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Kleine Zeitung für eilige Leser

* Die Völkerbundversammlung beschloß, die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund bis zum Herbst zu vertagen.

* Die deutsche Delegation hat Genf am Mittwoch abend verlassen und trifft am Donnerstag wieder in Berlin ein.

* Die chinesische Regierung hat sich bereit erklärt, die ulti­mativ an sie gestellte Forderung aus Aufhebung der Schiff­fahrtssperre bei Taku und Tientsin zu erfüllen.

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trigen, das immer stärker auf einen antideutschen Block mit derKleinen Entente" hrnarbeitct. Man munkelt da­von, datz auch gewisse Kreise in Pari s mit der Lösung die Briand vorschlug, nicht zufrieden gewesen seien, weil nur ein Austausch von Polen für die Tschechoslowakei statt­finden sollte, dabei aber eine Stärkung des französischen Einflusses in irgendwie erheblichem Maße nicht heraus- gekommen wäre. Man munkelt doch weiß man nichts Genaues, hält beides aber nicht für unmöglich.

Doch zwei Lehren wird Deutschland ans dem Ge­schehen der anderthalb Wochen zu ziehen haben: Wenn wieder die Frage des deutschen Eintritts in den Völker­bund auf die Tagesordnung von Genf kommt, dann wer­den wir nicht wieder in hoffnungsfrohem Optimismus hinfahren, sondern vorher die Entscheidung herbci- führen. Und das zweite ist, daß in Genf nicht Idealis­mus, nicht der Geist einer wirklichen Völkergemeinschaft herrscht, sondern auch nur harter, gieriger Völker- e a o i s m u s.

Peking beugt sich Sem Ultimatum,

Die Drohung mit der Flottcnaktion.

Die Pekinger Regierung hat sich bereit erklärt, die durch den holländischen Gesandten dem chinesischen Auswärtigen Amt überreichten Ultimatumsforderungen auf Aufhebung der Schiffahrtssperre bei Takn und Tientsin zu erfüllen. China kommt damit der von England, Japan und den Vereinigten Staaten angedrohten Flottenaktion, für die bereits Kriegsschiffe dieser Mächte die notwendigen Instruktionen erhalten hatten, zuvor. Deutschland hält auch in diesem Konflikt an seiner unbedingten Neutralität China gegenüber fest. Die Sow- jetbotschaft in Peking benutzt daö Ultimatum der Mächte, um erneut Rußlands Sympathien für China zu betonen.

Der Konflikt zwischen China und den Mächten gebt von dem durch das sogenannte Boxerprotokoll (1901) den Mächten gesicherten Recht auf die offene Tür nach Peking aus, das im Verlauf des innerchinesischen Krieges zwischen den Truppen der Volksarmee und denen Wupeifus durch die auf dem Peiho gelegten Minen und durch das Sperr­feuer der Takuforts beeinträchtigt wurde. Zum Ultimatum der Mächte führte besonders noch der letzte Zwischenfall, der durch die Beschießung japanischer Torpcdoboots- zerstörer durch die Takuforts hervorgerufen wurde.

Aus ALffen-NMau und Ugchbargehieèen.

Merkblatt für den 19. März.

Sonnenaufgang 67 II Mondaufgang 9 V.

Sonnenuntergang 610 || Monduntergäng

1849 Admiral Alfred von Tirpitz in Küstrin geb. 1925 Schwere Wirbelsturmkatastrophe in Noroamerika.

Verächtlich ist eine Frau, die Langeweile haben kann, wenn sie Kinder hat.

Jean Paul.

Wetterbericht.

Im Bereich des über dem Festland liegenden Hochdruck­rückens ist auch in unserem Bezirk Bewölkungsabnahme einge- trelen. Da aber die in den höheren Luftschichten anhaltende Nordströmung noch immer kältere Luft auf das relativ wär­mere europäische Festland bringt, ist mit dem Aufkommen von Bewölkung zu rechnen. Niederschläge sind vorläufig nicht wahrscheinlich. Vorhersage für Freitag abend: Meist be­wölkt, trocken, nördliche bis westliche Winde, auch tagsüber nur mäßige Erwärmung.

