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Verttauertsmälirttx TiilfjÜ g-WÜHlt ötlOiTi Ivitsléu, vii tHCO Sc« EinÜL mit einer oder mehreren anderen Gemeinden zusammen Dettrauensmänner wahls, freiwillige Mitarbeiter heran. Diese freiwillioen Mitarbeiter übernehmen in den Gemeinden ohne Bertra nensmann die Tätig feit derselben und so ist es möglich, eine lückenlose Organisation der Landwittfchastskammer in allen Gemeinden des Landes herbeizuführen.

Der Vertrauensmann der Landwirtschaftskammer l)at die Aufaabe, letztere, über die wichtigsten Erscheinungen und Fragen in der Landwirtschaft, die in der Gemeinde auftreten und die Wünsche, die in Bezug aus die Förderung der Landwirtschaft sich ergebe», der Landwirtschaftstamfl,« zur Kenntnis zu brin- Ln mich andererseits die Anordnungen und Anregungen, die von der Landwirtschaftskammer im Interesse der Gesamtland- wirtschast betroffen werden, in der Gemeiride zu überwachen, zu unterstützen oder die Durchführung selbst zu veranlassen. Der Deitrauensnrann der Lllledwirlschastskammer ist eines der wich­tigsten Organe derselben. Von seiner Arbeit und Tätigkeit hängt eo ab, in welchem Umfange und welchem Maße die In- teresien der Landwirtschaft in der Gemeinde von der Land- wirtschaftskammer gefordert werden können.

Die in den einzelnen Gemeinden gewählten Vertrauensmän­ner bilden zu je 15 zusammen die Bezirksausschüsse, de­ren 15 in jeder Provinz bestehen Aufgabe der Bezirksaus- sihüsse iit, die Landwirischaststamnrer und, die Provinzaus­schüsse in der Durchführung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Sie haben Gelegenheit, in der alljährlich stattfinbenden Haupt- sitzung die Lage der Landwirtschaft ihres Bezirkes zu erörtern und Vorschläge zur Hebung und Förderung, derselben zu bespre­chen und an die Landwirtschaftskammer gelangen zu lassen. In diesen Bezirksausschüssen hat der Vertrauensmann der Land- wittschafiskammer seine Anregungen, soweit er dieselben nicht an diese direkt gegeben hat, oorzubringen, insbesondere dann, wenn sie nicht nur für seine Gemeinde, sondern für den gesam­ten Bezirk von Bedeutung sind.

Die Bezirksausschüsse wählen aus ihrer Mitte je 2 Mitglie­der zu den P r o v i n z a u s s ch ü j s e n, die aus je 45 Mitglie­dern bestehen. Die Provinzausschüsie sind, wie die Bezirksaus­schüsse oder der Vertrauensmann Oroane der Lanbwirtschasts- kammsr. Ihre Aufgabe ist die Durchführung bestimmter von der Landwirtschaftskammer festgesetzter Maßnahmen. nach einheit­lich festgelegten Grundplänen, Grundsätzen oder Richtlinien. So liegt ihnen insbesondere ob. ein «rotzer Teil der Förderunas- matznahmen auf dem Gebiete der Viehzucht, im besonderen der Rindviehzucht, Schweine-, Schaf- und Geilügelzricht.

(Fortsetzung folgt.)

Parlameniarisches aus Dessen.

Darmstadt, 5. Jan. Der Sechser- (npar-) Ausschuß des Landtages setzte sein« Beralunoen fort und hat zu den verschie­densten Fragen eine Reihe von Anträgen gestellt, die zum- Teil eingreifende Sparmaßnahmen darstellen, über die aber zunächst noch nichts in die Oeffentlichkeit gelangen soll.

Lokales und Provinzielles.

Merkblatt für den 9. Januar.

Sonnenaufgang 8't! Mondausgang 2'° V.

