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Fuldaer Anzeiger

Fulda Blatt 2

23. Januar 1926

Aus aller Welt.

Ein weiblicher Fakir. Ein ebenso interessantes wie bedenkliches hypnotisches Experiment hat der in Genua wohnende Professor Aveslao mit seiner jungen Frau gemacht: er hat sie in Gegenwart zahlreicher Personen hvp-- notisiert, in einen Sarg gelegt, den Sarg versiegelt und das ganze Paket als Frachtgut der Bahn übergeben, damit sie es von Savona nach Genua befördere. Die Bahn ver­weigerte jedoch die Annahme des Stückgutes, weil nach der Bahnordnung in einem Sarge nur tote und nicht lebendige Leichen liegen dürsten. Die Frau Professor wurde in­folgedessen von ihrem Manne wieder ausgepackt, aber so­fort von neuem hypnotisiert und eingepackt und samt einem Quantum Sauerstoff per Auto nach Genua befördert. 5>ier ist sie sehr gut erhalten angekommen: sie fühlte sich, als sie aus dem hypnotischen Schlaf erwachte, frisch und munter. Der Professor will seine Frau nun für 25 Tage einschläfern und sie in einem Glassarg öffentlich zur Schau stellen; sie soll allerdings jeden Tag für ein paar Stunden aufgeweckt werden. Ob die Behörden diesen Dornröschen­schlaf, der an die Kunststücke indischer Fakire erinnert, ge­statten werden, steht noch dahin.

= überDie höchsten Stellungen des Weltkrieges" plauderte im Berner Alpenklub der frühere österreichische Oberstleutnant von Cajaba. Es befanden sich bekanntlich im letzten Kriege Truppen und Stellungen auf Bergen, die sonst nur von geübten Berggängern bestiegen werden konn­ten. Mehrere tausend Offiziere und Unteroffiziere der. alten österreichisch-ungarischen Armee wurden zu Berg- s führern und Skifahrern ausgebildet. Im ewigen Eis wur­den kilometerlange Tunnels gebaut, die zu den Stellungen und oft auch bis zum Gegner führten, oer dann, wenn möglich, in die Luft gesprengt wurde. Bei diesen Minier­arbeiten fand man manchmal riesige Eishöhlen von mär­chenhafter Pracht, die sonst nie gesunden worden wären. Über die Gletscherspalten schlugen die Pioniere Brücken. Zu vielen Hochgebirgsstellungen führten Drahtseilbahnen. Auch Geschütze wurden in die Hochgebirgsstellungen ge­bracht. Viele Wege waren nur in der Nacht begehbar, weil sie am Tage unter feindlichem Feuer lagen. Durch Kälte und Schneestürme hatten die Truppen oft fürchterlich 311 leiden, auch Blitzschläge forderten Tote und Verwundete. Fede Bergspitze war mehr oder weniger eine Festung; das Gebirge wurde durch den Krieg verändert.

Einiges über den Wert des Briefmarkensammelns.

Ueber den Wert und die Bedeutung dieses zweifellos interessanten Sportes ist schon recht viel geschrieben und debattiert worden. Manche der Gegner des Briefmarken- sammelns haben allen Ernstes behauptet, es verderbe, den Lyarakter und sei wie keine andere Beschäftigung geeignet, allerlei üble Leidenschaften wie Selbstsucht, Habgier, unter Umstünden sogar Sucht zu'm Diebstahl zu fördern. Nun, es verlohnt sich kaum, derartige Einwürfe ernst zu nehmen. Wenn vielleicht die leidenschaftliche Hingabe an den Sammelsport derartige Auswüchse gezeitigt haben mag, so kann nur die seelische Veranlagung des betreffen­den Sammlers, nie aber der Sport an und für sich dafür verantwortlich gemacht werden. Wir sind heute soweit, daß bei denkenden Menschen längst die Erkenntnis Allge­meingut geworden ist, daß wir es bei dem Briefmarken- sammeln nicht mit einer kindischen Spielerei oder einer Modcerscheinung zu tun haben, sondern mit einer anre­genden Beschäftigung, der tiefere Bedeutung zukomint, wenn sie nur richtig betrieben wird. Wieviele Erkenntnisse auf dem Gebiete der Geschichte, Geographie, Natur- und Völkerkunde, Sprachen, Wappen- und Münzkunde kann die Beschäftigung mit seinen Marken dem ernsthaften Sammler vermitteln, Erkenntnisse, die sozusagen spielend gewonnen werden, wie sie kein Lehrbuch dem Bildungs­beflissenen besser beizubringen vermöchte. Verlange nie­mand, daß diese Erkenntnisse lückenloser Natur seien, solche werden immer nur durch ernste Arbeit gewonnen werden können. Immerhin offenbart die Briefmarkenkunde dem­jenigen, der richtig in seinen Markenbildchen zu lesen ver- ffdWmiMMMiWlOM^ I»l- ^NMS^WA^ OWsOTMiim limriOj in HB

