Ortsdiener dem Ortsoberhaupt berichtet, daß alle 6m= geladenen bis auf 5 Alte und Kranke anwesend seien, eröffnet der Herr Borjemaster die Versammlung.
Sin Männer «ich hun Euch heit Li wend sesammeruffe loahe eam (ins oaner goanz earnste Lach' Doa Hun auch e „Lchreiwes" vu Doarmsloadr kriecht, doas eas die Besterigung (Bestätigung) dodefür, doatz Ihr fast all Reandvicher eann Oisse gewäiße seid bei de teste Womit. Ihr all' metenanner, däi Ihr „ritt“ gewèhlt hott, ^hr Rixdauger seid etz am Ugleck der Eemaa schold. Doas Ee- unner muaß Eich verschmeiße!" Jetzt wurde aber das Vorsoberbaupt durch lau:en Tumult unterbrochen: „Boas fällt doann dem Borjemaster iwerhaapt eann!" „Dear eas woahl rettest (verrückt) gewoarn." „Doas brache merr ois neatt gesamt (gefallen) ze loafse!" „Boas hoaste doann iwerbaapt? Boas eas doann iwerhaapt lus (los)'. Do klang es in wildem Lärm und durcheinander an des Bü"> e.Meisters L br. Er aber stand aufrecht, und seine en Blite, als er den Lärmenden und To wie mit Tonnercrollen zurief: „Boas lus eas toas el er (I. gleich"erfoahrn, doann wearn Eich die äuget cd el .t. u uff^l:» eann Ihr werd mear noach zau >ewe. doatz Ihr Reandriecher und Oitze zaum grißte Dail toaa , eweaße seid!" Den wieder von neuem ein > i stn!' en un u' beschwichtigte bar riefen ■ ; ' er Bi t e meister ei ....., I ch ei.se . anz L .n.
. e c en ff .atzen len groß en Schreiern droheia wies. Ln er groIer < alle und Aufmerksymkeit verlas e. ann langsam und mit Betonung das von Darmstadt ge io:: mene „Ech eiwes". Höhnisch lächelte das Ortsober . aupt, als er sah, wie so viele die Augen weit aufristen, wie Angst und Schrecken auf vielen Gesichtern sich spiegelte Kaum bare der Gemeint ereiltet geendet, so brach ein wahrer Höllenlärm los. „Boas woann däi Lompe?" „Da, wunn ois US de Hißer (Häuser) joa (jagen) dai Nix - - er - „Mear -oi doack kaa WilsSu! (Mildschweme
Doas wann ruear erim: emoal seh! Doa geabis Tur. !TötetSo brüllte und schrie alles durcheinander! „Geab mear emoal de Mesch (Wuchs hear. Borjemaster. so ric -stne - der GemeiyderSte. Sorgfältig prüfte er mit Andern ' en Inhalt nach, stellte den amtlichen Charakter der . w eiwes" fest. Woarl artig dsu stihts ichwoarz off wiß was Hun inet all den Dreackfack ze verdanke, däi jü: . en. :il Hun. Aich stell deshalb de Oantrag, doatz Jebe. fech etz meld, wear „rut" gewehlt hoat; Täi möge doann noaD Doawnstoadt foahrn eann froage, ob doas der Dani dodefer wear, doatz mear dem Regierungsbloatt ze lail „tut gewennt bars." Aber in der ganzen großen Ver sammlung war keiner zu finden, der „Rot" gewählt Habei woll e. Keiner woll e an der eingebrockten Luppe schul' sein. Anklagen, Beschuldigungen wurden gegeneinande erhoben und es schien ohne Tätlichkeiten nicht abgehen zi sollen. Da übertönte den Höllenlärm die kräftige Stimm, des Dorfoberhaupts: „Loanner (wann Ihr) etz bcat Maul neat halt, so lös aich oals Eier Borjemaster dai Versammling off eann doann werd Ihr seh' éät eas mea Eich Rixdauger (Taugenichts) giht!"
Nach langem erregten Debattieren faßte man endlich gegen Mitternacht den Beschluß, daß am andern Morgen der Bürgermeister mit dem Beigeordneten in die Kreisstadt fahren solle, um dort einen Advokaten für den von feiten der Gemeinde anzuhängenden Prozeß anzunehmen und wenn das ganze Dorf dabei kaputt gehe, es wäre schließlich doch egal, wie man zugrunde ginge. Danach ginc die Versammlung auseinander, aber noch lange nachhe. standen in den Dorfgaffen diskutierende, streitende und zankende Gruppen beieinander. Es war ein Tag, den man dort so rasch nicht vergeffen wird.
