Zeitgemäß? Betrachtungen.
(Nachdruck verboten.)
Neue Zuversicht.
Für alle, die in Nöten sind. ..... ßibfü eine Hoffnung noch auf Erden: - Hab nur Geduld, du Menschenkind, — es wird schon wieder bester werden! — Und drückt dich heute Serg und Leid. — du darfst den Glauben nicht ver- lieren, an eine künftige dessre Zeit, — die Zeit wird alles regulieren.
Schon läßt der Winter etwas nach, — der wilde Stürmer und Bedränger. - schon mildert sich sein Ungemach, — die Lage werden wieder länger. ■— Wenn auch noch manches kommen kann, — das uns erfüllt mit Unbehagen, — es geht doch immerhin bergan, — darum Geduld und nicht verzagen!
Vorüber zieht der Februar — mit seinen 28 Tagen, — von seiner Kürze läßt sogar — sich allgemein nur Gutes sagen. — Wer monatlich sein Geld bezieht, — kann diesen Vorreil nicht bestreiten, — und trotzdem klingt das alte Lied — noch weiter über schlechte Zeiten!
Wohl gibt die wirtschaftliche Not — uns manches Päckchen noch zu tragen, — da gilts mit allem Aufgebot — der Kraft sie aus dem Feld 311 schlagen, — drum, deutsches Volk, streb' stark und fest — bergan, das Rechte zu erfassen, — Wenn dich dein Glaube nicht verläßt — wird auch Dein Gott dich nicht verlassen!
Und was du auch gelitten hast, — laß deine Treue nicht versagen, — blick hin zum Rhein, dort ist viel Last — in Treuè und Geduld getragen. — Nun aber klingt am deutschen Strom — ein Dankeslied aus Herzensgründe — und Elockenklang vom Kölner Dom — verkündet die Vc- freiungsstunde. —
Und wie es freudig widerhallt, — regt sich der Wunsch in diesen Tagen: — Mög auch den andern Zonen bald — die Stunde der Befreiung schlagen, — daß ganz in dem Lorarno-Geist — die Völker stet und glücklich werden, — ' daß sich erfüllt, was er verheißt — und endlich Friede herrscht auf Eiden! —
Das wäre so die Konsequenz, — und dazu stimmt ja auch die Kunde, — daß eine Abrüstungs-Konf'renz — geplant ist von dem Völkerbünde. — Nur wirkt sich diese noch nicht aus, — man kommt auch hier nur langsam weiter — rind schiebt sie immer noch hinaus — auf eine „bessre" Zeit.
E r n st H e i t e r.
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Frankfurter Rundfunk RR«?
^ochsEtags: B.55: Zeitansags. ■* 12: Nachrichten, Wirtschaftsmeldnngen. * 12.55 — 1: Kauens Zeitzeichen. * 3: Wirtschafismeldun;en. * 4: Gießener Wetterbericht und Wb'tschaftsmeidcngen. £ 4.15: Kachr. d. Industrie- u. Handelst. Frankfurt a. M.-Haaau (Dienstag u. Freitag). * 4.25: Wirtschaftsmeldungen. -^ 6: Wirtschaftsmeldungen, -k 7: Wirtschaftsme'düngen (außer Sonnabend). * 9.30: Nachrichtendienst, Wettermeldung, Spätankündigung, Sportsunkdienst, Zeitvorhereitung, Zeitangabe.
