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Ms deutsche JeredenLa.

Von einem unserer Mitarbeiter wird uns zu den Pro­blemen, die heute im Mittelpunkte des politischen Ge­schehens stehen, folgendes geschrieben:

Die deutsche Regierung hat nach Genf das Ersuchen um Ausnahme in den Völkerbund eingereicht. Der Antrag. er­folgte auf einstimmigen Kabinettsbcschluß. Eine englische Zeitung meint hierzu:Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund ist das weitaus wichtigste Ereignis seit dem Kriege und sobald Deutschland beigetreten sein wird, wird der Völkerbund ein internationales Syndikat, während man ihn bisher mit Recht als den Siegerbund bezeichnete. Daher ist Deutschlands Eintritt wichtiger als der Rußlands oder der Vereinigten Staaten. Man darf jedoch nicht an­nehmen. daß dieses Ereignis das Leben im Völkerbund er- leichtern wird. In Frankreich u. a. Teilen Europas be­ginnt man sich bereits darüber klar zu werden, dast Deutsch­land ein Dorn im Fleische des Völkerbundes sein wird. Es wird der Vorkämpfer in der Minderheitenfrage und Abrüstung sein und das Forum des Völkerbundes zu kriti­schen Beleuchtungen der Mandatswirtschaft ausnutzen."

Rach den Abmachungen von Locarno ergaben sich für das deutsche Volk bestimmte Erwartungen, nach deren Er­füllung es geneigt sein konnte, den Eintritt in die von uns mit allem andern, nur nicht mit Begeisterung und Achtung geschätzte Liga der Nationen zu vollziehen. Das ist erstens die Räumung von Köln, das Ende der Militär- kontrolle und die Herabsetzung der Besatzung auf die Frie­densstärke der deutschen Garnisonen: die sogenannten Rück­wirkungen, wie unglücklicherweise die öffentliche Meinung diese Erwartungen bezeichnete, anstatt viel besser zu sagen Voraussetzungen. Voraussetzung war die Räumung der ersten Zone, denn sie war unser gutes Recht, um das man uns mehr als 1 Jahr betrogen hat. Endlich am 31. Januar in der Mitternachtsstunde läuteten die Glocken und Glöck­chen von Remagen bis Tanten die Befreiung ein und stieg vor den Kölner Domtürmen das Deutschlandlied als ein brausender Dankeschoral aus mehr als 120 000 Stimmen zum nächtlichen Himmel.

Voraussetzung sind auch der Schluß der Militärkontrolle und die Milderung des Besatzungsregimes. Gewiß ist cs nicht üblich, daß jemand, der in einen Verein eintreten will, vorher an diesen Forderungen stellt. Das kann er erst, wenn er Mitglied des Vereins ist. Aber bei diesen Voraus­setzungen handelt cs sich für uns darum, nachdem wir sieben und mehr Jahre lang gewissermaßen als Abschaum der Menschheit behandelt worden sind, mit ihren Erfüllungen wieder als gleichberechtigt anerkannt zu werden als einer der größten Staaten der Erde.

Mit dieser Anerkennung der Gleichberechtigung ist aber auch die Erfüllung einer weiteren Erwartung verknüpft: der ständige Ratssitz. Obwohl geschlagen und machtlos, ist Deutschland eine Großmacht, an deren Zukunft auch die Zukunft Europas gekettet ist. Wir mußten schon aus Grün­den des Prestiges diese Sicherung direkten und unmittel­baren Einflußes für uns verlangen. And weil insbeson­dere England Deutschland im Völkerbund haben wollte, ist ihm der ständige Ratsfitz auch zugesagt worden. Da ist man auf der anderen Seite teilweise zum Bewußtsein gekommen, wie bedeutsam das alles die Lage im Völkerbund verändert, und es begann eine Vorbereitungsarbeit zur Sicherung einer deutschfeindlichen Mehrheit. Polen vor allem, aber auch Spanien und Brasilien wollen einen ständigen Sitz. Die Idee der ständigen Ratssitze sah von vornherein nur die sieben Großmächte vor: England, Frankreich, Italien, Japan, Deutschland, Rußland und Nordamerika, und alle übrigen Staaten wurden auf den regelmäßigen Wechsel der nichtständigen Ratssitze verwiesen.

