O Ein MiAisnencrbe, Der Färber Johann Godefroy in Hamburtz hat von einer verstorbenen Verwandten in ?ww!wrk i,7 Millionen Mark geerbt unter der Bedingung, daß er die Hälfte des Jahres auf ihrem Landsitz in Amerika zubringt.
0 ( n Lastauto in die Elbe gestürzt. Bei Aussig an der Elbe stürzte das Lastautomobil einer Brauerei bei Der Fahrt über die Elbbrücke ins Wasser. Der eine der beiden Edaufsenre wurde getötet, der andere konnte sich durch Abspringen rettest.
O Ein Mord in der Nähe von Karlsbad. In Grase n g r ü 11 bei Karlsbad holte die Dienstmagd eines Landwirtes Streu aus einem in der Nähe befindlichen Schober und griff hierbei in eine klebrige Masse, die sie vorerst für faule Rüben hielt. Nachdem das Mädchen weitere Mengen Streu entfernte, sah sie, daß sie einen völlig in Verwesung übergegangenen menschlichen Körper vor sich hatte. Die Gendarmerie wurde von dem grausigen Funde verständigt; die Kommission stellte fest, daß es sich um die Leiche einer weiblichen Person von zwanzig bis dreißig Jahren handelt, die bereits drei bis vier Monate am Fundorte lagern dürfte. Es wurde die Überführung der Leiche in die Leichenhalle der Stadt vorgenommdn; man hofft, durch die Obduktion Licht in die Angelegenheit bringen zu können.
0 Jnfluenzaepidrmie in Glasgow. Glasgow wird augenblicklich von einer außergewöhnlichen Influenza- epidemie heimgesucht. 140 Polizisten und 200 Straßenbahnbeamte sind erkrankt. Auch Hospitalangestellte sind von Patienten, die an influenzaartiger Lungenentzündung leiden, angesteckt worden.
0 Zum Nordpolflug gestartet. Von den geplanten Nordpolexpeditionen erreichte als erste die vom Kapitän Wilkins per Flugzeug Point Barrow (Alaska). Wilkins konnte kurz nach seiner Landung die Radioverbindung mit dem bewohnten Jnlande herstellen. Er legte den Flug Fairbanks— Point Barrow in 6% Stunden zurück.
0 Selbstmord einer Sechsjährigen. In Warschau sprang ein sechsjähriges Kind, die Tochter eines arbeitslosen Kellners, aus dem Fenster des zweiten Stockwerkes in den Hof hinunter, weil sie mit ihrem zwei Jahre jüngeren Brüderchen allein gelassen worden war und mit ihrer Mutter nicht zur Kirche gehen durfte. Das Kind erlitt schwere Schädelbrüche und war sofort tot. Der Vater, der auf die Kinder hatte achten sollen, war zu seinen Freunden in eine Gastwirtschaft gegangen.
0 Boxkampf im Amerikanischen Repräsentantenhaus. Das Amerikanische Repräsentantenhaus war Schauspiel einer Szene, die in den Annalen dieses Parlaments einzig da stehen dürfte. Im Verlaufe der Debatte riefen sich die beiden Deputierten Mills und Rankin gegenseitig Die schwersten persönlichen Beleidigungen zu. Plötzlich entledigten sich beide Kampfhähne ihrer Überröcke und begannen einen regelrechten Boxkampf, der infolge des Dazwischentretens mehrerer Polizeibeainten „unentschieden" verlief.
0 Meuterei an Bord. Mit dem Notsignal am Mast ist der englische Dampfer „Tenacity" in den Hafen von V'i g o eingelaufen und verlangte bewaffnete Hilfe der Polizei, um eine schwere Meuterei an Bord, mit der der Kapitän und die Offiziere nicht fertig werden sonnten, niederzuschlagen. Nach einem heftigen Kampf überwältig-- ton spanische Seesoldaten die Führer der Meuterei und führten sie ins Stadtgefängnis ab.
Für Jeden
e t wjajs
Äe Ms der Ferne.
Von Dorothee Goebelcr.
