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Hessische MrgenzeitMg

I DieHessische Morgenzeitung" erscheint werktäglich | : mittags um 1 Uhr), mindestens Seiten stark. 2 I Jeden Samstag mit Beilage H. M. 3. im Bild. Bezugspreise: durch die Post bezogen monatlich : 1,50 Mark ausschließlich Postgebühren bei der ; Zustellung durch unsere Träger 1,75 Mark.

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Druck und Verlag: Gutenberg-Buchdruckerei in | Fulda, Buseckstraße 7, Fernsprecher Nr. 974. : Anzeigenpreis: für die 8 gespaltene Kolonelzeile j 15 Pfg., für auswärtige Inserenten die Zeile j 20 Psg., für die Reklamezeile unter Tert 60 Pfg. ; Bei Wiederholung Rabatt nur nach Vereinbarung. |

Nr. 1

Samstag, den 2. Januar 1926, mittags.

60. (3.) Jahrgang

31

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Nevjahrskundgebung

des Deutschen ReichskriegerbundesKyffhäuser."

Kameraden! Der Deutsche ReichskriegerbundKyff­häuser" blickt auf ein Jahr angespannter und erfolgreicher Arbeit zurück. Ungeachtet der schweren Schädigung der allgemeinen Interessen der Organisation durch die Infla­tionszeit ist es der unermüdlichen Arbeit einzelner Kamra- den, der Vorstände der Verbände und Vereine gelungen, die entstandenen Schäden wieder auszugleichen. Aus allen Teilen des Reiches, im besonderen aus denen, die unter dem Druck feindlicher Vesatzungsheere gelitten haben, wird ein erfreuliches Anwachsen der Zahl unserer Mitglieder ge­meldet, sodaß zu erwarten steht, daß in nicht zu ferner Zeit der zahlenmäßige Bestand der Organisation den der Vor­kriegszeit überflügeln wird. Die Zahl allein aber ist nicht ausschlaggebend. Sie wird es aber dadurch, daß sich im zurückliegenden Jahre der echte Kyffhäusergeist in der Or­ganisation noch machtvoller entfaltet hat als bisher.

Dieser Erfolg ist gezeitigt worden trotz scharfer An­griffe gegen die Leitung der Organisation von linker und zweitens auch von rechter Seite. Ein Beweis dafür, daß das Fernhalten von jeder Parteipolitik es allein ermöglicht hat, einen großen Teil der ehemaligen Angehörigen der alten Armee, der auf vaterländischem Boden steht, aber den verschiedensten Parteien angehört, unter den alten traditi­onellen Farben zu sammeln. i

Von jin,§ fritchUch gesinnter Seite wird immer wieder, der Versuch gemacht, das Eintreten für die alten Farben^ und damit für die Pflege der Tradition des alten Heeres­und Deutschlands großer Vergangenheit der Organisation und ihrer Leitung so auszulegen, als richteten sich die Be­strebungen gegen den Bestand der Republik. Dem muß an dieser Stelle nochmals auf das schärfste entgegengetreten

I Ein Neujahrsgruß Dr. Stresemanns.

Ng ; Reichsaußenminister Dr. Stresemann veröffentlicht in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Deutschen Volkspar- 6 tei in der Nationalliberalen Korrespondenz einen Neu- " i jahrsgruß an die Partei, in dem es heißt:

Die Deutsche Volkspatrei bot im verflossenen Jahre ein t Bild politischer Einheit, das nicht von allen Parteien er- ! reicht wurde. Möge es im Jahre 1926 so bleiben! Möge

dieses Bild politischer Zusammenarbeit im Geiste gegen- seitiger Duldung ein Vorblid für das ganze deutsche Volk i sein. Wir werden das Ziel des inneren Wiederaufbaues in I um so sicherer erreichen, je eher und mehr die positiven Kräfte in Kultur, Wirtschaft und Politik im Sinne wahrer Volksgemeinschaft zusammenwirken und jenes deutsche Erb­übel bekämpfen, das immer wieder von neuem zur Ver­femung des politisch anders Denkenden zu neuer Zerklüf- - I tung des Volkes führt. Große Aufgaben sind im kommen- t i den Jahre, auf allen Gebieten zu lösen. Gehen wir an die in Arbeit mit gegenseitigem Vertrauen und dem festen Glau­ben an die Zukunft Deutschlands.Trotz aller Not

30 dennoch vorwärts!"

Zur Regierungskrise.

Berlin, 31. Dezember. In den führenden politischen Kreisen ist man zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Regierungskrise eine sehr ernste Wendung nehmen muß, wenn es nicht bis Mitte Janunar gelingt, ein arbeits­fähiges Kabinett mit ausreichender parlamentarischer Mehrheit zu finden. Die innere Lage des Reiches habe sich ernst genug gestaltet, um zu den größten Besorgnissen Anlaß zu geben, und es zeigt sich jetzt mit aller Deutlich­keit, daß ein letzter Appell an das Verantwortungsgefühl der Parteien notwendig sei, um schlimmeren Gefahren vor- Zubeugen.