Die deutsche Jrredenta die größte der Welt: das war das Thema im Rededuell Mussolini-Stresemann. Einem waffenlosen Volk gegenüber kann man sich alles erlauben, und mit Recht bemerkt eine amerikanische Zeitung, daß eine solche Rede wie Muffolini, 15 Jahre früher gehalten, Anlaß zum Kriege gewesen wäre. Der italienische Minister­präsident hat das Wort von der Jtalianisierung gebraucht. Damit hat er zugegeben, daß es sich bei Südtirol um ein deutsches Gebiet handelt, ein Gebiet, das seit fünfzehn­hundert Jahren, also solange es in Europa ein geschicht­liches Bewußtsein gibt, dem Kulturkreis des deutschen Volkes angehört, dessen heutige Bewohner, 250 000 Deutsche, eine menschen-unwürdige Behandlung erfahren von Seiten des Staates, der dies Land nicht einmal mit den Waffen erobert, sondern unter der Gunst der politischen Konstellation widerrechtlich besetzt hat.

Der deutsche Außenminister hat auf die Phrasen des Italieners geantwortet. Man kann sehr geteilter Meinung sein, ob hier nicht doch auf den groben Klotz ein grober Keil gehörte. Aber die nachfolgenden Redner im Reichstag ver­zichteten auf persönliche Kritik. Hier, wo es sich um ein Stück des großdeutschen Staates handelte, vergaß man die Parteizugehörigkeit und die Diplomaten der auswärtigen Mächte in ihren Logen erlebten eine geschlossene einheit­liche Stellungnahme des Parlaments von links bis rechts. Das war ein besseres Vertrauensvotum der neuen Reg ie­rung als einige Tage vorher, wo sie ein solches mit knapp zehn Stimmen Mehrheit einheimste. Die neuerlichen Ver­folgungen und Verhaftungen Deutscher in Ost-Oberschlesien und die Hetze des polnischen Westmarken-Vereins tun auch hier ein übriges, um den Gedanken der Zusammengehörig­keit aller Deutschen in Mitteleuropa nicht mehr zur Ruhe kommen zu lasten.

In diese Front gehört auch der Streikbeschluß der zum Streik bereiten elsaß-lothringischen Eisenbahner und der mit ihnen verbündeten Beamten- und Lehrerverbände, der an einer Stelle den Aufruf enthält, die Kampffront aus­zudehnen auf alle Organisationen,die gewillt sind, aktiv im Kampf für die Durchführung der Rechte der unter­drückten nationalen Minderheit teilzunehmen."

Die deutsche Jrredenta: die gleichzeitig auch ein euro- pällch-wirtschaftliches und weltwirtschaftliches Problem darstellt, wie denn auch die Schwierigkeiten des neuen Reichsbahnkabinetts nicht nur auf außenpolitischen Mei­nungsverschiedenheiten, sondern besonders auf den wirt­schaftlichen Zuständen beruhen. Zwar war im Dezember 1925 die deutsche Handelsbilanz zum ersten Male seit August 1924 wieder aktiv. Aber diese aktive Gestaltung ist mehr zurückzuführen auf eine Verminderung der Einfuhr als auf eine erhebliche Steigerung der Ausfuhr. Und ge­rade das Fehlen der letzteren bedeutet, daß der Weltmarkt für deutsche Waren noch immer nicht aufnahmefähig ist.

So verwundert es nicht, daß der Januar 1926 mit mehr als 2000 Konkursen alle Monate des Vorjahres schlägt, daß die Zahl der Arbeitslosen die zweite Million über­schritten hat und daß unter den zwischen Juli und Dezem­ber v. I. in Newyork gelandeten Einwanderern die deut­schen mit 22 000 Ler Zahl nach an erster Stelle stehen.

