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uiXtTt fW.) i ^ . v."? ' ,.., .i^ ; .;. - - - -41 .-. O"»»kn < - -vi.1* ", *<r und Kleearten möglichst beschränken soll. Die Saatstärke konm e von den früher verwendeten 8090 Kilogramm auf etwa 60 Kilogramm pro Hektar herabgesetzt werden. Eine Aeberfrucht soll man nur in ganz außergewöhnlich liegenden Fällen anwenden. Redner hob dann noch hervor, daß für die Wirksamkeit der Mineralischen Düngung die richtigen Grundlagen vorhanden sein müssen, will man keine Enttäuschungen erleben. So ist besonderes Augen­merk zu legen auf die Regelung des Wasserhaushalts, die Kalkfrage und den Humusgehalt des Bodens (Kompost und Stallmistdüngung). Erhöhte Aufmerksamkeit muß in Zukunft den Ernremeihoden zugewandt werden (Silo und Trockengerüste). Für den Feldfutterbau verdient die Lu­zerne als äußerst werrvolle Pflanze noch mehr Beachtung als bisher. An das Ende seiner Ausführungen stellte der Referent die Forderung, daß der Bedarf an Futter in Zukunft in der eigenen Wirtschaft erzeugt werden muß; durch vermehrtes Nachdenken über die zweckmäßigste Ge­staltung des Betriebes läßt sich noch manches erreichen. Auch muß für die Zukunft eine bessere Qualität der Pro­dukte angestrebt werden, um den Konkurrenzkampf mit dem Ausland erfolgreich bestehen zu können.

Auch Herr Dr. Könekamp erntete für feinen vorzüg­lichen und gehaltvollen Vortrag den reichsten Beifall der Erschienenen. An die beiden Vorträge schloß sich eine leb­hafte Aussprache. Im Schlußwort wies der Vorsitzende eindringlich darauf hin, daß nur durch den Zusammen­schluß und das einmütige Zusammenarbeiten aller in Be­tracht kommenden Kreise für die Zukunft erweis erreicht werden kann, nur gemeinsame Arbeit wird zum Ziel führen.

Lokales und Provinzielles.

Die Lehrerausbildung in Hessen erfolgt jetzt, wie die Zeitungen wiederholt berichteten, in einer Massigen höhe­ren Schule mit 2jährigem Hochschulstudium. Deshalb ist es interessant, etwas näher auf die seitherige Ausbildung der Lehrer einzugehen. Die Lehrerbildungsanstalten in Hessen waren etwa 100 Jahre lang die Lehrerseminarien in Friedberg, Bensheim und Alzey mit ihren Vorschulen, die noch den Siamen Präparandenanstalten führten. Der Kursus in ersteren war 3jährig, in letzteren 2jährig. In den letzten Jahren vor dem Krieg waren die Präparan- denanstalten in Wegfall gekommen und dadurch wurde die 6jährige Seminarzeit eingeführt. Die Seminarien bildeten eine strenge Schule der Zucht, Ordnung, des Fleißes und Gehorsams für die angehenden Lehrer. Nicht weniger als 24 Unterrichtsfächer, darunter Pädagogik (Erziehungs­und Unterrichtslehre), Klavier-, Orgel- und Violinspiel, Taubstummenunterricht, Obstbaumzucht standen auf dem Lehrplan, der wöchentlich für Klasse 3 und 2 je 42, für Klasse 1 37 Stunden vorschrieb, dazu kamen in Klasse 2 und 1 noch eine Reihe von Unterrichtsübungen. Die Seminarordnung, die etwas Militärisches in sich trug, war äußerst streng. Im Sommer um 5 Uhr, im Winter um 6 Uhr war Wecken durch elektrische Elockensignale. Eine Stunde später begann der Unterricht, der bis 12 Uhr dauerte und sich um 2 Uhr fortsetzte. Dazu kamen im Win­ter noch die Arbeitsstunden von 57 und von 810 Uhr, die auch von den in der Stadt wohnenden Seminaristen streng eingehalten werden mußten. Von Zeit zu Zeit wurde durch einen aufsichtsführenden Lehrer kontrolliert. Das Rauchen auf den Straßen und öffentlichen Plätzen, der Besuch von Wirtschaften und Tanzvergnügungen wa­ren streng verboten und hatten solche Vergehen harte Strafen, ü. A. Ausweisung aus der Anstalt zur Folge. Gemeinsames Mittag- und Abendessen, gemeinsame sonn­tägliche Spaziergänge unter Aufsicht eines Seminarleh­rers förderten den Gemeinsinn. Durch den Besuch von Theater- und Opernnuiführungen wurde das Verständnis für Literatur und Musik recht geweckt und vertieft. Der Geselligkeit dienten die Abendunterhaltungen, wie solche besonders an patriotischen Festtagen abgehalten wurden unter Mitwirkung des Eeminarstreichorchesters, das be­sonders in Friedberg unter der bewährten Leitung des kürzlich verstorbenen Musikdirektors Schmidt auf einer wahrhaft künstlerischen Höhe stand. Wenn auch die neue Ausbildung unserer Lehrer viele Vorzüge gegenüber der Seminarbildung bat. so soll doch auch letztere nicht ver­kannt, vielmehr durch diese kurzen Ausführungen recht gewürdigt werden.

