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Zul-aer Anzeiger

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1 Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

: Zulda- und Haunetal * Fuldaer Kreisblatt

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I Redaktion und Sefchâftsftelle: Mühlenstratze I, Telefon Nr. 989

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Nr. 62 1926

Fulda, Freitag, 19. März

3. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Der Völkerbundial in Genf wählte an Stelle des Fran­zosen Raouit zum Präsidenten der Rsgiernngskoiiimissio» des Haargiebtes den Kanadier Stephens, welcher der Negicrnngs- tommisjian seit mehreren Jahren angehört.

* Im RölchSto^' wurden die Mißtrauensanträge gegen den NeichsinnèuutiniWr Dr. Külz sowie die Anträge ans Ver- sassnngsrevision abgclchut.

* Bei Gelegenheit des St. Patrick-Festes, des irischen Natio- naltages, wurden bei Feiern, an Deven sich der Prinz von Wales und der Premierminister Baldwin beteiligten, in Bonbon crplodierendc Dcmonstralions-Fcuerwcrkskörpcr geworscn.

Nachklänge.

Die Reden 6 h ainberlai n » und Briands bei der lebten Sitzung des Völkerbundes in Genf halten lediglich den Zweck, ein Sprungbrett in die stürmisch be- wegte See der Innenpolitik ihrer eigenen Länder abzu­geben. Das hat vor allem Chamberlain sehr nötig, weil fast die ganze englische Presse einig ist in der Ver- uneilung der Vorgänge in Genf. Und weil der Oppo- sitionssühicr im Parlament, Macdonald, einen Vor- stoh gemacht hat. Überall wird darauf hingewiesen, daß der englische Autzenminister durch feine Zusage an Polen, ihm gleichzeitig mit Deutschland einen Ratsitz zu verschaffen, die ganze Sache kompliziert, sozusagen diè Schleusen erst hochgezogen habe. Die englische Presse macht aber auch den Versuch Chamberlains nicht mit, die Ursache des Zusammenbruchs in derintransigenten" Haltung ver deutschen Delegation erblicken zu lassen. Es ist so manches unaufgeklärt geblieben über die letzten Gründe des ganzen Geschehens; aber dieTimes" weisen aus die bedeutungsvolle Tatsache hin, daß in Gens ein anderes Bündnis zustande kam, nämlich das zwischen Frankreich, Italien und Jugoslawien: vielleicht müsse man hier den Hebel der Entwicklung suchen. Chamber­lain wird es also nicht gerade leicht haben, wenn er sich am Mchpen Mittwoch vor dem Parlament zu verantwor­ten haben wird, wenngleich von wirklichen Rücktrittsab- sichlcii oder gar einem Sturz schon deswegen kaum die Rede sein kann, weil er ja für seine Politik die Billigung des Kabinetts gefunden hatte.

Briand wird es leichter haben. Er hat kurz vor seiner Abreise aus Genf der französischen Presse das Stich- ivort gegeben:Es bleibt nichts von Zwist übrig, der sich zu Beginn der Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich wegen der polnischen Kandidatur erhob; in dieser Frage ist die Einigung vollständig. Es ist end­gültig ausgemacht, daß Polen einen Sitz im Völkerbund­rat gleichzeitig mit Deutschland erhält." Trotzdem be­gegnet er in der Presse der Linken ziemlich deutlichem Tadel über die mangelhafte Vorbereitung der Dinge; daß er von rechts her scharf attackiert wird, ist selbstverständ­lich. Aber schließlich: eine neue Ministerkrise wird man sich in der Französischen Kammer wegen der Außenpolitik Briands gewiß nicht leisten, überhaupt muß man ge­stehen, daß die politische Meinung in Paris trotz aller großen Worte gar nicht so unzufrieden ist mit dem schließ­lichen Ausgang, daß man aber nicht znletzt auch an eine wesentliche Umorganisierung des Völkerbundrats denkt, um ihngeschmeidiger" zu machen. Daß Deutschland an der Locarnopolitik festhalten will was durch die Unter­schrift Dr. Luthers unter die Erklärung der Locarno­mächte am Dienstag abend zum Ausdrück kam hat freudige Überraschung erregt.

Eine unliebsame Überraschung stellt aber die Haltung der italienischen Presse dar. Dort wird mit einer ganz unverhohlenen Freude und mit größter Schärfe gegen Deutschland das Scheitern der Tagung be­grüßt und immer wieder zum Ausdruck gebracht, daß gerade Italien es gewesen sei, dasdie hinterhältigen Manöver der Deutschen durch den blitzenden und scharfen Hieb des römischen Beiles zunichte gemacht" habe. Dazu noch der unverhohlene Spott über diese Jnstitntion, den Völkerbund, der nur dazu da sei, nichts zu leisten. Und das ist die hochoffiziöseTribuna", die das schreibt! Man habe mit vollem Erfolg einenSieg des Pangermanis­mus" verhindert. Wenn wir Deutschen nun noch erwägen, daß jenes oben angedeutete französisch-italienisch-iugo- stawische Bündnis den Zweck hat, vor allem den Anschluß D e u t s ch ö st e r r e i ch s an Deutschland zu verhindern der jugoslawische Minister Raditsch hat es ausgcplau- dcrt dann wissen wir, wie sich Italien jetzt ganz un­verhohlen politisch gegen uns eingestellt hat.