Das Ainderschiff.

Von Ludwig Finckh.

Vor einem Jahr um diese Zeit stand ich in einem ser­bischen Dorf, in Weißkirchen, in einer deutschen Schule. Saubere, weißgetünchte Räume, viele frische, braune und blonde Köpfe, und eine Landkarte an 'der Wand. Die Deutschen dort haben vieles auszustehen', von dem unsere Kinder keine Ahnung haben, und auch ihre Eltern nicht. Wovon soll ich euch erzählen?" fragte ich, als sie mir ein deutsches Lied gesungen hatten.

Von Eckener!" riefen sie; denn er hatte eben den Amerikaflug gemacht. Dann begann ich von ihm, den ich vor kurzem noch gesprochen hatte, und zeigte ihnen den Weg auf der Landkarte, von Punkt zu Punkt, und wie ich so sprach, da merkte ich, daß die Kinderherzen mit ihm schlugen, und sie alle stolz waren, zu ihm zu gehören, und daß sic alle kleine Eckener werden wollten. Dreißig Mil­lionen deutsche Herzen im Ausland schlugen drei Wochen lang um Eckener, denn die ganze Welt beugte sich vor seiner Tat.

Und dieser Mann muß heute, ein Jahr später, zu sei­nem Volke bitten gehen, daß es ihm lumpige 6 Millionen gibt, damit er ein neues Luftschiff bauen kann; sonst muß sein Lebenswerk zerstört werden. Auf einer weißen Wolke am Himmel, hinten überm Bodensee, reitet der Graf Zep­pelin wer sieht ihn nicht? und schüttelt den Kopf. Unsere Feinde oder haben wir schon keine Feinde mehr?

-lachen über uns und freuen sich. Wäre Eckener ein Brite, so läge das Geld am ersten Tage gesammelt vom englischen Volke vor ihm, auch wenn es in unseren Schuhen stäke; wäre Eckener ein Franzose, so hieße er Marschall und diirfte unbeschränkt über die Schätze des französischen Volkes verfügen. Aber er ist ein Deutscher und muß die Pfennige beim deutschen Volke zusammen- klaubeN. Begreift ihr denn nicht? Es geht um die deutsche Ehre, lind wenn er auf den Mond fliegen wollte, so müßt ihr es ihm geben; denn was Eckener will, das kann er.

Lumpige 6 Millionen? - Ja soviel vertrinkt und ver- laucht das deutsche Volk an einem einzigen Sonntag. Je- oen Sonntag könnte das deutsche Volk ihm ein Luftschiff zahle«. Nordpol hin oder her. - Eckener wird wieder eine

