liegen Ereignissen, daß ganz junge Menschenkinder, versagend schon an den ersten Schicksalserfahrungen, die t ihnen beschienen sind, das Leben von sich werfen wie ein - wertloses!, wie ein zu unerträglicher Qual gewordene-, ' Gut. Kein Zweifel, unsere Zeit steht im Zeichen der Ver.
nichtung, der Trostlosigkeit. Die furchtbaren Nachwirkungen des großen Krieges ziehen immer noch chre dunklen Spuren durch die Völker, und so viel nch auch leherzie Männer und Frauen mühen um Stärkung Zind Wicdcr- aufrichtung, um neue Wege zu Kraft und Schönheit. me Grundlagen unseres sozialen Lebens sind allzu mor,ch geworden. Es will sich kein Halt finden, von dem aus mau den Hebel ansetzen könnte, um die gestrauchelte Menschheit über den toten Punkt hinwegzubrrngen, aus dem sie sich festgefahren hat.
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Aber nun beginnt die Natur sich wieder zu verjüngen. Die ewige Lebendigkeit des Geistes, der sie durchormgt und der auch wirksam ist, wenn wir in der Welt nur -toD und Verwesung wahrnehmen, tritt machtvoll wieder hervor. schöpferisch und beglückend wie nur je in den chonen Zeiten, die hinter uns liegen — und die verzagenden ■ Herzen schließen sich auf zu neuer Empfängnis für alles Gute und Zweckmäßige, für die Fruchtbarkeit des nichts und der Liebe, die dieses Weltgebilde erhalten uno fortentwickeln nach dem unerforschlichen Willen des Vaters der Menschheit. Nur in Ausnahmefällen zeigen ne nch in verhärtet, daß die Qsterstimmung in „Der Natur ihnen nichts mehr anzuhaben vermag. Der überhebliche Spott, - mit dem sie den Einsluß überirdischer Kräfte und Zu;am- meuhänge abzuwehren suchen, das selbstsichere Pochen auf $ den eigenen Verstand, Der alle Rätsel dieses Lebens zu meistern wisse, sie versagen mehr und mehr in den Wirren der Zeit. Schon mancher von diesen Überweisen hat die Wahrheit des alten Wortes an sich erfahren, daß Hochmut vor dem Fall kommt, und hat danach dem Bunde jener Neunmalklugen den Rücken gekehrt, die da vermessen genug waren oder sind, ihren Geist zum Maßstab aller Dinge machen zu wollen. Sie haben keinen sinn 5 für Die Opfertat Der Selbstvernichtnng als Vorbedingung der Erlösung der Menschengcsamtheit.
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Sie mögen auch fernerhin tun, was sie nicht lassen können. Wer aber nicht nur für den Tag leben und sorgen will, und zwar für feinen eigenen Tag, an dem allein ihm etwas liegt, wer sich als dienendes Glied einer Familie, eines Berufes, einer Volksgemeinschaft : fühlt, wer mit seiner Hände Arbeit über sein bloßes per- ' sönlickes Wohl hinaus Gutes schaffen will, der wird aus : Dem Wehen des Osterfestes neuen Mut schöpfen zum Ausharren auf dem Posten, auf den er gestellt ist, wird mit Der sich abermals verjüngenden Natur den vielleicht verlorengegangenen Glauben an einen bestimmungs- mäßigen Sinn des irdischen Daseins wiederfinden und so den Anschluß an die große Gotteswelt zurückgewinnen, von Der wir ein Teil sind. Ein sterblicher Teil, gewiß; aber unsterblich wollen wir das Volk wissen, zu dem wir gehören, unsterblich auch die Menschheit, die uns umgibt, i Wir sind ein Glied in der ewigen Kette von Generationen und haben als solches unsere Pflicht zu erfüllen; um so treuer und opferwilliger, je schwerer sie ist. Es werden wieder bessere Zeiten kommen. Sie haben wir für unsere Kinder und Enkel mit vorzubereiten. Dr. Sv.
SfflBM^E!™
Merkbratt für den 4., 5. und 6. April.
Sonnenaufg. 5 ° 52h 5Ie j Mondausg. 12'°B. B-V. 2”9?
