skn Jahren große Anstrengungen zu machen haben. Der Turnverein 1860 Bad Nauheim will am nächsten Samstag den Hiest- aen Bruderverein dadurâ unterstützen, daß er zugunsten des Erweiterungsbaues einen großangelegten Werveabem» unter dem Motto „Deutsches Turnen — Deutsches Lied in der hiesigen Turnhalle veranstaltet.
Gießen, 15. Jan. Zu unserer Meldung über eine Betriebsstillegung in der Möbelfabrik von E. Ringshausen in Nidda wird uns von der Firma mitgeteilt, daß es sich nicht um eine Stillegung handelt, sondern daß nur für einen großen Teil der Arbeiterschaft die Kurzarbeit eingeführt wurde und zwar zunächst für eine Woche.
* Bad Nauheim, 17. Ian Kürzlich haben wir einige Zahlen über die Frequenz unseres hessischen Ssaatsbades in 19’25 gebracht. die im allgemeinen eine sehr günstige Entwicklung gegenüber dem Jahre 1924 verzeichnen konnten. Wir können heute zu den veriisfentlichlen Zahlen noch einige Ergänzungen bringen. Von den 888 042 abgegebenen Bädern stehen 120 013 Sprudelbäder obenan. Die Bäderform der Moorbäder weist mit 718 Bädern die kleinste Zahl auf. An der Zahl der 4982 Ausländer sind alle Staaten Europas und alle übrigen Erdteile beteiligt. Obenan steht Nordamerika mit 1099 Kurgasten. Es folgt in großem Abstande Polen, das 603 Besucher gestellt Hal. Bei fast allen Staalen ist eine beträchtliche Zunahme gegenüber 1924 zu verzeichnen. Die höchste Zahl der gleichzeitig anwesenden Kurgäste betrug am 19. Juni 5344 Personen (daher auch bie hohe Einwohnerzahl Bad-diauheims bei der vorjährigen Volkszählung!), während die höchste Tagesbäder zahl 2983 am 22. Juni verabreicht wurde. Wie man hört, ist auch der finanzielle Abschluß des Bades recht günstig gewesen, trotzdem die Bad- u. Kurverwaltung durch Gewährung von zum Teil bedeutenden Ermäßigungen an Minderbemittelte in sozialer Hinsicht größere Opfer gebracht als je zuvor. Gegenwärtig fintiere im Kurhause die bedeutenden Umbauarbeiten statt, die vom Landtag bewilligt worden find.
Bad Nauheim, 17. Jan. (Keine Behinderung des Karnevals in Oberhessen.) Vertreter verschiedener hiesiger Mrtschaftsgruppen sind am Freitag beim hessischen Staatsministerium wegen der Schwierigkeiten, die dem diesjährigen Karneval von den verschiedensten Seiten gemacht werden, vorstellig geworden. Es wurde ihnen mitgeteilt, daß das Ministerium mit der durch die Presse gegangenen Verordnung nichts zu tun habe, sondern daß diese von einer untergeordneten Stelle ausgegangen sei. In ganz Hessen könne unter Befolgung der "von der Regierung ausgegebenen Leitsätze der Karneval begangen werden. Verboten seien nur Veranstaltungen auf Straßen und öffentlichen Plätzen. Auch eine Verlängerung der Polizeistunde würde auf Ansuchen bewilligt werden.
Darmstadt, 19. Jan. (Finanzminister Henrich auf dem Wege nach Berlin.) Fmanzmimster Henrich begab sich am Montag nach Berlin, um vor dem Rechtsausschuß AUs- kilnst zu erteilen über die Abfindungsregelung Hessens mit dem ehem. Grotzherzog. Der Minister wird seine Anwesenheit in Berlin benutzen, auch noch andere für Hessen wichtige Fragen zur Erledigung zu bringen.
