechsels ist diese Untersuchung zweimal jährlich nötig. Es ist selbstverständlich, daß ge­rade die kleinen, die noch nicht schmerzenden Zahnschäden gefüllt und geheilt werden müssen, daß übermäßig große Füllungen und Wurzelbehandlungen tunlichst vermieden werden müssen.

Nur aus diesem Wege der Vorbeugung kann und muß der Kampf gegen Zahnkrankheiten wirtschaftlich und er­folgreich geführt werden. Denn gerade die schwere Zeit, die unser deutsches Volk zu bestehen hat, die Aufbauarbeit erfordert ein lebenstüchtiges Geschlecht mit gesunden, star­ken Gliedern und Hellen Augen, das allen feindlichen Ge­walten die Zähne zeigen kann, ein Geschlecht, dem die Worte unseres Dichters Liliencron im Herzen widerhallen:

Meinen Jungen im Arm, in der Faust den Pflug,

And ein fröhliches Herz, und das ist genug.

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interessiert von der Kindheit in Rolfshagen, dem Pen­sionat, den kleinen, kindlichen Freuden! Ueber die Be­ziehungen zu Onkel Rolf konnte die kluge Gräfin aber nicht klar werden, und gerade dieser Punkt interessierte sie am meisten.

Von anderer, unerwarteter Seite wurde Rosen zarte und verständnisvolle Teilnahme entgegengetragen. Prinz Jo­achim suchte die Gelegenheit auf, um mit ihr von dem Ver­storbenen, seinen Verdiensten und Vorzügen und von der Trauer zu sprechen, die Rosens ganze Seele erfüllte.

Er sagte ihr, daß er sie als ein Vermächtnis des Ver­storbenen, betrachte, daß er von der Verpflichtung durch­drungen sei, ihr in seinem Hause eine Heimat zu bereiten und ihr ein väterlicher Freund zu sein.

Der Prinz war eine anziehende Erscheinung. Sein helles Auge konnte etwas Faszinierendes haben und der sonore Klang seiner Stimme damit wunderbar harmonie­ren. Durch vornehme Ruhe und einen Ernst, aus dem sein Lächeln doppelt wirksam traf, imponierte er nicht ohne Absicht, wie denn überhaupt in seiner Erscheinung und seinem Sichgeben etwas Absichtliches zutqge trat, viel­leicht hervorgerufen durch das Gefühl des Veobachtetfeins und die von Jugend auf dahin gerichtete Aufmerksamkeit der Einziehung.

Prinzeß Amalie, seine Gemahlin, war eine schüchterne, unentwickelte Natur, von der noch niemand wußte, wessen sie fähig sei. Sie schien zum Dulden prädestiniert zu sein, so gehorsam fügte sie sich in die launenhaftesten Anforde­rungen des Gcniahls, wie in die Vorschriften der Großher­zogin, die ihr durch die Oberhos:neisterin, Gräfin Keil, mit­geteilt wurden. Ihre Stellung war eine gedrückte, unfreie, und, das sprach sich auch in ihrer Haltung und in dem blassen, unbedeutenden Gesicht aus. Einem nicht regie­renden, kleinen Fürstenhaus entsprossen, dessen Reichtum den Prinzen Joachim veranlaßt hatte, sein Auge auf die Prinzessin zu werfen, hatte sie. die einzige Chance, sich An­sehen und Stellung zu erringen, bisher versäumt! Sie war den erwarteten Erben schuldig geblieben.

(Fortsetzung folgt.)

HeiLsres»

Sm Stadtrat einer kleinen pfälzischen Stadt werden Ringen vorgebracht, daß das Laster des Rauchens unter der Schul- jugend immer mehr um sich greife. Man einigt sich dahin,' das; nur unter energischer Mitwirkung der Lehrerschaft daS übel wirksam bekämpft werden könne. Auf seinem Heimweg trifft einer der Stadwäler richtig wieder so einen rauchenden Drei- kaschoch.Wart', dich zeig' ich aber bei beinem Lehrer an, du Lausbub elendiger," schnaubt er den Jungen an,in welche Klasse gehst du?" Der Knirps steckt lang die Zunge heraus und grinst:Mir kennen Se nix mache, ich geh' noch gar nit «n die Schul!" ',,