Das Verfahren bei der Aufwertung. Für das Verfah- M in Aurwcrtungs- und Erundbuchjachen sind die man­nigfachen neuen Bestimmungen jetzt zusammengestellt wor­den. Für die Beteiligten ist von Bedeutung, daß zu dem Aufwerrungsregister ein alphabetisches Namenverzeichnis geführt wird. Aufwertungssachen sind grundsätzlich als Eujachen zu behandeln. Mit der Erteilung von Bescheini-

grrckge.tr und nnrr der Kop^nyezrs oguNg [3^3 Ure Söaichr.r- Schreiber beauftragt. Bei jeder Uebertragung eines Grund­stücks oder Erundstücksteils von seinem bisherigen auf ein anderes Grundbuchblatt soll das Grundbuchamt wegen der Möglichkeit der Aufwertung gelöschter Rechte mit be­sonderer Sorgfalt prüfen, ob es angezeigt ist, die gelösch­ten Eintragungen auf das neue Blatt mit zu übertragen.

Verschiebung der Mainzer Rundfuntausstellung. Die ursprünglich für die Zeit vom 31. Januar bis 6. Februar geplante Rundfunkausstellung in Mainz mußte infolge räumlicher Schwierigkeiten auf Anfang März verschoben werden. Wie wir erfahren, hat auch die Reichspost ihre Mitwirkung an der Ausstellung zugesagt.

Eine prinzipielle Entscheidung für den Kleinhandel. Das Landgericht Frankfurt a. M. beschäftigte sich als Be­rufungsinstanz mit einem den Kleinhandel hachinter- essierenden Fall. In der Nähe eines großen Industrie­unternehmens betrieb ein Kleingewerbetreibender ein Lebensmittelgeschäft. Die Arbeiter des Unternehmens waren gewöhnt, feit längerer Zeit ihr Frühstück dort zu kaufen. Sie bestellten abends und holten sich morgens, um frische Ware zu bekommen, in der Zeit zwischen %7 und 7 Uhr die Fabrik beginnt um 7 Uhr die Arbeit ihren Wurstbelag ab. Wegen des Verbotes, morgens vor 7 Uhr zu verkaufen, ließ der Geschäftsinhaber die Leute durch den Hausgang in das Geschäft und ließ den Laden geschlossen. Ein Schutzmann erstattete deshalb Anzeige und es kam zu einer Anklage wegen Uebertrctung der Verordnung über die Regelung der Arbeitszeit. Der Staatsanwalt' bean­tragte nach längerer Verhandlung eine Geldstrafe von 20 Mk., der Verteidiger Freisprechung. Das Gericht schloß sich den Gründen des Verteidigers an und kam zur Ver­werfung der Berufung der Staatsanwaltschaft. Das Ge­richt fei überwiegend der Ansicht, daß das Gesetz lediglich zum Schutze der Arbeitgeber geschaffen worden sei. Es dürfte anzunehmen sein, daß die Staatsanwaltschaft ge­gen dieses Urteil Berufung einlegen wird und daß der Fall noch das Oberlandesgericht beschäftigen dürfte. Da das Urteil noch keine Rechtskraft erlangt hat, ist es ange­bracht, die Kleingewerbetreibenden darauf hinzuweisen, daß sie die endgültige Entscheidung abwarten, bevor sie den Verkauf vor 7 Uhr morgens und nach 7 Uhr abends ohne Hilfe von Angestellten selbst aufnehmen.

