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liges Gefängnis zurück, obwoljl der Arzt von einer Fort­setzung der Gewaltkur abgeraten hatte. Hochrufe der Menge und ein Tusch der Musik gaben ihm das Geleit. Dann wurde die Einschweißung vorgenommen. Die 42 tä­gige Hungerkur erreicht am 15. Januar ihr Ende.

* gebetn, 9. Jan. (Jahresversammlung d e s D 5 E.) Am gestrigen Abend sand in derTraube" die Jah­resversammlung des hiesigen V.-H. E.-Zwcigoereins statt. Der 1 Vorsitzende, Herr Apotheker Veesenmeyer, begrüßte die Er­schienenen in herzlichen Worten und warf einen kurzen Rück­blick auf die nennenswertesten Ereignisse des abgelaufenen Dereinsjahres. Insbesondere gedachte er des verstorbenen V. H. C.-Bruders, Herrn Rechner Franz, der dem Zweigverein als Mitbegründer und während seiner mehr als 40 jährigen Mit gl iedfchast überaus wertvolle Dienste geleistet habe und allen Verentsmitslievern ein Ansporn zu gleichem Tun sein möge. Im Vcreinsjahr 1925 konnte das Badehaus cm Großen See dank finanzieller Unterstützung der Gemeinde betoniert werden, so dem es jetzt auf festem Untergründe ruht. Ferner wurde mit Genehmigung des Hauptvorstandes eine Markierung nom Bahnhof Bilstein nach Geldern geschaffen, so daß jetzt die Mar­kierunggrünes Dreieck" von Bilstein bis Nidda durchgeführt ist. Möge nunmehr dieses seither verhältnismäßig wenig be­gangene, jedoch an Schönheiten reiche Gebiet von recht zahl­reichen Dereinsbrüdern und sonstigen Freunden und Verehrern unseres Vogelsberges besucht und durchstreift werden. Der Jugendherberge Herchenhain wurde eine Spende von 10 Ji ge­geben, für das Denkmal auf der Herchenhainer Höhe konnte "durch eine Kopfsteuer ein Beitrag von 46 Ji geleistet werden. Für die am Erscheinen verhinderte Rechnerin Frl. Fink erstattete der 1. Vorsitzende die Rechnungsablage für 1925 bie mit 514.37 Ji in Einnahme und 510.55 Ji Ausgabe einschließlich einer Rück­lage von 60 Ji bei der Gederner Bank abschließt. Für die zurück­getretene Rechnerin übernimmt V. H. C.-Vrud-er Ferdinand Oberheim das Rcchneramt, der auch beauftragt wird, als Dele­gierter den Verein bei der am 30. Mai d. J. in Alsfeld stait- findenden Hauptversammlung des Gesamtvereins zu vertreten. Die Abhaltung eines Winleivergnügens wird für den 6. Februar in Aussicht genommen Bei Bewertung der Wanderungen soll für % Tag ein Punkt, für 1 Tag zwei Punkte und für 1% Tag drei Punkte in Ansatz gebracht werden. _ Auch sonstige Ver­dienste um den Verein, Markierungsarbeit usw., sollen in einer noch von dem Vorstande zu bestimmenden Weise anerkannt wer­den. Alsdann wurde für 1926 folgender Wander- und Arbeits­plan festgelegt: 14. März: Kirchbracht, Abgang 1 Uhr nachm. vom Bergwirtshauch Führer Veesenmeyer. 21. März: Licht- bildabend bei Stiebeling (Widmann). 18. April: Luisenlust- Hirzenhain, Abgang 1 Uhr von der Abfahrt, Führer Ferdinand Öberheim. 16. Mai: Einweihung des Jugendheimes Herchen­hain, Sammelpunkt Bergwirtshaus, Führer Fernoes. 23. Mai: Kaffeekochen am Waldhauschen oder Seife, Führer. Bauer-List. 29./30. Mai: Hauptversammlung in Alsfeld. Delegierter Ferd. Oberheim, Stellvertreter Veesenmeyer. 13. Juni: Gang nach Volkartshain (Fußpfad), Abmarsch Bergwirtshaus nachm. 1 Uhr, Führuna Riedel. 4. Juli: Hoherodskopfseft, Führer Kirchdörfer ii. Richard Oberheim. 25. Juli: Höhenwanderung nach Lißberg, Abgang 2 Uhr nachm., Führung Widmann-Riedel. 14.115. Aug.-: Ulrichstein, Abmarsch TUHr am Postamt, Führung Vecsenmeyer- Riedel. 12. September: Wenings, Abmarsch nachm. 2 Uhr, Führer Widmann-Karl Kauck. Der derzeitige Mitgliedstand des Vereins beträgt außer Jugendlichen 75. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles schloß ein gern übliches ' Ke^elsnici an der Tischkegelbahn den recht anregend verlaufenen Abend.