Darmstadt. Der Hessische Landesverband vom Roten Kreuz hat, wie alljährlich, so auch auf Weihnachten 1925 wieder eine Bescherung für 354 Invaliden und Altveteranen von 1870 71 und Hinterbliebene von solchen in allen Kreisen des Dolksstaates Hessen, insbesondere auch in Darmstadt, veranstaltet. Allen diesen Bedürftigen wurde eine namhafte Eeldgabe zuteil. Die hier Wohnhaften erhielten ferner ebenso wie eine Anzahl Schwerkriegsbeschädigter aus dem Weltkrieg, aus Mitteln des hiesigen Zweigvereins vom Roten Kreuz ein Lebensmittelpaket, bestehend aus Fett, Mehl, Kakao und Cor- ned-Beef.
Singen,_ 15. Zan. Ein gar köstliches Eeschichtchcn, das einer gewissen Tragik nicht entbehrt insofern, als es beinahe einen blutigen Ausgang genommen hätte, spielte sich bei der Hassemerschen Mühle bei Appenheim ab. Fuhren da am Sonntag abend zwei auswärtige Pferdehändler und ein Echmiedemeister von Eau-Algesheim im Auto nach der Bollerschen Mühle, um dort einen Pferdehandel zu tätigen. Der schlechte Weg gestattete es nicht, bis zum Ziel mit dem Wagen zu fahren, und so ließ man diesen unter Zurücklassung des Chauffeurs bei dem Kraftwagen an der Hassemerschen Mühle stehen. Als nun der Sohn des Mühlenbesitzers Hassemer um diese Zeit in das Elternhaus zurückkehrte, wurde er des Autos ansichtig. Er fragte den Chauffeur, was los sei, worauf dieser ihm zur Antwort gab: „Sie sind hinten herum". Diese Morte verstand der Fragesteller falsch, denn er nahm an, es handle sich um einen Ueberfall und er hatte nun nicht eiligeres zu tun, als den eben gemachten Weg schnell zurückzulaufen und die Einwohner von Appenheim zu alarmieren. Es verbreiteten sich die abenteuerlichsten Gerüchte von Ueber- fall, Mord, Totschlag usw. Die Glocken der beiden Kirchen läuteten Sturm, die Feuerwehr in voller Ausrüstung fand sich ein, die Dorfbewohner bewaffneten sich mit Mistgabeln, Knüppeln usw., und dann gings los zur Mühle. Man
nach Europa! Wenn Sie dann wieder kommen, wird hoffentlich Licht in die dunkle Mordaffäre gekommen sein! Und wir können den Tag der Hochzeit festsetzen!"
Henry Bartley atmet auf.
Ja, weg von hier für einige Zeit! Den Gespenstern entfliehen, die ihn verfolgen und hetzen und jagen, daß er fast den Verstand verliert!
Sofort trifft er die nötigen Vorbereitungen.
Und schon nach wenigen Tagen ist er reisefertig..
Er hat gehofft, beim Abschied in den Augen seiner Braut ein leises Bedauern zu sehen, von ihren Lippen ein herzliches Wort zu hören.
Nichts dergleichen. In Gegenwart des Vaters reicht sie ihm die Hand. Zwar duldet sie es, daß er den Arm um sie legt und sie an sich zieht. Aber sie erwidert die Umarmung nicht. Und als er sie küßt, preßt sie die Lippen fest zusammen, ohne einen Hauch von Erwiderung. Bleich, kühl, wie ein Astralkörper, steht sie vor ihm — unerreichbar seinen Wünschen.
Mit einem mühsam unterdrückten Wutgefühl wendet er sich ab.
In diesem Augenblick haßt er seine Braut. Die glühende Liebe hat sich in das Gegenteil, in einen ebenso flammenden Haß verwandelt. ---— '
Inzwischen versucht Inspektor Barns auf jede nur mögliche Weise den Aufenthalt des mutmaßlichen Mörders aufzustöbern. Jeden Tag kommt er von Newyork nach Coney Island und spioniert herum und horcht und guckt sich die Augen aus. Kontrolliert auch die Briefe, die an die Parkers eintreffen. Für Elsie ist nie einer dabei.