LsndsskirGenèag in Lasset

Die Verhandlungen des zweiten Tages dauerten bis in die späten Abendstunden, sodaß wir den ausführlichen Bericht erst in der nächsten Ausgabe unseres Blattes brin­gen werden. Kurz sei berichtet, daß ein Antrag des Lan­desvereins der Inneren Mission auf Abänderung der Kirchenkreisgrenzen angenommen wurde. Man erhofft durch Angleichung an die politische Kreiseinteilung eine bessere Organisation des kirchlichen Jugend- und Wohl- fayrtsdienstes. In zweiter Lesung wurde mit den Stim­men sämtlicher geistlichen Mitglieder ein Kirchengesetz an­genommen, das die Kirchensteuerfreiheit der Pfarrer und Kirchenbeamten aufhebt. Die Mehrzahl der hessischen Pfarrer hat schon seit Jahren auf dies Vorrecht freiwillig verzichtet. Schließlich fand ein Antrag Annahme, der den Pfarrern die Mitwirkung bei der Bestattung von Aschen-

Där Hannes os Ditges i Föllsch Foll.

Gedicht in Fuldaer Mundart von L. Decke- Fulda.

(Nachdruck verboten.)

Ich woin ville Joahr net i Föllsch Foll gewäst.

Dröm doicht ich beim lätzte Kerchweihfäst:

Du fährscht emoa met der Jseboh noach Föllsch Foll On läßt dich vom Vetter om Boahnhof obhol. Min Vetter, dar mi'm Aellevottersch Toichtermanns

Schwoager es,

(Ich well's Euch soah, äs därfs e jedesch weß) Där wohnt scho ville Joahr en der Stoad;

Hot früher doit gedeent als Saldoat.

Doa dernoach hotte' e Börgersch-Mädche gefreit, (Säll hotten bes hüttiges Toaks net gereit). Där Vetter, der nohm mich on der Voh in Aempfang; Doa woar e groß Gewehl, mir wursch angst on bang. Mir genge zeärscht doirch de Boahnhof-Schtroß; Doa soak ich Hüser be Valläst, so schee on groß.

Doa hon ich gedoicht on de Ziet fier zwanzig Joahr, Bes doa i Foll so gaanz annerscht woar. Uff eimoah kome mer uffen schönne Platz, Doa Hatte'sen Dänkmoal en de Mett gefotzt.

Min Vetter sook, dps wär der Kaiser Friederich.

Ich lacht on sook:Dar kahnt ich glich! Eo große, schönne Stiebel, be'se dar Hot oh, Konn'e gewehneklich Mansch net ohgeto!" Vom Kaiser Friederich leefe mer noab bei der Poarr; De ston noch groad be fier zwanzig Joahr. Dos Ploaster drömröm woir so schroa be zor doamoalige

Siet;

Buckelig be bei ons, ihr leewe £üt!*

*) Anmerk, des Verf.: Hannes hat den Besuch vor der großen Stratzenumpflasterung in Fulda gemacht.

resten freigibt, nachdem eine Mitwirkungsmöglichkeit bei der Leichenverbrennung schon seit längerem in der hessi­schen Kirche bestanden hat. Eine Anfrage an die Kirchen- regierung über die Fürstenabfindung soll in der folgenden Sitzung, Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, besprochen werden, aus deren Tagesordnung noch andere Anschlußanträge stehen, darunter auch ein Antrag des Kirchenkreises Kassel, der eine Schließung des Kasseler Staatstheaters am Karfreitag mit allen gesetzlichen Mitteln erstrebt. Zum gestrigen Bericht haben wir'nachzutragen, daß der Zu­schuß für die Höhere Schule in Schlüchtern nicht zur Aus­zahlung gekommen ist, weil die Verhandlungen über deren Gründung noch nicht abgeschlossen sind. Einer der Ein­sprüche des Staatsministeriums richtete sich gegen die Tat­sache des landeskirchlichen Zuschusses zur Organisten­besoldung.