In das enge Krankenzimmer hinein flog eine An- sichtSkarte. Aus lachendem Frühling kam sie her, leuchtend in bunten Farben, als wäre ein Hauch südlicher Sonne daran hängen geblieben. Und lachend wie ihr Bild war der Inhalt. Von schimmernder Schönheit jauchzte er, von den Wundern blauer See, von roten Geranien, die in ganzen Büschen über Felsen hingen. Die Kranke dreh e Die kleine Karte in den feuchten, fiebrigen Fingern. „Wie schön!" sagte sie leise, „und wie nett, daß sie an mich denken." Dann legte sie das Blättchen beiseite und drehte den Kopf zur Wand. Sicher, die Freunde hatten ihr eine Freude machen wollen. War ihnen nicht trotzdem der Gedanke gekommen, „wie muß es auf sie wirken, wenn sie hört von all der Schönheit, wenn sie uns in Gedanken auf unseren Wanderungen folgt und weiß, daß sie selbst sie nie mehr wird machen können, daß sie wohl für ihr Leben an Das Zimmer, vielleicht gar an das Bett, gebannt ist!"
Soll man Kranken Ansichtskarten sen - den? Ja, das ist eine etwas heikle Frage. Ich glaube, man sollte etwas vorsichtig -dabei sein, damit sich die Freude, die man machen will, nicht in Leid verkehrt. Es braucht ein Kranker durchaus nicht gerade bösartig neidisch zu fein, um doch ein tiefes, heimlich brennendes Weh zu empfinden, wenn solch ein bunter, von Freude überströmender Karlengruß ihn an all das mahnt, was für ihn auf lange Zeit, wenn nicht für immer, vorbei ist. Es braucht ein einer, der sich mühselig mit dem Kleinkram des Lebens heru'.', schlagen muß, nicht neidisch zu sein, um Bitternis zu empfinden, wenn liebe Freunde ihn von Reise und Ausflug freudig grüßen und ihm in jubelnden Worten erzählen, wie wunderherrlich doch die Welt und das Leben seien, von denen er — nichts hat.
Solche Kürten werden heute geschrieben von alt und jung, von Ausflügen und Reisen, bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten, wie sorglos werden sie oft geschrieben, mit wie wenig Nachdenken, uno sind doch eigentlich eine — recht nachdenkliche Sache. Ansichtskarten sammelte man besonders vor einte n Jahren in Albums. Nehmt euch mal solch ein Album vor und blättert darin, diese kleinen bunten Blätter erzählen Geschichten — von Menschen. Was müssen es für Leutchen gewesen sein, die von einer Ställe, wo alte Wunder der Welt zu einem ehrfurchtsvollen Herzen sprechen sollten, nur — alberne Witzkarten zu senden wußten? Die angesichts der ewigen See, der Majestät der Bergs Sinn für blödesten Ulk und zynischen Blödsinn fanden? Wie wenig Feingefühl haben jene gehabt, die da Klecksereien sandten, die fast an Jahr- maruâbilberbogen erinnern. Wie feinfühlig und liebenswürdig wieder sind andere, die da sagen, warum sie für den Empfänger gerade diese Karte ausgesucht haben, deren Karten man es ansieht, daß Geschmack und Liebe sie gewählt haben, über Ansichtskarten läßt sich auch sonst noch einiges sagen. Es schickt sie die Protzerei, die überallhin melden muß: „Siehst du, hier bin ich;" es schickt sie die Liebe, die da sagen möchte: „Ich denke dein, du fehlst mir." Es gibt Menschen, die beleidigt sind, wenn man ihnen von -der Reise „auch nicht eine Karte' sendet, und es gibt andere, die sagen, „wozu schreibt er denn, ich kann ja doch Wât bin." tu® die sagen es dann aus einem wirklich böfen
0 Zufa m m v n st ö si c in S t r i j. In der Stadt Strij in Ostgalizien fam cs zu blutigen SS u N d g c b u ii g c n. Vor der Starostei rottete sich eine Menge von ungefähr 1000 Erwerbslosen zusammen, die in das Gebäude eindrangen, den dort befindlichen Staroststellver- trcter schwer miMandelten und die Burcaucinrèchtnngcn zertrümmerten. Als die Demonstranten der Schutzmann- schaft tätlich Widerstand leisteten, gab die Polizei Feuer. Sieben Personen wurden getötet und neun schwer verletzt. Herbcigeholtcs Militär stellte die Ordnung wieder her.
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MätzigkeiLsei Leirr Gebot, Schlemmerei brwgL frühen Tod?
Aus dem Merkbüchlein der Reichsgesundheitswoche 18. bis 25. April 1926.