Maskenbälle. Prinz Karneval schwingt sein Zepter. Hei da geht's lustig zu! Blendende Lichtfülle flutet durch festlich geschmückte Säle, und phantastisch geschmückte Ge­stalten treiben dort ihr Wesen. In klirrenden Rüstungen schreiten Rittergestalten des Mittelalters einher, bunt­gekleidete Spanier mit langen Stoßdegen umtänzeln ein blondes Gretchen oder eine dralle Schweizerin. Ein Har­lekin, ein Clown machen ihre Scherze, allerlei Vertreter der Tierwelt stolzieren umher; es ist ein toller Trubel und Jubel. Dem Griesgram hat man die Tür versperrt und nur der Freude Einlaß gegeben. Dazu herrscht Maskenfreiheit. Das steifefeie" ist durch das traulichere Tu" ersetzt. Da ziehen lockende Töne eines Walzers durch den Saal und es kommt Ordnung in den bunten Haufen, Paare finden sich, Gruppen lösen sich aus und bald sieht man die sonderbarsten Pärchen durch den Saal schweben. Hier hat einAffe" einWaschermadel" im Arm, dort hupft ein ehrsamerKreuzritter" mit einer reizendenBrieftaube" und da gar einSchornsteinfeger" mit einerSchwiegermutter". Man lacht und fcherzt und neckt sich und knüpft manch zartes Band an. Man trinkt und singt und ist guter Dinge. Und dann punkt zwölf, um Mitternacht, erfolgt die Demaskierung. Die Masken fallen und erstaunte Gesichter schauen sich an. Mancher ist erfreut, manch einer weniger. Aber ein jeder schickt sich in fein Los und das Fest nimmt seinen weiteren Verlauf, bis die frühe Morgenstunde Feierabend gebietet.

* Maar, 19. Jan. Durch eine in den nächsten Tagen hier stattfindende größere turnerische Veranstaltung wird der Name unseres Ortes auch über sein näheres Heimat­gebiet hinaus bekannt und daher dürfte eine allgemeine Schilderung unsres Dorfes vielleicht am Platze fein. Wenn ein fremder Wanderer zur Sommerszeit die Land­strage von Alsfeld kommt und hinter Reuters die kurze, steile Anhöhe erstiegen hat, so wird er unwillkürlich einen Augenblick Rast machen und sich an dem schönen Bild er­freuen, bas Ji^ ihm barbietet. Vor ihm liegt ein frucht­barer Talkejjel und darin breitet sich ein großes Dorf aus, umgeben von reichtragenden Aeckern und bunten Wiesen. Ein Feldweg führt geradewegs hinab in den Ort. Die gutaussehenden Wohnhäuser, großangelegte Scheunen und Stallungen verraten dem Fremden, daß hier ein wohlhabender Vauernstamm zu Hause ist. Und der Schein trügt nicht. Es ist Maar, eines der schönsten und reichsten Dörfer im Kreis Lauterbach. Die Bewohner sind größten­teils Landwirte auf eigener Scholle. Wohl sind auch in