steht, soviel, daß ihr als einem wertvollen Bildungsmittel gesprochen werden kann, dem sogar von hervorragenden Pädagogen große Bedeutung beigemessen wird. Aber nicht nur für die Jugend, noch mehr für den späteren Mann hat das Briefmarkensammeln seine Bedeutung. Gereifte Männer aller Stände und Berufe suchen und finden darin ihre Erholung. Einige ärztliche Autoritäten haben sich dahin ausgesprochen, daß die Beschäftigung mit der Brief­markenkunde hervorragend geeignet sei, den in angestreng­ter Tagesarbeit erschöpften Nerven die erforderliche Ent­spannung zu bringen. Da oft manche Eltern in Verlegen­heit sind darüber, was sie ihren Kindern zum Geburtstage oder bei ähnlichen Anlässen schenken sollen, so sei ihnen hiermit der Rat gegeben, ihren Kindern ein gutes Vriaf- markenalbum auf den Geburtstagstisch zu legen und für den Anfang einen Grundstock von Briefmarken, wie ihn jede Briefmarkenhandlung für weniges Geld und in guter Auswahl liefert. Die Jugend wird in einer solchen Samm­lung nicht nur Belehrung auf allen möglichen Gebieten finden, sondern auch dadurch erzogen werden zur Ge­wissenhaftigkeit und zu genauem Arbeiten. L.

Biidielegraphie und Fernsehen.

Im Zeilatter der Naturwissenschaft und Technik ist nichts unmöglich. Was gestern noch ein Märchen war, wird heute zur Wirklichkeit. Phantasten haben in Wort und Schrift schon seit altersher ausgemalt, wie sich unser Dasein gestalten würde, wenn wir in der Lage wären, mit unserem Auge die größten irdischen Räume zu überbrücken. Diese Utopie scheint heute -eine mehr zu sein. DasFernsehen" ist zur Wirklichkeit ge­worden. Genau so, wie wir heute an unserem Nadioempsänger mühelos hören können, was ein Erdenbewohner sogar in einem andern Erdteil in den Sender spricht, werden uns wohl auch in absehbarer Zeit die elektrischen Wellen Bilder, Bewe­gungen und Geschehnisse von fernsten Ländern her zu unserem Auge tragen.

Als Vater des Fernsehers können wir den Bildtele- g r a p h e u betrachten. Tas überiragungsprinzip stützt sich bei diesem auf die Verwendung der sogenannten Selen­zelle. Das Selen ist ein in seinen chemischen Eigenschaften dem Schwefel ähnliches Element, welches die merkwürdige Eigenschaft besitzt, daß es im finsteren Raume den elektrischen Strom nicht durchläßt, dagegen, sobald cs von Licht getroffen wird, zum elektrischen Leiter wird; und zwar ändert sich seine Leitfähigkeit mit der Stärke der Belichtung. Die Selenzelle ist nun nichts anderes als ein Stückchen dieses Stoffes, das in einen Stromkreis eingeschaltet ist. Durchdringt ein Lichtstrahl nacheinander alle Stellen eines Diapositivbiloes und fällt dann aus eine Selenzelle, so werden dadurch in dem Stromkreis Stromstöße erfolgen, welche in ihrer Stärke der Helligkeit der verschiedenen Punkte des Bildes entsprechen. Diese Strom­stöße können beliebig weit geleitet bzw. gefunkt werden und es kommt nun darauf an, die Schwankungen des Stromes im Empfänger so zu verwenden, daß ein Lichtstrahl ganz ent«

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Aus der Werkstatt der Hausfrau

Z. 532. Kleidsame Bluse aus Crepe de Chine mit Handstickerei. Die mit Hohlnaht angefegten Rand­säume sind wie die Man­schetten farblich abstechend gehalten. Vorder- und Rückenteil bcreichernPIistce- faUenteile. Den unteren entsprechend eingereihten Btusenrand schließt ein Gürtel ab, der dem vorde­ren Mittelseld angeschntt- ten und mit Stickerei gc» schmückt ist. Knopfschmuck. Lange Selbstbinderkiawatte.

Lyon-Schnitt. Größe 44, für 60 Ps Lyon-Abplätt- 2 Muster für 40 Pf. erhältlich.

stimmend ist eine Ranke gleicher Rosen âus der linken Schulter befestigt. Lyon-Schnitt, Größe 44. für 90 Pf. erhältlich.

