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Ein Kompromißvorschtag

in Oer SAtterbundfrage.

Briand über den Locarnopakt.

Aus Kreisen des Völkerbundes ist, derTribune" zn- folge, der englischen Regierung ein Kompromißvorschlag in der Völkerbimdratfrage gemacht worden. Spanien soll danach gleichzeitig mit Deutschland einen permanenten Sitz im Rat erhalten. Es wird darauf hingewiesen, daß die Kandidatur S p a n i c n s schon im Iahte 1922 vor- gebracht wurde und lediglich durch die feindselige Haltung Brasiliens gescheitert ist. Es wird indessen vorgeschlagen, daß Spanien einen permanenten Sitz nicht ohne die vor- dcriae Zustimmung Deutschlands erhalten soll. Falls diec^ erfolge, wurde ein nicht^rMäncntcr Sitz im Rat freiwerden, und es wird vorgeichlagen, daß diese Stelle Polen entweder im März oder auf der ordentlichen Versammlung des Völkerbundes im September zugeteilt wird. Dieser Plan könne indessen nicht ohne die Zu- ftimnnmg aller Mitglieder des Völkcrbnndsrates ausgc- führt werden.

Während so der Streit um die Ratfitzc weitergeht, hat der französische Ministerpräsident B r i a n d in der Kammer eine große Friedensrede gehalten, in der er den Vertrag von Locarno verteidigte. Briand er­klärte, er habe an den schrecklichen Ereignissen des Krieges teilgenommen und habe seine Greuel gesehen. Er habe sich von diesem Tage an versprochen, daß, wenn der Sieg Frankreichs Anstrengungen kröne, er sein ganzer Leben für das Werk des Friedens opfern werde, um die Rückkehr derartiger Greuel zu verhüten. Den Frieden müsse man nicht nur mit Worten, sondern mit dem Herzen wollen! Das deutsche Volk werde die Tragweite des Vertrages begreifen. Man habe in Locarno europäisch gesprochen. Das fei eine neue Sprache, und man werde sie lernen müssen. Was werde von Frank­reich und Deutschland «drigbleiben, wenn die beiden Völker sich aufs neue g e ge n c in and er w ürsen ? Locarno fei eine Schranke. Es sei die Möglichkeit gegeben, zu beraten, und das sei ungeheuer viel. Keineswegs seien die Bestimmungen des Versailler Vertrages in ihrem Wert vermindert worden. Beunruhige man sich über den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund? Frankreich werde Deutschland nicht verhindern, seine Rolle in der Welt zu spielen. Zum Schlüsse ersparte Briand, er habe, ohne es zu bedauern, die Verträge unterzeichnet, und er glaube, daß er dabei seine Pflicht als guter Franzose er­füllt habe. Man stelle in der M o r g e n r ö t e einer neuen Zeit. Die Völker müßten sich einander nähern und miteinander diskutieren. Frankreich vergebe sich nichts, indem es an diesen Unterredungen teilnehme, die daâ Europa von morgen vorbereiteten.

Den Worten Briands folgte eine begeisterte Ovation auf fast allen Bänken der Kammer. Selbst die Rechte beteiligte sich an ihr. Verschiedene Abgeordnete verlangten den Anschlag der Rede.

MuffoLmis Hetze gegen DenischranS.

Die Italic»rsierung Südtirols.

Der Beherrscher Italiens, Ministerpräsident Muffo- kini, setzt seine Hetze gegen das Deutschtum in Südtirol fort. Einem Mitarbeiter desPetit Parisien" gewährte Mussolini eine Unterredung, in der er u. a. folgendes aus­führte:

$$ habe kürzlich eine Reise durch das Obcrctschge- biet (SnDtiroü gemacht. Dort war alles deutsch, Beamte, Lehrer, Klerus, Eisenbahn und Post. Man sprach nur deutsch und sang Lieder, die, wenn man sie in Rom ge­sungen hätte, die sofortige Verhaftung der Sänger nach sich gezogen hätten. Wir betreiben die intensive Ko­lonisierung des Oberetschgebietes mit ita­lienischen Familien. Wir werden 1000 Familien früherer Kriegsteilnehmer für landwirtschaftliche Arbeiten dort rm= siedeln. In Meran haben wir in einer Stickstoffebrik bereits 400 italienische Familien untergebracht und mehr als IGO Familien in einer Zinkgrube. Wir werden so das Land italienisieren. Es gibt Drohungen, gegen die man sich schützen muß. Die pangermanische Drohung ist eine solche."