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0 Verhaftung höherer Offiziere in Warschau. Im Zusammenhang mit den großen Veruntreuungen in verschiedenen militärischen Institutionen in Warschau ist eine große Anzahl höherer polnischer Offiziere verhaftet und dem Militärgericht übergeben worden. Die Veruntreuungen belaufen sich auf einige Millionen Zloty. Eine spezielle Kommission zur Untersuchung der Veruntreuungen ist eingesetzt worden.
0 Überschwemmungskatastrophe in T u r- k c st a n. Infolge einer plötzlichen Überschwemmung des Amu-Darja ist Turkestan von einer schrecklichen Katastrophe hcimgesuckü worden. Bisher sind 26 Dörfer völlig überschwemmt, wobei eine große Anzahl Menschen und Vieh umkamen.
âmie Ta^-schronik.
Andermatt. Der P^-nam der Sängerin Zinaida Jur- jewskaja, Die am 3. Dez- ,r v. I. plötzlich in Andermatt verschwand, ist 1 Kilometer unterhalb der Teufelsbrücke von Wachsoldaten des Forts Andermatt aufgefunden und geborgen worden. Außer einer Schnittwunde am linken Handgelenk, die offenbar mit dem seinerzeit ausgefundenen Rasiermesser ausgeführt ist, und Quetschungen an der linken Kopfseite, die offenbar auf das Aufschlagen nach dem Sprung von der Leufelsbrücke zurückzuführen sind. Weist der Körper keine. Verletzungen auf. Die Annahme, daß Selbstmord vor- liegt, bestätigt sich somit. Der Leichnam war vermutlich bisher im Eise eingefroren und ist nun durch eintretendes Tau- wetter freigeworden.
Berlin. _ . Teutsche Osfiziersbund ließ am Bismarckdenkmal am KönigsplaH einen Kranz mit schwarz-weiß-roier Schleife niederlegen mit der Aufschrift: „Dem Manne der Tat. Der Deutsche Offiziersbund."
Hamburg. Hier wurde sie neue riesige Elbbrücke dem öffentlichen Verkehr übergeben. Die Brücke stellt als Ganzes einen der schwersten Baukörper Deutschlands dar mit einem Eisengcwicht von 7000 Tonnen.
Altena. Ein Obertertianer warf sich in Altena vor den v-Zug Frankfurt—Hagen, weil er zu Ostern nicht versetzt war. Er wurde vollständig zermalmt.
London. Die Zahl der Automobile in England wird im April aus etwa 600 000, die der Motorräder auf 500 000 geschätzt. Allein während der vergangenen drei Wochen sind 40 000 neue Automobile und Motorräder verkauft worden, hiervon allein in London 3500.
Rom! Ein englisches Flugzeug stürzte bei der Landung aus dem Flugplatz von Calafrana (Malta) ins offene Meer und sank. Der ^luauuakübrer e r t r a n k.
Neidgefüh! heraus. Es schrelvt auch die Bequemttchkett Ansichtskarten. Man spart den Brief damit. „Gestern angekommen, gesund, es regnet. Martha." Das ist sehr schnell verzeichnet. Ob es den Empfänger freut, ist eine andere Frage.
Bei unsern Sommerwirten und an den Ausflugsorten findet man sehr oft Ansichtskarten, die jedem künstlerischen, ja überhaupt jedem auch nur einigermaßen guten Geschmack widersprechen. Die sollte man einfach ablehnen. Lieber gar keine Karte oder eine einfache Karte mit herzlichen Grüßen als eine schlechte. Das Publikum könnte hier direkt erzieherisch wirken. Wenn die Leute erst merken, daß ihnen der Kitsch auf dem Halse bleibt, werden sie schon bald für gute Ware sorgen. Es ist sehr oft lediglich Gedankenlosigkeit, die sie den Schund feilhalten läßt. Es ist viel über die Ansichtskarten und die „Ansichtskartenwut" gescholten worden; daß sich auch auf diesem Gebiet viel Auswüchse finden, steht fest, und doch wollen ioir froh fein, daß wir die kleinen bunten Dinger haben. Wieviel Freude können wir damit andern und auch uns selbst machen. Wer nicht nur Ansichtskarten verschickt sondern sie auch auf seinen Reisen und Ausflügen für sich selber sammelt — natürlich nur gute und allerbeste —, der bekommt bald ein Erinnerungsalbum zusammen, das nicht nur für sein eigenes Leben, nein, das auch noch für Kinder und Kindeskinder einen Schatz bedeuten kann.
