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und der Inhalt der Taschen des Försters lagen rings um­her, der Waldboden war zerstampft und zerwühlt. Welche Kraft hatte dazu gehört, diesen eisenstarken Mann zu über­wältigen und |o schändlich zuzurichten! Menschlich war es zu begreifen, wenn die Beamten alles stehen und liegen ließen um vom nächsten Easthause aus Polizei und Staats­anwaltschaft telefonisch herbeizurufen. Sie vergaßen da­bei leider, den Tatort absperren zu lassen. Die inzwischen herbeigelaufenen Waldarbeiter vernichteten durch stunden­langes Hin- und Hertrampeln natürlich alle von den Tä­tern hinterlassenen Spuren. Diese vom kriminalistischen Standpunkt aus streng zu verurteilende Unterlassungs­sünde erschwerte die Nachforschungen nach den Tätern außerordentlich. Die zuständigen Landjäger, nahmen zwei Besitzer in Haft, die unter verdächtigen Umständen am Abend vor der Tat in der Nähe der Mordstelle gesehen worden waren. Sie konnten aber ihr Alibi nachweisen und wurden wieder entlassen.

(Schluß folgt.)

Nah und Fern.

O Der Reichspräsident an die „Bremen". Der Neichs- präsideut hat an den Kapitän Wurpts des Lloyo- dampfers „B reme n“ in Bremerhaven folgendes Tele­gramm gesandt: „Wie mir gemeldet wird, hat die Be­satzung des Lloyddampfers „Bremen" in schwerer Seenot mit opfermlitiger Tat dem englischen Dampfer „Laristan" Hilfe geleistet und einen Teil seiner Mannschaft gerettet. Ich beglückwünsche Sie und Ihre wackere Besatzung zu dieser Rettung und spreche Ihnen allen namens des Reiches Dank und Anerkennung für Ihre treue Pflicht­erfüllung aus."

O Ein Racheakt in Budapest. Der Budapester Ober- stadthauptmann-Stellvertreter Andreka wurde in einem Straßenbahnwagen von einem ihm gegenübersitzenden jungen Mädchen mit einem Gummiknüppel geschlagen. Es stellte sich heraus, daß die Täterin mit einer Univer­sitätshörerin Videky identisch ist, die wegen kommunisti­scher Umtriebe verurteilt worden war und eine längere Strafe verbüßt hatte. Sie hat die Tat aus Rache gegen Andreka verübt, der zur Zeit ihrer Festnahme Chef der politischen Abteilung der Oberstadlhauptmannschaft war.

O Ein vierfacher Mörder. Der polnische Bandit Duda, der wegen Ermordung des Gendarmen Köhler ver­haftet wurde, hat außer seiner Beteiligung an der Ermor­dung des Aufseherehepaares Reinke in Rengerslage noch einen vierten Mord eingestanden. Er hat in Juchow bei Stettin einen Arbeiter Franz Werda erschossen, der ihn festhielt, als ein Gendarm seinen Kumpan Kowalzik, mit dem er gemeinschaftlich einen Diebstahl ausgeführt hatte, niederrang. Sämtliche vier Morde des Duda sind in der kurzen Frist des Monats Dezember 1925 geschehen.

O Im Zirkus ..... er r^wm ungfallön. Während der Vorführung ter erst seit titrier Zeit importierten Berberlöwen des Zirkus Krone wurde in M Luchen der Löwenbändiger Helios von einer Löwin mit gewaltigem Sprunge angesallen und zu Boden gerissen. Es entspann sich ein kurzer Ringkampf auf Leben und Tod. Ein Wasserstrahl aus den bereitWallenen Hydranten hielt die anderen Bestien von dein Verwundeten ab, der dann den SWig verlassen konnte. Helios hat schwere Biß- und Hiebwunden davongetrageu.

O Ein ungewöhnliches Flugzeugunglück ereignete sich in Proßniy in Mähren. Ein Militärflugzeug, das in dichtem Rebel über die Stadt flog, stieß plötzlich an den Kirchturm, stürzte aus einer Höhe von ungefähr 50 Meter auf das Dach eines benachbarten Hauses und explodierte dorr. Durch Die Erschütterung brach die Decke des Hauses durch. Der Pilot und der Beobachter erlitten tödliche Ver­legungen.

O Ein deutscher Dampfer gestrandet. Der deutsche Dampfer „A m e r i f n" aus Emde n ist aus der Fahrt von Rotterdam nach Stockholm an der Westküste von Got­land gestrandet. Das Schiff ist leck und hat vergebens versucht, mit eigener Kraft flott zu werden

Wemu man das — Beste will.

