Einzelbild herunterladen
 

$ GesönMiS für einerharmlosen Scherz", (rin tragt, komische.? Schauspiel entrollte sich vor dem Schöffengerichi in Halberstadt. Vorgeschichte: In dem Verhältnis eines Arbeiters mit einem schönen Mädchen stellte sich Freund Adebar als Dritter im Bunde ein. Erster Aki: Das Mädchen erhält von ihrem Geliebten die Nachricht, er lüge schwerkrank im Kranken- haus. Ein zweiter Bries mit einer Bescheinigung des Kranken- bauseS sey! sie davon in Kenntnis, daß der Bedauernswerte nach schwerem Selben. sein Lehen ausgehaucht habe. Zweiter Aki: Die Geliebte traut mehr der Stimme ihres Herzens, die ihr sagt:Er lebt. Dieser inneren Offenbarung folgend, begib! sie sich auf die Suche und f-nbetden Getreuen" in bester Gesundheit unter den Irdischen. Dritter Akt: Das Halberstädter Schöffengericht schenkt der Aussage des Arbeiters, er habe sich seinen Verpflichtungen nicht entziehen wollen, sondern sich nur einenharmlosen Scherz" erlaubt, keinen Glauben und verurteilt ihn wegen schwerer Urkundenfälschung zu einem Monat Gefängnis.

Vermischtes.

Neues von der Volkszählung. Die ortsanwesende Be­völkerung des Reiches bei der Volkszählung am 16. Juni ist jetzt auf 62 564 753 berichtigt worden, die Wohnbevöl­kerung auf 62 365 478. Von dem Unterschied mit 199 000 konnte ein dauernder Wohnsitz nicht festgestellt werden. Am 1. Dezember 1910 hatte die anwesende Bevölkerung auf dem jetzigen Reichsgebiet ohne das Saargebiet 57 798 000 betragen, jetzt also 8^ Proz. mehr. Für den 1. Juli 1914 wird sie auf 60 420 000 berechnet, der Zuwachs also auf 2145 000 oder 3,55 Proz. Beim männlichen Ge­schlecht betrug die Vermehrung nur 1 693 000 oder 5,94 Proz., beim weiblichen dagegen 3 073 000 oder 10,49 Proz. Die natürliche Zunahme der Bevölkerung betrug nach Ab­zug von 170 000 vermißten Militärpersonen von 1910 bis 1925 beim männlichen Geschlecht 1 626 OpO, beim weiblichen 2 735 000, beide 4 361 000. Der Ueberschutz der tatsächlichen Zunahme um 405 000 ist Zuwanderung.

Die Zulassung zur Kassenpraxis. Ueber die Zulassung zur Kassenpraxis hat der Reichsausschuß für Aerzte und Krankenkassen eingehende Bestimmungen beschlossen. Bei jedem Versicherungsamt ist ein Arztregister zu führen. Jeder Arzt, der Kassenpraxis betreiben will, muß sich in das Register des Bezirkes eintragen lassen, in dem er zu- gelassen werden will. Wird er gleichzeitig in mehreren, nicht benachbarten Bezirken eingetragen, so gilt keine der Eintragungen. Gestrichen wird ein Arzt, wenn er ver­zieht, die Streichung beantragt, stirbt, die Voraussetzun­gen nicht mehr gegeben sind, er dreimal ohne wichtigen Grund eine angebotene Arztstelle ablehnt oder die kassen­ärztliche Praxis niederlegt. Die Zulassung zur Praxis ge­schieht stets und ausschließlich durch den Zulassungsaus­schuß. Er besteht aus mindestens je drei Vertretern der Kassen und der Aerzte. Auf je 1350 Versicherte, bei Fa­milienbehandlung auf je 1000 Versicherte, soll ein Arzt entfallen.

Der größte Stausee Europas. Die Ourtalspcrre, die zwischen Luxemburg und Preußen, nordwestlich von Trier, die Wasser des Grenzflusses Our aufstauen soll, wird der größte Stausee Europas werden. Er wird eine Länge von 41 Kilometern bei einer Breite von 1 bis Kilo­metern haben. Die große Staumauer zwischen Stolzen­burg und Biewels, nördlich von Vianden, wird 106 Meter hoch und 86 Meter dick sein und 312 000 Kubikmeter Mauerwerk enthalten. Fünf Dörfer nebst zahlreichen Ge­höften werden in den Fluten dieses größten Stausees Europas verschwinden und auf den Randhöhen des Onr- tals neu erstehen.

