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Verhörs bezeichnete Gero die Person, der er die zur FabrNn- uon der falschen Franknoten dienenden Maschinen in zer­brochenem Zustande verkaufte. Gero wurde sofort in Haft ge­nommen. Die Polizei verhaftete ferner einen jungen Mann namens Andor, der eingestanden bat, daß er sich ebenfalls er­boten habe, die falschen Franknoten zu vertreiben.

Die Dikiaiur in Griechenland.

Massenverhastungen, Schrecken und Panik.

Nach Blättcrmelvungen aus Saloniki herrscht unter den politischen Gegnern Pangalos' Schrecken und Panik. Wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe sind bisher mehr alS 500 Personen verhaftet woro-n, darunter in der Hauptsache Angehörige der Demokratischen Partei. Alle Verhafteten werden sogleich nach den Ägäischen Inseln gebracht. Unter den Verhafteten befinden sich auch zahlreiche Frauen und fremde Staatsan­gehörige. Allen oppositionellen Politikern ist die A»S« reise verholen worden; cs wurde ihnen angedroht, das: jeder Fluchtversuch mit dem Tode bestraft würde. In demokratischen Kreisen herrscht große Erbitterung gegen die Kommunisten, die durch ihre Umtriebe Pangalos den Staatsstreich und die rücksichtslose Verfolgung seiner politischen Gegner ermöglichen.

Die ersten Maßnahmen, die General Pangalos ?r« griffen bat um die Wirtschaftslage Griechenlands zu bes. fern, sind die Abschaffung des Ministeriums für öffentliche Unterstützung sowie die Entlassung zahlreicher Bea m t e r. Handelsreisende werden mit einer besonoe. ren Steuer belegt werden Die M Suche unter 50 Jabren sollen aus den Klöstern vertrieben und die Zulassung neuer Mönche untersagt werden. In einer neuen Bor- schasi an das Volk erklärt General Pangalos, die Re- gierung habe ihren Charakter nicht geändert. Sie sei nicht ein Militärkabinett geworden, im Gegenteil habe sogar der frühere Ches des Marinewesens auf sein Amt ver­zichtet. In der äußeren Politik werde keinerlei Änderung eintreten. Die Negierung halte es für ihre Pflicht, d:è Stellung Griechenlands zum Völkerbund aufrechtzu­erhalten.

- Dresden. Der Reichstagsabgeordnete und ehemalige Reichsjustizminister Dr. Heinze- Dresden hat eine Re i f e nach Kairo angetreten, um als Vorsitzender des Koiyulur- oberaerichtes in Ägypten eine ihm übertragene Aufgabe zu erledigen! Er dürste Anfang Februar nach Dresden zurück- ^Magdeburg. Dem früheren Vorsitzenden bn hiesigen Strafkammer, Landgerichtsdirektor Bcwersdorsf, der im Zu­sammenhang mit dem Rothardt-Prozeß bekanntgeworden ist, wurde der Vorsitz einer Zivilkammer übertragen.

München. Wie der Landesdienst des Süddeutschen Kor- rcspondeuzburcaus von maßgebender Seile erführt, ist eine Entscheidung, der zuständigen Stellen über die Urage, ob das int Coßmann-Prozeß gefüllte Urteil gegen den Redak.eur der Münchener Post, Grub e r, unter die bayerische A m n e |tie solle, noch nicht gcirofscn.

Wien. Im Einvernehmen mit der österreichischen Re­gierung hat der Generalkommissar einen engl ische n B an k- f a ch m a n n eingeladen, als Nachfolger van Gbns Be­rater der Österreichischen Nation al bank zu werden, was dieser auch zusagte. Er wird sein Amt in den nächsten Tagen antreten.

Rom.Jmpcro" kündigt eine Regierungsvcrsngnng an, nach der sämtliche Quittungen der Zeitungsverleger und An- zeigenburcaus einen Stempel von 20 Centcpim tragen muhen, dessen Ertrag für die Versicherungs- und Woh- f a h r t s e i n r i ch t u n g e ii der I o u r n a l i . n bestimmt ist. Der Ertrag wird auf eine Million Sire geschätzt.