HschZeiisiag im SolksglauHen.
I in Kreis der Woche.
Dem Volksaberglauben entzieht sich wohl kaum etlvas; alles bannt er in seinen Kreis und sucht es-auf feine Art zu deuten, auch umzumodeln. So beschäftigt ihn natürlich auch der Tag der Hochzeit. Da der Sonntag der Tag der Sonne ist und von ihr Licht und Wärme und damit auch Leben ausgeht, so wird er besonders bei solchen Völkerstämmen gewählt, bei denen Ackerbau und Viehzucht die Grundlage des Lebens bilden. Weil der Montag, der Tag des Mondes, nach englischer Auffassung stark macht und nach anderer Meinung dem Vollmond die Kraft zugesprochen wird, in günstiger Weise auf die Heiratenden zu wirken, wird die Hochzeitsfeier auf diesen Tag in denjenigen Gegenden verlegt, bei denen der Mond der Menschen Geschicke leiten soll. In England gilt der Dienstag als für die Hochzeit glückbringend, denn dort sagt man: „Dienstag macht gesund." Auch in Bayern wird der Dienstag vielfach als der am wenigsten sorgenbringende Hochzeitstag gepriesen, weil dieser Tag gegen Zauberei und böse Wünsche gefeit ist. Der Mittwoch, der früher dem Wotan, dem Wütenden, gehörte, der als Sturmgott und Todesgott angesehen wurde, gilt als Hochzeitstag nicht glücklich. Der Italiener spricht sich darüber aus: „Mittwochsbraut bringt den Mann ins Unglück." Mit dem Donnerstag hat es eine ähnliche Bewandtnis. Nach dem Gewittergott Donar ist er benannt; deswegen sagen auch die Märker: „Wenn man am Donnerstag freit, so donnert's in der Ehe." Wenn er aber trotzdem zum Hochzeitstage gewählt wird, so geschieht es wohl in der Anschauung, daß das Gewitter FruchtbarkeU erzeugt und als Gott des Feuers Beschützer des häuslichen Herdes und der Familie ist. Ist auch der F r e i t a g der Göttin der Liebe gewidmet, so sucht man ihn doch meistens nicht rum LochreÄstaae aus. Vielleicht banal
Dev SchxeÄsn MutzlanDs.
Ein Mitglied der Allgemeinen politischen Polizei-Verwaltung, (Tscheka) Rußlands, die dort sehr gefürchtet ist, in der neuartigen Uniform.
ANS dem GsnchiSssM.
§ Urteil im Kleinen Barmat-Prozeß. Im Kleinen Vârmal- Prozeß würde vom Schössengericht Berlin-Mitte das Urteil gesprochen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten Feld wegen aktiver Bestechung zu acht M on a ton G e s ä n g n i s, Den Angeklagten Blodo w wegen passiver Bestechung zu eine m Jahr vier Mo n a t e u, den Angeklagten Kersten wegen passiver Bestechung zn e i n e m I a h r a ch t M o n a t e n Gefängnis, den Angeklagten Jost wegen passiver Bestechung zu neun Monaten Gefängnis, den Angeklagten Neitzel ebenfalls wegen passiver Bestechung zn sechs Monaten Gefängnis. Die Bestechungsgeldcr und die Gegenstände, die die verurteilten Beamten von Dr. Feld als Geschenke erhalten haben, werden als dem Staate verfallen erklärt und eingezogen.
§ Kein neuer Prozeß Bothmer? Die Berufungsverhandlung gegen die Gräfin Bothmer war für den 7. April vor Der Großen Potsdamer Strafkammer angesetzt. Der Termin ist aufgehoben worden. Es besteht Aussicht, daß der Prozeß überhaupt nicht stattfindcn wird, da sowohl der Staatsanwalt wie auch die Gräfin Bothmer ihre Berufungen zurückzuziehen gedenken.