Einmal kommt ihm in den Sinn, ob nicht vielleicht einer der entlassenen Bergarbeiter, die dem Forstgehilfen nicht freundlich gesinnt waren, weil er sie am Wildern behinderte, die Tat aus Rache begangen haben könnte. Er nimmt mit den wenigen, die zur Zeit des Mordes noch in Coney-Island anwesend waren, ein eingehendes Verhör vor. Aber alle können ihr Alibi nachweisen, kommen also bei dem Mord absolut nicht in Betracht.
Alles bleibt auf demselben Fleck. Und Peter Barns, der in seiner Polizeilaufbahn noch nie einen Mißprfolg zu verzeichnen hatte, würde kreuzverstimmt sein, wenn nicht — Elsie Parker gewesen wäre.
Ja, es muß gesagt werden: das blonde zarte Geschöpf,
errichtete dort sogar alsbald eine Barrikade aus zwei Wagen, um den Räubern bei der Flucht den Weg zu versperren Den Aussagen des Chauffeurs, daß die Insassen des Autos sich in der Bollerschen Mühle befinden wurden, um dort einen Pferdehandel abzuschließen, wurde kein Glauben geschenkt. Die verdutzten Gesichter, als man die Ve- hauptungen des Chauffeurs bestätigt fand und so der große Irrtum aufgeklärt war, müßte man einmal gesehen haben. Einträchtig fassen die drei Herren bei Speise und Trank zusammen mit der Familie Voller, ohne Ahnung von der ganzen Geschichte, die sich ihretwegen abspielte. So nun die ganze Geschichte aufgeklärt war, zogen sich die wackeren Helden von Appenheim wieder in ihre Behausungen zurück.
Riidesheim, 15. Jan. (Der Humor der „Schwarzen H a n d".) In einem Orte des mittleren Rheingaues hatte man einem Winzer, der sich aktiv als Separatist betätigt hatte, fein Federvieh — Gänse und Enten — entführt unb dafür ein Plakat mit Reißnägeln festoemacht, auf dem der Vers geschrieben stand: „Du hast das Vaterland verraten, drum brauchst Du keinen Gänsebraten!"
Es stellt
fest
dass die Zeitungs-Anzeige das wirksamste Werbemittel ist.
Bestätigt wird jetzt der Wert des Inserierens in der Zeitung durch Werbefachleute einiger bekannter industrieller Unternehmen, deren Erfolge nicht zuletzt einer großzügigen Anzeigen- reklamc in der Tagespreise zu danken sind. So schreibt der Werbeleiter der Brennabor-Werke in Brandenburg (Havel): Die Zeitungsanzeige, gut ausgebaut nach Form und Inhalt, rechtzeitig herausgebracht und richtig placiert, wird nach wie vor von keiner anderen Werbeform erreicht. Es ist eine Tatsache, daß eine Zeitung zur Hand genommen wird mit der Absicht oder mit dem Vorsatz, sich über den Inhalt zu unterrichten, und darin liegt der unschätzbare Wert auch für das Inserat. Zu dieser Ueberzeugung brachten mich langjährige Erfahrungen. und meine Erfolge sind mir Beweis. — Die Nahrmittelsabrik Dr. A. Oetker, Bielefeld, schreibt: Ich halte die Zeitungspropaganda noch immer für den billigsten, einfachsten und wirkungsvollsten Weg, dem Publikum schnell zu sagen, was ich zu verkaufen habe. In Form und Ausdrucksweise bietet das Zeitungsinserat eine weitgehende Variation, die mit anderen Reklamemitteln schwer übertroffen werden kann.
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Nah und Fern.
0 Trauriges Zeichen der Zeit. DieZahl der augenblicklich bei den Berliner Amtsgerichten einlaufenden Zwangs- vollstrcckungsanträge wird auf insgesamt 3000 täglich geschätzt. Von den auf Grund dieser Anträge vorgenom- mcnen Pfändungen dürfte etwa ein Drittel fruchtlos verlaufen.