* 3v~ ^xryth .ebener, ,^KK. strc- >3,^'ib!£.rA7^ der nay^n * Kreisstadt Lauterbach viele Arbeiter beschäftigt, die hier ihren Wohnsitz haben, aber auch diese haben zumeist land­wirtschaftlichen Besitz, der von den Familienangehörigen bewirtschaftet wird. Die (Semartung Maar ist von einer ip weiten Ausdehnung, daß zwei Feldhüter im Dienst der Gemeinde stehen. Es bedarf keiner besonderen Erwäh­nung, daß das Grundeigentum vieler alten Bauernfami­lien, von denen manche auch noch Waldbesitz haben, eine beachtenswerte Größe erreicht. Die Einwohner unseres Ortes sind fast ausnahmslos arbeitsfreudige, biedere und rechtschaffene Menschen. Liebevoll hängen sie an ihren alten Sitten und Gebräuchen. Nur ungern verlassen junge Leute ihren Heimatort, um nach auswärts zu heiraten. Männer und Frauen tragen werktags noch überwiegend Kleidungsstücke aus blauer Veiderwnnd, die sich früher jeder Bauer selbst webte. Heute ist die Hausweberei aller­dings auch hier im Aussterben begriffen, dagegen kann man das Spinnrad noch in den meisten Häusern surren hören. Landwirtschaftliche Maschinen, elektrische Kraftan­lagen bei Landwirten sowohl wie bei Handwerkern zeu­gen von fortschrittlichem Geist. Zwei Transformatoren- ftationen sind erforderlich, um den Verbrauchern genü­gend elektrischen Strom bereit zu stellen. Daß die Ge­meindeverwaltung auch in wirtschaftlich schwerer Zeit größeren Aufgaben gewachsen ist, beweist die Fertigstel­lung von zwei neuen Doppel-Wohnhäusern für verhei­ratete Lehrer in der Nachkriegszeit. Von vorhandenen mi­neralischen Bodenschätzen ist insbesondere Kalkstein zu er­wähnen. Die KalksteinbrUche gehören zum Gemeindebesitz und sind an tüchtige Unternehmer verpachtet. In dem Ort bestehen zwei Schüfereigenossenschaften, weiter haben sich die Landwirte zu einer Bezugs- und Absatzgenossenschaft zufammengcschlossen. Eine hier stationierte Kranken­schwester findet für ihre segensreiche Tätigkeit ein großes Feld. Einige Minuten von Maar entfernt, wo der Ortsweg in die Hauptstraße LauterbachAlsfeld einmün­det, ist im Lauf der Jahre ein kleines Dorf für sich ent­standen, das den Namen Maar-Neu führt und sich immer mehr ausdehnt. Es gehört in Verwaltung, Kirche und Schule zu feiner Muttergemeinde. Im vergangenen Jahr wurde hier von privater Seite ein großer, moderner Saaf- bau mit Bühne errichtet, der auch für größere Veranstal­tungen ausreichend ist.

* Gießen, 18. Jan. Der I u n g d e u t s ch e Orden, Baller Oberhessen, bittet uns um Veröffentlichung nach­stehender Mitteilung: In den letzten Tagen ging durch die gesamte deutsche Zeitungswelt die aufsehenerregende Meldung, daß die Staatsanwaltschaft zu Kassel ein 'Hoch­verratsverfahren gegen den Hochmeister des Jungdeutschen Ordens Artur Mahraun, eingeleitet habe. Diese' Nachricht ist richtig. Aber wie ist es zu diesem Hochverratsverfahren gekommen, und was liegt ihm zugrunde? Aus der Ballei Niederhessen des Jungdeutschen Ordens mußten einige Herren, die in der Leitung der genannten Ballei tätig waren, durch Eingreifen des Hochmeisters ausscheiden. Die Gründe stehen hier nicht zur Erörterung. Diese Herren haben es nun fertig gebracht, daß die Staatsanwaltschaft zu Kassel glaubte, das Hochverratsverfahren gegen den Hochmeister des Jungdeutschen Ordens einleiten zu müssen. Die Grundlage des Verfahrens mußte die sogenannte Westpolitik" Mahrauns abgeben. Ueber diese Westpoli­tik des Hochmeisters hat derJungdeutsche", die amtliche Zeitung des Jungdeutschen Ordens, in aller Oeffentlich- keit berichtet. Irgendwelche Geheimnisse gibt es hier also in keiner Hinsicht. Die Westpolitik Mahrauns erwägt die Frage, ob es nicht möglich und für Deutschland günstig sei, crläßliche und für den Hochmeister ganz selbstverständliche Bedingungen und Voraussetzungen für Mahraun waren dabei unter anderem die sofortige Räumung der besetzten Gebiete, die Einstellung aller Reparationszahlungen und bie Wiederherstellung der Grenzen, wie sie Deutschland in 1914 hatte. War aber der Hochmeister berechtigt, inner­lich berechtigt, eine solche Politik zu betreiben? Diese Frage beantwortet eine Erklärung in Nr. 14 des Jung­deutschen vorn 17. Januar 1926. Darin heißt es wörtlich: Es sind in Wirklichkeit einflußreiche französische Staats­männer an den Jungdeutschen Orden herangetreten, um eine für beide Völker nützliche Wandlung des Verhält­nisses zwischen Deutschland und Frankreich zu erörtern. In dem Augenblick, in dem diese Erörterungen einen zwei­fellos ernsten Charakter annahmen und über das Maß einer persönlichen Unterhaltung hinausgingen, haben die Unterzeichneten (dies sind der Hochmeister des Ordens und der Ordenskanzler) es für ihre Pflicht gehalten, in per­sönlicher Rücksprache den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg zu unterrichten. Dies ist bereits vor längerer W Zeit erfolgt." Der Hochmeister und der ganze 3ung" deutsche Orden können einem auf solcher Grundlage eins

