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Vereins Deutscher Zeitungsverleger. ck-Konto: Frankfurt a. M. Nr. 5585.

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Fulda- und Haunetal * Fuldaer Ureisblatt II HIHI 11)111 IIIIIIIHIIIIIIf IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIII llllllllHlllHltlllllllllllHIHIllllllllHlllllllllililHlHHIIIIlHlllllllillllllHllltllltlHIIIKDIlHllllllllllIHHtlilHIIHIllll Redaktion und GeschäNssteUe: Mühlenstratze 1, Telefon Hr. V89 milllimiHiHIIIHIIIIHHIHIHHjllHlllHIIHHHHIIIIIIIIIIIHHIHHIIIIIHjlllllHHIIHmiininHlilHiHHIHinilHHinillHIHIHIHHIimHlllllilliHinilllHlHHHIIIiniHIIIII Nachoruckoer mit * veriehenen Artikel i ur mit QuellenangabeFuld. ânz." gestattet.

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Nr. 44 1926

Fulda, Freitag, 26. Februar

3. Jahrgang

Kleine Zeitung für eilige Leser.

* Die deutsche Delegation, die an der Völkerundtagung in Genf teilnimmt, wird nach den bisherigen Dispositionen Berlin am 6. März verlassen, da am 7. März eine Vorbe­sprechung zwischen den deutschen Delegierten mit Briand und Chamberlain stailsinden soll.

* Das Große Los der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotteris ist auf die Nummer 62 099 gezogen worden und in beiden Ab­teilungen nach Berlin gefallen.

* Ein von französischer Seile in Damaskus augerichtetcs Blutbad soll 600 Eingeborenen das Leben gekostet haben.

* Der Präsident der internationalen Kommission in Ober- schlesien erklärte die Tätigkeit des Deutschen Voltsbundes zum Schutz der Deutschen in Ostoberschlesien für einwandfrei.

Douaumont.

Vor zehn Jahren! Wie anders sahen sich die Ereignisse damals an, und um wieviel klarer und richtiger vermögen wir sie heute zu sehen, wo ein Abstand von einem Jahr­zehnt uns Zusammenhänge erkennen läßt, die unserm Blick damals verschlossen waren soweit sie ihm nicht durch höhere Gewalt absichtlich verschlossen gehalten wurden.

Die Panzerfeste Douaumont, der nordöstliche Eckpfei­ler der permanenten Hauptbefestigungslinie der Festung Verdun, wurde gestern vormittag durch das brandenbur­gische Infanterie-Regiment Nr. 24 erstürmt und ist fest in deutschen Händen." So lautete der Bericht, den die Oberste Heeresleitung unterm 26. Februar 1916 ausgab. Am 21. Februar hatte der Vorstoß auf Verdun begonnen, der für den 12. Februar geplant gewesen war, infolge ungünstigen Wetters aber hatte verschoben werden müssen. Am 25. schon warder nordöstliche Eckpfeiler" der Festungfest in deutschen Händen". Wer außerhalb des engen Krei­ses der Wissenden der das damals las, hat denn ge­zweifelt, daß in absehbarer Zeit nun auch der Kern der Festung fallen werde? Doch höchstens die wenigen, die von Schiebergeschäften noch nicht so sehr in Anspruch ge- nomuwn waren, daß sie sich noch der Geschichte des Fehl­schlages an der Marne erinnerten, soweit sie uns auf dem Umweg über das Ausland inzwischen bekannt geworden war. Denn so viel Vertrauen hatte die Oberste Heeres­leitung zum deutschen Volke ja immer noch nicht gefaßt, daß sie ihm im Laufe der anderthalb Jahre, die seitdem ins Land gegangen waren, eine Darstellung jenes ersten schweren Mißerfolges zu geben gewagt hätte.