Am nächsten Morgen gegen 10 Uhr betraten unser Bürgermeister mit seinem Beigeordneten das Sprechzimmer eines angesehenen Advokaten in der Kreisstadt, legten ihm mit ernsten Mienen „das Schreiwes" aus Darm stabt vor und baten ihn um seinen fachmännischen Rat in der so schicksalsschweren Sache. Mit Mühe konnte der Advokat das Lachen „verbeißen", denn in der nämlichen Angelegenheit war % Stunde vorher auch der Borje- master von P. mit 2 Gemeinderäten bei ihm gewesen Hetzen Gemeinde ebenfalls mit genau demselben „Schreiwes" aus Darmstadt bedacht und „erfreut" worden wat. Wie diese, so schickte er auch die beiden zuletzt angekommenen Klienten zunächst einmal zum Kreisamt, um zu hören, ob tatsächlich ein derartiges Eozialisierungsgesetz Herausgekommen sei. Mit der dort erhaltenen Auskunf sollten sie sich dann nochmals zu ihm bemühen. So machten sich denn die Beiden auf den Weg zum Krcisamt und begaben sich zum Arbeitszimmer des Vorstehers, in dem gerade seltsamer Weise eine ausgelassene Heiterkeit zu herrschen schien. Als ge auf ihr energisches Klopfen hin Einlaß erhielten, sahen die' Eintretenden außer dem Bürovorsteher und einigen anderen Beamten auch den
„Die schönste Siadi Europas".
(Von einem gelegentlichen Mitarbeiter.)
Rom, im Januar.
Rom hat farbig bewegte Tage hinter sich. Am letzten Tage des alten Jahres erfolgte unter Entfaltung feierlichen ff .,pes auf dem Kapitol die Einsetzung des «Governatore" von Rom und 'zweier Vizegoverna- tori. denen 10 Rektoren beigesellt werden.
Lie alle großen Städte des Kontinents hatte Rom seit Jahrzehnten unter dem üblichen Parieigezänk des Stadtvarlaments und unter h?I Misere der Finanzen gelitten. Der Faschismus ober ging von dem Standpunkte aus, daß die Hauptstadt des Landes und zu allererst die Stadt mit der größten aller historischen Vergangenheiten die Pflicht habe, der ihr obliegenden repräsentativen Rolle auch in ihrer äußeren Erscheinung zu entsprechen. Alsbald nach dem Marsche auf Rom wurde deshalb von Mussolini in der Person des Senators Filippo Eremonesi ein königlicher Kommissar an die Spitze der römischen Stadtverwaltung gesetzt. Tie damals begonnene Reform wird nun vollendet durch die Ernennung und feierliche Einsetzung des Senators Cremo- nefi zuIr Govcrnawre. Alles, was in Rom Amt, Würden. Ramen oder Beziehn gen hat, war zur Feier ein- s-eladen worden, so daß die Säle des kapitotmischen Palastes zum Bersten gefüllt waren. Am Eingang des Konservatorenpalastes war ein Baldachin aus rotem Samt mit goldenen Fransen errichtet. Der Ministerpräsident Bi u s s o l i n i hielt eine Rede, in welcher er einen kurzen tiberbiid über seine gewaltigen städtebanlichen Moderni- sierungspläns gab, die Roms klassischer Schönheit zur Wiedergeburt verhelfen und die Stadt zur schönst e n d è st. o n t i n c n t s machen sollen. Alle die großen berühmte» Bo «werke aus der Römerzeit und die Bau- werte der christlichen Zeit sollen von allen Um- und An- - au cn einer kuns,unverständigen Zeit befreit werden, sie '-uen,künftig inmitten freier Plätze liegen, damit sie auf den Beschauer ihre ursprünglich gewaltige Wirkung aus- oen vermögen. Von der Piazza Colonna aus -oll tnnerhalb fünf Jahren über eine breite Avenue der massige
Bürgermeister von Y. mit 2 Männern dastehen, welch' letztere einen ziemlich „betröppelten" Eindruck machten und weder lachen noch meinen zu können schienen, während dagegen den Beamten noch die Gesichter vor Lachen zuckten Kaum hatte nun unser Bürgermeister mit sorgen- schwerem Blick sein „Schreiwes" dem Bürovorsteher ulier- reicht, als diesen wiederum, taum daß et einen Blick darauf geworfen, die tollste Heiterkeit überkam, wie auch die andern Beamten, denen et das „Schreiwes" vor die ^tafe biclt. Verdutzt schauten die beiden Bittsteller einander an und wußten nicht, was sie zu diesem ihnen so unverständlichen Heiterkeitsausbruch der Regierungsbeamten in einer für eine Gemeinde doch so schicksalsschweren Angelegenheit sagen sollten.