Zeitgemäße Betrachtung von D o r o . h e c Goebel e r.

Daß Eltern das Beste ihrer Kinder wollen, versteht sich in der Vorstellung der Allgemeinheit von selbst. Wer könnte aufrichtiger und inniger für das Wohl des Men­schen bedacht sein, als die, die ihm das Leben gaben? Mutterliebe ist die selbstloseste und Vatertreue wird im Sprichwort aller Völker gepriesen. Vom Undank der Kinder weiß besagtes Sprichwort freilich auch. Kinder lohnen nicht immer, was Eltern an ihnen getan. Kinder stellen sich oft genug in geraden Gegensatz zu den Eltern. „Alle Hoffnungen hab' ich auf meinen Sohn gesetzt, auf meine Tochter, und alle haben sie enttäuscht!" Das hat schon mancher Vater, manche Mutter aus tiefstem Herzen gesenkt.

„Wir haben ihr Bestes gewollt und sie sind andere Wege gegangen." Wer hat das Wort noch nicht gehört? Aus aufrichtigem, betrübtem Herzen steigt es herauf. Eltern wollen immer das Beste ihrer Kinder, woher kommt der Gegensatz zwischen ihnen und der Jugend? Ist der junge Mensch wirklich so unvernünftig, so recht­haberisch uhd egoistisch, daß er nicht einsehen will, was ihm in der Fürsorge der Eltern geboten wird? Ach, er ist es ganz bestimmt mitunter, er ist cs aber ebenso oft auch durchaus nicht. Er weiß ganz genau, daß Vater und Mutter alles, was sie für ihn planen und wünschen, nur aus reinster und treuester Liebe tun. Er kann aber doch nicht ans ihren Wegen wandeln, er kann es beim besten Willen nicht, weil seine Wege eben andere sind. Wir Menschen sind merkwürdige Geschöpfe, nicht nur als El­tern, auch sonst, im Verkehr mit Menschen überhaupt. Wir haben irgend etwas gesehen, gehört, was uns gefiel, schnell müssen wir es unseren liebsten Freunden, unseren Ange­hörigen, auch znwcnden. Unbedingt muß der eine in dies Theaterstück gehen, der andere jenes Buch lesen, eine Aus­stellung besuchen, den und den Spaziergang machen. Uns »vor doch das ein Genuß, eine Freude, eine Unterhaltung. Sollen wir sie da anderen nicht znwendcn? Ach ja, wir sollen schon, aber mir sollen uns vorher überlegen, ob denn all das dem andern auch Freude sein kann, ob er nicht ganz andere Neigungen hat, die ihn vielleicht auf gerade entgegengesetzte Wege weisen. Wer einem Freund eine Sommerreise in die Berge ermöglicht, tut ein gutes Werk; wenn der Freund aber kein Bergsteiger ist und viel lieber in der See schwimmen würde, verliert das gute Werk, für das er obendrein noch Dank sagen soll, einen großen Teil seines Wertes. Die Schwiegertochter, die sich schon lange heimlich mit brennender Sehnsucht einen Pelz­kragen gewünscht hat, wird für den Brillantriug, den ihr der Schwiegervater zum Geburtstag aufbaut — wir wol len mal annehmen, er wäre so nobel — sicher hoch erfreut fein, int Innern ihres Herzens tvird aber doch die Frage Wurmen: Warum nicht der Pelzkragen?

Bei solchen Sachen handelt es sich um Entäuschungen, die II überwinden sind. Schlimmer wird die Sache, wenn Eltern, weil sie es doch gut meinen und das Beste ihrer Kinder »vollen. selbstherrlich sormeird und bestimmend

O Damp'erunglück bei Blissingen. Der von Liverpool nach Amsterdam unterwegs befindliche Tampscr „W i a , b r e I" 12500 To.) wurde im dichten Nebel auf der Schelde vor Blissingen von Dem britischen Dampser „H a r l o ch" ungefähren. Die „Winbrel" sank in kurzer Zeit. Die 22 '.Vlann der Besatzung konnten nur unter großen Schwie­rigkeiten gerettet werden. Sie wurden in Blissingen an Land gesetzt.

0 überfallen, mit Petroleum übergossen und verbrannt. In einem Vorort von Paris wurde ein Erdarbeiter in seiner Wohnung von Räubern überfallen, die ihn nieder- schlngen, das ganze Haus mit Petroleum übergossen und anzündeten. In den Trümmern des Hauses fand man den überfallenen vollkommen verkohlt auf.