Zustand ihres Herzens, weiß, daß Evelyne im stillen Theo­dor liebt. Und ihr bangt vor der «Zukunft.

Henry Bartlèy ist nun bereits vier Wochen fort. Wiederholt hat er von unterwegs geschrieben. Aus Ber­lin. Aus London. Aus Paris. Volk würdigen Ernstes an seinen Onkel. Voll übertriebener Fürsorge und Zärtlich­keit an seine Braut.

Evelyne las die phrasenreichen Episteln stets mit Wi­derwillen. Und sprach nie darüber. Nicht einmal zu Miß Harriet.

Aber voll Unruhe und geheimer Angst sieht sie der baldigen Heimkehr des ungeliebten Bräutioams ent­gegen.

' Ms sie heute nach ihrem täglichen Besuch auf Pine- Wood am Gärtnerhäuschen vorbeikutschiert, steht Elsie vor der ^ur, die bei ihrem Anblick rasch zurücktritt. Und sie WunÄert nK über diese Unhöflichkeit des sonst so freund­lichen Mädchens. Sie ahnt ja nicht, daß Elsie sich ihr ge-

. er mwldig fühlt, daß ne schon wiederholt den Ent- iwlug ragte, die nichts ahnende Braut über den wahren Cyarakrer ihres Verlobten aufzuklären und daß nur ihr ^J?^^ Mister Teddy gegebenes Versprechen sie davon abhalt.

Seltsamerweise ist das junge Mädchen, trotz des auf ihm ruyenden Makels, Evelyne nicht unangenehm. Im Gegentpil.^Sre empfindet Sympathie und Mitleid für sie. 3a, ihr ist manchmal, als bestände ein geheimes Band zwiichen ihnen. Und auch ihr erschien es wiederholt, als ob bei zufälligen Begegnungen Elsies ernste Blauaugen mit einem ganz eigenen Ausdruck auf ihr ruhten.

Umso weniger begreift sie ihr heutiges Benehmen.

In allerhand unerquickliche Gedanken verfunk^, kommt Evelyne mit ihrem Bucky wieder an der Tot­lage^ an.

Ihr Vater eilt ihr bereits in der Halle entgegen.

-T«nk nur, Evy! Henry ist zurück!"

. . Eiseskälte legt sich auf Evelyne und läßt ihr Herzblut fair 'erstarren.

Sunüfl Der. Kampf beginnt.

£ ^n°y be lägt den Kopf hängen und schweigt be-

Edward Harding zieht indigniert die Brauen in bie Höhe.

Eh, Evy! Seltsame Aufnahme meiner freudigen Nachricht!"

Sie ist für mich nicht freudig, Vater!"

Er hüstelt.

