KMelszenen im Vut-erisKen Laudtas.
München. AlS in der Plenarsitzung dèS Landtags nach dem Ministerpräsidenten Dr. Held der Nürnberger Abgeordnete Streicher «Nationalsozialist) daS Rednerpult bestiegen statte, geriet er wiederholt mit den Kommunisten und mit den Sozialdemokraten in eine Polemik. Gchlictzlich drangen kom- wüiltst ischc Abgeordnete aus ibn ein und Idjhigen mit <v a u ” sc x u und Stühle n a II f i st II los. Dem amticrtudrn Vize- Präsidenten gelang es nicht, Ruhe zu schaffen. Er verlies! mit dem Präsidenten den Präftdentcusi». ES dauerte noch lange, l i-: ein iaeriitas.cn Ruhe cintrat. Der Skandal entstand nach bei! Worten des Abgeordneten Streicher, mit denen er sich zu der seinerzeitigen Äußerung seines Parteifreundes Wagner be» .kannte, dost nämlich ein Attentat aus den Anßcn- w i n i ft e r Dr Stresemann durchaus begreiflich sei. Darauf- lun stürmten die Sozialdeinolralen , in ihrer Gcsolg- fchaft die Kommunisten, mit drohenden Händen gegen den Redner vor, den seine Freunde zu schützen suchten. Ein Stuhl wurde als Schild erhoben. Die Hemd kragen müden zerrisse n. Man stieß mit Füßen gegeneinander. _ Etwa cuw Liierte!stünde nach Aufhebung der Sitzung, während welcher sich lebhafte Gruppen im Saale bildeten, wurde die Sitzung wieder eröffnet. Vizepräsident Auer erklärte, br^ Präsidium feste sich außerstande, den Datbestand fcstzusteücn» und müsse sich deshalb mit einem GesamtordnungSruf an alle Beteiligten ohne Namensnennung begnügen.
Die Klage gegen die Reichbahn beschlossen.
Berlin. 5. Febr. Die drei großen Eisenbahnergewerk- f Aasten traten heute in Berlin wiederum zusammen, um über ihre weiteren Schritte gegen die Reichsbahn zu be- raren. Es wurde beschlossen, nunmehr die Klage auf Leistung gegen die Reichsbahngesellschaft unverzüglich ein- zureichen. Die Formulierung der Klage dürfte schon in den nächsten Tagen erfolgen.
Zur Regulierung der Moggenpreise.
Berlin, 4, Febr. Wie uns von unterrichteter Seite mitgctcilt wird, haben sich führende Kreise der Land- wirlschaft mit nabele, endcn Industrien vereinigt, um eine auf privatwirtschaftlicher Basis beruhende Organisation auszubauen. Diese soll vornehmlich der Regulierung der Roggenpreise dienen und dadurch die Kauf- frast auch der auf leichten Boden angewiesenen Land- wirre stärken und die Polksernährung aus eigener Pro- dukrion zu tragbaren Preisen sichersteUen.
Provinziallandtag.