Newyork. Die Kommission des Repräsentantenhaüses stimmte der Regierungsvorlage, die 50 000 Dollar für die amerikanische Delegation auf der Abrüstungskonferenz Vor­satz, zu.

Keine DerhaMna eines Erzberger-Mrders

Graz. Der unter Verdacht des Mordes an Erzberger in Bad Aussee verhaftete vermeintliche Heinrich Schulz hat nun­mehr angegeben, mit seinem richtigen Namen Heinrich Vogt -,u heißen. Er fei Mitglied eines Gr heimbundes in Deutschland, stehe aber dem Morde an Erzberger voll­ständig fern. Infolge eidlicher Verpflichtung könne er über­feine persönlichen Verhältnisse keine weiteren Auskünfte er­teilen. Er ersuchte, dem Kreisgericht Leoben zugeführt zu werden, was erfolgen wird.

Poliiische Rundschau.

Deutsches Reich

Stresemanns Wilson-Preis.

Die Woodrow-Wilson-Stiftung hatte erwogen, ihren Preis für 1925 den Unterhändlern von Locarno - Strese­mann, Briand, Chamberlain - Zu verleihen. Der Preis beträgt zirka 30 000 Dollar. Seine Verleihung war aber an die Voraussetzung geknüpft, daß die in Aussicht ^ge­nommenen Preisträger den Preis persönlich am 28. De­zember, dem Geburtstage Wilsons, in Newyork oder Washington in Empfang nehmen sollten. Dem Außen­minister Dr. Stresemann war es in der jetzigen politischen Situation unmöglich, Deutschland zu verlassen. Das ist dem Komitee mitgeteilt worden. Eine Meldung der Times", Stresemann habe bei der Ablehnung gegen Wilson Stellung genommen, wird von maßgebender Seite als unzutreffend bezeichnet.

Das Ermittlungsverfahren gegen Hitler.

Zu den Meldungen über das Meineidsverfahren gegen Hitler wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß die Frage, ob eine Eides Verletzung vorliege, seit einher Zeit von der Staatsanwaltschaft geprüft wird.

die einzelnen Punkte der Aussagen Hitlers im Pro- - H.reicher Luppe, in denen eine Eidesverletzung gejun- werden könnte, ist jedoch seitens der Staatsanwalt- eine Mitteilung bisher nicht gemacht worden.

Italien.

X Mussolinis Verhandlungen mit dem Vatikan. Nach einer Havasmeldung aus Rom beabsichtigt Mussolini mit dem Vatikan Verhandlungen über einen modus vivendi einzuleiten, wonach dem Papst die Möglichkeit gegeben wird, auf seine freiwillige Verbannung zu verzicht e 'n. Der Papst und seine Nachfolger sollen Be­sitzer des Apostolischen Palais in Rom und von Castel Gandolso werden, wo die päpstliche Souveränität absolut gelten soll. Mussolini hofft, daß dieses Abkommen im Laufe des Jahres 1926 zum Abschluß kommen wird.

Aus In- und Ausland.

Berlin. Aus das Beileidstelegramm deS Reichs­präsidenten an den König von Italien anläßlich des Ab­lebens der Königinmutter ist ein Telegramm aus Rom ein» gegangen, in dem das italienische Königspaar seinen lebhaftes Dank für die erwiesene Teilnahme aus- fbridit.

Weiteres galten des Hochwassers.

Der Rhein in seine Ufer zurückgetreten.

Der Rhein ist in K ö l n in feine Ufer zurückgeireten, so daß man jetzt den ganzen Umfang der von dem Wasser angerichteten Verwüstungen überblicken kann. Die Schäden, die das Wasser an den Häusern und Straßen an- gerichtet hat, werden sich in ihrer vollen Höhe allerdings erst nach geraumer Zeit ermessen lassen. Die Verbindung mit Mülheim ist jetzt vollständig wieder hergestellt. Auch die Rheinuferbahn KölnBonn hat ihren Betrieb auf der ganzen Strecke wieder ausgenommen. Die Schiff­fahrt hat wieder voll eingesetzt.