* Gießen, 7. Jan. D i e Kulturelle Tagung, welche eine Fülle von Problemen brachte, ging mit den Vorträgen von Dr. Stadler zu Ende. Alle Vorträge such­ten die großen Lebensfragen von. Staat und Volk aufzu- decken und zu klären. Dr. Stadler sprach in seinem ersten Vortrag überDas Wesen der Politik". Politik ist eine Kunst, nicht eine Wissenschaft, leider fehlt dem Deutschen die staatspolitische Leidenschaft, er ist nur Politiker auf dem Gebiete der Partei, der Konfestion, des Stammes. Das Wirkungsfeld eines großen Politikers ist. der Staat, der uns gegen Gewalt und Chaos schützt, sein Wesen ist die Macht. Heute fehlt vielfach der Willè zum Staat. Hier muß die politische Erziehung einsetzcn. Im zweiten Vortrag behandelte Dr. Stadler das ThemaDer Weg zum neuen Reich." Die Jetztzeit ist eine Uebergangszeit vom versunkenen zum entstehenden Reich. 50 Jahre hat das Reich Bismarcks bestanden, als es durch die Revolu­tion zusammenbrach. Als der alte Kanzler entlassen wurde, erfolgte eine Umstellung in der Politik des Reiches, die Kunst Bismarcks wurde durch Dilettanten abgelöst. Dadurch war der Revolution der Boden vorbereitet und ihr endgiltiger Sieg gesichert. Heute kann uns nur eine große Persönlichkeit zu neuer Macht und Größe führen. Redner glaubt, daß der Zeitpunkt bald kommen werde, denn der Kampf zwischen dem Kapitalismus und Bolsche­wismus um die Herrschaft in West- und Osteuropa laste sich nicht lange aufhalten,, Deutschland werde der Schau­platz sein.

* Lich, 8. Jan. Ihr 9.0. Lebensjahr vollendete bei guter Gesundheit die Witwe Marie Thörner im Kloster Arnsburg, die lange Jahre die dortige Wirtschaft inne hatte und daher in den Kreisen der Wanderer, besonders aber der hessischen Geistlichen, sehr bekannt ist durch die Missionsfeste, die in Arnsburg statt- finden.

Herborn, 8. Jan. (Eine Wildkatze erlegt.) Der Wirt Wissenbach erlegte eine Wildkatze, die seit vielen Jahren in Nassau nicht mehr beobachtet worden war.

Frankfurt a. M 8. Jan. In der Person des 27 jährigen Artisten Erwin Wirth aus Helmbrechts wurde ein gefährlicher Leichenfledderer und Gasthausdieb verhaftet, der in der gemein­sten Weise Betrunkene an Bahnhöfen unb Schlafkollegen in fremden Herbergen bestahl. Wirth, der vor zwei Jahren aus dem! Zuchthause entlassen wurde, hat seitdem u. a. in den Städten Frankfurt a. M.. Mainz, Köln, Wiesbaden, Aschaffenburg und Würzburg sein Handwerk getrieben, Jetzt wurde er auf iri­scher Tal in Hof ertappt und feftgenommen. Bei seiner Ver­nehmung ließ Wirth durchblicken, daß er in zahllosen Städten Gastrollen gegeben habe, ein freiwilliges Geständnis lehnte er aber unter dem Hinweis ab, man solle doch seine seitherige Tätigkeit nachprüfen, da er ja doch eine lange Zuchthausstrafe zu erwarten habe. Seit Monaten wurde die deutsche Presse, besonders Familienzeitschriften, von marktschreierischen Anzei­gen überschwemmt, in denen sich die FirmaK. H, F. Meyer, Bielefeld" als Käuferin jeglicher Posten von Feinkostwaren, wie Wurst, Geflügel, Konserven usw., anbot. Aus allen Teilen Deutschlands liefen Angebote ein, die Eisenbahn brachte täglich ungezählte Pakete mit Lebensmitteln nach Bielefeld, die die Firma sofort unsigniert nach Dortmund weitergeben ließ. Hier verschwanden die Waren, wohin weiß heute noch kein Mensch, Die Lieferanten, unter denen sich auch zahlreiche Geschäfte der Umgebung befanden, haben aber jetzt das Nachsehen, denn die Geschäftsinhaber", der Händler Heinrich Gerschermann aus Bocholt und der Kaufmann Friedrich Meyer aus Wehrendorf, arbeiteten" von einem möblierten Zimmer aus und haben von dem Erlös für die zugefandten Feinkostwaren ein feines Leben geführt. Jetzt wurden sie entlarvt und verhaftet.