Hm! Sei nicht töricht! Dein Bräutigam ist ein Juwel. Vergleich ihn nur mit anderen Männern! Zum Beispiel mit diesem famosen Theodor Vanderbild, der erst alle möglichen sauberen ober vielmehr unsauberen Geschichten treibt und dann verduftet, um den Folgen zu entrinnen."

Vater! unterbricht sie ihn gequält.

Ja, ja, ich weiß schon! Du verteidigst ja immer noch diesen windigen Patron! Na, meinetwegen! Aber ich er­warte wenigstens, daß du gerecht denkst! Sieh dir Henry an! Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle! Ich kann bie Zeit nicht mehr erwarten, bis er ganz zu uns gehört!"

Da Evelyne noch immer schweigt, wird er ein wenig ungeduldig.

Eh, Evy! Du wirst dich doch nicht mehr sträuben und endlich den Hochzeitstag fesisetzen? Diese unglückselige Mordaffäre hat uns nun gerade lange genug einen Strich durch die Rechnung gemacht. Du weißt, wie generös, wie echt chevaleresk und vornehm Henry sich in der eh, hm, in der verzwickten Kupserminenangelegenheit ge- zeigt hat. Wie er uns alle Sorgen, alle pekuniären Ver­pflichtungen abgenommen hat. Als Dank dafür ihn un­freundlich behandeln ihn Hinhalten"

Das will ich auch nicht, Vater" unterbricht ihn Evelyne mit Anstrengung.

Du wirft also vernünftig sein?"

Ja, Vater. Was du vernünftig nennst."

Du hast deinen alten Pappy doch noch lieb, wie?" Gewiß, Vater!"

Und willst ihm die Ruhe seines Herzens wieder­geben?"

Wenn es in meiner Macht steht"

Zufrieden kann ich erst sein, wenn alles zwischen mir ^^d Henry geordnet ist! Wenn ich meine Schulden an ihn zuruckgezahlt habe!"

Und dieser Preis bin ich!!?

Voll herber Bitterkeit kommt es von Evelynes Lip- ven. Jbr Vater horcht verblüfft auf. Ihm wird un­behaglich.

Sie aber fährt mit seltsamer Ruhe fort:

Du hast recht, Vater. Es muß sein! Wo ist Henry?"

In meinem Zimmer."

Nun wdhl!" ---

Der Hochzeitstag ist festgesetzt: in vierzehn lagen.

Noch einmal hat Evelyne einen Aufschub versucht, mit der Entschuldigung, ihre Ausstattung sei noch nicht fertig.

Doch Edward Harding lächelte sein leichtlebiges, etwas mokantes Lächeln.

Ausstattung! Als ob es keine Geschäfte gebe in New- york! Nimm ein paar Taufend-DoNarscheine und du hast mehr als du brauchst!"

Und Evelyne senkte resigniert den Kopf. Sie fühlte, es gab kein Entrinnen mehr.

Henry Bartley ist nicht viel frischer heimgekehrt, wie er vor Wochen fortfuhr. Dieselbe geisterhafte Blässe Die­selbe Unruhe. Dieselbe zeitweise Geistesabwesenheit.

Seitdem der Hochzeitstag festgesetzt, er also am Ziel seiner Wünsche ist, meidet er Coney Island so viel wie möglich. Die anhaltende Kühle seiner Braut ist ohnehin nicht nach seinem Geschmack. Und bie Spürnase des dort "mmer npch herumlungernden Peter Barns auch nicht. Und die Anwesenheit des verflixten Mädels, biefer Elsie Parker, erst recht nicht.

Ergo hält er es für ratsam, sich möglichst rar zu machen. Bis nach der Hochzeit. Dqnn wird er die Sache schon deichseln. Wird er mit seiner Frau auf längere Zeit verschwinden. Wird große Reisen machen, sein Leben ge­nießen' bis Gras über die dumme Geschichte gewachsen ist.

So denkt Mister Henry Bartley. Und versucht, wieder guten Mutes zu werden.

Trotz all dieser Vorsichtsmaßregeln sieht er sich gele­gentlich eines seiner jetzt selteneren Besuche in der Col­lage, auf dem Wege plötzlich Elsie Parker gegenüber, (Forljetzu!!« folgt.) ,