Ein Fallen des Hochwassers der Maas ist zu be­obachten, doch stehen alle Gemeinden am Ufer bei Seraing und die unterhalb Lüttich liegenden Ortschaften noch unter Wasser. Es verlautet, daß infolge eines Damm­bruches in Seraing Opfer an Menschenleben zu beklagen sind, doch versichert die Landesverwaltung auf Anfrage, daß niemand als vermißt gemeldet ist.

Weitere Überschwemmungen in Frankreich.

Infolge weiteren Ansteigens der Seine wurde der Bahnhof Paris-Invalides geschlossen. Die Seine nnv ihre Nebenflüsse sind wieder beträchtlich gestiegen. In der Pariser Bannmeile sind weitere Ortschaften überschwemmt worden. An der Oise ist die Situation besonders kritisch geworden. Ein Teil der Stadt Ereil ist vollständig unter Wasser. Die Wasserwerke mußten den Dienst einstellen. Die Bevölkerung wird durch Boote mit Lebensmitteln und Brennmaterial versorgt. Da die Brotversorgung in­folge der Schließung der Bäckereien Schwierigkeiten macht, muß Creil von anderen Städten versorgt werden.

Landsmannschaftliche Hilfsbereitschaft.

Vom Reichsverband der Rheinländer wird uns ge­schrieben: Die im Westausschuß vereinigten Heimatoer- banne von Rhein, Ruhr, Saar und Psalz werden ihre Unterverbände im Reiche aufsordern, zur Linderung der über die rheinische Heimat hereingebrochenen Hochwasser­not ihren bewährten Opsersinn wieder zu betätigen und alle Vereinsveranstaltungen der nächsten Zeit in den Dienst der guten Sache zu stellen. Von der Einrichtung einer besonderen Sammelstelle sehen die Verbände mit Rückjicbt auf die Zeitlage ab. Die Erträgnisse sollen dem bereits eröffneten Hochwasserkonto derDeutschen NothUie", Berlin W. 8, Wilhelmstraße 62 (Postscheckkonto Sei Mn Nr. 160 000), oder den zuständigen Verwaltungsbehörden

>m Rbeinland unmittelbar überwiesen werden.

Die hessische Landwirtschaftskammer und ihre Bedeutung für die heimische Landwirtschaft.

Durch das LandWirtschaftskammer-Gesetz von 1906 trat die auf gesetzlicher Grundlage beruhende neue Berufsoertre-tung der hessischen Landwirlschast, die Landwirtschastskammer, anstelle der seitherigen, freien Bereinigungen, der landwirtschaftlichen Prdvinz.aioereim' mit ihrer Spitze dem Hessischen Lanowirl- schaftsrat. Die Entwickelung der Zeitverhältnisse, die ständig wachsende Bedeutung der Landwirtschaft im Staatsleben, das Zu nehmen wichtiger wirtschaftlicher Fragen, die aiictj. die Land­wirtschaft berühren, die erheblichen Fortschritte auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Technik und der landwirtschaftlichen: Wis- senschaft brachten es mit sich, daß die alte auf freiwilliger Mit­gliedschaft aufgebaute Organisation nicht mehr ausreichend war. So anerkennenswert die jahrzehntelange Arbeit der lanöwftt- schnftlichen Streune für das Wohl der Landwirtschaft gewesen ist, so wenig war sie auf die Dauer imstande, all tue Auf­gaben und Maßnahmen zur Durchführung za bringen, die einer Gesamtvertretung der Belange der hessischen Land wirtschaft ob­liegen.