Darmstadt, 10. Jan. Reichskanzler a. D. Wirth wird Ende dieses Monats einer Einladung des Reichs­banners Schrvarz-Rot-Eold Folge leisten und in Darm­stadt sprechen.

Pfungstadt, 7. Jan. Die Bäckeinnung gibt bekannt, daß das Backgcld von Kornbrot 15 F beträgt, für erste Sorte Brot die Spanne von 6 I mehr.

Goddelau. S. Jan. (Sparsame Kind er.) Etwa 100 Kinder der hiesigen! Schule haben int Laufe des Jahres 1925 ins« gesamt 3500 Ji gespart, das sind für ein Kind yiehr als 30 JI 'm Jahr oder täglich 10 Pfennig.

Eichenberg, 10. Jan. (Eigenartiger Unfall.) «ei Niederhone war ein Telegraphenarbeiter mit Aus- Merimgsarbeitcn an einem Tclegraphengcstänge der

Eisenbahnlinie Eickenberg- -Niederhone beschäftigt. Ein vorbeisahrender Zug erfaßte einen vom Gestänge herab­hängenden Draht, riß den Mast um. Dadurch wurde auch der Arbeiter auf die Erde geschleudert und lebensgefähr­lich verletzt.

Mühlhausen i. Th., 10. Jan. (D i e ältesten Kir­chenbücher.) Auf Grund einer Umfrage wurde fest- gestellt, daß die St. Blasii-Kirche die ältesten Kirchen­bücher besitzt. Diese stammen aus dem Jahre 1542, gehen also noch in die Zeir Luthers zurück. Die Blasiuskirche be­sitzt auch sehr kostbare mittelalterliche Altargeräte. Johann Sebastian Bach war einst bei Kirche Organist.

Geschäftsstelle und Redaktion des Fntdaer Anzeigers be­finden sich MiihlènKatze 1

(Ecke Aanalstratze).

Hachenburg, 10. Jan. (S inkendc landwirt­schaftliche Preise.) Die Preise für Eier find, da bei. dem milden Wetter die Hühner bereits mit dem Legen be­gonnen haben, in den letzten Tagen sehr herunter gegan­gen. Frische Eier kosten durchschnittlich 15 Pfg. Das Pfund Landbutter ist bereits für 1,50 RM.^zu haben.,, Eine auffallende Erscheinung ist die jetzt erfolgende Bestellung der Aecker. Der frühzeitig eingetretene Frost verhinderte die letzten Einsaaten des Korns. Das wird augenblicklich nachgeholt. Kartoffeln find noch überall sehr reichlich M haben, finden aber keinen Absatz. Der Zentner wird mit 2,30 RM. bezahlt.

Heidelberg, 10. Jan. (D r o g i st e n f a ch s ch u l e in Heidelberg.) Der Stadtrat Heidelberg hat unter Zu­stimmung des Ministeriums für Kultus und Unterricht die Einrichtung einer Fachschule für Drogisten an der Handelsschule beschlossen. Die Schüler sollen befähigt wer­den, an der Eehilfenprüfung des Reichsverbandes der Dro­gisten mit Erfolg teilzunehmen.

Letzte Mchrichien

Zur Regierungsbildung.

ZentrANS-LWell an die SsZialZemokrsten.