Und nun sollte sich das alte Spiel wiederholen! Die Erstürmung der Panzerfeste Douaumont, die der Heimat wie das erste Einläuten des Endsieges über die starke Festung in die Ohren klang, ist in Wahrheit der Anfang vom bittern Ende des Mißerfolgs gewesen. Am 24. hat, nach den Veröffentlichungen der Gegenseite, die wir in­zwischen kennen gelernt haben, der Weg ins Kernwerk der Festung offen gelegen. Auf deutscher Seite fehlten nur die unentbehrlichen Reserven, die der Kronprinzen- Armee zugesichert worden waren und die allein es möglich gemacht hätten, den Stoß noch an diesem Tage bis zur Entscheidung vorzutragen! In der Nacht vom 24. auf den 25. Februar aber hatte der Marschall Joffre bereits die erforderlichen Reserven nach Verdun geworfen, um das Gleichgewicht der Kräfte wieder herstellen zu können; zu­gleich hatte er durch einen scharfen Befehl jeden Gedanken der Preisgabe der Festung erstickt. Der Sturm auf Douau­mont war der glänzende Schlußpunkt der deutschen An­griffshandlung. Was folgte, war ein monatelanges, ver­lustreiches, gegenseitiges Sichabringen der Kräfte, wobei die Franzosen anfangs im Nachteil waren, ein Nachteil, den aber die Möglichkeit ungehemmten Nachschubs rasch genug zu unsern Ungunsten wenden mußte.

Und nun setzte die unglückselige Methode wieder ein, einen Mißerfolg der deutschen Waffen, den die ganze Welt rings um uns her als solchen kannte, der deutschen Hei­mat allein in einen Erfolg umzudichten! Um keinen Preis hat man den Fehlschlag an der Marne zugeben wollen, der doch, in angemessener Darstellung veröffentlicht, ganz dazu angetan gewesen wäre, auch einem politisch unreifen Volke die Augen über den furchtbaren Ernst seiner Lage zu öffnen und es zu einer Zeit, wo der Wille zur Selbst­behauptung noch nicht angefressen war, zu festerem Zu­sammenschluß und äußerster Anspannung seiner Wider­standskräfte zu treiben. Um keinen Preis wollte man jetzt zugeben, daß der Angriff auf Verdun ein Fehlschlag ge­worden sei. Es begann jene üble amtliche Schreiberei, die uns zweimal wöchentlich vorrechnete, wie binnen kurzem die letzten französischen Reserven in der Vlutmühle von Verdun verbraucht sein würden. Was u n s der Betrieb der Blutmühle kostete, davon war in den amtlichen Rechen- exempeln weniger deutlich die Rede. Die Verlustlisten sorgten aber dafür, daß man sich ungefähr einen Begriff machen konnte! Und was die Hauptsache war: jedermann sah doch, daß die Franzosen erreicht hatten, was sie woll­ten, sie hielten Verdun; daß wir aber nicht erreicht hatten, was wir wollten, wir hatten cs nicht nehmen können! Ueber die zermürbende Kraft des Widerspruchs zwischen der Sprache der Tatsachen und der Sprache der amtlichen Rechenexempel hat man sich damals kaum Rechenschaft gegeben, sonst würde man sich gesagt haben: die offenher­zigste Darlegung des wahren Sachverhalts hätte weniger verwüstend wirken können als das Gift des Mißtrauens, das sich unterm Schleier der amtlichen Veschwichtigungs- , versuche in die Seelen fraß.

Der Oberkommandierende vor Verdun, der deutsche . Kronprinz, hat rasch genug erkannt, daß das Unternehmen mit den verfügbaren Kräften nicht mehr durchzuführen sei. Schon Ende März hat er mit der Obersten Heeres-

Vorbereitung zur Bölkerbundtagung.

DeulWands Delegation für Genf.

Abreise a m 6. März.