Und Amerika? Dort gießt man die volle Schale des Spottes über den versagenden Völkerbund aus, der es sich gefallen lasse, in einer rein europäischen Frage sich durch eine außereuropäische Macht über den Haufen ren- ren zu lassen.Die Ironie dessen, was in Genf geschehen ist, liegt in der Tatsache, daß der Völkerbund, der mit den umständlichen Methoden der alten Diplomatie auf­räumen sollte, bei der ersten Probe bewies, daß seine eigenen neuen Methoden noch unwirksamer sind" das ist noch das Zurückhaltendste, was darüber gesagt wird. Atan hatte dort sogar schon mit einem offenen Bruch gerechnet, wobei wir aber feststellen können, daß die deutsche Delegation hinsichtlich ihrer Politik vollkommene Billi­gung gesunden hat.

Allgemeine Unzufriedenheit in der ganzen Welt das ist der Bodensatz in dem Kelch, den ihr die Diplo- maten in Gens kredenzt haben. Als eineWachstumS- krise" des Völkerbunds bezeichnet ein französisches Blatt die Ereignisse undErgebnisse" in Genf. Wohl nicht ganz unrichtig, aber auch nur zur Hälfte richtig. ES scheint nämlich, daß nicht nur der Körper des Bundes, sondern nicht minder fein Geist noch längst nicht er- wachfcu ist.

Saarfragen vor dem Völkerbund.

Keine Trnyxenverstärkungen

im Saargebiet.

Deutschland im Ausschuß für Raterweiterung.

Nach der Abreise der deutschen Delegation aus Genf ist der Völkerbuudrat zusammengetreten und hat sich in öffentlicher Sitzung mit der S a a r f r a g e beschäftigt. Es handelt sich hierbei vor allem um die Frage der Orts­polizei und der damit zusammenhängenden Zurückziehung Der noch im Saargebiet stehenden Truppen, deren Stärke zurzeit ein Regiment Infanterie, ein Regiment Kavallerie und ein Regiment Jäger beträgt. Ter Bericht der Regie­rungskommission, den der Völkerbuudrat entgegeuuahm, spricht sich gegen d i e V e r st ä r k u n g d e r Orts- Polizei aus, die insgesamt 100.5 Köpfe umfaßt, gibt ferner Kenntnis von der französischen Zusage, das Jäger- bataillon bis zum 31. Mai ds. Js. aus Saarbrücken zurück­zuziehen, und betont die Notwendigkeit, daß für außer­gewöhnliche Fälle zur Sicherung von Eigentum und Leben im Saargebiet an seinen Grenzen französische Trup­pen stationiert sein sollen, die im Bedarfsfälle der Regie­rungskommission sofort zur Verfügung gestellt werben können. Schließlich sprach sich der Berichterstatter für die Ein s e tz u n g einer E i s e ii b a h n k o m m i s s i o u aus, die den Durchgangsverkehr auf den Saarbahnen für alle Fälle sicherstellcn soll. Dieser Ausschuß soll von einigen französischen Offizieren gebildet werden. Der Rat bat den Bericht einstimmig gutgeheißen.

In einer nichtöffentlichen Sitzung ernannte der Völkerbundrat zum Nachfolger des bisherigen Präsiden­ten der Regierungslommission des Saargebietes, Raoult, den Kanadier Stephens, der bereits seit mehreren Jahren der Regierungskommission angehört. Die übrigen Mitglieder der Regierungskommission wurden für ein weiteres Jahr bestätigt. In dieser Sitzung wurde noch ver deutsche Vorschlag auf Einsetzung eines Aus­schusses zum Studium der Frage der Rater Wei­terung beraten. Die Ratmitglieder sind dahin übercin- gekommcn, daß in diesem Ausschuß, der seine Arbeiten möglichst bald anssührcn soll, außer den zehn Ratninchten noch Deutschland, die Schweiz, Po-cup Argentinien und China vertreten fein sollen. Ferner beschloß der Rat, die erste Tagung des vorbereitenden Ausschusses für sie

Vorläufiges Resultat des Volksbegehrens

. N o ch keine endgültigen Zahlen.