§ Eine Reichsgerichtsentscheidung über GeschüstSmieten. Das Reichsgericht hat jetzt eine Streitfrage entschieden, die für Mieter in Geschäftshäusern von großer Wichtigkeit ist. Durch BO. vom 4. August 1923 waren in Preußen die Jndustrie- und Geschäftshäuser von den Bestimmungen des Reichsmieten- gesetzes ausgenommen worden. Wenige Monate später war dies durch eine VO. vom 7. November 1923 wieder rückgängig gemacht worden. Dieses systemlose Hin und Her hatte die Streitfrage hervorgerufen, ob der Mieter, Der die gesetzliche Miete zahlen wollte, dazu nod) eine besondere, dem § 1 des RMictenG. entsprechende Erklärung abgeben müßte. Das Kammergericht hat in ständiger Rechtsprechung, aber im Gegensatz zu vielen anderen Gerichten, diese Frage bejaht. Nunmehr hat das Reichsgericht in einer Entscheidung sich auf den Standpunkt des Kammergerichts gestellt, indem es eine gegen dessen Urteil vom Mieter eingelegte Revision zurückgewiesen Hai.
tiefes Vorurteil mit der Scheu vor dem „Stillen Freitag" zusammen. Auch in Italien gilt der Freitag als Un- glückstag. Ähnlich verhält es sich mit dem letzten Wochentage, dem Sonnabend, der als schlechtes Vorzeichen für den zu erwartenden Wohlstand angesehen wird. Auch er wird selten als Hochzeitstag gewählt, weil der Volksmund annimmt, daß derjenige, der einen entscheidenden Schritt an ihm unternimmt, wunschlos und unentschlossen weiterwandern und, sowohl was Stellung als Besitz anbelanat, stets unten bleiben werde.
Ems Znsel gssLrtgsuLr FmUSN.
Die Frauen wurden von allen Völkern früher als die Untertanen der Männer angesehen und gewöhnlich als Sklaven behandelt. Eine besondere Stellung nahmen sie aber noch bei den Zaporoger Kosaken ein, die an der Nordweftgrenze des Schwarzen Meeres als Nomaden hausten und in der Geschichte nur als Volk der Räuber und Banditen erscheinen. Sie kannten weder Sitte noch Zivilisation. Wie die Amazonen keine Männer unter sich litten, so litten diese Kosaken keine Frauen in ihrer Mitte. Alle Frauen des Stammes wurden auf der kleinen Insel des Dnjeprs gefangengehalten. Die Söhne wurden Soldaten, die Töchter blieben bei den Müttern. Die Kinder mußten von den Müttern auf der öden Insel erzogen werden. Eine Ehe gab es nicht. Die Frauen kannten keine Freiheit und wurden wie Sklaven behandelt, herzlos unD roh. Und doch nannten sich diese Kosaken griechische Christen und waren Untertanen des großen Russischen Reiches. Sie behielten ihre Sitten bei, bis der Stamm durch Krieg ausgerottet wurde. Erst dann wurden dir Frauen von der Fünfel befreit.
Das Alter der Taxameter.
Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Auch der Taxameter war schon den Römern nicht unbekannt. Eine italienische Zeitschrift macht darauf aufmerksam, daß im zehnten Buch des Werkes „De architectura" von dem Architekten Marco Pollione Vitruvio, einem Zeitgenossen des Kaisers Augustus, die „raeda" genau beschrieben ist, ein vierräderiger Reisewagen, dessen man sich im alten Rom bei Reisen mit Familie und Gepäck bediente, der überdies besonders bequem für Frauen eingerichtet war. Dieser Wagen war nach der Beschreibung des Vitruvio mit einem Mechanismus versehen, der vornehmlich gebildet wurde Lurch zwei durch ein Zahnwerk verbundene Seitenräder, deren jedesmalige Umdrehung auf einer Scheibe angezeigt wurde, so daß eine vollständige Abrechnung der durchlaufenen Strecke geliefert wurde. Die schönen Frauen Roms, die, wenn sie reisten, in ihren reich ansgestatteten „raeda" mehr aus gestreckt lagen als saßen, vergnügten sich damit, die Länge der Straße, die sie durchfuhren, zu messen. Und wie war es mit den Richtlinien für den Verkehr ? Auch bie. waren den Römern bekannt. Der Verkehr Ler Fuhrwerke knr alten Rom war ganz bestimmten Anordnungen unterworfen. Die Zahl der Fahrzeuge war gesetzlich festgelegt, und war ziemlich beschränkt. Die „Lex Julia municipalis", die int Jahre 4a v. Chr. in Kraft trat, verbot den Transport von Waren und Lebensmitteln auf Fahrzeugen während der 10 Stunden des Tages von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, und zwar ausdrücklich im Interesse des öffentlichen Verkehrs, Dr.