Apartes Tauz» oder Festkleid ans Crepe de Chine. Hinten glatt durchgehend geschnitten, ist dem Kleid vorn unten ein lohet rundgeschnittener Teil eingefegt, besten Ansatz in sehr aparter Weise ein le seitlich Hott abstehendes Faltenarrangement deckt. Den Ausschnitt umgeben zwei lose auf- liegende Kragenblenden. Aul der linken Schulter sind einige schöne Blumen und eine Bandschleise mit langen, lose flatternden Enden befestigt. Luon-Schnitt, Größe 44, für 90 Ps. erhältlich.

if- 509. Tanz- oder Festkleid auS CrSxe de Chine. Ein hoher, unten ringsum in Bo­gen ausspringcuder Volant, dessen oberen Rand nusspringcudc Säumchen einschränkend ergänzt die Länge des sonst ganz glatten, ärmellosen Kleides. Den Volant besetzen, von jeder Bogenticie ansstelgcnd, je 4 in der Größe abgeftufte Seibeurofen. Ucbcrcin-

3- 529. Rock aus holzfarbenem WollripS, vorn glockig ausfallend. Knöpfe von glei­chem Stoff. Lyon-Schnitt, Größe 44, für 60 Pf. erhältlich.

Schlacht gewinnen für Deutschland, ohne daß ein Tropfen Blut fließt.

Ich bin zu meinen beiden Kleinen gegangen, zu Hamre und Haile; die großen sind in der Fremde.

Kinder", sagte ich,ihr dürft auf die Post gehen. Sieben Köpfe sind wir, Vater, Mutter und 5 Kinder. Da habt ihr sieben Mark, für jedes eine, die dürft ihr Eckener schicken, daß er ein Luftschiff bauen kann." Sie kennen ihn, denn er ist damals nah über unserem Haus vorbei- geflogen.

Kostet ein Schiff 7 Mark?"

Nein, 7 Millionen Mark. Aber wenn ihr es ihm schickt, so tun es 7 Millionen deutsche Kinder auch, und übers Jahr fliegt etwas über unserem Hause hin, das ist euer deutsches Kinderschiff! Das habt ihr deutschen Kin­der für Eckener gezahlt und er hat es für euch gebaut, und nun führt es euern Segen mit sich und streut ihn aus, wem es über die Welt Hinfahrt. Wie lauter Blumen. Und ihr alle freut euch; denn ihr haht es mitgeschafft."

Ja", sagt Haile und bringt seine Sparkasse herbei,ich will cs ihm schaffen."

Da gehen sic selbander zur Post und sind erfüllt von einem Gedanken, und ich sehe hinter ihnen her, und danke dem Himmel, wo die weiße Wolke steht; die ist nun silbern angelauscn, u»d die Sonne wirft eben einen Strahl auf sie, und nun erkenne ichs: es ist das deutsche Kinderschiff, beladen mit Blumen und Segen, um ihn auszuwerfen über die ganze Welt.--

Vermischtes.

Vergöttlichung eines Bürgermeisters. Man erinnert scb. naß vor mehreren Jahren Herr Terentins Mc Swiney, Bürgermeister von Cork in Irland, wegen seiner politi- iAen Tätigkeit von den Engländern cingesperrt wurde, in der Gefängniszelle in den Hungerstreik eintrat und dann im Interesse Irläuds den Hungertod erlitt. Die Heilungen der ganzen Welt berichteten damals in täglichen Bulletins über Mc Swineys Hnngcrprotest. Jetzt soll dc. verstorbene Bürgermeister in ganz besonderer Weise geehrt werden: man will ihn unter die Götter versehen oder vielmehr zum alleinigen Gott einer neuen Religion, Die in New Orleans oeoviinvek werden soll ernennen Es wird dedanniet hatt

sprechend ihrer Größe geschwächt oder verstärkt wird und in derselben Reihenfolge wie beim Sender die Tiapositivplatte, im Empfänger eine photographische Platte abtastct und be­lichtet. Diese Wirkung wird bei der Bildtelegraphie auf elektro­magnetischem Wege erreicht derart, daß eine beweglich auf- gehängte Blende einen Lichtstrahl mehr oder weniger sreigiüt und so seiner Belichtungsstärle Schwankungen, welche denen des Sendestrahls entsprechen, auszwingt. Tie Punkte des Sendebildes und der Empsangsbildplatte werden durch Antrieb von Elektromotoren, die so geschaltet sind, daß sie genau gleicy- mäßig lausen, in derselben Reihenfolge an ihren zugeordneten Lichtstrahlen vorbeigesuhrt, und so wird das Bild übertragen.