Die vielen Konkurse sind als eine notwendige Bereini­gung der deutschen Wirtschaft bezeichnet worden, aber man darf doch nicht vergessen, daß dadurch manches ordentliche Unternehmen zu Fall gebracht worden ist und Hundert- tausende brotlos geworden sind? Und dann muß man vor allem fragen Bereinigung wovon? Die Antwort kann nur lauten: von den ungesunden Erscheinungen der Inflation,

Citier aufs höchste unzgehla^nc PèLürs mse iregungswftk- schaft. Es gilt also, zurückzusührcn auf den Stand vor dem Einsetzen des rapiden Verfalls der deutschen Mark. Da war aber auch eine Zeit großer Arbeitslosigkeit. Somit werden alle wirtschaftlichen Betrachtungen zwangsweise Mückgeführt auf die durch den Versailler Vertrag geschaf­fene Lage. wonach mit dem Worte Clemenecaus in der Tat 20 Millionen Deutsche zuviel sind. Die trostlose Lage unserer Wirtschaft vor dem Einsetzen der Scheinkonjunktur in der Inflation ist nicht anders zu begreifen als aus Ver­sailles, das, um nur die atterschwersten Verluste zu nennen, dem deutschen Volke mehr als dreiviertel seiner Eisenerz­basis, mehr als dreiviertel seiner Zinkindustrie, über ein Viertel seines Kohlenreichtums genommen hat. Weder die Londoner Wirtschaftskonferenz, weder das Sachverständi- gen-Gutachten, noch derGeist von Locarno" können dar­über hinwegtäujchen, daß das Friedensdiktat einem großen Volke Lebensraum und Lebensmöglichkeiten so ungeheuer­lich beschnitten hat, daß keine Versuche der Behebung auf die Dauer von Erfolg sein werden, wenn nicht an die wirk­liche Ursache des deutschen Elends, an Versailles selbst, herangegangen wird.

Und es steht zu erhoffen, daß sich die Erkenntnis mehr und mehr Bahn bricht, daß jede europäische Politik an den Fragen nicht mehr vorbei gehen kann, die die große deutsche Jrredenta aufwirft und daß alle Bemühungen, auf dem Kontinent wieder eine geregelte Wirtschaft herzustellen, mit einer Zertrümmerung der Versailler Bestimmungen beginnen müssen. Solange wird Europa nicht zur Ruhe kommen und als Erdteil seine alte Weltgeltung nicht zurück­erhalten, solange 80 Millionen Deutsche gezwungen sind, in Friedlosigkeit zu leben. A. Z.

Zu den Londoner Verhandlungen der Arbeitsimmster.

Am 3. März veröffentlichte ein Berliner Abendblatt unter der UeberschriftDeutschland für den Achtstunden­tag" die Nachricht, daß die Reichsregierung bereit sei, das Washingtoner Abkommen zu ratifizieren und daß der in London mit den Arbeitsministern von Belgien, England, Frankreich und Amerika zusammentreffende deutsche Ar- beitsminifter im Sinne einer gemeinsamen Ratifizierung dieses Abkommens durch alle wichtigen Industrieländer tätig fein würde. Die Notiz schließt mit der Bemerkung, daß eine derartige Haltung der deutschen Delegation und die Ratifizierung des Achtstundentagabkommcns durch Deutschland im vollen Einverständnis mit den führenden deutschen Arbeitgeberorganisationen festgelegt worden seien.

Hierzu wird uns von der Vereinigung der Deutschen A rb e i tg eb e r ve r b ä nd e als der be­rufenen und verantwortlichen sozialpolitischen Spitzenorga­nisation der deutschen Industrie mitgeteilt, daß an der bisherigen ablehnenden Haltung der deutschen Arbeitgeber­verbände sich nichts geändert hat. Die deutschen Arbeit­geberverbünde stehen überdies nach wie vor auf dem Stand­punkte, daß abgesehen von allen anderen Bedenken kein europäischer Staat die Verantwortung für eine inter­nationale Bindung mit weltpolitischen Verpflichtungen auf sich nehmen kann, solange zum mindesten auch die mit der geplanten Weltwirtschaftskonferenz zusammenhängenden Vorfragen nicht in einer, den für Deutschland dringend notwendigen Absatz in befriedigendem Maße sicherstellen­den Weise geklärt sind. Dabei wird schließlich besonders zu bedenken sein, daß die Vereinigten Staaten von Nord­amerika weder dem Internationalen Arbeitsamt noch dem Washingtoner Abkommen beigetreten sind.

Aus Hesserr-Naffau und Nachbargebieten.

Merkblatt für den 13. März.

Sonnenaufgang 621 II Mondaufgang 629 V.

Sonnenuntergang Monduntergang 5- N.