0 Explosionsunglück in Oslo. Nach Meldungen aus Oslo explodierte auf einer Motorfähre, die sich auf der Fahrt nach Aalesund befand, ein Behälter mit kompri­mierter Luft. Ein Schulknabe wurde getötet, neun weitere Schulkinder sind schwer verletzt.

Bunte Tageschronik

Frauksurt a. M. In K a r l st a d t am Main wurde der siebenjährige Lohn eines Hofbesitzers von einer tollwütigen uii» angesteckt und starb bald darauf unter furchtbaren Qualen.

Paris. Der Luftverkehr Paris—Konstantinopel, der am 15. November eingestellt wurde, wird am 15. Februar wieder ausgenommen werten.

London. Ein englisches Syndikat hat in Bolivien ein Areal von 120 000 englischen QuadraimeUen erworben. Es ist dies die größte Landtonzession. die jemals von einer englischen Gesellschaft außerhalb der englischen Kolonien er- ivorbe-l wurde.

London. Ein Mitglied der Arbeiterpartei wird an den englischen Schatzsekreiär Churchill die Frage richten, ob tuw Regierung bekannt fei, daß die Veram-altung von F u ch s. jagden jährlich zehn Millionen Pfund Sterling koste und ob es nicht angebracht sei, diesen Sport mit einer Lurus- imier zu belegen.

Moskau. In der Nähe von Angora ist ein starkes Erd - beb ch verspürt worden. Mehrere Dörfer wurden vollständig zerstört. Einzelheiten fehlen noch.

Lumen, Sport und Spiel.

Vom Turngau Hessen (D. T.)

(Gautag sür das Volksiurnen — Gautnrntag — Eauverband.)

* Gicfjen, 1. Febr. Hier find unter Leitung des Gauroarts für das Bolksturnen. W. Liickhcitdt-Marburg, ein Gautag für das Bolksturnen im Turngau Hessen statt, woran die Beziitssporiwarte und zahlreiche Leiter des Volksrurnens in den Vereinen leilnehmen. Eine anregende Turnstunde in der Oberrealfchute führte in die verschiedensten Zweige des Volks­turnens ein. (Sauwart Luck Hardt gab die Grundlagen und be­handelte in gründlicher Weise den Lauf, während Bezirkswart Beck-Nidda Den Stoß praktisch und theoretisch erläuterte. Mit dem Wesen des Sprunges machte Langsdorf-Bad-Nau- Hsim vertraut, und auch dem Wurf (Speer und Diskus wid­mete et anschauliche Belehrungen. Als sehr wichtig erwies sich auch die Behandlung des K a m p f r i ch t e r w e s e n s. Die sich an die Turnstunde anschließende Beratung nahm ebenfalls einen äußerst anregenden Verlauf. Gauwart Luckhardt erstattete einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Gaues auf dem Ge­biete des Dölksturnens. Die Eausportkümpfe in Marburg, das Äreisiurnfeft in Gießen und selbst die Dculschen Meisterschaften in Leipzig brachten dem Gau schöne Erfolge. Mit lebhaftem Interesse wurden auch die Tätigkeitsberichte her Bezirkswarte für das Volksturnen eni^zegengenommcn. Es berichteten für den 1. Bezirk Luckhaidt-Marburg, für den 2. Bezirk Walter- Treis a. d. 2b., für den 3. Bezirk Beck-Nidda, für den 5. Be­zirk Gabler-Friedberg, für den 6. Bezirk Jost-Franlen-berg. ^kiâvt vertreten war der 4. Bezirk. Beschlossen wurde, die Früh- jahrswaldläufe in den einzelnen Bezirken am 18. April vurch- zufuhien, der Herbstrvaldlauf findet als Eauveranstaltung am 3. Oktober statt. Die Will-Staffel soll alljährlich am Tage der Eauvorsißerzusammenkunft (Oktober in Gießen) erkaufen wer­den. Gegen den Beschluß des letzten Vorsitzendentages und des Gautnrnâusschusses, das diesjährige Gnuoolksturnen (Gausport­kämpfe) mit dem Gauturnsest in Nidda zu verbinden, wurden Bedenken geäußert. 'Wenn möglich, soll diese Veranstaltung gesondert durchgeführt werden. (Vom Standpunkt des Sparens