Sonnenunierg. 6” 6“’ 6*° | MondmUerg. 888 V. 9’2 V. 10“ V.
4. April 1785 Die Schriftstellerin Bettina v. Arnim geb. — 1823 Der Ingenieur K. W. v. Siemens geb.
5. April. 1917 Kriegszustand zwischen Deutschland und den Ver. Staaten.
6. April. 1528 Albrecht Dürer in Nürnberg gest. — 1870 Der Komponist Oskar Straus in Wien geb. — 1917 Dovvelschlacht Aisne—Champagne — Schlacht in Flanderrr.
Ostern.
Solang das Ich im Herzen klebt und vorm Du zurückebebt, leidet Christ im Grabe drinnen, kann dem Tode nicht entrinnen.
Daß das Ich aus mir entschwebe, daß das Ich dem Du nur lebe. diese Bitte, — diese Gabe wälzt den Stein von Seinem Grabe.
E. K.
Gute Wetteraussichten für Ostern.
Nach dem amtlichen Wetterbericht steht gutes Osterwetter in Aussicht. Das Hochdruckgebiet hat sich verstärkt und ausgedehnt. Unser Bezirk bleibt daher vorläufig unter seinem Einflug, so daß die trockene und vielfach heitere Weiterung anhält. — Aussichten tüt Sonntag: Fortdauer der trockenen und vorwiegend heiteren Witterung. "
Am Wochenende.
Die „stille Woche" liegt hinter uns. Die Oelbergstunde und Golgatha traten vor unser geistiges Auge. Schauend, miterlebend begleiteten wir den Welterlöfer auf seinem Passionswege. — Und nun jubeln Osterglocken in das Land: „— Der Herr ist auferstanden — Er ist wahrhaft auferstanden!" Osterfreude auf allen Wegen, Ostergewiß- heit in allen Herzen. Auferstehung auch in der Natur. ; Neues Hoffen hält Einkehr in die gläubige Seele. — Der Ostergedanke in seiner siegreichen Erhabenheit, der Grundpfeiler der christlichen Religion, hat etwas Bezwingendes. Der Geist der Verneinung wird über den Menschen niemals Macht gewinnen, der sein Ostern innerlich miterlebt. I— Wie aus dem Winterschlafs erwachend sich in der Natur Knospe um Knospe entfaltet, wie sich tausend Keime regen, so sehen wir auch überall in deutschen Landen Ansätze zu einer geistigen und wirtschaftlichen Wiedergeburt. Auch unser Volk hat sein Golgatha hinter sich und wird in der deutschen Jugend sein Auserstehen, sein Ostern erleben. Die Wissenschaft eröffnet neue Ausblicke, die Kunst ringt nach neuen Ausdrucksformen, mit volkswirtschaftlichen Problemen beschäftigen sich die besten Köpfe der Nation; mit Staunen sieht die Welt den ungebrochenen deutschen Geist. Im Getriebe des Alltags, in unserem engen Kreis übersetzen wir leicht das grandiose geistige und wirtschaftliche Ringen, ohne welches ein neuer Aufstieg, ein neues Auf- crstehen unmöglich ist. Zwar sagt der Dichter: „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie . . .“ Aber einzig und allein der Geist erzeugt den Gedanken und durch den Ee- vanken d i e T a t.--- Wir schritten in der vergangenen Woche durch die Ausstellung der Fuldaer Handwerksjugend, Die an anderer Stelle schon ihre Würdigung fand. Zst nicht auch hier im Kleinen jedes mit Fleiß gefertigte Stück ein zur Tat gewordener Gedanke? — Da ist das Wagenrad aus dem Holze der Heimat gefügt, da sind prächtige Schmiede-