1881 Ermordung Aleiander II. von Rußland in Peters­burg1916 Beginn der fünften italienischen Jfonzo-Offensive.

Die Wissenschaft, ein Gastmahl anzustellen, Wo zwanzig sich, als wie durchs Los, gesellen, Geliebte Stadt! die war dir längst bekannt; Allein die Kunst, drei, die von gleichen Sitten Und Herzen find, auf ein Gericht zu bitten, Die fremde Kunst wird Reichen nie genannt. Der einen kann es nicht an Schmeichlern fehlen, Die andere wird mit Sorgfalt Freunde wählen. O stolzes Geld, ach hättest du Verstand!

Hagedorn.

Wetterbericht.

Der gestern bei Island aufgetauchte neue Wirbel liegt heute nachmittag schon bei Skandinavien. Durch das Vordringen mil­der ozeanischer Luft an seiner Südseite, die an der in der ver­gangenen Nacht stark abgekühlten Festlandluft zum Ausgleiten kam, ist bereits heute in unserem Bezirk schon wieder Trübung und Regen aufgetreten. Bei Island liegt bereits ein neuer Wirbel, so daß im allgemeinen mit der Fortdauer der milden zu Regenfallen neigenden Witterung gerechnet werden kann. Aussichten bis Samstag abend: Vorwiegend bedeckt, Regenfälle zunehmend, milde südwestliche Winde.

50 Jahre Rhönklub.

In der Presse ist schon verschiedentlich auf die am 31. Juli, 1. und 2. August in Fulda stattfindende Jubiläums­hauptversammlung des Rhönklubs hingewiesen worden. Bekanntlich ist der Rhönklub vor nunmehr 50 Jahren hier in Fulda durch eine Reihe verdienter und angesehener Bürger Fuldas aus allen Eesellschaftsschichten ins Leben gerufen worden und hat sich durch fünf Jahrzehnte hin­durch in weitesten Volkskreisen Freunde und Mitglieder erworben. Heute umfaßt er über 12 000 Mitglieder in ca. 80 Zweigvereinen in allen Teilen Nord-, West- und Mit­teldeutschlands bis weit nach Gayern hinein. Wie vor 25 Jahren, so wird auch nunmehr wiederum die Jubelfeier am Eründungsort Rhönfreunde und auswärtige Lands­leute aus allen Teilen Deutschlands in großer Zahl in Fuldas Mauern zusammenführen. Der Zeitpunkt ist so gewählt, daß er in die großen Ferien fällt und als Aus­gangs- oder Endpunkt einer Rhönwanderung benutzt wer­den kann. Die vorbereitenden Ausschüsse sind bereits an der Arbeit, um der Feier einen glatten und schönen Verlauf zu sichern. Von der Bürgerschaft und den Behörden ist rege Anteilnahme und Unterstützung der' Veranstaltung'zu er­warten, die im Interesse der gesamten Stadt liegt und in diesem Sommer einen starken Zustrom an Fremden brin­gen wird. Die Stadt Fulda kann stolz darauf sein, den Ausgangspunkt einer durch ein halbes Jahrhundert hin­durch so großartig und erfolgreich verlaufenen Bewegung zu sein, in deren Mittelpunkt sie heute noch steht der Hauptvorstand hat seinen Sitz in Fulda und die in langjähriger unermüdlicher Arbeit so Wertvolles für die Erschließung unserer engeren Heimat durch Wegebezeich­nung, Hüttenbau, Propaganda und Verkehrssörderung ge­leistet hat.

Fulda, 12. März (In d e n R n h c Yfa n b] gefteUft ' ist Herr Oberpvstsekrctär T h ö n e dahier.

" Fulda, 12. März. (L a n d e s k i r ch e n t a g.) Am nächsten Montag, den 16. März tritt in Kassel der Landes­kirchentag für den Regierungsbezirk Kassel zu ernsten Be­ratungen zusammen. Außer dem Haushaltsetat stehen noch sehr wichtige Punkte auf der Tagesordnung. Die Ta­gung dürfte vor Donnerstag kaum beendet sein.