Kassel, 5. Febr. Der Provinziallandtag beschloß nach länger er Erörterung von der Anfechtung der im Jahre 1921 beschlossenen Besoldungsordnung für die Beamten der Provinzialvrwaltung durch den preußischen Innenminister Kenntnis zu nehmen. Nach dem Antrag des Abg. Kupfrian (Hefi.-Nasi. Arbeitsgem.) wurde beschlossen, die Anträge der kommunistischen Fraktion, die darauf hinausgingen, die Gruppen 1 bis 6 günstiger zu gestalten und dafür die mittleren und höheren Gruppen in ihren Bezügen zu kürzen, abzulehnen und über hie Neuregelung der Befoldungs- ordnung für die Provinzialbeamten nach ergangener Ent- fm-Ldung des Landes- oder Reichsgerichtes in Verbindung mir einer Aufhebung der Sperrgefetze oder nach dem Sinne einer neuen Besoldungsordnung für das Reich und für das Land Preußen für die Zoi: bis zum Zusammentreten des Provinziallandtages selbstständig zu entscheiden. Nach längerer Aussprache wurde ein weiterer Antrag Kupfrian ârr genommen, die Bestimmungen über die Heranbildung des R amtenpeksona-s für die Personalverwaltung zu än- de".r. Der Dbg. Justi Lützelburg (Hess.-Natz. Arb.) berichtet über den zufammengefaßten Verwaltungsbericht der Hesi.- Naisamichen Landwirrickafilichen Berufsgenossenschaft und bet Haft: flichtosrncherungsanstalten der Landwirrjchaft- liâ si iufsgcuosfenschafi. Er hob hervor, daß in der Hauob. . . die ganzen landwirtschaftlichen Betriebe bei den beiden Anstalten versichert seien, daß aber noch erheblich mehr iür Unfallvergütung und insbesondere für Unfalb Heilung getan werden müsse, um eine zu große Invalidität namentlich in Äre ihn des bäuerlichen Kleinbesitzes zu ver- hinders. LLrg<rmris..r Gräf-Frankfurt (Soz.) schloß sich
s
schon Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, Geheimer Regierungsrat Dr. Chi ëbcr legte tat, daß die Verhältnise in den Großstädten ganz anders geartet feien, als bei bet landwirtschaftlichen Uerufsgenossenschaft. Nichtsdestoweniger werbe die LerwaL.ug der Landwirtschaftlichen Pcrufsgenosienschaft große Mittel bereit stellen, um die Ayfallvergütun gin größerem Ausmatze zu sichern. Stadtrar Langgemach-Frankfurt (6.) berichtet über bk Einnahmen und Ausgaben der Verwobunß des Ptovinzialrerran- gung und Abkürzung der Nachweisungen wurden einftitn- mig angenommen. Zu einer längeren und teilweise heftigen Debatte kam es bei einer Eingabe der Erwerbsloseu- kâmiüion des Bezirks Hessen-Kassel, die von dem Abg. Lang-Frankfurt (Komm.) verrieten wurde. Er fordert, daß die Erwerbslosen sus den Mitteln des Provinzialverbandes eine einmalige Unterstützung erhalten sollen. Der Hauptausschuß beschloß den Uebergang zur Tagesordnung, da der Provinziauandrag garnicht in der. Lage sei, die Mittel aufzubringen. Der Hauptausschuß hat sich aber be- rciterklärt. weitere Nolstandsarteiten durchzuführen, um auf diese Weise, eine produktive Erwerösloftnsürforge zu schaffen. Ein Antrag der demokratischen Fraktion, das ge- farrrte Aufkornnen aus der Hauszinsstcucr zur Förderung bei Neubautätigkeit zu verwenden, wird vom Abg. Han- fohn-Wissbaden vertreten. Der Provinziallandiag beschloß, lick bei der Staats- und Reichsregierung dafür einzufetzen, dich mindestens Dreifünftel des Aufkommens aus der Haus- ziNssteuer zur Förderung der Reubautäligreit verwandt werden soll. Der Abg. Hansohn kT.) bringt noch vor, daß er notwendig sei, beim vorläufigen Reichs wirtschaften ar darzulsgen, daß der Gesetzentwurf zur Förderung des Preisabbaues für das Handwerk unannehmbar sei. Der Pi ovinziallandtag stimmte dieser Förderung zu. Zum Schluß vertrat Abg. Zimmermanu-Höchst einen Antrag, dem teilweise auch die Demokraten zustimmten, der fordert, daß der ProvinRallandtag gegen die nEtichädigungsfcrde- rung der ehemaligen Fürsten bei den zuständigen Stellen Einspruch erheben soll. Ein weiterer Antrag des Abg. Zimmermann, einem Volksentscheid die notwendige Rechtsgrundlage für die entschädigungslos-! Enteignung der Fürstenhäuser zu schaffen, wurde gegen die Stimmen der So- zialdem-okraten und Kommunisten abgelehnt. Nach Erledigung kleinerer Anfragen und Anträge schloß der Vorsitzende mit Dankesworten den Provinziallandrag. Darauf erklärte bei Oberpräsident der Provin: Hessen-Nassau ton 1E Pro-° vinziallandrog in der er für bic sachliche und opferbereite Mitarbeit taufte, für geschloffen.