Gestern Nachmittag trat das Preisrichterkollegium zur Begutachtung der sehr zahlreich eingegangenen Lösungen unseres Preisausschreibens zusammen und hat in viel- stündiger Arbeit seine Entscheidungen getroffen.

Die richtige Lösmg unserer Preisausgabe

und die

Ramen der 50 Preisträger

werden in der Samstagssummer veröffentlicht werde«.

* Fulda, 18. März. (Volksbegehren.) Gestern Abend würden die Listen zur Eintragung für das Volks­begehren geschlossen. In der Stadt Fulda haben sich von etwa 16 000 Wahlberechtigten 4591, also nahezu 30 Proz., in die Einzeichnungslisten eingetragen. Da bei der ersten Reichspräsidentenwahl Ende März vorigen Jahres So­zialdemokraten und Kommunisten zusammen 2308 Stim­men aufbrachten, haben sich also zahlreiche Anhänger der nichtsozialistischen Parteien, den Parteiparolen entgegen, an dem Volksbegehren zur Fürstenenteignung beteiligt.

* Fulda, 18. März. (Reichsbund der Zivil - d i e n st b e r e ch t i g t e n.) Kommenden Samstag und Sontag findet in den Räumen des Evangelischen Ge­meindehauses die diesjährige Verbandstagung des Reichs­bunds der Zivildienstberechtigten, Landesverband Hessen- Nassau statt. Der Sonnabend Nachmittag und Sonntag Vormittag ist wichtigen Beratungen gewidmet. Am Sams­tag Abend 8,30 Uhr veranstaltet der Fuldaer Zweigverein im Saale des Evang. Gemeindehauses einen Familien­abend, wozu die Mitglieder des Bundes mit ihren Ange­hörigen herzlichst eingeladen sind.

Fulda, 17. März. (Preußischer Förftertag.) Aus Försterkreisen wird uns geschrieben: Kürzlich tagte im Lehrerveieinshaus in Berlin die aus allen Teilen Preußens beschickte diesjährige Delegiertenversammlung des Vereins Preußischer Staatsförster, der maßgebenden Försterorganisation Preußens. Die Tagung erhielt eine besondere Prägung dadurch, daß der Verein in diesem Jahr aus ein ttäjähriges Bestehen zurückblicken kann. Ne­ben rein fachlichen Fragen, die in den Versammlungen der Förster einen breiten Raum einzunehmen pflegen, be­schäftigte sich die Versammlung eingehend mit der beson­deren wirtschaftlichen Notlage des Förstersttlndes, die weit über die allgemeine Beamtennot hinausgeht. Bei der abgelegenen Wohnlage der Förster müssen sich natur­gemäß die besonderen Erschwernisse des Lebensunterhal­tes umso schärfer auswirken, als der Försterstand hinsicht­lich Besoldung stets eine ungerechtfertigte Zurücksetzung erfahren hat. Die Frage der Kindererziehung, Beschaffung von Lebens- und Bedarfsartikeln, Erreichung von Arzt, Apotheke usw. verteuern die Lebenshaltungskosten der Försterfamilien so weit über das übliche Maß hinaus, daß durch Gewährung eines ausreichenden Etellenun- kostenersatzes baldmöglichst Abhilfe geschaffen werden muß. Die Versammlung erwartete, daß den im dienst­lichen Interesse zur Landwirtschaft gezwungenen Förstern ausreichende Kredite zur Verfügung gestellt werden, dem gesamten Stande eine nach Bildung und Stellung in der Staatsforstverwaltung angemessene Bezahlung zuteil wird, und daß die durch die einsame Wohnlage bedingten Erschwernisse durch Gewährung eines ausreichenden Stel­lenunkostenersatzes abgegolten werden.