Sonnenuntergang 4" I! Mondunlergang 12° SJL

1908 Wilhelm Bufch in Mechtshausen am Harz gest. 1916 Die englisch-französische Armee räumt Gallipoli.

Der ist nicht der Tapferste, der sich nie gefürchtet, son­dern der die Furcht überwunden hat .

Paul Winkler.

Wetterbericht.

Frankfurt a. M., 7. Zan. Am Südrande des großen über Island liegenden Tiefdruckwirbels ist ein kräftiges Teiltief entstanden, dessen NiedersMagsgebiet uns bereits erreicht hat. Bei weiteren Niederschlägen wird an der Rückseite der ostwärts weiterziehenden Druckstörung vor­übergehend etwas starke Luft vordringen. Da sich aber die großen isländischen Zyklonen voraussichtlich nicht we­sentlich verbessern werden, ist mit der Bildung weiterer unser Gebiet beeinflußenden Randstörung zu rechnen. Die Wetterlage wird daher in den nächsten Tagen noch keine grundlegende Umgestaltung erfahren. Aussichten bis Samstag abend: Wechselnd bewölkt, dann erneute Bewöl­kungszunahme, mild.

S?e«erkalendsr für den Monat Zanuar.

10. EinkonMensteuervorouszahlung für das 4. Kaken- bervierteljahr 1925.

10. Umsatzsteuervoraus Zahlung für Merteljahrszahler und Monatszahler.

10. Gewerbesteuer für Staat, Provinz, Kreis und die Gemeinden.

15. Lohnsteuer.

25. Lohnsteuer.

Für sämtliche Steuern mit Ausnahme der Lohnsteuer läuft eine Schonfrist von 7 Tagen.

Erledigt ist eine Lehrerstelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule zu Buchklingen, Kreis Heppenheim. Dienst­wohnung ist vorhanden.

Expreßgutkarten. DieEisenbahnpaketkarten" mit rotem Rand können zur Aufgabe von Expreßgut nur noch bis zum 36. Juni 1926 benutzt werden. Vom 1. Juli 1926 dürfen von den Aufgebern nur noch Karten nach dem neuen MusterExpreßgutkarten" mit grünem Rande verwandt werden. Die neuen Karten sind bei den Expreß­gutabfertigungen erhältlich.

Verwendung der Mittel aus dem Ueberschuß der Wohlfahrtsmarken!, Den Richtlinien der Deutschen Not­hilfe entsprechend, wird der Ertrag der Wohlfahrtsbrief­marken auch in diesem Jahre zur Linderung materieller Notstände Verwendung finden. Insbesondere sollen die Erträge zur ergänzenden Fürsorge für Kinder, alte Leute, Erwerbsunfähige, unter besonderer Berücksichtigung des verarmten Mittelstandes, sowie für Speksungseinrichtun- gen aller Art Verwendung finden.

* Fulda, 7. Jan. (Wässerige Butter.) Weil sie im Sommer 1925 stark mit Wasser zubereitet« frische Landbutter an ben Butierhändler Koch von Reichlos verkauft hatte, erhielt die Ehefrau des Landwirts Wilhelm Knobloch von Jossa aus Fulda einen Strafbefehl über 30 X Die von Koch erstandene Butter schaffte er nach Frankfurt. Dort wurde sie beim Kauf von einer Kundin, die merkte, daß eine Nahrungs- mittelfälschung vorlag, durch die Polizei zur Untersuchung einem Nahrungsmittelchemiker zur Feststellung der Analyse übergeben. Resultat war: 20 Proz. Wassergehalt. Die Ehefrau Knobloch bezahlte den Strafbefehl. Gegen den dem Ehemann der Beschul­digten zugegangenen Strafbefehl in gleicher Höhe erhob der Landwirt Einspruch. Vor dem Amtsgericht Fulda machte der Landwirt geltend, daß er sich nicht mit der Herstellung, der But­ter, befasse, sondern dies einzig und allein von seiner Frau be­sorgt würde. Das Gericht entsprach dem Anträge des Amtsan- tvalts gemäß auf Freisprechung des Angeklagten.