Die StelkunKnahme der früheren landwirtschaftlichen Vereine und des hessischen Landwirtfchaftsrats in wichtigen Fragen der Landwirtschast konnte, wenn sie es wollte, von der Regierung nicht als eine solche der GesamtlWdwirtschaft angesehen werden, da die Vereine nur einen Bruchteil der hessischen Landwirtschaft vertraten. Wenn auch die Regierung damit einverstanden war, daß den landwirtschaftlichen Vereinen bestimmte Ausgaben zur Durchführung auf dem Gebiete der Landwirtschaft übertragen waren, und wenn sie auch schon seither freiwillig diese in wich­tigen Fragen der Landmirisch«st hörte, so war diese Anhörung doch immer nur eine freiwillige. Es machte sich so wiederholt der Mangel einer einheitlichen Stellungnahme der hessischen Landwirtschast bemerkbar und damit das Fehlen einer Berufs- Dcrtretiinfl der gesamten hessischen LandWirtschaft. Daß dieser Mangel an Geschlossenheit in der hessischen Landwirtschaft viel­fach von Nachteil für diese war und eine große Schwäche des vorhandenen landwirtschaftlichen Vereinswesens bedeutete, be­darf keiner weiteren Begründung. D«W kam fernerhin noch, daß die landwirtschaftlichen Vereine, in der Mitteldeschaffuna ledig­lich auf die freiwilligen Mitglied er bei trüge und die Zuschüsss des Staates angewiesen waren. Sie hatten deshalb nicht die Möglichkeit, -rößere Maßnahmen zur Förderung der Landwirt­schaft durchzuführen, da ihnen die Mittel hierzu fehlten:

Eine für unsere hessische Landwirtschaft wirkungsvolle Ver­tretung war nur möglich durch die Schassung einer Berufsver- tretung auf gesetzlicher Grundlage, wie sie Handel und Industrie sowie das Handwerk schon besaßen und wie sie in anderen Teilen Deutschlands in dort bereits vorhandenen Landwirtschaftskam­mern ebenfalls schon vorhanLen waren.

Durch das Landwirtfchaftskammer-Desetz vom 16. Mai 1906, abgeändert durch die Gesetze vom 14. Oktober 1921, 7. April 1922, 26. August 1922 und zuletzt 16. November 1923, wurde der hessischen Landwirtschaft eine einheitliche Derussvertretung auf gesetzlicher Grundlage gegeben, die es dieser ermöglicht, die Ge­samtinteressen Ler Landwirtschaft zu vertreten: Die von der Landwirtschaftskammer ausgehende Stellungnahme, die von ihr vorgelegten Anträge sind heute als die Auffassung der hessischen Landwirtschaft anzusehen.

Als Körperschaft bes öffentlichen Rechts erhielt die Land­wirtschaftskammer das Recht, Umlagen- zur Deckung ihrer Aus­lagen zu erheben, soweit die eigenen Einnahmen^ ünb Zuschüße des Staates zur Durchführung der von ihr als notwendig cr= achteten Maßnahmen für die hessische Landwirtschaft nicht aus­reichend^ sind.

Aufgabe der Landwirtschaftskammer ist es, die Geamtinteref- fen des landwirtschaftlichen Berufsstandes in wirtschaftlicher und technischer Beziehung wahrzunehmen. Sie ist berechtigt, jeder­zeit Anregungen und Vorschläge an die Regierung gelangen zu lassen und die zur Hebung des landwirtschaftlichen Grundbesitzes und Betriebes nötigen Einrichtungen und Veranstaltungen zu treffen. Sie hat fernerhin das Recht, Vertreter zu den Ein­richtungen und Körperschaften zu bestellen, die den Interessen der Landwirtschaft dienen oder nahesiehen, so zum Deutschen Land- wirtschaftsrat, Eisenbahnrah, ProLMendörsen, Märkte, Aus­stellungen usw. Die RegierungchM^dle gaiiibwlrtftfraftsiainm^ in allen wichtigeren, die Gesamtintereßen oder die Intereßen einzelner Zwerge der Landwirtschaft berührenden Fragen hören.

