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ss-xW indem Arm Hai und sie weis er aug^iLUck- f Not ist ausnahmsweise umtauschen würde auf meine, (die er noch gar nicht gesehen hat) mit einem Auf­eld meinerseits von 5 M und einem alten Anzüge. Aèan merkt HM diese letzte Forderung mehr eine Kulisse ist, vor der er erfolgreicher schauspielern kann. Auch dieser Dritte ilNinte unverrichteter Dinge abziehen.

1 'lL cn weiter nicht merkwürdig, daß alle drei Kunden, als nichts ui erreichen war, selbst nicht alte Saiten über- ilMiae Wirbel zerbrochene Dampfer, Bogenharzbrocken, Stücke von alten Geigen, nach Wohnungen von anderen Musikanten fragten. Dabei stellte sich aber heraus, daß sie im Dorf ohnehin schon jedes Haus kannten, wo irgend­welche Musik getrieben wurde. Jeder Musikfreund sollte dock cum Grundsatz werden lassen, den Zigeunern keine diesbezüglichen Auskünfte zu geben. Meistens schickt man sie ja nur deshalb wo anders hin, um sie selber los zu sein, am liebsten gleich auf das nächste Dorf zum Lehrer. Aber manche Leute glauben auch, dem andern einen Dienst zw erweisen, wenn sie ihm Gelegenheit zum Erwerb einer guten (?) Geige geben. Das ist nun tatsächlich fast nie per Fall.

b Wie soll man sich verhalten gegen dies Wandergewer­be? Fest steht, daß die meisten Zigeunergute, alte Gei­gen" anbieten. Fest steht, daß sie minderwertige Geigen zum Tausche annehmen. Fest steht ferner, daß die eben im Tausche erworbenen Instrumente schon nach ganz kurzer Zeit im Ton nachlassen, so daß sie zu neuem Umtausche reif sind. Diese drei Tatsachen kann sich jeder zu einem Schlüsse selber zusammenziehen.

Da es Leute gibt, die schon acht mal und öfter getauscht haben und immer wieder ein nur ideales Umtauschinstru- ment bekommen haben, so kann man ruhig die Zigeuner nach ihrer Erwerbsart zu den sonst nicht mehr zahlreichen Rentnern zählen. Sie ziehen nur herum, um sich ihre Zin­sen einzusammeln. Gar mancher wäre schon längst im Be­sitze einer guten Geige, wenn er die fürstlichen Almosen an die Zigeuner als Abschlagszahlungen verwendet hätte, um in einem einschksigizen Geschäft ein entsprechendes In­strument zu erwerben. -

Eecsjeld, 17. Febr. Der Rhönklub besteht, wie die Kasseler Post" -berichtet, in diesem Jahre 50 Jahre. Er wurde am 2. August 1876 wen 60 Rhön-freunden unter Führung des- Geh. San.-Rats Dr. Iustus- Schneider ins- Leben gerufen. In den 50 Jahren feines Bestehens ist der Rhönklub auf 13250 Mitgliedern angewachsen. Seiner tatkräftigen Förderung ist die Erfchliehung der Rhön zu danken. Es wurden aus seine Anregung hin sechs -Eisenbahnen gebaut. Die Wegeoerbin-dungen und Wegobezelchnunoeir befinden sich in einem musterhaften Zustand. ' Schutzhüllen. sind in artigerer Zahl erstanden und auch an Casistätteu, die für den Fremdenverkehr eingerichtet sind, fehlt es nicht mehr.

Hersseld, 17. Febr. Der Vorsteher des hiesigen Finanz­amtes, Regierungsrat Lubejeder, wird zum 1. März an das Landesfinanzamt Hamburg versetzt. Der Nach­folger für das hiesige Finanzamt ist noch nicht bekannt. In der Hauptversammlung des hiesigen Kriegervereins, die von San.-Rat Dr. Hillebrecht geleitet wurde, wurde mitgeteilt, daß die Mitgliederzahl gegenwärtig 498 be­trage. Der Kassenbericht wies ein erfreuliches Bild auf. Der Vorstand, mit San.-Rat Dr. Hillebrecht an der Spitze, wurde wiedergewähct. Zum Schriftführer wurde Dr. Höfig gewählt. Die Erhöhung des Sterbegeldes von 30 auf 100 Mark wurde einstimmig beschlossen. Schließlich wurde dem Beitritt zu der Arbeitsgemeinschaft der vater­ländischen Verbände zugestimmt.