* Fulda, 5. Jan. (Kirschs Männerquartett 1923.) Am Mittwoch abend hatte das Quartett seine Mitglieder und deren Angehörige zu einer Weihnachtsstier imParkhotel" ein- gelnden. Bereits eine Stunde vor Beginn war der Saal ge-

siiCi, so daß ein großer Teil per Gäste im Saale keinen Platz mehr sand und sich mit einem Plätzchen in dem Nebenzimmer begnügen mußte. Schneidig gespielt wurde der Eröffnungs- mwrsch von der Kapelle Talhauer. Nach herzlicher Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden kam echte, rechte deutsche Weihnachts- stimmuM auf. Brennender Lichterbaum, gemeinschaftlicher Ge­sang unserer altem schönen Weihnachtslieder, Solovorträge, sowie eine mit größter Spannung erwartete Verlosung verschonte die so schnell entschwindenden Stunden.

* Fulda, 7. Zan. (Konzert des Fulda-Rhön- Sa n g e i b u n d e s.) Am 24. Zanuar findet im Stadt­gas ein Konzert des Fulda-Rhön-Sängerbundes statt. Bei diesem Konzert wirken mit: Buchonia, Liederkranz, Männerquartett 1912, Hofmann'scher Männerchor, Lieder­tafel des Arbeitei-Fortbildungsvereins Fulda, Eintracht und Gemütlichkeit Horas, Gesangverein Neuenberg, Ge­sangverein Petersberg. Den instrumentalen Teil hat die Reichswehrkapelle übernommen.

* 7. Jan. (Tic alte Tracht verschwin­det.) Wer in unserer schnellebigen- Zeit nicht allen Sinn ver­loren hat für alte, ehrwürdige Sittern und Gebrauch« seiner Heimat, muß mit aufrichtiger Betrübnis stästellen, daß bie Ju- Send unseres Ortes immer mehr von der Tracht ihrer Vorfahren abweicht. Insbesondere sind es junge, schulentlassene Mädchen, diemoderner" Kleidung den Vorzug geben, wovon man sich hauptsächlich an Sonntagen beim Gang in die Kirche überzeu­gen kann. Tie hübsche, kleidsameAnger-Lacher Tracht" hätte es wahrlich verdient, daß sie unsern Nachkommen erhalten bliebe. Auch für die jüngere Generation wäre bie allmähliche Abschaffung unserer Tracht ein nicht abzuschätzender Verlust. Denn diese einfache, gediegene und doch wertvolle Kleidung er­weckt bei ihren Trägerinnen den Sinn für Echtheit unb Zuver­lässigkeit. Wir können in hiesigen Familien Kleidungsstücke sehen, bie schon die Mutter oder gar die Großmutter getragen hat und bie noch heute in einem tadellosen Zustand sind, so daß ihnen niemand ihr Alter ansteht. Tie Frauenröcke für den Alb- tag bestehen aus selbstgewebtem Deiderwand, die Stoffe für (das Sonntagsgewand aber sind gute, teure Wollstoffe in ver­schiedenen Farben. Röcke, Jacken und Schürzen sind mit ein­fachen aber geschmackvollen Verzierungen versehen. Der Stoff- verbrauch für einen Frauenrock ist bedeutend, da die Röcke in viele Falten gelegt ftftb, eine Machart, die viel Mühe ver­ursacht. Damit diese Falten ihre ursprüngliche Form behalten, werden die Rücke vieliach zusammengerollt aufbewahrt. Jedes junge, Mädchen sorgte in früherer Zeit dafür, daß sie bei der Verheiratung einen solchen Vorrat an Kleidung besaß, der auf Lebenszeit ausreichend war.

Vergiß nicht, daß die Zeiinng jedem etwas bringen soll und daß sie nicht nur deinen be­sonderen Wünschen und Interessen dienen kann!