._= Türkische Sultanspaläste als Spielhöllen. Nachdem jüngst der Plan aufgetaucht ist, ganz Österreich in eine Spielhölle zu verwandeln, sind auch die Türken auf die Idee gekommen, daß ein umfangreicher Spielbetrieb eine ganz nette Sache sein und den schwach gewordenen Staats- finanzen ein bißchen auf die Beine helfen könnte. Das Spiel soll zunächst im Jildis-Kiosk, dem Konstantinopeler Palast des seligen Abdul-Hamid, beginnen, um dann, wenn cs sich hier bezahlt machen sollte, in anderen Sultans­palasten fortgesetzt zu werden. Eine Gesellschaft m. b. H., die die Sache in die Wege leiten will, hat sich bereits mit dem Präfekten von Stambul in Verbindung gesetzt, und Mustapha Kemal Pascha soll gegen den Vertragsabschluß nichts einzuwenden haben. Es wird ein Pachtvertrag für drollig Jahre abgeschlossen mit einem Jahresertrag von 30 060 türkischen Pfund für die Regierung von Angora, ^as von den Spielpächtern anzustellende Personal muß türkischer Herkunft sein; ausnahmsweise aber auch das nur für eine beschränkte Reihe von Jahren können ein paar ausländischeSpezialisten" als Spielleiter verpflich­tet werden. Die Unternehmer wollen in den Gärten des exkaiserlichen Palastes Hotels im all--modernsten Stil bauen und prunkvolle Spielsäle einrichten; dann kann sofort angefangen werden.

^-*"

LE Man auf Abzahlung kaufen?

Eine wirtschaftliche Frage.

Der Postbote bringt mir ein Paket von erheblichem i Umfang ins Haus. Der Karton ist mit zahlreichen Mar- i ken der Vereinigten Staaten geziert. Ich entnehme ver Hülle ein etwa 2600 Seiten starkes Buch und blättere mit j der Andacht und mit der Bewunderung, die der Europäer i allen amerikanischen Dingen entgegenbringt, in dem Ka­talog eines Newyorker Abzahlungsgeschäftes, das ich um eine Auskunft ersuchte und das die Gelegenheit benutzt, mich in den Kreis seiner Propaganda einzubeziehen.

Auf den 2000 Seiten des Buches sind die 40 000 nicht annähernd, sondern ganz genau vierzigtausend Gegenstände verzeichnet, die das Warenhaus seinen stän­digen Kunden auf Abzahlung anbietet. Es gibt wovl nichts, was ein Mensch benötigt oder sich ersehnt, das er nicht von dieser Firma beziehen könnte. Seien es nun Bekleidungsobiekte, Lebensmittel, Spielzeuge, Möbel, TchmuZaegenstände, Fahrräder, Tapeten, Wetterfahnen und dergl mehr. Benötigt einer ein transportables Haus, so findet er alle gangbaren Modelle abgebildet und be­schrieben. Sehnt sich jemand nach einem Aeroplan, so belehrt man ihn über das praktischste System. Glaubt einer, nicht ohne lebende Krokodile auskommen zu können, so erfährt er, wieviel er für ein ausgewachsenes Männchen anlegen muß.

Aus den Bildern und Beschreibungen, die die ersten Seiten des Buches zieren, gewinnt man ein Bild davon, wie so ein Riesenabzahlungsgeschäft organisiert ist. Ein Warenhaus und ein Bankgeschäft sind hier or­ganisch verschmolzen, zu einer Einheit geworden. Ihnen gesellt sich als dritter Faktor eine Privatauskunstei zu, die sicher an Ausdehnung und Leistungsfähigkeit alle europäischen Schwesterinstitute weit überbietet.

