Aus der AKelt der Frau
Segabte Kinder.
’1 Von Martha Krüger. y
Alle paar Monate taucht hier oder dort ein sogenanntes Wunderkind auf; das eine filmt, das andere spielt Klavier, das dritte komponiert, das vierte tanzt und das fünfte spielt die Titelrolle eines Dramas. Es ist ein wunderliches Ding um dicke begabten Kinder. Fragt man die Mütter, ganz gleich weichen Standes, nach ihren Kindern, so kann man sicher sein, daß einem in 99 von 100 Fällen geantwortet wird: „Mein Kind ist fabelhaft begabt." Besonders die einzigen Kinder sollen meist wahre Ausbünde von Intelligenz fein.
Aus meiner Bekanntschaft sind mir auch so ein paar Fälle von unerhört begabten Kindern bekannt: eine Einjährige sagt schon Namen, Alter und Hausnummer, ein zweijähriger holt Vaters Hausschuhe, ein dreijähriger Bube gibt freche Antworten oder spricht in Reimen und ein sechsjähriges Mädchen tippt auf der Schreibmaschine. Dann kommt das Schulalter heran. In den ersten Klassen geht es ohnedies gut. denn da gibt es noch keine rechte Trennung von Spiel und Lernen; und wenn es auch bei dem bißchen Lernen nicht ganz klappt, helfen Vater oder Mutter nach. Aber später? In vielen Fällen kommen dann die Eltern mit Ausreden, vor allen Dingen gesundheitlicher Natur: „unser Kind ist immer kränklich" oder „die heutigen Kinder sind eben so nervös". Die Lehrer wissen ja oft genug, daß ihre Klassenersten durchaus nicht die Begabtesten zu sein brauchen; oft sind sie fleißig oder werden zu Hause gut von der Mutter bei den Schularbeiten unterstützt. In sehr vielen Fällen sitzen in den untersten Klassen die begabtesten Kinder durchaus nicht auf den besten Plätzen. Ihnen scheint das Lernen zu leicht und nur Spiel zu sein. Wozu sich jetzt schon daran beteiligen? Die intelligenten Kinder haben sicher oft unbewußt das Gefühl: ich hole es schon eines Tages ein, wozu denn jetzt schon arbeiten? Und in den oberen Klassen haben sie fast immer Gelegenheit, die „Musterschüler", die kaum von der ersten Bank wegen ihrer richtigen Arbeften herunter- kamen, zu überflügeln, nämlich dann, wenn nicht nur an das Gedächtnis, sondern vor allem den Verstand Anforderungen gestellt werden.
In diesem Zusammenhang möchte ich doch einmal erörtern, was wirkliche Begabung ist und was so landläufig dafür angesprochen wird.
Zunächst ist da das Kindchen, das mit 12 Monaten schon allerlei erzählt. Mutter, Tante, Großmama betreuen, herzen und loben das kleine Geschöpfchen immer abwechselnd; jeder will eine neue Silbe seines Sprachschatzes zuerst gehört haben. Das Kind wird umhergetragen, geneckt, geschüttelt und unterrichtet, solange es nur die Aeuglein aufhalten kann. Das Resultat eines solchen 8stündigen Arbeitstages ist natürlich ein anderes als das des scheinbar leeren Dahinvegetierens gleichaltriger Babys, die man in ihrem Bettchen stille liegen läßt, bis sie sich eines Tages von selber aufrichten und selbständig ihren Gesichtskreis erweitern. Man bedenke doch einmal, ein wie schwer deutbares Chaos von Gesichts- und Gehöreindrücken — um nur diese zwei Sinnesgebiete zu nennen — allein das Zimmer und die gewohnten Personen darin bieten, die den noch ungenügend arbeitenden Sinnesnerven des kleinen Erdenbürgers bald leise, bald klar, bald unklar beleuchtet entgegentreten. Da ist der große Freund und Wohltäter Schlaf dem Kinde noch mehr als dem Erwachsenen Lebensbedingung und das Träumen des kleinen Kindes hat sein volles gutes Recht, das niemand stören sollte. Selbstverständlich findet das nicht künstlich „geweckte" Kind den Schlüssel zum Verständnis seiner Umwelt nur langsam; aber die selbst erarbeiteten Vorstellungen sind wertvoller und zum Weiterlernen besser geeignet als die toten Worte, di« man dem kleinen 12monatigen Papagei eingehämmert hat.