Solz, 17. Fobr. Nachdem die hiesige P s a r r st e l l e seit dem 1. November 1925 vertretungsweise versehen wurde, fand jetzt die feierliche Einführung des von den Patronen der hiesi- Mst Kirche gewählten Pfarrers Pfeiffer aus Hamburg statt. -Der -Feier in der Kirche wohnten u. a. Landrat von Dombois und Kultusminister c. D. von Trott und Gemahlin bei.

Fritzlar, 17. Febr. Lehrerin Marie Arens, eine stets ye- «chtete Erzieherin, wurde am Dienstag Nachmittag unter größ- ter Teilnahme der Bevölkerung- zu Grate getragen. 44 Jahre, von 1877 bis 1921 Har die so plötzlich Kertorbene in höchstem Pflichtbewußtsein und liebevoller Hingabe ihren Beruf als Ju- genderzi-ehcrin an der hiesigen katholischen Volksschule aue-geübt.

Homberg, 17. Febr. Zur Erinnerung an die Einführung der Reformation in Hessen, die auf der Homberger Synode am 21. und 22. Oktober 1526 erfolgte, soll im Herbst eine würdige V i er­st u n d e r t j ah r-s e i e r veranstaltet werden.

Kassel, 17. Febr. (Ein ganz seltenes Iubi - l ä u m.) Im Dienst desKasseler Tageblattes" konnte dieser Tage Frau Christine Herboldt ein in der Zei­tungswelt wohl nicht oft vorkommendes Jubiläum festlich im Kreise ihrer Arbeitgeber, Vorgesetzten und Mitarbei­ter begehen: das 60jährige Jubiläum als Einlegerin. Der alten Zeitungsveteranin wurden wertvolle Geschenke zu ihrem Ehrentage überreicht. Gleichzeitig aber wurde die Jubilarin mit einer auskömmlichen Pension in den wohlverdienten Ruhestand versetzt. - Eine Frage bezw. Aufgabe für Mathematiker: Wieviel Millionen Vogen sind' wohl der alten Dame in diesen 60 langen Jahren durch die fleißigen Finger gegangen?

Eisrnach, 16. Febr. Vom hiesigen Schöffengericht wurde der Gastwirt Christian Töpfer aus Ellerwiude wegen fahrlässiger Tötung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. T. hatte in seiner Küche ein geladenes Jagdgewehr stehen, das fein 11 Jahre alter Sohn Hans nach dem Boden tragen wollte. Dort legte der Knabe gegen die ihn -begleitende 5 Jahre alte Charlotte Schmidt aus Eisenach im Spaß an. Plötzlich ging ein Schutz los urü> tötete das MäLck-n auf der Stelle. Aus tiefem Grunde wurde der Vater unter Anklage gestellt und wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Marburg, 18. Febr. (Zunehmende Unsicher- h e i t.) Gestern vormittag wurde ein junger Landwirt aus dem nahegelegenen Dorf Ginseldorf auf einem Wald­wege nach Marburg von einem Manne angehalten und um Unterstützung gebeten. Als er 10 Pfg. geben wollte, versuchte der Wegelagerer ihm die ganze Börse zu ent­reißen. Der Landwirt schlug den Banditen mit einem Knüppel nieder und ging eilends fort, verfolgt von dem Niedergeschlagenen, der sich bald wieder erholt hatte, und zwei Genossen von ihm, die sich im Walde versteckt hatten. Erst kurz vor Marburg nahmen sie von der Verfolgung Abstand.

* Gießen, 18. Febr. (H o ch w a s s e r.) Seit heute mit­tag sind die Lahn und die Wieseck wieder über die Ufer getreten und haben weite Flächen überschwemmt. An der Bahnstrecke Gießen Fulda stehen die Straßen einiger Orte, u. a. von Angersbach unter Wasser, sodaß der Verkehr empfindlich gestört ist. Auch die Ohm und der Seenbach führen Hochwasser, besonders bei Mücke, Nieder- Ohmen und Burg-Gemünden sind Aecker, Wirten und Wiesen überschwemmt und viele Keller mit Wasser ge­füllt, während die gelben Fluten Holz und sonstige Gegen­stände mit sich führen. Diesmal kommt das Hochwasser nicht vom Schnee, sondern von einem wolkenbruchartigen Re­gen, welcher in der Nacht über dieser Gegend niederging. Der Schaden, welcher noch nicht festzustellen ist, dürfte nicht unbeträchtlich sein.