und Schlosserarbeiicn, Arbeiten der verschiedensten Handwerke, die dem Geiste des Fuldaer Handwerks ein glänzendes Lob sprechen. An der Arbeit des Lehrlings erkennt man den Geist des Lehrherrn und in dem jungen Handwerker sieht man den zukünftigen Meister, der ein Hüter sein wird von „Handwerksgebrauch und Gewohnheit." Den jungen Ausstellern, den Meistern, insbesondere auch Herrn Obermeister Fuchs und Herrn Gewerbelehrer Feld- m a n n kann man aufrichtig gratulieren. — Mögen auch die Worte des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Antoni bei allen, die cs angeht, zur Tat werden. Unzählige Mal wurde dem deutschen Handwerk schon der Tod prophezeit, aber das deutsche Handwerk darf und wird nicht untergehen, mit seinem Untergang wäre das deutsche Volkstum einer seiner besten Stützen beraubt. Es ist wahr: das deutsche Handwerk seufzt stillschweigend unter Lasten und Bedrängnissen, die der Fernstehende in dieser Schwere kaum ahnt. So sind z. V. einzelne Städte dazu übergegangen Werkstätten aller Art in eigener Verwaltung zu errichten, die bis zu 500 Seilarbeiter beschäftigen. Diesen 500 Beschäftigten stehen tausende von vernichteten kleinen Handwerkerexistenzen gegenüber. Erschütternd ist der Notschrei eines Wiirttembergischen Jnnungsverbandes an das Staatsministerium. Auf diese Weise hilft man dem Handwerk nicht, sondern bringt es mit Hilfe der Steuerzahler um. Gewerbe und Industrie und nicht zuletzt die organisierte Arbeiterschaft als Hauptleidtragende müßten gegen derartige Auswüchse ankämpfen. — In Fulda haben wir in den führenden Persönlichkeiten die Gewähr dafür, daß die alte von sozialem Sinne getragene Tradition auch in Bezug auf das Handwerk gewahrt bleibt. — Das Handwerk muß sich aber auch seiner Lage bewußt sein, muß innerlich einig sein, solche bedauerliche Vorgänge, wie jüngst in einer Jnnungsoersainmlung der Schuhmacher, dürfen nicht vorkommen, sie berühren unsympathisch. — Unsere studierende Jugend belebt sympathisch das Bild der Stadt. Hell leuchten in allen Farben die neuen Klassenmützen. Manchem ist cs sauer geworden, bis er sich das Zeichen seiner neuen Würde erstehen konnte. Desto süßer sind für ihn die verdienten Osterferien. Einige haben ihr Ziel nicht erreicht; es ist kein Grund zum Verzagen. Wenn auch nicht in jedem ein Justus von Liebig steckt, der bekanntlich auch öfters „sitzen blieb“ als Schüler, _ so wird die Scharte sich im Laufe der Zeit auswetzen lassen; das Messer für den „Kuchen" des Lebens wird umso schärfer. Ein verfrühter Osterspaziergang führte mich auf den Frauenberg. Wie in Fausts Osterspaziergang defilierten die verschiedensten Stände an mir vorüber. Auf den wenigen Bänken herrschte etwas Gedränge. Gesprächsfragmente der Jugend und der Alten klingen an mein Ohr. Ich glaube keine Indiskretion zu begehen, wenn ich hier einige wiedergebe, wurden die Gespräche doch in aller Oeffent- lichkeit geführt. Da sitzen zwei rotbemützte Kerlchen neben mir, der eine groß und blühend, der andere schwächlich blaß mit einer Brille. Der Große: „Du mein „alter Herr" hat mir die zwei „vierer" in Mathematik und Französisch verdammt übel genommen, wo ich doch in Turnen „eins“ habe und der beste Fußballspieler der Klasse bin--.“ Der Kleine: „Ich verstehe nicht, wie man in den Fächern negativ sein kann, für den (Spitzname eines Lehrers) habe ich nie etwas getan und habe doch meine „zwei", in Französisch sogar zwei plus! In Turnen habe ich allerdings „fünf", aber das ist ja ganz ohne Belang!" — Wird es wirklich „ohne Belang" fein? Wer von den Zweien wird das Leben besser meistern? — Zwei junge Damen, Bubikopf, fabelhaft elegant. Eine lieft in einem dicken Buch. „Elvira, was lieft du eigentlich so Interessantes?" „Der Zauberberg von Thomas Mann!" „Was hältst du davon?" „Ach, furchtbar langweilig, am interessantesten sind darin die verschiedenen Schwindsuchtskandidaten, was der Se- tembrini quasselt ist mir einfach unverständlich — da ist doch die „Alravna" von Hans Heinz