Ich vergleiche den Preis der in diesem Katalog an- gebo cnen Standardartikel mit demjenigen von Waren, die in den Newyorker Tageszeitungen zum normalen Verkauf, d. h. ohne Ratenzahlung, angezeigt werden. Und siehe da: das Ratenwarenhaus ist sicherlich nicht teurer, rondern eber billiger. Ein Amerikaner, mit dem ich diese

Der Wènschelrrttengütrger von Sizilien. Die.italie­nischen Blätter erzählen Wunderdinge von einem Wün­schelrutengänger, der in Sizilien seinen Wirkungskreis hat. Man braucht dort nicht mehr zu forschen, zu schürfen und zu bohren, um die Schätze, die im Schoße der Erde ruhen, die unterirdischen Wasser- und Petroleumguellen ans Licht zu rufen , man ruft einfach den Rutengänger, und in einem Nu fast ist festgestellt, ob man rechnen darf, mit Erfolg zn graben, oder ob man sich die Bohr- und Schürfarbeit sparen kann. Der sizilische Rutengänger, der, wenn man von seiner unscheinbaren Rute abstcht, ohne jedes Instrument arbeitet, ist ein Klosterbruder namens Innocenzo Preverc.Wenn ich," so erklärte er einem Journalisten,über einer unterirdischen Strömung stehe, fühle ich etwas Merkwürdiges in meinem Körper. Die Schläge des Herzens verringern und verlangsamen sich, was auch Ärzte festgestellt haben, und ich empfinde ein so­genanntes Ämeisenkribbeln in meinem Arm. Wenn ich dann eine kleine biegsame Rute in die Hand nehme, sie an beiden Enden festhalte und zum Bogen biege, hört das Kribbeln sofort auf; ein magnetischer Strom ist in meinem Körper unv geht durch die Rute. Die Enden der Rute schwanken hin und her und machen halbe Drehun­gen; aus der Zahl dieser Drehungen ermittle ich die Tiefe und die Menge der Strömung und des Erzlagers, das zu vermuten ist. Ist Wasser vorhanden, dann beginnt die Rute Halbkreise zn beschreiben; ist aber Petroleum oder ein Erzlager da, dann dreht sich die Rute nur ein ganz klein wenig. . ."

Entdeckung einer ägyptischen Totenstadt. Amerika­nische und französische Forscher veranstalten gegenwärtig, angeregt durch die Auffindung des Grabes des Pharaos Tutankamen, im Umkreise der ägyptischen Pyramiden Ausgrabungen, die weit vor Tutankamen liegende Peri­oden der ägyptischen Geschichte aufhellen sollen. Prof. Georg Reisner von der Harvard Universität hat in ver Nähe der großen Cheops-Pyramide Gräber, die minve- stens 6000 Jahre alt sein sollen (während Tutankamens Grab nur etwa 3500 Jahre alt ist), freigelegt, dariintei das Grab einer Favoritin des Pharaos Snofru. Noch mehr vom ForschcrglLck begünstigt waren die Franzosen: sie haben das Grabmal des Sohnes des Pharaos Didufri entdeckt und mit ihm zugleich eine ganze Totenstadt von einem Hektar Umfang, in der sich Gräber von den ältesten, fast vorgeschichtlichen Zeiten Ägyptens bis zur Zeft der Erbauung der Pyramiden befinden. Man kann in diesen Grabkammern alle Bestatiungsarten der alten Ägypter, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben, studieren: man findet Leichen in Kauerstellung und zusam­mengekrümmt, Leichen, die, zu Mumien eingetrocknet, auf Steinbetten liegen, Leichen zwischen Steinhaufen, die bae primitive Grab darstellen, usw Bei den Toten fand mar Ornamente und Halsschmuck, Stein- und Alabastergefäße Bronzegerüt, irdenes Gcschin und mancherlei ander« Dinae.