* Lauterbach, 7. Jan. Schulhausbauten. Vor dem großen Kriege hatte die Baubehörde unseres Kreises einen gro­ßen Teil der Gemeinden mit neuzeitlichen Schulhausbauten ausgostattet, bie den gesundheitlichen Anforderungen voll und ganz gerecht werden. Es seien hier erwähnt die Neubauten im Schlitzerland, lletzhausen, Nieder-Stoll, Bernshausen, Pfordt, Uetlershaufen,. Frau-Rombach, Sandloffs, Holtershausen und Willoffs, ferner in Nösbetts, Obevmoos, Eichelhain. Almenrod, Sickendorf, Vlitzenrod, Erainfeld, Dirlammen, Holzmühl, Hopf­mannsfeld, Landenhaufen, Rixfeld, Reuters, Steinfurth und Veitshain. Tie Nöte der Kriegs- und Nachkriegsjahrr ließen eine weitere rege Bautätigkeit nicht zu, und heute ist die Frage des Schulhausbaues einzelner Gemeinden wegen der Geld­knappheit bei Staat und Gemeinde kaum noch zu lösen. Nach dem Krieg wurden mit Ausnahme von Maar, wo vier Lehrer­wohnungen entst-anden, nur kleinere Arbeiten ausgeführt, z. B. cnlitanden in Salz ein Saal und eine Schulverwalterwohnung, und in Singers bad) wird ein Stock mit zwei Lehreiwohnungen auf das Schu-lhau-s gefetzt. Tie drei ältesten Schulhäuser stehen in Eickenrod, Zahmen und Bannercd. Im letzten Jahr wurden die Pläne vorbereitet für Zahmen und Eichenrod unb für ein Doppelschulhaus zu Dirlammen, das noth Halbtagsschule hat. Auch Dunzenau mutzte anstelle des alten Bauerrchaüjes ein zeit­gemäßes Schu-lhaus erhalten. Wo aber sollen unsere armen kleinen Vogelsbergdörfer das Geld hernehmen?

* Lauterbach. Tie Landwirtschaftskammer für Hessen bittet UNS um Ausnahme folgender Mitteilung: Im Rahmen der von .der Landwirtschaftskammer für Hessen veranstalteten landwirt­schaftlichen Woche in Darmstadt findet am Dienstag, den 12. Januar, nachmittags 2.30 Uhr, im Rummelbräu. Rheinstraße, eine außerordentliche Haupt versammlung des Landesverbandes der Obst- und Sattenbaunereine Hessens statt. In dieser wird der Landesinspektor für Obst- und Weinbau. Herr Pseifjer, einen Vortrag halten über: Organisierte Echädlingsbekümpfung im Obstbau. In der Mittagszeit, etwa von 12.30 bis 3 Uhr. wird vor dem Gebäude bet Landwirtschaftskammer seitens der Firma Earl Platz, Maschinenfabrik in Ludwigshasen, eine Motor­spritze für Bespritzung der Obstbäume, zwecks Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten vorgeführr. Diese Veranstaltun­gen, in Verbindung mit den zwei am Vormittag fälligen Vor­trägen aus rein landwirtschaftlichem Gebiete, versprechen überaus lehrreich zu werden so daß ein zahlreicher Besuch aus Kreisen der Obstbaubesitzer, Landwirte nur dnngend empfohlen werden kann."

Alsfikd, 6. Zan. (V. H. C.) Der Eesarnt-V.H.C. hat als Ort seiner diesjährigen Hauptversammlung Alsfeld gewählt. - Die Veranstaltung findet Samstag, den 29. und Sonntag, den 30. Mai statt. Mittwoch, den 13. Zanuar veranstaltet der Verein einen öffentlichen Vortragsabend zum Besten der deutschen Schule in Rom und zwar wird Herr K. Dotter unter Vorführung von Lichtbildern über seine Ztalienreise und über die Kunstschätze Roms sprechen.