Es soll natürlich auch den gewaltsam klüger gemachten KiUi- dern eine Begabung nicht immer abgesprochen werden, nur sollte sich jeder, bevor er ein solches frühreifes Kind bewundert, fragen: was ist Natur und was Dressur? Auf jede« Fall ist bei der Beurteilung von Zntelligenzleistungen kleiner Kinder Vorsicht geboten. Rasche Auffassung, gutes Gedächtnis, Lerneifer, sind unbedingt wichtige Erfordernisse für das Lebe«; sie stellen aber noch längst keine Begabung an sich dar. Fällt aber einem Kinde, wenn es mit Spielkameraden zusammen ist, von selbst die Führerrolle zu, so ist das fast stets ein Zeichen für überwiegende Intelligenz. Die Spielgefährten fühlen das ganz instinktiv: du verstehst das Spiel, die Menschen und die Dinge rascher als wir, also: wir werden dir folgen.
Ich möchte aber allen, die mit Kindern zu tun haben, raten: seid etwas vorsichtiger mit dem Wort „begabt" und — quält die Kleinen nicht allzusehr! Viel Enttäuschung, viel Vorwürfe und viele Kindertränen könnten erspart bleiben. Erhalten wir die Kinder gesund und machen wir sie an Leib und Seele tüchtig ohne übertriebenen Ehrgeiz, ohne Eitelkeit und Neid; dann wird den kleinen Geschöpfen am besten gedient sein.
Ratsthläge für -!e Inneneinrichtung.
Eine neue Wohnung einzurichten, macht viel Freude. Hat man das Bauen mit Recht eine königliche Liebhaberei genannt, so ist das Einrichten eine fürstliche. Eine Liebhaberei indesien, die manches Kopfzerbrechen verursacht, wo es gilt, den persönlichen Geschmack mit den praktischen Forderungen zu vereinen.
Das Wohnen im behaglichen, ganz nach eigenen Bedürfnissen ausgestatteten Heim ist eine der wichtigsten Quellen der Erholung, die um so mehr von Nöten ist, als die Anforderungen ständig wachsen, die das Leben an die Nerven des mo- dernen Menschen — zumal in der Großstadt — stellt. Leider ist es nur wenigen beschert, im Eigenheim zu wohnen, die Mehrzahl muß sich mit Mietwohnungen bescheiden, denen sie nach Möglichkeil ein eigenes Gepräge zu geben sucht. Um eine einheitliche Raumwirkung zu erzielen, ist es nötig, vor allem Fußboden. Decke und Wände in einen Zusammenhang zu bringen, der sie nicht nur materiell, sondern auch in dem, was sie durch Farbe und Ornament ausdrücken, als eine Einheit empfinden läßt. Im allgemeinen wird man den Fußboden nicht leicht verändern können. Dagegen bieten Wand und Decke Gelegenheit, den Raum nicht nur einheitlich zu ge
ftalten, sondern ihn nach einer gewissen Zeit den Ausdruck
. „ ' hundert Käuferinnen wählen nicht zehn nach ihrem eigenem i
wechseln xu lallen. Sich neue Möbel anruschakleu.^ Li. aeaen- K-llruunckr. ran»«dekt «i^a v--»>«,, -y>«,/L-!âu,<« â^> sza>».«Mn l j
wärtig den Wenigsten möglich. Wer antike Möbel besitzt, wird überhaupt keine Lust dazu haben. Dagegen läßt sich durch eine Umstellung der vorhandenen und eine Erneuerung der Wandbekleidung eine mitunter ganz überraschende Veränderung der Raumstimmung erzielen. Solch ein erneuter Raum hat geradezu etwas verjüngtes. Er wirkt auch auf die Bewohne^ erfrischend, wie ein neues Kleid auf die Trägerin. Im Miet-! Haus bildet die farbige Behandlung der Wand die einziges Möglichkeit, Raum und Einrichtungsgegenstände, die nicht besonders für einander geschaffen sind, in Harmonie zu Britts
gen. Der glatte Farbauftrag auf bie Wand wird
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wenigen Fällen angebracht sein, denn er wirkt zu nüchterne zudem wird gerade das, was ihm einen bestimmten Reiz gewährt, die Gleichmäßigkeit der Tonfläche, durch jede Verletzung die sehr leicht eintritt, zerstört. Um einen Flecken auszubesserns muß man die ganze Wand wieder neu streichen lassen. , i