Eine Erklärung der Reichsbahnverwaltung zu dem Schiedsspruch.

I Berlin, 31. Dezember. Eine Berliner Korrespondenz 1 veröffentlicht eine Aeußerung der Reichsbahnverwaltung, in bei es heißt: Der am Dienstag gefüllte Schiedsspruch für die Eisenbahner war Gegenstand eingehender Bera­tungen innerhalb der Reichsbahnverwaltung. Nach Ansicht bet Reichsbahn werden sich die Mehrlasten auf Millionen, wenn nicht noch mehr, belaufett. Da der finanzielle Status der Reichsbahn außerordentlich gespannt ist, wird man,

werden. Ohne den Zusammenhang mit der Vergangenheit, in der das Reich geschaffen wurde, ist sein Fortbestand nicht möglich.

Der Deutsche ReichskriegerbundKyffhäuser" wird auch in Zukunft unter unbedingtem Festhalten an seiner Satzung fern von jeder parteipolitischen Beeinflussung und finan­ziell nur gestützt auf die bescheidenen Beiträge seiner Mit­glieder, an der Pflege der grohen Vergangenheit unseres Volkes und an dem steten Ausbau seiner Wohlfahrtsein­richtungen arbeiten. Unsere gesamte Unterstützungsleistung hat 12 Millionen Mark im vergangenen Jahre erreicht und damit wohl die Organisation an die Spitze aller vater­ländischen Wohlfahrtseinrichtungen gestellt.

Der Reichskriegertag in Leipzig hat als gewaltigste na­tionale Kundgebung nach dem Kriege in seinem glänzenden, durch keinen Mihton gestörten Verlauf der Welt gezeigt, dah in den Reihen der ehemaligen Soldaten in ihrer über­wiegenden Mehrheit, trotz aller Verunglimpfungen der al­ten Armee, nach wie vor mit zähem Selbstbewuhtsein fest­gehalten wird an deren ruhmreichen Ueberlieferungen und an den in ihr gesiegten Tugenden des Ordnungssinnes, der Treue und des Gottvertrauens wie einst in glücklicher, stolzer Zeit. '

Vaterlandsliebe, Kameradentreue und Opferwilligkeit waren, sind und bleiben allezeit die Richtpunkte des Deut­schen ReichskriegerbundesKyffhäuser". Für sie, Kame­raden, werden wir auch im kommenden Jahre unsere vollste Kraft einsetzen.

v o n H e e r i n g e n, Generaloberst, Präsident.

falls man zur Ausführung des Schiedsspruches kommen sollte, Mittel und Wege finden müssen, um diese Mehr­leistung auf irgend eine Weise auszugleichen. LautVor­wärts" wird der Einheitsverband Deutscher Eiienbaln in der ersten Januarwoche in einer erweiterten Vorstands­sitzung zu dem gefällten Schiedsspruch Stellung nehmen.

* _______ An der HchmWoWW.

Teilweise bedrohliche Lage in Hersfeld.

Fulda und Haune ein kilometerweiter, brausend zischender See. Föhnartiger Sturm in der Nacht und am Sylvester­morgen. Ueberschwemmungen in der Neustadt und in

Meisebacherstraße.

Die zu der jetzigen Jahreszeit außergewöhnlich warme »Temperatur und die unaufhörlichen Niederschläge haben fes zuwege gebracht, daß im Knüll, Rhön und Vogelsberg die letzten Reste des Schnees ungewöhnlich schnell zum Schmelzen kamen. Die von den Bergen stürzenden Bäche sind zu reißenden Strömen geworden und führen den grö­ßeren Flüssen in der Ebene immer gewaltigere Wasser­massen zu. Selbst die Geis, die bei Hochwasser meist zuletzt über die Ufer tritt, hat weite Wiesenstrecken über­schwemmt.

In der Meisebach konnte das Bett des wilden Wässer­chens die Wassermassen nicht mehr fassen. Die Meisebacher Straße wurde vom Hartmann'schen bis zum Engelhardt- schen Grundstück unter Wasser gesetzt. Bei dem Bätza'schen Anwesen in der Fritz Rechberg Straße sind etwa 18 Kubik­meter des Raines eingestürzt. Die Erabenbrücke liegt auf der Straße. Es besteht die Gefahr, daß weitere Teile des Raines einstürzen.