Endlich hatte sich der Bürovorsteher wieder gefaßt: „Meine Herrn" sprach er zu den Bittstellern: „Sie sind wie verschiedene andre Gemeinden unsres Kreises einem unbekannten Witzbold zum Opfer gefallen, bet unter un- efugler 'Anmaßung von Amtsgewalt und u.Nter mitz- : uchlicher Schaffung eines Stempels einer Behörde, ie gar nicht existiert, Ihnen Angst und Schrecken einge- lößi hat. Seien Sie unbesorgt! Mit der Sozialisierung Ihrer Betriebe hats noch gute Wege!"
„So verdammte „Aester", ois so ze erschreacke!" meinte 'per Bürgermeister. Nachdem die leiden Dürgermeister-
e noch 'e 10 Mark kein Advokaten für feine Inan .vè nähme gezahlt hatten, traten sie erst mit dem Spät achmilwgszug, nachdem sie sich bei Speis und Trank .ästig gestärkt hatten, frohgemut die Rückfahrt an.
Als der Zug mit unserm Bürgermeister und seinem Beigeordneten wohlbehalten an der kleinen Haltestelle 'inlief, war fast „die ganze Eemaa" am Bahnhof ver- ammelt, welcher das Ortsoberhaupt auf die stürmische .tage: „Wäi stiht die Sache?" freudestrahlend mit Löwen- .imme zurief: „Mear Huns (Habens) gepackt! Mear Huns .epackt!" — Am Abend war in demselben Lokal, wo Tags uvor die stürmischen Auseinandersetzungen stastgefunden hatten, wiederum eine überfüllte gesellige Zusammen anst aller wahlberechtigten Männer, — diesmal wirtlich 'm „brüderlicher Liebe und Eintracht" — wobei des Dor fes Oberhaupt Bericht erstattete über die so erfolgreiche 'eise in die Kreisstadt. Unter donnerndem Bestall schloß r stine Ansprache, bei der ihm selbst oftmals die Tränen n die Äugen stiegen, mit dem Gelöbnis, das von Allen aut wiederholt wurde:
„Ru oaber nie wirrer (wieder) tut!" „Rie wirrer rut!"
Sie Habens freilich nicht alle gehalten!
Lokales und Provinzielles.
Steuerabzugstabelle. Vom 1. Januar 1926 ab ist das ohnfteuergesetz wiederum geändert worden. Hiernach oteiben für den Arbeitnehmer vom Arbeitslohn frei: r. Als steuerfreier Einkommensbetrag 60 Reichsmark monatlich, 14,40 Reichsmark wöchentlich; 2. zur Abgeltung Der Werbungskosten (§ 15 Abs. 1 Nr. 1, § 16 Abs. 1, Abs. 5 Nr. 4, 5) 20 Reichsmark monatlich, 4,80 Reichsmark wöchentlich; 3. zur Abgeltung der Sonderleistungen (§ 17) .ü Reichsmark monaAich, 4,80 Reichsmark wöchentlich. Außerdem bleiben für die zur Haushaltung des Arbeitnehmers zählende Ehefrau, sowie für jedes zu seiner -aushaltung zählende minderjährige Kind (§ 23 Abs. 2) e 10 Prozent des Arbeitslohnes, der über die vorbezeichneten Beträge hinausgeht, vom Steuerabzug frei. Mindestens bleiben aber die folgenden festen Familieuermäßi- gungen steuerfrei: 1. Für die Ehefrau 10 Reichsmark monatlich, 2,40 Reichsmark wöchentlich; 2. für das erste Kind 10 Reichsmark monatlich, 2,40 Reichsmark wöchentlich; 3. für das zweite Kind 20 Reichsmark monatlich, 4,80 Reichsmark wöchentlich; 4. für das dritte Kind 40 Reichsmark monatlich, 9,60 Reichsmark wöchentlich; 5. für das oierte Kind 60 Reichsmark monatlich 14,40 Reichsmark wöchentlich; 6. für das fünfte und jedes weitere Kind 80 Reichsmark monatlich, 19,20 Reichsmark wöchentlich. Diese festen steuerfreien Beträge finden jedoch nur bis zu ^missen Erenzbeträgen (Schnittpunkte) Anwendung. Bei Einkommen darüber hinaus ist das prozentuale System anzuwenden.