Dienstag. 9 Febr. 3.30—4: Jugendstunde. Löhrer Stricker. ,.Bingo. Ge- sdnehte eines Hundes“ (Thompson1!. — Für Kinder vom 12. Jahre ab. ^ 4.15—5.45: Hausorch.: Neue Schlager. 1. Raymond: Wo war denn die Marianne. 2. de Sylva: Susie. 3. Jones: Du ‘kamst zu mir im Traum. 4. NicWIs: Bouquet. 5. May: Studentenlieder-Fox. 6. Erwin: Warum gefällt mir keine so wie du. 7. Mar well: Montevideo. 8. Monaco u. Warren: Das ist der schönste Fleck. -X 5.45—G.15: Lesestunde: Aus „Pitt und Fox“. von 1 r. Huch, -k 6.15—6.45: Diplomhandelslehrer E. Beyer: IV. Der Sozialismus, 4t 6-45—7.15: Privatdozent. Dr. Heinemann: „Die neue Gestalt der Philosophie der Gegenwart. II. Kritik und Umschwung“. -X 7.15: Dr. Ankel: „Vergleichende Anatomie“, -X 7.45: Prof. Wilhelm: „Die Grundlagen der chinesischen Kultur V. -X 8.15—9.15: Wiener Streichquartett. 1. Berg: Streichquartett op. 3. 2. Schubert: Streichquartett D-moll. -X 9.15—10.15: Konzert des Franks. Orchestervereins.
Mittwoch, 10. Febr. 3—3.30: Jugendstunde. -X 3.30—5: Hausörch.: Wunsch-Nachmittag für das neue Rundfunkgebiet, -X 5—6: Übertragung von Hamburg -X 6;lo—6.45: Bücherstunde. -X 6.45—7.15: Syndikus Dr. Köbner: „Die nächsten steuerlichen Anforderungen.“ ~X 7.15—7.45: üzielli: Italienisch. -X 8.15—9.15: „Gentz und Fanny Eissler“: Drama von Jakob Wassermann, Stielt in Wien, Herbst I8R). — In den Hauptrollen: Kundry Siewert, Heinz Hilpert und Robert Theeren, Franks. Schauspielhaus. -X 9.15—10.15: Übertragung von CasseL
Donnerstag, 11. Febr. 3.30—4: Jugendstunde. Mi11 eischullehr er Klöppel. Stare in d_er Zeit! „Der alte Schuhmacher von Häbiclitsdorf“ von Hch. Sohnrev. — Für Rinder vom 7. -Jahre ab. -X 4.15—5.45: Hausorch.: Operetten. 1. Benatzky: Mein Berlin, Marsch aus „Für dich“. 2. Jessel: Potp. „Das Schwarzwaldmädel“. 3. Zeller: Ich bin ein Kind vom Rhein, aus „Vogel- händler“. 4. 0. Straus: Pikkolo-Lied aus „Walzertraum“. 5. Lehar: Potp. „Der blaue Mazur“. 6. Ziehrer: In lauschiger Nacht, aus „Die Landstreicher“. 7- Rünnecke: Mädchenaugen, Lied aus ..Die hellblauen Schwestern“. 8. Eysler: Gustl-Marsch aus „Wenn zwei sich lieben“, -X 5.45—6.15: Aus den „Briefen aus der französischen Revolution“, von Rétif de la Bretonne. -X 6.15—6.45: Übertragung von CasséL -X 7: Übertragung aus dem Franks. Opernhaus „Der Frp Schuft“ von Weber. Personen: Ottokar. regierender Graf; Kuno, gräf- Irc usT Erbförster; Agathe, seine Tochter; Ânnchen, eine junge Verwandte; Kaspar, Max: erster und zweiter Jägerbnrsche: Samiel, der schwarze Jäger: ein Erfüllt; Kilian, ein reicher Bauer: Brautjungfern; Jäger; Lau diente und Musikanten. — Ort: Böhmen. — Zeit: 17. Jahrhundert. -X Bis 12: Übertragung aus Berlin.
Freitag, 12. Febr. S.30—4: Jugendstunde: Führung ins Berufsleben. EtL Steinhäuser. „Perf^s Stenotypistin gésucht.“ — Für Kinder vom IM Jahre ab. -X 4.15—5.4a: Haiisfrânen-NaChnHttäg. „Weibliche Polizei im
Die kleine Fälscherin.
Eine Geschichte aus dem Leben. (Schluß.)