Je mehr die Wandfläche auch im großen zur Geltung kommt, um so mehr bedarf sie einer Belebung durch das Ornament. Dies wird sich nach der Bestimmung des Raumes und dem Stil der Möbel zu richten haben. In einem reich mit Bildern und Möbeln ausgestatieten Raum wird ein kleines Flächenmuster oder ein feiner Streifen am Platze sein. Je sparsamer die Dekoration mit Bildern und Möbeln ist, um so mehr Eigenwirkung darf das Wandmustcr haben, muß sich aber stets der Gesamtwirkung Unterordnen. mutz Hintergrund und Verbindung für Gegenstände und Personen bleiben. Naturalistische Muster lassen sich bildmäßig in einzelnen Feldern herausheben. Eine solche Feldereinteilung bietet besonders für Räume, in denen wenig Möbel stehen, Gelegenheit zur Erreichung einer vorzüglichen repräsentativen Wirkung. Es lassen sich nun schwer allgemeingültige Regeln aufstellen, wie ein Raum auszustatten ist; denn die vorhandenen Möbel müssen berücksichtigt werden. Sind diese dunkel und schwer, so darf natürlich die Tapete nicht hell und unruhig sein. Dagegen können leichte Möbel von zierlicheren Formen auch bei dunklem Holz vor eine helle Tapete gestellt werden. Helle Wände eignen sich besonders für Speise- und Schlafzimmer, ebenso für Gänge, während ruhige dunkle Hintergründe für Herrenzimmer in Frage kommen. Der Kontrast zwischen der Wand und der geweißten Decke ist der Raumwirkung keineswegs förderlich, ja, er zerreißt sie geradezu. Besonders wenn, wie man das in den letzten Jahren vielfach tat — angeblich aus Veleuchtllngsgründen, häufig aber nur, weil es „so Mode" war — die Decke noch tief heruntergezogen wird, ist schwer eine Geschlossenheit zu erreichen. Es empfiehlt sich daher vor allem bei hellen Tapeten, die selbst Licht reflektierend wirken, sie höher hinaufzuführen, mindestens bis zur oberen Fensterkante. Man geht heute auch vielfach wieder dazu über, die Decke zu tapezieren, weil der Raum dadurch eine wärmere Rote erhält.' auch eise außerordentlich starke Einheit der Raumwirkung her- vorgerirfeir wird. Dazu werden sich freilich nur Muster eignens
...... Die Pariser Handelskammer hat vor einigen Momrle« besondere Verkäuferirinenschulen errichtet, die «ach den neuesten technischen Errungenschaften eingerichtet und der New Yorker Prince Schools nachgeahmt sind. Die Geschäfte versprechen sich sehr viel von diesen Unterrichtsanstalten, die zweimal in der Woche die Verkäuferinnen je zwei Stunden unterrichten, und zwar schon während ihrer Berufszeit. Der Geschäftsinhaber, der auf gute Verkäuferinnen Wert legt, wird die jungen Mädchen auch gern diese paar Stunden beurlauben, weil ihm die Tüchtig- keit einer Verkäuferin recht bedeutenden Nutzen für das Reno- niee und den Absatz des Geschäftes bringen kann. j
Der Unterricht ist so gedacht, daß er eigentlich ein Ersatz für Äs Anterweismlgen der Chefs ist Man gibt Den Schülerinnen also ausschließlich praktische Probleme auf, es werden ihnen z. B. folgende Fragen vorgelegt:
1. Eine jüngere Dante, elegant gekleidet, distinguiert, spaziert ohne jäte Begleitung durch ihren Stand. Sie interessiert sich augenscheinlich für diesen âr jenen Gegenstand. Sie sind ««beschäftigt. Was haben Sie zu tun?
2. Eine Kundin kommt in Begleitung eines Herrn, der wohl rhr Verlobter ist, jedenfalls nicht der Gatte. Sie wählt, besinnt sich anders, heftet ihren Blick auf einen viel teuereren Gegenstand, scheint ganz unentschlossen. Welches ist dabei Ihre Rolle?
3. Zwei Freundinnen mache« bei Ihnen halt. Augenscheinlich ist bloß eine davon Käuferin, die andere Sachverständige und Beraterin. Die erste wählt, die zweite rät ab und will sich, ohne zu kaufen, entfernen. Welches soll Ihre Haltung sein?