Gießen, 18. Febr. Wegen b c t r ii g e r i s ch e n B a n k - rotts wurde die Händlerin Witwe K. aus Friedberg pom hiesigen Schöffengericht zu drei Monaten Gefängnis

verurteil. Die Angeklagte betrieb in Gießen ein klein es Ladengeschäft, in dem sie Lebensrnittel und Kurzwaren umsegle. Nachdem am 30. Oktober v. Js. über das Ver­mögen der Frau der Konkurs verhängt worden war, hat sie Waren (Fett, Del, Kaffee, Zucker, Seife usw.) im Werte von etwa 700 Mk. beiseite geschafft und zum Teil selbst verbraucht. Die Bestrafung erfolgte aufgrund des § 239 Abs. 1 der Konkursordnung, weil die Angeklagte in der Absicht, ihre Gläubiger zu benachteiligen, nach ein­getretener Konkurseröffnung Vermögensstücke weggeschafft hat, die zur Konkursmasse gehören. Die Verurteilte er­kannte die Strafe an; die. erlittene öwöchige Unter­suchungshaft wurde auf die erkannte Strafe ungerechnet.

Friedberg, 17. Febr. (SB eiteret Abbau von Eisenbahner n.) DerOberhessischen Zeitung" zu- fole ist eine größere Anzahl von Lokomotiv-Anwärtern in den letzten Tagen hier abgebaut worden.

Schotten, 18. Febr. Das Alter und die Jahrhunderte alten Witterungseinflüsse haben dieser Tage der 1000 Jahre altenD icken Eiche" bei Eichelsdorf im Kreise Schotten, einem seltenen Naturdenkmal im Vogelsberg, ein neues Stück ihres Körpers genommen. Der stärkste Seitenast, der an seinem unteren Ende 140 Zentimeter, in der Mitte 70 Zentimeter Durchmesser und eine Länge von 25 Meter ausweist, 'wurde abgebrochen und hat bei seinem Fall in einer 30jährigen Eichenschonung starken Schaden angerichtet. Die hessische Forstverwaltung will versuchen, durch Auszementieren dieses seltene Wahr­zeichen, wenn auch als halbe Ruine, noch zu erhalten.

Soden-Salmiinster, 18. Febr. (M a n g e l s Masse.) Ein in der Inflationszeit groß gewordenes Unternehmen, die Firma Möbelschreinerei Carl Laberenz Söhne, Kom.- Ees., hat sich in der Stille aufgelöst. Zu einem Konkurs ist es mangels Masse nicht gekommen. Hauptgläubiger ist die Gewerbebank m. b. H. Hanau.

M§ nächste srjebeint morgen

Sonnabend, den 20. Februar.

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Gelnhausen, 17. Febr. Die hiesige Kaiser-Pfalz wird bsLrrmklich von zwei Armen der Kinzig umflossen. Bei dem Hochwasser hat sich dies wieder unangenehm bemerkbar gemacht. Das Wasser unter spült die Grundmauern und zerfritzt das obere Mauerwerk. Die schon lange geplante Regulierung der Kinzig ist umso notwendiger, als es eine Pflicht der Deutschen ist, die Varbarossaburg zu erhalten.