6 prozcntige Hessische Braunkohlenroggenanleihe. Bei Anwendung der Anleihebedingungen für die 6 prozentige Heffische Braunkohlen-Roggenanleihe hat die Hessische Staatsschuldenverwaltung die am 1. Februar 1926 fälligen Zinsen, unter Zugrundelegung der Durchschnittspreise für 1 Tonne gesiebte Förderbraunkohle und einen Zentner Roggen in den Monaten Oktober 1924 bis einschl. März 1925, auf 0,45 NM. nach Abzug der Kapitalertragssteuer für eine Einheit festgesetzt. Ta die Schuldverschreibungen der Anleihe auf %, ^, 1, 2 und 5 Einheiten lauten, so Bau des Pantbeons zu sehen sein. Bis zum Meere ytnaM an den Ufern des Tibers entlang bis Ostia soll die Stadt ausgedehnt werden. Die breiteste und längste Priinkstraßs der Welt soll vom Herzen Roms nach Ostia führen.
Zum Reujahrsbeginu fand große Gratulationscour beim König auf dem Quirinal statt. Auch das Zeremoniell dieses alljährlichen Ereignisses hat Veränderungen erfahren: M u s s o l i n i genoß diesmal den Vorrang unb brachte als erster und allein dem König feine Glück- Wünsche dar, und erst nach ihm erschienen der Reihe nach die übrigen Inhaber des Annunziatenordens, dann bie Vertreter des Senats und nach diesen die des Abqcordne- tenhanses, die Minister und schließlich der neue Governa- tore von Rom.
Der Ministerrat hat inzwischen drei einschneidende Beschlüsse gefasst Der Mieterschutz wird bis Ende Juni dieses Jahres vollständig abgebaut und damit der Wohnungsmarkt wiederum völlig freigegeben. Nur für Neap e l wurde eine Attsnahme zugelassen; dort soll di? Zwangswirtschaft noch bis zum 4. Mai 1927 aufrecht- erhalten bleiben, aber auch sonst behält die Regierung sich vor, neuerdings beschränkend cinzugreisen für den Fall, daß die Freiheit von den Hausbesitzern mißbraucht werden sollte. Ein zweiter Beschluß betrifft die Heeres- r c s o r m , derzufolge die normale Dienstzeit achtzehn, bie herabgesetzte sechs Monate betragen wird. Eine Division wird in Zukunft statt vier nur drei Regimenter umfassen, Die Feldartillerie wird vermehrt werden und die Schützen, die Bersaglieri mit ihren romantischen Federbüschen, werden Radfahrer werden. Der dritte Beschluß betriff! die Schaffung einer italienischen A kademie, mit der bie seit langer Zeit vom Faschismus schmerzlich empfllndenè Lucke seiner intellektuellen Betätigung gefüllt werden soll. Die Akademie, bereit Arbeitsgebiet Literatur, Kunst unb Wijsennyast ist, wird 60 Mitglieder umfassen, die auf Vorschlag des Ministerpräsidenten und des Unterrichts- miuifters durch königliches Dekret auf Lebensdauer ernannt werden und je mindestens 30 000 Lire Jahre^- gehalt und eine Prächtige Uniform erhalten. Sitz der Akademie wird der Patazzo Giustiniani sein, aus dem bei Faschtsmus erst kürzlich die Freimaurer ausgetrieben hat, d:e dort ihre Zentrale batten.
entfallen auf die jetzt fällig werdenden Zinsscheme Betrüge von 0,12, 0,23, 0,45, 0,90 und 2,25 RM.
Friedberg, 11. Jan. (Starke Zunahme d er M a u l- und Klauenseuche.) Nach einer amtlichen Veröffentlichung ist die L-aul- und Klauenseuche neuerdings in Nieder- Erlenbach und Assenheim (Kreis Friedberg), Carbeuteich, Watzeuborir unb Steinberg (Kreis Greffen) und Hermannstein und Holzhausen (Kreis Viedenkopf) ausgebrochen. Sperrnraß- nahmen sind veranlaßt worben. ...... Auch, an der Bergstraße nimmt die Maul- und Klauenseuche wieder stark zu. Neue Fälle werden gemeldet aus Meinheim, Hambach, Hüttenfeld, Dossenheim, Jkvesseld, Rohrbach unb Handschuhsheim.