4. Mutter und Tochter, ein Mädchen von 12 Jahren. Die Tochter soll einen Mantel, einen Hut, einen Schmuckgegenstand erhalten. Der Geschmack geht weit auseinander, was zur Folge habe« könnte, daß sich beide entfernen, ohne zu kaufen. Mj wahren Sie am besten die Interessen des Geschäfts? '
Auf solche Fragen setzt dann eine lebhafte Diskussion 'ein und oft prallen die Meinungen hart aufeinander. Der Lehrer leitet die Debatten und schäft den psychologisch richtige« Kery heraus unb stellt kurz einfache Richtlinien auf. Die Antworte« des Lehrers würden vielleicht laute«:
1. Es handelt sich hier um einen Fall, bei dem die Möglichkeit eines Kaufes von vornherein sehr gering ist. Die Dame geht eben durch ein Warenhaus, um sich etwas anzusehen. Es wäre ganz falsch, sie anzureden oder ihr etwas anzubteten. Dann ginge sie bestimmt fort, ohne auch nur eine Kleinigkeit zu kaufen. Hantieren Sie mit den ausgelegten Waren aber ein wenig herum und zeigen Sid scheinbar ganz unbeabsichtigt einmal etwas besonders Hübsches. Es wäre möglich, daß die Dame sich dann erkundigt und den Gegenstand kauft. i
_/2. Selbstverständlich müssen Sie den teuren Gegenstand ver/ Laufen. Sie dürfen sich aber nur an den Herrn wenden und ihm freundschaftlich zurede«, indem Sie auf den guten Geschmack und die edle Form des Gegenstandes hinweisen. Aus jeden Fall ist ein Angebot an die Dame unerwünscht, weil es ihr scheinbar peinlich wäre, von ihrem Verlobten ein so teures Geschenk anzunehmen.'
3. Nichts ist gefährlicher'als „uninteressierte Freundinnen": Sie sagen im Prinzip immer nein, um zu imponieren. Unter
Sie müssen also jedes Wttttel auswensen, die sreunoin zu uver- zeugen unb Pflichten Sie ihr zunächst bei ihren Ansichten der.
V 4. Hier müssen Sie so schnell wie möglich erkennen, wessen Einfluß größer ist, der der Mutter oder der Tochter. Hüten Sie sich aber davor, zunächst der Mutter recht zu geben; je kleiner die Töchter nämlich sind, desto mehr wird ihnen die Mutter noch nachgeben. Die Verkäuferin muß selbstverständlich den Willen der stärkeren Partei ergreifen und versuchen, den letzten Widerstand des anderen zu brechen. > T. W.
Soll man hrkraten!
Eine Rundfrage und ihre mannigfaltige Beantwortung.
Soll man heiraten? Und weiter: Gibt es eine Krise ter Ehe? Halten Sie eine Abhilfe für notwendig? Glauben Sie daß eine Reform ein plötzliches Anwachsen der Eheschließungen zur Folge hätte? Soll diese Reform wirtschaftlicher oder sozialer Natur sein?
f. Das ist der Fragenkomplex, den die vielgelesene Pariser Zeitschrift „Mariage" einer Reihe bedeutender Persönlichkeiten der französischen Oeffcntlichkeit vorgelegt hat. Die Antworten waren ebenso verschiedenartig wie die jeweiligen Charaktere der Befragten und wir glauben nicht, daß b'e Rundfrage eine sKlärung der Angelegenheit gebracht hat. Es ist dies auch nur selbstverständlich, denn die Frage nach Art uno Reform der Ehe kann immer nur vom persönlichen Standpunkt und nicht verallgemeinert aufgefaßt werden. Wir geben nachstehend eine Auslese der eingegangenen Antworten wieder:
f Madame Curie, die weltberühmte Entdeckerin des Radiums, richtet« an die Leitung der Zeitschrift nachfolgende kurze Zuschrift:
i „Es wäre verfehlt, auf die Frage, ob man heiraten 'soll, mit einfachem Ja oder mit. einem einfachen Nein zu antworten. Dies ist ein Problem, das jeder einzelne für sich lösen muß, und die Lösung wird je nach dem Charakter, dem Temperament, der sozialen Lage des Betrefscndcn verschieden ausfallen. Ich habe in meiner Ehe mein besseres Ich entdeckt und wünsche jeder grmgen Braut von Herzen ein ähnliches Glück."
Viktor Marguerite,-der vielgenannte Autor, erweist sich in seiner Zeitschrift als ein Feind der Ehe. „Solange die Ehe," schreibt Viktor Marguerite, „eine bloße Form bleibt, und nur der Befriedigung des Egoismus von Mann nnv Frau dient, würde ich jedem von einer Eheschließung abtaten. Es ist übrigens meine' Ueberzeugung, daß die Zukunft der Ehe vom Erfolg jener Versuche abhängig ist, die auf eine vollkommene wirtschaftliche Emanzipation der Frau hinzielèn. Gelingt dieser Versuch, so wird es eine Zukunftsehs geben, die der Form nach vielleicht nicht, dem Inhalt nach jedoch so gründlich wie nur möglich von der heutigen Ehe abweichen wird."