Im Fuldatale bilden Fulda und Haune einen einzigen kilometerweiten See, aus dem nur vereinzelt kleine In­seln hervorragen. Das Wasser hatte' bereits die Straße bis einschließlich zum Möller'schen Haus vollständig über­schwemmt. Die Höfe, Gärten und Anlagen, ebenso wie die Eisenbahnunterführung stehen noch unter Wasser. Auch

in den Kellern der Neustadt steht das Wasser. Wie An­wohner erklären, hatte das Wasser fast den Stand des Hochwassers von 1909 erreicht. Heute morgen zeigte der Pegel 2,60 Meter. Der Alarmzug war in Bereitschaft, brauchte aber nicht in Tätigkeit zu treten, da die vom Hoch­wasser bedrohten Bewohner ihr Vieh und ihre Vorräte be­reits in Sicherheit gebracht hatten. Der noch früher er­reichte höchste Wasserstand dürfte der von 1843 gewesen sein. Viele Anwohner der Dreienberg- und der anderen bedroh­ten Straßen haben während der ganzen Nacht gewacht, da das Hochwasser bedrohlichen Charakter anzunehmen schien. Unterhalb der Stadt nimmt die Fulda in erweitertem Ma­ße das ganze Gebiet zwischen Obersberg und Bahndamm ein. Infolge der Kanäle steht das Wasser auch bis an die Friedloser Straße.

In der Nacht zum Sylvester brauste ein gewaltiger föhnartiger Sturm über Hersfeld. Seine Gewalt war zeit­weise noch in den gestrigen Morgenstunden so stark, daß es unmöglich war, über die Fuldabrücke zu gehen. Der Sturm peitschte die Fluten gewaltig, daß sie zischend aufeinander schlugen. Verschiedentlich sind Bäume abgebrochen worden. Der Verkehr über Fulda und Haune war in der Nacht voll­ständig gesperrt. Heute morgen war ein leichtes Zurück­gehen des Hochwassers zu bemerken.

Wie aus Philippstal gemeldet wird, führen auch Werra und Ulster gewaltige Wassermassen zu Tal, die über die Ufer getreten sind und Aecker und Wiesen überschwemmt haben.

Es ist ein schaurig-schöner Anblick, von einer Anhöhe die einem See gleichen. Zu hoffen ist, daß das Wasser auf den ausgestell­ten Feldern keinen größeren Schaden anrichtet.

Aus der Rhön.

Am Mittwoch-Spätabend ging wolkenbruchartiger Re­gen über unsere Gegend nieder. Zwischen 11 und 12 Uhr nachts kamen solche Wassermassen von der Rhön herab, daß eine Anzahl am Wasser wohnender Einwohner ihre Ställe und Parterrewohnungen eiligst räumen mußte. Die Tan­nenstraße glich einem Wasserbett, der städtische Spielplatz bildete einen See, der Damm vor der Turnhalle wurde durchbrochen, da durch denselben führende starke Zement­rohre die Wassermassen nicht zu fassen vermochten. Seit vielen Jahren hatten wir nicht solche Wassermengen. We­gen des starken Gefälles der Vachläufe ist eine Ueber- schwemmung hier von ganz kurzer Dauer. Schlimmer sieht es an den Flüssen im Flachland aus, wo ganze Landstrecken unter Wasser stehen.

Katastrophales Steigen der Ruhr.

Essen, 31. Dezember. Die Ruhr hat in der letzten Nacht und in den frühen Morgenstunden eine ganz ungewöhn­liche Steigung aufzuweisen. Die Bewohner der am meisten gefährdeten Gehöfte haben ihr Vieh in Sicherheit bringen müssen. Die dem Ufer am nächsten gelegenen Straßen sind bereits überschwemmt. Wenn das Steigen des Wassers so anhält wie in den letzten Nachtstunden, so wird wohl der Hochwasserstand von 1909 erreicht werden.

An der Saale.

Hsille. Im ganzen Oberlauf der Saale sind die Fluren bereits überschwemmt. Die Passendorfer Wiesen bei Halle sind zu einem einzigen großen See geworden. Der Tro- thaer Saalepegel ist fast um einen Meter gestiegen. Die Unteranlieger der Saale sind von Halle aus durch Alarm­telegramme auf die Gefahr aufmerksam gemacht worden. Hilfe für die Ueberschwemmungsschäden im Rheinlande!

Der Reichstagsabgeordnete Erkelenz hat im Reichstag den Antrag eingebracht, die Reichsregierung zu ersucktzu:

1. schleunigst Mittel bereitzustellen, um die dur^ die neuerliche Ueberschwemmung im Rheinlande angerichtete Not so schnell als möglich zu mildern;

2. Die Reichsregierung möge gemeinsam mit den betei­ligten Länderregierungen weitgehende Hilfsmaßnahmen treffen,'um eine baldige Beseitigung der angerichteten Schäden zu sichern;

3. einen Sachverstündigen-Ausschuß zu beauftragen, Unternehmungen darüber anzustellen, durch welche Um­bauten und sonstige Maßnahmen ähnliche Ueberschwem- mungen in Zukunft verhütet werden.