Weiter erging sich Mussolini in der Unterredung in einer neuen Heye gegen Deutschland. Neben Anspielungen darauf, daß die Nachtftüge deutscher Verkehrsflugzeuge sicher eine besondere militärische Bedeutung hätten, stellte er die Behauptung auf, daß Deutschland den Alliierten bisher die Wiedereinführung der Eisenbahnpolizei ver­heimlicht habe. Es werde gesagt, das sei eine Vorbeu­gungsmaßregel gegen einen möglichen Streik. Das sei aber nicht der Fall. Es handele sich vielmehr darum, daß der deutscheGeneralstab" aufs neue das Eisenbahnnetz in die Hand bekommen wolle.

preußischer Landtag.

@54. Sitzung.) tt. Berlin, 27. Februar.

Das Haus konnte heute nicht, tote beabsichtigt, die Haus- tinssteuervorlage behandeln, da wiederholt Beschluß- unfähigkeit festgestellt wurde. Abg. Hecken lDnt.) beantragte, sie ganze Hauszinssteuervorlage abzusetzen und zur nochmaligen Überprüfung an den Hauptausschuß zurückzuv erweisen. Im Hammelsprung wurden 190 Stimmen gezählt. Das Haus war damit also beschlußunfähig. In Der sofortigen neuen Sitzung wurde in zweiter und dritter Lesung ohne Debatte dem preußisch-österreichischen Schuldvertrag zugestimmt. So­dann begann die erste Lesung des sGewerbesteüergesetzes. Im wesentlichen wird in der Vorlage eine Verlängerung des be­stehenden Zustandes um ein Jahr festgelegt. Tie Vorlage wurde dem Hauptausschutz überwiesen.

Zu dem nächsten Punkt der Tagesordnung, der G e - bäudentschuldungssteuer (Hâuszinssteuer), war von bett Sozialdemokraten, dem Zentrum und den Demokraten ein Urantrag eingebracht, der eine sogenannte Zwischenlösung bis MM 1. Juli 1926 treffen will. An diesem Tage soll erst die Friedensmiete erreicht werden, deshalb will man bis dahin anstatt 40 nur 36 Prozent der Friedensräte an Hauszinssteuer erheben. Da verschiedene Geschâftsordnungsanträge Vorlagen, war bei der Abstimmung Hammelsprung erforderlich. Die Rechte blieb draußen und somit war abermals Beschlußun- fähigkert festgestellt. In sofortiger dritter Sitzung wurde wiederum über den Zwischenlösungsantrag beraten. Jetzt wurde der Antrag ohne weiteren Widerspruch der Rechten dem Hauptausschuß überwiesen. Die Hauszinssteuervorlage als solche wurde von der Tagesordnung abgesetzt. Tas Haus ver­tagte sich.

potèiische Rundschau. Deutsches Heidi

Einschränkung des Mieterschutzes in Württemberg.

Das württembergische Ministerium des Innern hat den Mieterschutz für Geschäftsräume mit einer jährlichen Friedensmiete von über 1000 Mark in Stuttgart und über 500 Mark in den übrigen Gemeinden des Landes aufgehoben. Die nicht mehr dem Mieterschutz unfetliegcm tzrn. Geschäftsräume sind auch von den Bestimmung^ des

Reichsmietengesetzes ausgenommen worden. Außerdem wurden große und teure Wohnungen mit einer jährlichen Friedensmiete von über 2000 Mark in Stuttgart und mit entsprechenden AbsinfnNgen in den anderen Städten von den Vorschriften des Mietcrschutzgesctzcs und des Rcicbs- mietengesetzcs befreit. Ab 1. April soll wegen Erhöhung der GcbändccntschilldnngSsteiicr auch die gesetzliche Miete erhöht werden.

Rücktritt deS dentschnationalen Partcivorsitzeuden.