O Eckener über die Bedeutung der Zcppelin-Eckener- Spende. Dr. Eckener sprach in H a n n o v e r etwa anderthalb Stunden über den Sinn nnd die Bedeutung der Zeppelin-Eckener-Spcnde. Deutschland befinde sich, so sagte der Redner, gewiß in einer schweren Notlage, wenn aber die Friedrichshafener Werke, die bisher von der Substanz gelebt hätten, nicht zugrunde gehen sollten, so müßten ihnen jetzt unbedingt die notwendigen Mittel gegeben werden und er fordere daher alle auf, sie zu Verfügung zu stellen. Dr. Eckener verbreitete sich auch des längeren über den geplanten Polarflug und über die Überlegenheit des Luftschiffes gegenüber dem Flugzeug.
das zu beobachten der Hauptzweck seines Hierseins ist, nimmt seine Gedanken fast ebenso viel in Anspruch, wie der-Kriminalfall selbst.
Täglich stattet er den Parkers seinen Besuch ab — weniger, um zu spionieren, als um mit Elsie zu plaudern. Und stets ist er dort ein gern gesehener East.
Ein eigenartiges Verhältnis hat sich zwischen den Par- kers und Peter Barns herausgebildet. Gar nicht, wie zwischen einem Polizeibeamten und den von ihm zu beobachtenden „Mitverdächtigen".
Er plaudert so gemütlich. Und weiß so viel Späße und Witze. Und bringt Elsie stets aus Newyork so interessante Bücher mit. Und Johny die feinste Schokolade. Und dem alten Parker den besten Tabak. Und Mrs. Parker wickelt er gar die Wolle für ihr Strickzeug. Kurzum — er macht unentbehrlich. Und besonders die beiden jungen Menschenkinder freuen sich den ganzen Tag auf die kleine Abwechslung, die der „Onkel Inspektor" in ihr einförmiges Dauern bringt.
Zuerst war Elsie noch recht niedergedrückt. Sie fürchtete Vorwürfe oder gar einen Zornesausbruch des Vaters. Doch der Alte ist selbst froh, sein Kind wieder da zu haben. Und so gestaltet sich das Verhältnis zwischen Vater und Tochter ganz erträglich. Da das junge Mädchen fest von Mister ~ebbt)5 Unschuld überzeugt ist, verursacht sein Ver- ichwmden ihr auch keine besondere Unruhe- er wird sich jchon melden, sobald es an der Zeit ist. Das ist ihr fester Glaube.
Nur das Bewußtsein, dem Schurken, der das Unglück über sie gebracht hat, jeden Tag begegnen zu können, bringt ihr Inneres immer noch in Aufruhr. Aber auch darüber kommt sie hinweg. Sie hat Mister Teddy ihr Wort gegeben, zu schweigen. Und — sie schweigt. —
Es ist am Tage nach Henry Bartleys Abreise.
Wieder einmal guckt Peter Barns bei den Eärtners- Icuten herein. Und erwähnt so ganz beiläufig, der Mister Bartley, „der Erbe des Vandcrbild'schen Vermögens und glücklicher Bräutigam eines der schönsten Mädchen auf Gottes Erdboden", müsse wohl krank fein. Denn er habe es für nötig gehalten, für einige Zeit „feinen politischen Erfolgen und seiner Braut den Rücken zu kehren und sich in die Einsamkeit zurückzuziehen" — irgendwohin.
Und er bemerkt zu seinem Erstaunen, daß bei dieser
U Mordanschlag auf den Direktor einer badischen Erziehungsanstalt. Auf den Direktor der Zwangserziehungs- ansialt in Flehingen (Amt Bretten), Prof. Dr. Georgi, wurde ein Mordanschlag verübt. Auf dem Wege nach der Turnhalle, wohin Dr. Georgi angeblich zu einem Kranken gerufen wurde, wurde er von einem bis jetzt noch uner- miticltcn Manne durch zwei Schüsse in die linke Brustseitc lebensgefährlich verletzt. Man vermutet den Racheakt eines früheren Fürsorgezöglings.