Aus Sem Wege vom Hofe durch den Hausflur war Else einen Augenblick allein. Rasch zog sie einen Bleistift aus ihrer Tasche^ legte den Zettel an die Wand und machte aus der 25 eine 35. «Dann faßte sie sich ein Herz und trat auf Herrn Schulzes „Herein!" ins Kontor, ihm den Zettel enkgegensireckend. Herr Schulze warf nur einen flüchtigen Blick darauf. Aber irotzdem erkannte er sofort die schlecht gemachte Fälschung, und ehe Eile es sich versah, brannte eine fürchterliche Ohrfeige auf torer Wange.
, . »Du Schlingel!" schrie der Mann zornig. „Na warte! Jetzt ..f,'5§v du überhaupt gar nichts für so eine Gemeinheit! Zu mischen! och werd' dich Mores lehren!"
âußke aber doch etwas in dem entsetzten, verzweifelten Buck des Kindes liegen, das seinen Zorn besänftigte. Als Eise ^ch nicht vom Fleck rührte, sondern, ohn« einen Klagelaut anszu- fotzen, ihn immerfort ansah, griff er widerwillig zu seiner Geld- :a;che und gab ihr 25 Pf. „Da hast du, was dir gehört!" brummte -r. „Aber merk' dir das für das nächste Mal! And geschenkt wird dir's nicht. Passiert's noch mal, jo sag’ ich's deinem Vater!"
Else anfrootfefe nicht. Fest umklammerte sie die Münzen und lief so schnell sie konnte hinaus. Gottlob! es ging noch glücklich ab. Wenn der Vater nur nie erfuhr, daß sie eine Fälscherin Dar! Eine Fälscherin! Daran hatte sie gar nicht gedacht vorher. 0, wie sie sich jetzt schämte!
And immer langsamer wurde ihr Schritt in tiefster Beschämung, als sie sich der elterlichen Wohnung näherte. Die Mutter, wn eigenen Gedanken Eingenommen, merkte gar nicht, daß etwas enormeres Borge; allen war. Sie nahm das Geld, behielt fünf- jy« ■ptennige davon und reichte den Rest dem Kinde zurück: Ci dafür kannst du nachher mit Wally und Emma in das ■ lUtmeuxafet auf dem Salzplatze gehen; fünf Pfennige für dich, jimf Pfennige für Wally — die Kleinste kostet nichts."
in- und Ausland.“ -X 5,45—6.15: Lesestunde: Aus den Briefen der Günderode. -X 6.15—6.45: Obe r-Te1 egr. -1 n s p. The not: „Orfsgospriichsgebühren und ZliMer- beschwerden“. «X 6.45—7M5: Stenographischer Fortbildungskursus. -X 7.15—7.45: Olbrich: Englisch. -X 7.45—8: Stunde der Franks. Vereinigung für Heimatkunde. -X 8—S.15: Film- Wochbnaghn u. -X 8.15-—0.15: Vortragsabend Alfred Beierle: Leonid Andreje^v: „Die sieben Gehenkten“. -X 9.15—10.15: Volkstümlicher Abend des Hausorchesters. Adolf Bermann (Bariton).
Sonnabend, 13. Febr. MIO—1: Jugendstunde. Li oder vertrüge Frankfurter Sebulon: Bismarck-Mittelschule. Ernste Klänge. -X 4.15—5.45: flansoroh. Zu Wagners Todestag (gest. 13. Februar 1883k Hans Brandt, Tenor. Flügel: Dr. Merten. 1. Trauermusik bei Siegfrieds Tode , aus „Göt^dämm...... 2. Fant. „Tristan und Isolde“. 3. Siegmunds Liebeslied aus „Walküre^. 4. Siegfried-Idyll. 5. Vorspiel „Meistersinger“. 6. Walthers Traumlioder aus „Meistersinger“, 7. Wotans Abschied und "Feuerzauber aus „Walküre“. -|c 5.45—6.15: Lesestunde für die reifere Jugend: „Meister Reinecke“ von Carl Ewald. -X 6.15—6.45: Stunde des Süd westdeutschen Rndiokluhs. -X 6.45—7.05: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik. -X 7105—7.15: Briefkasten. -X 7.15—7.45: Schach. -X 7.45—8.15: Stunde des Franks. Bundes für Volksbildung. Vertrag Frau Henriette Fürth. -X 8.15—9.15: Übertragung von Cassel. -X . 9.15—10.15: Heiterer Abend. Elisabeth Friedrich, Sopran: Alois Rosni, Tenor. Hausorch. -X Bis 12:' Übertragung1 von Berlin: TmnimimdkMlvr'B^ FtiWka^lle??-
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I Dorfe und Handel.