Sensationeller Briefmarkenfund in Wien. Die Kunde von sensationellen Briefmarkenfunden gehört eigentlich zu den Seltenheiten. Nun ist in den letzten Tagen in Wien ein Briefmarkenfund, der den größten Wert aller bisher bekannten österreichischen Sammlungsobjekte darstellt, ge­macht worden. Die ersten österreichischen Zeitungsmarken waren die noch heute sehr gesuchtenMerkure", deren eine, der rote Merkur, ob ihrer Seltenheit längst zu fast sagen­hafter Berühmtheit geworden ist. Am häufigsten und billigsten ist der blaue Merkur; ihm folgen an Seltenheit der £ be und rosa Merkur, deren jeder einige hundert Schilling kostet. Bei einer Wiener Briefmarkenfirma er­schien nun dieser Tage ein Händler, der einen Block von zwölf Stück des gelben Merkur, auf ganzer Zeitung in wunderbarer Erhaltung klebend, zum Kauf anbot. Die Zeitung trägt zudem noch die Adresse:An Seine k. k. Apostolische Majestät Kaiser Ferdinand in Prag"; es handelt sich um eine Drucksache, um Nummern der längst eingegangenen literarischen Zeitschrift-Faust", die sich auch Kaiser Ferdinand regelmäßig zusenoen ließ. Der Merkurblock auf der Drucksache hat einen Wert von vielen hundert österreichischen Millionen. Das interessante ist, daß der frühere Besitzer dieser Zeitungen, ein längst ver­storbener Aristokrat, die Drucksache nicht etwa wegen oer Marken, sondern wegen der Adresse ausbewahrt hat. Seine Erben haben aber mit den Marken das Große Los ge­zogen, denn es wird sich aus ver Veräußerung ein enormer Betrag ergeben.

Der Umhang. Jeder Mensch hatte einmal eine Groß­mutter, die ein Umhänge- oder Umschlagetuch hatte, und in manchen alten Schränken liegen noch derartige Tücher als rührende Erinnerung an jene Zeit, die wir diegute alte" zu nennen pflegen. Großmütter gibt es auch heute noch, aber die Umhängetücher waren aus der Mode ge­kommen, und man sah sie zuletzt nur noch im Film: wenn dort eine arme Frau aus dem Volke, ein Elendsgeschöpf, auf die Leinwand kommt. trägt sie als Zeichen ihrer großen

für uns verblüffende Feststellung bespreche, erklärt mir: Was finden Sie daran erstaunlich? Selb st ver stünd­lich kann bei uns das Abzahlungsgeschäft billiger als jedes andere Warenhaus sein. Das gewöhnliche Warenhaus muß sich seine Kunden täg­lich neu durch kostspielige Propaganda werben. Das Ab- zahlungsgeschäft verfügt dagegen über einen ganz unge­heuren Stamm von ständigen Kunden, die dort ihr lau­sendes Konto haben und ihre gesamten Einkäufe dort decken, und braucht daher nur darauf bedacht zu sein, den Kreis seiner Bezieher zu vergrößern."

Der Postboie bringt neuerdings in Deutschland, in Stadt und Land, fast täglich, wenn nicht gar mehrmals täglich, Offerten der verschiedensten deutschen Firmen ins Haus, die sich gleichfalls erbieten, dem Konsumenten Wa­ren gegen Teilzahlung zu liefern. Es sind kleine Blättchen Papier, in denen uns erzählt wird, man könne Autos jetzt so vorteilhaft erwerben, daß auch der Minderbemittelte in der Lage sei, sich ein Fahrzeug anzuschaffen. Ein anderer preist Gummimäntel gegen wöchentliche Teilzahlungen von 1 Mark, ein dritter Wintermäntel gegen Teilzahlung von 2 Mark in der Woche. Der vierte schließlich will einem gegen ähnliche Raten Lexika und Klassiker liefern. Bei flüchtiger Überlegung wäre man leicht geneigt anzuneh­men, daß diesAufblühen" der Teilzahlungsgeschäfte in Deutschland ein Zeichen der Zeit sei und daß sie sich be- londers gut rentieren müßten, weil alle Menschen mit halb­wegs gesichertem Einkommen, die zwar im Augenblick meist über kein flüssiges Geld verfügen, aber sich befähigt glauben, die Ratenzahlungen innezuhalten also ein immerhin erheblicher Teil des deutschen Volkes als Kunden in Frage kämen.