Bei ihrer Stellungnahme hat sich die Landwirtschaftskamm.er selbstverständlich von dem Wohle der Landwirtschaft, unbeein­flußt durch einseitige parteipolitische Aufastungen, leiten lassen. Die Landwirtschaftskammr ist die neutrale, gesetzliche Berufsvertretung der Hessischen Landwirtschaft.

Unsere hessische Landwirischastskammer ist wohl die erste der landwirtschaftlichen Berufsvertrstuntzen, die unter Berücksichti­gung der heute in den Vordergrund gestellten demokratischen Grundsätze schon vor dem Krige aufgebaut wurde. Der Aufbau der Landwirtschaftskammer bietet in großem Umfange die Möglichkeit zur Mitarbeit unserer praktischen Landwirte.

In der Gemeinde haben die Interessen der Landwirtschaft und der Landwirtschaftskammer die von den Verbandsangehöri- gen gewählten Vertrauensmänner zu vertreten. Leider hat die Landwirtschaftskammer nicht in jeder Gemeinde einen Vertrauensmann. Eine von der Landwirtschaftskammer in die­ser Hinsicht gewünschte Aenderung der Organisation bei der im letzten Jahr ftattgefumbenen Abänderung des Landwirtschafts­kammer-Gesetzes, die darauf hinausging, daß in allen Gemein­den mindestens ein Vertrauensmann gewählt werden müsse, wurde leider nicht beachtet. Um aber mit allen Gemeinden des Landes die notwendige Fühlungnahme zu erhalten, zieht die Landwirtschaftskammer in denjenigen Gemeinden, in denen

Der tolle Mister Ceddy von Newyork.

Der Roman eines Eigenwilligen.

Von Erich Friesen.

48. (Nachdruck verboten.)

Lassen Sie mich los!" keucht er unter Pits bru­talem Griff.Wir reden noch über die Sache. Morgen. Am Tage. Werd' mir's bis dahin überlegen

Ueberiegen? Was gibt's da zu überlegen!" poltert Pit.Sie heiraten die Elste und damit basta! Jetzt vorwärts nach der Cottage! Marsch!"

Bartlev fährt zuruck. ,

Nach der Cottage? Sind Sie verrückt? Was wollen Sie in der Cottage?"

Die Sache ins Reine zu bringen. Zuerst mit Ihrer Braut. Und dann das andere."

Bartleys Knie schlottern. Dem Burschen da ist alles zuzutrauen. Am besten er gibt nach zum Scheine um Zeit zu gewinnen.

So folgt er denn dem Andern schweigend, von Zeit zu Zeit einen spähenden Blick nach links und rechts werfend, ob ein Entwischen denkbar ist. Unmöglich. Auf der einen Seite das dichte Gehölz. Auf der andern die Strand­mauer. Und dahinter, tief unten, das tosende Meer.

So schreiten die beiden, ohne ein Wort zu reden, neben­einander her. Pit mit finster zusammengezogenen Brau­en, die Hand an der Flinte, jede Bewegung brutale Wil­lenskraft. Bartley mit dem scheuen Blick eines gefragenen Huntes, beständig auf dem Lugaus nach einer Fluchtmög- lichkelt.

Der Mond, der bisher hinter dunklen Schneewolken gesteckt hat, tritt für Augenblicke hinter Wolkenfetzen her­vor und beleuchtet grell die schäumenden, gurgelnden Was­ser jenseits der Mauer dort unten tief unten---

Da zuckt in Henry Bartleys Hirn wie ein Blitz ein Ge­danke auf. Ein Gedanke, furchtbar, grauenerregend ^

In fliegender Hast wägt er das Für und Wider ab. Ja, es muß gehen! Muß!!

Er preßt die Zähne fest zusammen. Wirft sich plötzlich von hinten auf seinen nichts ahnenden Begleiter.

Ein Stoß ein Schrei und Pit stürzt über die Strandmauer, hinunter in das Steinlabyrinth, zwischen denen die gurgelnden Wasser ihre urewigen Monologe rauschen.

