Zui-aer Mzeiger
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Nr. 27 — 1926
Fulda, Samstag, 6. Februar
3. Jahrgang
Kleine Zeitung für eilige Leser.
* Der in Berlin weilende ehemalige österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel ist vom Reichspräsidenten empfangen worden.
* Durch die von der tschechischen Regierung nunmehr her- ausgegebenen Durchführungsbestimmungen zum Sprachengesetz werden die letzten Reste der deutschen Sprache aus der Öffentlichkeit verbannt.
* Die vorbereitende Abrüstungskonferenz in Gens soll an- geblich am 6. Mai mit ihren Arbeiten beginnen.
* Französische Polizeibeamte fanden in Budapest in der Retekgasse die Druckmaschine, auf welcher die falschen Frank- noten hergestellt wurden.
* In Nordamerika sind bei verheerenden Winterstünnen 20 Personen ums Leben gekommen.
Wünsche Md Verstimmungen.
Bilden wir es und nur ein oder ist es wirklich so, daß in Gens oder wenigstens im Genfer Völker- b un dpa last sc' n Fenster und Türen geputzt werden zum Empfang des Deutschen Reiches? Damals, vor sechs oder sieben Jahren war es ja wohl, als wir hineinwollten in den Blind der Allmächtigen und Allwissenden, bat man uns schroff Zurückgewiesen: kaum, daß wir überhaupt einer Antwort gewürdigt wurden. Heute folgen wir, indem der Antrag aus Zulassung Deutschlands in den Kreis der hohen, der höchsten und der allerhöchsten Mächte gestellt wird, nur sehr dringlichen Aufforderungen, die an und ergangen sind, unD man kann wo bl sagen, daß wir uns einigermaßen haben bitten lassen, seit dem Tage, an dem in Genf auf den leeren Stuhl im Rate der hehren Versammlung hingewicsen wurde, dessen Anblick den Mac Donald und Herriot, den Chamberlain und Briand ihre Unfähigkeit zum Bewußtsein brachte, aus eigener Kraft die europäischen Probleme einer irgendwie befriedigenden Lösung entgegenzuführen. Heute brauchen wir nicht mehr • M â MKW^uâe.u Mitritt zum Völkerbund — und haben in der Folge nur dafür zu sorgen, daß dieser Entschluß nicht etwa lediglich unseren früheren Feinden jitni Segen gereicht. Die Wnnschliste, die der deutsche Vertreter im Völkcrbundrat nach Genf mitnebmcn wird, kann nach allem, was geschehen ist, nicht kurz sein: wir sind bis auf den heutigen Tag zu schlecht behandelt worden in den letzten Jahren, als daß wir mit ein paar billigen Freundlichkeiten zu- sriedenMtellt werden könnten.
Dabei bedarf es wohl kaum einer Warnung vor über- schwc »glichen Hoffnungen und Erwartungen. Wenn schon unter den früheren Alliierten und Assoziierten Mißverständnisse, Verstimmungen und allerhand Peinlichkeiten nachgerade alltäglich geworden sind, so werden in ihrem Verhältnis zu dem allerjüngsten Völkerbund- mitglied mehr oder minder schmerzhafte Reibungen ganz gewiß nicht aus bl eiben. Gott sei Dank, daß England, der getreue Ententegenosse der Französischen Republik, eben jetzt mit einer Art Bohkottbe- wegung gegen die Tyrannei der Pariser Mode den Anfang gemacht hat. Wenn wir dazu gelangen sollten, etwas Ähnliches zu unternehmen, wird man uns also um vès- willen nicht wieder als „Hunnen" und „Boches" vor der ganzen Welt herunterputzcn dürfen. In der Tat ist dieser Tage in London, mit einem großen Aufwand an Reden und an Feierlichkeiten, eine Ausstellung eröffnet worden, die den ausgesprochenen Zweck hat, zu zeigen, daß auch mit englischen Kleidern und Kostümen, Hüten und Schuhen genügend Staat gemacht werden kann, daß man nicht nach Paris zu fahren oder Pariser Ware zu kaufen braucht, um allen Anforderungen moderner Eleganz zu genügen, und daß man schon