Zur Befreiung der ersten Zone.
Ko. Nil. ;. Febc. Die heutige Plenarsitzung des Provin- Raliandmges hat einstimmig die Absendung des nachfol- genden Telegramms an den Landeshauptmann der Rhein
provinz in Düsseldorf beschlossen: „Freudig bewegt beglückwünscht der 16. Hessen-Nassauische Provinziallandtag die Bevölkerung der ersten Rheiirlandzone zur Befreiung von der Fremdherrschaft und verbindet dninit den sehnlichen Wunsch, daß diese Freude bald dem gesamten übrigen besetzten Gebiet zuteil werde. Ehre, Treue und Standhaftigkeit sollen uns allen ein leuchtendes Vorbild fein.“
Aus Heffen-RMM Mö RüchZErgehisim.
Merkblatt für den 7. und 8. Februar.
Sonnenaufgang 730 ;72Si Mvudaiftgang 2 7 B. (3fl V.> Sonnenuntergang 459 5l> iDionbuntergang 11'« V. (I2,s 'Jf.
7. Februar. 1807 Schlacht zwischen dem russisch-preubi- schen Heere und Napoleon bei Prcusjisch-Evlau. - 1915 Winter- schlacht in Masuren.
8. F e b r u a r. 1871 Der Maler Moritz v. Schwind gest. — 1920 Der Lyriker Richard Dehmel in Blankenese gest
Du kleiner Ort, wo ich das erste Licht gesogen, Den ersten Schmerz, dir erste Lust empfand, Sei immerhin unscheinbar, unbekannt, Mein Herz bleibt doch vor allen dir gewogen, Fühlt überall zu dir sich hingezogen,
Fühlt selbst im Paradies Sich doch aus dir verbannt.
Wieland.
Wetterbericht.
Da das Zusammentreffen der beiden Lustmassen, eines Tiefdrucks von Süden und eines Hochdrucks von Osten und Norden her, nördlich von unserer Gegend stattfindet, ist bei uns noch keine wesentliche Aenderung der Temperatur zu erwarten. Jedoch ist mit weiteren Niederschlägen zu rechnen.
Vorhersage bis Sonntag: Abkühlung, bei südöstlichen Winden nur einzelne Niederschläge.
Am Wochenende.
Kürzlich führte mich mein Weg nach dem goldenen Mainz. Es hat sich viel verändert dort, unter der Franzosenherrschaft. Auf der Rheinollee spiach ich auch mit einem französischen Korporal, der eine hellblaue Uniform trug, mit Silberitirfereien verzicrl, wie der Scheich von Lschnapur in Oklahoma. Der Scheich von Eschnapur ist in Oklahoma eigentlich stilwidrig, eben» wie die Franzosen am Rhein. Beide gehören nach Klein- c-sièn oder Marokko! Erschrick nicht, werter Leser — politische Gespräche haben nie nicht geführt. Es waren höchst gleichgül- lige Dinge, bie da zur Sprache kamen. Mainz verglich der -Franzmann mit T o u r it a i. Das Leben fand er entsetzlich teuer und dann — o Marokko! — Aus allem war zu entnehmen- daß die französischen Soldaten tesatzungsmüde sind; in den verschmutzten Kasernen zu Hausen, fi bonc! Da haben es bie Generale besser, sie bewohnen die schönsten Gebäude der Stadt und lassen sich „luftLichte" Cartenzäune drum herum bauen. —• Es wirft ein merkwürdi res Licht auf die „Proprets" der Sefaftungstruppen in Wiesbaden, daß nach dem Abzug die Engländer sämtliche von hren Vorgängern bewohnten Räume unter Giftgas setzen und ranze Wagenladungen: Schmutz entfernen ließen. Die Engländer gehören zu den saubersten Menschen der Welt. Das merkte man auch 1918 bei uniert letzten Offensive bei Chateau Thierry in der Champagne. In den gestürmten englischen Gräben der vorderen Linien- fanden mir neben Bibeln riesige Mengen von Speise, sogar eine Bodeeinrichtung mit Broüse war ganz vorne eingebaut. Die Fanzofen sind in Mainz u. a. Orten der besetzten Zon? int Allgemeinen
nicht mehr so anmaheno wie im Ansäna der Besetzung. Härten haben sich abzefchlisfen, der Verkehr der Zivilisten mit den Poilus wäre fast torbial zu nennen, jedoch der Dorn im Fleisch in immer noch schmerzlich genug. Auch in den noch besetzten Gebieten hörte man in der Nacht vom 31. Januar auf den 1.