Als der schwere Körper unten aufschlägt, wird der Mörder bleich bis in die Lippen hinein. Seine schreckhaft aufgeriffenen Augen stieren hinab, ohne etwas zu er­kennen.

Der Mond hat sich wieder hinter die dunklen Wolken verkrochen.

Tiese Finsternis.

Und unheimliche Stille.

Henry Bartley lauscht ....

Wie, wenn das Opfer nicht tot wäre? Wenn es als Ankläger auferstünde gegen ihn, den Mörder?

Ein Schauer überrieselt ihn. Wie im Fieberfrost klap­pern seine Zähne aneinander.

Gewißheit! Gewißheit!

Auf allen Vieren klettert er die steile Strandmauer hinab, kraucht durch das Steingeröll und tappt sich im Finstern vorwärts. Immer weiter immer weiter--

Bis ein leises Stöhnen dn sein Ohr dringt.

Er folgt dem Ton. Und stößt mit dem Fuß an einen lang ausgestreckten, bewegungslosen Körper.

Ein Schauer überrieselt ihn. Er zieht seine Taschen­laterne hervor und läßt den Lichtstrahl auf sein Opfer fallen.

Pit atmet noch. Seine halb gebrochenen Augen stieren ins Weite.

Bei dem plötzlich auszuckenden Lichtschein erkennt er Bartley. Und tödlicher Haß läßt seine letzten Lebensgeister noch einmal aufslackern.

Mörder! Mörder!" keucht er mühsam hervor. Ich werde gegen dich zeugen verruchter Mörder

Eisesschreck überfällt Bartley.

Eeoen ihn zeugen? Rein, nein! Das muß ver­hütet werden!

Seine Blicke irren umher. Und bleiben an der Flinte hangen, die sich beim Sturz von der Schulter des Burschen gelo^ hat.

Er hebt sie aus.

Ein Griff ein Knall--

Ein markerschütternder Schrei, der gespenstisch an der Mauer widerhallt---

Dann alles still.

Ein Mann aber rennt, wie von Furien der Hülle ge­jagt, die Strandmauer entlang, hinein in das Dunkel ver Nacht.

XVIII.

Auch die arme kleine Elsie läuft wie ein gehetztes Wild im Dunkel des Waldes umher. Noch vermag sie die Ge­schehnisse der letzten Stunden nicht zu fassen.

In welches Labyrinth von Irrungen ist sie hineinge­raten!

Der Schurke, den sie brandmarken wollte, der Bräu­tigam der schönen Miß Harding! Der Mann, der ihr nur Gutes erwiesen, in schmähenden Verdacht! Und Pit wie ein Irrsinniger hinter ihm her, um ihn zu züchtigen? Barmherziger Gott! Barmherziger Gott!!

Und sie ringt die Hände und schluchzt leise in sich hinein.

Sie wagt nicht, ins Elternhaus zurückzukehren. Der Vater ist jetzt zuhause. Er würde sie schlagen, als Ver­worfene behandeln. Wohl gar ihr das Betreten der Schwelle verweigern.

Wohin? Wohin mit ihrer Angst?

Ferne rasche kräftige Männerschritte.

Sie eilt dem Näherkommenden entgegen.

Doch nicht Pit ist's, sondern Mister Teddy, der, ohne sie zu sehen, an ihr vorbeistürmen will.

In aufzuckender Angst umklammert sie seinen Arm.

Mister Teddy! Mister Teddy!"

Laß mich, Mädchen!"

Nein, ich lasse Sie nicht! Er tut Ihnen ein Leid an! Er darf Sie nicht für den Schurken halten, der mich der mich"

Das Wort will nicht über ihre Lippen.

Er hat Mitleid mit ihrer Angst.

Mir geschieht nichts, kleine Elsie! Nur unbesorgt!"

Und er? Er? Soll er ungestraft"

Ein Schatten fliegt über seine Züge. Dann faßt er das Mädchen bei beiden Händen.

(Fortsetzung folgt.)