Langsame Besserung der Wirtschaftslage.
Der Monat Januar meist zwar noch mehr als 2000 Kon surfe und über 1400 GefchWsaussichten aus. aber bei einer näheren Untersuchung ergibt sich, daß im letzten Monat kleine und Hcinfte Firmen insolvent geworden sind. Es ist also nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussicht. Andererseits ist der amerikanische Kapitalmarkt den deutschen Großfirmen noch immer offen. Was die Konzerne an Steuern anSgeben, das nehmen sie au Auslandskrediten zunächst wieder herein. Der inländische Geldmarkt zeigt etwas — wirklich nur etwas — niedrigere Sätze als im Vorjahr und paßt sich dem ausländischen Geldmarkt mehr am Leider haben die Batiken die Kreditzinsen um 1 % herunicrgcsetzt. Diese Maßnahme mirb die Spartätigkeit nicht günstig beeinflussen. Die Börse besitzt seit zwei Jahren kein großes Interesse Mehr für das Publikum. Es ist doch immerhin noch erwähnenswert, daß sie seit vier Wochen äußerst optimistisch gestimmt ist und die Kurse der Wertpapiere anziehen. Alle diese Tatsachen deuten darauf hm, daß wir den Höhepunkt der Wirtschaftskrise erreicht, wenn nicht schon überschritten haben.
Frankfurter Börse vom 5. Februar. Die Börse bot bei Erösinung ein uneinheitliches Bild. Auf den Schwermäikten kam größeres Material zum Angebot, das infolgedessen die Kurse drückte. Auf dem Montanmarkt verloren westliche Werte zunächst verhältnismäßig gering, später gaben sie indessen schärfer nach. Oberschlesier verkehrten rlchig, aber auch gedrückt. Kaliwerte hielten ihren Kursstand durchweg gut. __ Während Farbenindustriewerte leicht abbröckelten, lâg die Metallbank- gruppe — Verschmelzungspläne! — recht fest bei lebhafter Nachfrage. Autoanteile gaben nach, einzelne Maschinenwerte gewannen mäßig. Für Elektrowerte bestand vereinzelt Interesse, gegen Schluß gaben die Kurse leicht nach. Der Zucker- markt stand unter schärferem Angebot. Schiffahrtsanteile verrohrten still und abflauend. Der Bankaktienmarkt eröffnete uneinheitlich. Berliner Handel und mittlere Werte sind gesucht. Deutsche Bank verloren mäßig. Spezialwerte, vor allem Bauwerke, lagen fest. Deutsche Pfandbriefe lagen unverändert. Kriegsanleihen gaben gering nach. Eine leichte Befestigung, die sich im Verlauf der Nachbörse bemerkbar machte, vermochte sich nicht durchzufetzen. Trotzdem trat für einzelne Montanwerte, besonders für Harpener, gegen Schluß eine Besserung ein. Die Börse schloß unÄnhettlich. — Die Abendbörse war auf einzelnen Märkten stark befestigt. Für Schiffahrts- wertc traten erneut große Kaufaufträge in die Erscheinung, die die Kurse merklich nach'oben drückten. Auch Bankwerte holten gut auf. Flotte Umsätze erzielten^auf dem Chemiemarkt Far- teniirduitrieanteilc, ohne daß indcpen die Kurse eine nennenswerte Verbesserung ersthrèN. Die Metallbaukgruppe verkehrt fortgesetzt sehr fest. Elektrowerte hatten unveränderte Haltung. Auf dem Montanmarkt verkehrten oberschlesische Werte uneinheitlich, westliche fest. Maschineuwerte wurden gefragt und lagen fest. Kriegsanleihen und Schutzgebiete sind etwas gejucht.' Es wurden genannt: Hamburg Paket 129.5, Norddeutscher Lloyd 142, Tiskontogeselkschaft 118, Dresdner Bank 115.75, Metaikbank 94.5, Farbenindustrie 134.5, Holzverkohlung 55.5, Gold- und Silberfcheideanstalt 102, Ä. E. G. 99.5, Mannesmann 85.5, Oberbedarf 56.75, Caro 49.875, Phönir 83.25, Reichsbank 153, Daimler 37, Schutzgebiete 6.65 und Kriegsanleihen 300.25.