Ist man nun in der Lage, ein Bild so rasch zu über­mitteln, daß die Übertragung des ersten und legten Bild- Punktes ein Zeitraum von weniger als/io Sekunde trennt, und läßt man den Empfangslichtstrahl auf einen Projektionsschirm fallen, so hat das Auge des Beschauers den Eindruck eines geschlossenen Bildes. Es ist das dieselbe Erscheinung wie beim Kinematographen, wo auch im Auge viele rasch aufeinander­folgenden Bildeindrücke zu einer Einheit verschmelzen. Damit wäre also das Problem des Fernsehers im Prinzip gelöst. Praktisch war nun mit den bisherigen Bildtelegraphen eine derartige Übertragungsgeschwindigkeit nicht zu erzielen. Die Hauptschwierigkeilen lagen dabei im Empfangsgerät, welches infolge seiner Trägheit den außerordentlich raschen Strom­schwankungen nicht folgen konnte.

In letzter Zeit soll aber ein deutscher Physiker, st a r o l u s , dieser Schwierigkeiten Herr geworden sein. Zu diesem Zwcäe benutzte er in geschickter Weise und verbesserter Forni als Empfangsgerät eine Einrichtung, welche bisher nach ihren, Erfinder als Kerr-Zelle bezeichnet wurde. Diese besteht aus zwei Kondensatorplatten, welche durch eine Tchichl von Nitrobenzol voneinander getrennt werden. Tiefe sterr-Zelle hat die Eigenschaft, daß ein durch das Nitrobenzol geschickter Lichtstrahl nach zwei Richtungen hin gebrochen wird, wenn eine Spannung an den Kondensatorplatten liegt, und zwar soll nun die von Karolus verbesserte Kerr-Zelle die Doppelbrechung des Lichtstrahls genau entsprechend der Stärke des elektrischen Feldes zwischen den Kondensatorplatten besorgen.

Werden durch Verwendung einer Selenzelle den Konden­satorplatten Spannungen, welche der Lichtstärke des Sendc- bildes entsprechen, aufgedrückt, so wird durch diese eine durch die Karolus-Zelle geschickte beliebig große Menge von polari­siertem Licht unter Verwendung besonderer optischer Instru­mente mit geringstem Stromaufwand in gewünschter Ari gc- steuert, d. h. bei hohen Kondensatorspannungen verstärkt, bei niedrigeren entsprechend geschwächt. Die Karolus-Zelle besitzt so gut wie keine Trägheit, und die Helligkeitsunterjchiedc im Empfangslicht folgen augenblicklich den kleinsten und raschesten Schwankungen der Spannung an den Kondensatorplatten. Nach Verlassen der Karolus-Zelle wird das Licht dann ge­sammelt und in den dem Sendebild jeweils entsprechenden Stärken aus einen Schirm projiziert. Mit dieser Einrichtung soll es gelungen sein, zum erstenmal Kinobilder drahtlos auf weite Entfernungen zu übertragen.

Wir sitzen dann am Radio, hören eine Oper und gleich­zeitig erscheint uns das Tzenenbild! Run, so weit sind wir zwär noch nicht, aber es ist nicht unmöglich!