Frankfurt a. M., 17. Febr. (D i e häusliche Lehre.) Zu Ostern 1926 soll das von dem Frankfurter Hausfrauenverein in aller Stille vorbereitete WerkDie häusliche Lehre" eröffnet werden. Es handelt sich bei diesem Unternehmen um nichts Geringeres, als dem weib­lichen Teil der erwerbfuchenden Jugend für die Zukunft neue Bahnen zu weisen und ihm dadurch neue Aufstiegs­möglichkeiten zu verschaffen. Die Lehrzeit beträgt zwei Jahre. Die ersten vier Wochen werden als Probezeit be­trachtet. Den Abschluß der Lehrzeit bildet eine praktische Prüfung, durch die das Lehrmädchen den Titel einerge­prüften Hausgehilfin" erwirbt. Auch ältere Hausange­stellte können unter besonderen Bedingungen zu der Prü­fung zugekassen worden. Die Auswahl und Vermittlung der Lehrmädchen erfolgt durch das Verufsamt, während die Auswahl und Prüfung der Lehrhaushalte in die Hand der Hausfrauenvereine gelegt ist- Allerdings müssen die Hausfrauen, die Lehrlinge anlernen wollen, erst die Befähigung durch Ablegung einer Meisterprüfung nach­weisen. Zu diesem Zwecke werden für eine gewiße Ueber- gangszeit Förderkurse eingerichtet. Die häusliche Lehre und die Meisterprüfungen sind jedoch keineswegs als Er­satz für das hauswirtschaftliche Pflichtjahr gedacht. Die Bedeutung dieser häuslichen Lehre leuchtet ohne weiteres ein und gewährleistet die Heranbildung ausgezeichneter tüchtiger Hausfrauen, die auf ihren Beruf als Frau und Mutter gründlich vorbereitet sind.

Frankfurt a. M., 18. Febr. Der Reichsminister des Aeußern Dr. Stresemann trifft am kommenden Sonntag von Bonn, wo er an der Befreiungsfeier der dortigen Universität teilnimmt, zu einem eintägigen Aufenthalt in Frankfurt a. M. ein. Sein Besuch trägt rein privaten Charakter. Nachmittags wird er in einem enge­ren Kreise der Deutschen Volkspartei weilen und abends Gast des Klubs für Handei, Industrie und Wissenschaft sein. Oeffentliche Ansprachen wird der Minister nicht halten.

Frankfurt a. M., 18. yebr. (Di e üblichen Einbrüche.) Nach Zertrümmerung der großen Schaufenstorickeibe drangen in der Dergangenen Nacht Einbrecher in das bekannte Herrenklei- bernqtf/aft von Sachs, Kaijerftraße, ein und raubten aus den EefchWsräumen zahlreiche -wertvolle Stoffe. Ferner wurden in Bockevheim ein Friseurladen, ein Kurzwarenladen und ein Lebensmittelgeschäft ausoeplündert. Bei dem Kurzwareugejchäst zertrüimnerten die Einbrecher beim Verlassen der Räume sämt- J-idje vier trogen Schaufenster.

Frankfurt a. M 18. Febr. Während anscheinend auf dem Markt für gelernte und ungelernte Arbeiter in den Aibeiis- Icjerüifern ein gewißer Stillstand ein getreten ist, wächst die Not der kaufmännHsHen und technischen Anacstellteu fortgesetzt. In allen BerussOocigen finden fortwährend Kündigungen statt. Die Zahl der Erwerbslosen in den kaufmänn^ch-n Berufen stieg von 3405 am 1. Januar auf 5070 am 15. Februar. Dazu erfolgten zum 1. April weitere zahlreiche Kündigungen, an be= den das Bonkzewerbe stark beteilitt ist. Als neue Erscheinung darf aber auch die Tatsache verbucht werden, lag jetzt auch viele höher bezahlte Anaestellte. Abteilungsleiter, Vorsteher usw. ab- gebaut werden. In die Erwer sloiensLrsocge sind übrigens mit Wirkung vom 1. Januar ab alle Angestellten bis zu 500 R.-. ll Monatseinkommen einbettigen worden. Für die schon seit län- aer als sechs Monaten erwerbslosen Perwnen stellte das Reich einen Betrag von 5 Millionen R.-.ö zur Verfügung. Der Sozial­pol irische Ausschuß der Siadtverordneienvecsammlung beantragt die Bewilligung von zehn Millionen R.-.« für Zwecke der Er- werbsioseufursorge. Bei dem Maskenball derSchiller" am Samstag eawr zahlreiche Wertgo-ensiände. Uhren, auch ein riuerct Geldbetrag verloren. Seltsamerweise wurden alle die­se Geoenständs sofort als gemeldet und der Polizei al geliefert. Die Verlierer haben sich allerdings m* nicht gemeldet. Am Ok erforst Hause wurde heute abend seoen sieben Uhr, ein in der Krouprinzensiratze wohnender Geschäsismann erschoßen uusgc- sunden. Die JaMlinro lag neben Dem Toten. Zweifellos liegt Selbstmord vor.