* Fulda, 11. März. (R eifep r ü s u n g.) Unter Vorsitz des Herrn Oberschulrat Geheimrat Dr. Gerstenberger fand heute an der hiesigen Oberrealschule die mündliche Reife­prüfung statt, zu dèr 7 Examinanden zu gelassen waren. Die Prüfung haben bestanden: Ernst Gotthardt, Karl Schäfer, Hansjürgen Grenz, Wilhelm Molter, Karl Kirschner, Willi Roppel und Max Will. Die beiden Erstgenannten waren von der mündlichen Prüfung befreit. Alle 7muli" werden studieren und zwar: Mathematik und Physik, Architektur, Maschinenbau, Jngenieurwissenschaft, höheres Postfach, Neuphilologie und Volkswirtschaft.

* Fulda, 11. März. (L i cht b i l d e r v o r t r a g.) Im großen Saale des Evangelischen Gemeindehauses hatten sich Donnerstag abend die Frauen det evang. Gemeinde, der Jungmüdchenverein sowie die diesjährigen Konfir­mandinnen zahlreich eingefunden. Galt es doch einen Licht­bildervortrag von Fräulein Wenderoth-Kassel, der Vor­sitzenden des Kurhessischen Jungmädchen-Verbandes zu hören. Eingeleitet wurde der Abend durch den gemeinsa­men Gesang des LiedesHerz und Herz vereint zusam­men." Sodann sprach Frl. Wenderoth ein inniges Gebet. In tief zu Herzen gehenden Worten wies sie darauf hin, daß wir jetzt nicht nur in einer sehr ernsten Zeit mit ihren wirtschaftlichen Noten stünden, sondern auch in der Passionszeit, die uns an das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesu Christi ermahnen soll. Ueberall in den evan­gelischen Landen stände man jetzt auch vor der Konfirma­tion, einem denkwürdigen Tage unserer Jugend. Ein­gehend ermahnte Rednerin besonders die jungen Mädchen auch fernerhin getreulich den Spuren des Heilandes zu folgen und den Versuchungen und Lockungen des Lebens, besonders der Eitelkeit, VergnügUngs-, Genuß-, Putzsucht und bergt Valet zu sagen; denn nur unter dem Kreuz von Golgatha könnte man Ruhe und Frieden mit Gott finden. Auch über die Ziele und Zwecke der evang. Jung­mädchen-Vereine und -Verbände verbreitete sich die Red­nerin recht klar und deutlich unter Zugrundelegung des Mottos des Verbandes aus Jesaja 33 Vers 22. Mit dem Gesänge des Liedes Nr. 141 aus dem ReichsliederbuchIch bin durch die Welt gegangen" schloß die Ansprache. Die Pfingstfahrt nach Bremen zur Tagung der evang. Jungmüdchen-Verbände voriges Jahr konnten die Anwe­senden an Hand von Lichtbildern im Geiste miterleben. Unter dem gemeinsamen Gesang vonNun leb' wohl Du mein lieb Heimatland", fuhren wir im Geiste im Extrazuge von Kassel über Hannover nach der großen Hafenstadt Bremen. Wir sahen den herzlichen Empfang dortselbst, Sehenswürdigkeiten von Bremen, z. V. mächtige Kirchen, den Roland von Bremen, das herrliche Rathaus, den Auf­marsch zahlreicher evang. Mädchenvereine und -Verbände mit ihren Fahnen und Wimpeln zu den Versammlungs- Lokalen, Typen von Alt-Bremen, Hafen-Ansichten u. v. a. m. Auch ein Ausflug nach Helgoland wurde ohne See- ; krankheit gemacht, Land und Leute dortselbst kennen ge- , ( lernt, die mächtigen Felsen und Sturzsee bewundert. Die Rückfahrt nach Bremen ging ebenfalls ohne Gefahr vor­über. Bei passenden Gelegenheiten mürben noch verschie­dene geistliche Liederverse gesungen. Allen Besuchern wird dieser ernste Abend noch lange im Gedächtnis blei­ben. Wiederholt m â'chte Frl. WcMrSth im Oanfi* ' W Vortrages darauf aufmerksam, daß ber Kurhessijche Ver­band evang. Jungmädchen-Vereinc sein diesjähriges Jahresfest kurz nach Pfingsten in Steinau (Krs. Schlüch­tern) feiern würde. Die Festpredigt gedenkt Herr Pastor. Petersen zu halten. Dieser begabte Prediger ist den Ful­daer Evangelischen noch in bester Erinnerung anläßlich seiner vor mehreren Jahren hier abgehaltenen segens­reichen Evangelisations-Woche.