Der Vorsitzende der Dcutschnationälcn Völksparlci, Landrat a. D. Dr. Winkler, tritt, wie zuverlässig gemeldet wird, in aller Kürze von seinem Amt zurück. Er hatte diesen Posten im Herbst 1924 nur in provisorischer Absicht übernommen, will aber jetzt von allen Ämtern zurück- treten, weil cr ein v e raut w o r t u u g s v o I l c 8 k i r ch lichcsA m t übernommen hat, das ihm die gleich­zeitige Führung sowohl der deutschnationalen Landtaas- frartion als der Deutschnationalen Volkspartei als solcher unmöglich macht. Eine Entscheidung über die Person seines N a ch s o l g e r s dürfte erst Ende März erfolgen.

Aus Zn- und Ausland.

Berlin. Die Ratifikationsurkunden zp dem d c u t s cts* französischcn Handclsabkommcn vom 12. Februar 19-26 sind in Paris auSgetauscht worden. Das Abkommen tritt um Mitternacht zwischen dem 28. Februar und dem 1. März 1926 in Kraft.

Paris. Wie dieChicago Tribune" anS Gibraltar meldet,, soll die dauernde Beschießung v o n Tctuan durch Abd-cl-Krim große Verluste an Menschenleben verur­sachen. Hunderic von Personen hatten Tctuau verlassen und sich nach Ceuta geflüchtet.

London. DieLondon Gazette" meldet, daß der König dem britischen Botschafter in Berlin, Lord d'Abernon, die Würde eines Viscount verliehen hat.

Loudon. Der Voranschlag für den M a r i n e h a n s h a l 1 1926 beläuft sich auf 58100 000 Pfund Sterling. Die Herab­setzung gegenüber 1925 beträgt 2 400 000 Pfund.

Mexiko. Sechzehn deutsche Industrielle sind hier etngctroffcu. Sie wurden durch Beamte des Auswärtigen Amtes begrüßt. Mehrere mexikanische Handelskammern be­reiten Festlichkeiten zu Ehren der deutschen Gäste vor.

Neuere Nachrichten.

Keine Rücktrittsaüsichtcn Dr. Haslindcs.

Berlin. Die in letzter Zeit mehrfach in der Öffentlichkeit aufgetauchten Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft Tr. H as- lind e entbehren, wie.von zuständiger Seite mitgeteilt wird, jeder Begründung. Der Minister wird vielmehr in kürzester Seit die D i e n st g e s ch ä ft e wieder aufnehmen.

Die Vernehmung deS LandgerichtSdirektors Jürgens.

Berlin. Landgerichtsdirektor Jürgens, gegen den bekannt­lich ein Verfahren wegen Versicherungsbetruges schwebt, ist nach seiner Ankunft in Berlin sofort vernommen worden. Ebenso wie seine Gattin bestreitet Jürgens i c g l i d; e Schul d. Er weist entrüstet den Verdacht zurück, daß die Ein- bruchsdiebstähse in feiner Wohnung in Stargard und im Hotel in Kolberg von ihm ober feiner Gattin fingiert seien, vielmehr sei er absolut überzeugt, daß diese Einbrüche von fummuniffi« scher Seite in Szene gesetzt wurden, um ihn zu schädigen.

Schukgcldcrhöhung an den höheren Schulen Preußens.

Berlin. Tas preußische Staatsministerium hat sich durch die bebrängte Finanzlage von Staat und Gemeinden genötigt gesehen, das Schulgeld an den öffentlichen höheren Schulen ab 1. April zu erhöhen. An staatlichen höheren Schulen wer­den Zünftig 200 Reichsmark jährlich erhoben. An städtischen höheren Schulen darf ein Schulgeld bis zu diesem Satz und für auswärtige Schüler weiter der bisherige Zuschlag von 25 % erhoben tociben. Für zweite Kinder werden wie bisher 25 %, für dritte 50 % Nachlaß gewährt, vierte und weitere Kinder sind schulgcldfrci.

Vorläufige Beendigung deS Verfahrens im deutsch-polnischen Streitfall.

Haag. Das öffentliche Verfahren des Internationalen Ge­richtshofes im deutsch-polnischen Streitfall ist vorläufig für be­endigt erklärt worden. Die Debatte konnte aber vom Präsiden­ten noch nicht als abgeschlossen angesehen werden, da bcr. Ge­richtshof sich Vorbehalten hat, nötigenfalls von den Parteien Ausschlüsse über bestimmte Punkte einzuholen.