aus partriotischen Gründen verpflichtet sei, den Erzeugnissen britischer Schneiderkunst den Vorzug zu geben, um so der herrschenden Arbeitslosigkeit wenigstens auf dem Gebiete der Bekleidungsindustrie nach Möglichkeit entgegenzuwirken. Die hohe Aristokratie des Landes geht mit anfcnerndem Beispiel voran und gute Kenner des britischen Polkes behaupten, daß dem ganzen Unternehmen damit schon eine sehr wesentliche Vorbedingung des Gelingens gesichert sei. . Lange Gesichter in Paris genieren in London nicht sehr. Man weiß, was man will, und verfügt über die nötige Zähigkeit, sich durchzusetzen. Schließlich ist ja wohl auch jeder sich selbst der Nächste^
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Cb der Unentbehrlichkeitsdünkel der Pariser durch diese Bedrohung ihrer bisher überall freiwillig akzeptierten Weltherrschaft den ersten Stoß erleiden wird? Vor- läufig reagieren sie auf den Kriegsruf von London gar nicht sonderlich. Kaum, daß sie mit der Wimper zucken, um nicht den Eindruck zu erwecken, als nähmen sie die englischen Modcanstrengungen so ernst, wie sie allem Anschein nach gemeint sind. Da sind die Italiener doch andere Kerle. Kaum war in Deutschland das Wort von dem Waren- und Reiseboykott gefallen, mit dem mau den Südtirolern in ihrem schweren Kampf um Schule und Sprache zu Hilfe kommen müsse, da flammte ganz Italien auf wie eine Pulvermine. Wir wußten kaum noch, wie uns geschehen war, als in italienischen Blättern schon wieder die berühmten Abbildungen erschienen mit den armen belgischen Kindern, denen deutsche Kriegsbarbareu die Hände abgehackt hatten. Ein chauvinistischer Überschwang, vor dem wir nur staunend die Köpfe schütteln konnten, drang zu uns über den Brenner, als wären wir mitten in der Mobilmachung begriffen zur Eroberung von Bozen und Meran. Und wer gute Ohren hatte, der konnte schon regelrechtes faschistisches Waffengeklirr vernehmen, in dem Land, von dem M u s s o l i n i erst kürzlich gesagt hat, daß zwei Millionen Streiter stündlich aus
Deutschenversolgung in der Mechel.
Die neue Sprachenverordnung in Böhmen.
e i> onng der deutschen Bevölkerung.
T . ,ut sechs Jahren erwartete Durchführungsverordnung zu dem 1920 erlassenen Gesetz über den Sprachgebrauch in der Tschechoslowakei ist nunmehr erschienen. Diese Durchführungsverordnung hat die ä r g st e n Befürchtungen übertroffen, die von deutscher Seite gehegt worden waren. Der Schwerpunkt der Verordnung liegt darin, daß bei allem, was die Regierung verfügt, um den Geltungsbereich der deuischen Sprache einzuschränken, ein unwiderstehliches Muß verkündet wird, während das geringe Entgegenkommen, das dem gesch'-j- senen deutschen Sprachgebiet gezeigt wird, durch ein ..Es kann" verklausnliert ist. Beispielsweise sei nur hervorge- j gehoben, daß die Kenntnis der Staatssprache mit ganz geringfügigen Ausnahmen allgemein gefordert wird, daß aber Prüfungszeugnisse in der Staatssprache nur dann gültig sind, wenn sie von tschechischen Schulanstalten ausgestellt sind. Weiter werden fortan die Schilder s ä m t- licher Gewerbetreibender, auch im deutschen Gebiet, tschechischen Text aufweisen müssen. Ausnahmen können nur die tschechischen Behörden erteilen. Für Korporationen, wie auch für industrielle und gewerbliche Verbände aller Standesorganisationen, wird als Verkehrssprache die tschechische Staatssprache verlangt, und nur für erzieherische und ?er wissenschaftlichen Forschung dienende Körperschaften ist, wenn sie sich ausschließlich dieser Tätigkeit widmen, eine Minderheitssprache zulässig.