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in das Leben ' dieser Kinder einzugreifen suchen. Wir gehen jetzt dem Ostertermin entgegen, der Schul­entlassung. Was soll der Junge werden? Was lassen wir das Mädel lernen? heißt die große Frage, die schwerwiegend über ungezählten Familien steht. Der Junge und das Mädel haben bestimmte Wünsche, ihre innere Veranlagung, Neigung und Talent weisen sie in besondere Bahnen, aber Vater sagt: Nein, das gibt es nicht. Das ist zu unsicher, das paßt mir aus dein oder Dem Grunde nicht. Du wirst Bemuter, da hast du Dein sicheres Brot. Du wirst mein Geschäft übernehmen, Da hast Du gleich dein Auskommen. Du wirst Schreib­maschine und Buchsührung lernen, aber nicht zum Kunst- Handwerk gehen, oder was dergleichen mehr ist. Vater mnd Mutter wollen das Beste, das ist unzweifelhaft, aber geht nicht zwischen uns so mancher Mann umher, der im Innern seufzt: „Ach, hätten meine Eltern mich meinen Weg gehen lassen, ich wäre glücklicher geworden!"

Ist nicht manche Frau da, die sagt: Warum hat j Mutter mich abgehalten, den armen Nachbarssohn zu I nehmen? Warum hat sie mich überredet, den gntgestchtcu ungeliebten Mann zu heiraten? Es fehlt mir äußerlich nichts, aber wo ist mein Herzcnsfrieden, mein Glück? - • „Wir haben das Beste gewollt," entschuldigen sich Vater und Mutter, wenn irgend etwas im Weg. Den sie Die Kin­der gehen hießen, den sie vielleicht sogar mit Bitten und Tränen von ihnen erzwangen, ins Unglück führte. „Wir 1 haben doch nicht gewußt, daß es so au Hl aitf.cn könnte." Es ist mit dem Das-Beste-wollen eine sehr heikle Sache. Wer ; in das Leben eines anderen eingrclft, soll sich vorher reih i lief) überlegen, was daraus werden kann. Und hat er Die Macht. Den andern zu seinem Willen zu überreden oder gar zu zwingen, dann soll er sich das doppelt und Dreimm überlegen. Es ist natürlich durchaus nicht ausgeschlossen, raß der Sohn, der Den ersehnten Berns unter Dem Einfluß des Vaters ausgibt, Die Tochter. Die sich zu einem unge liebten Mann überreden läßt, nicht auch unglücklich geu oi den wären, wenn sie eigener Neigung hätten folgen Dür­fen; Der Mciisch ist aber ein seltsames Geschöpf; es gibt Beulen, die er sich unbedingt selber rennen und schlagen muß. Selbstverschuldetes Unheil trägt er ganz anders als solches, von dem er sich sagen muß: Ein Dritter hat es mir eingebrockt. Hätte ich nicht auf ihn gehört, ich märe ant Ende dock besser Dran.

Die Menschen. Die das Beste wollen, haben schon viel Unheil augerichtet. Sie überreden heute den : . >aa'cn zu einer Kur, bezweifeln Die Hirfsnnuet, >är .Tucktigkei: sei­nes Arztes, belächeln Die Streike du Diät Die ihm an befohlen ist, und können gar meist begreifen, wieso denn Der Patient. Der sich von ihnen beeinflussen- ließ, so n u lend ist — weil ihr Rat nichts half. Bei dem und dein hat doch all das geholfen, und sie haben ans alle (,ate Daß Beste gewollt. Das Beste wollen auch Die, Die zu Freunden und Verwandten gehen und erzählen: Ac-n, denk' mal, das bat der gesagt, und dies hat er getan. Da kannst du nicht still sein, da mußt Du dick doch wehren. Da kannst du kein Vertraue« schenken. Ach, wieviel Unheil ist aus solchem .Beilcu-wollen" schon vcrvorücwaÄscn!

und des bcucrbings immer mehr geforderten Abbaues der Ver­anstaltungen wäre das zu bedauern!)