Mim Vetter si Oll hatt' gekocht en goote Kaffee;

Derzo oasse mer Ofterkoche on Aeppel-Schilee.

Dos Hot minner Säl got geschmockt;

Be ich fertig woin, hon ich de Fenger abgelockt!

Om Daweb gengemer en die Wertschaft zomgoldene

Noad",

Doa hon ich wallich vill Blässer gehatt.

Doa stockte se in en Koaste e Fömpf-Pünnigstöck.

Boas meint'er, boas ruis kom? De schönnst Muisik!

Se hatte noch e Deink, doa wur en Grosche nigeto; Doa doicht ich, es geng net mit rächte Denge zo.

Uis em Koaste schproachs on songs, äs wur en himmele

Krach vollfihrt;

So äbbes hatt ich minner Lattig net gehiert.

Dem älf Uhr Hot mich där Vetter öngern Darm genomme, Ich wärn sonst minner Säl net hei gekomme.

Ich hatt em Dach än klänne Schwips,

Dröm feeL ich" iwer en Ploasterstei beim Bäcker Knips.

Doch kome mer glecklich hei on ins Sätt; Nie kom ich, ewwer geschloff sannt ich net. Uff'er Gaß, doa mache se en große Krawall; Dos sannt däm Ditgeser Hannes net gefall. Se tappte här, se tappte hie

Dn erscht bes ball Toak woar, doa schleef ich ie.

Dn be ich doicht, ich schleef, Doa kom en verbeinzte Bäckersch-Jong on Jong on peef. So sächs Uhr oab hon ich schee geschloffe

Bes daß mich dar Vetter zom Mittoas-Aesse Hot geroffe.

Noachem Aesse wollt ich nach Kohles, beim Voadgoirte

oerbei,

Doa soak ich e groß Bräterwâand mit der Inschrift:Luft-

bad-Naturheilverei."

Ich doicht, dos kuckt mer sich a moa o!

Dn be gedoicht, so wursch geto!

Aes woar olles zo, dröm kloppt ich o die Dier, Maßt ewwer woart noch e Will derfier,