Der Beschluß der Reichsregierung, daß Reichskanzler Dr. Luther als Führer der deutschen Delegation bei der Völkerbundtagung in Gens fungieren wird, hat in poli­tischen Kreisen ein gewisses Aufsehen erregt. Es wird daraus hingewiesen, daß dieser Beschluß als ein nicht zu mißverstehender Hinweis dafür angesehen werden müsse, daß die Situation bezüglich des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund noch nicht völlig geklärt sei. Wie es heißt, soll Reichsautzenminister Dr. Stresemann ausdrücklich gewünscht haben, daß Reichskanzler Dr. Luther die deutsche Delegation nach Genf begleite, da dort unter Umständen plötzlich Fragen von solcher W i ch t i g k ei t auftauchen und zur Beschlußfassung ge­stellt werden könnten, für die ein einzelner Minister die Verantwortung nicht übernehmen könnte.

Wenngleich auch noch keine endgültige Entscheidung über die Zusammensetzung der deutschen Delegation ge­troffen worden ist, so scheint doch außer Zweifel zu stehen, daß außer Dr. Luther und Dr. Stresemann der deutschen Delegation Staatssekretär v. Schubert Geheimrat v.- low, Ministerialdirektor Dr. Gauß, sowie der Pressechef der Reichsregierung, Ministerialdirektor Dr. Kiep, angehören werden. Die deutsche Delegation wird imganzenetwa 25 Köpfe umfassen und ähnlich der von Locarno und von London zusammengesetzt sein. Sie wird vor­aussichtlich am 6. März Berlin verlassen, da vor Zusam­mentritt des Völkerbundes am 7. März Vorbe­sprechungen Dr. Luthers und Dr. Stresemanns mit dem französischen Ministerpräsidenten Briand und dem englischen Außenminister Chamberlain in Aussicht ge­nommen sind.

leitung über die Einstellung des Angriffs verhandelt. Er ist aber, gegenüber seinem eigenen Generalstabschef Schmidt von Knobelsdorf, der den stärker» Einfluß auf Falkenhayn hatte, nicht durchgedrungen. Erst am 11. Juli, als schon seit zweieinhalb Wochen die fürchterliche Somme­schlacht im Gange war, hat Falkenhayn seinen Lieblings­gedanken endgültig preisgegeben.

Falkenhayu hat vor dem jüngeren Moltke eine ein­drucksvolle Sicherheit des Auftretens, eine wohltuende Herrschaft über seine Nerven vorausgehabt. Aber die innere Sicherheit hat ihm so gut wie jenem gefehlt. Er ist an das Unternehmen von Verdun nicht mit der unerschüt­terlichen innern Gewißheit herangetreten, hier die beste aller Aushilfen, geschweige denn die einzig mögliche Aus­hilfe gefunden zu haben, um den Krieg einem erträglichen Ende entgegenzuführen. Er hat dem Unternehmen gegen­über geschwankt, von schroffer Ablehnung bis zu starker Siegesgewißheit, er hat der örtlichen Führung zu Zeiten einen Einfluß auf seine Entschlüsse eingeräumt, der aus der Fülle der späteren Erfahrung heraus nur als ver­derblich bezeichnet werden kann. Falkenhayn hat schwer an dem Erbe des unseligen Zweiflers Moltke getragen, der den Krieg mit so unsicher tastender Hand eröffnet hatte, und auch Ludendorff ist dieses Erbe, als er die letzte Offensive des deutschen Feldheeres begann, ersichtlich nicht völlig Herr gewesen.