O vv 1 elcil uuviv. tu vi 11 111 uvi -'iuu^ Win ui. ^ran ww v wu t i^c IV x- <>«- -.^ ,v '- t , , '^, , ' _,/, ■ • ' ' '_
Februar den Jubel der Kölner BevÄk-rUNck^ nicht Überall - «en AnflesieNten, die der Kranf?nversiKMM<M
aber die Franzosen haben es sich sicher mit angehört. Da wären wir bei dem Ereignis der Woche. — Die 1. Zone frei
Feinde! — Die Begeisterung in Köln erinnerte an jene
vom
Tee
1914:
„ — Wo fest geeint, treu brüderlich verbunden Der Feind uns land, als es zum Sturme ging, Als in des Krieges ersten schweren Stunden An unserm Schwert des Landes Schicksal hing.'
Möge das Ereignis in Köln, dem wir in der ersten Februarnacht milerlebend lauschten, nachhallen in unseren Herzen. Leicht verkennen wir. sie wir die Leiden einer solchen Invasion nicht am eigenen Leibe erfuhren, die SeelengrStze der still bul= kerben Brüder am Rhein. An amtlichen Stellen erfuhr ich erschütternde Tatsachen, deren Bekanntgabe heute noch nicht tunlich ist, aber Die maßgebenden Stellen sind unterrichtet. Möge das Älaf Colonia der befreiten Kölner Brücken schlagen zwischen ler Herzen der einzelnen: Stände, zwischen. Parteien und Konscjstonen. warft von Euch das Mißtrauen, das sich in irr Volksgemeinschaft wie in zerfetzendor Rotz anfetzt. — Die Heimat und das Vaterland besteht leider für viele Volksgenossen nur in dem juristischen Begriff „Staat". Wer die Heimat und das Vaterland nicht innerlich miterlebt, wird sich nie zu : e m Staat Lurchringen, wie ihn Freiherr v. Stein. Schleiermacher, Fichte, nicht zuletzt der bedeutende Publizist feiner Zeit — Guido Görres — und andere deutsche Männer jener Epoche aufgefaßt, haben. Vor mir liegt der Brief eines lieben Freundes der sich vom Arbeiter zum Volksvertreter heraufge- orbciret hat, er Ermächtigt mich zur Veröffentlichung solgenden Satzes: „ ... In allen Wahlversammlungen rief sich meinen Hörern zu: Volk! Stelle über die wirtschaftliche Not die Liebe zu Heimat und Vaterland. Gib ein Beispiel echter Liebe jedem Volksgenossen gegenüber, und alle Auswüchse, mögen sie vom Sozialismus oder vom Kapitalismus herkommen, sind "heiwunben. Pslene der Vaterlandsliebe heißt für mich auch Pflege des Menschentums. Deutschland muß wirt- fchactlia) gesunden ist eine Phrase. Deutschland muß geistig u n 3 sittlich gesunden, so lautet mein Spruch. Wo •' 1:' Einzelne gewisse!,nast seine Pflicht erfüllt, da bleibt der Erfolg nicht aus. Jeder muß wissen und felsenfest davon ucchLrungen ein: Des Volkes Sprache iß meine Sprache; meine ^Ae ist r-w-jn im Schöne d>s Volkes. Wer an der Rettung des Volkes ernstlich Mitarbeiten will, in welchem Lager er auch stehe, der verleugne sich selbst und bringe seine Person zum im;er. - Es sind Lies Worte