O Polizei auf Rollschuhen. Eine bemerkenswerte Neuerung führte die Dresdener Polizei ein: die Polizeibeamten des öffentlichen Sicherheitsdienstes der inneren Stadtbezirke erhalten Unterricht im Rollschuhlaufcn. Man will dadurch die Polizei „beweglicher" machen. Bewahrt sich die Einrichtung, so sollen die Rollschuhe mit einer Druck- vorrichtung versehen werden, die es erlaubt, den Rollschuh sofort vom Fuß loszulösen.
O Gründung einer deutschen Flugzeugfabrik in der Schweiz. Die D o r n i e r w c r k e beabsichtigen die Grün-, dung einer Flugzeugfabrik und eines internationalen Flugplatzes in A l t e n r h e i n. Die Fabrikanlagen sollen rimb^, < 600 Arbeiter beschäftigen. Der Grund und Boden ist größtenteils im Besitz der Ortsgemeinden Thal, '.Weit • 4 rhein und Rheineck und soll an die Gesellschaft auf 100 Jahre verpachtet werden.
0 Die Philatrlistische Ausstellung in Wien. In W i e u wurde im Gebäude der Generalpostdirektion die Zweite Philatelistische Ausstelluug eröffnet, die der Entwicklung der Briefmarke in Deutschland gewidmet ist. Sie umfaßt 5000 Marken der Deutschen Reichspost bis zum heutigen Tage, 3000 Marken der früheren deutschen Postverwaltun- 6 gen und 120 Blätter aus dem Postmuseum und enthält sehr seltene und wertvolle Stücke. Der Generalpostdirektor sagte in einer kurzen Ansprache, die Ausstellung der Geueralpostdirektion möge als Gruß an die befreundete deutsche Postverwaltung gewertet werden.
0 Die Lage im Finnischen Meerbusen. Das ßinkm schiss „Hesse n" hat bei dem Vorstoß westlich Höglaus einen Geleitszug getroffen, der aus vier Eisbrechern iinb ■ acht Dampfern bestand. Der Geleitszug ist überraschens schnell vorwärtsgekommen, da die Russen nunmehr mit fünf Eisbrechern arbeiten. Im Konvoi befanden sich: „Klara Blumenfeld", „Hans Leonhardt", „Phila", „Rhein- gold", „Hornsee" und drei Russen. „Hessen" hat an aas Motorschiff „Hans Leonhardt" Proviant abgegeben, führt cs jetzt in freies Wasser und geht dann wieder nach Reval zur weiteren Hilfeleistung.
Bunte Tageschronik.
Hamburg. In der Kunsthalke wurde in Anwesenheit deS schwedischen Gesandten in Berlin, des Vizepräsidenten der Königlichen Akademie der freien Künste in Stockholm, Prof. Björck, und .Vertretern der städtischen Behörden Hamburgs die Ausstellung schwedischer Kunst eröffnet. Die Ausstellung wird bis Mitte Februar in Hamburg verbleiben, nm vann nach Lübeck und von dort nach Berlin zu gehen, wo sie von Mitte April bis Mitte Mai gezeigt wird.
Neustadt a. d. H. In Neustadt wurde die erste pfälzische Radioausstellung eröffnet. Die Ausstellung, die bis zum 24. Januar dauern soll, war bereits am ersten Tage stark besucht.
Oslo. Der Dampfer „I s s j o r d" aus Tromsö, der am 31. 12. mit einer Ladung Korn von Stettin nach Bergen abgegangen war, hat seinen Bestimmnngsort nicht erreicht. Man befürchtet, daß das Fahrzeug untergegaugen ist.
Newyork. Fords aeronautisches Laboratorium ist abge^MM bräunt. Vier fertige ®ânfmetauff Der Schaden beläuft sich auf 300 000 Dollar.
Aus dem GerichLssaaS.