Anschlag der Brianv-Rede.

Paris. Die Kammer hat den ö f f e n 11 i $ e n Anschlag der Rede Briands über das Abkommen von Locarno mit 365 ge'gen 49 Stimmen genehmigt.

Hilfsmaßnahmen für den Weinbau.

Im preußischen Landtag ist ein Zcntrumsäntrag einge- gangen, Der das Staatsministcrium ersucht, zur Linderung der Notlage des deutschen Weinbaues zu veranlassen, daß die verfügbaren elf Millionen Mark sofort aus- geschutei werden, daß ferner großzügige Maßnahmen zur Hebung des Abfatzes deutscher Weine getroffen werden, daß die Weinsteuer in kürzester Zeit außer'Kraft gesetzt und die Souiaüe für ausländische Wèine bei den noch schwebenden Handelsvertra-Plverhandlungcn in einer den LebenSnotwcn- bigteiten des deutschen Weinbaues en-jprcchcndcn Höhe fest- gelegt toerben.

Guier Erfolg derGrünen Woâe".

Von unserem ständigen Mitarbeiter.

Nach dem geringen Erfolg, den die Mehrzahl der in der gegenwärtigen allgemeinen Wirtschaftsnot abgehaltenenMes­sen" zu verzeichnen hatte, hat man der Berliner Grünen Woche und ihren Aussteüüngcns die nunmehr mit einem Ger­manischen Bauern- und L a n d v o k k s k o n g r e tz - ihr Ende erreicht haben, von vornherein feine übertriebenen Erwartungen entgegengebracht. Aber zur allgemeinen Über­raschung ist bet Erfolg sehr gut geworden, viel besser, als man zu hoffen gewagt hätte. Namentlich der Massenbesuch der Ausstellung in der Halle des Funkhauses wir größer, als bei irgendeiner der großangelegten Messen tm Reich, und doch war diese Ausstellung bescheiden an Umfang. Vielleicht läßt sich Die Lehre aus dem Berliner Ersolg gewinnen, daß . auch die Ausstellungen sich der Loge der Gegenwart anpa^ea unb, solange weite Kreise kein Geld für große Anschaffungen haben, sich auf die Artikel beschränken sollen, für welche die Kaufkraft austcichtz

Festgestellt mutz werden, daß nur ein Bruchteil der Be­sucher dieser Landwirtschaftlichen Ausstellung vom Lande stammte. Den Landwirten fehlte in diesem Jahre in fühl­barem Maße das Geld zum Besuch der Berliner Woche Die Mässen der Besucher kamen aus Berlin selbst unb so hatten den größten Absatz die Bcdaissgegeustünde für Haus­wirtschaft, für Geflügelzüchter unb Kleingärtner. Es hat sich jetzt gezeigt, baß die innige Liebe, die den Weltstädten für ein Stück fclbstbcwirtschafteter Scholle im Wcltkrtcge unb in ber Inflation anerzogen, vordem bisweilen etwas gewaltsam aus­gedrängt worden ist, tiefe und dauerhafte Wurzeln geschlagen hat.

Die ganze Zeit derGrünen Woche" war auègcsüllt mit den Fachtagungen der Deutschen L a»d w iri­sch a f t s - G e s e l l s ch a f t, die in toeit über 100 Ausschuß-, sitzungen alle b rennenden Fragen der landwirtschaftlichen Be- triebstechnik erörterten. Diese Tagungen bekamen in diesem Jahre ein besonderes Gepräge. In diesem Jahre zuerst wur­de« nach zehnjähriger Abgeschlossenheit die Ergebnisse Der Studienreisen ausgewertet, welche ausgcwählte Sachverstân bige mit Beihilfe des Staates und der Deutschen Ländwiri- schafisgcsellschast nach den a m e r t f a n t f$ e u Farm b c trieben unternommen baten, und es ergab sich bie Frage,

was können wir von Amerika lernen, unv was bat ber deutsche Landwirt von der a m c r i t a n i f $ e n K o n für r e n z zu be­fürchten? In letzter Hinsicht lautet merkwürdiger Weste die Antwort der berufensten Fachmänner beruhigend: Die Gefahr der Unterbietung durch die amerikanischen Erzeugnisse wird in abWarer Zeit überwunden sein, weil bic amerikanische Lano- toirf $aft so hohe Löhne zahlen muß, daß sie sich nur noch teil­weise rentiert trotz bester Wirtschaftsorganisation, so baß jeüt schon Viele Farmen fieingetegt worden sind. Stofe Verhält­nisse werden aber automatisch weiter zum Nachteil bcr ameri­kanischen Konkurrenz wirken. _