Frankfurter Getreidebörse vom 5. Febr. Es wurden bezahlt für je 100 Kg.: Weizen 26.75—27, Roggen 17.75—18. Gerste 21.5—23.5. Hafer 18.5’—21.5. Mais 19.5—19.75, Weizenmehl 40.75—41.25, Roggenmehl 26—26.5, Weizenkleir 10.5, Roggen- kleie 10.75. Tendenz: ruhig.
Amtliche Berliner Notierungen vom 5. Februar.
* Börsenbericht. Zu Beginn kam es auf ausländische Abgaben hin zu Kursrückgängen, die sich allerdings in engen Grenzen hieltem Im weiteren Verlauf war dann die Börse wieder befestigt, vereinzelt kam cs zu nicht unerheblichen Kursgewinnen. Der Geldmarkt ist weiterhin äußerst fluffig, tägliches Geld 6—7,50 monatliches. Gelds8—9 Man ver-
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Else warf einen erstaunten Blick auf die Mutter. Dazu gab sie ihr Geld? And es war doch Kems mehr im Hause! Halle sie ihr Verbrechen ganz umsonst begangen?
Aber sie sagte nichts und ging mit den kleinen Geschwistern in das „Theater", wo sich die Kinder an den Kunststückchen der Hunde, Ziegen und Hasen in kindlicher Weise belustigten. — Daß die Mutter nur die Kinder aus dem Hause geschickt, damit sie nicht Zeuge wurden, wie der Gerichtsvollzieher kam und einige Wertsachen pfändete, das hat sie erst viel, viel später erfahren und begriffen. Vyn Elses Fälschung haben die Eltern nie etwas erfahren; die schämte sich zu sehr und hat im Leben nie wieder etwas Aehnliches versucht.
Aber ihr Wunsch, den Eltern redlich helfen zu können, oing bald darauf in Erfüllung. Wie leuchteten ihre Augen auf, als diè Mutter ein paar Wochen später zu ihr svrach: „Else, möchtest du nicht auch etwas arbeiten, wofür du Geld kriegst? Du kannst 1 doch schon ganz fein häkeln. Frau Böhm braucht Hemdensirei- j fen, wie sie die Bauernmädchen einhesten. Eie werden aus Baumwolle an Zackenlitze gehäkelt; hie Muster kannst du dir allein ausdenken. Es sind bloß fünf Touren, noch nicht ganz einen Meter lang, und für den ganzen Streifen gibt es fünf Pfennige; du bekommst ihn in einem Nachmittag fertig. Willst du?"
Ob Else wollte! — Und von nun an saß sie, während sie die Geschwister beaufsichtigte, auf der Bank vor der Haustür Und häkelte und häkelte — jeden Nachmittag, bis sie ihren Streifen fertig hatte. And mit welchem Stolze erzählte sie dann später ihren Schulkameradinnen, ihnen ein Paar neue Schuhe zeigend: „3a, die habe ich mir für mein erstes selbstverdientes Geld gekauft!"
Für meine größeren Freunde.
Heute bringe ich euch Anregung zu einem chemischen Experiment, daß — wie bereits in der Aeberschrift gesagt — für meine größeren Freunde bestimmt ist, die es verstehen, mit der notigen Vorsicht zu experimentieren. Der Versuch beruht auf der Verbindung des Wasserstoffes mit Phosphor. Man läßt einige Stückchen Caicwm-Phosphal in ein halbgefülltes Wasserglas fallen und streut sofort auf die Oberfläche des Wassers eine Schicht seiner Kleie oder Sä- gespäne. Die Blasen des sich entwickelnden Was- serstosfes häufen sich unter der Schicht der Sägespäne an und bringen am Glasrande als große konzentrische Ringe hervor, nm schließlich in der Lust zu zerslattern.
mutet, daß es demnächst zu einer weiteren DiLkoutermäßigling fommt.