Fulda, 12. März. Vom Amtsgericht Fulda wird uns mitgeteilt: Um den Rechtsstudierenden, denen meistens jede Vorstellung darüber fehlt, in welcher Weise sich die Handhabung des Rechts vollzieht und in welcher Form die in den Vorlesungen an der Universität zur Erörterung gelangenden Rechtseinrichtungen praktisch in die Erschei­nung treten, Gelegenheit zu geben, sich einen kurzen all­gemeinen Einblick in die Tätigkeit der Gerichtsbhörden sowie in die Art und den Gang ihrer Geschäfte zu ver­schaffen, wird auf Verfügung des Herrn Oberlandes-Ge­richtspräsidenten in den Osterferien für die Rechtsstudie­renden am Amtsgericht ein Lehrgang stattfinden. Die Rechtsstudierenden, die an dem Lehrgang teilzunehmen wünschen, wollen sich bis zum 20. Mürz mündlich oder schriftlich beim Herrn Amtsgerichtsrat Dr. Keul, Zim­mer 61 des Amtsgerichts, melden.

* Fulda, 12. März. (Volksbegehren.) In die Einzeichnungslisten für das Volksbegehren haben sich in der Stadt Fulda bis heute Morgen 10 Uhr 1835 Personen eingetragen.

* Fulda, 11. März. (Au s d em G er icht s j aa l.) Weil der Handelsmann M. B. von Wüstensachsen (Rhön) beim Aus­laden von Vieh auf der hiesigen Viehrampe am Vortage des September-Viehmarktes einen hiesigen Ladeschaffner öffentlich durch Schimpsworte beleidigt hatte, wurde er zu 30 JI Geld­strafe eiurteilt. Außerdem soll das Urteil nach Rechtskraft auf den Bahnhöfen Fulda und Wüstenfachfen ausgehängt werden. Der 22jährige Elektrotechniker IF. H. von P. und der 21jährige Arbeiter A. Sch. von H. hatten Hemeinschaftlich im Dezember 1925 im Staatswalde bei der Eeishecke durch Schlingenstellen gewildert. Zeder der Beiden erhielt 70 -A Geldstrafe oder 7 Tage Gefängnis. Der früher hier ansässige, jetzt in Berlin wohnhafte Elektrotechniker W. B,, gebürtig von Ebersberg, hatte auf der Leipziger Herbstmesse verschiedene Waren gekauft und trotz wiederholten Aufforderungen jener Firma weder das Geld ein- noch die Waren zurüchgeschickt. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte bisher noch unbestraft ist, kam er wegen die­ses Betrugs mit 50 <41 Geldstrafe oder 5 Tagen Gefängnis da­von. Gegen einen Angeklagten aus ^Gersfeld, der unentschul­digt nicht zum Termin erschienen war, wurde Vorführungsbefehl beantragt.

* Fulda, 12. März. (Kümmerlich t sp i el e.) Vorbe­sprechung: In den Kammcrlichtspielen konrint ab heute der neue Henny-PortenFilnr DewestiDas golbene Kalb" zur Auffüh­rung. Dieses Spiel von Gold, Glück und Galgen, das von Pe­ter Paul Felner gedreht wurde, zeigt die berühmte Filmdar- stellerin in einer großen Doppelrolle. Wir sehen von ihr bas Leben eines verwaisten Mädchens darZefiellt, einmal, wenn es ohne die geringsten Mittel der Welt preisgegeben ist, und so­dann, wenn ihm außerordentliche 'ElUcksgiiter den Weg ebnen. Der Film zieht gleichsam als eine doppelte Vision der gleichen Figuren; an uns in einer unerhört dramatischen Spannung vor­über. Die weiteren Hauptrollen liegen in den Händen von Albert Steinrück, Johannes Riemann, Rosa Waletti, Angelo Ferrari und Ossip Runitsch.

Hcrsfeld. (V o l k s b e g e h r e n.) Für das Volksbegeh­ren haben in unserer Stadt Heisselü bis zum 11. März 1100 Personen in die im Rathaus aufgelegten Listen cingezeichnet. Bei den letzten Kommunalwahlcn wurden in der Stadt Hersseld 4260 Stimmen abgegeben. ft