In der W irts ch a s t s t-c chnik aber munen wir von bett Amerikanern ungeheuer viel lernen, beinahe auf allen Gebieten, außer bei Fcldbebauung. Es wirkte geradezu scniationell, als in einer Sitzung der Vereinigten Züchterverbände die <ro r t = schritte Der am erikauischcu Milchwirtsch ast bc- kanntacaebcn wurden. 30 Liter Tagesdurchschnitt gibt die amerikanische KW. Die Rekordkuh W 16 800 Liie^ im Jayre erreicht! Das ist beinahe daS Zchnmün- des dculfchcn Tnrch- fdmitteS' Allerdings gibt 08, wie gleichzeitig nutgcteilt wurde, auch schon einzelne deutsche Wirtschaften, Die auf Hein Wege zn solchen Sciftunaen sind, aber im Durchschnitt werden wir tüch­tig arbeiten müssen, ehe wir uns mit den Amerikanern vcr- aieichen können. Wie nun unsere Landwirte dahin gelangen sönnen, bildete einen großen NerhandlungSgcgcnstand bet Tagung. Hub noch ein bedeutsames Lcitwort stand über Den gesamten Beratungen, bie Losung: Wir müssen durch S c.b st- hi l f e so weit kommen, baß bic Qualität unserer Erzeugnisse. - B ber Butter, ebenso hoch wird wie Diejenige, bic un§ ba» Ausland anbietet! Daran sehlt oft viel, und das wurde frei­mütig anerkannt. ^-

Elöffnimg der Wztzs FrâMrSmeffe.

Starker Z n st r o m aus dem Auslande.

Die Leipziger Frühjahrsmesse ist ant Sonntag mittag eröffnet worden. Nachrichten aus Leipzig melden, daß die Anssichten für einen starken Ausländcrbcsnch günstig sind. So ivird berichtet, daß ans der Tschechoslowakei über 3000, aus England nahezu 1300 geschäftliche Mefscbesucher zu erwarten sind. Ferner sind Vesttcher ans Holland, aus der Schweiz, aus Frankreich, aus Dänemark, aus Schweden, ans Ungarn angcmelbct. Ein besonders stärkes Kontin­gent entsendet wieder Österreich. Im übrigen gibt es sein europäisches Lünd, ans Leni nicht zahlreiche Besucher angemeldet sind. Vor allem aber rechnet man auch mit einem besonders starken Besuch aus Übersee, wenn auch genaue Ziffern darüber noch nicht gegeben werden können. Die A u s st e l l e r z a h l beträgt nach den bisherigen Er­gebnissen Ler Auszählung 10 300 Firmen aller Branchen. Die Zahl bedeutet gegenüber der letzten Messe eine Ver­minderung nm etwa 12 Prozent. Unter Berücksichtigung der kritischen Lage ist Dieser Rückgang jedoch unerheblich und gibt zu keinerlei Bedenken Anlaß.

Die alten Messeindustrien sind in gleicher Stärke wie auf den früheren Messen vertreten. Auch die Technik hat ungefähr die gleiche Anzahl Aussteller wie bei der letzten Messe. Den ersten Platz unter den ausländischen Aus­stellern nimmt wieder Die Tschechoslowakei mit 289 Aus­stellern ein. Neu ist eine griechische Ausstellung, Lie in der Handelshochschule untergebracht ist.

AusHessen-Raffau und Rschbargebirlen.

Merkblatt für den 2. März.

Sonnenaufgang 645 II Mondaufgang 8°° N. Sonnenuniergaiig 6n ü Mondnnicravng V- 1916 Die Deutschen stürmen das Dorf Toüaumönt. Eli- fabetlj (Carmen Sylva), Königin von Rumänien, in Bukarest aeft.