Homburg v. d. H., 17. Febr. Dem ..Taunusboten" zu­folge wird 'der hier ansässige völlig erblindete Friedrich Appel am Mittwoch mit seinem FührerhundFlora" eine 2000 Kilometer lange, auf 4 Monate, berechnete Reise durch Deutschland antreten, deren erste Etappe Akannheim sein wird. Allenthalben will Appel in den Volksschulen Vorträge halten, die dem Zweck einer Belehrung der Kin­der, wie sie sich Blinden gegenüber auf der Straße zu be­nehmen haben, dienen sollen.

Ibsieln, 17. Febr. (Am goldenen Hochzelts-- i a g e beerdigt.) Der goldene Hochzeitstag wurde der Ehesrau des früheren Landwirts Wilhelm Kugetstadt zum Todestage bezw. Degräbnistaz-e. Die alte Dance erkrankte inmitten der Vorbereitungen zu ihrem Ehrentage und starb nach kurzer Zeit. Am goldenen Hochzeitstage trug man sie zu Grabe.

Höchst a. M., 17. Febr. (Ehrenvolle Berufung.) Der biiamue Chenüker der Höchster Farbwerke, Dr. Max He sien- land, hat einen Ruf als ordentlicher Professor der chemischen Technologie und Marenkunse an die Handelshochschule in Kö­nigsberg i. Pr. erhalten. Hestenland wirD sein Amt mit Be­ginn des Semmerjemefters aiureten.

Darmstadt, 18. Febr. (S ch l u ß p r ü f u n g für das höhere Lehrfa ch.) Die für den 17. März vorgesehen gewesene Schlußprüfung für das höhste Lehrfach in Mainz wird zusammen mit der für den 18. März in Darm­stadt vorgesehenen gleichen Prüfung in dem Gebäude der Viktoriäschule in Darmstadt abgehalien.

Darmstadt, 15. Febr. (Erweiterungsbauten der Technischen Hochschule.) In einer Vorlage des Landesamtes für das Bildungswesen an den Landtag weiden für die Instandsetzung von Teilen der ehemaligen Magdalenenkaserne zu Darmstadt für Zwecke der Techni­schen Hochschule 70 000 Mark angefordert. In freien Räu­men der sog. Magdalenenkaserne ist bereits untergebracht das wärmetechnische Institut. Es folgen demnächst das mineralogische Institut und ein gastechnisches Institut in Verbindung mit den würmetechnischen Laboratorien. Es war auch daran gedacht, dem pharmazeutischen Institut in der Kaserne eine Reihe von Laboratorien zur Verfü­gung zu stellen. Da aber mit dieser Einrichtung eine er­hebliche Erhöhung der Kosten verbunden gewesen wäre, wurde dieser Plan aufgegeben; damit ist grundsätzlich im Sinne der Minderung der Staatgausgaben das Eingehen des pharmazeutischen Hochschulunterrichtes in Darmstadt bezw. seine Verschmelzung mit den bestehenden Einrich­tungen an der Landesuntversität Gießen beschlossen.

Fürth im Odenwald, 17. Febr. (Blutvergif- t u n g.) Ein 15jä^riger Knabe aus Erasellenbach wurde von einem Hunde gebissen und erkrankte darauf unter den Erscheinungen einer schweren Blutvergiftung. In der Heidelberger Klinik mutzte er sich einer sofortigen Opera­tion unterziehen, die ihm hoffentlich das Leben retten wird.

Zwingenberg am Neckar, 17. Febr. (Verkauf von Wald besitz eines ehem. Fürsten.) Das Privat­eigentum des früheren Grotzherzogs von Baden, die Wald- gemeinde Zwingenberg mit nahezu 1635 Hektar Land, wird aufgelöst und den Gemeinden Eberbach, Lindach, Friedrichsdorf, Oberdiehlbach, Waldkatzbach, Schöllbronu, Mülben, Weisbach, Etrümpfelbrunn und Zwingenberg zugeteilt. Die Verhandlungen stehen vor dem Abschluß.

Vermischtes.