So beschließe ich denn, einer Firma, die ausschließlich auf Teilzahlung liefert, einen Besuch abzustatten. Es ist tatsächlich ein immerhin recht umfangreicher Laden, wenn­gleich er sich in den Ausmaßen mit den amerikanischen Unternehmen gleicher Art nicht annähernd messen kann. Nach meinem Begehr befragt, sage ich, daß ich beabsichtige, nur eine Wohnzimmereinrichtung zu kaufen. Ich bezeichne unter den wenigen Modellen auch eines, das mir gefällt. Jlitn beginnt ein umständliches Verhör. Die Angabe des i nt dem ich tätig bin, genügt durchaus nicht. Ich soll Burgen bringen, einen Wechsel uüterschreiben. kurz,

Nor und rhrer Armut unfehlbar ein Amhängetuch; die Kinoregisscure wissen das eben nicht anders. Jetzt aber scheint der Umhang der Großmutter auch außerhalb des Kinos wieder zu Ehren kommen zu sollen; einstweilen taucht er erst schüchtern und verschämt auf, aber es wird schon kuben, und eines Tages wird er wieder ebenso modern sein wie Pagenkopf und kurzer Rock. Augenblicklich steht der Verbreitung des Umhängetuches nur noch die gewich. tigc Tatsache entgegen, daß die Damenkleider oben etwas sehr ausgeschnitten sind: wenn man aber schon einen fch&> nen Ausschnitt hat, will man ihn doch auch zeigen und nicht durch einen Umhang verdecken. Aber es ivird sich sicher ein Ausweg finden lassen und das Umschlagetuch, das uns diesmal aus Italien kommt, wird schon irgendwo untergebracht werden; wenn nicht anders, wird es die vor­nehme Dame zu Hause tragen . . .

~ Der Kniemuff. Das ist die neueste amerikanische Mode. Um den Sinn dieser Neuerung zn verstehen, muß man wissen, daß die Amerikanerinnen ihre Strümps» eingerollt" zu tragen pflegen; und zwar zumeist dicht unter bem Knie, so daß also, falls nicht ein nicht gar zu kurzer Rock die fraglichen Körperpartien verhüllt, die un­teren Extremitäten etwa in der Art der ja auchknie­freien" schottischen Soldaten bekleidet sind. Nur daß diese'" Kniefreiheit nicht immer in Erscheinung zu treten pflegt, also nur dann, wenn etwa ein Windstoß einen für Un- j befugte eigentlich nicht bestimmten Anblick gewährt. Und da das gewissermaßen auch aus rheumatischen Grün­den für die Anhängerin der kniefreien Mode nicht sehr an­genehm ist, so hat sich ein amerikanischer Filmstar ein Verdienst um seine Mitschwestern erworben, indem er jenen kleinen Pelzmuff lancierte, der das entstrumpfte Knie nicht nur vor zudringlichen Blicken, sondern auch vor den Unbilden der Witterung schützt. In der amerikani­schen Frauenwelt hat die neue Mode rasch Eingang gefun­den und es ist anzunehmen, daß auch bei uns derKnie­muff" bald zu sehen sein wird.

Presse gegen Rundfunk. Zwischen der englischen Presse und dem englischen Rundfunk ist ein Streit von grundsätzlicher Bedeutung ansgebrochen. Der. Londoner Rundfunk hat in letzter Zeit außer den üblichen Depeschen und letzten Nachrichten, die er gegen 9 Uhr abends zu i verbreiten pflegt, auch umfangreiche Lokalberichte, die er sich von eigenen Reportern geben läßt, an die Rundfunk­teilnehmer weiterzugeben versucht. Die englischen Zei- tungsverleger haben nun in einer außerordentlichen Ver­sammlung erklärt, daß diesegesprochene Zeitung", die mit der Zeit sich zu einer Konkurrenz für die gedruckte Zeitung auswachsen könnte, gegen frühere Vereinbarun­gen verstößt, und haben sich an die Regierung, die das Rundfunkmonopol besitzt, mit der höflichen, aber bestimm- ten Frage gewandt, was sie zu der unerwünschten Neue­rung zu sagen habe. Die Zeitungsverleger sagen, daß sie den Telegraphenagenturen die Erneuerung oder Verlänge­rung des Vertrages untersagen würden, wenn der Rund­funk weiterZeitung machen" werde; die Macht dazu scheinen die Verleger, die den Agenturen Millionen ein- bringen, schon zu haben.