* Fulda, 18. März. . (Fulda e r Gefchichtswepein.) In der Doppelklasse der Domschule hielt Mittwoch abend der Fuldaer Ceschichtsverein seine Generalversammlung. ab. Der Besuch war kein allzu zahlreicher. Der Vorsitzende, Herr Ober- büragtmeifter Dr. Antoni, eröffnete die Versammlung und be­grüßte besonders einige Herren des Bad Salzschlirf« und Pc- lersüergor GeMchtsverrins. Aus oem Jahresbericht ging her­vor, daß der Fuldaer Geschichtsverein am Jahresschlüsse 1925 DL Mi.glieder am Platze und 71 auswärtige zählte. Das An­denken der verstorbenen 9 Mitglieder wurde in üblicher Weise geehrt. 3 Orlsvereine (Flieden, Petersberg und Bad Salz­schlirf) seien dem Fuldaer Verein angeschlossen, ferner stehe der Fuldaer Verein mit 109 Tauschvereinen iw Verkehr. Im ab- gelaufenen Geschäftsjahr sei die 18. Veröffentlichung des Herrn Prof. Dr. Vonderau, enthaltend die Schilderungen über die Ausgrabungen bei der Stiftskirche zu Hersfeld mit zahlreichen Skizzen erschienen. In, 1926 gedenke man 2 große Veröffent­lichungen her auszugeben, auch seien einige Vorträge und Aus­flüge Dorgeje fielt. Der Kassenbericht für 1925 schließt ab mit einer Einnahme von 2467,25 M, einer Ausgabe von 1592,65 41 und Kassenbestand von 874.60 4t. Dem Rechnungsführer wurde Entlastung erteilt. Der Jahrcsvoranschlag für 1926 wurde auf 2874,60 41 in Einnahme und Ausgabe festgesetzt. Die Vor- standswahl ergab Wiederwahl Les' seitherigen Vorstandes, au- ßerdem soll der Vorsitzende des Ortsvereins von Flieden, Bad Salzschlirf u, Petersberg dem Vorstand angehören. Herr Sa- nitütsrat Dr. Schneider machte auf die bevorstehende 50jährige Jubelfeier des Rhönklubs aufmerksam, empfahl dringend die Beachtung der erscheinenden Festschrift mit ihren hochinteressan­ten Beiträgen und bat die Mitglieder des Eeschichtsvereins die­sem Jubiläum freundliches Interesse zu widmen. Sodann hielt Herr Professor HaasHulda einen sehr lehrreichen Vortrag über: Die Flurnamen in der Gemarkung Fulda". Eingangs wies der Vortragende darauf hin, daß man schon vor dem Weltkrieg mit der Sammlung der Flurnamen in hiesiger Gemarkung be­gonnen habe. Durch den Weltkrieg und seine trübe Folge­zeit sei jedoch eine Stockung hierin 'cingetreten, Nachdem nun aber wieder ruhigere Verhältnisse gekommen, sei man erneut an diese schwierige Aufgabe heran 'getreten. Zunächst machte er uns mit altem Feldbenennungen außerhalb des Johannis­tores, am Pröbel, am Kohlhäuserfcld etc. bekannt. Dann ging es vom früheren Jagdzeughaus (der jetzigen Oberreal­schule). an der alten Husarenkaserne (am Viehmarkt), dem alten Pulverhaus (an dessen Stelle das Ossiziers-Kafino steht), nach dem -alten Schloß arten, an die Waides etc., ins jetzige Kasernenfeld, weiter nach dem ehemaligen Centgericht im Galgengraben, woselbst man s. Zt. bei Ausgrabungen auf 32 Skelette gestoßen sei. Andere Abschnitte behandelten den Schulturm (Hinterburg), das Waschloch (Krohnhofstr.). die Fisch-, Hörner-, Tränke- und andere Wiesen, die Messiasgärten Heisige Königstraße), die Saudalle (im Frankfurter-Stratzen- Viertel). Von humorvollen Wiesen beim Fuldator (Schreiwiese u. a.) und äuch von der einstigen Seufzerall« (jetzige Linden- straße) erhielten wir Kenntnis. Auch über den Watschst (Ge­gend der Siedlungsdauten am oberen Waldschlöhchrn), dem ein­stigen großen und kleinen Tummelplatz am Frauenberg, dem Kloster nebst seinen verschiedenen Gärten, dem einstigen Wal- pertstor (nahe bei Horas), dem Zitranenmannsgarten, der Eartau (am Horaserweg), dem Münsterfeld u. a. m. gab Vor­tragender Aufklärungenf Herr Oberbürgermeister zollte dem Herrn Professor Dr. Haas für feine fesselnden hochinteressanten Ausführungen lobende .Anerkennung. Es folgte eine längere Aussprache, in der die Herren Prof. Dr. Haas und Prof. Dr. Vonderau noch mancherlei Aufklärung gaben. Letzterer machte auch über die ursprüngliche Lage des früheren alten Rennweges interessante Ausführungen. Um 10.14 Uhr schloß der Vorsitzende die Versammlung.