* Alsfeld, 7. 'Jan. Ein Schwindler, der sich als Frcmden- leaionär aUsgab, hat einen Landwirt in Neustadt schwer herein- celegt Da bet Sohn des Bauern seit Kriegsende verschwunden ist, so hatte er Mitleid mit demLegionär , und dieser wollie in einer Photographie des Verschwundenen mit Bestimmtheit einen ßcgi ansfam eraben erkennen. So kam die Freundschaft zustande. ~ Der Bauer kleidete den Kameraden seines Sohnes neu ein. verköstigte ihn tüchtig, nahm ihn mit zur Weihnachts­feier und quartierte ihn im Fremdenzimmer ein. Am andern Morgen war der Vogel neu cingekleidet ausgeflogen.

* Ecdern, 7. Zan. (D i r i g e n t c n t a g u n g.) Die Zentralstelle für Förderung der Volksbildung, der deutsche Arbeiter-Snägerbund und der hessische Sängerbund ver­anstalten gemeinsam in den Monaten Dezember und Zanuar an verschiedenen Orten in Oberhessen kurze Di­rigententagungen. Die Tagung für unsere Gegend findet am 23. und 24. Zanuar 1926 in Gedern statt. Die Arbeits­folge wird folgende sein: Samstag nachmittags um 4,30 bis 7,30 Liederauswahl, Textbehandlung, Tonreinheit u. a.; abends 8,30 Ausarbeitung eines mittelschweren Cho­res. Sonntag vormittags Aussprache, nachmittags Aus­arbeitung eines Volksliedes.

* Gießen, 5. Jan. (Kulturelle Tagung des Hes fischen Vaterländischen Blocks.) Der vierte Tag der kulturellen Woche des Hessischen Vaterländischen Blocks war der Frage der körperlichen Ertüchtigung des Volkes gewidmet. Ausgehend von den Verlusten, die durch den Krieg entstanden sind, zeigte Professor Huntemüller, daß es jetzt in enter Linie notwendig sei, die Geburtenziffer zu heben. Die fünf Millionen,

c^e ^urch ^.od auI* Oe ui vchlachr^ei^e, oder durch -/.- ?,ucc-rr- blockade, oder letzten Endes durch Geburkenausiall unserem Volke verloren gegangen [inb, stellten eine Auslese dar. Das Sinken der Geburtenziffer, bejonbets in den höher gestellten Kreisen, bedingt eine stärkere Vermehrung der körperlich und geistig Minderwertigen. Zur Hebung der Geburtenziffer gilt es, die heutige gcjellschafrliche Moral zu bekämpfen und die wirtschaftliche Noi zu heben. Eine vernünftige rasienhygienijche Eugenik wird eine Hebung der Geburienziziern ermöglichen. In seinem zweiten Vortrag ging der Redner davon aus, daß die Konstitution des Bèenschen durch Erbanlage und Umwelt« einflüsse bedingt sei. Durch die Leibesübungen, deren wohl- tätiaeu Einfluß aus den Körper der Redner an einer Reihe von Beispielen nachwies, sei es möglich, selbst körperlich ungünstige Erbanlagen noch günstig »u beeinflussen. Er forderte deshalb vermehrte Leibesübungen in ber Schule, da der Einfluß der Leibesübungen am stärksten im Entwicklungsalier sei. Oberst Immanuel, der über die erzieherischen Grundlagen des alten Heeres sprach, zeigte, daß gerade die Eigenschaften, die das alte Heer auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht dem deutschen Volke oenniitelt hatte, nämlich Zucht und Disziplin, heute aus dem Volke entschwunden seien. Für einen Wiederaufstieg bes Volkes wäre die allgemeine Wehrpflicht mit ihrer erzieherischen Arbeit am Gesamtvolke eine unerläßliche Voraussetzung.