§ Das Urteil int Schöttler-Prozeß. In Saarbrücken verkündete das Schwurgericht das Urteil im Prozeß gegen die vier jungen Leute, die,im August vorigen Jahres an einem Attentat aus den Herausgeber des franzosensceundlichen Saar- furierS, Dr. Schöttler, beteiligt waren. Das Urteil lautet gegen Sreigner wegen Verbrechens gegen das Spicug- stossgesetz aus ein Jahr neun Monate Gefängnis und gegen Ebel auf ein Jahr Gesa n g n i s. Die beiden anderen Angeklagten wurden freigesprochen. Dr. Schöttler wohnte der Verhandlung nicht bei, da er wegen einer gegen ihn verhängten dreimonatigen Gefängnisstrafe nach Lothringen geflüchtet ist. ■
§ Das Urteil im bayerischen Hochverratsprozcß. Im Hoch- Verratsprozeß gegen die bayerischen Kommunisten vor dem Süddeutschen Senat des Staatsgerichtshofes znm Schntzc her Republik wurde folgendes Urteil gefällt: „Die Angcklagtc^WW Werben wegen Vergehens nach § 7 dcs Rcpnblikschutzgesctzes und Beihilfe znm Hochverrat verurteilt. Karl M anr zu vier Jahren sechs Monaten Gefängnis iinb 400 Mark Geldstrafe, Joseph Simmet zii zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe. ..........."'Ji ■■■■ m ■■^hh" "rmiff"”—............. ■
Nachricht ein Ausdruck der Erleichterung über Elsies Gesicht fliegt.
„Das Mädchen scheint den Menschen nicht zu mögen," sagt er sich. „Merkwürdg! Ich auch nicht. Will mir bas Individuum nach seiner Rückkehr mal genauer unter die Lupe nehmen!"
Und da Elsie gerade ihren Hut aufsetzt und Johny bereits die Türklinke in der Hand hat, kalkuliert er scharfsinnig, daß beide spazieren gehen wollen. Und er fragt, ob er sie ein Stück Wegs begleiten dürfe.
Er darf. Und alle drei spazieren wohlgemut dem Strand zu.
Peter Barns hat den kleinen Blinden an der Hand und horcht voll Interesse auf das lebhafte Geplauder des Knaben, das sich fast nur um die von ihm vergötterte Elsie dreht. Wie sie feine einzige Freundin und so furchtbar gut und lieb ist, daß man es gar nicht beschreiben kann . . . wie sie das Geld für ihn auf der Straße ein- sammelte, wenn er den Leuten was vorgefiedelt hatte . . wie Mister Teddy ihn einmal hörte und ihn dann in die vornehmen Häuser empfahl — zu den Morgans und den Goulds und den Rockefellers und all den andern . . . und wie Elsie ihn überall hin begleitet, weil er doch blind ist.,. Und wie mal ein ganz extrafeiner Mann kommen muß, um Elsie zu feiner Frau zu machen . . .
Und Barns hört unermüdlich zu. Und nickt Beifall. Bis Elsie endlich lächelnd abwehrt und meint, es sei nun genug von diesem Thema. Es gäbe noch interessantere Gegenstände für Lobeshymnen auf der Welt.
„Für mich nicht, Miß Elste!" wehrt Peter Barns frohlaunig ab. „Johny kennt meinen Oreschmack. Also: schieß los, Bürschchen! Beschreib' haarklein die Vombensensation, die Miß Elsie bei den Rockefellers erregte! Und wie sie alle anderen Damen ausstach!"
Und der Knabe plaudert glückselig weiter. Und Elsie lacht dazu. Und Barns nickt weiter Zustimmung--
Vis sie plötzlich, ohne es zu wollen, an der Strandmauer angelangt sind — an der Stelle, wo vor ein paar Wochen der arme Pit tot aufgefunben wurde.
Unwillkürlich stockt das Gespräch. Der Schatten jenes dunklen, unaufgeklärten Verbrechens schwebt dräuend über ihnen.
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