* Friedberg, 10. Jan. Mehr als 2000 hessische Lehrer haben ihre Musik- und Eesangsausbildung von dem verstorben«» Musiklehrer Friedrich Sdjmibt erhallen, der über ein halbes Jahrhundert — von Ostern 1861 bis Ostern 1912 — am Lehrerseminar zu Friedberg wirkte. Aus seiner Schule sind zahlreiche hessische Organisten, Ecsangoereins-Dirigenten unb Musiklehrer hervorgegangen. Er war mit reichen Gaben und meisterhaftem Können ausgestattet, besaß eine vorbildliche Pflichttreue und mannhafte Offenheit. -
Frankfurt a. M., 11. Jan. (Kranb.) Die Feuerwehr wurde heute abend kurz nach sechs Uhr nach dem städtischen Krankeichause alarmiert, wo im ersten Obergeschoß der chirurgischen Abteilung in einem Zimmer der Schwesternstation Schränke und Vorhänge in Flammen standen. Eine Weitervcrbreitung des Feuers wurde durch die Wehr verhindert. Menschenleben kamen nid) in Ee.ahr. Der Sachschaden ist ziemlich erheblich.
BaÄ oben i. T., 11. Jan. (Erhol ungshei m.) Das Erholungsheim Bethesda des Verbandes der Kom- munalbeamten und Kommunalangestellten Preußens, das seit einem Jahre geschlossen ist, wird im Frühjahr dieses Jahres wieder eröffnet werden.
Mörfelden, 12. Jan. (E i n e Riefen eiche.) Im hieü» gen Forst wurde eine Niestneiche gefällt, die 34 Raummeier Scheiiholz, 6 Raummeter Stockholz und 4,5 Festmeter Nutzholz ergab.
Darmstadt, 11. Jan. (Tagung der evangelischen F: a u e n ö r g a n i s a t i o n e n.) Die vereinigte Evangelische Frauenorganisa ion wird am 30. und 31. San mir in Darmstadt tagen.
' armftebt. 11. Jan. (M aul- unb Klauenseuche.) . ach einer ärmlichen Verößfenthichung herrsch!« im Lande Hessen am i. Januar 1926 in insgesamt 69 Gemeinden mit 152 Ee- :Pf:en die Maul- und Klauenseuche. Im einzelnen waren ver- .chi: Kreis-Darmstadt zwei Gemeinden (5 Gehöfte). Bensheim drei (3), Dieburg sieben (18), Groß-Gerau zwei (10), Hep- peicheim vier (6), Offenbach fünf (7), Büdingen sieben (9), Friedberg sechs (17), Ei eßen acht (20), Schotten vier (5), Bingen zwei (2), Mainz drei (10), Oppenheim fünf (16) und Worms 11 Gemeinden (24 Eehöfte). Die Kreise Erbach, Alsfeld, Lau- erbach unb Alzey waren fcuchenfrei.
Sarmitabt, 11. Jan. Nach dem Ergebnis der letzten Dolks- zchlung am 16. Juni 1925 betrug bie Einwohnerzahl des Freistaates Hessen 1 317 280 (am 1. Dezember 1910 1 282 051). Die Provinz Scarkenburg Halle an diesem Tage 634 622 Einwohner 1910 : 590 380), die Provinz Oberheffen 328 490 (309 233) die Provinz Rheinhessen 384 168 (382 438) Einwohnern. Nach dem Bekenntnis setzt sich die Bevölkerung folaendermaffen zusammen: Evangelische 885 469 (1910: 848 004), 65,7 Proz. (66,1 Proz.), Katholiken 415 745 ( 397 548), 30.9 Proz. (31 Proz.), Israeliten 20 401 (24 063), 1,5 Proz. (1,9 Proz.), sonstige Christen 8023 (6660)/Q,6 Proz. (0,5 Proz.), Nichlchristcn 17 642 (5776), 1,3 Proz, (0,5 Proz.). In der Provinz Starkenburg waren vorhanden 413 308 (391 187) Evangelische, 198 754 (183 941) Katholiken, 7994 (9740) Israeliten: der Rest waren sonstige: die Provinz Oberheffen hatte 289 7'72 (274 324) Evangelische, 30154 (27 038) Katholiken, 5732 (6554) Israeliten, der Rest Sonstige, während in Rheinhessen 182.299 (182 293) Evangelische, 186 837 (186 569) Katholiken und 6675 (7569) Juden gezählt wurden. _ Drc'
wurden im ganzen Freistaat gezählt 680 851 männliche und 700 521 weibliche Personen. Der Geburtenüberschuß in den
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letzten 15 Jahren belief sich auf 99 321.