2500 Jahre alte Schlittschuhe. Sie eignen sich wohl nicht als Weihnachtsgeschenk, aber sie sind immerhin einer der interessantesten Funde, die das Prager archäo­logische Institut aufbewahrt. Sie entstammen nicht einm - einem Tutankhamengrab die alten Ägypter haben Schlittschuhlaufen bestimmt nicht gekannt, sondern sind böhmisches Jnlandserzeugnis. Sie gehören zu den prä­historischen Funden, die man als Knovizer Kultur be­zeichnet und die in das fünfte Jahrhundert vor Christi zurückverlegt werden. Die Prager Schlittschuhe sind dem- gemT inibrn^^ P'.M.Vf. ül4< ein wenig entfernt; sie sind nicht einmal ans Metall, son- f dern aus Rinderknochen hergestellt. Der Knochen wurde, auf einer Seite der Länge nach abgeplattet und an den j Enden zum Durchziehen der Befestigungsriemen mit Löchern versehen. Die Gelenkstücke der Kuochenkenle bil­deten dann natürliche aufgebogene Schlittenkufen. Diese Schlittschuhtype ist übrigens mit dem Volksstamm, der sie benutzte, nicht ausgestorben. Kleine Jungen au? dem Torfe laufen noch heute auf Holzklötzen, die sie sich in ähnlich primitiver Weise zu Schlittschuhen zurechtgebaftett haben.

Mittel zur Beschleunigung der Briefüesteüung. Zehn­tausend Paar Skis mit gedruckten Gebrauchsanweisungen wurden von der russischen Postverwaltung an Briefträger in ländlichen Distrikten verteilt, um die Briefbestellung zur Winterzeit zu beschleunigen. Aber trotz des reichlichen Schnees ist das Skifahren in Rußland wenig bekannt und der einzige Erfolg dieser Neuerung war bisher eine un­gewöhnlich große Zahl von Gesuchen um Krankenurlaub zur Pfleae verstauchter und gebrochener Arme und Beine.

, lauter Dinge tun, die in Amerika durchaus nicht vonnöten sind. Und der Besitzer klagt mir sein Leid. Wieviel Außenstände er habe und wieviel Schwierigkeiten mit sei­ner Kundschaft, die zurzeit völlig außerstande sei, die Rei­ten zu entrichten. In den letzten Monaten bekomme die Firma so gut wie gar nichts herein.

Aus Gründen der Gewissenhaftigkeit suche ich noch ein zweites Geschäft auf, das mir viel kulanter eutgegenkommt.. Eine Auskunft werde zwar über mich eingezogen werden, aber von Wechseln, Bürgen usw. ist nicht die Rede. Ich notiere mir den Preis, der für den bestimmten Gegenstans gefordert wird, sehr genau und versuche, den gleichen in einem Deiailgeschüft aufzutreiben. Er kostet dort genau 40 % weniger. Wucher? Nein, durchaus nicht. In fit 40 % sind nur die Zinssätze für das Leihgeld und die Risikoprämie einlalkuliert, die die Ware so ungeheuerlich verteuern.

Ein Berliner Großkaufmann hat jüngst das Ab- i zahlungsgeschäft folgendermaßen charakterisiert: In Amerika bedeutet eine Blüte des Abzah­lungsgeschäftes zugleich einen wirtschaft­lichen Aufschwung. In Deutschland fenn- zeichnetVasfcheinbareAufblühendesTeil- zahlungsgeschäftes nur unsere elende Konjunktur.

Und damit beantwortet sich die einleitend gestellte Frage von selbst. Die Vorurteile, die bisher in Deutschs land gegen das Abzahlungswesen im allgemeinen dc-t standen, sind an und für sich nicht berechtigt. Die Ab­zahlungsgeschäfte können ein Vorteil werden für ein Poll dem es wirtschaftlich glänzend geht, in diesem Fall ! sie sogar ein Bedürfnis. Für ein verarmtes Volk W i deuten sie unter Umständen eine Gefahr. Denn sie G | wecken in dem Leichtsinnigen den Wunsch, Waren n kaufen, die er nicht bezahlen kann, in dem wirtschaftliâ l Ungeschulten die Vorstellung, daß ihm hier ein t o ft e' | loser Kredit geboten wU'be. Dr. P. Liecke. |

Schwer zu Helsen.Nun, wie geht es Ihrer Frau? J Leider gar nicht gut, ihr Kopf wacht ihr Sorgen."O, EP sie an chronischen Kopfschmerzen?"Das weniger, aber braucht einen neuen Hut."