* Devisenbörse. Dollar 4,19—4,21; c n g l. P f u um 20,40—20,45; holl. Gulden 168,2.1-168,65; Danz. 80,92 bis 81,12; franz. Frank 15,72-15,75: b c l g. 19,07-19,11; s ch w e i z. $0,84—81,04.; Italien 16,88—16,92? s ch w e d. K r 0 n e 112,32—112,60; d a n. 103,02 103,78; u 0 r w e g.- 85 ,34 bis 85,56; t s ch c ch. 12,41—12,45; ö st er r. Schilli n g 594)4 bis- 59,18; p 0 l n. Zl 0 l y (nichtamtlich) 57,15—57, 0.
* Produktenbörse. Das Ausland sandte von seinen Ge- trèidemHrkten flaue Berichte und auch hier blieb dies nicht ohne Einfluß. Vom Zulande zeigt sich aus der Mark nur noch sehr spärlich Weizenangebot, während in Sachsen noch Material vorhanden ist, das allmählich nach Hamburg, teils in dortige Mühlen, teils zur Ausfuhr, sich -verkauft. Lieferung blieb ruhig. Vow Roggen ist prompte Ware reichlich offeriert, die aber bei nichtigen JnlandSgeboten und stockendem Abzug nach dem Auslande schwer verkäuflich ist. Lieferung stellte sich auch schwächer. Gerste blieb ruhig, bei einiger Frage für bessere Millelqualitäken. Hafer mehr angoboten, nur gute Ware findet Abzug an den Konsum, zur Ausfuhr und an Nährmittel- sabriken. Mehl still. Futtcrartikcl ickwack. ■
* Marktbericht tmut Magerviehhof in Friedrichsfelde. NiNderrnärkt: Aüstticb 746 Stück Rindvieh, 119 Stück Kalber, 688 Stück Milchkühe, 21 Stück Zugochse'», 18 Stück Bullen, 19 Stück Jungvieh, 632 Stück Pferde. Verlauf des Marktes: Langsames Geschäft bei unveränderten Preisen. Es wurden gezahlt für: A. Milchkühe und hochtragende Kühe 1. Qualität 360—500 M., 2. Qualität 280—860 AG 3. Qualität 200—300 R. B. Ausgesuchte Kühe über Notiz; tragende Färsen 1. ;Qualität 250—390 M., 2. Qualität 160—230 M. so. -Jungvieh zur Mast: Bullen, Stiere und Färsen 30—So M. per Zentner Lebendgewicht. D. Pserdemarki. Ausgesuchte Posten über Notiz. Pferde-1. Klasse 900—1200 AG 2. Klasse 600—900 M., 3: Klasse 300—600 M., 4. Klasse 50—300 M. Lebhaftes Geschäf:.
* Kartoffelpreise. Weiße Kartoffeln 1,55 M., rote Kartoffeln 1,75 M., gelbsleischige 2 M.
* Zur Ncgutiernng der Roggenpreise. Wie von unterrichteter Seite verlautet, haben sich führende Kreise der Land- mirtfebaft mit nahestehenden Industrien vereinign um eine aus privntwirtschaftlicher Basis beruhende Organisation auszu- baucn. Diese soll vornehmlich der Regulierung der Roggenpreise dienen und dadurch die Kaufkraft auch der aus leichten Boden angewiesenen Landwirte stärken und die Dolkseruäh- rüng aus eigener Produktion zu tragbaren Preisen sicherstellen.