Ewers viel spannender gewesen, aber man muß den „Zauberberg" gelesen haben; dann ist's dem Fredi sein Lieblingsbuch, nebenbei bemerkt." — Ich gehe weiter, Mann nennt sein Buch selbst „weder kurz- noch langweilig, wenn man will etwas sehr philosophisch —“ nun der Autor muß es ja wissen. — Scharen von kleinen und großen Kindern ziehen durch die Zickzack, sie tragen die Arme voll Weidenkätzchen, auf dem Wege liegen zertretene kurzstielige Gänseblümchen, sogar einige weggeworfene Veilchen. Da fällt mir der Spruch ein aus den Anlagen bei Neurode-Annaberg in Schlesien, er ist auf einen Stein geschrieben:
„Ich sage Euch es ist alles heilig jetzt
Und wer im Blühen einen Baum verletzt,
Der schneidet ein wie in ein Mutterherz;
Und wer sich eine Blume pflückt zum Scherz
Und sie dann schleudert von sich sorgenlos,
Der reißt ein Kind von seiner Mutter Schoß;
Und wer dem Bogel jetzt die Freiheit raubt,
Der sündiget an eines Sängers Haupt;
Und wer im Frühling bitter ist und hart,
Vergeht sich gegen Gott, der sichtbar ward." —
Dank gebührt der Stadtverwaltung für das Herrichten der Anlagen beim Kriegerdenkmal, aus dem, verwahrlosten Gestrüpp, das früher aus mancherlei Gründen von den Spaziergängern gemieden wurde, entwickelt sich nach und nach ein wahres Schmuckkästchen, das unserer Stadt zur Zierde sein wird. Aber bitte mehr Bänke! Es gibt alte Leutchen, die den Frauenberg nur in Etappen besteigen können. In deren Interesse müssen Bänke errichtet werden. Auch im Schloßgarten fehlt es an ausreichender Sitzgelegenheit. Als Fuldaer staunt man beispielsweise, wenn man nach Bad Kissingen kommt, kilometerweit vor der Stadt stehen in kurzen Abständen Bänke und sogar Tische davor. Sollte es Rohlinge geben, die sich im Demolieren des Allgemeinguts versuchen, dann muß der anständige Teil des Publikums unter Umständen für Selbsthilfe sorgen. — Ein entzückendes Bild bietet der alte Friedhof am Fuße des Frauenberges bei Sonnenuntergang; das alte Kreuz hebt sich silhouettenhaft von dem leuchtenden Hintergrund ab, wie zartes Filigrangewebe. Dazwischen die Sträucher und Bäume, man möchte Maler sein, um das reizvolle Bild in etwa festzuhalten. Wir haben in Fulda so manchen köstlichen Winkel von ungesuchter heimatgeborener Kunst, seien wir Hüter und Wahrer dieser Köstlichkeiten. Alte Gassen durchschreite ich, ehe ich mich umsehe, stehe ich vor dem „D a ch s b a u“, der ja in gewissem Sinne ein Stückchen Altfulda bedeutet. Soll ich den Tag bei einem kühlen Trunk in der gemütlichen Weinstube bei Papa Seipel beschließen? Ich zähle an den Rockknöpfen ab, das Schicksal hat gesprochen: „ich soll". — Und ich habe es nicht bereut, wie stimmungsvoll ist der Raum hergerichtet, etwas Süddeutsches schwingt mit. Golden leuchtet der Frankenwein im Becher, Erinnerung an Würzburg steigt aus dem Kelch. Einige F u l d e n s e r halten in übermütiger Ferienlaune ein Konveniat. Prost Philister! Es steigt der nächste. Kantus und sie singen:
......Doch keine ist aequalis Der Filia Hospitalis,"
die dem jungen Dachsbauwirt allerdings bis jetzt noch fehlt.
A. M.
-Fulda, 3. April. (Evangelische Kirche.) Es sei besonders darauf hingewiesen, daß vom 1. heil. Oster- fefttag ab jeweils Sonn- und Feiertags morgens um 8 Uhr der erste Gottesdienst stattfindet, dem um .9% Uhr dann der Hauptgottesdienst folgt. Nachmittags ist während des Commer-Halbjahrs kein Gottesdienst mehr. — Am 1. hl. Osterfesttag wird im Hauptgottesdienst der evgl. Kirchen- chor Mitwirken.