Der Gauturntag, der 94. seit Bestehen des Gaues Hes­sen, findet in diesem Jahre am 21. März in Gießen statt. 'Er wird die Vertreter aller Gauoereine zu wichtiger Beratung zu- sammenchhren. 11. a. hat Der Gauturntag auch den Festort für das Gauturnfe ft 1927 zu bestimmen. Die Vertreter werden dabei nicht in Verlegenheit kommen. Hatte man noch vor we­nigen Jahren seine liebe Mühe, einen Verein zur Uebernahme des Gauturnens zu bewegen (beispielsweise als Lauterbach im Jnslationsjahre 1923 das Risiko eines Gauturnsestes opser- bereit aus sich nahm), so „reißt“ man sich heute wieder förmlich um das Gauturnsest. Ein Bewerber um ein Gauturnsest ist seit 1924 beispielsweise der Turnverein Kirchhain. Auch der Turn- unb Sportverein Butzbach hat wiederholt ein Gauturnsest für sich beantragt; beide Vereine haben aber 1925 zugunsten Friedbergs, 1926 zugunsten Niddas verzichtet. Der Turn- und Sportverein Butzbach hat in seiner Hauptversammlung dieser Tage beschlossen, sich auf dem Gauturntag ernsthaft um die Uebernahme des Gauturnsestes 1927 zu bewerben. Auch der Turnverein Alsseid faßte in seiner Generalversammlung den gleichen Beschluß, la anzunehmen ist, daß auch noch andere der für ein Gau fest in Frage kommenden größeren Gauvereine In­teresse am nächstjährigen Gauturnsest haben werden, wird es an Bewerbern nicht schien, und der Gauturntag wird das Für und Wider abzuwägen und den „richtigen" Festort M wählen haben, was ihm bann nicht schwer fallen bürste, wenn die Be­werber sich wie in den Vorjahren gegenseitig verständigen wer­den. An früheren Gaufesten waren die genannten Vereine wie folgt beteiligt: Butzbach sah seit 1869 vier Gauturnfefte in sei­nen Mauern, letzmalig 1962: Alsfeld war Dreimal Festorè, letzt­malig 1905, während Kirchhain zweimal die Hesieniurner gast­lich ausnahm: 1900 und 1914. — Der Gauturntag hat auch zu bestimmen, wohin die Diesjährige Eauturniahrl, die voraus­sichtlich im August 1926 stattsindet, führen soll. Ob Meldungen zur Uebernahme der Gauturnfahrt schon vorliegen, ist uns nicht bekannt. Es wäre zu begrüßen, wenn die Gauturnsahrt, mit der volkstümliche Wettkämpse ohne jegliches Festgepräge ver­bunden sind, wieder mehr mit altvertrauten historischen Turner­stätten, wie Arnsburg, Münzerberg ober Den Schrenzer bei Butzbach und bero Hainig bei Lauterbach bekannt machen ober als Bergfest nach den alte r und beliebten Kampssiättcn, wie Dünsbcrg, Hoherodskopf, Frauenbcg u. a., führen würde.

Mit den Veztrksaeräteweitkämpsen, Die jeweils den Auf­takt Der turnerischen Wetikampfarbeit bilden. Hat der 4. (B. Vo­gelsberg) Bezirk bereits Den Anfang gemacht. Die Veranstyl- tung fand als Hallenturnen bei gutem Verlauf am Sonntag in Maar bei Lauterbach statt.

Der Gau Hessen bildet mit den Gauen Main, Offenbach- Hanau, Frankfurt und Leipzig den 1. bet 6 GauverbänDe Des Mittelrheinkreises der D. T. Am 7. Juni d. I. findet zum er­stenmal im Gebiet Des Gaues Hessen eine EauverbanLsturn- stunde Des 1. Gauverbanbcs statt, und zwar in Bad-Nauheim in der Turnhalle Des Turnvereins 1860. Etwa ICO Turnwarte und Vorturner aus den genannten Gauen worden Daran teil­nehmen. Am-, vorausgehenden Abend findet im Kurhause zu Bad Nauheim ein großes Schau- und Werbeturnen statt, woran sich Die ersten Kräfte des GauverbanDes beteiligen werden. Die Leitung liegt in Den Händen, des Kreiswarts für das Männer­turnen, Turnlehrer Friede-Frankfurt a. M.

N'. Der Reichspräsident empfängt den Borsitzensen der Deutschen Tnrnerschaft Reichspräsident von Hindenburg empfing dieser Tage Den 1. Vorsitzenden Der Deutsckcn Tnrnerschaft. Dr. Berger. Er nahm von ihm Die lei­den Sammelbände der ans Hermannsdenkmal tn Tct- molD von 130 080 Turnern und Turnerinnen überbrachten 180 Urkunden entgegen und ließ sich über Den Stand Der Teutschen Turnerschafi, ihr Verhältnis zu anderen Ver­bänden. Ihre Stellungnahme zu ausländischen Veranstal­tungen und ihre Bemühungen um die Stützung Der Aus­ländsdeutschen ausführlichen Vortrag halten. Er zeigte sich über Geschichte und Wesen der deutschen Turnerschaft wo bl unterrichtet und würdigte das Festhalten am Deutschtum bei unseren Ausländsdeutsche«, ganz beson­ders in Den Ländern Südamerikas.