Das Erscheinen dieser Durchführungsverordnung ruft in der gesamten deutschen Bevölkerung des Staates größte Erregung hcrDr. Dir drakonischen Bestimmungen, die vielfach über das Gesetz hinausgehen, bieten eine bequeme Handhabe zur fast völligen Entfernung der wenigen übriggeblicbenen deutschen Staatsange stellten. Auch die letzten Reste der deutschen Gemeindeautonomie werden abgebaut. Abgesehen von den gemischtsprachigen Gebieten hat die tschechische Sprache überall ausschließlich Geltung, und auch in den gemischtsprachigen Bezirken genießt sie grosse Vorteile. Deutsche Gemeinden, in deren Rat auch nu» ein einziger tschechischer Vertreter sitzt, müßen sich zum Dem Sprunge waren zur Verteidigung-seiner Grenzen. Graf Bosdari, Der italienische Botschafter in der deutschen Reichshauptstadt, wurde plötzlich abberufen, :”it der offenherzigen Begründung, daß er es nicht na i den habe, Die deutsche Presse zu beeinflußen Und qu sonst läßt der Generalgewaltige in Rom es nicht an Unfreundlichkeiten gegenüber der deutschen Regierung und den deutschen Interessen fehlen. Und das alles nur, weil wir gedroht haben, spanischen Apfelsinen vor italienischen den Vorzug zu geben und im nächsten Sommer nach Oberhof oder Parienkirchen statt nach Madonna Di Campiglio ober nach dem Karer See zu fahren. Unglaublich — aber wahr. E" ist so, nur daß man in Italien aus diesen Ankündigungen, Die selbstverständlich keineswegs aus das Konto der Regierung gingen, regelrechte deutsche Jnvasionsab- sichten über Den Brenner hinweg heraushörte, gegen die sofort der ganze faschistische Schneid ausgeboten wurde, der ja schließlich nach irgendwelcher Betätigung schreien niuß. Die guten Italiener werden sich hoffentlich bald wieder beruhigen. Uns aber bleibt Die Erfahrung, daß man in der großen europäischen Völkerfamilix, in Die wir demnächst cintrcten sollen, doch auch mit Kindern zu rechnen hat. ... Dr. S v.
Ahrüstungänferenz am 6. Mai?
Amerika und die Abrüstung zur See.
Nach einer Blöttcrmeldung aus Washington soll der amerikanische Gesandte in Bern dem Staatsdepartement mitgetent haben, daß die vorbereitende Abrüstungskonferenz am 6. Mai mit ihren Arbeiten beginnen wird.
Der „Chicago Tribune" wird aus Washington gemeldet, daß das Weiße Haus die Bewegung zugunsten einer getrennten Sceabrüstungskonferenz mit größter Aufmerksamkeit verfolge und diesem Plan keine Opposition machen werde. England sei wie Amerika der Ansicht, daß die Secabrüstungskonserenz lediglich Sache der Seemächte sei.
Ein Vortrag Dr. Seipels.
Berlin, 5. Febr. Der frühere österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel hielt heute abend einen Vortrag über das Thema: „Das Problem des deutschen Staates", in welchem er u. a. ausführte: Der Friedenswille der Nachkriegszeit sucht aufgrund der gemachten Erfahrungen zunächst die Völker zu lehren, einander zu verstehen. Hierbei darf cs sich aber nickt nur um eine äußerliche Verständigung handeln, denn auch die eine Sprache sprechenden verstehen sich häufig nicht. Noch schwieriger ist das Nerstchen zwischen Völkern, die verschiedene Sprachen sprechen. Vei- spielsweife ist der Sinn, den wir Deutsche dem 21?orte „Nation" beilegen, ein anderer als der Sinn, den die west- Üchen Völker mit diesem Worte verbinden. Diese nämlich können den Begriff „Einheit der Nation" von dem „Einheit des Staates" nicht unterscheiden. Achnlich liegt es bei dem Sclbstbestimmungsrecht der Völker. Im Gegensatz zu
-Levrauch der tschechischen Sprache versteycn, währenv im umgekehrten Fall die deutsche Sprache keine Rechte hat. Dabei muß für jede Gemeinde über 3000 Einwohner ein tschechischer Beamter gestellt werden, um den Amtsverlehr in tschechischer Sprache zu ermöglichen In Städten mit eigenem Statut muß der Bürgermeister uno sein Stellvertreter vollständig der „Staatssprache" mächtig sein, d. h. also der tschechischen Sprache, die von weniger als der Hälite der Gesamtbevölkerung gesprochen wird Die Verordnung ist ein weiterer Schritt zur T i ck e ch i > sicrung der Mchrheit der Bevölkerung des tfchechos!o-"a?ischcn Nativnalitiitenftnates
e Tischen in her Minderheit.
Z»l Ei.c alierisicrung Der Ausführungsverordnung zum tschechoslowakischen Spro^cngesetz gen zen folg n?e Zahlen über Die Kopfstärke der in Der Tschechoslowakei wohnenden Nationalitäten: Tschechen: 6 Millionen Deut-
3,8 Millionen. Slowaken 2 Mill o en Mav.aren 1 Million, Ruthencu 460 000, Polen 80 000. Die Tschechen, Die Herren des Staates sind und die anderen Nationalitäten mit allen Mitteln zu Tschechen stempeln wollen, sind Die Minderheit der Geiamtbevölkerung, Denn Die Koyf- stärke Der Nichttsch.chcn beträgt über 7 Millionen. Die Verkoppelung Der Slowaken mit Den Tschechen, durch Die dem Auslauv eine einheitliche tscb choslowakische Mehr- Heitsnation vorgetäuscht werden soll, lehnen Die Slowakei selbst mit großer Entschiedenheit ab.