Darmstadt. (O be r st von Neidhardt f.) Vorgestern nachmittag starb der als Varsitzenber der „Hassia" weithin bekannte Oberst a. D. von Neidhardt. Er erlag den Folgeerscheinungen seiner schweren Verwundung, die er an der Spitze des Eardcsüsilierbataillons des Leibgarderegiments im August 1914 erlitt. Von Neidhardt, der Sohn des früheren hessischen Gesandten in Berlin, ging aus dem Kadettenkorps hervor und hat feine militärische Lausbahn bis zum Stabsoffizier im 3. Garde- regiment zu Fuß durchlebt. Nachdem er kurze Zeit im Garde- fnsilierregimeÄ gestanden hatte, übernahm er 1913 bas hiesige Gardefüsili erbat aillon, Der Besten einer ist mit ihm dahinge- gangen. Seine Gattin, die Tochter des Reichsbankpräsidenten Koch, starb 1918, während er an bet Vogesenfront stand.
Darmstadt, 12. Jan. (Eaunerfrechheit.) Vor einigen Tagen ist hier ein Einbruch begangen worden, der nicht einer gewissen Komik entbehrt. Die Herren Einbrecher hatten bereits alles, was einen gewissen Wert hatte, verstaut, als sie noch eine frisch gebratene Gans entdeckten. Die Gauner vertilgten an Ort und Stelle den guten Biffen, fanden auch den dazu gehörigen Wein und ! verdufteten dann unerkannt, nachdem sie ihre „Visitenkarte" zurückgelaffen hatten.
Man sieht, Rom durchlebte am Ende des alten uno am Anfang des neuen Jahres farbenfrohe Tage, die an längstvergangenc Zeiten erinnern. Der Diktator Mussolini folgt teilweise dem alten Rezept der wichtigsten, Volks- nahrung p a n e in c t c i r c e n s i s (Brot und Spiele), er sorgt für die Augenweide. Für das Brot und für -s, was sonst noch mehr oder weniger dazu gehört, h. .er einzelne selbst zu sorgen. 2. Car,
Humo des Tlrislands.
Advokat (zum frcigcsprochcncn Hochstapler): „Nun, habe ich Ihnen nicht glänzend herausgeholscn?" — Gauner: „Na, hätt' ich schon vor Ihrer Rede gewußt, was für ein ehrenhafter Kerl ich bin, hätt' ich mir die Kosten Ihrer Verteidigung sparen können." (Tit-Bits.)
A. (zu einem Kaufmann): „Es heißt, immer, je besser eine Ware ist, desto größer sei ihr Umsatz." — B.: „Bei einem meiner Artikel ist es gerade umgekehrt. Je schlechter, desto mehr Verbrauch." — A.: „Was ist denn bas für ein Artikel?" — „Streichhvlze t,“ (Answers.)
„Für wie alt halten Sie diesen Mein?" fragte der Wirt einen Gast—--„Hm," meinte dieser, „mir scheint, er stammt aus Noahs Zeit, denn man schmeckt die Sintflut heraus.“
(Jl Motto per ribere.)
Unsere Jüngste war immer sehr emp- n Klagen und Jammern, wenn sie sich Eines Tages lief sie ein Stück vom j c aus, wie sie ganz gefährlich , o Wunder, ich hörte fein
Für die anderen.
findlich, unb'es gab ein einmal gestoßen hatte.
Hause fort, und ich sah vom Fenster über einen Stein stürzte.. Aber, o .
Schreien, jonbern sah, wie sic ruhig ausstand, sich umsah, den Schmutz avputzte und weiterlief. Als sie später heimkam, sagte ich zu ihr: „Nun, du bist vorhin ja so gefallen; aber das war einmal tapfer, daß du gar nicht geweint und geschrien hast!" — „Ja," sagte sie, „es war ja niemand da!" (Universum.)
Ansteckend. „Zu welchen Krankheilcii gehört die Schlaflosigkeit?" fragte bet medizinische Examinator einen jungen Mann. — „Zu den ansteckenden!" erklärte dieser. — „Das ist mir völlig neu," versetzte der Professor. „Wo haben Sie das gelernt?" — „Ich weiß es aus eigener Erfahrung," lautete die Antwort. „Wenn der Hund meines Nachbars nicht schlafen tann, finde ich auch Mpe Vpttrtphe."