N. Oskar Rütt uns Hürtgen, Die beide mit zu Den besten Amatcursahrein Deutschlands zählen, treffen sich am kom­menden Sonntag anläßlich der Wintermeisterschaft in Dortmund zu einem Revanchckampf. DaZ erste Zusam- meutreffen endete bekanntlich mit einem üö.r raschenden Siege des Kölners Hürtae«.

Es ist ganz entschieden nett und liebenswürdig, wenn einer das Beste feiner Kinder, Freunde und Verwandten will, ich glaube aber, er tut doch manchmal gut, dabei ein bißchen zu überlegen, ob es denn nun auch nicht etwa bloß fein eigenes Wünschen und Wollen umschließt und ob es auch wirklich das Beste des andern ist.

Verrutschtes.

— Der ästhetische Wert einer Frau. Ein Antwerpener Gerichtshof war kürzlich in Der schwierigen Lage, Den „ästhetischen Wert" einer schönen Frau in einer Sela- summe abschätzen zu müssen. Ein hübsches 17 jähriges Mädchen war von einem Kraftwagen angefahren worden und hatte Verletzungen erlitten, von Denen eine Schramme an Der Brust zurückblieb. Bei einer Sckadcnersatzklage wurde ihrer Familie zunächst Die Summe von 2000 Me- k zugesprochen: das genügte Den Eltern aber nicht uno sie gingen an das Antwerpener Obergericht, das verfügte, das Mädchen sollte von einem Sckönheitssachvcrüünd: gen untersucht werben. Dieser Sachverständige, ein Dr. Brèm- len, erklärte nach eingehender Besichtigung der Schrannne, daß Die junge Dame 20 % ihres ästhetischen Wertes ver­loren habe. Daraufhin sprach das Gericht der Familie c^nen Schadenersatz von 16 000 Mark zu und erhöhte diese Summe noch um 20 ^ für Den „ästhetischen Ver ", jo • daß im ganzen 19 200 Mark gezahlt werden nutzen.

— Der Fahrgast mit tcu: Läutewerk. Auf mehreren verkehrsreichen Strecken Deß Nerv Yorker Eise Labane, -s Lat man jetzt eine „sinnreiche" Einrichtung geschaffen. Es fomr.it ai0 bei «ns bekanntlich oft vor, daß von bei 2'0’'■ ' .0 hart ermüdete und abgebmnu^ Fahrgäste i" iurem Abteck ; ”h einS 'chm und dann übers ZS! . ansfabre». Um S-mes zu verhüten w? z» wer w0 tu Den Ehemännern häuslichen Kwch zu erspar:«, baden bi: Amerikaner mm einen Apparat erfunden, der den m 'a'.w Den Passagier rechtzeitig zu wecken bat. E: ist c'.:•:; an Den Sitzen angebrachte Weckuhr, die per in den Zug nn- , steigende Fahrgast nur aus seine Zielst« ton cinzuâepe« > braucht, »vorauf er ruhig sein Nickerchen inan, u dau In . Die Zielstation Da, so macht Die Weckuhr einen f .nm r- ; lichen Lärm, Der selbst einen schcimoicn < v ai ct auf« wecken muß. Es fragt sich nur, ob sich Die anderen Pana­giere, Die noch nicht auszustelgen brauchen nur mecker > schlafen »vollen, das höllische Gebimmel gefallen lass'« werben.

— Ter Prinz von Wales kant Kunnni. Ter Pr,»n van Wales hat aus seiner letzten Reise.ete Gewohnvert an­genommen, Die in England als eines vVaflmwim würdig erachtet wirb. Der Prinz von Wales kaut C' nun!. Als er kürzlich zu einer Jagd eiug'-lad.n ^rnr "' auf, daß Der Prinz Die ihm angcbokcueu ^iga retten stän­dig mit Dank ablehnte, während er fönst cm sei.

licher Zigarettenraiicker aeivefen war. AuLst eure mfece verschmähte er, und es stellte sich heraus, daß der Pr:uz sich in Amerika mit der Sitte — ober Unsitte — E'-Mtni zu lauert, befreundet hat.