Berlin, 10. Jan. Der Reichsparteivorstand und die Fraktionsvorftände der Zentrumspartei des Reichstags und des preußischen Landtags beschäftigten sich in ihrer Sitzung am Sonntag, die' sich von 11 Uhr vormittags bis nach 8 Uhr mif einer kurzen Mittagspause hinzog, mit der politischen Lage. In der 9. Abendstunde wurde folgendes offizielles Kommunique ausgegeben: Am 10. Januar tagten im Reichstagsgebäude der Vorstand der Deutschen Zentrumspartei und die Vorstände der Zentrumsfraktion des Reichstags und des preußischen Landtags. In den Be­richten aus allen Landesteilen fand die ungeheuere, von Tag zu Tag steigende wirtschaftliche Not weitester Volks­schichten einen erschütternden Ausdruck. Daraus zog die Versammlung die Folgerung, daß zur Ueberwindung die­ser Notlage nur eine Regierung auf breitester Grundlage berufen sein kann. Das ist die große Koalition/ Der Ver­antwortung zur Bildung einer solchen Regierung kann sich keine Partei entziehen, der es ernst mit der Fortfüh­rung einer zielsicheren friedlichen Außenpolitik und der Aufrechterhaltung unserer Verfassung, der Gesundung der Wirtschaft und der Linderung der sozialen Notstände ist. Unverantwortlich wäre es, in der gegenwärtigen wirt­schaftlichen Krise noch eine Staatskrise heraufzubeschwören. Sie würde zur völligen Verelendung unseres Volkes, ins­besondere der Arbeitermassen, führen. Die Versammlung erwartet daher von der Zentrumssraktion des Reichstags, daß sie alle Entschlossenheit und alle politischen Mittel auf­bietet, eine solche Entwicklung zu verhindern.

Sie heffeR-nassLursHeN Sszialdemskraten für die große Koalition.

Frankfurt a. M., 10. Jan. Wie aus Kassel berichtet wird, wurde in einer heute vormittag abgevaUcnev Konferenz der sozialdemokratischen Vertrauensleute" des Bezirks Hesien-Nasiau nad) einem Referat des Abg. Scheidemann über die Frage der Rc-ierungsbiidung mit 139 gegen eine Stimme eine Einschlie­ßung angenommen, in der betont wird, daß unter den gegen« wärngen Umständen eine Reichsregierung nur unter Hinzuzie­hung der Deutschen Volkspartei gebildet werden könne und daß die Pariei im Interesse der Republik und der Zusammenarbeit der republikanischen Parteien auf die große Koalition eingehen müsse. Von der Dolkspartei wird neben den bisherigen Er­klärungen auch eine Zusicherung bezüglich der Fürstenabfindung und der Sozialpolitik verlangt.

Sie Demokraten naH wie vor für die Große Koalition.

Berlin, 11. Jan. Wie dieMorgenpost" wissen will, werde der demokratische Führer Koch dem Reichspräsidenten in den heu­tigen Unterredung nrittellen, daß die Demokraten nach wie vor nur eine Reichsregieruna auf der Grundlage der Großen Koalition für möglich halten, weil feine andere Koalition nach dem Ausfall der Deutschnationalen im Reichstag über eine Mehrheit verfüge.

Aussichten auf Friedensschluß in Marokko?

London, 10. Jan. Reuter meldet aus Tanger: Trotz der Einstellung der Friedensverhandlungen heißt es, daß Frank­reich und Spanien einerseits und Abd el Krim andererseits einem Abkommen viel näher seien als je zuvor.

Eroßfcucr in der Mainzer Zitadelle.

Mainz. 10. Jan. Heute nacht zwischen 1 und 2 Uhr ist in einem auf der Zitadelle gelegenen großen französischen Anto- mobilschuppen Feuer ausgebrochen, das nahezu zwei Stunden anhielt und durch den gewaltiaen Feuerschein und die hohe Lage der Brandstelle weithin sichtbar war. Das Gebäude mit Inh all brannte völlig nieder. Die Feuerwehr hatte vollauf zu tun, um das liebergreifen des Brandes auf bic dabei liegende Kaserne zu verhüten.

Mitarbeiter braucht die Zeitung, Mitarbeiter sollst auch du sein!

Börse und Handel.