eines unserer besten Köpfe, eines Idealisten, die es Gott sei Dank auch heute noch gibt und jeder denkende Deutsche mit) diese Worte unterschreiben können. M-der einer satten Plutokratie noch dem König Demos wollen^ mir huldigen, sondern das Volk als Ganzes soll sie höchsten Stufen des Menschentums erklimmen. — In diesen Tagen defilierte das gesamte belgiche Volk an dem Katafalk seiner größten Freundes, des Kardinals Mercier vorüber. Es war eine ergreifende Erste, die spontan dem Nationalgesühl entsprang. Wie Hätte" wir Deutsche uns in dieem Falle benommen? - Der belgische Staat bereitete diese imposante Totenfeier in erster Linie nicht dem Kirchenfürsten, sondern dem Patrioten, dem Freunde des Volkes, zu welchem er bans seiner hoben Würde prädestiniert war wie kein anderer. Mit dem Weltkrieg wird der Nam? Merc'er für immer verbunden sein. Er hat Deutschland im Interesse seines Vaterlandes geschadet, so schwer wie eine verlorene Schlacht wiegt. Aber er war in seinem Recht, er tat sogar seine Pflicht,' seine Unerschrockenheit verschafft ihm die Hochachtung seines Gegners. ■
Genug mm draußen, sehen mir uns auch drinnen um. Wir gehen der Sonne entgegen, mögen sich die Schatten verteilen, die heute noch über unserem gesamten Volksleben liegen. Die Befreiung Kölns sei uns ein schwacher Dämmerfchein. Prinz Karneval regiert in diesen Tagen. Auch im Rheinland wird ihm gehuldigt sogar im besetzten Gebiet, und warum auch nicht. Die alte Mainzer Stadrhalle hat sich zur Ngrrhalla um- gewandelt, die Mainmr Kleppergard (vielleicht auch bie Kölner Funkens treiben Allotria. Redner steigen in die „Bütt" - , Ein rheinisches Mädcken ein rheinischer Wein . . " Dir Sitzungen! in der Narrhalla sind stets überfüllt. Das Nützliche
verbanden die Mainzer Stadiväter mit dem Angenehmen, die Hälfte der Einnahmen aller Fnst na chtsv eranstallungen kommt den armen Arbeitsuchen! zirgut In Fulda könnte man wenigstens das Nützliche mit dem Angenehmen oerbiudeu und die verwahrlosten Wege der AWeystavt in Ordnung britigcti, zum. Wähle der Bürger u-id zur Beruhigung des Herrn „Einer für viele". Geht man durch die Straften, fällt einem dje Wohl- seilheit aller Waren auf, nur das Geld ist teuer und die Steuern werden noch nicht abnebaut. Damit für heute Gott befohlen! " Ä. M. lKb)
* Fulda. (Bo l ksho chsch u le.) Durch die am Montag abend stattfindenBe Veranstaltung der Vortragvoercinigmig wird der nächste Wagner-Vortrag von Eugen Mehlèr von Montag, den 8., auf Dienstag, den 9. Februar, verlegt und wegen verschiedener Vernnstallungen, die Akontag, den 15. Februar (Rosenmontag), stattfinden, wird der übernächste Vortrag vom Akontag, den 15., aus Dienstag, den 16. Februar, verlegt.