Fulda, 2. April 1926. (Todesfal L) An den Folgen eines Schlaganfalles verstarb heute Mittag Herr Gastwirt Hugo Hornung. Der Verein der Gastwirte und die Aktive Feuerwehr Fulda verlieren in dem Verstorbenen ein eifriges Mitglied und einen Förderer ihrer Interessen. Der Aktiven Feuerwehr gehört der Verstorbene seit zirka 40 Jahren an. In dieser langen Zeit hat er bei manchem Brande — sein Leben und seine Gesundheit nicht achtend — Unerschrockenheit, Tatkraft und Umsicht bewiesen. Allseitig beliebt besonders wegen seines aufrichtigen, bescheidenen Wesens, hat der Tod nunmehr diesem, arbeitsreichen Lebcii ein Ziel gesetzt. — Er ruhe in Frieden. —
Fulda, 3. April. (M eister p r ü f u n g.) Vor der Meistcr-Prüfungs-Kommission der Handwerkskammer Kassel bestanden in Fulda ihre Meisterprüfung die Bäcker Wilhelm Köhler^, Heinrich Bach, Hermann Kircher, Carl Reinhardt, Franz Klüber, Wilhelm Wagner, Josef Teierl und Jos. Uebelacker sämtlich aus Fulda, Emil Oestreich von Vachrain, Adolf Vomberg-Eichenzell, Otto Heumüller-Hil- ders und Fritz Küchenmeister-Heringen; die Metzger: Jos. Efferts-Futda, Karl Gies-Lauterbach, Wilh. Metz und Fritz Schwing beide von Salzschlirf, Franz Reith-Wüsten- sachsen und Emil Mihm-Poppenhausen.
* Fulda, 3. April. (Stadtverordneten - Ver- s a m m l u n g.) Die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung findet Dienstag, den 6. April d. Js., nachmittags 5 Uhr statt und hat folgende Tagesordnung: Haushaltsplan. 1. Wohlfahrtsamt: B. E. Herr Enders. 2. Etadtschloß: B. E. Herr Wahler. 3. Schlachthof: V. E. Herr Ferdinand Schmitt. 4. Friedhof: B. E. Herr Dr. Weymar. 5. Stadtsaal: B. E. Herr Heidt. 6. Kanal: V. E. Herr Großenbach. 7. Volksschulen: B. E. Herr Heidt. 8. Schuldenverwaltung: B. E. Herr Enders. 9. Grund- stücksverwaltung: B. E . Herr Kind. 10. Rücklageverwaltung : B. E. Herr Enders. 11. Hauptverwaltung mit: Uebernahme eines Angestellten in das Beamtenverhältnis: B. E. Herr Enders; Ordnung betr, Müllabfuhrgebühr. Nachtrag zur außerordentlichen Verwaltung: B. E. Herr Enders. 12. Erundstückstaufch mit dem Landkrankenhaus: B. E. Herr Hofmann. 13. Löschungsurkunden: B. E. Herr Enders.
Fulda, 3. April. (Brandsteuer-Erhebung für das Jahr 1926.) Nach einem Beschluß des Landesausschusses soll von den bei der Hessischen Brandversicherungsanstalt versicherten Gebäuden für das erste Halbjahr 1926 wiederum eine Versicherungsumlage (Brandsteuer) von 8 Pfg. für je 100 Mark Umlagekapilal erhoben werden; in der Stadt Fulda kommt für einfache Wagnisse nur die Hälfte zur Berechnung. Die Einziehung der Brandsteuer erfolgt durch die Landssrenter ei in den Monaten März und April.