* Frankfurter Börse vom 9. Januar. Nachdem der Börsen- verlauf in dieser Woche sich in ununterbrochener Aufwänsbowe- gung befunden hatte, traten heule mehrsack zum Wochenschluß Glatlstellungcn ein und unter Diesem Einfluß gab es heule auch verschiedenltlch mäßige KursabschwächunHen. Es ist aber be­sonders zu unterste eiche ii, daß sich im Verlaufe auf verschiedenen anderen Gebieten, besonders auf dem Chemie- und dem Elsktro- markl, auch weitere beträchlliche KurserhLhungen turd)iet;en konnten. Namentlich die Elektrowerte erzielten verschiedentlich starke Kursbesicrungen und waren heute auch die Äklien der Bergmann A.-E. stärker faooritisiert, nachdem sie in den letzten Wochen vernachlässigt worden waren. Die sinanzielle Position der Gesellschaft und der Beschäftigungsgrad werden als befrie­digend bezeichnet. Auf dem Bantaklienmarkte Hat das Interesse für die variablen Werte etwas in den Hintergrund, während für die Reichsbanlantcile wieder Aüslandskaufaufträge Vorge­legen haben sollen. Hypcthekenbaulaktien waren auch Heüls wieder stark gejucht auf sie bereits gestern von uns ausgefüyr- ten Taisachem Auf diesem Gebiet« waren Kursbefserungen- bis zu 7 Prozent sesrzustellen bei starker Rationierung her Zulei­tung. Der Verkehr auf dem Montanmarki litt heute unter den erwähnten Realisationen, während Katiwerte heute weiter in« Icasio verlangt waren. Für die Zuckcractien traten heute ver­schiedentlich Realisationen der Verutsspekulation hervor, ohne daß die für die Aufwärt sbewègung dieser Papiere von uns an­geführten Gründe dadurch eine Erschütterung er'uhren. Der Pfandbrief-und AniLikema J zün: sich her . ziemlich stark ver­nachlässig und nach für eic cuZändüchri Wehten hat sich das fetlher lebhafte Jnlerejie etwas uerminbcrt. Auf allen diesen Nebenmärkten gab es heute kleine Kurseinbußen. Der Geld- stand bleibt nach wie vor ausgesprochen leicht. Nachbörslich setzte wieder flauere Nachfrage nach allen Werten ein. beson­ders aber für die chemischen Papiere, in denen sich abermals Slückemangcl bemerkbar machte. Alle chemischen Werle er« reichten 113%, Badische Anilin sogar 114, Phönix später 68 usw.

* Fuldaer Wochenmarkt vom 9. Januar. Auf . dein heutigen B u t f e r m a r k t war frische Landbutter übermäßig reichlich zu haben. Zur Freude der hiesigen Hausfrauen war zwar der von den Bauersfrauen gefor­derte Preis gegen denjenigen vom 2. Januar bedeutend herabgesetzt, doch war trotzdem die Kauflust mit Rücksicht auf die wirrschaftliche Notlage in unserer Stadt große Arbeitslosigkeit eine geringe und konnte das Angebot nicht vollständig abgesetzt werden. Auch für irische Landeier; die reichlich zu haben waren, ging der Preis gegen Marktende stark" zurück. Wer Glück hatte, konnte sogar frische Londeier zu 16 und 17 Pfg. das Stück er« ' ftefjen. In Tamben verblieb viel Ueberftanb. Auf dem Gemüsemarkt aber das Geschäft recht schlecht. Der S ch w e in e mar ft war auch nicht so gut befahren wie der erste diesjährige. Heute waren nur 124 Ferkel und 5 Läufer (gegen 138 L. und 5 F.) aufgetrieben. Von Beginn bis zum Marktschluß war der Handel recht rege. Kleinere Ferkel kosteten ungefähr 20 Mk., mittlere 25 Mk. und größere 30 Mk. das Stück. Läufer je nach Alter und Mastzüstand 4060 Mk. das Stück. Das gesamte Ange­bot ward restlos umgefetzt.

Amilichc Berliner Notierungen vom 9. Januar,

* Börsenbericht. Das Geschäft war elwas ruhiger als am Vortage, teilweise konnte mân beobachten, daß Gewlnnè realisiert wurden; schließlich überwogen doch noch die Häufe und das Kursniveau konnte sich durchschnittlich um etwa 1 % erhöhen. Bemerkenswert ist das Überangebot am Geldmarkt. Tägliches Geld war kaum unterfubringen; der Satz Dafür hellte sich auf 68 %, monatliches Geld notierte nominell 910 %.