* Gießen, 7. Jan. Unsere Stadt zählt 33517 Einwchnei. da­von sind 15 817 männlich, 17 700 weiblich, evangelisch sind 28 527, katholisch 3323, jüdisch 1017, christliche Sekten 413, Nicht- christcn 290 Personen.

* Bad-Nattheim, 7. Jan. Die B e s uch s z i s f c r unsere s 'Weltb odcs ha. im r et ganzen Jah:. Snen günstigen Jah­resabschluß zu verzeichnen. Der BaoebZuch im Jahre 1925 be­trug 36182 Kurgäste gegen 29 672 Kurgästen im Jahre 1924, was ein Mehr von 6510 Besuchern ausmacht. Tie Besuchs­ziffer der Ausländer ist im Jahre 1925 auf 4982 g stiegen, ge­gen 3754 Ausländern in 1924. Die Frequenz des Jahres 1912, eines der besten Vorkriezsjahre, zeigte 35 876 Besucher, so daß auch diese Ziffer im vorigen Jahre übertroffen wurde. Am 1. Dezember 1925 waren noch 342 Kurgäste anwesend, was ein Plus von 191 am gleichen Tage in 1924 bedeutet. Bäder wur­den 1925 insgesamt 338 042 abgegeben, 1924 dagegen 307 252.

Frankfurt a. M., 6. Jan. (Kein Bedarf an Eisen­bahn a n w ä rt e r n.) Zu del in letzter Zeit in verschiedenen Zeitungen erschienenen Nachricht, daß bie Eijenbahnverwaltung Zöglinge und Anwärter zum Technischen Eisenbahnobersekretär einstellt, erfahren wir von unterrichteter Seite, daß zur Zeit ein Bedarf an Zöglingen im Reichsbahndirektionsbezirk Frank- furt a. M. nicht vorliegt. Alle Gesuche um Einstellung als Zögling müssen daher zur Zeit zurückgewiesen werden. Wann wieder Bedarf einlritt, kann zur Zeit noch nicht gesagt werden.

Franksurt e. M., 7. Jan. (Ein neues Gesangbuch.) Die Vorarbeiten für die Herausgabe eines neuen Gesangbuches der evangelischen Kirchengmeindeir Groß-Frankfurts sind nun so weit gediehen, daß das Buch am 1. Advent 1926 eingeführt werden kann. Das Gesangbuch das von dem Landeskirchenrat bjcrausgcden wird, paßt sich in feinem ersten Teil durchaus dem künftigen deutschen Einheitsgesangbuch an. Der zweite Teil trägt örtlichen Wünschen Rechnung.

Franksurt c. M., 7. Jan. (Wachsende Erwerbs­losenziffern.) Die Zahl der in Frankfurt befindlichen Erwerbslosen beträgt jetzt rund 17 500 Personen. In den letz­ten. Jede nur irgendwie entbehrliche Kraft wird entlassen. Handelszweigen erfolgt. Namentlich müssen viele ältere Perso­nen die Stätten ihrer langjährigen Tätigkeit verlassen. Auch Fabriken haben umfangreiche Kündigungen vorgenommen, nicht nur an dem Arbettspersonal, sondern auch unter den Angestell­ten. Jede nur irgendwi entbehrliche Kraft wird entlassene Dabei ist für bie zur Entlassung kommenden Leute kaum die Möglichkeit vorlie-gench irgendwie wieder eine Stellung zu be­kommen.