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Zusammenschluß deutscher Parteien in der Tschecho-Slowakei.
Prag, 5. Febr. Die Vertreter der parlamentarischen Klubs des Bundes der Landwirte, der deutschen christlich- sozialen Volkspartei, der deutschen nationalsozialistischen Arbeiterpartei und der deutschen Gewerbepartei haben heute im Sinne der Klubbeschlüsse eigenhändig den Satzungsentwurf des Deutschen Verbandes genehmigt und damit den Zusammenschluß dieser Parteien zu einem Deutschen Verbände beschlossen. Mit der vorläusigen Geschäftsführung wurde Abg. Professor Dr. Spina betraut. Die deutschnationale Partei hatte vorher erklärt, derzeit mit Rücksicht auf den Wortlaut des Satzungsentwurfes dem Verbände nicht beitreten zu können.
^'.fr"^^^^^ HW MI ^ HI' PI SOiEMSBJI WMIL HfiKIgHfflMTPBBBMMtHMMBMMi der französischen und britischen Nation hat die deutsche Nation den Zusammenschluß in einem Staat noch nicht her- beiführen können und zwar weil dem Deutschen wie auch dem Italiener der Staatsbegriff fehlte. Auch nach der Gründung des Deutschen Reiches ließ man den alten Reichsgedanken noch nicht vollkommen fallen. Die Entwickelung wurde jedoch durch den Weltkrieg unterbrocken. Jetzt sucht der größere vernünftigere Teil des deutschen Volkes ein Volk unter den Völkern zu werden. Wir werden aber noch einige Zeit brauchen, um den Weg in die Zukunft zu finden und zwar nicht, weil wir von außen behindert würden, sondern weil wir mit der Geistesarbeit, die dazu nötig ist, noch nicht fertig sind.
Oas Arbeiisgerichtsgesetz.
Zustimmung des R e i ch s r a 1 s.
Ter Neichsrat beschäftigte sich mit dem Arbeits- gerichtsgesetz, Dem er auch seine Zustimmung gab. Zur Regelung aller Streitigkeiten, die sich aus dem Lohn- und Augestelltenverhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmeru entwickeln, sollen danach künftig unter Beseitigung Der bisher bestehenden Sondergerichte allgemein eingerichtet werden Arbeitsgerichte für den Bezirk je eines Landgerichts, ferner als zweite Instanz für die Länder je ein Landcsarbeitsgericht nnd als oberste Instanz ein Rcichsarbeitsaericht.
Die Zuständigkeit der Arbeitsgerichte erstreckt fick auf alle Arbeitnehmer, auch bei Einkommen über 5000 Mark, und auch auf Streitigkeiten au« Tarifverträgen. Wenn der Streit von besonderer grundsätzlicher Bedeutung ist, soll eine Berufung künftig auch zulässig sein, ivemt es sich um einen Wert von weniger als 300 Mark handclt. Bayern und Württem- berg stimmten nach Ablehnung einiger bayerischen Ab- ündcrungsanträge gegen Die Vorlage.
Tagung der Landwittschastsliammer der Rhrinpronmz.
Bonn, 5. Febr. Heute vormittag trat die Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz zu ihrer 35. Hauptversammlung zusammen. In der Eröffnungsansprache gedachte der Vorsitzende Frhr. v. Lüningck der Befreiung der ersten Zone, die gestatte, die Versammlung sei: Jahren erst malig wieder auf freiem rheinischen Boden stattsinden zu lassen. Auf das Begrüßungstclegramm des preutzijchcn Landwirtschaftsministers wurde ein Antworttelegramm av- gefandt. An den Reichspräsidenten erging folgendes -tcle« gramm: „Erstmalig feit sieben Jahren wieder auf befreitem deutschen Boden in Bonn versammelt, entbietet die Landwirtschaftskammer der Rheinprovinz Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräsident, ehrfurchtsvollen Gruß. Die Vertreter der Landwirtschaft der befreiten Gebiete und die weiter unter den Lasten der Besetzung schmachtenden Kreise vereinigen sich zu erneutem, in Not und Unglück erhärtetem Gelöbnis untranbclbarcr Treue zu Staat, Reich, Volk und Vaterland."