Der Häuptling Ser Siouxindianer an den Häuptling der Stadt Dresden. In Dresden wurde die im Zirkus Sarrasani auftretende Gruppe von Siouxiudianern vom Oberbürgermeister der Stadt Dresden empfangen. Der Führer Der Indianer, Häuptling Black Corn, vielt fol­gende Ansprache: «Der treue Häuptling des Stammes der Siourindianer begrüßt Herrn Blüher, den Häuptling der Stadt Dresden. Als Black Corn die Fahrt über das Wasser vorbereitete,'erhielt er von Den belastenden Män­nern in Washington das Mandat, selbst hincugeben zu Den Männern des deutschen Volkes und ein Händeschüt­teln zu überbringen. Black Corn bringt die Botschaft des Friedens von den roten und weißen Brüdern im anderen Lande. Das Beil des Krieges ist seit langer Zen begraben und Der Große Geist will, daß es im Boden ruht. Black Corn und seine Genossen sind hier als Gäste ihres Freundes Stosch-Sarrasaui. Wir wollen Freunde fein mit allen Menschen in Dresden. Black Corn will in Frieden leben mit dem großen Häuptling dieser Stadt." Der Ober­bürgermeister dankte für die Begrüßungswortc und nahm Die ihm von Black Corn überreichte Friedenspfeife in Empfang. Darauf richteten noch Der Konsul Der Ver­einigten Staaten und der argentinische VizekonfuNWorte der Begrüßung an Den Oberbürgermeister namens der Vereinigten Staaten und res argentinischen Volkes.

= Beerdigung eines Denkmals. Folgende erbauliche Geschichte erzählen Warschauer Blätter: In Zablotowo in Ostgalizien erblickten revidierende polnische Beamte dicht vor dem Rathaus ein kleines Denkmal des verstor- benen österreichischen Kaisers Franz Joseph, das trotz der polirifdien Veränderungen in Galizien dort stchengebkie- ben war. Auf eine Anzeige hin befahl der Piopinz- gonverneur die Entfernung des Denkmals. Als Dieser Befehl in dem hauptsächlich von Ukrainern und Juden bewohnten Zablowwo bekannt wurde, erhoben Die Bür­ger, die mit Franz Joseph immer gut ausgekommen waren, schärfsten Protest und kamen in einer Versamm­lung schließlich überein, dem Befebl Der polnischen Be­hörden zwar nachzukommen, das Denkmal aber trotzdem im Städtchen zu behalten. Man führte diesen Beschluß, der auf Den ersten Blick wie ein Versuch zur Lösung des Problems von Der Quadratur des Kreises annuitèi, in geradezu klassischer Weise aus: man hob das Denkmal vom Sockel, legte es in einen Sarg und begrub es auf dem katholischen Friedhof. Bei der Beerdigung blies das Or­chester Der städtischen Feuerwehr einen Trauermarsch, worauf ein Veteran Der entschlafenen k. u. f. Armee eine Grabrede hielt. Dann zog ganz Zablotowo entblößten Hauptes und betend an dem frischen Grabe vorüber.

Letzte AachrLchLen.

Zur Frage des polnischen Ratssi^cs.

Paris, 18. Febr. Die Gesellschaft derFreunde Polens" gab heute zu Ehren des neuen französischen Botschafters in Warschau, Laroche, ein Essen, an dem u. a. auch Kriegs­minister Painlevè, Finanzminister Doumer und Justiz- minister Rens Renoult teilnahmen. Der polnische Bot­schafter in Paris, Schlapowski. erklärte in einer Rede u. a., der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund sei von Polen gutgeheißen worden, da die Mitarbeit Deutsch­lands im Völkerbundsrat als für den Frieden und die Wiederherstellung des zerstörten Europa nützlich anzu­sehen sei. Der Bölkcubundsrat und der Völkerbund über­haupt müßten sich im Hinblick auf die notwendige Reorga­nisation des Völkerbundes über Die Zulassung Polens als ständiges Ratsmitglied entscheiden. Polen warte hierauf im vollen Vertrauen auf das Gerechtigkeitsgefühl des Auslandes. Die ständige Mitarbeit Polens im Völkcr- bundsrate werde eine Unterstützung für die Verwirk­lichung der hohen und edlen Aufgaben des Völkerbuades fein, ^