* Fulda, 2. April. (KonzertPaul Matzk e.) Bereits bei der Besprechung des letzten Fuldaer Symphoniekonzerts konnten wir dem Violinisten Paul Matzke ein volles Lob aussprechen. Sein gestriges Violinkonzert hat uns in unserer Ansicht, daß Matzke ein feinsinniger, technisch gut durchgebildeter Geiger ist, erneut bestärkt. Die A Moll Sonate Robert Schumanns brachte er einwandfrei zu Gehör, leider wurde der Gesamteindruck durch die zu laute linkonzert in D-Dur zeigte er seine gute technische Durchbildung, klangreine Doppelgriffe und Flageolettpiecen. Tänze von Jershwin und Provaznik wurden sehr gut zu Gehör gebracht, der Trovaznik'sche Walzer mußte auf lebhaften Wunsch wiederholt werden. Kreislers „Liebesleid" und „Schön Rosmarin" rissen, sehr gut vorgetragen, die Hörer zu lebhaftem Beifall hin. Die slawischen Tänze von Dvorack lagen Matzke besonders gut und fanden lebhaften Beifall. Arthur Steinweller entledigte sich seiner schwierigen Aufgabe am Begleitflügel — außer in der Schumannischen Sonate, wo er nicht ganz befriedigen könnte —- in mitfühlender, dezenter Art und Weise. Alles in allem war der Abend in künstlerischer Hinsicht ein voller Erfolg. Leider kann das von dem finanziellen Ergebnis nicht gesagt werden, da der Konzertabend nur schwach besucht war.
Fulda, 2. April. (C ü c i l i a - M u s c u m.) Das zweite Chorkonzert unter Leitung von Eugen Mehler findet Donnerstag den 15. April abends 8 Uhr im Stadtsaale statt. Zur Aufführung gelangen Frauenchöre von Robert Schumann für den Konzertgebrauch eingerichtet von Eugen Mehler, das „Schicksalslied" von Johs. Brahms und die erste Symphonie von Brahms. Sämtliche Werke gelangen in Fulda zum ersten Male zur Wiedergabe.
Fulda, 3. April. (Frankfurter Frühjahrsmess e.) Die Industrie und Handelskammer Frankfurt a. M.-Hanau, Geschäftsstelle Fulda, gibt bekannt, daß Meß- ausweise für die Frankfurter Frühjahrsmesse 1926 für Einkäufer bei der Industrie- und Handelskammer zum Preise von ttl 3.— erhältlich sind.
* Fulda, 2. April. (Lichtbildervortrag.) „Christi Kampf und Sieg" betitelte sich der Filmvortrag des Herrn Oskar Herzog, eine Passionsdichtung, vom Vortragenden selbst verfaßt. An Hand einer großen Reihe von Lichtbildern, begleitet von Rezitation in gebundener Form, zog das Leben und Leiden Christi an unserm Auge vorüber. Flüssige Form der einzelnen Verse und gute Vortragsweise zeichneten den Vortrag aus, dem man gewünscht hätte, daß eine zahlreiche Zuhörerschar sich eingefunden hätte. Leider war der Saal des Gefellenhauses nur von zirka 30 Personen besetzt. Es ist tatsächlich bedauerlich, daß man einer derart wirklich guten Sache von feiten der Bevölkerung so wenig Interesse entgegenbringt. Eine nochmalige Aufführung wäre zu empfehlen und wünschen wir dem strebsamen Verfasser für diesen Fall ein volles Haus.
" Fulda, 3. April. Tie zahlreichen Neugierigen, die sich Donnerstag Nachmittag vor der Orangerie eingefunben hatten, um Zeuge der angekündigten Filmaufnahmen zu sein, mußten leider eine Enttäuschung erleben, da infolge des allzusonnigen Wetters die Aufnahmen auf den 1. April 1927 verschoben werden mußten. Auch Frau Anita April (der Name Prail war durch ein Versehen des bekannten Setzerlehrlings entstanden) war am Sprechen zur Bubi- köpsfrage durch Heiserkeit verhindert. Herr Prof. Lipra hat bei seinen Ausgrabungen im Umspannwerk leider keine weiteren Altertümer finden können, und ist mit seinem neuest Rotorautomobil (dessen Photographie wir in unserer Mittwochnummer brachten) in den April hineingefahren.
" Fulda, 1. April. (Z u s a m m e n ft o ß.) Am Donnerstag, nachmittags gegen 2 Uhr stieß ein Kraftradfahrer mit einem Lastauto einer hiesigen Firma zusammen. Der Führer des Kraftrades, ein auswärtiger Arzt, erlitt einen Bruch des linken Oberschenkels und wuxde dem hiesigen Landkrankenhäuse zugeführt. Der Zusammenstoß erfolgte an der Straßenkreuzung Heinrichstr., Ecke Rhönstr.