Nach de» bis Donnerstag vorliegenden Meldungen über Die Eintragungen in die Listen zum Volksbegehren soll das Ergebnis der Eintragungen zum Volksbegehren etwa 5 bis 6 Millionen betragen. Die niedrigste Schätzung beträgt bis Donnerstag mittag zirka 5,3 Millionen. Die höchste, Die vom sozialdemokratischenVorwärts" aus­geht, 6,5 Millionen. Bei den Städten Waren die Eintra­gungen meistenteils festgestellt, aus Den ländlichen Gegen­den fehlten sie noch vielfach.

In folgenden 20 deutschen Städten zeichneten sich für das Volksbegehren ein: Berlin 1 584 082 Personen, Groß- Hamburg 500 000, Leipzig 239 747, Chemnitz 117 561, Dresden 200 000, Hannover 149 144, Köln 160 000, Frank­furt a. M. 141000, Düsseldorf 101 407, Breslau 155 656, Stuttgart 96 976, Nürnberg 97 364, München 99 600, Mannheim 81000, Stettin 76142, Dortmund 96 200, Braunschweig 40 679, Halle 49 406, Kassel 43 626, Königs­berg 50 416, insgesamt 4 080 006 Personen. In Berlin haben sich beispielsweise 53,4 % der Wahlberechtigten ein­getragen, in Dresden 48 %, in Franksurt a. M. 41 %, in Breslau 40 %, in Köln 34 %, in München 23 %.

MstenübfiiidWg im ReWtagsaussW.

In Der ToimerstagsiHmlg des Rechtsausschusses des Reichstages konnte noch nicht die Generaldebatte über Den neuen Kompromißentwurf zur Auseinandersetzung mit den Fürstenhäusern eröffnet werden, weil man sich mit den in­zwischen eingegangenen Äußerungen verschiedener Landes­regierungen zu 'beschäftigen hatte. Der Vorsitzende, Abg. Dr. Kahl (D. Bp.), verlas zunächst schriftliche Äußerungen ber Landesregierungen von Preußen und Baden. Preußen spricht sich darin f ür die rückwirkende Kraft des Reichsge- setzes, Baden dagegen aus. Braunschweig hat sich gleich­falls in einem Schreiben gegen die rückwirkende Krasr ausge­sprochen. Der anwesende' thüringische Finanzminister Dr. von Klüchtzncr sprach sich gegen die Wiederausrollnng aller thüringischen Anseinairdersetzungssälle aus. Aus eine Frage des Abg. von R i ch t h o s e n (Dent.) bestätigte Finanz- minister Dr. von Klüchtzncr, daß die thüringische Regierung eine Fassung des Gefetzentwnrses wünsche, wonach die Goiha- ische Angelegenheit und alle Auswertnugssragen vor das Soildergericht trimmen. Unter keinen Umständen solle das Gesetz aber eine rückwirkende Kraft erhalten. Für die Landes­regierung von Ak e ck l e n b u r g - S ch w e r i n gab Minister von Oertzen die Erklärung ab, bie Regierung betrachte Die Auseinandersetzung nicht nur mit dem ehemaligen Groß­herzog, sondern auch mit seinem ganzen Hause als endgültig erledigt. Freitag soll die nächste Sitzung stattfinden.

*

Kompromißvorschlag der Regierungsparteien.

Die Führer der Regierungsparteien im Reichstage hielten eine längere Besprechung über die schwebenden Fragen ab. Zur Sprache kam die Frage der Verabschiedung des Kom­promisses zur Fürstenabfindung. Es wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß alles getan werden müsse, um das Kompromiß baldmöglichst unter Dach und Fack iu brinaen.

Weltwirtschaftskonferenz auf den zu. April nach Genf einznbcrusen. Diesem Ausschuß gehören auch drei Deutsche an.

Wie verlaust, hat sich der Völkerbundrat in vertrau­licher Besprechung dahin geeinigt, um Deutschland eine moralische Genugtuung" für die Ereignisse der letzten Woche zu geben, nach dem Beitritt Deutschlands zum Völkerbund eine der folgenden Ratsitzungen. wahr­scheinlich bereits oie WiMertagung, in Berlin ab« zuhalten, falls die dculsclze Regierung nach ihrem Beitritt eine entsprechende Einladung an den Rat richten wird.

Rückkehr der deutschen Delegation.

Tie Dentschnationalen gegen die Regierung.

Die deutsche Delegation ist am Donnerstag mittag wieder in Berlin eingetroffen. Der Bahnhof war streng abgesperrt. Reichswehrminister Dr. Geßler sowie einige Mitglieder des Auswärtigen Amtes und des Diplomatischen Korps waren zum Empfang auf dem Bahnhof erschienen. Donnerstag abend trat das Reichs- kabinctt zu einer Sitzung zusammen, ebenso würbe eine Pressebesprechung abgehalten, in bet Reichskanzler Dr. Luther und Reichsanstcnniinister Tr. Stresemann über die Vorgänge in Genf Aufschluß gaben.