&■ Die Schauspielerin Raquel Meller setzt sich auf das entschiedenste für die Ehe ein. Nach ihrer Ansicht vermag nichts auf Erden das Eheglück M ersetzen. Selbst Kât.^â-R»bm. ..... nach deren Flitter soviele Mädchen und Frauen streben, können das Weib nicht auf die Dauer über den Mangel an eigener Familie, an Kindern und Heim hinwegtäuschen.
Als eine radikale Ehefeindin entpuppt sich die Revue- schauspielerin Mistinguett. „Nur ein Dummkopf," meint sie, „wird es heute noch zuwege bringen, für die Ehe Sympathien zu hegen. Ich bin wirklich glücklich, nie an die Ehe gedacht zu haben. Auch ohne persönliche Erfahrung bin ich in der Lage. Über das Eheproblem zu urteilen. Es genügt, die Ehcbündn.jso der meisten meiner Freundinnen und Kolleginnen vor Augen zu halten. Ich möchte jedenfalls mein Beispiel als Vorbild den Männern empfehlen. Bleiben Sie ledig'wie ich, dann werden Sie glücklich sein."
£ Anderer Ansicht ist der in Paris populäre Komiker Viscot.' ter empfiehlt die Einführung von hohen Junggesellen steuern, -denn die hartnäckigen Männer, die die Feinde ihres eigenen Glückes sind, müssen zum Ehebund gezwungen werden. Sen Kollege Dranem, ebenfalls einer der volkstümlichsten Komiker, Iteilt die Ansicht Biscots. „Immerhin" schließt Dranem sein sbejahendes Gutachten über die Ehe, „fühle ich mich noch nicht recht kompetent, über die Ehefrage ein abschließendes Urteil zu geben. Bisher war ich nur dreimal verheiratet. Ich möchte meine vierte Ehe erwarten, um Endgültiges jagen zu können."
Weibliche Llswns.
Irgend jemand hat die Entdeckung gemacht: es gao noch [nie einen weiblichen Clown. Alles andere ist schon dagewesen; von der sagenhaften „Päpstin" bis zur modernen. „Chauffeuse": große Tragödinnen, Politikerinnen. Schifferinnen. Kriegerinnen, Forscherinnen, Intrigantinnen, Schriftstellerinnen: * nur kein weiblicher Clown.
Am ehesten könnte man noch die allen Römer erwähnen: gewisse Reiche hielten sich bezahlte „fatuae"; aber auch sie fangen, tanzten und liefen nur aus dem Seil, erzählten wohl mal eine witzige oder leichtgeschürzte Geschichte. Aber der Typ des Bajazzo war das wirklich nicht.
Wenn wir nun die Geschichte durch das Mittelalter hindurch verfolgen: alle Spaßmacher, voni Narren bis zum vollkommensten Künstler waren Männer.
Auch wenn wir das Theater durchforschen, von den Farcen oes l2. Jahrhunderts bis zum Boulevardstück unserer Zeil: wir finden ein Heer von lustigen Knaben unter den verschiedensren Benennungen, aber keine spaßige Frau. Gewiß gibt es hier unb da lustige Rollen, die von Frauen gc ptelt werden. Es ist aber kein besonderes Genre, sondern nur eine luftige Rolle im Rahmen eines bestimmten Siüßs.
I Es wird nun die Frage gestellt: Warum'gibt es nicht den bekannten, lachend-weincnden Typus bei de: uran? Weshalb keinen weiblichen Bajazzo, keinen Chaplin?
f Einer sagt: Die Frau hat keinen Sinn für Komik —* darüber ließe sich reden. Der andere behauptet: Sie liebt es nicht, unelegant zu sein irnd sich dem Gelächter auszusetzen. — Das scheint mir doch verfehlt. Gabt es nicht g.-nügend Hexenrollen aus der Bühne. Ein Dritter meint schließlich: Der Clown erhält zu viel Fußtritte und Backpsetsen; nichts für die Frau. — Sollte das für eine Frau ein Hindernis sein, wenn sie wirklick ibre Kunst in einer solchen Rolle zeigen konnte?
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