Was tun* NmiMtj was wir speichert, .....: ^ mags die Erben auch bereichern, einst vergshL's!

Nur der Schatz der SeclenfpenLen wächst je mehr wir ihn verschwenden jetzt und stets.

Richard Dehmel.

Wetterbericht.

Ein kräftiger Ticfausläufer hat mit großer Schnelligkeit Mitteleuropa erreicht, und auch in unserem Gebiet zum Auf­treten von Niederschlägen geführt. Da der Luftdruck von We­sten her sehr rasch ansteigt, ist zu erwarten, daß wir schnell an die Rückseite des Tiesausläusers kommen, und daß die Nieder­schläge etwas zurückgchen. Der ©Cfrierpunft wird jedoch da­bei nicht erreicht, denn es ist bald wieder mit dem Auftreten südwestlicher Winde unb bei neuem Temperaturanstieg mit weiteren Regensällen zu rechnen. Witterungsaussichten für Dienstag: Bei südwestlichen Winden erneute Trübung, später auch Siegenfälle, milder.

Verzeichnisse der Postscheükundcn- bei Den Postscheck­ämtern im Deutschen Reich nach Lem Stände vom 1. Ja­nuar 1926 werden in nächster Zeit erscheinen. Postscheck- kunden erhalten Die Druckwerke auf Wünsch von ihrem Postscheckamt unter Abbuchung Les Preises.

Neue Fünfzigpfennigstücke aus Nickel. Wie ver­lautet, beabsichtigt Die Rcichsfinanz'wrwaltun^ die bis­her im Umlauf befindlichen Fünfzkgpsennigstncke, cinzu- zichen und Lurch Nickelstücke zu ersetzen, da Di^ bisherige Bronze-Alu.umiuHi-.Lcgicrnng zu umfangreichen Fäl­schungen verleitet habe.

* Fulda, 28. Fcbr. (V o l k s t r a u e r t a g.) Der heu­tige Sonntag RcminiScerc war als Volkstrauertag be­stimmt Ulid insbesondere aber dem Andenken unserer im Weltkriege 191418 gefallenen Wter, Brüder und Söhne gewidmet. Dem Erliste des Tages würdig war auch das Wetter. Trüber Himmel, nebliges und regnerisches Wet­ter, den ganzen Tag, Läs, wär das Symbol des Volks­trauertages 1926. Dessen ungeachtet wiesen sowohl die ka­tholischen Kirchen als auch unsere evangelische Kirche zu den Gottesdiensten einen sehr zählreichen Besuch auf. Im Haupt^ottesdienst der eöäng. Kirche wirkte auch der Krr- chor mit. Um 11 llhr fanden auch in der evangelischen Kirche und in der Klosterkirche auf dem ^Frauenberg für die Mannschaften des hiesigen Reichswehr-Regiments Mr. 5 Militärgottsdienste statt. Am Denkmal Ler Krieger von 187071, am DbnMal des früheren 2. Kurhèsftschen Feld-Ärt.-Regts. Nr. 47 sowie auf dem Ehrensriedhof lies die Stadt Fulda je eilten Kranz mit Schleife und Wid­mung niederlegen. Aützetdem legte der Kriegerverein Fulda ebenfalls am Kriegerdenkmal von 187071 einen Kran,z nieder. Gegen ip% Uhr zogen Abordnungen zu Dein Denkmal der ehern, 47er Artilleristen und ehrten das Andenken der gefallenen Helden durch Kranzniederlegun­gen. Es wurden Kränze niedergelegt von: der Vereinigung ehern. 47er Fulda, 3. Batterie Art.-Ng. !>, Kriegerverein Fulda, Stahlhelm Bund deutscher Frontsoldaten, deutscher Schützen- und Wanderbund Fulda und vom Reichsverband jüdischer Frontsoldaten. Mehrere Abordnungen von Ver­einen zogen gegen 11 Uhr nach dem Ehrenfriedhof. Es leg­ten hier Kränze nieder ft Kriegcr-Nerein Fulda, Ktieger- kameradschaft Fulda, Karde-Verein Fulda, Jungdeutscher Orden Bruderschaft Fulda und Reichsbanner Schwarz-Rot- Eold Ortsgruppe Fulda. Vom Flaggen auf'Halbmast war sehr wenig zu merken.