* Die amtliche Grvtzhandelsindcxzisfer vom 3. Februar und für den Durchschnitt Januar 1926. Die aus den Stichtag des 3. Februar berechnete Großhandclsinderzisscr des Statistischen 3tcichsamis ist gegenüber dein Stande vom 27. Januar (119,7) um 0,4 % aus 119,2 zurückgegaugen. Gesunken sind die Preise für Gerste, Kartoffeln, Schmalz, Fleisch, Speck, Hopfen, Rinds- Häute, Kalbfelle, Baumwollgewebe, Rohiute, Blei und Benzin- Höher lagen die Preise für Weizen, Butter, Milch, BaumwoL- garn und Kupfer. Von den Hauplgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 114,1 auf 113,5 oder um 0,5 %, die Industrie- stoffe von 130,1 auf 129,9 oder um 0,2 % nachgegeben. — Für den Durchschnitt Januar ergibt sich ein Rückgang der Groß- handelsindexzifscr von 121,5 im Durchschnitt Dezember 1925 auf 120,0 oder um 1,2 % .
Der Geldumlauf nur noch 889 Millionen unter Lem von 1913. Der Geldumlauf hat im Laufe des Jahres 1925 erheblich zugenommen. Noch am Ende des Monats Juni betrug. er nur 4774,9 Millionen X Bis zum Oktober stieg er ständig bis auf 5665,8 Millionen, um im November um nur 88,9 Millionen zurüLzugehen. Die kleine Abnahme wurde bis zum Ende des Jahres weit mehr als au&geglidjenger stieg auf 5180,0 Millionen. Vom Monatsdurchschnitt des Jahres 1913 mit 6070 Millionen fehlen nur noch 889,1 Millionen. Dabei ist das Reich kleiner und ärmer geworden. Die höheren Preise bedingen aber mehr Zahlungsmittel.
Wichtige Kleinhandelspreise im Januar. Wie aus einer Zusammenstellung der Statistischen Mrrefpond-enz hervorgeht, betrugen hie Durchschuitts-Preisziffern im KleinhanüLr. wHO.^M: tiger Lebensmittel und Hansbeoarfsmittel in der ernenVWfN^^ des Monats Januar 1926 u. c. für ein Kg.: Roggenbrot 29,7 Z (gegen 36,7 in der ersten Januarhälft-e des Jahres 1925 und.^cgeu 29,3 im Januar 1913), Weizenmehl 48,4 (46,6 i 37.3h Reis 58,7 (57,1 f 50,5), feiner Haushaltszucker 64,0 (67,1; 50,7), für ein Kilo Kartoffeln bezahlte man 9,3 (10,5; 8,0), für Rotkohl 31,2 (27,7; —), Sauerkraut 26,4 (30,6; —). Schellfisch 107,1 (120,9; —). Ein Liter Vollmilch kostete 26,3 (30,8; 21,2k ein Kilo Molkereibutter 400,9 (432,8; 105,4); für ein Liter Petroleum 34,0 (33,7; 20,6), und für ein Kilo Bohnen- kaffee 703,5 (679,5; 324,0) Pfg. -
* Geschäftsaufsicht in Langenbieber (Rhön). Zur Abwendung des Konkurses wurden über das Vermögen des East- und Landwirts Karl Moritz Oswald in Langenbieber (Rhön) die Gefchäftsaufsicht angeordnet. Zur Geschäftsaufsichtsperfon wurde Dr. F. Burchard-Fulda bestellt.
- Geschäftsaufsicht Ludwig Otto-Fulda. In der Ge- schnftsaufsicht über die Lebensmittel-Eroßhandlung Ludwig Otto-Fulda wurde die Frist zur Einreichung des Zwangsvergleiches um einen Monat verlängert. Dis Mehrzahl der beteiligten Gläubiger, deren Forderungen mehr als die Hälfte der Gesamtsumme der Forderungen betragen, haben der Verlängerung zugestimmt.
Kleirt=Urjel 'geht sorgsam die Straße entlang/ Sie holt heute ein, denn Muttchen ist krank, - Und deshalb muß unser Töchterlein Ein ganz verständiges l^avsmuttchen sein.
Mort-Rälfel.
Ich bin als Fisch bekannt, ->-
Doch fließ' ich auch durch Norddeukschland. \
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