Die Mittelmächte glichen einer riesigen, belagerten Festung. In einer belagerten Festung darf es, wenn der Ausgang nicht in Frage gestellt werden soll, nur einen Willen geben. Daran hat es den Mittelmächten im Welt­krieg durchweg gefehlt. Was da in den ersten Kriegs­wochen lebendig war und die lebendigen Kräfte einheitlich lenkte, das war der Siegeswille des toten Schlieffen. Aber der Wille eines Toten kann nicht ausreichen, dasSystem von Aushilfen" als das ein unübertrefflicher Meister die Kunst des Kriegführens bezeichnet hat Monate und Jahre hindurch in Gang zu halten. Das Pfuschwerk, wozu die Epigonen seinen gewaltigen Plan hatten entarten lassen, war an der Marne entgleist. Nun galt es, neue Einheit des Willens und Handelns zu gewinnen. Das ist aber einigermaßen erst gelungen, als das Kriegsinstrument verbraucht und die Widerstandskraft der Heimat bedenk­lich angefressen war. Und dann hatte sich die oberste Lei­tung in die Täuschung über die Gesamtsumme der verfüg­baren Kräfte bereits soweit eingelebt, daß sie über die Grenzen des noch Möglichen weit, nur zu weit hinaus- geriffen wurde.

Die belagerte Festung hatte in der Zwischenzeit ver­zweifelte Ausfälle, bald nach Westen, bald nach Osten, bald nach Südosten, bald nach Siidwesten und daneben nach allen Richtungen übers Weltmeer hinaus versucht. So folgte auf den verfehlten Stoß gegen Verdun der verfehlte Stoß Hötzendorfs gegen Italien, über die Hochfläche von Asiago. So verfehlt cs wäre, den Verlust des Krieges vom Mißerfolg an der Marne datieren zu wollen, so richtig wird cs schon sein, daß mit Verdun und Asiago die Mit­telmächte auf die schiefe Ebene geraten sind, worauf es schließlich kein Halten mehr gab. Denn als 1917 endlich einer der Hauptfeinde unter den Hammerschlägen zu- sammcnbrach, die die Kriegskunst der Mittelmächte ihm versetzt hatte, da war es um mindestens ein Jahr zu spät. Und wer will bestreiten, daß es die einheitliche und willensstarke Führung vorausgesetzt außer dem Bereich der Möglichkeit gelegen hätte, den russischen Zu­sammenbruch früher herbeizuführen?

Ein Mißerfolg der Führung war in erster Linie auch das Unternehmen auf Verdun. Daß hinterher der Versuch

In Genf wird die deutsche Delegation im HotelMe- tropole" Wohnung nehmen, wo gewöhnlich auch der tschechoslowakische Minister Dr. Benesch und die Ver­treter Japans abzusteigen pflegen. Das technische Per- :onal wird im Genfer Palasthotel untergebracht werden.

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England und die Natsitze.

Eine deutsche Erklärung.

Wie der diplomatische Korrespondent desDailis Telegraph" berichtet, wird die endgültige Entscheidung des britischen Kabinetts über die Haltung Chamberlains in Genf erst am Tage vor der Abreise des Außenministers er­folgen. Chamberlain soll es allerdings vorziehen, ohne irgendwelche Bindungen duoch Kabinettsbc- schlüsse nach Genf zu gehen. Er glaubt so eher in der Lage zu sein, durch neue Vermittlungsvorschläge die Schwierigkeiten beseitigen zu können. Andere Mitglieder des Kabinetts stehen dagegen aus dem Stand­punkt, r-ast die Folgen der Genfer Verhandlungen so weit­tragend sein können, daß die Verantwortung für diese Politik vom ganzen Kabinett getragen werden müsse.

Die deutsche Regierung nimmt zu einem Leitartikel desManchester Guardian" Stellung, in dem behauptet wurde, daß Deutschland gegebenenfalls bereit sein würde, Polen einen Ratsitz zuzugestehen gegen die sofortige Räumung d es Rheinlandes. Die Ausführun­gen desManchester Guardian" werden amtlicherseits als völlig unverständlich bezeichnet. Weder von deut­scher amtlicher Seite noch in der deutschen Öffentlichkeit ist jemals die Möglichkeit angedeutet worden, daß Deutsch- , land bereit sein könne, seine Haltung in der Frage der ! Ratsitze von irgendwelchen Deutschland zu gewährenden I .Vergünstigungen abhängig zu machen.