* Fulda, 18. März. (N aturheilver ei n sFrauen- gruppej.) In derHarmonie" sprach am Mittwoch Frau M. Fischer überBewertung des Kindes einst und jetzt". Der Vor­trag war eine eingehende Betrachtung der Kindererziehung und Kinderarbeit von früher und heute und vor allem auch! eine g« schickie, sachliche, anerkennende Würdigung der neuzeitlichen Kinder-Echvtz-Eäsetzgebung, Mütter- und Säuglingsfürsorge, Wohlfahrtspflege und Jugendsrziehung. Die Rednerin verstand es meisterhaft, persönliche Jugenderinnerungen aus dem ostpreu-^ MWsn Landleben eiüwficchten und damit den Vortragsstoff zu beleben und fesselnd und belehrend zu gestalten. Sie zog die Schlußfolgerung, daß Entbehren, und Gehorchen, Sich-Fügen und Dienen, Slarkwerden an Körper und Geist das Ziel aller Jugendpflege uns Fürsorge fei. ~ Die Zuhörer kargten nicht mit ihrem Beifall und bekundeten in der Aussprache volles Ein­verständnis mit den klaren, von echter Jugendliebe beseelten Ausführungen. Es wurde dann noch bekannt gegeben, daß der Naturheilverein, besten satzungsIemäße Aufgabeu. a.' auch die öffentliche und persönliche Eesundheitspslege ist, an den Vorbereitungen zur Reichsgesundheitswoche teil nimmt. Die Mitglieder wurden ermuntert, die Veranstaltungen durch rege Beteiligung zu unterstützen. Ferner machten verschiedene Li­sten für Gemeindebestimungsrecht die Runde. Es wurde aus­gegen die unheilvolle Volksseuche .Mlkoholismus" nicht dem drücklich betont, daß der berechtigte und dringend nötige Kampf durchaus ehrenwerten Stand der Wirte und Kellner' gilt und daß keineswegs die sog,Trockenlegung" Deutschlands nach ame­rikanischem Vorbild erstrebt wird. L. D.

Fuida, 15. März. Bei der kützlich in Frankfurt a. M. unter dem Vorsitz des Eeh.-Rat Gerstenberg-Kassel abge- Haltenen Schwimmlehrerprüsung konnten die Junglehrer Hermann Roeder und Jos. Schmitt aus Fulda, beide mit gutem Erfolge, bestehen. Unsere Stadtvater werden sich am Donnerstag zusammenfinden, um den Bericht über den Stand und die Verwaltung der Eemeindeangelegen- Heiten entgegen zu nehmen. Außer der Neuwahl der Mit­glieder und Stellvertreter des Steuerausschusses stehen einige unbedeutende Punkte auf der Tagesordnung zur Erledigung.

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! Dann wur de Dier vo denn ufgeschlofse

i Dn der Ditgeser Hannes wur niegelosse.

! Doa Hot mich ballöh där Schloak geriehrt!

Boas ich doa soak, dos woar mer noch net kassiert!

is woin Källe denn, de woin fast splitternackt

; (Se wein nur von'er Boadhos bedockt)

5 E paar leefe röm, de annëre foaffe,

i Zwo loage, so lang se woin, uff em Roase.

j Widdern annere fuchtelt mit der Häng on schlänkert mit

der Bei;

^d) doicht, däm kollns im Koop net schee gesei!

Zwee koame glich uff mich zo

Dn sooke, ich meßt mich a uisto.

Doa half kei Gezier on half fei Geschreis;

Se rohte net, bes dotz ich doa ston, be br Adam em Baradeis.

E Boadhos hatte se mer geboirgt;

Hätt ich de net gehatt, so wärn ich fier Schoam berwoirgt. So fenn ich e vertel Stonn röm getappt,

Dann frok ich en decke Kuiz, bo zom Boade be Luft wür gezappt.

Be ich doß sok, doa sannt der Al

Fier Lache sin decke Buch net gehatt.

Be's de annere verzählt, doa hon de a grciliche Läch' _ geto;

Doa wur ich zoinig on leef uff on dervo.

Kaum woar ich duisse, soak ich, doß ich mi Mondur hatt lenn geloste;

Do moßt ich noch emoa nie,s säll tzot mich om meiste verdrösse!

Ich nohm mi Kleider em größte Zoin

On zok de Hos verkährt o: dos henger Teil voin.

»Dann rafft ich zesomme nun Böndel/der Stook on der Hot

Dn leef biräft zom Boahnhof, vo! Aerger on Wot.

Mit dem stadste Zu! fenn ich hei gefcarn

Dn hon gedoicht: De hatte dich net Widder zom Noarrn! So getts, bann en bomme Bauer ons Luftboad gest Dn dos Luftzappe ein Luftboad net verftett,