Der Parteivorstand der Dcutschiiationaleu Volks­partei hat mit dem Landesverbandsvorsitzenden sowie der Reichstagsfraktion der Teutschuatioiialen Volkspartei über Die Vorgänge in Genf eine Beratung abgehalten. In ihr kam die einmütige Auffassung zum Ausdruck, daß die Behandlung des deutschen Antrages auf Eintritt in den Völkerbund durch die Haltung Der deutschen Dele­gierten in Genf zu einem völligen Mißerfolg der Außenpolitik des Kabinetts Luthcr-Stresc- mann geführt hat. Die bnitidtnationaie Rcichstagssrak- nou wird, wie von ihrer Pressestelle nütgeteilt wird, so­fort Die erforderliche» parlamentarische» Maßnahme» er­greifen.

Es ist anznehmen, daß Die Vorgänge in Genf schon in Der nächsten Woche im Reichstag zu einer gruben außenpolitischen Debatte führen werden. So« wohl der Reichskanzler wie Dr. Stresemann werden do ^ Dem Plcnnm des Reichstages in Dieser Angelegenheit da» Wort nehmen.

Irlands Regieiâsettlürilug

Paris. Briand stellte in der Kammer sein neues Kabinett vor lud gab tatet eine RegiernngcerUärung ab. Zu Anfang seiner Rede ging er aus das Finanzprobicm ein. Er gab un­umwunden zu, daß es bisher nicht möglich war, dieses zu lesen. Die neue Regierung sieht in der Lösung dieser Frage ihre oberste Pflicht. Ohne allerdings ngenbirie positive Vor­schläge zu madfen, lat er Kammer miv Senat um linier« stützn ng unv Vertrauen. Nur wenn strengste Arbeitsdisziplin im Parlament herrscht, wird cs möglich sein, die Finanzfrage nnd ras Problem der Schuldenregelung, von denen das Wirt« schastliche Wcfterleben Frankreichs abhängt, zu lösen Briand ging danü ans die A n b e ii p o l i 111 über. Er bezeichnete es als Aufgabe von größter Bedeutung, die internationalen Gegensätze ausznglcichen. Die Methoden des Mißtrauens müßten aufgegebeii werden. Internationales Vertrauen und sreundnachbarliches Zusammenarbeiten seien Voraussetzungen dafür, im Wettwirtschaftskampf weiter zu bestehen. Das Gr« gcbuis von Genf sei außerordentlich bedauerlich. Er­freulich sei lediglich bie Tatsache, daß die Locarnomächie ihr Werk in Genf erneut gesichert hätten.

Amerlla zu den Genfer Verhandlungen.

N c >v y o r k. Bei den Washingtoner Befprechnngen zwischen Coolidge, Kellogg und Houghton wurden folgendc Punkte ausS schärfste unterstrichen: Als Ergebnis der Lo- sprechung sei anzusehen, daß Amerika sich von den europäischen Riigelegcnheiteii noch m c h r z u r ü ck h a l l c n werde als bis­her. Europa befolge auch heute noch dieselbe Bündnispolftit wie in Der Vorkriegszeit. Tas sei klar erwiesen dadurch, daß in Genf kleinere Mächte vorgeschoben worden seien, um ihren gleichzeitigen ElNlrill mit DcutfdHanb in den Bölkerbuud zu ertrotzen und dadurch Die Wirkung von TcullchlanSs Eintritt abznfchlväckcii.

Ginnfemerbomben in London.

Demonstration gegen Baldwin und den Prinzen von Wales

Bei einem Bankett im Londoner Hotel Cecil, das zu Ehre» deS Schutzheiligen Irlands gegeben wurde, kam es zu einem Aufsehen erregenden Zwischenfall. Als Ministerpräsident Baldwin sich erhob, um seine Rede zu beginnen, wurde von einem Unbekannten eine Stink- b o m b e gegen Baldwin geschlendert, die jedoch kein Un­heil aurichleie. Mit Hilfe von Wasser wurde der Zünd- körper schnell zum Erlöschen gebracht. Nur einige Tisch­tücher würben ungebrannt. Auch gegen Den Prinze n von Wales, der an einem St. -Patrick-Mahle im Picca- dillyhotel tcilnahm, wurde ein ähnlicher Anschlag verübt. Von unbekannten Personen, Die sich in einem Automobil befanden, wurde ein Zündkörper gegen Die Fenster des Saales geschleridcrt, in dem das Festessen ftat*-j fand. Personen sind in beiden Fällen nicht zu Schaden gekommen. Die Täter sind unerkannt entkommen. Wie angenommen wird, Handelt es sich in beiden Fällen um eine politische Demonstration Der republikanischen Sinnseiner, die Gegner des zwischen dem irischen Freistaat und Groß- britannien getroffenen Regelung sind.