Frankfurt a. M., 7. Zan. Das Schöffengericht verur­teilte heute den 18jährigen Fürsorgezögling Hans Hercher aus Fränkisch-Erumbach und dessen 19jährige Geliebte Maria Hutz wegen Automobildiedstahls zu 154 Zähren bezw. 6 Monaten Gefängnis. Hercher hatte seinem Arbeit­geber, einem Dachdeckermeister in der Dahlmannstraße, bei dem er als Fürsorgezögling auf Probe arbeitete, ge­meinsam mit der Hug das Lieferauto zusammen mit einem Kübel Benzin gestohlen und war damit flüchtig geworden. Das Benzin verkaufte er für 24 Mk. Das Automobil strich er mit einem gleichfalls stibitzten Kübel Lack schwarz an und suchte es zu versilbern, ließ es aber schließlich auf offener Straße im Stich, als er die Papiere beibringen sollte. Das Pärchen kehrte dann wieder nach Frankfurt zurück,, mietete nachts an der Hauptwache ein Auto und fuhr damit, zusammen mit einem dritten schweren Zungen namens Hellmut Dung in Richtung Friedberg. Auf dem Wege dahin verübte dann das Trio einen Raubüberfall auf den Chauffeur, wobei dieser nur dank seiner Geistes­gegenwart ant Leben blieb und noch rechtzeitig flüchten könnte. Wegen dieses letzteren Falles, der f. Zt. sehr großes Aufsehen erregte, wird sich das Trio demnächst vor dem Schwurgericht in Gießen zu verantworten haben.

Frankfurt a. M., 7. Zan. Die Easvergiftungsaffäre im Wollgraben, bei der eine 21 jährige Einlegerin ums Le­ben gekommen ist, während ihr Liebhaber, der 26jährige Dreher Simon, wieder zum Leben erweckt werden konnte, bildet z. Zt. bcn_®egenftanb einer polizeilichen Unter­suchung, da gewisse Momente einen Mordverdacht zu­lasten. Simon hatte nämlich ein Liebesverhältnis mit einem anderen Mädchen, das durch ihn in andere Um­stände versetzt wurde. Im Krankenhause fing er an zu si­mulieren unb als die Polizei ankam, um ihn zu verhaften, spielte er den Sterbenskranken. Es wird vermutet, daß er sich des Mädchens nur entledigen wollte und den eigenen Selbstmordversuch nur vorgetäuscht hat.

Frankfurt a. M., 7. Zan. (Keine Grippeepi­demie in U n t e r f r a n k e n.) Zu den Blättermeldun- gen über eine angebliche epidemieartige Magengrippe in ber Gemeinde Waldbrunn in Unterfranken wird Wagners Südwestdeutschem Nachrichtendienst vom Bürgermeister­amt der Gemeinde Waldbrunn mitgeteilt, daß es sich um einen Fall handelt, der sich bereits im September vorigen Zahres abgespielt hat. Es herrschte damals in der Ge­meinde eine Art Masernkrankheit, der etwa 1517 Kin­der zum Opfer gefallen sind. Zur Zeit ist der Gesundheits­zustand in der Gemeinde durchaus gut. Auch der in der Nachricht als tot gemeldete Bürgermeister befinbet sich durchaus wohl.

Bensheim, 7. Zan. Die geographischen Forscher Klute und Krüger haben an die Dänische Regierung das Er­suchen gerichtet, auf einer 1000 Kilometer lanaen Streife der Grönländischen Westküste 4 Monate lang geographi- fisch-wissenschaftliche Untersuchungen anfrellcn zu dürfen. Die Expedition soll eine spätere 1jährige Expedition vor­bereiten.

Heppenht'm a. d. B.. 6. Jan. (Iah rb un Sc rt fe ier eines Gasthofes.) Einer her bekanntesten unb gurrelei- terften Gasthöfe des ganten Hesienlanves. insbesondere der Berg­straße, derHalbe Mond", befindet sich seit hundert. Jahren tm Besitz der Familie Franck Seiberr. In dem Gaitmy. der jm übrigen schon über 200 Jahre Evübouszwecken bient. , sind während dieser Zeit zahlreiche historische, namentliche jurmtme Persönlichkeiten abgeftiegem Auch die Führer der beutimen na tionalen Freiheitsbewegung- tagten un Satire 1847 nur und schufen darin die Unterlagen für ihre parlamentarische Tätigkeit in Frankfurt a. M. Zur Feier des HO jährigen Besitzstandes fijrbct am kommendem Sonntag eine festliche Veranstaltung statt.