* Fulda, 6. Febr. (Arbeitsjub i l ü u m.) In Anerkennung ihrer 35jährigen Dienstleistung als Haushälterin bei Herrn Dechant Bott hat der Kreisausschuß Frl. Katharina R e i ch w e i u in Johannesberg eine Ehrengabe, bestehend in einem Sparkassenbuch über 25 RM. gewidmet.
* Fulda, 6. Febr. (W ichtig für Kleinrentner.) Am Dienstag, den 9. Februar 1926 vorm. von 9—10 k Ul)r findet bei der städt. Wohlfahrtskasse die Auszahlung der Unterstützung für Februar an die Hilfsbedürftigen Kleinrentner der Stadt Fulda statt. Die vorgeschriebene Zeit ist genau einzuhalten.
* Fulda, 6. Fcbo. (N eu e Apoth e ke.) Im Regierungs- Amtsblatt vom 30. Januar wird veröffentlicht, daß die Konzession zu der im Hause Adalbertstr. 1, Ecke Leipzigerstratze, zu errichtenden neuen Apotheke dem Apotheker Karl Lehnebach in Herbolzheim im Breisgau erteilt worden ist.
* Fulda, 5. Febr. (Sie Betragensnote i m S chu I a b g a n g sz e u g n i s.) Es ist in den letzten Jahren' die Beobachtung gemacht worden, daß eine schlechte Betragensnote und ihre Begründung im Abgangszeugnis für den abgehenden Schüler bald oder später im Leben Folgen hat, die nicht im richtigen Verhältnis zu den Verfehlungen stehen. Um das Weiterkommen des Schülers nicht zu gefährden, hat der preußische Unterrichtsmiuister in einer einstweiligen Verfügung bestimmt, daß die Begründung für ein schlechteres Prädikat als i. g. gut und die Begründung des Abganges nicht mehr anzugeben sind. Der spätere Lehrherr usw. kann sich von der Art der Verfehlung durch Rückfrage unterrichten.
- Fulda, 6. Febr. (A usstell u n g.) Anläßlich der zurzeit in Fulda tagenden Direktoren- und Revisorenkonferenz veranstaltet die gewerbliche Berufsschule in der Ee- werbehalle des Stadtschulbaus eine Ausstellung von gewerblichen Arbeiten der Schüler und Schülerinnen der Gewerbeschule. Diese Ausstellung ist Sonntag, den 7. Febr. von 9—12 Ahr vormittags und von 2—6 Ahr nachmittags der Oeffentlichkeit zugänglich.
* Fulda, 6. FrLr. (Erw e r b s l o s e n f ü r s o r g c bet Angestellten.) Von der Allgemeinen: Ortskrankenkasse Fulda wirs uns geschrieben: Nach der 7. Ausführungsverordnung zur Verordnung über Erwerbslosenfürforge vom"21. Jan. 1926 sind Angestellte, die der Krankenversicherungspslicht nicht mehr unterliegen, verpflichtet, vom 1 Jan. b. Js. ab Erwerbs- icfenkeiträge zu zahlen. Der Krankenversicherungspflicht un- uliegen diejenigen Angestellten bis zu einem Jähresarbeits- verdienst (ausschließlich der sozialen Zulagen) bis zu 2700 Ji. Für liefe der Krankenversicherungspslicht unterliegenden An- Dste llten werden die Erwerbslosenbeiträge von denjenigen Kassen rinZezogem wo dieselben versichert sind. Für alle üori- üfcnteH, die beFÄrnntenberftmetttS^ffWw
unterliegen, werden die Beiträge durch die zuständige Orts^
krankenkllsse eingezogen. Es ist somit erforderlich, daß die Anmeldung dieser Personen unverzüglich bei der Ortskrankenkasse zu erfolgen! hat, auch derjenigen Angestellten, die als freiw. Mitglieder in den Ersatzkassen versichert sind. Die Ersatzkassen liehen! nur die Beiträge für die vcrsicherungspflichkigen Mit- gleder, nicht aber für die freiw. Mitglieder, das heißt derjeni- en, die der Kiankenversicherunaspslicht nicht mehr unterliegen, ein. Für die Berechnung der Erwevbslosenbeiträge wird die obere Grenze der KrankenversicheruNgspskicht M 2700 zu Grunde gelegt, das sind monatl. 225 M — 3 Proz. ergibt einen Mo- natsbeitrag von 6.75 Al, wovon Der Arbeitgeber und der Ar- beitnebmer je die Hälfte zu zahlen haben. Versicherungs- pflichAg sind alle Angestellten bis zu 6000 Ji, das ist die Grenze der-Versicherungspslicht in der Angestelltenversicherung.