* Devisenbörse. Dollar 4,194,21; c n al. Psuur 20,3520,40; holl. Gulden 168,66169,08; Danz. 80,65 bis 80,85; f r a n z. F r a n k 16,0116,05; b e l g. 19,0219,06; i ch w e i z. 81,0281,22; Italien 16,9316,97: schweb K r o n e 112,26112,54; d ä n. 104,42104,68; n o r w e g. 85,43 bis 85,65; tschech. 12,4112,45; österr. Schilling 59,07 bis ,59.21.

Getreide und Olfaaten per 1000 Kilogramm, sonst per 100 Kilo­gramm in Reichsmark:

Weiz., märt

' 9. 1.

! 8. 1.

1 9. 1.

8 1.

249-255

i248-254

Weizkl.f.Brl. 11 2-11 5

11,3-11 "

pommersch.

249-255

248-254

Rogkl. L$rL 9.7-10 9

2

Rogg., mark.

148-155

14^154

Raps 34C- 5

340-310

pommersch.

147-154

146-153

Leinsaat

westpreuß.

Bitt. -Erbsen 26- 3

26-33

Braugerste

185-212

187-214

kl-Spciseerbs. 22-25

22-25

Futtergerste

154-168

156-170

Futtererbseu 20-22

20-22

Hafer, mark.

162-173

162-173

Peluschken 18-19

18-19

pommerfch.

Ackerbohnen 20-22

2(1-22

westpreuß.

Wicken 20-23

20-23

Tleizenmehl P. 100 kg fr. Bln.br.inll. Sack (feinst. Mrk.ii.Not.

33,2-36,7

33-36.5

Lupin., blaue 12-12,5

Lupln., gelbe 14-15

Seradcüa 18-19

Rapskuchen 15.2-15.5

Leinkuchen 23,6-23.8

12-12.5

14-15.5

17-19

15,2-15,5

23.6-23.8

Roggenmehl P.IOO kg fr. Berlin br. infL Sack

23-24.7

22,7-24,5

Trockenschtzl. 8,1-8.3

Tova-Schrot 20,6-20.7

Sorfml.30,70 8.2-8 4

Kanosselslck. 14,9-15 4

8.1-8 3

20.6-20.7

8,2-8 4 14 9-15.2

* Schlachtviehmarkt. Auftrieb: Rinder 3080, darunter Bullen 640, Ochsen 966, Kühe und Färsen 1474, Halber 1783, Schafe 6567, Schweine 7432, Ziegen 30. Preise: Für ein Pfund Lebendgewicht in Pfg.: Ochsen a) voltfleischtge, aus­gemästete 5054, b) voufleischige, ans gemästete int Alter von 47 Jahren 4346, c) junge fleischige, nicht ausgemäftete 37 bis 40, d) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 3034; Bullen a) 4850, 6) 4345, c) 3942; Hübe und Färsen a) 4851, b) 4044, c) 2835, b) 2226, el 1921; Fresser 3040; Kälber a),, b) 7885, j 6575, d) U< 2. e) 4248; Stallmastschafc a) 4419, l) 3542, c) 2733; Schweine a) §4, b) 8283, c) 8081, b) 7679, c) 7275; Säue 7075; Ziegen 2025. Marktverkauf: Bei Rindern ruhig, bei Kälbern und Schafen ziemlich glatt, ausgesuchte Kälber über Notiz; bei Schweinen glatt. (Tic notierten Preise verstehen sich cinfcht. Fracht, Gewichtsverlust, Risiko, Markt- lpesen und zulässigem Händicraewinn.1

Amtliche Velmmtmachungen.

In unser Handelsregister A. Nr. 289 ist heute bei der Firma Karl Manz in Fulda folgendes eingetragen wor­den: Die Firma ist durch Erbfolge auf die Witwe Manz, geb. Künstler, in Fulda über gegangen.

Fulda, den 8. Januar 1926. ' . H

Amtsgericht Abteilung 5.

In unser Handelsregister A. Nr. 510 ist heute die Fir­ma Otto Müller mit. dem Sitze in Fu!da eingetragen worden. Inhaber ist der Kaufmann Orto^Müller in Fillda. Der Ehefrau Elisabeth Aküllor, Fulda, ist Prokura erteilt.

Gleichzeitig ist die unter Nr. 416 eingetragene Firma August Modest in Fulda erloschen.

Fuld a, den 7. Januar 1926.

Amtsgericht Abteilung 5.

Verantwort!, für Die Schrift!citri