gemacht werden konnte, den Mißerfolg zu verschleiern, das verdankte die Oberste Heeresleitung den unvergleichlichen Leistungen der Truppe. Noch einmal zeigte es sich im hell­sten Lichte, wie das Heer von 1914 ein Kriegswerkzeug ge­wesen, desgleichen die Welt noch nicht gesehen hatte. Aber die Sünden von zweieinhalb Jahrzehnten der Vergangen­heit, der Zeit zwischen 1890 und 1914, vermochte auch dies Werkzeug ohne Gleichen nicht mehr wett zu machen. Denn bei Mängeln der Führung das soll hier ausdrücklich festgestellt werden soll man nicht immer nur an den einen Mann denken, der der Form nach alle Verantwor­tung trug. Es ist eine Sünde des ganzen Volkes, das in langer Friedeuszeit eine tauglichere Führung nicht auszu­bilden vermocht hat. Die Blutopfer von Verdun aber pre­digen uns über die zehn Jahre, die uns davon trennen, die bitter ernste Mahnung: daß wir die Sünde sich nicht ein zweites Mal sollen wiederholen laßen!

Blutbad in Damaskus.

Angeblich 600 Eingeborene ermordet.

In Nom wird eine Mitteilung aus Kairo bekannt, nach der in Damaskus ein großes Blutbad durch die Franzosen verursacht worden sei. Die armenischen Söld­ner im französischen Dienste hätten das Quartier Midan überfallen und alle Mohammedaner, denen sie begegneten, nicdergemehclt. Frauen seien ihrer Wertgegenstände be­raubt, Häuser, Geschäfte und Moscheen geplündert. Die Zahl der toten Mohammedaner betrage sechshundert, die der verbrannten Häuser huudertfünfzig, der geplünderten Geschäfte sechzig.

Das Blutbad fei erst durch die energischen Vorstellun­gen Der christlichen und muselmanischen maßgebenden Leute bei den französischen Behörden beendet worden. Diese seien eingeschritten, hätten aber nur zwanzig der arme­nischen Mörder aus dem Dienste entlassen. Die syrische Delegation verlangt die schleunige Entsendung einer Untersuchungskommission.

Sie Abfindung der Nirsienhäuser.

Die Durchführung des Volksbegehrens.

Der Rechtsausschuß des Reickstages hat bei Fortsetzung der Einzelberatungen des Komproutißentwurses über die Fürsten- abfinbuugen nach Ablehnung aller Abänderungsanträge

den entscheidenden § 5

in der Form angenommen, daß bei der Bemessung der den Fürstenhäusern zuzusprechenden Vennëgeusstücke, Kapitalien oder Renten die wirtschaftliche und sinanzieLe Lage beider Parteien zu berücksichtigen seien. Die früheren Zivillisten und anderen Renten sollen ohne Entschädigung künftig fortfallen. Den Mitgliedern regierender Häuser soll eine würdige Le­benshaltung gewährleistet werden. Ferner fand § 6 des Kompromißanlrages Annahme, in der die Fürsten verpflichtet werden, die ihnen vom Staat gezahlten Beträge bis zum Ab­lauf des Jahres 1950 nur für die privatwinschastlichen Be­dürfnisse des vormals regierenden Hauses oder zu wohltätigen oder kultuerellcn Zwecken zu verwenden. Von besonderer Wichtigkeit ist ferner, daß beim § 7 ein sozialdemokratischer An­trag mit großer Mehrheit a b g e l c h n l wurde, der

die Rückwirkung deS Gesetzes

auch auf endgültige AuseinandersetzungSsälle verlangt. Reichs- lommissar Kuenzer teilte im Ansfcknß mit, daß vier Landes­regierungen erklärt hätten, daß sie keine reichsgesetzliche Rege­lung wünschen, zwei, daß sie zwar diese Regelung, aber keine Rückwirkung aus ihr Land wünschen. Fünf Regierungen wünschen ohne Einschränkung eine reichSgesetzliche Regelung^