* Fulda, 6. Febr. (D. H. V.) Gestern abend sprach in einer gut besuchten Miigliederversammlu-ng der Ortsgruppe Fulda les Deutschnationalen Handlungsgehilsen- Verüandes Herr Krcisgeschäftssührer SchuNiAnn-Cassel' über das Thema: ,^Die SiellenlosigLert der Kausmannsgehilsen — Maßnahmen zur Abhilfe". Einen ausführlichen Bericht über diesen Vortrag — den vir heute aus Raummangel zurückstellen mutzten — werden wir in unserer Montagsnummer bringen:
* Fulda, 6. Febr. (N a t u r h e i l v e r e i n.) Im Anschluß an unseren Bericht über den Vortrag des Herrn Gerhard Hildebrand-Berlin über „gesundheitliche Selbster- ziehuug" wird uns vom Naturheilverein noch folgendes geschrieben: Der Redner führte etwa folgendes aus: Trotz vorhandener Fortschritte in der öffentlichen Gesundheitspflege (Wasserleitung, Kanalisation, Volksbäder u. dergl.) ist der Gesundheitszustand unseres Volkes sehr wenig befriedigend. Zwar wüten heute nicht mehr Pest und Cholera und andere Seuchen, — aber Schwindsucht, Rhachitis, Verdauungs-, Herz- und Nervenleiden, die Folgen unserer Zivilisation, gefährden in höchstem Maße unsere Volkskraft und fordern alljährlich zahlreiche Opfer. Alkoholismus, Tabakfeuche und Wohnungsnot zählen zu den hauptsächlichsten Ursachen unserer gesundheitlichen Nöte, aber sie werden als solche anscheinend von den maßgebenden Stellen nicht erkannt. Es ist falsch, daß Staat und Gemeinden Alkohol- und Tabakverbrauch als Einuahmequellcn betrachten und anderseits große Summen aufwenden, um die durch sie am Dolkskötper verursachten Schäden möglichst wieder ' zu beseitigen. Es ist widersinnig, den Alkoholverhrauch zu fördern (statt ihn durch geeignete Maßnahmen einzudämmen) — und nachher für die Opfer der Truuk- und Rauch- sucht Krankenhäuser und Irrenanstalten zu bauen oder sie in Gefängnissen auf Staatskosten zu ernähreu. Trostlos und traurig ist die Tatsache, daß ein wirtschaftlich bankerottem Volk Jahr für Jahr viele Milliarden für Genuß- und Reizmittel verschwendet. — Weitere Ursachen unserer Nöte sind Eruährungsslluden, z. B. die Verfeinerung der wichtigen Nahrungsmittel Mehl und Brot, der ungeheure Verbrauch von weißem, an Nährsalzen und Vitaminen armen Zucker, gesunWeitsschädliche Konservierungsmittel, die übliche Küche mit der übermäßigen Verweudsiug von Salz und Auslaudsgewürzen und Kunst-Essig, ferner das Kochen der Milch u. a. m. dadurch, daß wir Menfcheu (ur=
*^VMiMi
Suchen!