3. 493. Praktisches Schul­kleid aus einfarbigem und tariertem Wollstoss. Letz­terer wurde für den tie­fen Wefteneinsatz und den Kragen verarbeitet. Hin­ten glatt durchgehend ge­schnitten, sind unten 4e seitlich Piiüeeialtentcile greif diengefegt Auf den karierten Wegeneinsatz greift der Obcrstoss mit angeschnittener Spitze, scheinbar aufknöpsend. Den tiefen Elnschlnpkschlitz deckt eine lange Selbstbinder- krawatte. Bündchenärmel. Lyon-Schnitt. 810 Fabre, für 60 Pf. erhältlich.

Z. 511. Tanz- oder Fest­kleid aus Crèpe de Chine. Die lange Bluse bereichern an den Schultern aussprin» gende Säumchen, die der Form des Ausschnittes fol» gend abgenäbt sind. Unten schließt sich der Bluse ein ganz in Qucrsäumchcn ab» genähter Rock an, über den vier Volantteilc lallen. In Säumchen abgenähte Stols- telle decken die Verbin­dung von Bluse und Rock. Rosenranken umrahmen die Säumchcnteile. Lyon- Schnitt, Größe 44, für 90 Ps. erhältlich.

Schnittmuster von den hier abge- bilöcten Moüefigu- ren sind Curd) die Geschäftsstelle unse­res BInttcs gegen Dorcinfcnüung Les Betrages zuzüglich 30 Pfennig Porlo zu beziehen.

»wtrniMmMMmmM die Religionssttfter unter Reichen und Armen, Regern und Weißen, Juden und Christen bereits viele Anhänger haben.

= Glatzrncpidcmie in Amerika. Eine Krankheit, die so merkwürdig ist wie alles andere, was in Amerika geschieht, und die allen Heilversuchen Der Ärzte Trotz bietet, ist in Kittaning bei Boston ausgebrochen: mehr als dreihundert Männer sind über Nacht kahl geworden und auch Frauen sind mit veritablen Glatzen erwacht, so daß sie nicht erst auf dem Umwege über den Bubikopf zur Haarlosigkeit zu gelangen brauchen. Die Ärzte haben fcstgestellt, daß nur Männlein und Weibkein im Alter von 19 bis 30 Jahren von dem Unglück betroffen worden sind. Wie es wieder abgewendet werden kann, weiß augenblicklich noch kein Mensch: man pfuscht an den Glatzköpfen mit allerlei Medi­kamenten herum, ohne bisher irgendein günstiges Resul­tat erzielt zu haben. Eine gründliche Untersuchung der ausgefallenen Haare soll ergeben haben, daß ganz plötzlich ein Glatzenbazillus in Kittaning ausgetaucht ist.

= Wir bekommen einen neuen MonS. Der amerikanische Astronom Pickering, eine Leuchte der HiMmclswisscnscbaft, teilt Der erstaunten Mitwelt mit, daß ivir einen neuen Mond bekommen ober vielmehr schon haben, ohne daß wir Davon eine Ahnung hatten. Das ist allerdings nickn so zu verstehen, als ob wir nunmehr unsern lieben alten Mond, den treuen Begleiter und Vertrauten aller Raetn- bnmmler und Liebespärcheu, für immer verloren nein, ec- ist außer ihm jetzt noch ein anderer Mond Da, ein ganz putziges Möndchen, das so klein ist, daß man es selbst mit dem schärfsten Fernrohr kaum entdecken kann. Der -urdr messet dieses LiliPutmondeS Dürfte ungefähr eine Länge von 200 Meter erreichen, so daß das Möndchen nicht viel größer zu sein scheint als ein besserer Luftballon. Da der Miniaturtrabant unserer Erde nur etwa 4100 Kilometer von uns entfernt sein soll, wird man ihn wahrscheinlich schon in allernächster Zeit besuchen können. Wissen möchten ivir nur, wo dieser , weite Erdenmond, der unsere Erde in drei Stunden umlaufen' soll, bisher gesteckt haben mag, und wie cs kommt, daß ibn vor Pickering niemand er blickt hat. Aber jetzt, wo wir ihn haben, könnten wir ihn vielleicht als kleine Erdkolonie benutzen und als Bau terra in parzellieren.